Die konzertante Aufführung von “Le Prophète” wird in Paris zum musikalischen Ohrenschmaus

Le Prophète – Théâtre des Champs-Elysées, Foto Jean-Nico Schambourg

 “Le Prophète” (Der Prophet) von Giacomo Meyerbeer wird heute selten aufgeführt wegen der extrem hohen Anforderungen an die Sänger, aber auch wegen der szenischen Umsetzung dieser Oper in fünf Akten. Das Théâtre des Champs-Elysées in Paris umgeht die szenischen Probleme mit einer konzertanten Aufführung unter der Leitung des jungen Dirigenten Marc Leroy-Calatayud, die mit John Osborn, Marina Viotti und Emma Fekete auch gesanglich hochrangig besetzt ist.


Giacomo Meyerbeer (1791-1864)
LE PROPHÈTE
Grand Opéra in fünf Akten (Libretto von Eugène Scribe und Emile Deschamps)

Konzertante Aufführung

Musikalische Leitung: Marc Leroy-Calatayud
Orchestre de Chambre de Genève

Théâtre des Champs-Elysées, Paris, 28. März 2026

von Jean-Nico Schambourg

Als im Jahre 1849 die Oper “Le Prophète” (Der Prophet) von Giacomo Meyerbeer an der Pariser Oper, Salle Le Peletier, aufgeführt wurde, handelte es sich um die teuerste Produktion, die es bis dato je in Paris gab. Aufwendige Szenenbilder, historische Kostüme für eine Unmenge von Mitwirkenden ließen die Kosten explodieren. Der riesige Erfolg gab den Verantwortlichen recht. Nach nur 27 Monaten kam es zur 100. Aufführung dieser Grande Opéra.

„Giacomo Meyerbeer LE PROPHÈTE Konzertante Aufführung
Théâtre des Champs-Elysées, Paris, 28. März 2026“
weiterlesen

George Petrou und Herbert Fritsch machen aus Händels „Belshazzar“ ein buntes Vergnügen

Belshazzar KOB © Jan Windszus Photography

George Petrous zweite Einstudierung an der Komischen Oper Berlin ist getragen von einem Gespür für Kurzweiligkeit und guten Geschmack,  in gut abgestimmter Zusammenarbeit mit dem Regisseur Herbert Fritsch.

Vor allem die Phalanx aus Chor der Komischen Oper sowie dem Vocalconsort Berlin bescherte der Produktion anderthalb Monate vor der nächsten Ausgabe der Göttinger Händelfestspiele einen Trumpf.

Georg-Friedrich Händel,  Belshazzar

Musikalische Leitung:  George Petrou

Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme:  Herbert Fritsch
Licht:  Olaf Freese

Chöre:  David Cavelius

Chorsolisten der Komischen Oper Berlin
Vocalconsort Berlin

Orchester der Komischen Oper Berlin

Komische Oper Berlin, Schillertheater, 28. März 2026, Premiere

von Kirsten Liese

George Petrou zählt für mich zu den kreativsten Köpfen in der Barockoper. So hat er bei den Händelfestspielen in Göttingen, die er seit 2022 künstlerisch leitet, mit raffinierten Improvisationen in der Oper „Giulio Cesare“ aufgewartet und mit „Sarrasine“ auf eine Novelle von Balzac ein packendes Opernpasticcio nach historischem Vorbild selber entworfen. „Georg-Friedrich Händel, Belshazzar
Komische Oper Berlin, 28. März 2026, Premiere“
weiterlesen

Common Ground: Das Band zwischen mir und den Tänzerinnen und Tänzern ist innig

Foto: Common Ground: Cacti, Carollina Bastos und Osiel Gouneo © Nicholas MacKay

Drei Konzepte. Das erste: der beschränkte kleinste Raum. Welch Dynamik! Das zweite: ein Raum, den sich die Tänzerinnen und Tänzer mit immer mehr hinzukommenden teilen müssen. Welch entstehende Freiheit! Das dritte: der Schein muss gewahrt bleiben. Oder wird dieser durchbrochen durch das sensible Band der Tänzerinnen und Tänzer mit den Zuschauerinnen und Zuschauern? Ich jedenfalls fühle dieses Band an diesem Abend. In allen drei Teilen.

