Der neue „Parsifal“ in Dresden erweckt unterschiedliche Emotionen

Foto: Eric Cutler (Parsifal), Kinderkomparse, Michèle Losier (Kundry) © Semperoper Dresden/Jochen Quast

Um es kurz zu fassen: Dieser Abend gehörte den Solisten wie Eric Cutler und Georg Zeppenfeld in den Hauptrollen, sowie der Dresdner Staatskapelle.

Richarde Wagner Parsifal
Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Regie: Floris Visser

Daniele Gatti, musikalische Leitung
Sächsische Staatskapelle Dresden

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Kinderchor der Semperoper Dresden
Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden

Semperoper Dresden, 22. März 2026 PREMIERE

 von Henriette Müller

Die Erwartungen waren hochgesteckt.

Endlich wieder ein neuer „Parsifal“ im Spielplan der Semperoper!

Wie würde die Regie beim Publikum ankommen?

Über die Sänger/innen brauchte man sich im Vorfeld keine Gedanken machen. Alles gestandene Namen! „Richarde Wagner Parsifal, Daniele Gatti, Sächsische Staatskapelle Dresden
Semperoper Dresden, 22. März 2026 PREMIERE“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 25. MÄRZ 2026

Alexandre Kantorow © Sasha Gusov

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 25. MÄRZ 2026

Wien/Konzerthaus
Alexandre Kantorow bestätigt seinen Ruf als Weltklassepianist
Wenn man weiß, wie Hunderte Jungmusiker Klavier studieren und sich stundenlang die Finger wundklopfen, um dann irgendwo als Musiklehrer zu enden, begreift man erst die fulminante Leistung, die sich der junge Franzose mit russischem Namen erspielt hat. Und wie er das fast unspielbare dritte Klavierkonzert mit enormer Grundmusikalität zu betörendem Leben erweckte.
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

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Paavo Järvi navigiert stilsicher durch Mahlers Siebte

CD/Blu-ray Besprechung:

Mahlers siebte Sinfonie gilt unter Dirigenten als einer der anspruchsvollsten Gipfel im sinfonischen Achttausender-Himalaya – ein Werk, das sich weder leicht besteigen noch besonders gemütlich anhören lässt. Zwischen nächtlichem Gruseln, Kuhglocken-Alarm, Mandolinen-Serenade und einem Finale, das in strahlendem C-Dur plötzlich den Optimismus ausrufen will (ob ernst gemeint oder mit Augenzwinkern, darüber streiten die Mahler-Forscher bis heute). Paavo Järvi und das Tonhalle-Orchester Zürich haben sich in ihrer fortlaufenden Mahler-Reihe genau diesem sperrigen Koloss gestellt.

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 7 e-moll

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi, musikalische Leitung

Alpha Classics, ALPHA1206

von Dirk Schauß

Wer Järvi kennt, erwartet keine verträumte Schwelgerei. Er dirigiert wie ein Architekt mit Pulsmesser: präzise, zielgerichtet, emotional pointiert – ohne je ins Sentimentale abzurutschen. Das Ergebnis ist eine Aufnahme, die Mahler nicht als ewigen Melancholiker, sondern als scharfsinnigen, modernen Denker zeigt, der 1904/05 am Wörthersee eine Klangwelt entworfen hat, in der die Natur nicht nur summt, sondern – um Mahler selbst zu zitieren – tatsächlich brüllt. „CD/Blu-ray Besprechung: Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 7 e-moll, Paavo Järvi, musikalische Leitung
klassik-begeistert.de 24. März 2026“
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Die Stars dieser „Elektra“ sind das Orchester und der Dirigent

CD/Blu-ray:

Richard Strauss
Elektra

Bergen Philharmonic Orchestra and Chorus
Edward Gardner

Chandos CHSA 5375(2)

von Peter Sommeregger

Diese Neueinspielung von Strauss’ Elektra geht auf eine konzertante Aufführung im norwegischen Bergen vom Dezember 2023 zurück. Der aufstrebende Dirigent Edward Gardner beendete in dieser Saison seine langjährige Chefposition mit dem Bergen Philharmonic Orchestra, dem er aber weiterhin als Gastdirigent verbunden ist. „CD/Blu-ray: Strauss, Elektra, Edward Gardner Dirigent
klassik-begeistert.de, 24. März 2026“
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Frauenklang 17: Raphaela Gromes revidiert die Musikgeschichte im Lichte des Feminismus

