„Vivaldi und ich“ macht große Lust, mehr von Vivaldi zu erfahren

Primavera, Michele Riondino © Kimberley Ross

Der Film läuft nicht in den großen Berliner Kinos. In einigen der Kleineren findet er eine Nische zwischen all den Blockbustern.

So trifft man sich am Mittwochnachmittag in einem Kiez-Kino nahe des Müggelsees um gemeinsam dem unbekannten Vivaldi nachzuspüren. Und bemerkt, wie wohltuend seine Musik auch jenseits der „Vier Jahreszeiten“ klingt.

VIVALDI UND ICH
(Originaltitel: Primavera)

Ein italienisch-französischer Kinofilm (2025)

von Damiano Michieletto (Regie) und Ludovica Rampoldi (Drehbuch),
angelehnt an den Roman „Stabat Mater“ von Tiziano Scarpa

Musik von Fabio Massimo Capogrosso,
unter Verwendung von Musikstücken Antonio Vivaldis

Kinostarts in Deutschland und Österreich am 21./ 22. Mai 2026

Kino Union, Berlin-Friedrichshagen, 3. Juni 2026

von Ralf Krüger

Wir lernen „Don Antonio“ Vivaldi als einen nicht unattraktiven Enddreißiger kennen. Gesundheitliche Probleme und ein stetiger Husten quälen ihn. Die kirchliche Leitung eines Venezianischen Waisenhauses für Mädchen und junge Frauen verpflichtet ihn als musikalischen Leiter ihres Orchesters. Die regelmäßigen Sonntagskonzerte in der hauseigenen Kapelle sind bis dato nicht so gut besucht, wie in anderen Einrichtungen. Man will von seiner Popularität profitieren, erlaubt ihm, neue Instrumente zu kaufen und die Musik seiner Zeit ein wenig aufzupeppen. Der Erfolg bleibt nicht aus. „„Vivaldi und ich“ (Originaltitel: „Primavera“)
Kino Union, Berlin-Friedrichshagen, 3. Juni 2026“
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Henzes Künstleroper wird einer umfangreichen Analyse unterzogen

 

Der Charakter einer Kammeroper sollte eigentlich Aufführungen erleichtern, aber vielleicht ist auch der deutsche Text banaler, als beabsichtigt. Übersetzungen von Libretti sind immer problematisch, vielleicht sollte man das Werk wieder einmal im englischen Original auf die Bühne bringen.

Peter Petersen
Elegy for
young Lovers

et+k Edition text+kritik

 von Peter Sommeregger

Der bevorstehende 100. Geburtstag des Komponisten Hans Werner Henze war wohl der äußere Anlass für diese intensive Dokumentation über die Künstleroper „Elegy for young Lovers“, die der Komponist von 1959 bis 1961 als Auftragswerk des Süddeutschen Rundfunks schuf. Die Uraufführung der Oper fand bei den Schwetzinger Festspielen 1961 statt, wobei das in englischer Sprache von W.H. Auden und Chester Kallman verfasste Libretto in deutscher Übersetzung gesungen wurde. Die englische Originalversion wurde noch im gleichen Jahr beim Glyndebourne Festival uraufgeführt. „Peter Petersen, Elegy for young Lovers
Klassik-begeistert.de, 6. Juni 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 6. JUNI 2026

Götterdämmerung © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 6. JUNI 2026

Wien/Staatsoper
Heras-Casados „Ring“ Dirigat vollzieht eine spannende Wendung
Der 1. Ring-Durchgang von Pablo Heras-Casado an der Wiener Staatsoper ist Geschichte. Im Gegensatz zu anderen Meinungen sehe ich eine klare positive Entwicklung. Seit dem „Rheingold“ hat Heras-Casados Zugriff auf die Partitur eine stärkere musikalische Ausdruckskraft gefunden. Der erste Akt der „Götterdämmerung“ ist beim Spanier eines: ein Epos mit Sog, das als cineastisches Pendant mit Klassikern wie „Jenseits von Afrika“ oder „Apocalypse Now“ gleichzusetzen ist. Bislang hatte kein Dirigent der letzten Jahre es geschafft, mich zwei Stunden lang an diese Musik zu fesseln. Heras-Casado gelingt genau das.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

Wien/Konzerthaus
Konzerthaus: Gleißende Schreckensmusik aus der Finsternis (Bezahlartikel)
Im komplett abgedunkelten Berio-Saal spielte das Ensemble Phace das Publikum mit „Solstices“ von Georg Friedrich Haas in Trance.
DiePresse.com

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Auf den Punkt 95: Come as you are, sagt Tobias Kratzer. Bitte nicht, sagt Joe Laschet

