Rom wird bei Massenet vor dem Untergang gerettet! Seine Oper auch?

Schlussapplaus mit allen Beteiligten, Foto Jean-Nico Schambourg

Mit einer konzertanten Aufführung präsentiert das Théâtre des Champs-Élysées in Paris ROMA von Jules Massenet, die letzte Oper, die zu Lebenszeiten des Komponisten aufgeführt wurde. In diesem Werk wird Rom durch die Opferung der Vestalin Fausta vor dem Untergang gerettet. Ob dies auch für die Oper von Massenet möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Nichtsdestoweniger erlebt der Zuhörer einen musikalisch spannenden Abend mit einer exzellenten Besetzung, die des französischen Idioms und Gesangstils total mächtig ist.

Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 28. September 2026

Jules Massenet (1842-1912)
ROMA
Tragische Oper in fünf Akten (Libretto von Henri Cain nach einem Roman von Alexandre Parodi)

Musikalische Leitung: Diego Ceretta
Konzertante Aufführung

Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo
Choeur de Radio France (Leitung: Lionel Sow)

 von Jean-Nico Schambourg

„Jules Massenet (1842-1912), Roma, konzertant
Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 28. September 2026“
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Der neue Kölner Rosenkavalier ist ein inszenatorisches Desaster

Marie-Ève Signeyroles Rosenkavalier hat weder Anmut, noch Würde.

Abo Starter © Jann Höfer Photography

Ein erster Eindruck von der Fernsehübertragung am 27. September 2026 aus der Oper Köln.

Sollte man dem Darsteller des Barons von Lerchenau dafür Respekt zollen, dass er seine Korpulenz, nur die Geschlechtsteile scheinen verdeckt, öffentlich zur Schau stellt und er am Schluss, stellvertretend für einen in den USA bekannten und mehrfach von der Reporterin, mit einer gewissen inneren Erregung, erwähnten Sexualverbrecher, von der anwesenden Meute fast gelyncht wird?

Der Rosenkavalier, Oper von Richard Strauss, Text von Hugo von Hoffmansthal

Zeitversetzte Fernsehübertragung auf 3sat

Gürzenichorchester Köln, musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Inszenierung & Videokonzept: Marie-Ève Signeyrole
Bühnenbild: Fabien Teigné, Kostüme: Yashi

Feldmarschallin Fürstin Werdenberg:  Magdalena Hinterdobler
Baron Ochs von Lerchenau:  Patrick Zielke
Oktavian:  Bianca Andrew
Sophie:  Giulia Montanari
Herr von Faninal:  Christian Miedl

von Dr. Ralf Wegner

„Richard Strauss, Der Rosenkavalier, Andrés Orozco-Estrada
TV Übertragung PREMIERE, Oper Köln, 27. September 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

Elbphilharmonie © Thies Rätzke

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

Hamburg/Elbphilharmonie
Dvořák und Strauss in der Elphi: Ein bayerischer Gipfelsturm folgt auf böhmisches Heimweh
Offenbar hält nach wie vor ein Teil des „Elphi“-Publikums einen der wichtigsten Konzertsäle der Welt für so etwas wie einen erweiterten Freizeitpark. Die Ansage während des lauten Geraunes vor dem Konzert wirkt halbherzig, niemand hört mehr hin oder nimmt das ernst. Sinnvoller wäre eine neue, klare und vernehmbare Ansage nach dem Stimmen der Instrumente. Da sind alle still und können nochmal deutlich darauf hingewiesen werden, dass spätestens jetzt die Telephone ausgestellt sein müssen. So jedenfalls kann und darf es nicht weitergehen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

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Dvořák und Strauss in der Elphi: Ein bayerischer Gipfelsturm folgt auf böhmisches Heimweh

Offenbar hält nach wie vor ein Teil des „Elphi“-Publikums einen der wichtigsten Konzertsäle der Welt für so etwas wie einen erweiterten Freizeitpark. Die Ansage während des lauten Geraunes vor dem Konzert wirkt halbherzig, niemand hört mehr hin oder nimmt das ernst. Sinnvoller wäre eine neue, klare und vernehmbare Ansage nach dem Stimmen der Instrumente. Da sind alle still und können nochmal deutlich darauf hingewiesen werden, dass spätestens jetzt die Telephone ausgestellt sein müssen. So jedenfalls kann und darf es nicht weitergehen.

