„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom

Der Geist Mozarts glänzt an diesem Abend eindeutig durch Abwesenheit, und die Intendanz muss sich fragen lassen, ob das Sitcom-Niveau der neue Geist des Hauses sein soll. Welches Publikum man sich damit ins Haus holt, war an diesem Abend zu erleben.

Bülent Ceylan (Bassa Selim) ©  Stephan Rabold

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Akten (1782)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Johann Gottlieb Stephanie

Bassa Selim  Bülent Ceylan
Konstanze   Adela Zaharia
Blonde   Serafina Starke
Belmonte  Syabonga Maqungo
Pedrillo   Michael Laurenz
Osmin   David Steffens

Inszenierung   Andrea Moses
Bühne   Raimund Bauer
Kostüme   Anja Rabes

Dirigent   Thomas Guggeis

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026

von Peter Sommeregger

Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“?

Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören. „W.A. Mozart, Die Entführung aus dem Serail
Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026“
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Hätten doch alle wie Wotan gesungen

Das Ensemble vor dem Vorhang: Fricka, Loge, die acht Walküren, Wotan, Siegmund, Brünnhilde, Sieglinde und der Dirigent Vladimir Jurowski (Foto: RW)

Tobias Kratzers Inszenierung ist im besten Sinne des Wortes konservativ. Er dringt weit in den Wagner’schen Ringkosmos vor. Er nimmt das Libretto ernst, zeigt Empathie für alle Personen, auch wenn sie zu den „Bösen“ zählen. Er richtet nicht, er berichtet.

Die Walküre, Oper von Richard Wagner

Bayerisches Staatsorchester
Leitung   Vladimir Jurowski

Inszenierung   Tobias Kratzer

Bühne und Kostüme   Rainer Sellmaier
Video   Manuel Braun, Jonas Dahl, Janic Bebi

Münchner Opernfestspiele, Nationaltheater, München, 28. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Was man sonst nie erlebt, es gab zu Beginn des dritten Aufzugs Zwischenbeifall. Die Ursache: Eine herabgezogene Leinwand zeigte die prächtig kostümierten Walküren, wie sie zu Pferde die Münchner Residenz verlassen und in der Stadt verunfallte, ertrunkene oder getötete Mitbürger aufsammeln und, später, real auf der Bühne, in das als Leichenhalle dienende Nationaltheater verfrachten. Dort liegen sie zunächst entblößt auf Bahren, werden gewaschen, durch Zauber wiederbelebt und als Krieger ohne eigenen Willen eingekleidet. „Richard Wagner, Die Walküre, Regie Tobias Kratzer
Nationaltheater München, 28. Juni 2026“
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Liebreiz und Brillianz: Lisette Oropesa ist eine perfekte Lucia di Lammermoor

CD/DVD-Besprechung:

Das Ergebnis ist eine vokal glanzvolle, und szenisch zumindest ansprechende Aufführung.

Gaetano Donizetti
Lucia di Lammermoor

Lucia    Lisette Oropesa
Edgardo    Juan Diego Flórez 
Enrico     Boris Pinkhasovich

Dirigent    Riccardo Chailly

Orchestra and Chorus of Teatro alla Scala

C-major 772504

von Peter Sommeregger

Donizettis beliebteste Oper ist das perfekte Vehikel für eine Koloratursopranistin mit sicherer Höhe und Virtuosität im Vortrag. Mit der Besetzung der Titelrolle steht und fällt eine Aufführung dieser Oper. „Gaetano Donizetti, Lucia di Lammermoor
klassik-begeistert.de, 30. Juni 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 30. JUNI 2026

 v.l. Kirill Volkov, Danang Dirhamsyah © Kiara Kuhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 30. JUNI 2026

Lübeck/Haus Eden
Kirill Volkov und Danang Dirhamsyah ziehen das Publikum in ihren Bann
Überzeugendes Plädoyer für den leider vergessenen Komponisten Hans Gál. Faszinierendes Kammerkonzert im Haus Eden in Lübeck Kirill Volkov und Danang Dirhamsyah interpretieren die Sonate von Hans Gál mit großer Emphase und Spielfreude. Immer im gleichen Atem, beeindruckt das unprätentiöse und so leichte, ja geradezu selbstverständliche Musizieren der Künstler. Man wird von der Verbundenheit und Begeisterung der beiden mitgerissen.
Von Axel Wuttke
Klassik-begeistert.de