Fotos © Joe Laschet

Die Mailänder Scala hat unlängst einen Dresscode eingeführt. Nicht gar zu streng, aber immerhin. An der Hamburgischen Staatsoper dagegen heißt es schnöde come as you are  („Komm, wie du bist“)  – Sie könnten dort gerne mal vom Strand direkt in die Oper rübermachen, ohne Probleme zu bekommen… Wer hat Recht, die Intendanz in Mailand oder Hamburg? Ich habe mich dazu mit Joe Laschet unterhalten, Autor und Blogger rund um das Thema Bekleidungskultur und gutes Benehmen – also der perfekte Gesprächspartner. Und ehe Sie fragen: Ja, Armin Laschet (CDU) ist sein Vater.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Joe Laschet

Als Joe Laschet die Osterfestspiele Baden-Baden 2026 besucht hat –  es gab Lohengrin von Richard Wagner – trug er ein weißes Dinnerjacket und seine Frau ein langes Abendkleid. Und die anderen Zuschauer, wie hielten die es mit der Bekleidungskultur, habe ich gefragt. Ebenfalls gut gekleidet? Ja, war die Antwort. Aber: „Jeans und T-Shirt zuweilen auch dort.“ „Auf den Punkt 95: Come as you are, sagt Tobias Kratzer
klassik-begeistert.de, 6. Juni 2026“
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Heras-Casados „Ring“‐Dirigat vollzieht eine spannende Wendung

Pablo Heras-Casado © Fernando Sancho

Der 1. Ring-Durchgang von Pablo Heras-Casado an der Wiener Staatsoper ist Geschichte. Im Gegensatz zu anderen Meinungen sehe ich eine klare positive Entwicklung. Seit dem „Rheingold“ hat Heras-Casados Zugriff auf die Partitur eine stärkere musikalische Ausdruckskraft gefunden. Der erste Akt der „Götterdämmerung“ ist beim Spanier eines: ein Epos mit Sog, das als cineastisches Pendant mit Klassikern wie „Jenseits von Afrika“ oder „Apocalypse Now“ gleichzusetzen ist. Bislang hatte kein Dirigent der letzten Jahre es geschafft, mich zwei Stunden lang an diese Musik zu fesseln. Heras-Casado gelingt genau das.

Richard Wagner, Götterdämmerung

Wiener Staatsoper, 4. Juni 2026

von Jürgen Pathy

Warum manche eine negative Entwicklung ausmachen wollen, kann nur an einem liegen: Sie sehen Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ zu stark von der Theaterseite. Das heißt, sie stellen Text und Libretto in den Mittelpunkt. Anders ist nicht zu erklären, dass das „Rheingold“ hochgejubelt wurde, während man bereits in der „Walküre“ und im „Siegfried“ eine negative Entwicklung verspürt. Durch die Dehnung der Partitur hatte Heras-Casado die Sänger im „Rheingold“ dazu gezwungen, so zu singen, wie es vor 50 Jahren noch üblich war. Der musikalischen Kraft der Partitur war das keine Hilfe, weil vieles dadurch zerfallen war. Statt Spannung hat Heras-Casado damit das Gegenteil erreicht.

„Richard Wagner, Götterdämmerung
Wiener Staatsoper, 4. Juni 2026“
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Auf den Punkt 94: Der große PR-Text-Realitäts-Check

Frank Peter Zimmermann © Irène Zandel

Tōru Takemitsu   How Slow the Wind
Ludwig van Beethoven   Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
César Franck    Sinfonie d-Moll FWV 48

NDR Elbphilharmonie Orchester
Kazuki Yamada   Dirigent

Frank Peter Zimmermann   Violine

Elbphilharmonie, Großer Saal, 4. Juni 2026

von Jörn Schmidt

Mit manchen Texten, die PR-Agenturen zu Programmheften beisteuern, tue ich mich schwer. Manchmal ist der Text nichtssagend, dann wieder wurde für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Daran habe ich mich bereits zwei Mal in meiner Kolumne abgearbeitet (Folgen 41 und 84, wenn es Sie interessiert). Hinter den Kulissen gab’s da flugs Feedback, das Thema hat emotionalisiert. Heute daher eine neue Folge zum Thema.

„Auf den Punkt 94:  Der große PR-Text-Realitäts-Check
Elbphilharmonie, Großer Saal, 4. Juni 2026“
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Daniel Barenboims Jahre in Chicago werden mit dieser Edition wieder lebendig

CD-Besprechung:

Was an der Zusammenstellung besticht, ist die unglaubliche Vielseitigkeit Barenboims, der in dieser Edition quer durch alle erdenklichen Stile navigiert und sich als musikalischer Weltbürger erweist. Sie dokumentiert auch die Hinwendung des bedeutenden Pianisten zum souveränen Dirigenten, die in dieser Form wohl einmalig ist.

