Riccardo Chaillys reiches Stravinsky-Füllhorn

„Vieles gibt es in dieser Box zu entdecken, und wer wäre ein besserer Führer durch das vielschichtige Œuvre Stravinskys als der charismatische Riccardo Chailly?“

CD-Rezension: Stravinsky Edition.

Riccardo Chailly

Decca 485 1367

von Peter Sommeregger

Die Musikwelt gedenkt 2021 Igor Stravinskys 50. Todestag. Dies lenkt den Fokus einmal mehr auf einen der schillerndsten und ungewöhnlichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der runde Todestag findet natürlich auch ein Echo in der Tonträger-Industrie, neben Neuaufnahmen einzelner Werke erscheinen auch umfangreiche Zusammenstellungen.

Das Label DECCA setzt in diesem Fall ganz auf seinen Star-Dirigenten Riccardo Chailly, der sich tatsächlich während seiner gesamten Aufnahmetätigkeit immer wieder mit dem Werk des russischen Komponisten auseinandergesetzt hat und viel beachtete Aufnahmen seiner Werke vorgelegt hat. Diese Hommage an Stravinsky stellt also zugleich eine solche an den Dirigenten Chailly dar, der sich seit seinem Mailänder Studium immer wieder mit dem Werk des Komponisten beschäftigte. „CD-Rezension: Stravinsky Edition, Riccardo Chailly“ weiterlesen

„Elektra“ light aus Salzburg

Der zwiespältige Eindruck dieser Produktion wird auf der nun vorliegenden DVD noch verstärkt. Warlikowskis Kopfgeburten teilen sich dem Zuschauer nicht mit, der Regisseur vermag es nicht, seine Ideen in optisch fassbare Sequenzen umzusetzen.

Richard Strauss
„Elektra“
Unitel  804308

von Peter Sommeregger

Wenn Klytämnestra, vom eigenen Sohn Orest gemordet, ihr Leben verröchelt, erscheinen auf dem Bühnenhintergrund Blutspritzer, die alsbald von Fliegen bedeckt werden. Das ist optisch vielleicht der stimmigste Moment in Krzysztof Warlikowskis verrätselter Inszenierung von Hofmannsthals und Strauss’ Version der Atriden-Tragödie.

Der polnische Regisseur, berühmt und berüchtigt für seine zumeist kryptischen, vom Sinngehalt des Originals oft allzu weit entfernten Deutungen, bleibt diesmal vergleichsweise zahm, das Stück erkennbar. Vom lauten Zikaden-Gezirpe zu Beginn, gefolgt von einem gesprochenen Text Klytämnestras abgesehen, bekommt das corona-bedingt ausgedünnte Publikum seine Elektra unbeschädigt zu sehen. „DVD-Besprechung, Richard Strauss, „Elektra“ (Unitel  804308)
klassik-begeistert.de“
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Sängerfest mit Schwachstellen

CD-Rezension: Ludwig van Beethoven, „FIDELIO“

Dresdner Philharmonie
Marek Janowski

Pentatone  PTC 5186 880

von Peter Sommeregger

Diese im Juni 2020 entstandene Aufnahme sollte eigentlich als Mitschnitt von öffentlichen Konzerten in der Dresdner Philharmonie stattfinden. Corona hat die Konzerte, nicht aber die Platteneinspielung verhindert. Ein Kuriosum ist nur der Einsatz des Chores. Wurde für die Pizarro-Arie der MDR-Rundfunkchor eingesetzt, so werden die übrigen Chorpassagen vom Sächsischen Staatsopernchor gesungen. In beiden Fällen wurden die Chorsequenzen pandemiebedingt erst nachträglich zugespielt. „CD-Rezension: Ludwig van Beethoven, „FIDELIO“, Dresdner Philharmonie, Marek Janowski“ weiterlesen

