Wiener Klangkultur: solide bis engagiert, aber nicht ohne Trübung

Fotos: © Alte Oper Frankfurt/Tibor-Florestan Pluto

Richard Strauss Also sprach Zarathustra op. 30
Jean Sibelius Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Wiener Philharmoniker
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 24. Februar 2026

von Dirk Schauß

Es gibt Momente in der Musikgeschichte, die an ihrem Entstehungsort eine ganz eigene, geradezu physisch greifbare Elektrizität entwickeln sollten. Als Richard Strauss’ Tondichtung Also sprach Zarathustra am 27. November 1896 in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde, provozierte sie ein Beben zwischen skandalöser Modernität und sakralem Staunen. Knapp 130 Jahre später kehrten die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andris Nelsons mit diesem Monumentalwerk an seinen Geburtsort zurück. Doch was als triumphale Heimkehr geplant war, entpuppte sich als eine Interpretation, die zwar von orchestraler Überlegenheit kündete, aber Fragen nach Balance und interpretatorischer Tiefe aufwarf. „Wiener Philharmoniker Andris Nelsons, Strauss und Sibelius
Alte Oper Frankfurt, 24. Februar 2026“
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Ludovic Tézier zeigt als Simon Boccanegra seine große Gesangskunst

CD/Blu-ray Besprechung:

Giuseppe Verdi (1813-1901)
SIMON BOCCANEGRA
Melodramma in einem Prolog und drei Akten

(Prima Classic PRIMA069)

 von Jean-Nico Schambourg

Die Oper “Simon Boccanegra” wurde 1857 in Venedig uraufgeführt und fiel durch. Erst nach einer tiefgreifenden Revision unter Mithilfe von Arrigo Boito, dem späteren Librettisten der Opern “Otello” und “Falstaff”, wurde die Oper nach ihrer Aufführung an der Mailänder Scala 1881 zum Erfolg.

„CD/Blu-ray Besprechung: Giuseppe Verdi (1813-1901) SIMON BOCCANEGRA
klassik-begeistert.de,“
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SNO - Ein neues Orchester aus der Schweiz überzeugt mit Bruckners Dritter

CD/Blu-ray Besprechung:

Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 3 d-moll

Swiss National Orchestra
Ralf Weikert, musikalische Leitung

von Dirk Schauß

In einer Zeit, in der viele Orchester um ihre Existenz ringen, wirkt die Gründung eines neuen Klangkörpers beinahe wie ein kleines Wunder. Umso mehr gilt das für das Swiss National Orchestra, das nicht aus institutioneller Notwendigkeit entstanden ist, sondern aus einem klaren künstlerischen Anspruch heraus. Über siebzig Musikerinnen und Musiker gehören dem Ensemble an, viele von ihnen Solisten oder Stimmführerinnen und Stimmführer in ihren jeweiligen Herkunftsorchestern. Sie bringen ihre Erfahrung, ihr musikalisches Wissen und ihre individuelle Klangkultur in dieses Projekt ein und legen damit das Fundament für die außergewöhnliche Qualität des Orchesters. „CD/Blu-ray Besprechung: Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 3 d-moll, Ralf Weikert Dirigent
klassik-begeistert.de, 25. Februar 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 25. FEBRUAR 2026

Wiener Staatsoper © Christian Öser

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 25. FEBRUAR 2026

Wien/Staatsoper
Einführungsmatinee „Titus“: Katleho Mokhoabane weckt große Hoffnung
Sind Güte und Milde im politischen System von Bedeutung? Dieser Frage stellt sich Regisseur Jan Lauwers bei der Neuproduktion von „La clemenza di Tito“ an der Wiener Staatsoper womöglich nicht. Direktor Bogdan Roščić wirft diese Frage in den Raum, schon zu Beginn der Einführungsmatinee im Vorfeld zur Premiere am 9. März 2026.
Von Jürgen Pathy
klassik-begeistert.de

„DIE MITTWOCH-PRESSE – 25. FEBRUAR 2026“ weiterlesen

Hat die Sopranistin Mariangela Sicilia mehr Contenance als Maria Stuarda? Teil II