Barenboim
Chicago Symphony Orchestra

The Warner Classic Edition

Complete Teldec, Erato & EMI Classics Recordings

Warner 5021732980724   37 CDs

von Peter Sommeregger

Daniel Barenboims Arbeit mit dem Chicago Symphony Orchestra begann 1969 mit einem Auftritt als Pianist, seine Zeit als Musikdirektor dieses Spitzenorchesters währte von 1991 bis 2006, mit diesen 15 Jahren steht er an der dritten Stelle der längsten Amtsträger. „Barenboim, Chicago Symphony Orchestra, The Warner Classic Edition
klassik-begeistert.de, 5. Juni 2026“
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Ich höre Stille als nicht mehr still, nur noch fast still: atemberaubend!

Ensemble © Frank Heublein

Ein unglaublich starkes Jetzt-Gefühl stellt sich in mir ein. Im Sehen und Hören verdichtet sich meine Wahrnehmung, mein Erspüren der Musik, mein Spüren meiner Selbst. Ich bin hin und weg.

Interdisziplinäre Signale 2 – Impression 4

Peter Ablinger Weiss/Weisslich 4 (1990–92) für Klavier und Ensemble
Cathy Milliken Espirar (2024) für Oboe solo
Frederic Rzewski 13 Studies for Instruments (1977) für Ensemble
Nina Šenk Reflections (2013) für Trompete und Klavier
Terry Riley in C (1964) für Ensemble

ensemble oktopus
Flöte  Metka Crnugelj
Oboe  Arturo Salvalaggio
Trompete  Dimitrios Schwechheimer
Tuba  Yuya Tanaka
Klavier  Petar Popovic, Mirijam Stitz, Junhao Huang, Sixuan Ren, Constantin-Andrei Preda

Musikalische Leitung  Armando Merino

Hochschule für Musik und Theater, Kleiner Konzertsaal, München, 02. Juni 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend führt das ensemble oktopus, das Ensemble für zeitgenössische Musik der Hochschule für Musik und Theater, im kleinen Konzertsaal das Programm „Interdisziplinäre Signale 2 – Impression 4“ auf. „Interdisziplinäre Signale 2 – Impression 4 ensemble oktopus
Hochschule für Musik und Theater, München, 2. Juni 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 5. JUNI 2026

Gautier Capuçon und Daniele Gatti; Foto Patrik Klein

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 5. JUNI 2026

Klein beleuchtet kurz 74: Zweimal Daniele Gatti und nie wieder
Ein Doppelkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden in der ausverkauften Elbphilharmonie Hamburg wurde unter dem Dirigat von Daniele Gatti zum Stresstest der Langeweile – mein Fazit: ich werde künftig einen Bogen um seine Dirigate machen – sorry.
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

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Das Verdi-Requiem bringt die „Elphi“ zum Beben

Verdi-Requiem HH Solisten © Oliver Killig

Das wuchtigste Requiem der Musikgeschichte, eine Weltstar-Besetzung und dies noch in einem der akustisch besten Konzertsäle überhaupt – was kann man da noch falsch machen? Am 3. Juni 2026 wurde den im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie versammelten Nordlichtern vermittelt, wie einem nach Meinung eines katholischen Tonsetzers am Jüngsten Tag all das um die Ohren gehauen wird, was man sich auf Erden hat zuschulden kommen lassen.

Abschlusskonzert des Internationalen Musikfestes Hamburg

Giuseppe Verdi, Messa da Requiem

Eleonora Buratto, Sopran
Elīna Garanča, Mezzosopran
Benjamin Bernheim, Tenor
Riccardo Zanellato, Bass

Daniele Gatti, Dirigent
Sächsische Staatskapelle Dresden

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Elbphilharmonie, Großer Saal, 3. Juni 2026

von Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

Orchestrale Klanggewalt vom Feinsten

Um es gleich vorweg zu sagen: Makellos beeindruckend ist an diesem Vorabend des Fronleichnam-Feiertages die Leistung der Sächsischen Staatskapelle Dresden. In den ersten Takten streicheln die Cellisten ihre Instrumente geradezu mit dem Bogen; es entsteht eine samtweiche Sanftheit, die noch nichts vom drohenden Endgericht ahnen lässt. Die Geigen entwerfen mehrfach an diesem Abend eine zauberhafte Feinheit, wie ein magisch gewobenes schillerndes Textil, das durch den Saal schwebt. Flöten in flinken, kristallinen Linien schenken eine feintönende Ergänzung zu den seelenvoll ins Innere dringenden anderen Holzbläsern. „Giuseppe Verdi, Messa da Requiem, Sächsische Staatskapelle Dresden
Elbphilharmonie, 3. Juni 2026“
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