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Wie schwelgten wir, wenn Helden– oder Bassbaritone nach den gesprochenen Worten des Pizarro in Beethovens „Fidelio“ mit „Ha, welch ein Augenblick!“ mit ihren voluminösen, tragenden Stimmen ihre Arie begannen! Das unheimlich rezitierte „Morden!“ verlor an Ekel. Die Stimmlage des Baritons kommt meistens durch Wärme bzw. Wohlklang zum Tragen.
von Lothar und Sylvia Schweitzer
Es gab einmal einen Schergen eines Gewaltsystems, der wundervoll auf dem Klavier Beethoven-Sonaten spielte.
Da trat bei unserem letzten „Fidelio“ als Gouverneur des Staatsgefängnisses ein Sänger auf, dessen Sprechstimme eher auf einen Charaktertenor schließen ließ. Sein an sich höchstens durchschnittlicher Charakterbariton klang furchterregend. Wir assoziierten ihn mit einem Propagandaleiter des NS-Regimes. Es war der beeindruckendste, obwohl kein schönstimmiger Pizarro, den wir je gehört hatten. „Schweitzers Klassikwelt 161: Sympathie oder Abneigung
klassik-begeistert.de, 14. April 2026“ weiterlesen