Ladas Klassikwelt 56: Ludwig van Beethoven – Ein Komponist mit menschlichem Herzen

Ladas Klassikwelt 56: Ludwig van Beethoven – Ein Komponist mit menschlichem Herzen

Der Komponist starb am 26. März 1827 in Wien. Der Schauspieler Heinrich Anschütz sagte in einer Begräbnisrede über ihn, dass er nicht nur Künstler, sondern auch im höchsten Sinne ein Mensch sei, der bis zu seinem Tod „das menschlichste Herz aller Menschen“ hatte.

von Jolanta Lada-Zielke

„Beethoven. Leben und Werk des großen Komponisten“ ist eine Geschichte nicht nur für Kinder, sondern auch für ganze Familien. Das Buch wurde vom Verlag Annette Betz herausgegeben, die Autoren sind Lene Mayer-Skumanz (Text) und Winfried Opgenoorth (Illustrationen).

Zu Beginn erfahren die Leser, dass „van Beethoven“ ein belgischer (flämischer) Name ist, und „jemand vom Rübenfeld“ heißt. Vermutlich besaßen die Vorfahren des Komponisten ein Landesgut in Flandern. Ludwigs Großvater, der auch Ludwig hieß, verdiente seinen Lebensunterhalt als Sänger und Kapellmeister in Bonn, außerdem war er Weinhändler. Der kleine Ludwig saß oft auf dem Schoß seines Großvaters, der ihn im Rhythmus der Musik schaukelte.

Aber die ersten Erfahrungen des Jungen mit der Musik waren anstrengend. Sein Vater, ebenfalls Sänger und Musiklehrer, war alkoholsüchtig. Er wollte Ludwig zu einem Wunderkind wie Mozart machen und zwang ihn, ständig Klavierspielen zu üben. Ludwig spielte auch Geige und versuchte, seine eigenen Melodien zu komponieren, aber sein Vater verbot ihm das unter der Androhung von Prügeln; Ludwig durfte nur von Noten spielen. So hätte er das Interesse an Musik leicht verlieren können, aber glücklicherweise gab es freundliche Leute um ihn herum, dank denen die Weiterbildung des Jungen gelang. Der Hoforganist Christian Gottlob Neefe spielte hier die größte Rolle.

Ludwig wurde schon als 14-jähriger Hofmusiker mit einem Gehalt von 150 Gulden pro Jahr. Er spielte Orgel und begleitete Opernaufführungen mit dem Cembalo. Auf diese Weise half er seiner Familie. Langsam erlangte er auch Anerkennung als Komponist. Als Student an der Universität Bonn „infizierte“ er sich mit den Idealen der gerade ausgebrochenen Französischen Revolution. Zu dieser Zeit entschied er sich, das Gedicht „Ode an die Freude“ von Friedrich Schiller zu vertonen. Er plante, dass das kein einfaches Lied, sondern ein viel größeres Werk sein würde.

Der bittere Geschmack von Ruhm

Beethovens Ziel wurde Wien, damals die musikalische Hauptstadt Europas. Dank der Hilfe von Freunden und günstigen Umständen bekam er dort eine Anstellung am Hof ​​von Prinz Carl Lichnowsky und setzte seine Ausbildung bei Joseph Haydn fort. Er wurde bekannt als Schöpfer von Kammermusik für Klavier und  Solo-Instrumente, die vom Klavier begleitet werden. Damals komponierte er auch seine ersten drei Sinfonien. Lene Mayer-Skumanz beschreibt die Geschichte der Widmung der 3. Sinfonie „Eroica“ an Napoleon Bonaparte. Als Beethoven erfuhr, dass Bonaparte zum Kaiser gekrönt wurde, zog er die Widmung zurück. Die Uraufführung seiner einzigen Oper „Fidelio“ (der Originaltitel „Leonore“) fand unter ungünstigen Umständen statt, weil damals französische Truppen die Hauptstadt Österreichs besetzten. Erst nach dem Untergang Napoleons wurde sie erfolgreich neu aufgeführt.

