Mahlers Dritte klingt mit Levine magischer als mit Meister

Toshio Hosokawa Meditation
Gustav Mahler 
Sinfonie Nr. 3 D-Moll
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Damen des Rundfunkchors Berlin, Staats- und Domchor Berlin
Cornelius Meister
Dirigent 
Karen Cargill
Mezzosopran
Philharmonie,
Berlin25. November 2017

von Yehya Alazem

Vor vier Wochen haben die Berliner ein unvergessliches Konzert in der Philharmonie erlebt: Die 3. Symphonie von Gustav Mahler, dirigiert von dem legendären James Levine. Am Sonnabend sollte der neue britische Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, Robin Ticciati, dieselbe Symphonie am selben Ort leiten, er musste aber wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen. „Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 3, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Cornelius Meister,
Philharmonie, Berlin“
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Elphi HH: Ein britischer Konzertabend in der britischsten deutschen Stadt begeistert

Elbphilharmonie, Hamburg, 16. November 2017
Andrew Manze Dirigent
Alban Gerhardt Cello
NDR Chor, NDR Elbphilharmonie Orchester
Henry Purcell: Music for the Funeral of Queen Mary
William Walton: Konzert für Violoncello und Orchester
Ralph Vaughan Williams: A London Symphony (Sinfonie Nr. 2)

von Bianca Heitzer

Ich glaube, dass große Musik nicht geschrieben wird, indem man mit der Tradition bricht, sondern indem man ihr etwas hinzufügt. Mit diesen Worten beschrieb der Engländer Ralph Vaughan Williams seine kompositorische Maxime und skizzierte damit zugleich die stilistische Silhouette seiner 2. Sinfonie, der „London Symphony“. Dass es sich dabei tatsächlich um große Musik handelt, hat das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Andrew Manze in der Elbphilharmonie gezeigt und krönte diesen britischen Konzertabend mit einem fulminanten Schlusspunkt. „NDR Chor, NDR Elbphilharmonie Orchester, Andrew Manze, Alban Gerhardt,
Elbphilharmonie, Hamburg“
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Die Wiener Symphoniker und ein deutscher Maestro berauschen in Höchstform, ein Jungstar entzaubert

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 10. November 2017
Wiener Symphoniker

Jan Lisiecki, Klavier
Sebastian Weigle, Dirigent
Wolfgang Amadeus Mozart,
 Konzert für Klavier und Orchester C-Dur K 467 (1785)
Frédéric Chopin, Nocturne c-moll op. 48/1 (1841)
Hans Rott, Symphonie Nr. 1 E-Dur (1878-1880)

von Jürgen Pathy
Foto: CBS Music

Der Jungstar Jan Lisiecki hat die großen Erwartungen nicht erfüllen können. Am Freitagabend gastierte der ECHO-Klassik-Gewinner 2017 im Wiener Konzerthaus. Mit im Gepäck hatte er Wolfgang Amadeus Mozarts Meisterwerk, die Klaviersonate Nr. 21 in C-Dur. „Wiener Symphoniker, Jan Lisiecki, Sebastian Weigle,
Wiener Konzerthaus“
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Wer an diesem Abend in der Berliner Philharmonie war, wird Maestro James Levine sein ganzes Leben dankbar sein

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 3 D-Moll
Staatskapelle Berlin
Staatsopernchor, Kinderchor der Staatsoper

Dirigent James Levine
Mezzosopran Violeta Urmana
Philharmonie, Berlin, 
31. Oktober 2017

von Yehya Alazem

Manchmal, wenn ich die Musik von Mahler höre, frage ich mich, ob sie überhaupt ein Ende nimmt? Die Unendlichkeit, die Ewigkeit und die Innerlichkeit, die man in seiner Musik spüren kann, machen jeden Mahler-Abend zu einem extrem besonderen Erlebnis, das in jeder Pore des Körpers haften bleibt. Aber wenn schon ein normaler Mahler-Abend so besonders ist, was soll man dann über diesen Abend in der Berliner Philharmonie sagen, der am Reformationstag zu erleben war? „Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 3, James Levine, Staatskapelle Berlin,
Berliner Philharmonie“
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Echo Klassik: Weltstar Jonas Kaufmann singt gepresst und trifft viele Töne nicht

Stars und Sternchen: Das Mega-Event in der Elbphilharmonie

Echo Klassik 2017
Elbphilharmonie, Hamburg, 29.10.2017

von Leon Battran (Bild und Text)

Große Emotionen, glitzernde Roben, spritzige Auftritte und pathetische Lobreden, das ist die Verleihung des Musikpreises Echo Klassik. Hier treffen Schauspieler und Fernsehnasen mit ehemaligen Bundestagspräsidenten, Violinvirtuosen mit Tastentalenten zusammen – die Crème de la Crème der Klassik gibt sich die Klinke in die Hand, und ein Weltstar patzt bei seinem Auftritt. „Echo Klassik 2017,
Elbphilharmonie, Hamburg“
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Tatiana Serjans Stimmenkontrolle ist einfach stratosphärisch!

