Schweitzers Klassikwelt 34: Kirill Serebrennikovs „Parsifal“ theologisch betrachtet

Foto: M. Pöhn ©

In der Online-Ausgabe der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ lautet die Überschrift  der Rezension in dicken und großen Lettern Was ist der Gral? Und gleich anschließend triumphierend des Rätsels Lösung: Die Freiheit!

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Wir können der liberalen Linie des Blatts in dem Punkt beipflichten, wenn drei Absätze darunter Frau Christine Lemke-Matwey schreibt, dass Wagners letzte Oper „von Kunstreligiösem und Pseudo-Liturgischem umwölkt“ ist. Ähnlich Joachim Lange, der in der renommierten Neuen Musikzeitung von einem pseudoreligiösen Stück spricht. „Schweitzers Klassikwelt 34: Kirill Serebrennikovs „Parsifal“ theologisch betrachtet“ weiterlesen

Der Schlauberger 46: Playboy ohne Gender-Gaga – oder ist das Stuss?

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Die Gästerin. Nee, damit macht sich keiner Freunde. Obwohl Freunde wichtig sind, wie das Zeitungszitat aus dem Playboy beweist: „Männer haben mehr Freunde als Frauen.“ Besser als umgekehrt. „Der Schlauberger 46: Playboy ohne Gender-Gaga – Oder ist das Stuss?“ weiterlesen

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 38

Foto: Paul Hindemith 1945, während seines Exils in den USA

Eine Symphonie und eine Oper über einen Renaissance-Künstler, mit einem holprigen Weg zur Uraufführung – nach dem Titel der Oper fragten wir letzte Woche. Nun, der Komponist dieser Oper war bereits in einer anderen Frage Thema, als es um das Bindeglied von Abbados und Ozawas Debüt mit den Berliner Philharmonikern ging: Paul Hindemith. Und das Werk, das wir suchten, ist Mathis der Maler, das sich mit Matthias Grünewald befasst. Herzlichen Glückwunsch an Silke Sinzig aus Krefeld zur korrekten Lösung und zum Gewinn der Auslosung – viel Spaß mit der Überraschungs-CD!

Wie gewohnt, ist der Schlüssel zum Gewinn auch in dieser Woche die korrekte Antwort auf Frage 5 dieser Quizausgabe. Wenn Sie teilnehmen möchten, schicken Sie die Lösung bitte per E-Mail (nicht im Beitragskommentar!) an

Alle richtigen Antworten, die bis zum 4. Mai 2021 bei uns eingehen, nehmen an der Verlosung teil. Bitte geben Sie dabei Ihren Namen und Ihre Postadresse an. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem heutigen Quiz und viel Glück bei der Verlosung! „Das Klassik-Quiz – Folge 38“ weiterlesen

Daniels Anti-Klassiker 10: Arnold Schönberg, Orchestervariation op. 31 (1928)

Höchste Zeit, sich als Musikliebhaber neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der sogenannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese sarkastische und schonungslos ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Neue Klangwelten, Ausreizen der Mittel, Brechen von Grenzen, sogar die Krönung aller musikalischen Schöpfungen… nicht weniger versprach Schönberg mit seiner neu entwickelten Technik. Als er endlich das erste Orchesterwerk präsentierte, das diese Superlative erfüllen sollte, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt. Für die Uraufführung stellte sich niemand Geringeres als Wilhelm Furtwängler persönlich zur Verfügung. Alles deutete auf Erfolg! Und trotzdem – das Konzert endete in einem Desaster. Kritiker überschlugen sich in Denunziationen, von einem Skandal war die Rede, niemand hatte Schönbergs Musik verstanden. Wen wundert’s!? „Daniels Anti-Klassiker 10: Arnold Schönberg, Orchestervariation op. 31 (1928)“ weiterlesen

