Ladas Klassikwelt 6 / 2019: Wenn Kaffeetasse und Kaffeemühle zusammentanzen...

Fotos: Cracovia Danza © Ilja van de Paver
Ich schaue sehr gerne das „Kaffeeballett“ live oder auf Youtube an, besonders in der dunklen Jahreszeit, wenn man mehr Kaffee trinkt. Egal wie grau und traurig es draußen ist, lache ich herzlich, wenn ich Kaffeetassen, -mühle, -kanne, -bohnen, Zuckerdose und andere lustige Charaktere im gemeinsamen Tanz zu der wunderschönen Bach-Musik auf der Bühne sehe.

von Jolanta Lada-Zielke

Die Geschichte der Erscheinung des Kaffees in Europa fing 1683 an. Nach der erfolgreichen Schlacht gegen die Türken am Kahlenberg (heute Wien), wobei der polnische König Jan III. Sobieski dem österreichischen Kaiser half, hinterließen die Osmanen auf dem Feld etwa 500 Säcke voller Kaffeebohnen. Die Bewohner von Wien dachten zuerst, es sei ein Futter für Kamele und wollten sie in die Donau schütten. Der österreichische Soldat Georg Franz Kolschitzky, der als Spion vielmals in der Türkei unterwegs gewesen war, wusste genau, was man mit der verlassenen Ware anfangen kann. Das erste Café in Istanbul war bereits 1554 gegründet worden. Kolschitzky verlangte, dass man ihm die Bohnen als Belohnung für seine Dienste herausgebe. Kurz danach eröffnete er das erste Kaffeehaus in Wien und belehrte die Bürger, wie man das Getränk zubereiten solle. Das Osmanische Imperium war untergegangen, der türkische Kaffee eroberte aber nach und nach ganz Europa. „Ladas Klassikwelt 6 / 2019
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Posers Klassikwelt 3/2019: Wie kommt man eigentlich zur klassischen Musik?

Pavarottis „La rivedrà nell’estasi” schaffte dann, was Elternhaus und Schule 26 Jahre vergeblich versucht hatten. Another classic-nerd was born! Zuerst nur Verdi, dann nur Puccini und Pavarotti, und ab irgendwann nur Wagner, Wagner und Wagner. Und Strauß! Ach ja: Bach und Händel in geringen Dosen auch noch.

von Ulrich Poser

… die einen sicherlich durch ihre Erziehung. Die Eltern weisen den Nachwuchs belehrend mit erhobenem Zeigefinger turnusmäßig auf vermeintliche Meisterwerke hin und hoffen auf einen positiven Erziehungseffekt. Das kann jedoch gründlich in die Hose gehen. Was die eigenen Eltern als Meisterwerk bezeichnen, kann den Sprößlingen mächtig auf die Nerven fallen. So geschehen in etlichen Sitzungen beim Urheber dieser Zeilen in den 1960er und 1970er Jahren mit Mozart und Operetten. Dem Herrn sei Dank, dass er seinerzeit nicht mit Wagner, Strauss oder Bach gequält wurde.

Die anderen kommen durch ihre schulische Ausbildung zur klassischen Musik. Früher kannte man das und nannte es Musikunterricht; der ist in der heutigen Internet- und Helikopterelternzeit leider weitgehend flächendeckend abgeschafft.

Empirischer Einschub: Wird man zu früh eingeschult, hat durchwegs nur Blödsinn im Kopf und ist darüber hinaus unfähigen Pädagogen hilflos ausgesetzt, nutzt auch der beste Musikunterricht nichts. Selbst wenn er sechs Jahre oder länger dauert.

Schließlich kann man zur klassischen Musik kommen, wenn man die Liebe dazu einfach im Blut hat und irgendein Zufall als Auslöser fungiert. 1988, ich erinnere mich genau, wurde im Hause Poser der erste CD-Player angeschafft. Ein schönes schwarzes Gerät der Firma Yamaha mit roter LED-Anzeige. Kurz darauf erfolgte der erste Gang zu Zittelmanns Musicland in Erlangen – ein übergut bestückter Schallplatten- und CD-Laden mit einer gewaltigen Klassikauswahl.

