Langes Klassikwelt 5: Von Twitter zu Beethoven – der furchtlose Humanist Igor Levit ist auch ein moderner Musiklehrer

Foto: Igor Levit. © Felix Broede

Twitter hat ja bei manchen das Image einer Krawallbude. Doch wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wer es nutzt, wie – und wofür. Dann kann es zum Beispiel sein, dass sich plötzlich die Tür zu Beethovens Klavierwerken öffnet. Weil man sich dafür interessiert, was ein kluger Mensch zu sagen hat.

von Gabriele Lange

Liebe zur Musik – die ging bei mir praktisch immer über die menschliche Stimme. Berührte mich die irgendwie, dann beschäftigte ich mit dem ganzen Drumherum. So fand ich über Klaus Nomi zu den Kontratenören, über LeRoy Villanueva zu Monteverdi – und über Thom Yorke, Edith Piaf, Mike Patton, Billie Holiday, Missy Elliott, Louisiana Red oder Lisa Dalbello zu ganz unterschiedlichen Musikstilen. Bei Instrumentalmusik fällt mir der Zugang deutlich schwerer. Das heißt nicht, dass ich es nicht immer wieder ernsthaft versucht hätte. „Langes Klassikwelt 5
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Das WDR-Sinfonieorchester bietet ein hochromantisches Klangspektakel in Köln

Foto: WDR / Tillmann Franzen

Kölner Philharmonie, 17. Januar 2020
Cristian Măcelaru, Dirigent
Ray Chen, Violine
WDR-Sinfonieorchester

Von Daniel Janz

Seit einigen Monaten ist Cristian Măcelaru (39) aus Timișoara in Rumänien nun bereits der neue Chefdirigent des WDR-Sinfonieorchesters und konnte bislang durchweg überzeugen. Stets präsentiert er faszinierende Mischungen unterschiedlichster Stilrichtungen und versteht es dabei auch, immer wieder mit neuen Blickwinkeln zu überraschen. So auch am heutigen Abend, wo neben den großen Komponisten Brahms und Strauss, dessen Rosenkavalier für Măcelaru ein Inbegriff der Demokratisierung in der Musik ist, auch zwei Namen vertreten sind, die sonst nicht häufig in Konzertsälen auftauchen. „Christian Măcelaru, Ray Chen, WDR-Sinfonieorchester,
Kölner Philharmonie, 17. Januar 2020“
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Ladas Klassikwelt 15: „Gott ist die Liebe“ von Georg Anton Benda – Entdeckung des Unbekannten

Foto: Kantorei Sankt Barbara Krakau

von Jolanta Lada-Zielke

Ein Sommerabend Ende Mai 2007, die Sankt Markus Kirche in Krakau. Unser Chor, die Kantorei Sankt Barbara, am Altar versammelt, nimmt mit dem Orchester L‘Estate Armonico unter der Leitung von Wiesław Delimat vier Kantaten von Georg Anton Benda (1722-1795) auf. Die Aufnahme dauert bis spät in die Nacht. Wir sind müde, aber wir strengen uns bis zum letzten Stück an. Das Singen macht uns unglaublich Spaß, besonders die Kantate „Gott ist die Liebe“. Die Leichtigkeit und Lebhaftigkeit dieser Musik hat etwas Optimistisches. „Ladas Klassikwelt 15
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Zur Travestie verkommen: Die Dresdner »Fledermaus« begeistert allein musikalisch

Foto: © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden, 11. Januar 2020

Johann Strauß, Die Fledermaus

von Pauline Lehmann

Spätestens im dritten Akt als der Gefängnisaufseher Frosch (Wolfgang Stumph) ein Fenster sowie den Ikea-Kleiderhaken für den Hut des Direktors Frank mit Kreide skizziert, lässt einen der wohlige Gedanke an eine konzertante Aufführung nicht mehr los. Die Sächsische Staatskapelle unter der Leitung von John Fiore und der Sächsische Staatsopernchor (Choreinstudierung: Jan Hoffmann) bieten musikalisch einen Abend der Weltklasse, doch die Inszenierung bleibt dahinter zurück. „Johann Strauß, Die Fledermaus,
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Die FREITAG-PRESSE – 10. Januar 2020

