DIE MONTAG-PRESSE – 4. MAI 2026

Christian Thielemann © Matthias Creutziger

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DIE MONTAG-PRESSE – 4. MAI 2026

Wien/Musikverein
Pathys Stehplatz 62: Thielemann macht den Unterschied
Christian Thielemann ist der Game Changer. Sein Beethoven steht nicht bei allen hoch im Kurs. Die Einspielung mit den Wiener Philharmonikern hat polarisiert. Während die einen zu viel Sumpf verorten, sehnen sich die anderen danach, was man als Synonym dafür nennen kann. Fleisch mit Sauce, nennt Thielemann es selbst. Mit der Staatskapelle Berlin hatte er in Wien lange danach gesucht.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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Pathys Stehplatz 62: Thielemann macht den Unterschied

Christian Thielemann © Dieter Nagl

Zwei Wochen nach dem Konzert – im Kontext der im Blog geführten Diskussion – ist dieser Text entstanden.

Christian Thielemann ist der Game Changer. Sein Beethoven steht nicht bei allen hoch im Kurs. Die Einspielung mit den Wiener Philharmonikern hat polarisiert. Während die einen zu viel Sumpf verorten, sehnen sich die anderen danach, was man als Synonym dafür nennen kann. Fleisch mit Sauce, nennt Thielemann es selbst. Mit der Staatskapelle Berlin hatte er in Wien lange danach gesucht.

von Jürgen Pathy

Im Musikverein Wien hatte Christian Thielemann eines bewiesen. Selten hört man so deutlich, dass die Qualität am Dirigenten liegt. Die Staatskapelle Berlin ist ein hervorragendes Orchester – allerdings noch nicht auf dem Niveau anderer Orchester.

„Pathys Stehplatz 62: Thielemann macht den Unterschied
Musikverein Wien, 3. Mai 2026“
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Nelsons führt den Musikverein in den siebten Mahler-Himmel

Andris Nelsons © Borggreve

Frühlingszeit ist Mahler-Zeit: Mit einer spektakulären Aufführung der Dritten ließen Andris Nelsons und die Wiener Philharmoniker ihren einzigartigen Mahler-Klang im Musikverein aufsteigen. Besonders der liebevoll und ganz ohne Handystörgeräusche verklingende Schlusssatz sorgte für Gänsehautstimmung. Auf diesen Nachmittag wäre auch Mahler stolz gewesen!

Gustav Mahler   Symphonie Nr. 3 d-Moll

Wiener Philharmoniker
Damen des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Wiener Sängerknaben

Andris Nelsons
, Dirigent
Wiebke Lehmkuhl, Alt

Musikverein Wien, Goldener Saal, 2. Mai 2026

von Johannes Karl Fischer

Zur Abwechslung führte der Weg zum Musikverein heute mal durch eine in Frühlingsstimmung strahlende Stadt, irgendwo zwischen Stadtpark und Belvedere genoss gefühlt halb Wien die warmen Mittagsstunden an der freien Luft. Siehe, es lacht die Sonne. Trotzdem passte in den seit Wochen restlos ausverkauftem Musikverein jenseits der üblichen, unvermeidbaren No-Shows kein Blatt Papier mehr zwischen die Stühle. Die Wiener lassen sich ihren Mahler eben nicht vom heute mal sehr gut gelaunten Wetterwotan nehmen … „Gustav Mahler, Symphonie Nr. 3 d-Moll, Andris Nelsons, Dirigent
Musikverein Wien, 2. Mai 2026“
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Kirill Petrenko und sein hervorragendes Orchester begeistern mit dem Europakonzert 2026

Europakonzert im Haydnsaal © Lena Line


Das Europakonzert der Berliner Philharmoniker
Schloss Esterházy, Eisenstadt (Burgenland), Österreich,
1. Mai 2026

Im Rahmen des Europakonzertes der Berliner Philharmoniker spielten die Damen und Herren Orchestermusiker, ein singulärer Instrumentalsolist und ein ebensolcher Dirigent mit aller Selbstverständlichkeit viele ihrer Kollegen mühelos an die Wand. Man wird noch lange davon zehren können, was hier an dem geschichtsträchtigen Ort zu hören war.

