Es war schön, präzise und sehr französisch

Das Paar: Julian McKay und Elisabeth Tonev (Foto: RW)

Den französischen Stil von formaler Eleganz, präzisem Ausdruck und fast mathematischer Klarheit der Aussage, ohne jede Gefühligkeit oder emotionalem Überschwang fängt Preljocajs Choreographie bemerkenswert ein.

Le Parc, Ballett von Angelin Preljocaj

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Sounddesign (Musik vom Band): Goran Vejvoda
Bühne: Thierry Leproust, Kostüme: Hervé Pierre

Klavier: Dmitry Mayboroda
Bayerisches Staatsorchester

Musikalische Leitung: Mihail Agrest

Bayerische Staatsoper, Bayerisches Staatsballett, 26. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Es begann wie auf dem Place du Trocadero in Paris. Links und rechts begrenzten neoklassizistisch anmutende Fassadenelemente den Platz, nach vorn weitete sich der Blick auf einen wolkendurchzogenen blauen Himmel. Nur der Eiffelturm fehlte. Stattdessen ragten drei schmale schwarze, sich pyramidenartig verjüngende Dreiecke in die Höhe. Vorn traten dazu vier gezirkelt roboterhaft agierende Tänzer auf, sie könnten mit ihren dunklen Brillen als Modeschöpfer durchgehen. „Le Parc, Ballett von Angelin Preljocaj
Bayerische Staatsoper, 26. Juni 2026“
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Ture Rangströms „Kronbruden“ überzeugt in atmosphärisch dichter Aufführung

CD-Besprechung:

Rangströms Oper ist in Schweden fester Bestandteil des Repertoires, in Deutschland ist sie, obwohl 1919 in Leipzig uraufgeführt, nahezu unbekannt.

Ture Rangström

Kronbruden
The Crown Bride

The Orchestra oft he Gothenburg Opera
David Björkman

Sterling  CDO 1136-7

von Peter Sommeregger

Die nun auf CD erschienene Aufnahme macht das Werk auch einem breiteren Publikum zugänglich, und kann als hervorragend gelungen bezeichnet werden. Das Drama eines Dorfmädchens, das ihr uneheliches Kind tötet, um bei ihrer Hochzeit die traditionelle Brautkrone tragen zu können, weist deutliche Parallelen zu Janaceks Jenufa auf, das nach einem Drama von August Strindberg entstandene Libretto wurde später als Janaceks literarische Vorlage geschrieben, möglicherweise war es Strindberg bekannt. „Ture Rangström Kronbruden The Crown Bride
klassik-begeistert.de, 27. Juni 2026“
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Ning Feng begeistert mit feinsinnigem Mozart

CD-Besprechung:

Leopold Mozart raufte sich im Herbst 1777 die Haare. Sein genialer Sohn, der mit der Geige in der Hand halb Europa in Staunen versetzt hatte, ließ das Instrument in der Fremde einfach hängen. Der besorgte Vater sah schon die mühsam aufgebauten Einnahmequellen versiegen. Wolfgang Amadeus hatte schlicht andere Dinge im Kopf – seine Träume kreisten um das Theater, um Oper und große Bühne.

Wolfgang Amadeus Mozart
Complete Violin Concertos

Ning Feng, Violine
Kammerakademie Potsdam

Channel Classics, CCS48126

von Dirk Schauß

Dass er das Handwerk des Geigenspiels trotzdem meisterhaft beherrschte, beweisen die fünf Violinkonzerte, die jetzt in einer bemerkenswerten Gesamtaufnahme beim Label Channel Classics erschienen sind. Der Geiger Ning Feng hat sich ihrer angenommen, zusammen mit der Kammerakademie Potsdam. Wer hier das übliche eitle Schaulaufen eines Star-Solisten erwartet, wird angenehm enttäuscht. Feng wählt einen ganz anderen, klugen Weg: Er sieht sich nicht als absoluter Herrscher über das Orchester, sondern als Primus inter Pares – als Erster unter Gleichen. „Wolfgang Amadeus Mozart Complete Violin Concertos, Ning Feng
klassik-begeistert.de, 27. Juni 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2026

