Einer für alle! Vier Violinen auf den Spuren des Barock

CD-Rezension: Concertos 4 Violins (Berlin Classics 0301419BC)

Werke von Antonio Vivaldi, Giuseppe Valentini, Pietro Antonio Locatelli, Antonio Bonporti, Pietro Castrucci

Concerto Köln

von Peter Sommeregger

Das Konzept dieser Einspielung, dem Mitschnitt eines Live-Konzerts, besteht in der Zusammenstellung von Kompositionen für vier Soloviolinen. Das dafür vorhandene Repertoire ist nicht sehr umfangreich, also bedurfte es intensiver Recherche, um eine entsprechende Zahl solcher Werke in den Archiven zu finden. Der Fagottist Lorenzo Alpert besorgte die Kompilation und bewies dabei stilsicheren Instinkt. „CD-Rezension: Concertos 4 Violins, Concerto Köln“ weiterlesen

"Wir gratulieren!" CD-Besprechung: Mieczyslaw Weinberg

CD-Besprechung: Mieczyslaw Weinberg
Wir gratulieren!
Oper in zwei Akten
Oehms Classics  OC 990

von Peter Sommeregger

Es ist mit Sicherheit dem großen Erfolg von Weinbergs Oper „Die Passagierin“, die 2010 posthum uraufgeführt wurde, zu verdanken, dass man sich bei Oehms Classics entschloss, diesen Mitschnitt einer weiteren Oper Weinbergs aus dem Jahr 2012 zu veröffentlichen.

Im Gegensatz zur „Passagierin“ handelt es sich bei „Wir gratulieren“ um ein heiteres Werk nach dem Theaterstück Masel tov von Scholem Alejchem. Es wurde 1975 komponiert, seine deutsche Erstaufführung erlebte es wohl erst in dieser jetzt veröffentlichten Aufzeichnung einer semi-szenischen Aufführung im Konzerthaus Berlin. „CD-Besprechung – Mieczyslaw Weinberg: Wir gratulieren!
klassik-begeistert.de“
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Facetten eines Ausnahmekünstlers

DVD-Besprechung: ITZHAK PERLMAN
6 DVDs, Euroarts 2061668

Berliner Philharmoniker
Israel Philharmonic Orchestra
The Philadelphia Orchestra

von Peter Sommeregger

Im Vorfeld von Itzhak Perlmans 75. Geburtstag am 31. August 2020 ist diese umfangreiche, 6 DVDs umfassende Hommage bei Euroarts erschienen. Diese reichhaltige Dokumentation zeigt viele Facetten von Perlmans Kunst, von Bach über Tchaikovsky, Beethoven bis Mussorgsky, Vivaldi bis Johan Halvorsen. Auch als Dirigent des Israel Philharmonic Orchestra ist er in einem Konzertmitschnitt von 2010 zu erleben. „Facetten eines Ausnahmekünstlers
DVD-Besprechung“
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Ein Debütalbum mit heilsamer Wirkung:
Ani Ter-Martirosyan spielt Ravel und Chopin

Foto: Ani Ter-Martirosyan (c)

„Sich von äußeren Umständen nicht unterkriegen zu lassen und trotzdem Gehör zu suchen, zeigt, mit welchem Selbstbewusstsein und welcher Zielstrebigkeit diese junge Künstlerin an ihrer Leidenschaft festhält.“

CD-Besprechung: „Ravel & Chopin“

Ani Ter-Martirosyan, Klavier

Maurice Ravel
Le Tombeau de Couperin (1917)

Frédéric Chopin
Klaviersonate Nr. 3 in b-moll, op. 58 (1844)

von Daniel Janz

Wir alle erleiden durch Corona eine regelrechte kulturelle Verarmung. Sowohl Liebhaber als auch Musiker finden beschränkt durch Lockdowns, Sicherheitsmaßnahmen und „physical distancing“ kaum zueinander. Versuche, dies über die Sozialen Medien zu realisieren, trösten zwar, können das restlos wegfallende Konzertleben aber nur schwach ausgleichen.