Giuseppe Verdi, Aida
Deutsche Oper Berlin, 29. September 2017

von Yehya Alazem

Soll man sie hassen oder soll man sie lieben? Soll man denken, dass sie das Erlebnis zerstört hatte oder soll man ihr dafür danken, dass sie das Erlebnis verstärkt hatte? Benedikt von Peters Inszenierung der Aida an der Deutschen Oper ist einfach verwirrend. Sie könnte möglicherweise neue Ideen und Perspektive hervorbringen, das reicht aber nicht aus, denn sie widerspricht der Partitur und dem Libretto in fast jeder Szene. „Giuseppe Verdi, Aida, Giampaolo Bisanti, Jorge de León, Tatiana Serjan, Anna Smirnova, Noel Bouley, Ante Jerkunica, Ievgen Orlov,
Deutsche Oper Berlin“
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Konzentration, Emotion, Faszination – György Kurtág: Complete Works for Ensemble and Choir

CD: György Kurtág: Complete Works for Ensemble and Choir

Label: ECM Records

Mitwirkende: Asko/Schönberg Ensemble; Netherlands Radio Choir unter der Leitung von Reinbert de Leeuw; Natalia Zagorinskaya (Sopran), Gerrie de Vries (Mezzosopran), Yves Saelens (Tenor), Hatty van der Kamp (Bass), Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Elliott Simpson (Gitarre), Tamara Stefanovich (Klavier), Csaba Király (Pianino, Sprecher)

Kennung: ECM New Series 2505-07 (481 2883)

eine Rezension von Raphael Eckardt

György Kurtág darf man spätestens seit dem Tod von Pierre Boulez im vergangenen Jahr als den großen Altmeister der lebenden Komponistengeneration bezeichnen. Kurtàg ist in diesem Jahr 91 Jahre alt geworden – sein Oeuvre umfasst gerade einmal etwa 50 Opusnummern. Beinahe meditativ-langsame, aber unglaublich selbstkritische Kompositionsarbeit gehört seit jeher zum Markenzeichen des ungarischen Komponisten. Und genau daraus resultiert ein einzigartiges Musikvermächtnis, das Kurtág uns da einmal hinterlassen wird. Qualität ist eben nicht Quantität! Und das hat Kurtág wie kein Zweiter verstanden. „CD: György Kurtág: Complete Works for Ensemble and Choir“ weiterlesen

George Gershwin, der Komponist der Opernarie "Summertime", ist vor 80 Jahren verstorben

von Alina Fischer
Foto: BBC

„Als ernster Komponist ist er nie weiter gekommen, als bis zu einem bestimmten Punkt. Aber er hat mit seinen für ihn charakteristischen Stücken etwas geschaffen, was nur er schaffen konnte: so frisch, neu und lebendig – ein Ohrenschmaus.“ So heißt es im Nachruf der New York Times über einen Komponisten, der am 11. Juli vor 80 Jahren verstarb. Er begann als ein Hilfspianist und wurde bald durch sein eigenwilliges Spiel berühmt. „Zum 80. Todestag von George Gershwin“ weiterlesen

„Eine Kundry in Bayreuth zu singen, wäre die absolute Krönung!“ – Großes Interview mit Elina Garanca

Elina Garanca steht mit ihren 40 Jahren fast schon auf dem Gipfel ihrer Schaffenskraft. Im großen Interview mit klassik-begeistert.de verrät die bedeutendste Mezzosopranistin unserer Zeit, dass sie gerne die Kundry aus Richard Wagners „Parsifal“ in Bayreuth singen würde und Verdis Aida an der Mailänder Scala. „Großes Interview mit Elina Garanca, Berlin,Hamburg,Wien“ weiterlesen

Anna beseelt

Giuseppe Verdi, Il trovatore
Wiener Staatsoper, 12. Februar 2017

Der Wiener zählt zu jener glücklichen Gattung Mensch, die in ihrer 1,8-Millionen-Einwohner-Metropole drei phantastische Opernhäuser und zwei phantastische Konzerthäuser besuchen darf: Die Staatsoper, die Volksoper, das Theater an der Wien, den Musikverein und das Wiener Konzerthaus. Da bleibt es nicht aus, dass der Wiener nur wirklich herausragende Aufführungen als solche auch empfindet. Denn in Wien geben sich die Weltstars und weltbesten Orchester die Klinke in die Hand. „Giuseppe Verdi, Il Trovatore, Anna Netrebko, Roberto Alagna, Ludovic Tézier, Luciana D’Intino, Marco Armiliato,
Wiener Staatsoper“
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