Szene mit Nicholas Brownlee als Wotan und Miina-Liisa Värelä als Brünnhilde (liegend) © Monika Rittershaus

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2026

Bayerische Staatsoper
5,26 Walküre in München – Tobias Kratzer setzt seinen „Ring“ fort
Sendung „Fazit“. Audio von Jörn Florian Fuchs. (5,46 Minuten)
deutschlandfunk.de

München
Kunstminister Markus Blume: „Die heißesten Opernfestspiele, die ich bisher erlebe“
Draußen Hitze, drinnen Wagner: An der Bayerischen Staatsoper hat die „Walküre“ Premiere, im Rahmen der Münchner Opernfestspiele. Im Publikum sitzt auch Kunstminister Markus Blume. Ein Interview über verletzliche Helden, die Sanierung des Nationaltheaters und Beinfreiheit in der Königsloge.
BR-Klassik.de

Kritik „Die Walküre“ an der Bayerischen Staatsoper: München im Germanen-Sturm erobert
Endlich geht’s weiter mit Wagners „Ring“ an der Bayerischen Staatsoper! Nach dem starken Auftakt („Rheingold“ hatte im Herbst 2024 Premiere) gab’s hohe Erwartungen an die „Walküre“, den zweiten Teil des Zyklus’. Regisseur Tobias Kratzer hält souverän die Balance zwischen Humor und berührendem Storytelling. Dirigent Vladimir Jurowski spitzt das Drama zu.
BR-Klassik.de

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Conchita Wurst wandelt als queerer „Frosch“ auf Charlie Chaplins Spuren

Thomas Oliemans (Dr. Falke), Timothy Fallon (Alfred), Ryta Tale (Ida), Tom Neuwirth (Frosch), Gabor Oberegger (Ivan), Chor der Volksoper Wien © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Highlight an der Volksoper Wien. In der Neueinstudierung von Florian Hurler zeigt man in der Pride-Edition wie unterhaltsam Operette sein kann. Dabei wagt Tom Neuwirth alias „Conchita Wurst“ den Schritt vom Popstar zum Komödianten und landet als Frosch einen Volltreffer.

Die Fledermaus – Pride Edition

Ein queerer Blick auf „Die Fledermaus“ im Pride Monat

Text von Karl Haffner und Richard Genée
Pride Edition-Textfassung von Jürgen Bauer und Moritz Franz Beichl

Volksoper Wien, 24. Juni 2026

von Jürgen Pathy

An der Volksoper Wien hat man sich vor einem noch nie gescheut: andere Wege einzuschlagen als gewohnt. Mit der queeren „Fledermaus“ hat Intendantin Lotte de Beer den Jackpot abgeschossen. Conchita Wurst, eigentlich will sie nur mehr beim bürgerlichen Namen genannt werden: Tom Neuwirth, für alle, die es nicht wissen. Österreichs ESC-Sieger aus dem Jahr 2014 hat die Kunstfigur abgestrichen und sucht im Schauspiel seinen Weg. Dass er, also Tom Neuwirth, das Publikum um den Finger wickeln kann, hat er als Frosch bewiesen. Bereits beim ersten Auftritt tobte die ausverkaufte Bude. Auftrittsapplaus für den geheimen Hauptdarsteller von Strauß‘ Operette „Die Fledermaus“. „Die Fledermaus – Pride Edition
Volksoper Wien, 24. Juni 2026“
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„Er ist ein Phänomen, dieser Wozzeck!“

© Olaf Malzahn / Theater Lübeck

Es war für viele der Höhepunkt der Spielzeit – Alban Bergs „Wozzeck“ in der Inszenierung von Kammersängerin Brigitte Fassbaender. Die Produktion setzte auf psychologischen Tiefgang und bestach durch phantastische sängerische und orchestrale Leistungen. Vor allem aber wurde erneut klar, was es bedeutet, wenn eine der größten Sängerinnen des 20 Jahrhunderts selbst Regie führt.