Eine "Walküre" aus Sofia erstaunt

„Vielen Häusern könnte man Wagnerstimmen dieser Qualität nur wünschen.“

DVD-Rezension: Richard Wagner, „Die Walküre“

Sofia Opera and Ballet
Pavel Baleff

DYNAMIC  37898

von Peter Sommeregger

Nach einem durchaus achtbaren Rheingold legt Dynamic nun als zweiten Teil des Rings der Oper Sofia Die Walküre vor, aufgenommen live im Jahr 2011. Wieder ist es die originelle Optik dieser Produktion, die bestechen kann. Der Regisseur Plamen Kataloff hat mit dem Bühnen- und Kostümbildner Nikolay Panayotov eine ganz eigene Bildersprache entwickelt, die futuristische Elemente, wie an Raumanzüge erinnernde Kostüme, stark symbolistische Gewandungen und an Raketen erinnernde Fortbewegungsmittel einschließt. Nichts dergleichen hat man zuvor in einer Ring-Inszenierung gesehen, und dankbar muss man die Originalität dieser Produktion anerkennen. „DVD-Rezension: Richard Wagner, „Die Walküre“, Sofia Opera and Ballet“ weiterlesen

Eine weitere Mayr-Ausgrabung

CD-Rezension: Johann Simon Mayr, ELENA

Concerto de Bassus
Franz Hauk

Naxos 8.660462-3

von Peter Sommeregger

Das umfangreiche Schaffen des aus Bayern gebürtigen Komponisten Mayr geriet lange in Vergessenheit, seit einigen Jahren wird es aber Stück um Stück der Vergessenheit entrissen. Wesentlichen Anteil daran hat der Dirigent und Organist Franz Hauk, der sich unermüdlich für Aufführungen und CD-Einspielungen von Opern und Oratorien Mayrs einsetzt. Im Jahr 2003 gründete er den Simon Mayr-Chor, der auch in dieser neuen Einspielung zu hören ist. „CD-Rezension: Johann Simon Mayr, ELENA“ weiterlesen

Wehende Mäntel, rollende Podeste: Pizzis stilisierter „Rinaldo“ in Florenz

„Was passt besser zu Barockmusik als purpurne Mäntel und glänzende Rüstungen, welche die Protagonisten als ihre eigenen Denkmäler erscheinen lassen?“

DVD-Rezension: Georg Friedrich Händel, „Rinaldo“

Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino
Federico Maria Sardelli

DYNAMIC 57896

von Peter Sommeregger

Im September 2020, also noch während der Corona-Beschränkungen, erlebte diese Produktion von Händels Erfolgs-Oper Rinaldo ihre Premiere in Florenz. Es handelt sich um eine Co-Produktion mit dem Teatro La Fenice in Venedig.

Den durch die Pandemie bedingten Auflagen trug man in mehrfacher Beziehung Rechnung. Händels Oper, das erste seiner Londoner Bühnenwerke, wurde auf exakt zwei Stunden gekürzt, was zwar den Verzicht auf einige Arien bedeutete, gleichzeitig aber der Dramaturgie des Stückes durchaus gut bekam. Reduziert war wohl ebenfalls das Orchester, bei dem vergleichsweise dünnen Applaus am Ende konnte man erahnen, dass wohl auch das Publikum nur in kleiner Zahl im Saal anwesend sein durfte. „DVD-Rezension: Georg Friedrich Händel, „Rinaldo“, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, Federico Maria Sardelli“ weiterlesen

Große Oper aus Polen: Moniuszkos „Halka“ in einer authentischen Aufnahme

„Es ist schwer zu verstehen, dass diese Oper außerhalb Polens praktisch nicht gespielt wird. An der Qualität dieser Musik liegt es jedenfalls nicht, vielleicht findet die Oper durch diese ausgezeichnete Aufnahme neue Liebhaber.“