Raphaela Gromes setzt sich mit großem Elan dafür ein, endlich das alte Vorurteil über Bord zu werfen, Frauen fehle die schöpferische Potenz, um ganz große Werke der Tonkunst hervorzubringen. Mit überzeugenden Interpretationen in live und auf CD beweist sie das Gegenteil und bringt zahlreiche verborgene Schätze zu Gehör. Möge ihr Wunsch in Erfüllung gehen, dass ihre Entdeckungen künftig die Musikgeschichte erweitern und die Konzertprogramme bereichern werden!

von Dr. Lorenz Kerscher

Vor wenigen Tagen erschien hier in Klassik begeistert die von Dr. Gerd Klingeberg verfasste Rezension eines Konzerts von Raphaela Gromes und ihrem Klavierpartner Julian Riem in Bremen, bei dem ausschließlich Werke von Komponistinnen zur Aufführung kamen. Es macht große Freude, darin zu lesen, wie der Funke der Begeisterung für dieses noch kaum bekannte Repertoire auf den Autor und offenbar auf das ganze Publikum übersprang. Auch ich habe dieses Programm schon live erlebt und kann den von
Dr. Klingeberg geschilderten positiven Eindruck nur ganz und gar bestätigen. „Frauenklang 17: Die Cellistin Raphaela Gromes
klassik-begeistert.de, 24. März 2026“
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Das Klavierfest Weißensee hat sich als Geheimtipp etabliert

© klavierfest-bw.de

Bereits im vierten Jahr findet das Klavierfest Weissensee im Kulturzentrum Peter Edel, direkt am See statt. Von der Pianistin Eri Mantani begründet, hat es sich erfreulich gut etabliert. In diesem Jahr steht der Komponist Franz Liszt mit seinen Kompositionen, aber auch mit seinen berühmten Transkriptionen fremder Werke im Mittelpunkt.

4. Klavierfest Berlin-Weißensee

Franz Liszt  Transformation

Wo Licht und Dunkel sich berühren

Katharina Treutler, Klavier
Samstag, 21. März 2026

Das Aufblühen der Strahlen im Tanz

Florian Noack, Klavier
Sonntag, 22. März 2026

Festsaal des BuK Peter Edel, 21. und 22. März 2026

von Peter Sommeregger

Auch diesmal ist es den Veranstaltern gelungen, außergewöhnliche Künstler für die Konzerte zu gewinnen.

„Klavierfest Berlin-Weißensee, Franz Liszt Transformation
Festsaal des BuK Peter Edel, 21. / 22. März 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2026

Sir Simon Rattle © Oliver Helbig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2026

Hamburg/Elbphilharmonie
Auf den Punkt 85: Sir Simon Rattle gelingt das perfekte Soufflé
Die Opern von Richard Wagner bekommt man nicht kaputt, sage ich immer. Selbst wenn Peter Konwitschny die Regie verantwortet – Augen zu, und Sie werden dennoch glücklich. Mit den Sinfonien von Gustav Mahler verhält es sich grundlegend anders, sie sind wie ein Soufflé.
Von Jörn Schmidt
Klassik.begeistert.de

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Alexandre Kantorow bestätigt seinen Ruf als Weltklassepianist

Alexandre Kantorow © Sasha Gusov

Wenn man weiß, wie Hunderte Jungmusiker Klavier studieren und sich stundenlang die Finger wundklopfen, um dann irgendwo als Musiklehrer zu enden, begreift man erst die fulminante Leistung, die sich der junge Franzose mit russischem Namen erspielt hat. Und wie er das fast unspielbare dritte Klavierkonzert mit enormer Grundmusikalität zu betörendem Leben erweckte.

Sergej Prokofjew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 in C-Dur, op. 26

Peter Iljitsch Tschaikowsky: Symphonie Nr. 4 in f-Moll, op. 36

Alexandre Kantorow, Klavier
Filarmonica della Scala
Riccardo Chailly, Dirigent

Wiener Konzerthaus, 22. März 2026

von Herbert Hiess

Der knapp 30-jährige Franzose Alexandre Kantorow ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der Top-Pianisten und wird von den Konzertveranstaltern weltweit herumgereicht. Man hat das Gefühl, dass er sich von Mal zu Mal steigert. Genau das war im Wiener Konzerthaus zu spüren, wo man sah und vor allem hörte, dass sich Kantorow zu Recht in der Spitzenliga befindet. „Alexandre Kantorow, Filarmonica della Scala, Riccardo Chailly
Wiener Konzerthaus, 22. März 2026                                                    “
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Reines Klangfarbenspiel garantiert noch keinen Erfolg