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Ferdinand Loh gratuliert klassik-begeistert zum Zehnjährigen mit dem populärsten Werk der Klavierliteratur

Glückwunschrede zur Feier aus Anlass des zehnjährigen Bestehens von klassik-begeistert

von Sandra Grohmann
nach der Idee und unter Verwendung von Zitaten aus
Eric Baumann, Ferdinand Loh und sein opus magnum: Der Flohwalzer

Klassik begeistert uns alle schon lange Zeit – die meisten von uns seit Kindertagen -, und dass Du den zehnten Geburtstag Deines Blogs, lieber Andreas, mit uns gemeinsam feierst, ist der schönste Anlass zusammenzukommen.

Runde Geburtstage sind ja immmer auch ein Anlass zurückzublicken. Zurückzublicken auf das Erreichte, ebenso aber zurückzublicken auf Versäumnisse. Auch hierauf gilt es einzugehen.

„Eric Baumann, Der Komponist Ferdinand Loh und sein opus magnum: Der Flohwalzer (ATL 6205)
klassik-begeistert.de, 25. Juni 2026“
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Kirill Volkov und Danang Dirhamsyah ziehen das Publikum in ihren Bann

v.l. Danang Dirhamsyah, Kirill Volkov, Foto: Kiara Kuhn

Überzeugendes Plädoyer für den leider vergessenen Komponisten Hans Gál. Faszinierendes Kammerkonzert im Haus Eden in Lübeck

Kirill Volkov und Danang Dirhamsyah interpretieren die Sonate von Hans Gál mit großer Emphase und Spielfreude. Immer im gleichen Atem, beeindruckt das unprätentiöse und so leichte, ja geradezu selbstverständliche Musizieren der Künstler. Man wird von der Verbundenheit und Begeisterung der beiden mitgerissen.

Max Bruch: Romanze für Viola und Klavier op. 85
Johannes Brahms: Vier Balladen op. 10
Hans Gál: Sonate für Viola und Klavier op. 101

Bratsche: Kirill Volkov
Klavier: Danang Dirhamsyah

Haus Eden, Lübeck, 27. Juni 2026

von Axel Wuttke

Der aus Indonesien stammende Pianist und Klavierpädagoge Danang Dirhamsyah und der russisch-griechische Bratschist und Pädagoge Kirill Volkov widmeten sich in ihrem, Zwischen Schatten und Sehnsucht betitelten Konzert, mit Johannes Brahms und Max Bruch zwei prominenten Vertretern der romantischen Kammermusik. Ergänzt wurde das Programm durch ein Werk der Moderne, das aber in der Tradition von Brahms verwurzelt ist. Ein hochinteressanter Abschluss der kleinen, durch die Possehl-Stiftung Lübeck geförderten Konzertreihe rund um den Pianisten Danang Dirhamsyah und seine Freunde im Haus Eden in Lübeck. „Zwischen Schatten und Sehnsucht, Hans Gál
 Haus Eden, Lübeck, 27. Juni 2026“
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„La bohème“ berührt im englischen Landhaus-Festival Grange

La bohème © Richard Hubert Smith

In „The Grange“, einem der berühmtesten neoklassischen Landhäuser Englands, erbaut 1665, eingebettet in eine atemberaubend schöne Landschaft, werden seit 1998 hervorragende Opern inszeniert, seit 2002 im zum Theater umgebauten Gewächshaus, „Orangery“. Dieses Jahr sind es vier Opern, Giulio Cesare, La Clemenza di Tito, Onegin und La bohème. Puccinis bewegende Oper im Pariser Künstlermilieu bescherte uns einen Genuss und tränenreichen Abend.

