Daniil Trifonov und Sergei Babayan spielen Rachmaninow

CD-Rezension:

Rachmaninoff for Two wartet mit einer Überraschung auf und ist ohne Einschränkung empfehlenswert.

Deutsche Grammophon, DG 486 4805

Sergej Rachmaninow (1873-1943)

Adagio aus der 2. Sinfonie op. 27 (arr. für zwei Klaviere: Daniil Trifonov) Suite Nr. 2 für zwei Klaviere op. 17
Suite Nr. 1 für zwei Klaviere op. 5
Symphonische Tänze op. 45 (Fassung für zwei Klaviere)

Daniil Trifonov, Klavier
Sergei Babayan, Klavier

von Brian Cooper, Bonn

Wer Sergei Rachmaninows zweite Suite für zwei Klaviere op. 17 in irgendeiner Form mit Martha Argerich im CD-Regal hat, sei es mit Alexandre Rabinovitch (Elatus 0927496112) oder mit Nelson Freire (Philips 4758520), darf sich glücklich schätzen. Mehr braucht man eigentlich nicht. Gerade in der Einspielung mit Rabinovitch fegt ein derartiger Wirbelwind durchs Wohnzimmer, dass man nur noch staunend und vollkommen beglückt in den Sessel sinkt. Und eben diese CD enthält sogar noch die erste Suite op. 5, „Fantaisie-tableaux“, sowie die Sinfonischen Tänze op. 45 in der Version für zwei Klaviere. „CD-Rezension: Daniil Trifonov und Sergei Babayan
klassik-begeistert.de, 30. Oktober 2024“
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Barrie Kosky beschert der Bayerischen Staatsoper die erste diverse „Fledermaus“

CD/Blu-ray-Rezension:

München hat nun wieder eine großartige „Fledermaus“, die den Zeitgeist so witzig wiedergibt, als sie ihn gleichzeitig karikiert. Chapeau!

Johann Strauß,  Die Fledermaus

Diana Damrau
Georg Nigl

Vladimir Jurowski
Barrie Kosky

Bayerische Staatsoper
Recordings LC96744

von Peter Sommeregger

Johann Strauß’ bekannteste Operette auf die Bühne zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. Die Erwartungshaltung des Publikums ist bei diesem Stück besonders hoch, geht ihm doch der Ruf voraus, umwerfend komisch zu sein. Darüber hinaus kann man die Komödie um Menschen, die alle behaupten, jemand ganz anderer zu sein, als Abgesang auf die sterbende Donaumonarchie deuten. So gesehen liegt die Latte für den Regisseur ungewöhnlich hoch. „CD/Blu-ray-Rezension: Johann Strauß,  Die Fledermaus
klassik-begeistert.de, 28. Oktober 2024“
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Puccini mit Rührei – Pene Pati lädt zum Genießen ein

Insgesamt darf man sich an diesem Album und an der Pianokultur, an der weichen Freundlichkeit dieser ausdrucksstarken Stimme und ihrer dramatischen Fähigkeit mehr als nur erfreuen. Es muss ja nicht unbedingt zum Rührei sein, ein spritzig fruchtiger Rosé, gut gekühlt oder, zum Winterhalbjahr passender, ein satter, funkelnd-leuchtender, dunkler Rotwein sei dazu sehr empfohlen!

CD-Besprechung:

Pene Pati – Nessun Dorma

CD erschienen bei Warner Classics

von Dr. Regina Ströbl

„I sing, I eat, I laugh. Simple.“ Mit diesen Worten umschreibt der samoische Tenor und Shooting Star Pene Pati sich und seine Berufung auf seinem Instagram-Kanal. Nun gehört Klappern zum Handwerk und wenn man noch relativ frisch in der Branche ist und seine nun zweite CD promoten will, dann scheint doch jedes Mittel recht. Also gibt es dort Tips, welchen Track der CD „Pene Pati Nessun Dorma“ man zum Wein oder eben zum Rührei am besten hört. Die Werbung ist ein bisschen dicke und die CD hat das auch gar nicht nötig. „CD-Besprechung: Pene Pati – Nessun Dorma
klassik-begeistert.de, 27. Oktober 2024“
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Der Countertenor Philippe Jaroussky scheitert an den Liedern Franz Schuberts

CD-Rezension:

Schubert  Lieder
Philippe Jaroussky

Jérôme Ducros

Erato 0190296737688

von Peter Sommeregger

Kurz bevor die Corona-Pandemie 2020 das Musikleben weitgehend lahmlegte, tourte der populäre Countertenor Philippe Jaroussky mit einem Schubert-Liederabend durch verschiedene Städte, in Berlin fand sein Konzert in der Staatsoper Unter den Linden statt. Jaroussky verfügte damals wie heute über eine eingeschworene Fangemeinde und konnte auf ein enthusiastisches Publikum zählen. Entsprechend stark fiel der Applaus für den Sänger aus, seine Fans bejubelten Jaroussky, aber dem neutralen Publikum konnte sein Zugriff auf Schuberts Liedgut nicht wirklich gefallen. „CD-Rezension: Schubert Lieder, Philippe Jaroussky, Jérôme Ducros
klassik-begeistert.de, 27. Oktober 2024“
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Die Lieder des Komponisten Wilhelm Kienzl lohnen eine Wiederentdeckung

CD-Rezension:

