Jonas Kaufmann ist kein Meistersinger

Die Meistersinger von Nürnberg, Richard Wagner
Bayerische Staatsoper, München, 31. Juli 2016

Er ist ein Sänger, der bei Millionen Fans weltweit Gänsehautgefühl zu erzeugen vermag: Jonas Kaufmann, der Jahrhundert-Tenor aus München. Was er am letzten Abend der Münchner Opernfestspiele als Walther von Stolzing in Richard Wagners komischer Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ ablieferte, war indes Meilen entfernt von seinem erwärmenden, melodisch-ergreifenden Gesangsvermögen. Der Abend geriet für den Münchner stimmlich daneben – was sich in nur höflichem Beifall nach der viereinhalbstündigen Aufführung manifestierte.

„Die Meistersinger von Nürnberg,
R. Wagner, Bayerische Staatsoper“
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Anja Harteros überragt den Maskenball

Un ballo in maschera, Guiseppe Verdi
Bayerische Staatsoper, München, Samstag, 30. Juli 2016

Bei Guiseppe Verdi kommen Rolf Häußner, 72, oft die Tränen. „Die Musik berührt mich, und ich muss weinen“, sagt der Frankfurter. An diesem Abend in der Bayerischen Staatsoper ist die nicht nur für Rolf Häußner emotionalste Stelle das Liebesduett „Teco io sto / Ich bin Dir nah“ im zweiten Akt des „Maskenballs“ („Un ballo in maschera“). Der Dirigent Daniele Callegari führt das Bayerische Staatsorchester hoch sensibel durch diese göttlichen Minuten; das Solo-Cello spielt wunderbar weich und die Sopranistin Anja Harteros singt wie von einem anderen Stern – von strahlenden Höhen bis zu samtigen Tiefen mit weichem Schmelz.

„Un ballo in maschera, G. Verdi,
Bayerische Staatsoper“
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