In solchen Zeiten hilft es, sich daran zu erinnern, dass die Kunst nicht untätig ist, dass es trotzdem Produktionen gibt und es immer Nachwuchs geben wird. Eine, die sich dieser neuen Generation Musikern zuordnen lässt, ist die Pianistin Ani Ter-Martirosyan. „Ein Debütalbum mit heilsamer Wirkung, Ani Ter-Martirosyan,
CD-Besprechung“
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Händels "Messias" in einer wunderlichen Optik

Foto: © Lucie Jansch

DVD-Rezension: Händel/Mozart, Der Messias
Unitel 803408

Robert Wilson, Regie

Les Musiciens du Louvre
Philharmonia Chor Wien
Marc Minkowski, Dirigent

Elena Tsallagova, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Mezzosopran
Richard Croft, Tenor
José Coca Loza, Bass

von Peter Sommeregger

Szenische Aufführungen von Oratorien und Messen sind in den letzten Jahren mehr und mehr in Mode gekommen. Über Sinn und Unsinn solcher Adaptionen von Werken, die ursprünglich nicht für die Bühne gedacht waren, lässt sich wie über alle Geschmacksfragen trefflich streiten. Am Ende zählt nur, wie weit die Optik eine Verbindung zum Werk herstellt, bzw. wie geglückt die Umsetzung ausfällt. „Händels „Messias“ in einer wunderlichen Optik, Marc Minkowski, Les Musiciens du Louvre,
DVD-Besprechung“
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Mariss Jansons zeigt Rachmaninov auf der Höhe seiner Schaffenskraft

Symbolbild: Mariss Jansons und das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Carnegie Hall in New York. Foto: © BR / Astrid Ackermann

CD-Rezension: Sergey Rachmaninov (BR Klassik 900154)

„Die Glocken“ op. 35, Symphonisches Poem nach einem Gedicht von Edgar Allen Poe für Sopran, Tenor, Bariton, Chor und Orchester
Symphonische Tänze op. 45 für Orchester

Tatiana Pavlovskaya, Sopran
Oleg Dulgov, Tenor
Alexey Markov, Bariton

Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Mariss Jansons

von Peter Sommeregger

Als der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons im Dezember 2019 starb, ging eine lange, fruchtbare Zusammenarbeit zu Ende. Als Glücksfall muss man es bezeichnen, dass der Bayerische Rundfunk praktisch sämtliche Konzerte Jansons mitgeschnitten hat und diese nach und nach auf dem eigenen Label BR Klassik auf Tonträgern veröffentlicht. „CD-Rezension: Sergey Rachmaninov, Mariss Jansons, Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks“ weiterlesen

Dudamel dirigiert Mahler in Barcelona: Ein Fest für Auge und Ohr

„Die Münchner Philharmoniker kennen ihren Mahler, keine Frage. Interessant ist zu beobachten, wie über die Jahre aus dem ursprünglichen jungen Haudrauf Dudamel ein hoch sensibler, reifer Dirigent geworden ist. Schade nur, dass das Publikum am Ende keine Geduld hat, den letzten Ton richtig verklingen zu lassen und seiner Begeisterung sofort freien Lauf lässt.“

DVD-Besprechung: Gustav Mahler, 2. Symphonie c-Moll „Auferstehung“
(Unitel 802808)

Chen Reiss, Sopran
Tamara Mumford, Mezzosopran

Orfeó Català
Cor de Cambra del Palau de la Música Catalana

Münchner Philharmoniker
Gustavo Dudamel, Dirigent

von Peter Sommeregger

Dieser Mitschnitt eines Konzertes vom Juni 2019 ist schon durch den Ort der Aufführung bemerkenswert und ein optisches Vergnügen. Die prächtige Kulisse des im Jugendstil errichteten Palau de la Música Catalana in Barcelona ist eine Sehenswürdigkeit für sich und Mahlers monumentale Auferstehungs-Symphonie, nur kurz vor dem Bauwerk entstanden, scheint wie für dieses Ambiente geschaffen. „Dudamel dirigiert Mahler in Barcelona: Ein Fest für Auge und Ohr
CD-Besprechung“
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„O namenlose Freude“! – René Jacobs’ Einspielung von Beethovens „Leonore“ ist eine wahre Sensation!