Bertrand de Billy und Orchester © Andreas Ströbl

Zwei Liebeserklärungen an die eigene Heimat, von einem Böhmen und einem Bayern, erklangen am 27. September 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie. Aufgeführt von einem Schweizer Dirigenten, einem norwegischen Cellisten und einem norddeutschen Orchester – gesamteuropäischer ging es wohl kaum. Was den emotionalen Ausdruck anging, war das Ergebnis ausgesprochen unterschiedlich.

Elbphilharmonie, Hamburg, 27. September 2026

Antonín Dvořák, Cellokonzert h-Moll op. 104
Richard Strauss, Eine Alpensymphonie op. 64

Bertrand de Billy, Dirigent

Truls Mørk, Violoncello
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

von Dr. Andreas Ströbl

„Richard Strauss, Eine Alpensymphonie, Bertrand de Billy, Dirigent
Elbphilharmonie, Hamburg, 27. September 2026“
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ensemble doppel:punkt: Dunkelheit und Licht ertönen in grandioser Klangfarbigkeit

ensemble doppel:punkt © Thomas Nonn

Der Gesang verbreitet sich in berauschender Raumwirkung bis in den allerletzten Winkel des Kirchensaals. Es ist das strahlende Finale eines Chorkonzerts der Extraklasse, das vom Publikum schließlich mit Standing Ovations gefeiert wird.

ensemble doppel:punkt: Dunkelheit & Licht

Chorwerke von Ēriks Ešenvalds, Hugo Distler, Johannes Brahms,  Gustav Mahler, Eric Whitacre und weiteren
Max Reger  „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ Choralphantasie Nr. 2 für Orgel op. 52

ensemble doppel:punkt  Chor
Felix Mende  Orgel
Mathias Janz  Leitung

St. Ansgarii, Bremen, 27. September 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Der anfängliche Choreinsatz erfolgt schneidend scharf und energisch in hartem Fortissimo. Es ist das verzweifelte Rufen, mehr noch: ein Hilfeschrei aus tiefster Neumond-Dunkelheit, einer grabesnächtlichen Finsternis.

„ensemble doppel:punkt, Dunkelheit & Licht, Matthias Janz
St. Ansgarii, Bremen, 27. September 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 173: Was bedeutet „etwas“, „ein wenig“, „ein bisschen“ in Kritiken?

Gefunden: funpot.net

Im Juni 2023 verfassten wir eine „Klassikwelt“ unter dem kurzen Titel „Aber“. Wir stellten fest, dass oft bei Rezensionen dieses Wörtchen zumindest einschränkend gebraucht wird. Diesmal gehen wir der Bedeutung der Wörter „etwas, ein wenig, ein bisschen“ in Opernkritiken nach.

Vorwegnehmend können wir sagen, dass man mit diesen Ausdrücken eine harsche Kritik vermeiden will. Gehen wir der Sache nach! Wenn über eine „Götterdämmerung“ zu lesen ist, dass Siegfrieds Rheinfahrt ein bisschen zu pathetisch ausfiel, geht es um Nuancen. Wenn eine Rezensentin „etwas bemängeln möchte, dann, dass der Guglielmo manchmal etwas angestrengt klang“, im folgenden Nebensatz einräumend, dass dies nicht störte.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Schweitzers Klassikwelt 173: Was bedeutet „etwas“, „ein wenig“, „ein bisschen“ in Kritiken?
klassik-begeistert.de, 29. September 2026“
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Ein Feuerwerk zündet mit „La Damnation de Faust“

Nikita Ivasechko (Méphistophélès) © Wolfgang Kmetitsch

Premiere ++++ Oper Graz ++++ 26. September 2026

Der Oper Graz gelingt eine ebenso vielschichtige wie unterhaltsame Interpretation von Hector Berlioz’ „La Damnation de Faust“. Pavel Petrov als Faust, Nikita Ivasechko als Méphistophélès und Anna Brull als Marguerite, allesamt der Oper Graz schon lange verbunden, sind sängerisch und schauspielerisch Idealbesetzungen. Das Team unter der Regie von Lorenzo Fioroni sprüht nur so vor Ideen: modernes Operntheater vom Feinsten.