Common Ground – dreiteiliger Ballettabend PREMIERE

„Cacti“ (UA 2010, Nederlands Dans Theater)
Choreographie Alexander Ekman
Musik Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Franz Schubert (Arr. Andy Stein)

Bayerisches Staatsballett

Streichquartett So-Young Kim, Matjaž Bogataj, Tilo Widenmeyer, Benedikt Don Strohmeier

„IMPASSE“ (UA 2020, Nederlands Dans Theater)
Choreographie Johan Inger
Musik Ibrahim Maalouf, Amos Ben-Tal

Bayerisches Staatsballett

Bella Figura (1995, Nederlands Dans Theater)
Choreographie Jiří Kylián

Musik Lukas Foss, Alessandro Marcello, Giovanni Battista Pergolesi, Giuseppe Torelli, Antonio Vivaldi

Bayerisches Staatsballett

Nationaltheater, München, 28. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend eröffnet das Bayerische Staatsballett mit seiner zweiten Premiere der Spielzeit „Common Ground“ die Ballettwoche 2026 auf der Bühne des Münchner Nationaltheaters. Der Abend vereint drei Stücke, die allesamt am Nederlands Dans Theater in Den Haag uraufgeführt wurden.

„COMMON GROUND Alexander Ekman, Johan Inger, Jiří Kylián
Nationaltheater, München, 28. März 2026 PREMIERE“
weiterlesen

Hamburg findet mit Lohengrin zurück in die Spur!

Lohengrin, Archiv HSO © Arno Declair

Auch am Gänsemarkt in Hamburg kann Richard Wagner schwer begeistern. Denn kaum zeigte sich Omer Meir Wellber nach einem spektakulären ersten Lohengrin-Aufzug dem Publikum, tönten aus allen Rängen schon nach der ersten Pause gleich mehrere Bravos. Sowas gab’s in Hamburg noch nie!

Lohengrin, romantische Oper in drei Aufzügen
Libretto und Komposition von Richard Wagner

Inszenierung: Peter Konwitschny
Bühne: Helmut Brade

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber

Hamburgische Staatsoper, 28. März 2026

von Johannes Karl Fischer

Dieser überaus spektakuläre Opernabend ging längst nicht nur auf das Konto des wohl stolzesten Alumnus der Hamburger Opernschmiede, Klaus Florian Vogt. Neben dem unter Omer Meir Wellbers Leitung begeisternd spielenden Orchester glänzte auch der Chor in Höchstform. Jener Chor, der beim letzten Lohengrin vor vier Jahren nicht gerade positiv auffiel, sang die sehr zahlreichen und fordernden Chornummern einfach souverän, wie entfesselt. Man spürte die Begeisterung jedes einzelnen Sängers in der musikalischen Seele brennen, am liebsten würde man selbst auf die Bühne stürmen und mitsingen.     „Lohengrin, romantische Oper von Richard Wagner
Die Hamburgische Staatsoper, 28. März 2026“
weiterlesen

Unter Omer Meir Wellber gelingt eine nahezu exemplarische Lohengrin-Aufführung

Nach dem zweiten Aufzug: Gabor Bretz (König Heinrich), Klaus Florian Vogt (Lohengrin), Sara Jakubiak (Elsa), Yulia Matochkina (Ortrud), Martin Ganter (Telramund), Szymon Mechlinski (Heerrufer) (Foto: RW)

 Unter Berücksichtigung des wunderbar aufspielenden Orchesters, des glanzvollen Chores und der sängerischen und darstellerischen Kraft von Klaus Florian Vogt und Sara Jakubiak sowie der spannungsgeladenen, in sich schlüssigen Inszenierung war es eine (nahezu) exemplarische Lohengrin-Aufführung.


