Lloyd Riggins: „Wichtig ist, dass der Tanz über das Gefühl läuft“, Teil II: Der Ballettmeister

Lloyd Riggins 2013 © Holger Badekow

Ballett-Sprünge und Drehungen dürfen nicht zur Show ausarten. Manchmal vergessen die Tänzer das und zeigen ihr technisches Können nur für die Zuschauer. Das soll nicht sein. Die technischen Schwierigkeiten in einer Ballett-Aufführung müssen immer im Sinne des Stücks und nicht als artistische Showeinlage getanzt werden.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil II

von Dr. Ralf Wegner „kb im Gespräch: Lloyd Riggins Der Ballettmeister, Teil II
Hamburgische Staatsoper, 26. April 2026“
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Lawrence Foster überzeugt mit Benjamin Britten

CD/Blu-ray Besprechung:

Benjamin Britten
Young Person’s Guide to the Orchestra
Les Illuminations
Courtly Dances
Sinfonia da Requiem

Julie Roset, Sopran
Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo

Lawrence Foster, musikalische Leitung

Alpha Classics, Alpha1226

von Dirk Schauß

Es ist ein Kreuz mit den Jubiläen, doch im Falle von Benjamin Britten, dessen fünfzigster Todestag das Musikjahr 2026 prägt, darf man dem Kalender dankbar sein.

Er beschert eine Einspielung, die so gar nicht nach pflichtschuldiger Gedenkarbeit klingt. Lawrence Foster und das Philharmonische Orchester Monte-Carlo haben sich der Aufgabe angenommen, die vermeintlich kühle britische Sachlichkeit mit dem mediterranen Schmelz eines Ensembles zu kreuzen, das den vom Postromantizismus angehauchten Impressionismus Brittens verinnerlicht hat. Das Ergebnis ist eine klangliche Delikatesse, die bei Alpha Classics erschienen ist und die Vielseitigkeit des Komponisten in ein Licht rückt, das so klar und hell leuchtet wie die Sonne über dem Fürstentum. „Benjamin Britten, Young Person’s Guide to the Orchestra
classic-begeistert.de, 28. April 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. APRIL 2026

Alessandro nell’Indie  © Marco Sommer

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. APRIL 2026

Wien/MusikTheater an der Wien
Das MusikTheater Wien begeistert mit barockem Feuerwerk im Bollywod-Stil
Da stockte mir buchstäblich der Atem – ein barockes Feuerwerk, bunt, witzig, üppig und musikalisch ebenso perfekt wie präzise und zugleich überaus harmonisch: Alessandro nell’Indie, ein ebenso großartiges wie im breiten Publikum weitestgehend unbekanntes Werk. Das Ganze im farbenprächtigen, indisch-exotischen Stil von „Bollywood“, der produktivsten Filmwerkstatt der Welt, mit einem Output von bis zu tausend Filmen jährlich.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. APRIL 2026“ weiterlesen

Schweitzers Klassikwelt 162: Arien, die zu Herzen gehen

Herbert Lippert als Paul in „Die tote Stadt“ © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Aus einer Phase der Ruhe heraus oder während einer geistig nicht fordernden Routinearbeit beginnen sie in mir zu klingen.

Es sind nicht die nach Lexikon beliebtesten Arien, kein „Nessun dorma“, auch keine leichteren Arien wie „O mio babbino caro“ oder „Una furtiva lagrima“. Sie stammen auch nicht aus einem höfischen Milieu, in dem viele Opern spielen, wie etwa „Il Trovatore“ und „Lucia di Lammermoor“. Eher aus dem sogenannten Salonnaturalismus ohne historische Hintergründe.

von Lothar Schweitzer

Auf zwei eigentümliche Erfahrungen möchte ich näher eingehen.

Am Ende von Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ wacht die Hauptperson der Oper aus einem beglückend beginnenden, dann aber dramatisch endenden Traum erleichtert auf. Die Melodie des ihm in schöner Erinnerung gewesenen Lautenlieds „Glück, das mir verblieb“ wieder aufnehmend gibt er dem Schluss der zweiten Strophe eine neue Gestalt: „Ein Traum hat mir den Traum zerstört.“ „Schweitzers Klassikwelt 162: Arien, die zu Herzen gehen
klassik-begeistert.de, 27. April 2026“
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Hessen glüht im Mondschein der Alten Oper

© Alte Oper Frankfurt/Tibor-Florestan Pluto.