Alban Berg, Wozzeck

Theater Lübeck, 25. Juni 2026 (Premiere am 25. April 2026)

Retrospektive anlässlich der letzten Vorstellung

Bo Skovhus, Bariton
Adrienn Miksch, Sopran
Peter Lodahl, Tenor
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Frederike Schulten, Mezzosopran
Roman Payer, Tenor
Steffen Kubach, Bariton
Robin Frindt, Bassbariton
Thomas Stückemann, Tenor

Chor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Brigitte Fassbaender, Inszenierung

von Dr. Andreas Ströbl

Vibrierende Anspannung bis zur letzten Aufführung

Sechsmal konnte ein gebanntes Publikum den Lübecker „Wozzeck“ erleben; einmal musste eine Vorstellung aus Krankheitsgründen abgesagt werden („Klassik begeistert“ berichtete: https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-25-april-2026-premiere/ sowie https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-17-mai-2026/).

© Olaf Malzahn / Theater Lübeck

Diejenigen, die die letzte Aufführung am 25. Juni besuchten, sprachen einhellig von einer immer weiter gesteigerten Intensität in Darstellung und gesanglichem Ausdruck. „Er ist ein Phänomen, dieser Wozzeck!“, möchte man den Ausruf des größenwahnsinnigen Arztes zitieren, und von der tragischen Titelfigur auf eine bemerkenswerte künstlerische Gesamtleistung ummünzen. „Alban Berg, Wozzeck
Theater Lübeck, 25. Juni 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 26. JUNI 2026

Tobias Kratzer © Robert Haas

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DIE FREITAG-PRESSE – 26. JUNI 2026

München
Tobias Kratzer zur Münchner „Walküre“: „Die klügste Figur ist eine Frau“
Richard Wagners „Walküre“ hat Premiere an der Bayerischen Staatsoper. Regisseur Tobias Kratzer erzählt, wie Humor, Empathie und multiperspektivische Deutung Wagners „Ring“ heute neu erfahrbar machen. Tobias Kratzer: Ich versuche immer, sehr viele verschiedene Aufnahmen zu hören, um eben nicht mein Bild aus einer Aufnahme alleine zu schöpfen. Das ist für mich zumindest ganz hilfreich, wenn ich die Partitur oder den Klavierauszug studiere, dass ich mich da nicht auf eine Aufnahme festlege, sondern sofort versuche, die Vielfalt an Interpretationsmöglichkeiten herauszufinden. Das ist also eher eine Art von Nebelfeld – klingt jetzt zwar diffus, aber es bietet durchaus ein Feld von Möglichkeiten, was man mit dieser Partitur anstellen kann, um auf diese Weise das Werk wirklich in seiner Essenz und nicht in einer spezifischen Interpretation zu begreifen.
BR-Klassik.de

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Der Tänzer Aleix Martínez hebt die Rolle des Vaslaw Nijinsky in neue Höhen

Artem Prokopchuk (Goldener Sklave), Xue Lin (Tamara Karsavina), Naomi Seiler (Viola), Aleix Martínez (Vaslaw Nijinsky), Nathan Brock (musikalische Leitung), Konradin Seitzer (Solo-Violine), Charlotte Larzelere (Romola Nijinska), Pepijn Gelderman (Serge Diaghilew), Futaba Ishizaki (Bronislava Nijinska), Francesco Cortese (Stanislaw Nijinsky), Hayley Page (Eleonora Bereda, die Mutter Nijinskys) (Foto: RW)

Wie sich Aleix Martínez mit Vaslaw Nijinsky innerlich identifiziert, wie er der Rolle neuen Spielraum erschließt, wie er geradezu in die Rolle hineinschlüpft und diese dehnt und presst, bis sie zu ihm passt und mit welcher physischen Gewalt er sich ihr unterwirft, zeugt von tänzerischen Intelligenz und unbedingtem Leistungswillen.