Kurz danach entstanden zwei weitere großartige Werke Beethovens: die 5. Sinfonie, die auch unter dem Namen „Schicksalssinfonie“ bekannt ist, und die 6. Sinfonie „Pastorale“. Auf diese Weise kompensierte er die Misserfolge in seinem Privatleben. Zwar genoss er Ruhm und Anerkennung, aber die Eltern aller seiner Geliebten hielten ihn nicht für den richtigen Kandidaten als Ehemann ihrer Töchter. Mit der Zeit fanden Leute ihn komisch, weil er sich von dem geselligen Leben nach und nach zurückzog. Er schämte sich wegen der wachsenden Schwierigkeiten mit seinem Gehör und hatte Probleme mit seinem Neffen Karl, der 1826 einen Selbstmordversuch unternahm.

Der Komponist starb am 26. März 1827 in Wien. Der Schauspieler Heinrich Anschütz sagte in einer Begräbnisrede über ihn, dass er nicht nur Künstler, sondern auch im höchsten Sinne ein Mensch sei, der bis zu seinem Tod „das menschlichste Herz aller Menschen“ hatte.

Zu dem Buch gehört eine CD mit Mitschnitten der berühmtesten Stücke des Komponisten, sowohl für Klavier als auch für Sinfonieorchester. Am Ende gibt es den vierten Teil der 9. Symphonie mit der „Ode an die Freude“, die vom Orchester und Chor der Philharmonie in Zagreb unter der Leitung von Richard Edlinger aufgeführt wird. Die Uraufführung der Sinfonie fand am 7. Mai 1824 im Theater am Kärtnertor in Wien statt und endete mit stürmischem Beifall, den der arme Komponist aber nicht mehr hören konnte.

Der Roman wurde von meiner „Stammassistentin“, der zwölfjährigen Charlotte, getestet. Hier ist ihre Meinung:

„Ich finde, schon am Design erkennt man, dass es in dem Buch um eine bunte Reise von Ludwig van Beethoven geht. Das Design ist sehr ansprechend und gefällt mir gut. Dann das Buch: Wow, wie ausführlich und genau Beethovens Leben beschrieben wird! Ich finde, es ist so geschrieben, dass einem Kind beim Hören nicht langweilig wird und man lernt richtig viel. Dieses Buch ist richtig interessant und spannend. Es ist heftig, wie mit Beethoven alles anfing. Sehr gut gefällt mir auch, dass eine CD dabei ist. Wenn man die CD hört, kann man sich Beethoven am besten vorstellen und man sieht praktisch die ganze Lebensgeschichte vor sich. Im Buch ist das mit den Bildern sehr gut dargestellt, so dass jeder sich was darunter vorstellen kann. Ich glaube, dieses Buch ist für jeden etwas. Der Klappentext auf der Rückseite könnte etwas ausführlicher sein. Ansonsten top!“

Jolanta Lada-Zielke, 29. November 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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© Jolanta Lada-Zielke

Jolanta Lada-Zielke, 49, kam in Krakau zur Welt, hat an der Jagiellonen-Universität Polnische Sprache und Literatur studiert und danach das Journalistik-Studium an der Päpstlichen Universität Krakau abgeschlossen. Gleichzeitig absolvierte sie ein Gesangsdiplom in der Musikoberschule Władysław Żeleński in Krakau. Als Journalistin war Jolanta zehn Jahre beim Akademischen Radiorundfunksender Krakau angestellt, arbeitete auch mit Radio RMF Classic, und Radio ART anlässlich der Bayreuther Festspiele zusammen. 2003 bekam sie ein Stipendium vom Goethe-Institut Krakau. Für ihre  journalistische Arbeit wurde sie 2007 mit der Jubiläumsmedaille von 25 Jahren der Päpstlichen Universität ausgezeichnet. 2009 ist sie der Liebe wegen nach Deutschland gezogen, zunächst nach München, seit 2013 lebt sie in Hamburg, wo sie als freiberufliche Journalistin tätig ist. Ihre Artikel erscheinen in der polnischen Musikfachzeitschrift „Ruch Muzyczny“, in der Theaterzeitung „Didaskalia“, in der kulturellen Zeitschrift für Polen in Bayern und Baden-Württemberg „Moje Miasto“ sowie auf dem Online-Portal „Culture Avenue“ in den USA.  Jolanta ist eine leidenschaftliche Chor-und Solo-Sängerin. Zu ihrem Repertoire gehören vor allem geistliche und künstlerische Lieder sowie Schlager aus den Zwanzigern und Dreißigern. Sie ist seit 2019 Autorin für klassik-beigeistert.de.

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