Rising Stars 5: Selene Zanetti, Sopran – bereit für den Absprung

Foto: © Lorenz Kerscher, 2020

Die Entwicklung und Karriere vielversprechender NachwuchskünstlerInnen übt eine unvergleichliche Faszination aus. Es lohnt sich dabei zu sein, wenn herausragende Talente die Leiter Stufe um Stufe hochsteigen, sich weiterentwickeln und ihr Publikum immer wieder von neuem mit Sternstunden überraschen. Wir stellen Ihnen bei Klassik-begeistert jeden zweiten Donnerstag diese Rising Stars vor: junge SängerInnen, DirigentInnen und MusikerInnen mit sehr großen Begabungen, außergewöhnlichem Potenzial und ganz viel Herzblut sowie Charisma.

von Lorenz Kerscher

Im Dezember 2019 stellte Selene Zanetti die Mimì in La Bohème dar, im Januar 2020 die Marie in der Verkauften Braut und im Februar die Liù an der Seite der Turandot-Debütantin Anna Netrebko – all das auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper. Das sah nach einem perfekten Karrierestart aus. Mit Engagements an Opernhäusern von Weltruf in der Tasche beendete sie ihr Festengagement. Voll Optimismus blickte sie in eine erfolgversprechende Zukunft. Doch dann kam Corona wie eine Windböe, die einen Skispringer genau beim Absprung trifft und seinen Traum vom gelungenen Flug zunichtemacht. Da galt es nun, einen Sturz ins Bodenlose einigermaßen unbeschadet zu überstehen und alle Hoffnung auf den zweiten Versuch zu setzen, auch wenn dieser über ein Jahr lang auf sich warten ließ. In diesem Zeitraum ermöglichte ihr der Notbetrieb ihrer bisherigen Bühne nur die Darbietung von Toscas Arie „Vissi d’arte“ in der von Marina Abramović produzierten Performance The 7 Deaths of Maria Callas und von einer erste Dame in der Zauberflöte. Alle anderen Engagements waren abgesagt. „Rising Stars 5: Selene Zanetti, Sopran – bereit für den Absprung“ weiterlesen

Geigerin Natalia van der Mersch: „Ich war immer verliebt in Fritz Kreisler“

Musikerin und Mutter. Dass das funktioniert, beweist die Geigerin Natalia van der Mersch. Als „Duo Natalia“ musiziert die sechsfache Mutter, die in Luxemburg lebt, gemeinsam mit der Pianistin Natalia Kovalzon. Wie sie das alles stemmt und wie sie zu Igor Oistrach in die Meisterklasse kam, erzählt sie im Gespräch mit Klassik-begeistert. 

Interview: Jürgen Pathy

Grüß Gott, Frau van der Mersch. Als Mutter von sechs Kindern – wie funktioniert da das Üben?

Natalia van der Mersch: Das funktioniert ganz gut. Als gebürtige Deutsche habe ich meinen ganzen Tag durchgeplant. Die berühmte deutsche Organisation sozusagen. Grundsätzlich übe ich, wenn die Kinder in der Schule sind. Mittlerweile geht das aber auch, wenn sie zu Hause sind. Da spielt der eine mit den Autos, der andere malt. Ich hab da schon einen Filter in den Ohren. Nur wenn eines der Kinder krank wird, würfelt das meinen Plan durcheinander. Aber es funktioniert dennoch. „„Ich war immer verliebt in Fritz Kreisler“,
Geigerin Natalia van der Mersch im Interview“
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„Così fan tutte“ in Salzburg: Von der Beredsamkeit weißer Wände und Türen

DVD-Rezension:

Wolfgang Amadeus Mozart,“Così fan tutte”
Unitel Erato 0190295050320

Libretto von Lorenzo  Da Ponte

Salzburger Festspiele 2020

von Peter Sommeregger

Diese Aufführung war im Corona-Sommer 2020 die große Sensation in Salzburg.