Wegen des „super Sounds ohne Knistern“ musste es als erstes eine Klassik-CD sein; ja, sogar Oper. Aber was? Mozart, Rossini und Operetten schieden wegen der frühkindlichen Schädigungen von vornherein aus. Wagner? Auf keinen Fall. Man sagt, zu schwer und zu viel Gekreische.
Rigoletto? Nö, zu abgedroschen.

Ah: „Un Ballo in Mascera“ klingt interessant. Zwar sagen einem die Namen auf dem Cover – Solti und Pavarotti – rein gar nichts; die Aufnahme wurde aber gekauft. Weil sie voll-digital (DDD) war.

Pavarottis „La rivedrà nell’estasi” schaffte dann, was Elternhaus und Schule 26 Jahre vergeblich versucht hatten. Another classic-nerd was born! Zuerst nur Verdi, dann nur Puccini und Pavarotti, und ab irgendwann nur Wagner, Wagner und Wagner. Und Strauß! Ach ja: Bach und Händel in geringen Dosen auch noch.

Ulrich Poser, 10. November 2019, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

 

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Der Franke Ulrich Poser, Jahrgang 1962, lebt in Hamburg und bezeichnet sich selbst als „musikverrückt“; im Laufe der Jahre hat er sich eine formidable Schallplatten- und CD-Sammlung mit einigen tausend Sammlerstücken zugelegt, die zum Bedauern seiner Ehefrau nahezu täglich erweitert wird. Im Symphonischen Chor Hamburg (als Bass) und in einer Rockband (als Sänger, Gitarrist und Keyboarder) ist Ulrich Poser darüber hinaus selbst als aktiver Musiker unterwegs.
Ulrich ist seit 1996 als Rechtsanwalt zugelassen und seit 2009 Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht. Er ist Geschäftsführer der Veranstaltungsrechtskanzlei Poser und Inhaber der auf die Veranstaltungsbranche spezialisierten Seminarfirma Poser-Seminare sowie Vorsitzender und Justiziar des Berufsverbandes Der Veranstaltungsberater e.V.
Der ausgesprochene Wagnernarr besucht seit 1988 nahezu jedes Jahr den Grünen Hügel in Bayreuth.

Lieses Klassikwelt 7 / 2019: Kritiker

Noch weniger verstehe ich die Prioritäten in der heutigen Opernkritik. Da lese ich meist ellenlange Abhandlungen über die noch so blödsinnigste Inszenierung … und über die Interpreten und die musikalische Ausführung nur wenige Sätze. Die Zeiten, in denen Kritiker zu beneiden waren, weil wir beispielsweise problemlos Pressekarten für die Bayreuther Festspiele bekamen, auf die andere Jahrzehnte lang vergeblich warten mussten, sind unterdessen vorbei. Zunehmend vertrödeln wir unsere Zeit mit miserablen Produktionen und beneiden heimlich die Zuschauer, die zwanglos jederzeit einen Flop vorzeitig verlassen können.

von Kirsten Liese

„Es gehört zu meinen Pflichten, Schönes zu vernichten als Musikkritiker“, so beginnt eines der bissigsten Lieder des grandiosen Humoristen Georg Kreisler. Köstlich,  freilich überspitzt, nimmt der Österreicher da meinen Berufsstand aufs Korn. Ich fühle mich dadurch nicht beleidigt,  im Gegenteil: Der geniale Sergiu Celibidache hat mich gelehrt, dass Kritiker oft armselige Gestalten sind, weil sie nichts von der Musik begreifen, sich nicht in sie versenken, sie nicht erleben können, mithin auch den klanglichen Reichtum in einer im breiten Tempo wiedergegebenen Sinfonie von Bruckner oder Tschaikowsky nicht ermessen können, weshalb sie langsame Tempi verteufeln. Für ihn waren Kritiker folglich „Nullitäten“. Und ich muss bekennen: Bevor ich anfing, mich mit Celi zu beschäftigen, wusste ich auch nicht darum. „Lieses Klassikwelt 7 / 2019
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Sommereggers Klassikwelt  8/2019: Der schwere Gang aufs Podium

Nicht jedem ist es gegeben, wie der über 90-jährige Herbert Blomstedt mit Elan und Schwung das Podium anzusteuern und nach wie vor stehend zu dirigieren. Beim letzten Konzert des großen Bernhard Haitink in der Philharmonie Berlin stieß der betagte Pultstar so deutlich an die Grenzen seiner physischen Belastbarkeit, dass man seinen Rückzug vom Konzertbetrieb wenig später gut nachvollziehen konnte.

