Wiener Staatsoper:
Don Pasquale zwischen Bar und Boudoir

Donizettis sprühendes Meisterwerk wohlklingend in der Wiener Staatsoper

Gaetano Donizetti, Don Pasquale
Wiener Staatsoper, 30. November 2017

von Charles E. Ritterband

Der Kontrast konnte nicht größer sein: Während die – seit einiger Zeit dem Theater an der Wien angegliederte – Kammeroper, wenige Gehminuten Richtung Donaukanal, eine mit Jazz- und sogar Schrammelmusik angereicherte, hochoriginelle und brillante Miniaturversion von Gaetano Donizettis angeblich in unglaublichen zehn Tagen entstandenes Meisterwerk auf die winzige Bühne dieses Theaters stellt, bietet die majestätische Wiener Staatsoper mit ihrem riesigen Bühnenraum eine traditionellere Version des „Don Pasquale“. „Gaetano Donizetti, Don Pasquale,
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Grandiose Partnerschaft Barenboim-Argerich

Franz Liszts Klavierkonzert und Gustav Mahler Symphonie Nr. 7 im Wiener Konzerthaus

Wiener Konzerthaus, 29. November 2017
Wiener Philharmoniker
Daniel Barenboim Dirigent
Martha Argerich Klavier
Franz Liszt Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur
Zugabe: Argerich und Barenboim
Georges Bizet Jeux d’enfants, op. 22 – „ Die Puppe“
Gustav Mahler Symphonie Nr. 7 e-Moll

von Charles E. Ritterband

Als „Löwin am Klavier“ galt Martha Argerich – bewundert und gefürchtet; „eine Wilde, eine Verrückte, nicht leicht zu behandeln und immer ein Risikofaktor“ charakterisierte sie einst ihr Lehrer Friedrich Gulda: Er hatte ihr seit ihrem 12. Lebensjahr eigentlich nichts mehr beizubringen, berichtete Gulda, weil sie schon alles konnte. „Wiener Philharmoniker, Daniel Barenboim, Martha Argerich,
Wiener Konzerthaus“
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Elbphilharmonie: Lukáš Vondráček begeistert mit Leidenschaft, der eleganteste Pianist ist er nicht

Lukáš Vondráček Klavier
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal, 30. November 2017
Johannes Brahms Klaviersonate Nr. 1 C-Dur op. 1
Scherzo es-Moll op. 4
Robert Schumann Arabeske C-Dur op. 18
Carnaval op. 9

von Sebastian Koik

Lukáš Vondráček hat beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel 2016 den ersten Preis und außerdem noch den Publikumspreis des flämischen Rundfunksenders VRT erhalten. Das Publikum und die Jury feierten ihn mit begeisterten Ovationen. Der heute 31-Jährige spielte beim Preisträgerkonzert Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 und wurde damit auf ARTE übertragen. „Lukáš Vondráček,
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal“
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Das Theater an der Wien wagt einen einschneidenden Eingriff in den „Ring”

Das größte Drama der Bühnengeschichte zerstückelt in eine Trilogie

Die Ring-Triologie
Theater an der Wien, 1. Dezember 2017
Musik und Text von Richard Wagner  – in einer Fassung von Tatjana Gürbaca, Bettina Auer und Constantin Trinks

von Jürgen Pathy

Unter der Regie von Tatjana Gürbaca bringt das Theater an der Wien eine Neuinszenierung des mächtigen „Ring des Nibelungen” von Richard Wagner auf die Bühne. Die gebürtige Berlinerin, von der Fachzeitschrift Opernwelt zur Regisseurin des Jahres 2013 gewählt, erweckt diesen gigantischen Opernzyklus zu neuem Leben – zusammen mit dem deutschen Dirigenten Constantin Trinks und der Dramaturgin Bettina Auer. Aus dem fünfzehn Stunden dauernden Original-Ring wird eine beinahe halbierte, neunstündige Neufassung zu sehen sein. „Richard Wagner, Die Ring-Triologie,
Theater an der Wien“
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Ein südsommerlicher Abend von fantastischer musikalischer Klasse

Giuseppe Verdi, Simon Boccanegra
Bayerische Staatsoper
, München, 30. November 2017

von Raphael Eckardt

Tragische Schicksalsschläge, zwielichtige Machtspiele, temperamentvolle italienische Familienstreitereien. Mit Giuseppe Verdis wohl düsterster Oper steht in München derzeit eine verheißungsvolle Produktion auf dem Spielplan, die einen südsommerlichen Abend im kalten deutschen November verspricht. Nicht zuletzt, weil Dmitri Tcherniakov eine alte Thematik als modernes, mafioses Machtspiel inszeniert. Mit jeder Menge Intrigen und einer gewaltigen Portion Spannung. „Giuseppe Verdi, Simon Boccanegra,
Bayerische Staatsoper“
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