Joseph Haydn: Ouvertüre in D-Dur

Igor Strawinski: Suite aus dem Ballett „Pulcinella“ nach Musik von Giovanni Battista Pergolesi (u.a.)

Piotr Iljitsch Tschaikowski: Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester op. 33

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2 in D-Dur op. 36

Gautier Capuçon, Violoncello
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent

von Herbert Hiess

Von den Berliner Philharmonikern zu schwärmen, heißt eigentlich „Eulen nach Athen“ tragen; nur was an diesem Vormittag passierte, ist singulär.

Wenn also dieses Weltklasse-Orchester, ein Weltklasse-Dirigent und ein ebensolcher Solist zusammenkommen, ist das schon ein besonderer Glücksfall für sich. Und das dann noch an einem solchen geschichtsträchtigen Ort aufzuführen, macht das Ereignis absolut singulär. „Das Europakonzert der Berliner Philharmoniker
Schloss Esterházy, Eisenstadt (Burgenland), Österreich, 1. Mai 2026“
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Ein flotter Vierer: Barbara-David Brüesch inszeniert Così fan tutte in St. Gallen

Vincenzo Neri, Jennifer Panara © Edyta Dufaj

Wolfgang Amadeus Mozart     Così fan tutte (1790)

Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Koproduktion mit der Oper Graz

 

Theater St.Gallen, 2. Mai 2026 PREMIERE

von Julian Führer

„Wetten, dass ihr die Freundin des anderen ins Bett bekommt?“ – Das ist die Ausgangsfrage von Così fan tutte, eine Wette auf Gegenseitigkeit, die zwei Pärchen an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen wird, da die Frauen sich als untreu erweisen und die Männer, die dieses Spiel beginnen, es ohnehin schon sind. Die St.Galler Premiere zeigte, dass dieser unter diversen Aspekten nicht ganz unproblematische Stoff sich verblüffend gut auf die Bühne bringen lässt. „Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte (1790)
Theater St.Gallen, 2. Mai 2026 PREMIERE“
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Mozart trifft auf Zemlinsky – und Lübeck erlebt ein überragendes Konzert

Stefan Vladar und Orchester; Photo Andreas Ströbl

Erneut präsentierten die Lübecker ein Symphoniekonzert in spannungsreicher Gegenüberstellung, zudem mit hochkarätiger solistischer Besetzung. Und wer „nur“ wegen Zemlinskys Lyrischer Symphonie gekommen war, wurde am 3. Mai 2026 in der Musik- und Kongresshalle durch einen wunderbar frischen Mozart überrascht.

7. Symphoniekonzert 

Wolfgang Amadeus Mozart, Symphonie Nr. 36 C-Dur KV 425, „Linzer“
Alexander Zemlinsky, Lyrische Symphonie in sieben Gesängen

Adrienn Miksch, Sopran
Bo Skovhus, Bariton

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Musik- und Kongresshalle, Lübeck, 3. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Mozart mit Maienlust

„In der Linzer Symphonie arbeitet Mozart weit mehr melodisch als motivisch“, erklärte der Dirigent Ivor Bolton einmal, und in der Tat durchströmt die „Linzer Symphonie“ KV 425 in der optimistischen Tonart C-Dur eine flüssige Natürlichkeit, mit einem „großartigen Gespür für Melodie“, um Bolton nochmals zu zitieren. „Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck, 7. Symphoniekonzert 
Musik- und Kongresshalle, Lübeck, 3. Mai 2026“
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Antonio Pappano: Wie ein Gourmet, der Köstliches zu sich nimmt

LSO, Pappano, Kozhukin © Oliver Hitzegrad

Das London Symphony Orchestra gastiert mit Werken von Britten, Bernstein und Tschaikowski in Dortmund.

