Klein beleuchtet kurz 72: Monteverdis L’Orfeo entzückt das Publikum in der Elphi

Schlussapplaus mit Ensemble bei Monteverdis L’Orfeo; Foto: Patrik Klein

Einer der Höhepunkte der laufenden Saison bringt am Ende das Publikum in einen wahren Ausbruch der Zustimmung – eine der ersten Opern der Musikgeschichte in berauschender musikalischer Qualität – nur so kommt der feine Klang des besten Konzertsaals der Welt zu wahrer Geltung.

Claudio Monteverdi
L’Orfeo / Favola in musica

Cappella Mediterranea

Chœur de Chambre de Namur

Dirigent: Leonardo García Alarcón

Elbphilharmonie Hamburg, 28. April 2026

von Patrik Klein

Wer hätte das gedacht, dass man beseelt und mit Glücksgefühlen das Haus verlässt, eine der ersten Opernaufführungen der Geschichte in außerordentlicher musikalischer Qualität gerade erlebt zu haben? – sensationell!

Claudio Monteverdis L’Orfeo (Uraufführung 1607 in Mantua) gilt als der erste große Meilenstein und das erste vollendete Meisterwerk der Operngeschichte. „Klein beleuchtet kurz 72: Monteverdis L’Orfeo
Elbphilharmonie, 28. April 2026“
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Klein beleuchtet kurz 71: Das Wesen der Geschlechter hat noch immer viele „Kratzer“

Frauenliebe und -leben, Szene aus Schumanns Acht Liedern © Erik Berg

„Frauenliebe und -sterben“ – Drei Operneinakter von Robert Schumann, Béla Bartók und Alexander Zemlinsky

Drei Meisterwerke – zwei Jahrhunderte – eine Erzählung

Der Intendant der Hamburgischen Staatsoper Tobias Kratzer wagt sich an die selten zu hörenden Acht Lieder „Frauenliebe und -leben“ von Robert Schumann und an die bereits in 2024 in Oslo von ihm realisierte Kombination mit „Herzog Blaubarts Burg“ von Béla Bartók und „Eine florentinische Tragödie“ von Alexander Zemlinsky – und stellte die Frage nach den Unterschieden der Begierden und der Rolle des Mannes über die Generationen hinweg.

Hamburgische Staatsoper, Premiere am 12. April 2026

von Patrik Klein

Nach dem erfolgreichen Beginn der aktuellen Saison mit Schumanns „Das Paradies und die Peri“, ebenfalls inszeniert vom neuen Intendanten Tobias Kratzer, knüpfte die gestrige Premiere der Übernahme aus Oslo aus 2024 an dieses Ereignis nahtlos an. „Klein beleuchtet kurz 71: Das Wesen der Geschlechter hat noch immer viele „Kratzer“
Hamburgische Staatsoper, 12. April 2026 PREMIERE“
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Klein beleuchtet kurz 70: Wenn die Türen zu sind, ist SCHICHT IM SCHACHT

Elbphilharmonie, James Gaffigan, Schlussapplaus © Patrik Klein

Das sollte man mal in Bayreuth versuchen – wenn die Türen zu sind, ist „SCHICHT IM SCHACHT“.

NDR Elbphilharmonie Orchester 

Lawrence Power  Viola
James Gaffigan   Dirigent

Elbphilharmonie, 22. März 2026

von Patrik Klein

Was man nicht alles erleben kann nach über 9 Jahren Elphi mit mittlerweile unzähligen Konzerten: Es ging bereits los, als der wunderbare Dirigent sein Podium betrat und den Taktstock zu Strauss’ Macbeth Tondichtung schwingen wollte – 2 Zuspätkommer erhielten noch Zutritt und rumpelten sich lautstark in die erste Reihe Mitte direkt hinter den Maestro – mit einem Lächeln verzögerte er den Konzertbeginn um gefühlte Minuten – wer um alles in der Welt trifft an der Türe diese Entscheidung?

Wenig später dann schwebt plötzlich aus über 30 Metern Höhe ein Inlayzettel des Programmheftes in den Rücken der Orchestermusiker und landete auf der Aufhängung der riesigen Gongs!!!
„Klein beleuchtet kurz 70: NDR Elbphilharmonie Orchester, James Gaffigan
Elbphilharmonie, 22. März 2026“
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Klein beleuchtet kurz 69: Wann tun Sie endlich etwas dagegen, Herr Lieben-Seutter?