Deutlich über zwei Stunden agieren sechs Personen vor einer weißen Wand mit zwei ebenfalls weißen Türen. Den größten Teil der Zeit tragen sie unauffällige Alltagskleidung. Möbelstücke, Requisiten? Fehlanzeige. „DVD-Rezension: Wolfgang Amadeus Mozart, „Così fan tutte““ weiterlesen

Der Schlauberger 45: Mit Anker, aber in Würde – Nie wieder einsam

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Es gibt ein neues Lieblingswort in der Politik. CDU und CSU haben es kultiviert bei der Suche nach einem gemeinsamen Kanzlerkandidaten. Einsam war gestern, jetzt gilt gemeinsam. Neun Buchstaben in einer lautsprachlich eher langweiligen Anordnung haben sie abgelöst, die Oberfloskel Herausforderung, die phonetisch auch nicht gerade vom Hocker reißt. Aber solche modischen Anker verleihen dem Geschwafel eine gewisse Würde. „Der Schlauberger 45: Mit Anker, aber in Würde – Nie wieder einsam“ weiterlesen

Meine Lieblingsmusik 68: Schostakowitsch,
Sinfonie Nr. 4 (1936)

Foto: © Deutsche Fotothek, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14401692

Selbst ein Jahr nach Ausbruch hat uns die Corona-Pandemie immer noch in ihrem Griff. Kultur und Kunst sind gänzlich weggebrochen, Veranstaltungen und Treffen nach wie vor eingeschränkt, der Konzertbetrieb liegt am Boden. Zeit, sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung (oder wahlweise Spotify-Playlist) auseinanderzusetzen, Lieblinge zu entdecken oder alte Favoriten neu aufleben zu lassen.

Deshalb stelle ich vor:

Meine Lieblingsmusik: Top 4 – Schostakowitsch Sinfonie Nr. 4 (1936)

von Daniel Janz

Eine Schostakowitsch-Sinfonie auf einer Liste von Lieblingswerken zu sehen ist mit Sicherheit eine Überraschung. Allgemein zeichnen sich seine großen Orchesterkompositionen durch einen düsteren, oftmals zu politischen Ereignissen in Verbindung stehenden Unterton aus. Seine vierte Sinfonie lässt sich gar als musikalischer Terror charakterisieren – oft genug bricht sie in blankes Chaos und puren Krach aus. Was also macht solch eine Gräueltat zu meiner persönlich viertliebsten Musik aller Zeiten? „Meine Lieblingsmusik 68: Schostakowitsch, Sinfonie Nr. 4 (1936)“ weiterlesen

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 37

Welcher spätere Chefdirigent der Berliner Philharmoniker mehr als 20 Jahre vor seiner Berufung mit Hindemith, Prokofjew und Schubert debütierte, wollten wir letzte Woche von Ihnen wissen. Nun, so unüberschaubar ist die Reihe der Verantwortlichen am Pult in diesem Fall nicht, und mit Hindemith und Prokofjew waren ja auch gewisse historische Marken gesetzt, vor denen man chronologisch nicht zu suchen brauchte. Claudio Abbado war es, der am 20. Dezember 1966 im Alter von 33 Jahren erstmals das Berliner Renommierorchester dirigierte. Mit der korrekten Lösung hat sich Vanessa Bönninghoff aus Finnentrop die Überraschungs-CD in dieser Quizwoche verdient – herzlichen Glückwunsch!

Wenn Sie diesmal gewinnen möchten, senden Sie uns die Lösung für Frage 5 dieser Quizausgabe per E-Mail (nicht im Beitragskommentar!) an

Alle richtigen Antworten, die bis zum 27. April 2021 bei uns eingehen, nehmen an der Verlosung teil. Bitte geben Sie dabei Ihren Namen und Ihre Postadresse an. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem heutigen Quiz und viel Glück bei der Verlosung! „Das Klassik-Quiz – Folge 37“ weiterlesen