von Peter Sommeregger

Ein festes Ritual in den Konzertsälen der Welt besteht darin, dass Dirigenten und Solisten eines Konzertes während des Applauses das Podium und den Saal verlassen, um erst bei anhaltendem Beifall zu weiteren Verbeugungen zurückzukehren. Dieser Vorgang kann sich bei großer Begeisterung des Publikums einige Male wiederholen. „Sommereggers Klassikwelt 8/2019
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Ritterbands Klassikwelt 4/2019: Mozarts Humor

Der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis schreibt: „Mozarts Humor ist Punk-Humor“ – was von vielen Mozart-Verehrern nicht wirklich wahrgenommen werde.

von Charles E. Ritterband

Mozarts Humor hatte viele Nuancen: Kindisch (etwa der vierstimmige Kanon „Bona nox! Bist a rechta Ox“ KV 561), mal maliziös, mal selbstironisch. Der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis schreibt: „Mozarts Humor ist Punk-Humor“ – was von vielen Mozart-Verehrern nicht wirklich wahrgenommen werde. Mozarts Verhalten sei immer exzentrisch gewesen. Die berühmten Bäsle-Briefe („allerliebstes bäsle häsle“) beispielsweise enthalten groben Schabernack und Nonsens bis hin zu derben Fäkalscherzen. „Ritterbands Klassikwelt 4/2019
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Ladas Klassikwelt 5 / 2019: „Ich verstehe unsere Aufgabe als Chorsänger, die Wahrheit unter die Leute zu tragen“

Foto: Barbara Baier © Martin Bursch

Interview mit der Sopranistin und Chorleiterin Barbara Baier

Hallo, liebe Klassik-begeistert-Leser!

Ich habe für Euch ein Gespräch mit Barbara Baier, in Bayreuth geborener Opernsängerin und Gesangspädagogin sowie Leiterin des Chores „Zamir“, geführt. Sie absolvierte ein Gesangsstudium an der Folkwang-Hochschule in Essen, trat als Solistin auf vielen deutschen Bühnen auf, auch in Dortmund, Wuppertal, Bremen und Bayreuth. Etliche Gastverträge hatte sie in Helsinki, St. Moritz, Wien und New York, Jerusalem, Haifa, Kepno, Chisinau, Lemberg. Barbara Baier unterrichtete Gesang an der städtischen Musikschule in Kulmbach – seit 2004 lehrt sie an der Universität in Bayreuth. Viele ihrer Schülerinnen und Schüler waren Preisträger bei „Jugend musiziert“.

von Jolanta Lada-Zielke

Wie war Ihr Weg von der Opernsängerin zur Chorleiterin?

Ich habe eine Gesangsausbildung in der Musikhochschule in Essen absolviert, aber auch noch privat gelernt. Dann bin ich ins Engagement an die Oper in Hagen als Soubrette gegangen, und anschließend nach Dortmund. Ich war freiberuflich tätig als ich mit meinen zwei Kindern nach Bayreuth zurückgekommen bin. Ich wollte kein festes Engagement mehr haben, weil das sehr schwierig ist, wenn ein Kind krank wäre und man auf der Bühne stehen muss. Meine Familie war mir wichtiger. Aber trotz allem habe ich als Solistin nicht aufgehört, und auch heute bin sehr viel unterwegs. Es ist ein großes Glück, dass ich beruflich tun darf und kann, was mir Spaß macht. „Ladas Klassikwelt 5/2019
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Lieses Klassikwelt 6/2019: Eine Lanze für die Kammermusik

„Meine schönsten Erinnerungen reichen in meine Studienzeit zurück. Den Hymnus von Julius Klengel spielten wir nicht, aber dafür die wunderschöne Bachianas Brasileiras Nr. 5 von Heitor Villa-Lobos für acht Celli und Sopran. Der ganze Raum fing da an zu schwingen, man fühlte sich ungemein beseelt.“

von Kirsten Liese

Die Kammermusik liegt im Sterben, sagte Dietrich Fischer-Dieskau in meinem letzten Interview mit ihm wenige Jahre vor seinem Tod. Sein Pessimismus deckte sich mit meinen Eindrücken, gestaltete es sich doch schon damals zunehmend schwieriger, andere Streicher zu finden, mit denen man Streichquar-, quin- oder -sextette spielen konnte. „Lieses Klassikwelt 6/2019
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Sommereggers Klassikwelt 7/2019: Der Friedhof der verschwundenen Primadonnen