London Philharmonic Orchestra, Karina Canellakis – Foto: Patrik Klein

Wenn die Insassen von acht Reisebussen das London Philharmonic Orchestra zersägen.

London Philharmonic Orchestra

Alexander Malofeev, Klavier
Karina Canellakis,Dirigentin

von Patrik Klein

Nach vier kulturlosen Wochen in den Tropen war man ausgehungert nach Musik, nach klassischer Musik, ja nach berührender Musik.

Und eigentlich darf man sicher sein, dass wenn man ein Ticket für das London Philharmonic Orchestra hat, dass es gut wird – manchmal sogar sehr gut – gelegentlich sogar exzellent.

Gestern Abend war es anders. Es kann jedoch auch sein, dass mir der Hörgenuss durch das ungehörige Publikum dermaßen verhagelt wurde, dass ich die Feinheiten überhörte, nicht wahrnahm, sondern einfach nur genervt war. „London Philharmonic Orchestra, Alexander Malofeev, Klavier, Klein beleuchtet kurz 69
Elbphilharmonie, 25. Februar 2026“
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Klein beleuchtet kurz 68: Puccinis Madama Butterfly erscheint am Volkstheater Rostock in neuem Gewand

Madama Butterfly Volkstheater Rostock 1. Akt © Thomas Ulrich

Die Sat.1 Doku-Soap „Hochzeit auf den ersten Blick“ stand Pate für eine mit neuen Sichtweisen gespickte Version des Werkes vom Komponisten aus Lucca – Klassik und Moderne müssen sich nicht unbedingt zu Gegensätzen offenbaren – ein Abend in Rostock voller Emotionen, ironischer Unterhaltung, Dramen und vor allem musikalischen Höhepunkten.

von Patrik Klein

Puccinis Meisterwerk Madama Butterfly zählt sicher zu den am häufigsten gespielten Werken des gesamten Opernrepertoires.

Der Komponist setzte sich in dem 1904 uraufgeführten Werk mit dem Verhältnis zwischen den kapitalistischen westlichen Staaten, vertreten durch die Vereinigten Staaten, und einem exotisch-verklärten Traditionsland aus dem fernen Osten auseinander. „Klein beleuchtet kurz 68: Puccinis Madama Butterfly
Oper Rostock, 19. Dezember 2025“
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Klein beleuchtet kurz 67: Manchmal ist die Hamburger Musikwelt so klein und fein wie ein Bonsai

Ewa Płonka als Floria Tosca an der Hamburgischen Staatsoper; Foto Patrik Klein

Vom Gästedienst im KomponistenQuartier Hamburg in die Elbphilharmonie und in die Hamburgische Staatsoper kann der Weg manchmal so kurz sein – Zufälle gibt es, die keine Zufälle sein können – oder?

von Patrik Klein

Aber ganz langsam und von Anfang an: Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Adolf Hasse, Fanny Hensel, Felix Mendelssohn, Johannes Brahms und Gustav Mahler sind Hamburgs Berühmtheiten, die die Musik der Stadt maßgeblich geprägt haben. Sie sind in Hamburg geboren oder haben hier jahrelang musikalisch gewirkt – oder beides.

In der Peterstrasse steht ein aufregendes Museum, das KomponistenQuartier Hamburg, das das musikalische Erbe der Komponisten in höchst spannender, interaktiver Präsentationsweise seit mehr als 10 Jahren pflegt. „Klein beleuchtet kurz 67: Manchmal ist die Hamburger Musikwelt so klein…
klassik-begeistert.de, 30. November 2025“
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Klein beleuchtet kurz 66: Bass-Bariton Oliver Zwarg verleiht Liedern aus dem 19. und 20. Jahrhundert neuen Glanz

Oliver Zwarg und Joseph Breinl in Syke; Foto Patrik Klein

Gemeinsam mit dem Pianisten und Professor für Liedgestaltung Joseph Breinl interpretiert er in dem beschaulichen Städtchen Syke nahe bei Bremen Loewe Balladen, Schubert Lieder und Ralph Vaughan Williams Zyklus „Songs of Travel“ unter dem Motto „Männer und Mythen“

Konzertsaal der Kreissparkasse in Syke, 21. November 2025

von Patrik Klein

Man kennt ihn als singenden Charakterschauspieler dramatischer Figuren aus der Welt der Oper, der an fast allen wichtigen europäischen Opernhäusern, wie den Festspielen von Salzburg, Edinburgh und den Wiener Festwochen gastierte.

