Russische Premiere im Saarland

Congresshalle Saarbrücken, 17. Dezember 2017
Alejo Pérez Dirigent
Gustav Rivinius Violoncello
Saarländisches Staatsorchester
Fazil Say Sinfonische Tänze op.64
Dmitri Schostakowitsch Konzert für Violoncello und Orchester Nr.2 op. 126
Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 4 C-Dur op.112

von Alina Fischer

„Das Besondere im Seltenen“ – unter diesem Motto stand das dritte Sinfoniekonzert in der Congresshalle Saarbrücken. Ziel der Veranstaltung war es, „seltene Popularitäten“ zu präsentieren. Dabei bildeten sowjetische Komponisten des 20. Jahrhunderts den Schwerpunkt. Das Konzert für Violoncello und Orchester Nr.2 von Dmitri Schostakowitsch hatte für das Bundesland an diesem Vormittag eine weitere Besonderheit: es feierte Saarland-Premiere.

Als Solist trat ein ganz besonders hochkarätiger Musiker auf: Gustav Rivinius. In jedem Ton konnte man seine musikalische Erfahrung heraushören. Rivinius intonierte mit einer beeindruckenden Souveränität jede Phrase sehr genau und transportierte die Emotionen intensiv in die Musik. Er strahlte eine enorme Ruhe aus. Es gelang ihm und dem Dirigenten Alejo Pérez einen wunderbaren Dialog herzustellen, sodass Rivinius an den richtigen Stellen zu einem Teil des Orchesters wurde, ohne dabei seine Position als Solist zu verlieren.

Das Staatsorchester brillierte auch bei den anderen Werken des Vormittages. So zeigten die Musiker ihr musikalisches Können schon im Eröffnungwerk „Sinfonische Tänze“ von Fazil Say auf. Trotz der virtuosen und rhythmischen Herausforderungen in diesem Werk leitete Alejo Pérez sein Orchester durchweg mit einer Leichtigkeit und interpretierte jeden Tanz des Zyklus mit einer eigenen Besonderheit, die voll und ganz der Musikgattung entsprach.

Im zweiten Teil stand die erweiterte Fassung der 4. Sinfonie von Sergej Prokofjew auf dem Programm. Der Interpretation dieses Vormittags gelang wohl das wichtigste bei diesem Werk: die tänzerische Intonation. Summa summarum ein tolles Konzert mit genau durchdachten Interpretationen und einer hochkarätigen Aufführung von selten gespielten Musikwerken. So startet man gerne in einen Sonntag…

Alina Fischer, 19. Dezember 2017, für
klassik-begeistert.de

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