Cecilia Bartoli kredenzt Bravourarien mit Bart

DVD-Rezension: Georg Friedrich Händel, ARIODANTE

Les Musiciens du Prince-Monaco
Gianluca Capuano

Unitel  802408

„Kaum zu glauben, wie originell und kurzweilig Barockoper sein kann!“

von Peter Sommeregger

Dieser Mitschnitt von den Salzburger Pfingstfestspielen 2017 macht nun auch einem breiten Publikum diese erfolgreiche Produktion zugänglich.

Händels Oper um die schottische Königstochter Ginevra und den Ritter Ariodante, deren Verbindung durch eine Intrige beinahe verhindert wird, sich aber schließlich doch zu einem versöhnlichen Happy-End entwickelt, ist geradezu gespickt mit virtuosen Bravourarien. Entsprechend gefordert sind die Protagonisten, die alle zu Höchstleistungen auflaufen. „DVD-Rezension: Georg Friedrich Händel, ARIODANTE.
Les Musiciens du Prince-Monaco Gianluca Capuano“
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Revolutionäres Spektakel um Netrebko und Eyvazov

DVD-Rezension: Umberto Giordano, Andrea Chénier
Teatro alla Scala 2017

C major 757 308

von Peter Sommeregger

Die 1896 am gleichen Haus uraufgeführte Oper, die auf der Lebensgeschichte des französischen Dichters André Chénier beruht, war seit der Uraufführung stets erfolgreich und blieb das bekannteste Werk des Komponisten Giordano.

Für eine Oper unumgänglich war die Erfindung einer Liebesgeschichte des Titelhelden. Im Stück liebt er die der Revolution vorerst entkommene adelige Madeleine de Coigny, die ihm nach seiner Verurteilung freiwillig auf die Guillotine folgt. Das todes-sehnsüchtige Schlussduett der Liebenden, sowie Madeleines Arie „La mamma morta“, sind die musikalischen Highlights der Oper, letztere Arie wurde durch ihre Verwendung einer Aufnahme mit Maria Callas im Film „Philadelphia“ sehr populär. „DVD-Rezension: Umberto Giordano, Andrea Chénier,
Teatro alla Scala 2017“
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CD-Rezension: Überwältigender Einstand mit Mahlers 7. Symphonie

Gustav Mahler, Symphonie Nr.7

Kirill Petrenko
Bayerisches Staatsorchester
BSORE C0001

von Peter Sommeregger

Für das neu begründete Label, unter dem die Bayerische Staatsoper künftig Aufnahmen aus dem eigenen Haus vermarkten will, wählte man zum Einstand erstaunlicherweise Symphonisches: eine umjubelte Aufführung von Gustav Mahlers 7. Symphonie im Mai 2018 in München erscheint als erste CD der neuen „Marke“. Hört man die wunderbar ausmusizierte Aufführung, wird die Wahl nachvollziehbar.

Die siebte Symphonie ist ein wenig das „Schmerzenskind“ unter Mahlers Kompositionen. Ungewöhnlich lange brauchte der Komponist, um das Werk fertigzustellen, geriet darüber sogar in eine zeitweilige Schaffenskrise. „CD-Besprechung, Gustav Mahler, Symphonie Nr.7, Kirill Petrenko, Bayerisches Staatsorchester
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Lisette Oropesas betörend schönes Debütalbum

Foto: © Steven Harris

CD-Rezension: Ombra Compagna. Mozart Concert Arias

Lisette Oropesa

Il Pomo d’Oro
Antonello Manacorda

Pentatone PTC 5186 885

von Peter Sommeregger

Die amerikanische Sopranistin mit kubanischen Wurzeln Lisette Oropesa verfügt über eine der derzeit schönsten lyrischen Sopranstimmen. Ein Album dieser inzwischen weltweit gefragten Künstlerin war bereits überfällig. Man ist beinahe erstaunt, dass sie es nicht mit Arien ihres Opernrepertoires bestreitet, sondern sich gleich die Königsklasse, nämlich Mozarts virtuose Konzertarien vornimmt. „CD-Rezension: Ombra Compagna. Mozart Concert Arias. Lisette Oropesa“ weiterlesen

Zum 100. Geburtstag: Der komplette Dennis Brain

CD-Rezension: Dennis Brain Homage, 11 CDs

Warner Classics  01900295019921

von Peter Sommeregger

Wenn die Musikwelt am vergangenen 17. Mai des hundertsten Geburtstages des legendären britischen Hornisten Dennis Brain gedachte, sind es gleichzeitig auch schon fast 64 Jahre, dass Brain sein erfolgreiches, hoffnungsfrohes Leben bei einem Autounfall verlor.

In den knapp zwanzig Jahren, in denen er als Hornist tätig war, entstanden erfreulich viele Aufnahmen mit dem Virtuosen auf diesem sperrigen Instrument. Das Label Warner Classics hat die übernommenen EMI-Archive durchforstet und eine Vielzahl von Aufnahmen wieder zugänglich gemacht. „CD-Rezension: Dennis Brain Homage, 11 CDs“ weiterlesen

Harnoncourts krönender Abschluss

DVD-Rezension: W.A. Mozart, Don Giovanni

Concentus Musicus Wien
Arnold Schönberg Chor
Nikolaus Harnoncourt

Unitel 803908

von Peter Sommeregger

Diese Aufführung des Don Giovanni ist Teil des Da Ponte-Zyklus, den Nikolaus Harnoncourt 2014 als krönenden Abschluss seiner langen Beschäftigung mit diesen Opern Mozarts im Theater an der Wien herausbrachte. Harnoncourt ahnte wohl, dass dieser Höhepunkt gleichzeitig auch Abschied war. „DVD-Rezension: W.A. Mozart, Don Giovanni, Nikolaus Harnoncourt“ weiterlesen

CD-Rezension: Altersweiser Brahms vom Doyen Blomstedt – die Interpretation eines Wissenden und Erfahrenen, auch die eines Liebenden

CD-Rezension, Altersweiser Brahms vom Doyen Blomstedt

Johannes Brahms, Symphonie Nr. 2
Akademische Festouvertüre

Gewandhausorchester Leipzig
Herbert Blomstedt
Pentatone PTC  5186 851

von Peter Sommeregger

Der Dirigent Herbert Blomstedt, Doyen der Dirigentenzunft, ist nicht nur einer der am meisten anerkannten Pultstars seiner Generation, durch seine ungebrochene Vitalität auch in seinem 94. Lebensjahr wird er mehr und mehr zum Phänomen.