Der Bass-Bariton Oliver Zwarg glänzte zuletzt als Kasper im Freischütz auf der Bregenzer Seebühne oder reüssierte als Titelheld in Alban Bergs Wozzeck am Staatstheater Darmstadt. Für diese Rolle wurde er sogar als Sänger des Jahres von der Zeitschrift „Opernwelt“ nominiert. Zudem bekleidet er seit drei Semestern eine Professur als Gesangslehrer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. „Klein beleuchtet kurz 66: Bass-Bariton Oliver Zwarg
Konzertsaal der Kreissparkasse in Syke, 21. November 2025“
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Klein beleuchtet kurz 65: Glinkas „Ruslan und Ljudmila“ enttäuschen an der Hamburgischen Staatsoper

Regieteam und Ensemble; Foto Patrik Klein

Die Partylaune deckte am Ende viele Unzulänglichkeiten ab!

Ruslan und Ljudmila
Musik von Michail Glinka

Musikalische Leitung: Azim Karimov
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Inszenierung, Bühne und Kostüme: Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka

Video: Janic Bebi
Licht: Bernd Gallasch
Chor: Alice Meregaglia
Dramaturgie: Katinka Deecke, Judith Wiemers

von Patrik Klein

Ich gebe zu, dass ich diese Oper zum ersten Mal auf der Bühne erlebte. So richtig mitgerissen hat mich die Musik jedoch nicht. Flott war sie zwar, besonders die bekannte Ouvertüre, aber die langen drei Stunden eher zäh und nur wenige genüssliche Highlights. „Klein beleuchtet kurz 65: Glinkas „Ruslan und Ljudmila“
Hamburgische Staatsoper, 9. November 2025 PREMIERE“
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Klein beleuchtet kurz 64: Wenn der Pfau tanzt, dann kann die Klarinette nicht weit entfernt sein

Martin Fröst, NDR Elbphilharmonie Orchester; Foto Patrik Klein

Das NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg unter seinem Chefdirigenten Alan Gilbert besticht erneut mit einfallsreichem Programm und atemberaubender Qualität – ein berauschendes Konzert mit einem brillanten Solisten und einem sich in bester Spiellaune befindenden Orchester beendete das vergangene Herbstwochenende.

von Patrik Klein

Man schaut ja als Abonnent manchmal nur auf das Programm, überfliegt es und denkt sich, nun, was wird das schon geben? Den ersten Teil kennt man nicht, den zweiten schon eher, obwohl, hat man die Siebente von Dvořák überhaupt schon mal gehört? Eher selten oder gar nicht. „Klein beleuchtet kurz 64: Wenn der Pfau tanzt…
Elbphilharmonie, 12. Oktober 2025“
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Klein beleuchtet kurz 63: Gern gesehene Gäste von der Insel liefern gleich zweimal in der Elbphilharmonie Top-Leistungen ab

London Symphony Orchestra, Antonio Pappano, Seong-Jin Cho; Foto Patrik Klein

Beinahe in jeder Saison erscheinen sie in Hamburgs Weltklassetempel mit aufregendem Programm, spannenden Solisten und einem Stardirigenten, der Maßstäbe setzt – das London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Antonio Pappano glänzte erneut mit zwei berauschenden Konzertabenden

von Patrik Klein

Man kann es ja nicht oft genug betonen, dass mit einem technisch brillanten Orchester, bei dem die Chemie mit dem Dirigenten stimmt, herausragende Ergebnisse zu erleben sind. An den beiden vergangenen Abenden zählte nur die Musik und nichts anderes als die Musik, die in den Händen des Klangkörpers aufblühte und zu hinreißender Wirkung führte. „Klein beleuchtet kurz 63: Gern gesehene Gäste von der Insel/LSO
Elbphilharmonie, 6./7. Oktober 2025“
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