Foto: Komische Oper Berlin © Jan Windszus Photography

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die FREITAG-PRESSE – 10. Januar 2020

Berlin
Komische Oper Berlin: Wie kann ein Sanierungsdebakel verhindert werden?
Tagesspiegel

Wien/ Staatsoper
Rossinis Eloquenz zeigt auch im Repertoire Wirkung
Der „Barbier von Sevilla“, frei nach Günther Rennert, zum 433. Mal.
Die Presse

CD zum Neujahrskonzert: Ein-Hit-Wunder am strauchelnden Klassikmarkt Bezahlartikel
Jährlich ein Hit: Die CD zum Neujahrskonzert. Dem Klassikmarkt sonst geht es mies.
Kurier

Salzburg
Die Festspiele – ungeschönt
Malte Hemmerich legt eine beachtliche Geschichte der Salzburger Festspiele vor, die zu früh endet
Wiener Zeitung

Linz
„Il Trovatore“ am Musiktheater Linz
Mit Giuseppe Verdis Oper „Il Trovatore“ feiert am Samstag eines der bekanntesten, aber auch eines der düstersten Bühnenwerke am Musiktheater Premiere. Die Besetzung verspricht jedenfalls einen Saisonhöhepunkt.
https://ooe.orf.at/stories/3029071/
„Il Trovatore“ in Linz: Verstörendes Spiel um Rache
Oberösterreichische Nachrichten

Hamburg/ Elbphilharmonie
Ein Liederabend ohne Gesang – Yuja Wang und Gautier Capuçon in der Elbphilharmonie
Klavier und Cello – an diesem Abend sind sie in ihren besten Momenten fast wie ein Liederabend ohne Gesang. Yuja Wang und Gautier Capuçon zeigen ein überzeugendes Programm aus dem romantischen Repertoire, dessen Höhepunkte in den lebhafteren, rhythmischen Passagen liegen.
Guido Marquardt berichtet aus der Elbphilharmonie Hamburg
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Lieses Klassikwelt 16: Abschiede

von Kirsten Liese

Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen schmerzlichen Verlusten. Mir kam es so vor, als seien 2019 besonders viele große Künstler gestorben.

Ich nehme das zum Anlass für ein paar persönliche Erinnerungen. Die am 26. Januar verstorbene Sopranistin Wilma Lipp macht den Anfang. Um ein Haar hätte ich sie noch kennengelernt. Als ich mit ihr im November 2018 für eine Radiosendung Kontakt aufnahm, war sie 93 und litt schon an Demenz. Deshalb schien es sinnvoll, dass der Ehemann anwesend sein würde, um weiterzuhelfen, falls das Gedächtnis die alte Dame im Stich lassen sollte. Über ihre betreuende Pflegerin, eine Seele von Mensch, verabredeten wir uns für Anfang Januar. Aber kurz vor dem Termin erlitt Wilma Lipp einen Schlaganfall. „Lieses Klassikwelt 16
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Ein Liederabend ohne Gesang – Yuja Wang und Gautier Capuçon glänzen in der Elbphilharmonie

Fotos: © Sebastian Madej

Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 8. Januar 2020
Gautier Capuçon, Violoncello
Yuja Wang, Klavier
César Franck
Sonate A-Dur M 8 / Fassung für Violoncello und Klavier in der Transkription von Jules Delsart
Frédéric Chopin
Polonaise brillante für Klavier und Violoncello C-Dur op. 3
Sonate für Klavier und Violoncello g-Moll op. 65
Astor Piazzolla Le Grand Tango (Zugabe)

von Guido Marquardt

Klavier und Cello – an diesem Abend sind sie in ihren besten Momenten fast wie ein Liederabend ohne Gesang. Yuja Wang und Gautier Capuçon zeigen ein überzeugendes Programm aus dem romantischen Repertoire, dessen Höhepunkte in den lebhafteren, rhythmischen Passagen liegen.

