Frederick Loewe, My Fair Lady, Musical in zwei Akten © Jan Windszus Photography
Die Grammophone sind zurück! Leicht überproportioniert, mit Trichter, starker Kurbel und elegantem Tonarm, zieren sie als nostalgische Gerätschaften die ansonsten recht karge Bühne. Sie waren schon vor
10 Jahren der Hingucker.
Da inszenierte Andreas Homoki, der Opernregisseur, My Fair Lady in der Behrenstraße. Das Stammhaus der Komischen Oper wird seit Sommer 2023 umfassend saniert. So stieg auch diese Produktion in den Umzugswagen, packte die Grammophone kurzerhand ein und zog ins Exil. Dem Stück mit seinem spielfreudigen Ensemble hat das nicht geschadet. Es begeistert in diesen Februar- und Märztagen das Publikum im Schillertheater, meist vor ausverkauftem Saal.
My Fair Lady
Musical von Frederick Loewe (Musik) und Alan Jay Lerner (Buch)
nach George Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal
Deutschsprachige Erstaufführung (mit der Übersetzung von Robert Gilbert) am 25. Oktober 1961 im Berliner Theater des Westens
Inszenierung an der Komischen Oper Berlin von Andreas Homoki
Premiere am 28. November 2015
Choreografie: Arturo Gama
Kostüme: Mechthild Seipel
Konzeption und Entwicklung der Grammophone: Jürgen Uedelhoven
Musikalische Leitung: Peter Christian Feigel
Komische Oper Berlin im Schillertheater, 6. März 2026
(50. Vorstellung seit der Premiere)
von Ralf Krüger
Seine Rolle ist eigentlich negativ besetzt. Er ist Junggeselle, lebt in der Welt der Sprache und Phonetik und tyrannisiert seine Umwelt. Sein Frauenbild bewegt sich schon jenseits des Grenzwertigen. Aus seiner gesellschaftlichen Stellung heraus blickt er hochnäsig „auf die da unten“. Der Mann ist also ein Ekelpaket! Trotzdem ist Professor Henry Higgins der Sympathieträger in My Fair Lady. Und an der Komischen Oper Berlin wird Max Hopp in seiner Rolle zum Publikumsliebling. „My Fair Lady, Musical von Frederick Loewe (Musik)
Komische Oper Berlin im Schillertheater, 6. März 2026“ weiterlesen