Lohengrin, romantische Oper in drei Aufzügen
Libretto und Komposition von Richard Wagner

Inszenierung: Peter Konwitschny
Bühne: Helmut Brade

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber

Hamburgische Staatsoper, 28. März 2026

von Dr. Ralf Wegner

Peter Konwitschnys Lohengrin-Deutung funktioniert immer noch. Frisch wie bei der Premiere 1998 präsentierten sich Chor und Ensemble spiel- und sangesfreudig. Die Erscheinung des Gralsjüngers Lohengrin in der Klassenmitte und die sofort beginnende Verehrung für diesen Superstar inmitten begeisterungsfähiger Schülerinnen und Schüler ist psychologisch nach wie vor schlüssig und überzeugend. „Lohengrin Oper von Richard Wagner
Hamburgische Staatsoper, 28. März 2026“
weiterlesen

Ein Erlebnis der anderen Art: Das Duo Natalia füllt den kleinen Raum mit großer Musik

Foto: © Duo Natalia

So müssen sich Könige gefühlt haben. Im Bösendorfer Salon spielt das Duo Natalia für eine Handvoll Leute. Drei Reihen, ein paar Stühle, zum Greifen nahe der 230-er Bösendorfer-Flügel. Für Pianistin Natalia Kovalzon ein großartiger Flügel, der auf alles sofort reagiert. Für Geigerin Natalia van der Mersch fast zu beengend. Dass der Luxemburgerin schon mal der Haarreif vom Kopf fetzt, liegt an der Energie, die sie in jeden Ton legt.

Duo Natalia
Natalia van der Mersch, Violine
Natalia Kovalzon, Klavier

Bösendorfer Salon, Wien, 24. März 2026

von Jürgen Pathy

Ihre Technik ist stupend. Doch das allein ist nicht das Faszinosum. Natürlich fetzt Geigerin Natalia van der Mersch mit einer Leichtigkeit durch die rasanten Läufe und brillanten Figurationen des Präludium und Allegro oder die Episode – beides von Fritz Kreisler, der die Affinität des Duos zu Wien auch zutage bringt. „Eine wunderbare Stadt – in der möchte ich leben“, ist van der Mersch Feuer und Flamme, wenn man von Wien spricht.

Doch Musik lebt von mehr als nur reiner Technik, vom Ausdruck – Musik sei die Pforte zum Himmel. Das spürt man bei jedem Ton, den das Duo anspielt. Besonders bei Beethovens „Frühlingssonate“ mit ihrem göttlichen Adagio. Molto espressivo. Das nehmen die beiden beim Namen.

„Duo Natalia Natalia van der Mersch und Natalia Kovalzon
Bösendorfer Salon, Wien, 24. März 2026“
weiterlesen

DIE SONNTAG-PRESSE, 29. MÄRZ 2026

Foto: Christian Gerhaher (Wotan) © Frol Podlesnyi

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE SONNTAG-PRESSE, 29. MÄRZ 2026

Haben Sie schon die Uhr vorgestellt? Zeitumstellung nicht vergessen!

Salzburg/ Osterfestspiele
Ein neuer Ring für Salzburg – Kirill Serebrennikov inszeniert das „Rheingold“
Audio von Jörn Florian Fuchs (5,47 Minuten)
deutschlandfunk.de.salzburgring

Salzburg
Out of Africa: Wagners „Rheingold” in Salzburg
Nachtkritik: Mit dem „Rheingold“ starten die Osterfestspiele ihren neuen „Ring des Nibelungen“. Am Ende gibt es Riesenjubel für die nach Salzburg zurückgekehrten Berliner Philharmoniker und ihren Chefdirigenten Kirill Petrenko. Kirill Serebrennikow muss für seine Inszenierung dagegen auch Buhs einstecken.
https://www.krone.at/4091661

Afrika und arktisches Eis: Wagners „Rheingold“ bei den Osterfestspielen Salzburg
Christian Gerhaher zeichnet im Vorabend zum „Ring“ ein komplexes Bild eines Machtmenschen auf der Flucht vor sich selbst, Kirill Petrenko dirigiert in der Felsenreitschule leicht, schlank und transparent
Abendzeitung.muenchen.de.rheingold

„DIE SONNTAG-PRESSE, 29. MÄRZ 2026“ weiterlesen

Hochstapeln ist eine Kunst – René und Angèle batteln sich famos im Münchner Gärtnerplatztheater

Daniel Prohaska (René Graf von Luxemburg), Andreja Zidaric (Angèle Didier) © Anna Schnauss

Im Vergleich zu den Lebensratgebern, die sie dafür einkaufen müssten, ist dieser Operettengang motivierender, günstiger und in drei Stunden haben sie es sich drauf gepackt. Ich jedenfalls gewinne lachendes Glück. Tolle Unterhaltung mit Niveau!

