Schweitzers Klassikwelt 166: Muss die Gilda in der Blüte ihres Lebens so tragisch enden?

Rigoletto, Tosca, Madama Butterfly reloaded

Würde es nicht genügen, wenn Rigoletto für seine Tochter, die nach dem Tod des Herzogs herzzerreißend weint, ein Mitgefühl bekommt? Der ursprüngliche Titel der Oper, der zensuriert wurde, hieß „La maledizione“ (Der Fluch). Aber obwohl der Operntitel, wie bei so vielen Opern, einen Personennamen trägt, bleibt der Fluch im Mittelpunkt der Handlung und somit ist der besonders tragische Schluss unabwendbar. „Schweitzers Klassikwelt 166: Muss die Gilda so tragisch enden?
klassik-begeistert.de, 23. Juni 2026“
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Rudis Klassikwelt 10: Der Philosoph Konrad Paul Liessmann spricht über Bergs “Wozzeck”

Die Reihe „Oper und Philosophie“ mit Konrad Paul Liessmann (re.) wird von Ö1 Opern-Redakteur Michael Blees (li.) produziert. © ORF/Joseph Schimmer

In der Reihe “Apropos Oper” des ORF-Senders Ö1 gestaltet Konrad Paul Liessmann vier Sendungen unter dem Motto “Oper und Philosophie”, jeweils am ersten Sonntag des Monats. Liessmann, Philosoph und Opernliebhaber, bringt den philosophischen Kern der großen Opern zur Sprache, untersucht aber auch den Einfluss der Kunstgattung Oper auf das Denken so mancher großen Philosophen. In der jüngsten Sendung vom 3. Mai 2026 erforscht Liessmann den tiefen Humanismus von Alban Bergs “Wozzeck”, die eindeutige Stellungnahme für die Geknechteten und Verachteten dieser Welt.

 Oper und Philosophie
Der Geist des Musiktheaters am Fallbeispiel von Alban Bergs “Wozzeck”

 Sonntag, 7. Juni 2026, 15h05, ORF, Ö1

https://oe1.orf.at/programm/20260607/834773/Oper-und-Philosophie

Musikbeispiele: Studioaufnahme aus dem Jahr 1966/67, mit Walter Berry als Wozzeck,  Isabel Strauss als Marie, Fritz Uhl als Tambourmajor, Karl Dönch als Doktor, Albert Weikenmeier als Hauptmann und Ingeborg Lasser als Margret. Ochester und Chor der Opéra de Paris, Leitung: Pierre Boulez.

von Dr. Rudi Frühwirth

Anmerkung: Originalzitate von Liessmann sind kursiv gesetzt.

“Diese Musik leidet nicht im Menschen, hat nicht Teil an seiner Handlung und seiner Regung selber, sie leidet über ihm. Darum nur vermag sie wie die alten Passionsmusiken jeden Affekt darzustellen…Wozzeck, das ist das erste Modell der Musik eines realen Humanismus.” Mit diesen Worten begann Konrad Paul Liessmann seine erhellenden Ausführungen über Alban Bergs revolutionäre Oper “Wozzeck”, uraufgeführt am am 14. Dezember 1925 an der Staatsoper Berlin unter der Leitung von Erich Kleiber. Eine Musik des realen Humanismus – so beschrieb Theodor W. Adorno, der bei Berg Komposition studiert hatte, die Oper. Liessmann hatte die Musik der Zweiten Wiener Schule zunächst durch das Studium von Adornos Texten kennengelernt und hörte und sah die Oper erst in Wien im Jahr 1982, in einer der letzten Vorstellungen der legendären Inszenierung von Oscar Fritz Schuh, mit Walter Berry in der Titelrolle.

„Rudis Klassikwelt 10: Konrad Paul Liessmann spricht über “Wozzeck”
klassik-begeistert.de, 10. Juni 2026“
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Auf den Punkt 98: Oper lebt nicht nur von guten Stimmen

Carmen Giannattasio und Jonathan Tetelman © Bettina Stöß

von Jörn Schmidt

Andreas Schmidt ist der Herausgeber von klassik-begeistert. Demnächst feiert klassik-begeistert Geburtstag. Lieber Andreas, Dein Blog, der Jubilar, – ach was: Dein Baby, Dein Lebenswerk  – wird 10 Jahre alt und ist die Nr.  1 der Klassik-Blogs der DACH-Region  (Google-Ranking). Das habe ich mit 5 Artikeln gefeiert, die hier ab Mittwoch, 17. Juni 2026, zum Jubiläum erscheinen werden.