Sir George Benjamin © Matthew Lloyd

Es gibt Abende, da macht man als Musiker alles richtig und trotzdem misslingen sie. Ob mangelhafte Einzelleistungen, schwierige Werkauswahl, Missstimmung mit dem Dirigenten oder (besonders hier in Köln) ein rüpelhaftes Publikum; im Konzertsaal kann Vieles schiefgehen. Natürlich hofft man als Rezensent darauf, nicht über solche Fehltritte schreiben zu müssen – auch den Musikern zuliebe. An manchen Abenden häufen sich jedoch die Probleme. So auch diesen Sonntag in der Kölner Philharmonie.

Junge Deutsche Philharmonie
Sir George Benjamin, Dirigent

Bomsori Kim, Violine

Richard Strauss – Tod und Verklärung op. 24 TrV 158 – Tondichtung für großes Orchester, 1889
Karol Szymanowski – Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 op. 35, 1916
Sir George Benjamin – Concerto for Orchestra, 2021
Claude Debussy – La Mer, L 109 – drei sinfonische Skizzen für Orchester, 1905

Zugabe:
Grażyna Bacewicz – Polish Caprice, 1949

Kölner Philharmonie, 22. März 2026

von Daniel Janz

Die erste Hälfte erklingt voller Unausgewogenheiten

Tod und Verklärung“ von Richard Strauss stellt eigentlich ein Repertoirestück dar. Vielleicht bleibt die heutige Aufführung auch deshalb so negativ in Erinnerung. Denn Sir George Benjamins (66) Interpretation fällt sehr unausgewogen aus. Fast keines seiner gewählten Tempi wird dem Programm dieser Tondichtung gerecht: Der vor sich hinsiechende Todkranke wird hastig, fast hektisch die Streicher runtergejapst, der erste Krankheitsschub bleibt dermaßen lahm und undramatisch, dass selbst die volle Lautstärke der Bläser das nicht retten kann und den Übergang von Leben und Tod lässt Benjamin so schnell runtertrotten, dass sich keine Stimmung entfalten will. „Bomsori Kim, Junge Deutsche Philharmonie, Sir George Benjamin
Kölner Philharmonie, 22. März 2026“
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Wieso wird Otello vom Kriegshelden zum Frauenmörder?

George Oniani, Simone Piazzola © Bettina Stöß

Der italienische Regisseur Leo Muscato hat schon mehrere Opern in Bonn inszeniert. Mit “Otello” von Giuseppe Verdi bringt er allerdings zum ersten Mal ein Drama auf die dortige Bühne. Er verlegt die Geschichte in den Zypernkrieg von 1974 und gibt damit dem Zerfallprozess von Otellos Seele einen zeitgemäßen Hintergrund. Durch seine durchdachte Personenführung gelingt dem Regisseur eine fesselnde Darstellung dieses Dramas.

Giuseppe Verdi (1813-1901)
OTELLO
Dramma lirico in vier Akten (Libretto von Arrigo Boito)

Musikalische Leitung: Dirk Kaftan
Beethoven Orchester Bonn

Bonner Opernchor (Einstudierung: André Kellinghaus)

Inszenierung: Leo Muscato           
Bühne: Federica Parolini
Kostüme: Silvia Aymonino

Theater Bonn, Opernhaus, 22. März 2026

von Jean-Nico Schambourg

Wieso wird Otello vom Kriegshelden zum Frauenmörder? Um dies zu erklären, verlegt der italienische Regisseur Leo Muscato die Geschichte in den Zypernkrieg von 1974 und gibt damit dem Zerfallprozess von Otellos Seele einen zeitgemäßen Hintergrund.

Otello ist ein Außenseiter. Dafür bedarf es keiner schwarzen Hautfarbe wie in der Originalgeschichte von Shakespeare. Otello ist zwar Führer und Held, aber von Anfang an sieht man, dass der Krieg seine Spuren bei ihm hinterlassen hat. Bei der Liebesszene mit Desdemona im ersten Akt bricht er im letzten Moment moralisch zusammen und fängt an zu weinen. Dieses Kriegstrauma erklärt auch seine späteren Zweifel, sein unsicheres Auftreten, seine cholerischen Wutausbrüche und seine Gewaltaktionen gegen seine Geliebte.

„Giuseppe Verdi (1813-1901), Otello, Dirk Kaftan Dirigent
Theater Bonn, Opernhaus, 22. März 2026 “
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