Tief romantisches Repertoire steht an diesem Abend auf dem Programm – und dennoch ist die Spannbreite durchaus groß. Allein schon die beiden Werke von Chopin: Jugendlicher Überschwang in der Polonaise op. 3, gefolgt von einem geradezu altersweisen, hochkomplexen Werk wie der Sonate op. 65. Möglicherweise ist das auch in etwa die Spannbreite, die Yuja Wang und Gautier Capuçon in ihren Stärken und Neigungen abdecken, doch dazu später mehr. „Gautier Capuçon, Yuja Wang,
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Teodor Currentzis erschafft das Paradies auf Erden

Foto: © Anton Zavyalov

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 16. Dezember 2019
SWR Symphonieorchester
Teodor Currentzis, Dirigent

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 9 (1908–1909)

von Jürgen Pathy

„Warum kämpfen wir mit unserem Schatten – warum hören wir nicht fröhlichere Musik“? Diese und andere Fragen stellt Teodor Currentzis in seinem aktuellen Currentzis-Lab, einer Vortragsreihe, die der gebürtige Grieche im Vorfeld seiner Konzerttourneen regelmäßig veranstaltet. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe: Gustav Mahlers neunte Symphonie, mit der Currentzis und das SWR Symphonieorchester zurzeit durch Deutschland und Österreich ziehen und im Wiener Konzerthaus abermals eine Sternstunde bescheren konnten. „Teodor Currentzis, SWR Symphonieorchester,
Wiener Konzerthaus, 16. Dezember 2019“
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Aus besonderem Holz geschnitzt: Interview mit dem Instrumentenbauer Matthew Farley

 Foto: © Matthew Farley

Matthew Farley wurde im November 1974 in Tennessee geboren. Er wuchs auf in Oklahoma und Georgia, studierte Literatur und Bildende Kunst an der Oglethorpe University in Atlanta. Im Mai 2001 verließ er die Vereinigten Staaten, um einen Job als Englischlehrer anzunehmen und lebte fortan in Europa (zunächst in Polen, dann in Italien). Vier Jahre lang lernte er bei dem italienischen Instrumentenbaumeister Marco Salerno in der Nähe von Rom und assistierte dort beim Bau von über 100 Instrumenten. Heute stellt Matthew Farley hauptsächlich Streichinstrumente für Mittelalter-, Renaissance- und Barockmusik her. Die Viola da Gamba ist seine Spezialität. Im Interview mit Jolanta Lada-Zielke spricht Matthew Farley über seine Arbeit, seine Instrumente und seine Karriere.

Interview von Jolanta Lada-Zielke

Woher kommt Dein Interesse, alte Instrumente zu bauen?

2008 unterrichtete ich eine Gruppe von Studenten in einem Englischkurs an einer kleinen Universität außerhalb von Rom. Einer der Teilnehmer erschien immer mit Holzstaub auf seiner Kleidung. Ich fragte ihn: „Marco, bist du Tischler?“ Er antwortete: „Nein, ich bin Instrumentenbauer.“ Ich dachte, er baut Gitarren und war sofort daran interessiert, weil ich selber Gitarre spiele. Aber er sagte: „Nein, ich mache Geigen, Violen da Gamba, Harfen und Lauten“. Ich besuchte seine Werkstatt. Das war der Anfang, weil mir die Atmosphäre seines Arbeitsplatzes so gut gefiel. Marco hatte etwas Zeit, mir etwas beizubringen, also fing ich an, in seiner Werkstatt zu lernen. Diese Ausbildung dauerte von 2008 bis Ende 2012. Zunächst arbeiteten wir drei Tagen in der Woche und nach einiger Zeit arbeitete ich jeden Tag mit Marco zusammen. „Interview mit dem Instrumentenbauer Matthew Farley,
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Lieses Klassikwelt 14 / 2019: Pavarotti

Im Gegensatz zu Pavarotti bin ich der Meinung, dass Oper eine elitäre Kunstform ist und als eine solche auch ohne den ganzen Rummel von Attraktionen, Sensationen und Effekten zu ihrem Recht kommen sollte.

von Kirsten Liese

Seine Stimme wurde als „honigsüß“ beschrieben, die gefürchteten hohen C’s steuerte Luciano Pavarotti mühelos an, problemlos konnte er sie neunmal hintereinander singen. Er war einer der größten Tenöre, wenn nicht der bedeutendste seiner Zeit. „Lieses Klassikwelt 14 / 2019
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