Ich bin glücklich, dass Du mich vor gar nicht so langer Zeit überredet hast, Teil der klassik-begeistert-Familie zu werden. Auch Du feierst Deine Autoren jeden Tag. Staatstragend wird es, wenn jemand den 100. Beitrag veröffentlicht hat. Das gibt eine dicke öffentliche Belobigung – nur mir hast Du für Folge 100 ein allen zugängliches Disziplinarverfahren angedroht. Ich habe schon überlegt, ob ich mit der nächsten Folge anfange, neu zu nummerieren: 99.1, 99.2, 99.3 und so weiter – so kann ich vielleicht noch Zeit gewinnen …

… dann aber  habe ich gedacht, Angriff ist die beste Verteidigung. Und habe mir überlegt, welches Fehlverhalten mir überhaupt vorzuwerfen ist. Meine typo-Quote ist unauffällig, würde ich sagen. Äußerungsrechtlich abgemahnt wurden meine Artikel auch noch nicht. Geld habe ich ebensowenig  verlangt – nach wie vor ist meine Schreibe pro bono. Wegen Pressekarten nerve ich Dich auch nicht. „Auf den Punkt 98:  Oper lebt nicht nur von guten Stimmen
klassik-begeistert, 10. Juni 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 165: Auf Wiederhören! Von der Sommerarena zur Wiener Staatsoper

Sommerarena © Bühne Baden

Von der Sommerarena Baden …zur Staatsoper Wien
Wiener Staatsoper © Christian Oeser

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Bühne Baden – Wiener Staatsoper – Ilia Staple

Beim Durchblättern der vorbildlich handlichen Programmhefte (16 x 12 cm) der Bühne Baden mit Blick auf Operetten von Jacques Offenbach waren wir überrascht als Eurydike von „Orpheus in der Unterwelt“ in der Sommerarena Baden des Jahres 2017 eine seit der Spielzeit 2024/25 gefeierte Comprimaria der Wiener Staatsoper zu finden.

„Schweitzers Klassikwelt 165: Auf Wiederhören!
klassik-begeistert.de, 9. Juni 2026“
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Auf den Punkt 97:  Was hätte Jürgen Kesting dazu gesagt?

Jürgen Kesting bei einem Podiumsgespräch der Salzburger Festspiele 2019, hinter ihm Jochen Kowalski © SF / Marco Borrelli

Der Journalist, Musikkritiker und Fachbuchautor Jürgen Kesting ist vor wenigen Tagen in Hamburg verstorben. Geboren 1940, wurde er mit einer Generation großer Sänger sozialisiert – Maria Callas, Elisabeth Schwarzkopf, Renata Tebaldi, Fritz Wunderlich, Franco Corelli, Luciano Pavarotti. Man nannte die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts daher auch das zweite Goldene Zeitalter der Oper. Kesting nannte man den Stimmpapst, weil er die Sänger verehrte, liebte und kritisierte.

Richard Wagner  Tristan und Isolde

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Omer Meir Wellber Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 7. Juni 2026

von Jörn Schmidt

Ich würde meinen, nicht alle Sänger mochten ihn. Im Nachruf von Dieter David Scholz (nmz) stand, die hätten Kesting dann als „Hals-Nasen-Ohren-Archäologen“ belächelt. Derlei Häme ist die größte Auszeichnung für einen Kritiker – ich schließe damit meine Worte auf den großartigen Kollegen.

„Auf den Punkt 97: Was hätte Jürgen Kesting dazu gesagt?
klassik-begeistert.de, 8. Juni 2026“
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Auf den Punkt 96: Walking in Kiel

John Axelrod © johnaxelrod.com

Walking in Memphis“ ist ein Lied von Marc Cohn aus dem Jahr 1991, eine geniale Mischung aus softem Pop, Blues und Gospel. Cohn wurde von John Axelrod entdeckt, da war der amerikanische Kapellmeister noch Talentscout beim Musikkonzern BMG. Weinhändler war er auch mal, Weinexperte ist er vermutlich immer noch. Der Mann weiß, was gut ist. Weiß man das auch in Kiel?

Giuseppe Verdi    La forza del destino
Die Macht des Schicksals
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi

Libretto von Francesco Maria Piave und Antonio Ghislanzoni

Philharmonisches Orchester Kiel
John Axelrod   Dirigent

Opernhaus Kiel, 6. Juni 2026

von Jörn Schmidt

Es ist gar nicht so lange her, da wollte das Kieler Opernhaus mit Generalmusikdirektor (GMD) Gabriel Feltz in eine neue Ära starten. Lesen Sie dazu hier bei klassik-begeistert mein Interview mit Gabriel Feltz und Generalintendant Daniel Karasek. Leider können Sie hier auch meinen Nachruf auf Gabriel Feltz lesen, er starb im August 2025 mit nur 54 Jahren. Seither wird ein Nachfolger gesucht. „Auf den Punkt 96: Walking in Kiel / John Axelrod
Opernhaus Kiel, 6. Juni 2026“
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Auf den Punkt 95: Come as you are, sagt Tobias Kratzer. Bitte nicht, sagt Joe Laschet