Nijinsky, Ballett von John Neumeier (Choreographie, Bühnenbild und Kostüme)

Musik: u.a. N. Rimskij-Korsakow (Scheherazade), D. Schostakowitsch (Sinfonie Nr. 11 g-moll)

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung   Nathan Brock

Klavier:  Ondřej Rudčenko, Viola:  Naomi Seiler, Solo-Violine:  Konradin Seitzer

51. Hamburger Ballett-Tage, Hamburgische Staatsoper,  24. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Es gibt mehrere Arten von jubelndem Beifall, die bedingungslose Zustimmung zur gewollten Aussage des Stücks unabhängig von deren Qualität, die Liebe zu Sängerinnen oder Sänger, welche den Zenit ihrer Kunst bereits hinter sich ließen (wie bei Maria Callas anlässlich ihrer Abschiedstournee im Jahre 1973), die Akklamation einer herausragenden Leistung der Protagonisten und schließlich der sich allmählich steigernde Jubel aufgrund einer erlebten seelischen Erschütterung, oft mit einer kurzen Pause nach Fallen des Vorhangs verbunden, wie gestern bei der Nijinsky-Vorstellung während der Hamburger Ballett-Tage.

Nur die Pause fehlte. Es ist manchen Menschen offenbar nicht möglich, die Stille zur Sammlung nach einem solchen Ereignis zu ertragen. „Nijinsky, Ballett von John Neumeier, Hamburger Ballett-Tage
Hamburgische Staatsoper,  24. Juni 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 25. JUNI 2026

TURANDOT von Giacomo Puccini, Deutsche Oper Berlin © Bettina Stöß

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 25. JUNI 2026

Berlin/Deutsche Oper
Wenn Mordlust Mordlust anzieht
Turandot. Die Oper ist so grausam. – Wenn das ein Film wäre, würdest du ihn dir nicht angucken. Ich übrigens auch nicht. – Stimmt. Aber ich bin ja wegen des Tenors hier. – Welchen Tenors? – SeokJong Baek. Und außerdem singt Catherine Foster. –Ja, ist denn bei Euch Festivalzeit? –
Nein, ganz normale Repertoireaufführung.
Von Sandra Grohmann
Klassik-begeistert.de

„DIE DONNERSTAG-PRESSE – 25. JUNI 2026“ weiterlesen

Das Braunfels-„Te Deum“ überwindet den Schrecken

Vogt, Nylund, Albrecht, Chor und Orchester, Photo: Andreas Ströbl

Als ein „berauschendes Klangfest der Stimmen“ wurde das sehr besondere Konzert am 23. Juni 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie mit Wagner-Vorspielen und vor allem dem „Te Deum“ von Walter Braunfels angekündigt. Vor allem aber war es die Würdigung eines Menschen und seines Schaffens, das nach viel zu langer Zeit mehr und mehr dem Vergessen entrissen wird – zu Recht!

Richard Wagner,  Tannhäuser-Ouvertüre, Parsifal- und Meistersinger-Vorspiel

Walter Braunfels,  Te Deum op. 32 für Soli, Chor, Orgel und Orchester

Camilla Nylund, Sopran
Klaus Florian Vogt, Tenor

Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg
Szczecin Philharmonic Orchestra
Johannes Unger, Orgel

Hansjörg Albrecht, Dirigent

Hamburg, Großer Saal der Elbphilharmonie, 23. Juni 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Ein hochengagierter musikalischer Leiter

Konzerteinführungen sind eine wunderbare Sache; wenn aber der Dirigent persönlich dabei den Stab in die Hand nimmt und noch dazu statt der üblichen Einspielungen das Orchester selbst die Hörbeispiele liefert, dann wird so eine Veranstaltung selbst zum Ereignis. Hansjörg Albrecht ist ein ungemein sympathischer Orchesterleiter, dessen Begeisterung unmittelbar ansteckt. „Camilla Nylund, Klaus Florian Vogt, Hansjörg Albrecht
Elbphilharmonie, Hamburg, 23. Juni 2026“
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