Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2019

Foto: Placido Domingo, © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

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Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2019

Wien
Auszeichnung von Placido Domingo verschoben

Der Sänger soll den Europäischen Kulturpreis erst 2020 erhalten.
Wiener Zeitung
Placido Domingo: Europäische-Kulturpreis-Auszeichnung verschoben
Ehrung des Sängers hätte ursprünglich am 20. Oktober in der Staatsoper stattfinden sollen und soll nun 2020 in Bonn über die Bühne gehen
Der Standard

Salzburg/ Osterfestspiele
Interview mit Nikolaus Bachler: Die Zeit spielt immer für die Reform – Bezahlartikel
Sueddeutsche Zeitung
Nikolaus Bachler zu den Osterfestspielen: „Man muss das Ding reformieren“
Der künftige Chef des Salzburger Festivals über Reformen, sein Konzept und den Konflikt mit Christian Thielemann.
Kurier

„Eine Tragödie für die Osterfestspiele“: Die Salzburger Osterfestspiele werden Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden ab 2023 nicht mehr beschäftigen. Grund dafür sind die Konflikte zwischen dem Dirigenten Thielemann und dem Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele Nikolaus Bachler. Kirsten Liese mit einem SWR 2-Kommentar.

https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/Kommentar-Konflikt-bei-den-Salzburger-Osterfestspielen-Thielemann-Bachler,av-o1153723-100.html

Osterfestspiele: Christian Thielemann: „Man wollte uns von Anfang an raushaben“
Im „Presse“-Interview zeigt sich Stardirigent nach Aus bei den Osterfestspielen Salzburg ab 2022 enttäuscht, aber er ist sich sicher: „Wir jedenfalls werden uns korrekt verhalten.“
Kleine Zeitung

Salzburg/Osterfestspiele
Bachler gewinnt Machtkampf gegen Thielemann
Sowohl der aktuelle als auch der designierte künstlerische Leiter waren sich einig, dass es nur einen von ihnen bräuchte. Jetzt kam es zu einer Entscheidung – obwohl eine Doppelspitze geplant war.
Die Presse

Wien/ Staatsoper
Elisabeth Kulmans Liederabend „La femme c’est moi“
Die Mezzosopranistin reiste in der Wiener Staatsoper durch die weibliche Musikgeschichte
Der Standard

Elisabeth Kulman: Umjubelter Liederabend Elisabeth Kulman hat als Opernsängerin alles erreicht, wovon man träumen kann. Vor 5 Jahren – am Höhepunkt ihrer Karriere – hat sie entschieden, der Opernbühne den Rücken zu kehren. Seither singt sie nur noch Konzertprogramme, die zu ihr passen. Am Dienstagabend gab sie „La femme c’est moi“ in der Wiener Staatsoper.
https://burgenland.orf.at/stories/3013490/ „Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2019“ weiterlesen

Schmale Kost in der Philharmonie Berlin: Nach knapp 70 Minuten war Ende im Gelände, die Hälfte der Sitze blieben leer

Stürmischer Herbst – vokal unterbelichtet: Die Deutsche Oper Berlin gastiert beim Musikfest Berlin. Der Startenor Klaus Florian Vogt hat nicht seinen besten Abend.

Foto: © Klaus Florian Vogt
Philharmonie Berlin
, 17. September 2019

Ludwig van Beethoven Ouvertüre zu „Coriolan“ op.62
Hector Berlioz   La mort de Cléopatre; Les Troyens Auszüge
Susan Graham  Cléopatre, Didon
Klaus Florian Vogt  Enée
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Donald Runnicles  Dirigent

von Peter Sommeregger

Traditionell gastiert die ja selbst in Berlin ansässige Deutsche Oper beim Musikfest mit einem speziellen Programm in der Philharmonie. Dieses Jahr schloss man sich der Huldigung für den Jubilar Berlioz an und präsentierte Ausschnitte aus „Les Troyens“, die vor gar nicht langer Zeit noch auf dem Spielplan des Opernhauses zu finden waren.

Vorangestellt wurde Beethovens Coriolan-Ouvertüre, etwas beliebig ausgewählt und präsentiert, als Überleitung die Kantate Le mort de Cléopatre, ein frühes und noch nicht wirklich ausgereiftes Werk des jungen Berlioz. Als Solistin konnte man die Mezzosopranistin Susan Graham erleben, die – gewandet in ein stilisiertes orientalisches Gewand – die unglückliche Ägyptische Königin verkörperte. Die Künstlerin blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück, fast jeder erinnert sich an große Abende mit ihr. Aktuell befindet sie sich aber eindeutig im Herbst ihrer Karriere. Immer noch gelingen ihr schöne Kantilenen, die Stimme trägt durchaus noch, aber ganz vermag sie nicht an frühere Leistungen anzuknüpfen. „Susan Graham, Klaus Florian Vogt, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Donald Runnicles,
Philharmonie Berlin“
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Und Tschüß, Christian!