Oper Graz, 26. September 2026

La Damnation de Faust, Légende dramatique in vier Teilen
Musik von Hector Berlioz
Text von Hector Berlioz und Almire Gandonnière

Pavel Petrov (Faust)
Nikita Ivasechko (Méphistophélès)
Anna Brull (Marguerite)

Grazer Philharmoniker
Dirigent:  Johannes Braun
Inszenierung:  Lorenzo Fioroni

von Petra und Dr. Guido Grass

„Hector Berlioz, La Damnation de Faust, Grazer Philharmoniker, Johannes Braun
PREMIERE Oper Graz, 26. September 2026“
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„La Vestale“ scheitert in Berlin an Regie und Besetzung

PREMIERE ++++ LA VESTALE ++++ STAATSOPER BERLIN

Foto © Staatsoper Unter den Linden

Mit der Primadonnenpartie der Julia hat die Staatsoper Sonya Yoncheva besetzt. Die stürzt sich beherzt in die einst auch von Maria Callas gesungene Partie, ist damit aber deutlich überfordert. Ihre Stimme klingt abgesungen, das Timbre hat eine metallische Färbung angenommen, Farben vermisst man schmerzlich. Ihr fehlt einfach auch die Dominanz einer Spitzensängerin.

Gaspare Spontini,  La Vestale

Sonya Yoncheva   Julia
David Butt Philip   Licinius
Marina Prudenskaya   La Grande Vestale
Siyabonga Maqungo   Cinna

Lydia Steier   Regie
Carlo Rizzi   Dirigent

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 26. September 2026

von Peter Sommeregger

Der Komponist Spontini war im frühen 19. Jahrhundert der erste Intendant der Königlichen Hofoper in Berlin. Seine erfolgreichste Oper „La Vestale“ wurde damals auch in Berlin gegeben, die aktuelle Produktion ist daher auch ein Blick zurück in die Geschichte des Hauses.

„Gaspare Spontini, La Vestale, Sonya Yoncheva 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 26. September 2026 PREMIERE“
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Michael Spyres, Jakub Józef Orliński und Louise Alder ernten Jubelstürme

Foto: Louise Alder als Semele © Geoffroy Schied


Drei Jahre nach der Festspielpremiere im Prinzregententheater zieht Semele ins angestammte Nationaltheater um. Mit großartigem Erfolg. Sängerisch überzeugend allen voran Louise Alder mit tollem Timbre. Das Orchester hält die Spannung aufrecht, ist dynamisch. Ein bisschen Komik, ein bisschen Rache, ein bisschen Action, natürlich viel Dramatik. Lohnt sich.

Nationaltheater, München, 25. September 2026

Semele
Oper nach Art eines Oratoriums (1743)

Komponist  Georg Friedrich Händel
Libretto nach  William Congreve

Musikalische Leitung  Leonardo García Alarcón

Inszenierung  Claus Guth
Bühne  Michael Levine

Semele  Louise Alder
Jupiter  Michael Spyres
Athamas  Jakub Józef Orliński
Juno  Marina Viotti
Ino  Avery Amereau
Wedding Planer / Iris  Sarah Dufresne
Cadmus/Somnus  Sam Carl

Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Opernballett der Bayerischen Staatsoper

von Frank Heublein

„Georg Friedrich Händel, Semele, Michael Spyres und Jakub Józef Orliński
Nationaltheater, München, 25. September 2026“
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„Das meiste passiert innerhalb der Musik“ – Interview mit dem Tenor Benjamin Bruns

Foto: Benjamin Bruns © Andreas Ströbl

Der Tenor Benjamin Bruns (Jahrgang 1980) begann seine Laufbahn als Alt-Solist im Knabenchor Hannover, seiner Heimatstadt. Er absolvierte eine private Gesangsausbildung bei Peter Sefcik und studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Renate Behle. Bruns sang zunächst lyrische Partien, wie Mozart-Rollen, und wechselte erfolgreich zu heldischen Partien wie Max (Der Freischütz), Florestan (Fidelio) oder Lohengrin. Der Sänger tritt weltweit an großen Häusern auf, darunter an der Bayerischen Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin, der Metropolitan Opera in New York sowie bei den Bayreuther Festspielen. Benjamin Bruns ist ebenso als gefragter Oratorien- und Liedsänger in bedeutenden Konzertsälen aktiv und arbeitete mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern zusammen.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

„Interview: kb im Gespräch mit Benjamin Bruns, Tenor
klassik-begeistert.de, 25. September 2026“
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