„Auch in dem Alten hört man immer wieder Neues heraus. Die Wirkung ist umwerfend: ‚Leonore’ ist dramatisch dicht, kurzweilig und geradezu unspießig modern.“

CD Besprechung: „Leonore“ – harmonia mundi, Limited Edition 2019

Live-Aufnahme aus der Philharmonie de Paris vom 7. Novemver 2017

Leitung: René Jacobs

von Dr. Holger Voigt

„Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen zu suchen, die es niemals geben wird.“ (Charles de Gaulle)

Die ‚Limited Edition’ dieser Doppel-CD kommt als geradezu bibliophile Buchbox im Hochformat daher, die CDs und das überarbeitete Libretto in deutscher, französischer und englischer Sprache beinhaltet. Hält man diese Box in den Händen, kommt man sich bereits als ‚beschenkt’ vor. Und in der Tat: Diese Box ist eine äußerst empfehlenswerte Geschenkgabe an Musikliebhaber zu jedem denkbaren Anlass. Doch das wahre ‚Geschenk’ befindet sich auf den CDs selbst, und dieses Geschenk ist ein ganz Gelungenes. „„O namenlose Freude“! – René Jacobs’ Einspielung von Beethovens Ur-Fidelio „Leonore“ ist eine wahre Sensation!“ weiterlesen

Ersteinspielung einer Rarität

Foto: Elsa Dreisig © Simon Fowler

CD-Besprechung: Jules Massenet, Don César de Bazan (NAXOS 8.660464-65)

Ensemble Aedes
Orchestre des Frivolités Parisiennes

Mathieu Romano, Dirigent

Don César Laurent Naouri 
Maritana Elsa Dreisig
Lazarille Marion Lebègue
Roi d’Espagne Thomas Bettinger 
Don José Christian Helmer 
Garde Christian Moungoungou

von Peter Sommeregger

Diese Ersteinspielung eines Frühwerks des später so erfolgreichen Opernkomponisten schließt eine Lücke in der Discographie Massenets. Die Aufnahme ist die Einspielung der Produktion des Théâtre Impérial de Compiègne, Verwendung findet hier die zweite, 1888 erstaufgeführte Fassung des Werkes, das Notenmaterial der Erstfassung von 1872 ging bei einem Brand verloren. „Ersteinspielung einer Rarität, Jules Massenet, Don César de Bazan,
CD-Besprechung“
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Dvořáks "Stabat Mater" beeindruckt ganz ohne Orchester

CD-Besprechung: Antonín Dvořák, Stabat Mater

BR Klassik 900526

Chor des Bayerischen Rundfunks
Howard Arman

Sopran: Julia Kleiter
Alt: Gerhild Romberger
Tenor: Dmitry Korchak
Bass: Tareq Nazmi

Klavier: Julius Drake

von Peter Sommeregger

Trotz seinem nicht zu leugnenden aber aus dem Kontext seiner Entstehungsgeschichte resultierenden Schwermut ist dieses Werk des tschechischen Komponisten eines seiner erfolgreichsten.

Geschrieben noch ganz unter dem Eindruck des Verlustes einer Tochter im Säuglingsalter findet Dvořák im ersten Satz des Werkes zu einer bewegenden Schilderung des Leidens der Mutter Jesu. Im zweiten Satz setzt das Solistenquartett ein, die düstere Grundstimmung bleibt bestehen. In den folgenden Sätzen wechselt die Besetzung, manchmal treten Solisten einzeln hervor, dann wieder das komplette Solistenquartett, vereinzelt sogar nur der Chor a Capella. „Antonín Dvořák, Stabat Mater, Chor des Bayerischen Rundfunks, Howard Arman
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