Mariangela Sicilia als Desdemona (Otello) 2022 TCBO © Andrea Ranzi – Teatro Comunale di Bologna

Die Sopranistin Mariangela Sicilia hat unlängst an der Hamburgischen Staatsoper ihr Debut als Maria Stuarda in Gaetano Donizettis gleichnamiger Oper gegeben. Wir haben angelegentlich über Regietheater, schwerste Beleidigungen und Pop-Kultur gesprochen. Gleich zu Beginn habe ich die Italienerin gefragt, wie viel Selbstbeherrschung ihr italienisches Temperament erlaubt….

Jörn Schmidt im Gespräch mit Mariangela Sicilia, Teil II

klassik-begeistert: Unrein, Bastard, Dirne… Maria Stuarda konnte ganz schön austeilen. Ist das Frauenbild, das Donizetti hier zeichnet, noch zeitgemäß?

Mariangela Sicilia: Das Zitat muss ich geraderücken, in den Kontext der Geschichte stellen. Maria war als Königin verraten, abgesetzt und eingekerkert. Eine absolute Grenzsituation, sie war am Ende ihrer Kräfte. Der einzige Weg in die Freiheit war, vor Elizabetta niederzuknien und um Gnade zu flehen. Nach dieser Geste der Unterwerfung sah sie sich öffentlich provoziert und beleidigt. Ihr verbaler Ausbruch war nicht nur Wut: Es war verletzter Stolz… besser, sie wollte ihre Würde zurück. „Interview: kb im Gespräch mit der Sopranistin Mariangela Sicilia, Teil II
klassik-begeistert.de, 24. Februar 2026“
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Wie steht Mariangela Sicilia als Archäologin zu Pierre Boulez’ explosivstem Zitat? Teil I

Mariangela Sicilia – Book ritratti © Ugo Carlevaro e Ewa Lang

Was macht man mit Bestnoten in Mathematik und einem Archäologie-Diplom in der Tasche? Erraten Sie nie – man gibt an der Hamburgischen Staatsoper sein Debut als Maria Stuarda in Gaetano Donizettis gleichnamiger Oper. Jedenfalls dann, wenn man früher auf den Plätzen einer italienischen Kleinstadt Lieder der italienischen Pop-Ikone Mina gesungen hat. Glauben Sie mir nicht? Dann lesen Sie bitte mein Interview mit der italienischen Sopranistin Mariangela Sicilia…

Jörn Schmidt im Gespräch mit Mariangela Sicilia, Teil 1

klassik-begeistert: Pierre Boulez wollte einst alle Opernhäuser in die Luft sprengen. Mal wörtlich genommen, was halten Sie als Archäologin davon? Sowas gehört doch bestraft…

Mariangela Sicilia: Darf ich erst mal klarstellen, dass…

klassik-begeistert:  …Pierre Boulez kein Terrorist war?

„Interview: kb im Gespräch mit der Sopranistin Mariangela Sicilia, Teil 1
klassik-begeistert.de, 23. Februar 2026“
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Zubin Mehta blüht an seinem Lebensabend voll auf

Zubin Mehta © Monika Rittershaus

So traurig der Titel klingt – wenn man jedoch den Auf- und Abtritt des geschätzten Maestros Zubin Mehta, bald 90 Jahre alt, am Sonntag in Wien beobachten konnte, leidete man unwillkürlich an den Qualen mit, denen der liebenswürdige Stardirigent ausgesetzt ist. Dieser Konzertabend war  ungleich berührend, zumal das Orchester locker mit den sogenannten Meisterorchestern mithalten kann.

Musikverein Wien, 22. Februar 2026

Richard Wagner: Ouvertüre zur Oper Rienzi
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 8 in F-Dur, op. 93
Peter Iljitsch Tschaikowskij: Symphonie Nr. 4 in f-moll, op. 36

West-Eastern Divan Orchestra
Zubin Mehta, Dirigent

von Herbert Hiess

Was die Politik nicht zusammenbringt; das soll ein Orchester lösen, was man eigentlich nicht für möglich hält. 1999 wurde dieses Orchester unter anderem von Daniel Barenboim und Edward Said gegründet, das zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Mitgliedern besteht.