Wilhelm Kienzl
Four Song Cycles

Malte Müller  Tenor
Werner Heinrich Schmitt  Piano

TOCC 0736

von Peter Sommeregger

Der Komponist Wilhelm Kienzl, ein gebürtiger Oberösterreicher, ist heute vielen Musikliebhabern kein Begriff mehr. Seine 1895 an der Berliner Hofoper uraufgeführte volkstümliche Oper „Der Evangelimann“ war bis tief ins 20. Jahrhundert sehr populär, heute kennt man daraus höchstens noch die Tenor-Arie „Selig sind, die Verfolgung leiden“. Der 1941 verstorbene Komponist hat aber ein umfangreiches Werk hinterlassen, darunter eine Vielzahl von Liedern für Solostimmen, aber auch für Chöre. „CD-Rezension: Wilhelm Kienzl, Four Song Cycles
klassik-begeistert.de, 27. Oktober 2024“
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Die für das Schloss Versailles entstandene Musik wird rekonstruiert

La Naissance de Versailles

Choeur de l’Opéra Royal
Choeuir de la Maitrise de Paris

Consort Musica Vera
Jean Baptiste Nicolas

CVS 5140

von Peter Sommeregger

Frankreichs König Ludwig XIII. war es, der in den Jahren ab 1620 das Schloss Versailles mehr und mehr zum repräsentativen Zentrum seiner Macht und der Repräsentation der Monarchie ausbaute. Dazu gehörten natürlich auch musikalische Aufführungen, vor allem Messen. Daten über die erste in Versailles aufgeführte Messe sind leider nicht erhalten, aber für das ambitionierte historische Label Chateau de Versailles Spectacles wurde eine imaginäre Rekonstruktion vorgenommen, die aus Teilen der Werke verschiedener Komponisten jener Epoche besteht. „CD-Besprechung: La Naissance de Versailles, Consort Musica Vera
klassik-begeistert.de, 24. Oktober 2024“
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Joachim Raffs Oper „Die Eifersüchtigen“ musste 40 Jahre auf ihre Uraufführung warten

CD-Blu-ray-Rezension:

Joachim Raff,  Die Eifersüchtigen

Orchestra of Europe
Joonas Pitkänen

Naxos 8.660561-62

von Peter Sommeregger

Der 1882 im Alter von nur 60 Jahren verstorbene deutsch-schweizerische Komponist Joachim Raff hat ein umfangreiches Oeuvre verschiedener Gattungen hinterlassen. Zu Lebzeiten konnte er große Erfolge feiern, aber im 20. Jahrhundert verblasste sein Ruhm schnell.

Erst ab den 1970er Jahren begann so etwas wie eine Wiederentdeckung seiner Werke. Um seinen 100. Geburtstag erlebten auch zwei nachgelassene Opern ihre späte Uraufführung. Zum einen die revidierte Fassung seiner Oper „Samson“, und die erst kurz vor Raffs Tod vollendete Oper „Die Eifersüchtigen“. „CD-Blu-ray-Rezension: Joachim Raff, Die Eifersüchtigen, Orchestra of Europe, Joonas Pitkänen
klassik-begeistert.de, 19. Oktober 2024“
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Glucks Iphigénie erklingt in historisch informierter Form

CD-Rezension:

Gluck
Iphigénie en Aulide

Le Concert de la Loge
Julien Chauvin

Alpha 1073

von Peter Sommeregger

Der Komponist Christoph Willibald Gluck gilt zu Recht als Reformator der Oper während der Barockzeit. Seine Abkehr von der italienisch dominierten Opera seria manifestiert sich am deutlichsten in seinen beiden Iphigenie-Opern, die er beide für Paris schrieb. Durch den ähnlichen Titel, einmal „en Aulide“, dann „en Tauride“ oft verwechselt, sind beide Werke allerdings jeweils eigenständig einzuschätzen. „CD-Rezension: Gluck, Iphigénie en Aulide, Le Concert de la Loge, Julien Chauvin
klassik-begeistert.de, 17. Oktober 2024“
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„L’elisir d’amore“ aus London: Hier landet die Regie einen Volltreffer

CD/Blu-ray-Besprechung:

Donizetti
L’elisir d’amore

Royal Opera House Covent Garden

Laurent Pelly  Regisseur
Sesto Quatrini  Dirigent

Opus Arte OABD7323D

von Peter Sommeregger

Alle Opernfreude kennen es: nicht wenige Aufführungen werden durch die aktuelle Theaterästhetik in einer Weise verfremdet, die das Werk bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Das Vergnügen an der Musik wird dadurch oft beeinträchtigt. „CD/Blu-ray: Donizetti, L’elisir d’amore, Royal Opera House Covent Garden
klassik-begeistert.de, 11. Oktober 2024“
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Daniil Trifonov erzählt von Amerika

CD-Besprechung:

My American Story – North ist eine spannende Reise durch die USA, mit Werken von Green/Tatum, Gershwin, Copland, Young/Evans, Adams, Corigliano, Grusin, Newman, Bates und Cage.

Daniil Trifonov, Klavier

Deutsche Grammophon, DG 486 5756

von Brian Cooper, Bonn

Wer Daniil Trifonov schon mal live mit Gershwins Klavierkonzert erlebt hat, freut sich sicher auf das Album My American Story – North, dessen Titel erahnen lässt, dass es auch eine Folge South geben wird. Zu Beginn dieses Monats erscheint zunächst die Doppel-CD mit Werken US-amerikanischer Komponisten.

Trifonov beweist mit diesem Album einmal mehr, dass er ein sehr breites Repertoire hat. Natürlich hört man ihn gern mit Rachmaninoff und Tschaikowski, aber er ist eben nicht nur in russischen Werken zuhause, sondern auch in jenen seiner Wahlheimat USA, wo er seit 2009 lebt. „CD-Besprechung: Daniil Trifonov, Klavier, My American Story – North
klassik-begeistert.de, 5. Oktober 2024“
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