Felix Mendelssohn Bartholdy
Ouvertüre zu „Ein Sommernachtstraum“

Manuel de Falla
Noches en los jardines de España

Sergej Rachmaninow
Sinfonie Nr. 2 op. 27

Landesjugend-Sinfonieorchester Hessen

Inszenierung – 1. Konzerthälfte: Nina Paul

Juan Urdapilleta, Klavier
Roc Fargas i Castells, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 26. April 2026

von Dirk Schauß

Noch bevor der erste Takt erklang, zirpte, rauschte und wisperte es im großen Saal der Alten Oper. Das Landesjugendsinfonieorchester Hessen machte früh klar, dass dies kein gewöhnlicher Konzertabend werden würde. Die jungen Musikerinnen und Musiker des traditionsreichen Ensembles bewiesen an diesem 26. April 2026 mit Verve und Spielfreude, dass um die Zukunft der klassischen Musik nicht bange sein muss. „Festival „Podium Zukunft“, Landesjugend-Sinfonieorchester Hessen
Alte Oper Frankfurt, 26. April 2026“
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Das MusikTheater Wien begeistert mit barockem Feuerwerk im Bollywod-Stil

Alessandro nell’Indie  © Marco Sommer

Da stockte mir buchstäblich der Atem – ein barockes Feuerwerk, bunt, witzig, üppig und musikalisch ebenso perfekt wie präzise und zugleich überaus harmonisch: Alessandro nell’Indie, ein ebenso großartiges wie im breiten Publikum weitestgehend unbekanntes Werk. Das Ganze im farbenprächtigen, indisch-exotischen Stil von „Bollywood“, der produktivsten Filmwerkstatt der Welt, mit einem Output von bis zu tausend Filmen jährlich.

Leonardo Vinci   Alessandro nell’Indie
Dramma per Musica in drei Akten
Libretto: Pietro Metastasio

Österreichische Erstaufführung

Alessandro: Maayan Licht
Poro: Dennis Orellana
Cleofide: Bruno de Sá
Erissena: Jake Arditti
Gandarte: Stefan Sbonnik
Timagene: Nicholas Tamagna

Max Emanuel Cenčić, Regie

Arnold Schoenberg Chor
{oh!} Orkiestra

Martyna Pastuszka, Dirigentin/Konzertmeisterin
Koproduktion mit Bayreuth Baroque Opera Festival

Musiktheater an der Wien, 24. April 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Und weil Papst Clemens XI. aus sexualmoralischen Motiven dekretierte, dass „keine Weibsperson bei hoher Strafe“ als Sängerin auftreten durfte, wurden alle weiblichen Rollen von Kastraten und werden heutzutage von männlichen Sopranisten und Countertenören interpretiert. „Leonardo Vinci, Alessandro nell’Indie
Musiktheater an der Wien, 24. April 2026“
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Malin Byström testet die Grenzen ihres Soprans aus

CD/Blu-ray Besprechung:

Malin Byström
German Opera Scenes and Arias

Thomas Søndergård
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra

BIS 2775

von Peter Sommeregger

In den letzten Jahren hat sich die Karriere der schwedischen Sopranistin Malin Byström international schnell entwickelt. In zahlreichen Partien des jugendlich-dramatischen Faches konnte sie auch an großen Häusern wie München und Wien beachtliche Erfolge feiern. „Malin Byström, German Opera Scenes and Arias
klassik-begeistert.de, 26. April 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 27. APRIL 2026

Malin Byström und Jonas Kaufmann auf dem rotgoldig erleuchteten Podium der historischen Laeiszhalle (Foto: RW)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 27. APRIL 2026

Jonas Kaufmann und Malin Byström feiern die austro-ungarische Operette
Die “silberne” Ära der Wiener Operette wurde maßgeblich durch zwei ungarische Komponisten geprägt: Franz Lehár und Emmerich (Imre) Kálmán. Das Programm der Tournee “Magische Töne”, mit dem Jonas Kaufmann und Malin Byström durch Europa reisen, bietet denn auch vorwiegend Werke dieser beiden Komponisten. Daneben kommen der echte Wiener Johann Strauss, der ungarische Wahlwiener Karl Goldmark und der ungarische Nationalkomponist Ferenc Erkel zu Wort.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

Berlin/Philharmonie
Blomstedts Bruckner beschert den Berlinern den saisonalen Höhepunkt
Der Abend war rundum geprägt von großer Dankbarkeit auf allen Ebenen, einer Dankbarkeit für das Erleben von Bruckners herrlicher Musik, für die phänomenale Leistung von Herbert Blomstedt, seine Freude, sein Erleben mit den Musikern zu teilen, und deren Freude, für ihn und mit ihm zu musizieren. Auch das Publikum ist sichtlich bewegt und will den sympathischen Künstler kaum gehen lassen. Nachdem das Podium schon leer ist, zeigt er sich ganz allein noch ein letztes Mal mit seinem Rollator. Er ist nicht nur ein Phänomen, es ist auch seine positive Ausstrahlung, die auf sein Wirken und sein ganzes Auftreten abstrahlt.
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