Eine der ganz großen ihrer Zunft war zweifellos Mathilde Mallinger (1847-1920) , die 1868 in der Münchner Uraufführung von Richard Wagners “Die Meistersinger von Nürnberg“ die Rolle der Eva kreierte. Später wurde sie der Star der Berliner Hofoper, an der sie ein breites Repertoire verkörperte. Ein zerbrochenes Fragment ihrer Grabstele ist erhalten, befindet sich aber nicht mehr am originalen Standort.

von Peter Sommeregger

Der Bau der Berliner Mauer 1961 hat nicht nur unendliches Leid über viele Menschen der geteilten Stadt gebracht, er hat auch in vielen Bereichen wertvolle kulturgeschichtliche Substanz zerstört. Ein trauriges Beispiel dafür ist der St. Hedwigs-Friedhof an der Liesenstraße, welche die Bezirke Mitte und Wedding trennt. Dadurch wurde die Friedhofsmauer automatisch zur Grenzlinie. Sie wurde abgerissen, und ein breiter Streifen des Geländes eingeebnet. Dieser Aktion fielen unzählige historische Grabmale zum Opfer, einige wenige Steine konnten in den hinteren, weiter bestehenden Teil des Friedhofs gerettet werden, der Großteil aber wurde vernichtet, oder ist seither verschollen. „Sommereggers Klassikwelt 7/2019,
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Ladas Klassikwelt 4/2019: Alma und Gustav Mahler in malerischer und sakraler Umgebung – Reflexionen nach einer Frankreich-Chorkonzertreise

Die Musik im allgemeinen Sinne ist immer ein SACRUM –
wenn man sie gut macht.

von Jolanta Lada-Zielke

Der Carl-Philipp-Emanuel-Bach Chor aus Hamburg war vom 17. bis zum 20. Oktober 2019 in Frankreich, wo er zwei a-capella Konzerte gab: in der Kirche St. Eustache in Paris und in der Kathedrale in Chartres. Beide wurden von Hansjörg Albrecht geleitet, der noch zwei Orgelstücke dazu vorspielte: Die „Fantasie und Fuge g-Moll“  von Johann Sebastian Bach und  „Fantaisie op.1 pour orgue“ von Jean Guillou, französischer Komponist, Organist und Pianist, der im Januar 2019 gestorben ist.

Beide Kirchen sind Traumkonzerträume, besonders für die Chorauftritte. In unserem Repertoire  befanden sich vielstimmige a-cappella Lieder von Alma und Gustav Mahler in der Chortranskription von Clytus Gottwald (1) sowie die Bach-Motette „Jesu, meine Freude“.; „Was machte das Barockstück in solcher spätromantischen Gesellschaft?“ könnte man fragen. Es gibt zumindest zwei gemeinsame Eigenschaften für das alte Werk und die Stücke aus dem fin de siécle.  Die erste ist die Mehrstimmigkeit (polyphon sowie homophon), die zweite ist die Rhetorik. Eine Liebesklage, ein Wandermotiv, ein breiter Weg in Mahlers Liedern – das alles wurde auch musikalisch so gezeigt wie das Barockkomponisten machten. Und es gibt noch ein Thema, das alle Werke verbindet: die Liebe. In dem Bach-Werk ist das eine unendliche Liebe zu Jesus, bei beiden Mahlers die Liebe zu anderen Menschen. Vielleicht auch zu einander, obwohl diese Beziehung nicht einfach war. „Ladas Klassikwelt 4/2019 klassik-begeistert.de“ weiterlesen

Posers Klassikwelt 2/2019: Wer oder was Poser (nicht) gefällt

Was Poser überhaupt nicht nachvollziehen kann: Wenn jemand sagt, „die Musik von Richard Wagner ist mir zu schwer“ oder „Beim Autofahren kann ich keinen Wagner hören“ oder „Wagneropern sind mir zu lang“.

Posers Klassikwelt 2/2019: Heute unter der Unterrubrik Poser macht`s kurz und knapp: „Posers Klassikwelt 2/2019
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