CD-Rezension: Stanisław Moniuszko, „Halka“

Poznań Opera House Orchestra and Chorus
 Gabriel Chmura

Naxos  8.660485-86

von Peter Sommeregger

Im Jahr 2019 feierte Polen den 200. Geburtstag des Komponisten Stanisław Moniuszko. Sein Hauptwerk, die Oper „Halka“, wurde bei Gastspielen der Produktion aus Posnan in mehreren europäischen Hauptstädten gezeigt. Die nun bei Naxos erschienene Aufnahme ist praktisch identisch mit den konzertanten Aufführungen besetzt. „CD-Rezension: Stanisław Moniuszko, „Halka“, Gabriel Chmura, Poznań Opera House Orchestra“ weiterlesen

Harnoncourts krönender Abschluss Teil 3: "Così fan tutte" – Reines Mozartglück

DVD-Rezension: W.A. Mozart, „Così fan tutte“

Concentus Musicus Wien
Arnold Schönberg Chor
Nikolaus Harnoncourt

Unitel 804 108

von Peter Sommeregger

Mit einem Da Ponte-Zyklus wollte Nikolaus Harnoncourt 2014 noch einmal die Quintessenz seiner Mozart-Interpretationen dem Publikum im Theater an der Wien präsentieren. Mit „Così fan tutte“ liegt nun auch der dritte und letzte Teil dieses Zyklus auf DVD vor. Auch in diesem Fall ist eine fast einstündige Dokumentation über die Probenarbeit enthalten, die viel über die akribische Arbeit Harnoncourts mit seinen Interpreten verrät. Bei aller Strenge im Detail besticht die kollegiale Atmosphäre, die der Maestro in seinem eigenen Haus erzeugt. Es entsteht der Eindruck, hier würde mit Freunden musiziert. Harnoncourts Detailwissen ist nicht nur für die Sänger interessant, auch als Zuschauer erfährt man viel über die Hintergründe des jeweiligen Werkes. „DVD-Rezension: W.A. Mozart, „Così fan tutte“, Nikolaus Harnoncourt“ weiterlesen

Ehrenrettung für einen Vielseitigen

CD-Rezension:Erinnerung. Homage to Humperdinck“

Deutsche Grammophon 483 9762

von Peter Sommeregger

In dieses Jahr fällt der 100. Todestag des Komponisten Engelbert Humperdinck. Neben einer neuen Biographie würdigt nun auch die Deutsche Grammophon den Schöpfer der unverwüstlichen Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Dass man Humperdinck aber beileibe nicht als „Ein-Werk-Komponisten“ bezeichnen kann und darf, ist Kennern seiner Musik nichts Neues, aber das vorliegende Doppelalbum wird hoffentlich auch einem breiteren Publikum zu einem vertieften Verständnis dieser originellen  Persönlichkeit verhelfen. „CD-Rezension: „Erinnerung. Homage to Humperdinck““ weiterlesen

Cecilia Bartoli kredenzt Bravourarien mit Bart

DVD-Rezension: Georg Friedrich Händel, ARIODANTE

Les Musiciens du Prince-Monaco
Gianluca Capuano

Unitel  802408

„Kaum zu glauben, wie originell und kurzweilig Barockoper sein kann!“

von Peter Sommeregger

Dieser Mitschnitt von den Salzburger Pfingstfestspielen 2017 macht nun auch einem breiten Publikum diese erfolgreiche Produktion zugänglich.

Händels Oper um die schottische Königstochter Ginevra und den Ritter Ariodante, deren Verbindung durch eine Intrige beinahe verhindert wird, sich aber schließlich doch zu einem versöhnlichen Happy-End entwickelt, ist geradezu gespickt mit virtuosen Bravourarien. Entsprechend gefordert sind die Protagonisten, die alle zu Höchstleistungen auflaufen. „DVD-Rezension: Georg Friedrich Händel, ARIODANTE.
Les Musiciens du Prince-Monaco Gianluca Capuano“
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