Benjamin Britten (1913-1976) – Sinfonia da Requiem op. 20

Leonard Bernstein (1918-1990) – Sinfonie Nr. 2 „The Age of Anxiety” für Klavier und Orchester

Peter Iljitsch Tschaikowski (1840-1893) – Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“

Denis Kozhukhin, Klavier
London Symphony Orchestra
Sir Antonio Pappano, Dirigent

Konzerthaus Dortmund, 1. Mai 2026

von Brian Cooper

Benjamin Brittens War Requiem war erst vor einem Monat in Baden-Baden zu erleben. Seine Sinfonia da Requiem hat auf den ersten Blick nichts damit zu tun, zumal sie ein reines Orchesterwerk ist, aber wie sein groß angelegtes Requiem ist es eine Trauermusik eines zutiefst pazifistisch eingestellten Komponisten. Und genau aufgrund dieser klagenden Grundstimmung sowie der Bezüge zur katholischen Totenmesse wurde die Sinfonia, ein Auftragswerk zum 2600. Jahrestag der Gründung der japanischen Kaiserdynastie, von der dortigen Regierung abgelehnt. „Sir Antonio Pappano, LSO, Denis Kozhukhin, Klavier
Konzerthaus Dortmund, 1. Mai 2026 “
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DIE SONNTAG-PRESSE – 3. MAI 2026

© Tibor-Florestan Pluto

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DIE SONNTAG-PRESSE – 3. MAI 2026

Frankfurt/Alte Oper
Pappano beschert mit dem London Symphony Orchestra emotionale Wechselbäder
An diesem Abend in der Alten Oper Frankfurt ahnte vermutlich keiner, dass ein Programm bevorstand, das mit gemütlichem britischen Understatement wenig zu tun haben würde. Unter der Leitung von Sir Antonio Pappano präsentierte das London Symphony Orchestra (LSO) drei Werke, die das Thema Angst in radikal unterschiedlichen Facetten ausleuchteten: von der existenziellen Erschütterung bis zur lähmenden Leere moderner Sinnsuche.
Von Dirk Schauß
Klassik-begeistert.de

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Jonas Kaufmann und Malin Byström bringen das Publikum zum Tanzen und Jauchzen

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg – Sony Music

Jaj, Jaj, Jaj!

Magische Töne
Klassischer Konzertabend

Jonas Kaufmann, Tenor
Malin Byström, Sopran

Philharmonie Baden-Baden
Jochen Rieder, Leitung

Konzerthaus, Rolf Böhme Saal, Freiburg, 30. April 2026

von Kathrin Beyer

Schon im Vorfeld platzierte ich drei Wünsche beim Universum.

Der Erste galt der Deutschen Bahn, ich muss ihn wohl nicht näher benennen.

Im Zweiten bat ich darum, dass Jonas Kaufmann gut bei Stimme sei.

Der dritte Wunsch bezog sich auf den heutigen Tag und meine momentane Tätigkeit des Schreibens. Möge ich die richtigen Worte finden, wünschte ich mir, um von einem Konzertabend zu erzählen, der hier schon von meinen Vorgängern, aus anderen Städten, besprochen wurde.

Jetzt gilt’s. „Jonas Kaufmann und Malin Byström
Konzerthaus, Rolf Böhme Saal, Freiburg, 30. April 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 2. MAI 2026

Michael Tilson Thomas © https://michaeltilsonthomas.com/photos/

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 2. MAI 2026

Michael Tilson Thomas: Seine Inspirationskraft und Musikbegeisterung wird allen fehlen
Abseits tagesüblicher Ereignismeldungen sickerte vor einigen Tagen – eher zögerlich – die erschütternde Nachricht durch, dass der charismatische US-amerikanische Dirigent und Komponist Michael Tilson Thomas am 22. April 2026 an seinem Wohnort in San Francisco, Kalifornien, USA, im Alter von 81 verstorben ist.  MTT – wie ihn seine Bekannten, Kollegen und Freunde nannten – war 25 Jahre lang der künstlerische Direktor des San Francisco Symphony Orchestra gewesen. Sein Nachfolger, der finnische Dirigent und Komponist Esa-Pekka Salonen zeigte sich von dieser Nachricht tief erschüttert.
Von Dr. Holger Voigt
Klassik-begeistert.de

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