Der Name wurde von Goethes West-Östlichen Divan abgeleitet, einer Gedichtesammlung vom persischen Dichter Hafis und dessen Gedichtesammlung „Diwan“. „West-Eastern Divan Orchestra, Zubin Mehta
Musikverein, Wien, 22. Februar 2026“
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Mit Luisa Miller hat die Wiener Staatsoper Verdi einen Bärendienst erwiesen

Luisa Miller © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Giuseppe Verdi, Luisa Miller
Text  Salvadore Cammarano nach Friedrich Schiller

Musikalische Leitung  Michele Mariotti
Orchester und Chor der Wiener Staatsoper

Inszenierung & Bühne Philipp Grigorian

Kostüme  Vlada Pomirkovanaya
Choreografie  Anna Abalikhina
Licht  Franck Evin
Video  Patrick K.-H.

Besetzung:

Luisa Miller   Nadine Sierra
Vater Miller   George Petean
Graf von Walter   Roberto Tagliavini
Rodolfo   Freddie De Tommaso
Wurm   Marko Mimica
Federica   Daria Sushkova
Laura   Teresa Sales Rebordao

Wiener Staatsoper, 20. Februar 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Nach 35 Jahren ist Verdis zu Unrecht von den großen Opernbühnen eher vernachlässigte „Luisa Miller“ an die Wiener Staatsoper zurückgekehrt – und dies ist erst die zweite Inszenierung des Hauses am Ring.

Die Staatsoper hat sich geraume Zeit gelassen mit diesem musikalisch wertvollen Werk nach Schillers „Kabale und Liebe“ mit seinen herrlich klangvollen Arien – und hat dem italienischen Großmeister der Oper buchstäblich einen Bärendienst erwiesen. „Giuseppe Verdi, Luisa Miller
Wiener Staatsoper, 20. Februar 2026“
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Salomons „Médée et Jason“ ist stilistisch zwischen Lully und Rameau einzuordnen

CD/Blu ray Besprechung:

Diese 1713 uraufgeführte Tragédie en musique reihte sich in eine lange Reihe von Vertonungen des antiken Medea-Stoffes ein.

Salomon
Médée et Jason

Choeur de Chambre de Namur

A nocte temporis
Reinoud Van Mechelen

CVS 189

von Peter Sommeregger

Joseph François Salomons Oper in fünf Akten und einem umfangreichen Prolog entstand auf ein Libretto von Simon Joseph Pellegrin. Auffällig an seiner Version der Tragödie ist die ungewöhnlich umfangreiche Rolle der Créuse, die in anderen Versionen des Stoffes bedeutend kleiner angelegt ist, und damit die Dominanz der Figur der Medea relativiert. „CD/Blu ray Besprechung: Salomon, Médée et Jason
klassik-begeistert.de, 24. Februar 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 24. FEBRUAR 2026

Zubin Mehta © Oded Antman (Staatsoper Berlin)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 24. FEBRUAR 2026

War das Zubin Mehtas Abschied? Nicht, wenn es nach ihm geht
Beim Auftritt des sichtlich geschwächten Dirigenten mit dem West-Eastern Divan Orchestra im Musikverein blieb die Interpretation zweitrangig
DerStandard.at

Zubin Mehta blüht an seinem Lebensabend voll auf
So traurig der Titel klingt – wenn man jedoch den Auf- und Abtritt des geschätzten Maestros Zubin Mehta, bald 90 Jahre alt, am Sonntag in Wien beobachten konnte, leidete man unwillkürlich an den Qualen mit, denen der liebenswürdige Stardirigent ausgesetzt ist. Dieser Konzertabend war  ungleich berührend, zumal das Orchester locker mit den sogenannten Meisterorchestern mithalten kann.
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 24. FEBRUAR 2026“ weiterlesen