Fotos © Joe Laschet

Die Mailänder Scala hat unlängst einen Dresscode eingeführt. Nicht gar zu streng, aber immerhin. An der Hamburgischen Staatsoper dagegen heißt es schnöde come as you are  („Komm, wie du bist“)  – Sie könnten dort gerne mal vom Strand direkt in die Oper rübermachen, ohne Probleme zu bekommen… Wer hat Recht, die Intendanz in Mailand oder Hamburg? Ich habe mich dazu mit Joe Laschet unterhalten, Autor und Blogger rund um das Thema Bekleidungskultur und gutes Benehmen – also der perfekte Gesprächspartner. Und ehe Sie fragen: Ja, Armin Laschet (CDU) ist sein Vater.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Joe Laschet

Als Joe Laschet die Osterfestspiele Baden-Baden 2026 besucht hat –  es gab Lohengrin von Richard Wagner – trug er ein weißes Dinnerjacket und seine Frau ein langes Abendkleid. Und die anderen Zuschauer, wie hielten die es mit der Bekleidungskultur, habe ich gefragt. Ebenfalls gut gekleidet? Ja, war die Antwort. Aber: „Jeans und T-Shirt zuweilen auch dort.“ „Auf den Punkt 95: Come as you are, sagt Tobias Kratzer
klassik-begeistert.de, 6. Juni 2026“
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Klein beleuchtet kurz 74: Zweimal Daniele Gatti und nie wieder

Verdi Requiem mit Eleonora Buratto, Elīna Garanča, Benjamin Bernheim, Riccardo Zanellato; Foto Patrik Klein

 Ein Doppelkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden in der ausverkauften Elbphilharmonie Hamburg wurde unter dem Dirigat von Daniele Gatti zum Stresstest der Langeweile – mein Fazit: ich werde künftig einen Bogen um seine Dirigate machen – sorry.

Sächsische Staatskapelle Dresden
Dirigent: Daniele Gatti

Elbphilharmonie, 2./3. Juni 2026

von Patrik Klein

Bereits letztes Jahr in Bayreuth bei den Meistersingern von Nürnberg kam nicht nur mir ein Schub erheblicher Zweifel angesichts des flauen Dirigats, das auf dem Grünen Hügel mit vielen Buhs im Publikum goutiert wurde. Damals tat ich das ab als, naja so schlimm war es nun doch nicht. Man hatte sich an den großen Stimmen, vor allem an der des neuen Stolzings Michael Spyres  genüsslich hören können. „Klein beleuchtet kurz 74: Daniele Gatti
Elbphilharmonie, 2./3. Juni 2026“
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Auf den Punkt 94: Der große PR-Text-Realitäts-Check

Frank Peter Zimmermann © Irène Zandel

Tōru Takemitsu   How Slow the Wind
Ludwig van Beethoven   Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
César Franck    Sinfonie d-Moll FWV 48

NDR Elbphilharmonie Orchester
Kazuki Yamada   Dirigent

Frank Peter Zimmermann   Violine

Elbphilharmonie, Großer Saal, 4. Juni 2026

von Jörn Schmidt

Mit manchen Texten, die PR-Agenturen zu Programmheften beisteuern, tue ich mich schwer. Manchmal ist der Text nichtssagend, dann wieder wurde für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Daran habe ich mich bereits zwei Mal in meiner Kolumne abgearbeitet (Folgen 41 und 84, wenn es Sie interessiert). Hinter den Kulissen gab’s da flugs Feedback, das Thema hat emotionalisiert. Heute daher eine neue Folge zum Thema.

„Auf den Punkt 94:  Der große PR-Text-Realitäts-Check
Elbphilharmonie, Großer Saal, 4. Juni 2026“
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Auf den Punkt 93: Liebes Mitglied des […] Orchesters!

Foto: de.wikipedia.org Richard Strauss (1864–1949), German composer, silhouette by Hans Schließmann

von Jörn Schmidt

Sie lesen meine Kolumne. Das freut und ehrt mich und zeigt zugleich, dass Sie Selbstreflexion betreiben. Uns verbindet die Liebe zur Musik, doch neulich ist Ihnen die Hutschnur geplatzt. Nach der Lektüre einer Folge meiner Kolumne haben Sie meinem Herausgeber per E-Mail mitgeteilt, dass Ihnen der Tonfall meiner Glosse übelst aufgestoßen sei. Weil Andreas Schmidt, der Herausgeber von klassik-begeistert, es mit dem Quellenschutz ernst nimmt und mir aus diesem Grund Ihren Namen nicht offenlegt, schreibe ich Ihnen auf diesem Wege.

 Was war passiert? Ich habe mich in beanstandeter Folge an dem Dirigat von Maestro [….] abgearbeitet. Für mich fehlten seiner Anleitung Ihres Orchesters Struktur und Groove. Nach meiner Wahrnehmung wurde das, was an Akzenten fehlte, dem unbedingten Schönklang geopfert. „Auf den Punkt 93: Liebes Mitglied des […] Orchesters!
klassik-begeistert.de, 28. Mai 2026“
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