„DIE MONTAG-PRESSE – 27. APRIL 2026“ weiterlesen

Lloyd Riggins: „Meine Sehnsucht war es, als Instrument zu wirken und dem Tanz zu dienen“, Teil III: Der Ballettdirektor

Das Ensemble des Hamburg Ballett mit Lloyd Riggins (vorn sechster von links, rechts neben ihm der geschäftsführende Betriebsdirektor Nicolas Hartmann) (Foto: Kiran West)

Wichtig ist, den von John Neumeier aufgebauten Geist der Hamburger Compagnie und deren Leuchtturmcharakter in der Ballettwelt zu erhalten. Und das gelingt nur mit dem systematischen Aufbau der Compagnie von unten.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil III

von Dr. Ralf Wegner

klassik-begeistert: Kommen wir zu einem weiteren Thema, dem Rang des Hamburger Balletts in der Ballettwelt. Der sog. Ballett-Oscar, der Prix Benois de la Danse, wurde Ihnen 2004 verliehen. Unter den Ballett-Compagnien erhielten Mitglieder des Hamburger Balletts nach den Ensembles in Paris, Moskau und St.Petersburg zusammen mit dem Londoner Royal Ballet am häufigsten diesen Preis verliehen. Schon allein das zeugt von dem hohen Rang, den das Hamburg Ballett unter John Neumeier erreicht hat. Leider haben im letzten Jahr unter Neumeiers Nachfolger zahlreiche Erste Solisten das Hamburger Ballett verlassen.

Warum hat man diese nicht wieder gewinnen können und warum wurden die Stellen nicht nachbesetzt, sei es aus dem Ensemble oder mit von auswärts zu gewinnenden ersten Kräften? Auch aus dem neuen Spielzeitbuch der Saison 2026/27 ergeben sich keine weiteren Informationen. „kb im Gespräch: Lloyd Riggins Der Ballettdirektor, Teil III
Hamburgische Staatsoper, 27. April 2026“
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„Der Mensch ist ein Abgrund“ – Brigitte Fassbaender setzt mit Bergs „Wozzeck“ einen Meilenstein

Bo Skovhus, Brigitte Fassbaender und Stefan Vladar – Photo Andreas Ströbl

Was passieren kann, wenn ein psychisch labiler Mensch unablässig massivem Druck ausgesetzt ist, zeigt Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, gesteigert noch in der Adaption durch Alban Berg in seiner Oper „Wozzeck“. Selten aber dürfte die psychologische Tiefen-Ausleuchtung so eindrucksvoll umgesetzt worden sein, wie in der Produktion unter der Regie von Kammersängerin Brigitte Fassbaender am Theater Lübeck, die am 25. April 2026 eine zu Recht bejubelte Premiere feierte. „Ein Meilenstein“ wird GMD Stefan Vladar die Produktion auf der Premierenfeier nennen.

Alban Berg     Wozzeck

Brigitte Fassbaender,  Inszenierung

Bo Skovhus, Bariton
Adrienn Miksch, Sopran
Peter Lodahl, Tenor
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Frederike Schulten, Mezzosopran
Roman Payer, Tenor
Steffen Kubach, Bariton
Robin Frindt, Bassbariton
Thomas Stückemann, Tenor

Chor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar,  Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Theater Lübeck, 25. April 2026 PREMIERE

von Dr. Andreas Ströbl

Zwei Genies und der gleiche Stoff

Dass der Schriftsteller, Mediziner und Revolutionär Georg Büchner strenggenommen auch Proto-Soziologe und -Psychologe genannt werden sollte, ist nicht ganz neu, darf aber gerne nochmals betont werden. Sein Seelenbild eines Menschen, der von seiner Umwelt durchweg herumgeschubst, bevormundet und herabgewürdigt wird, bis ihm, wie man heute sagen würde, „die Sicherungen durchbrennen“, ist so eindrucksvoll und detailliert gezeichnet, dass die moderne Psychologie Büchner mitunter als Vorläufer Freuds wahrnimmt. „Alban Berg, Wozzeck, Brigitte Fassbaender Inszenierung
Theater Lübeck, 25. April 2026 PREMIERE“
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