Giacomo Puccini, La bohème

Dirigent: Richard Farnes

Regie: David Geselson
Bühne: Lisa Navarr
Video: Jeremie Scheidler

Bournemouth Symphony Orchestra
The Grange Festival Chorus

The Grange Festival, 28. Juni 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Jeden Sommer hat der Opern-Liebhaber die süße (aber auch ziemlich kostspielige) Qual der Wahl zwischen den führenden Opern Festivals in historischen Landhäusern – an deren Spitze unbestreitbar Glyndebourne und Garsington stehen. „Giacomo Puccini, La bohème
The Grange Festival, 28. Juni 2026“
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Der Norden erfrischt und öffnet die Herzen

Dominik Beykirch und Orchester, Foto: Andreas Ströbl

9. Symphoniekonzert

Gegen die aktuelle Gluthitze helfen kühle Getränke, ein schattiges Plätzchen – und zum inneren Abkühlen eine Musik, die mit ihrer Frische die Seele durchpustet wie der Nordwind an einer skandinavischen Küste, mit weitem Blick in die Wolken und dichten, dunklen Wäldern im Rücken. So etwas konnte man am 28. Juni 2026 beim 9. Symphoniekonzert in der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK) erleben.

Elfrida Andrée, Ouvertüre zur Oper „Fritiofs Saga“
Launy Grøndahl, Konzert für Posaune und Orchester
Jean Sibelius, Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Stephan Gerblinger, Posaune

Dominik Beykirch, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Lübeck, Musik- und Kongresshalle, 28. Juni 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Eine Wikingerin an der Orgel

Die schwedische Komponistin Elfrida Andrée war nicht nur die erste Organistin des Landes, sondern auch dessen erste Telegraphistin, die ihren Geschlechtsgenossinnen den Zugang zu diesem Beruf erst ermöglichte. Telegraphistinnen wurden speziell ausgebildet, weil Frauen mit ihrem Sprachverständnis weniger Fehler als Männer machen. Und so nimmt es nicht wunder, dass diese Komponistin aus einem Land, in dem auch Wikingerinnen in den Kampf zogen und eine Ohrfeige des Ehegatten in der Saga-Zeit zur sofortigen Scheidung führen konnte, eine Musik schuf, die selbstbewusst und strahlend daherkommt. „9. Symphoniekonzert, skandinavisches Programm
Lübeck, MuK, 28. Juni 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 29. JUNI 2026

Bülent Ceylan (Bassa Selim), David Steffens (Osmin), Serafina Starke (Blonde) © Stephan Rabold

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 29. JUNI 2026

„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom
Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“? Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören.
Von Peter Sommereggger
Klassik-begeistert.de

„DIE MONTAG-PRESSE – 29. JUNI 2026“ weiterlesen

Eine Melange aus Klassik und kubanischem Sound sorgt für beste Unterhaltung

Lesmona 2026 © Axel Martens

Ungetrübter Optimismus und mitreißende Musik vertreiben düstere Unwetterprognosen

Großes Orchesterkonzert beim
Klassik-Festival „Sommer in Lesmona 
26“

Programm:
Klassische und kubanische Werke und Bearbeitungen von Wolfgang Amadeus Mozart, Amadeo Roldán, Ludwig van Beethoven, Alejandro García Caturia, Antonín Dvořák, George Gershwin , Johannes Brahms, Arturo Márquez u.a.

Cosette Justo Valdés  Dirigentin
Anna Novák  Moderation

Klazz Brothers & Cuba Percussion (Kilian Forster: Kontrabass, Jorge Luis Pacheco: Piano, Tim Hahn: Schlagzeug, Alexis Herrera Estévez: Timbales, Elio Rodriguez Luis: Congas)

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen  

Knoops Park in Bremen, 27. Juni 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Noch knapp zwei Stunden vor Beginn des Großen Orchesterkonzerts prognostizieren die Wetterdienste eine 99%ige Unwetterwarnung für diesen extrem heißen Abend. Wenig erfreulich für das kleine, aber feine Open-Air-Festival „Sommer in Lesmona“, das zum bereits einunddreißigsten Mal unter dem alten, teils exotischen Baumbestand im nordbremischen Knoops Park stattfinden soll. „Klassik-Festival „Sommer in Lesmona ’26“
Knoops Park in Bremen, 27. Juni 2026“
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