Unermüdlich ist Blomstedt unterwegs, auch die Pandemie konnte ihn nicht wirklich aufhalten. Konzerte mit ihm und verschiedenen Orchestern waren im Livestream zu erleben. Immer wieder kehrt der Dirigent auch nach Leipzig zum Gewandhausorchester zurück. Von 1975 bis 1985 war er Chefdirigent der Staatskapelle Dresden und von 1985 bis 1995 Music Director des San Francisco Symphony. Von 1996 bis 1998 war er Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters, mit dem er zudem regelmäßig als Gastdirigent arbeitet. 1998 bis 2005 leitete er als Nachfolger von Kurt Masur das Gewandhausorchester Leipzig. „CD-Rezension, Gewandhausorchester Leipzig, Herbert Blomstedt Johannes Brahms, Symphonie Nr.2, Akademische Festouvertüre“ weiterlesen

Diese CDs sind frei verkäufliche Rauschmittel – unbedingt hörenswert! „I due Figaro“: Riccardo Muti erweckt Saverio Mercadantes fast vergessene Pretiose zu neuem Leben

Achtung: Diese CDs sind frei verkäufliche Rauschmittel. Unbedingt hörenswert! Und an die Intendanten der etablierten Opernhäuser: Bringt diese Oper endlich in die Spielpläne und auf die Bühnen! Das Publikum wird es danken.

Saverio Mercadante: I due Figaro
Uraufführung: Teatro Español, Madrid 1835
Libretto: Felice Romani

Live-Aufzeichnung: Teatro Alighieri, Ravenna, Italien, 24. und 26. Juni 2011
Produktion: Riccardo Muti Music (3 Box-CD)
www.ducalemusic.it
Barcode: 8011772000459

von Dr. Holger Voigt

Wohl nur eingefleischten Musikliebhabern dürfte der Name Saverio Mercadante ein Begriff sein. Warum ihm das Schicksal des frühen Vergessens zuteil wurde, ist kaum begreiflich und stimmt wehmütig und nachdenklich zugleich. Sein umfangreiches kompositorisches Schaffen schließt Kammer- und Orchesterwerke sowie Kirchenmusik genauso ein wie die Komposition von Opernwerken. Wer sich auf seine Spuren macht, wird reichlich belohnt werden.

Saverio Mercadante, eigentlich Giuseppe Saverio Raffaele Mercadante, (geboren am 17. September 1795, Altamura, Italien – verstorben am 17. Dezember 1870, Neapel, Italien) war Zeitgenosse des kompositorischen Dreigestirns Italiens, bestehend aus Vincenzo Bellini (3. November 1801 – 23. September 1835), Gaetano Donizetti (29. November 1797 – 8. April 1848) und Gioachino Rossini (29. Februar 1792 – 13. November 1868), das in all seinen Strömungen den Weg für Giuseppe Verdi (10. Oktober 1813 – 27. Januar 1901) bereitete. Damit bewegte er sich schon früh in der Königsklasse der italienischen Opernliteratur. Und das zu Recht – es ist unmittelbar zu hören. Die, die ihn (noch) nicht kennen, können sich glücklich schätzen, denn nun kann man der Entdeckerfreude nichts mehr entgegensetzen. „CD-Besprechung, Saverio Mercadante, I due Figaro, Riccardo Muti Music
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Fulminante Zweitfassung: Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker setzen ihren Bruckner-Zyklus auf CD fort

CD-Rezension: Anton Bruckner, Dritte Sinfonie
Sony Classical 19439861382

Wiener Philharmoniker
Leitung: Christian Thielemann

von Kirsten Liese

Anton Bruckner musste im Laufe seines Lebens allerhand Misserfolge und Anfeindungen verkraften. Keine andere seiner Sinfonien erlebte jedoch eine derart schmerzhafte Rezeption wie seine Dritte. Zur Uraufführung verließ das Publikum 1873 in Scharen, teils lachend den Saal, verstört wohl vor allem von der blockhaften Aneinanderreihung von Motiv-Varianten; nur die engsten Getreuen harrten aus. „CD-Rezension: Anton Bruckner, Dritte Sinfonie, Christian Thielemann, Wiener Philharmoniker“ weiterlesen

DVD-Rezension: In Schönheit sterben

Charles Gounod
Faust
Royal Opera House London
Opus Arte  0A1330D

von Peter Sommeregger

Der Zufall wollte es, dass fast zeitgleich mit dem Erscheinen dieser DVD zwei neue Faust-Inszenierungen an großen Opernhäusern herauskamen. Paris hatte den Shooting-Regiestar Tobias Kratzer verpflichtet, der seit seinem Erfolg mit dem Tannhäuser in Bayreuth 2019 hoch gehandelt wird. Die Wiener Staatsoper dagegen kaufte die schon längere Zeit in Stuttgart laufende Inszenierung Frank Castorfs (lesen Sie bitte unten) ein. „DVD-Besprechung, Charles Gounod, Faust, Royal Opera House London
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