Der Graf von Luxemburg (1909)
Musik von Franz Lehár
Libretto von Alfred Maria Willner und Robert Bodanzky

Fassung für das Staatstheater am Gärtnerplatz von Peter Lund, musikalisch eingerichtet von Kai Tietje

Musikalische Leitung   Michael Brandstätter

Regie   Peter Lund
Choreografie   Alex Frei
Bühne   Jürgen Franz Kirner

Tanzensemble
Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

René, Graf von Luxemburg   Daniel Prohaska
Angèle Didier   Andreja Zidaric
Armand Brissard   Peter Neustifter
Juliette Vermont   Sophia Keiler
Fürst Basil Basilowitsch   Erwin Windegger
Gräfin Mathilde von Luxemburg   Dagmar Hellberg
Sergej Mentschikoff / Portier des Grandhotels   Juho Stén
Pawel von Pawlowitsch / Portier des Hotel Pain / Regieassistent   Gregor Reinhold
Pélegrin / Schaffner / Theaterdirektor   Alexander Franzen

Gärtnerplatztheater, München, 27. März 2026, Premiere

Von Frank Heublein

An diesem Abend hat im Münchner Gärtnerplatztheater Lehárs Graf von Luxemburg Premiere. Im Kern geht es ums Vorgaukeln, Hochstapeln und bohemianisches Träumen. Also genau das, was ich brauche, um drei Stunden lang hingerissen auszuleben, dass meine reale Welt in diesem Augenblick so viel besser ist als ich glaubte, nämlich rundherum gut. „Franz Lehár, Der Graf von Luxemburg (1909)
Gärtnerplatztheater, München, 27. März 2026, Premiere“
weiterlesen

Die Pirat(inn)en von Penzance stellen die Volksoper auf den Kopf

Mitte: Timothy Fallon (Frederic, Piratenlehrling), rechts außen: Johanna Arrouas (Ruth, seine Nanny), Ensemble, Chor der Volksoper Wien © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Die “Piraten von Penzance” in der Volksoper sind musikalisch gediegen, szenisch fabelhaft überdreht, optisch eine Augenweide. Eine frei erfundene Rahmenhandlung versucht, die Handlung in die heutige Zeit zu bringen, lenkt aber von der satirischen Substanz des Werks durch reichlich Hektik und Klamauk ab.

Arthur Sullivan und W. S. Gilbert
Die Piraten von Penzance
Textadaption und -überschreibung von Jennifer Gisela Weiss

Orchester und Chor der Wiener Volksoper
Wiener Staatsballett

Choreinstudierung: Roger Díaz-Cajamarca
Choreographie: Gail Skrela

Musikalische Leitung: Chloe Rooke

Regie: Spymonkey (Toby Park und Aitor Basauri)
Bühnenbildund Kostüme: Julian Crouch
Licht: Phil Supple

Volksoper Wien, 27. März 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Die “Piraten von Penzance” heute auf die Bühne zu bringen ist nicht ganz einfach. Dass gewisse Aspekte des Librettos behutsam an unsere Vorstellungen angepasst werden müssen, steht außer Zweifel. „Arthur Sullivan und W. S. Gilbert, Die Piraten von Penzance
Volksoper Wien, 27. März 2026“
weiterlesen

DIE SAMSTAG-PRESSE – 28. MÄRZ 2026

Bo Skovhus und Stefan Vladar © Andreas Ströbl

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 28. MÄRZ 2026

Lübeck/Theater
Skovhus singt, Vladar spielt – und das Publikum hält den Atem an
Ein Bariton von internationalem Rang, ein großartiger Pianist, der weit mehr als nur Begleiter ist, und ein Programm, das ein Kurzportrait von Gustav Mahler entwirft – das durfte ein begeistertes Publikum am 26. März 2026 im Großen Haus des Lübecker Theaters erleben. Völlig unverständlich, dass dieses besondere Konzert nicht restlos ausverkauft gewesen ist, denn dieser Liederabend war in jeder Hinsicht erlesen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

Baden-Baden
Richard Wagners „Lohengrin“ bei den Osterfestspielen in Baden-Baden
Joana Mallwitz dirigiert bei ihren ersten Osterfestspielen in Baden-Baden „Lohengrin“ von Richard Wagner. Sie spricht über Gegensätze und die Feinheiten der Inszenierung.
swr.de

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 28. MÄRZ 2026“ weiterlesen