Foto: © Matthias Creutziger
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Die MITTWOCH – PRESSE – 18. SEPTEMBER 2019

Salzburg/ Osterfestspiele
Mit einem Fußtritt wird Christian Thielemann hinausbefördert
Die Osterfestspiele Salzburg verlängern den Vertrag mit ihrem künstlerischen Leiter Christian Thielemann nicht. Damit lenken die verantwortlichen Politiker nur von eigenen personellen Fehlentscheidungen ab.
Die Welt.de
Osterfestspiele: Ein Update mit schiefer Optik
Osterfestspiele Salzburg: Nikolaus Bachler setzt sich durch
Jetzt geschieht also, was drohend in der Luft lag und doch so unwahrscheinlich wirkte: Christian Thielemann wird von den Salzburger Osterfestspielen vertrieben.
Wiener Zeitung
Salzburger Osterfestspiele künftig ohne Thielemann und Staatskapelle
Ab 2023 kommt es zur Erneuerung: Jährlich wechselnde Orchester und Dirigenten.
Kurier
Osterfestspiele Salzburg: Zeit für neue Ära
Die inzwischen über 50 Jahre alten Osterfestspiele Salzburg sollen nach 2022 eine ordentliche Frischzellenkur verpasst bekommen: Die Verträge mit dem künstlerischen Leiter Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden werden nicht mehr verlängert. Der designierte Intendant Nikolaus Bachler möchte das Festival auch um andere Genres, etwa Ballett oder Jazz, erweitern.
https://www.stol.it/Artikel/Kultur-im-Ueberblick/Musik/Osterfestspiele
Osterfestspiele Salzburg: Nikolaus Bachler setzt sich durch
Stardirigent Christian Thielemann unterliegt im Macht-Poker.
Wiener Zeitung
Neuausrichtung der Salzburger Osterfestspiele: Ab 2023 ohne Thielemann
BR-Klassik
Salzburg verzichtet auf Thielemann
Die Presse
Aus für Thielemann und Dresdener 2022
Der Standard

Salzburg
Salzburger Osterfestspiele: Macht macht Musik Bezahlartikel
Der Führungskonflikt zwischen Christian Thielemann und Nikolaus Bachler geht in die nächste Runde.
Kurier

Wien/ Mailand
Meyer leitet zwischen März und Juni Staatsoper und Scala
Dominique Meyer wird zwischen 1. März und 30. Juni 2020 die Wiener Staatsoper und die Mailänder Scala parallel leiten – und dann das Haus am Ring zwei Monate früher als ursprünglich geplant an seinen Nachfolger Bogdan Roscic übergeben. Auf diese in den Grundzügen bereits kolportierte Übergangsregelung verständigten sich die Beteiligten, wie die Bundestheater-Holding am Dienstag bekannt gab.
Salzburger Nachrichten
Übergangsregelung für Staatsoper und Scala fix
Dominique Meyer wird die beiden Häuser zwischen März und Juni parallel leiten.
Wiener Zeitung „Die MITTWOCH–PRESSE – 18. SEPTEMBER 2019“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 1/2019: Applaus! Applaus?

Foto: Peter Sommeregger in Barcelona

Niemand verlangt, dass Konzertbesucher über ausreichende Vorbildung verfügen müssen, wo diese fehlt, sollten die Betroffenen lieber abwarten, ob Applaus gerade angebracht ist. Mangelndes Wissen ist keine Schande, Lernfähigkeit wäre angemessen.

von Peter Sommeregger, Berlin

Vortragenden Künstlern, Rednern oder sich in irgend einer Form öffentlich produzierenden Menschen applaudiert man in unserem Kulturkreis als Zeichen der Zustimmung und der Würdigung der erbrachten Leistung. Man hat diesen Brauch auch auf den so genannten Auftrittsapplaus ausgedehnt, also die höfliche Begrüßung eines Künstlers oder Redners.

Bräuche und Gewohnheiten unterliegen natürlich über die Zeit gewissen Veränderungen und Anpassungen an den Zeitgeist. Leider geht dabei oft der ursprüngliche Sinn verloren, oder die gute Absicht wirkt durch Übertreibung inflationär. „Sommereggers Klassikwelt 1/2019 auf klassik-begeistert.de“ weiterlesen

Elīna Garanča im Wiener Konzerthaus: Eine bodenständige Diva feiert Geburtstag

Es ist der 43. Geburtstag der lettischen Mezzosopranistin, den sie mit Sicherheit nicht so schnell vergessen wird. Animiert durch ein „Happy Birthday“ von der Tribüne, stimmen am Ende rund 1900 begeisterte Zuschauer im Wiener Konzerthaus ein Geburtstagsständchen an, das die so anmutig und unnahbar scheinende Lady zu Tränen rührt.

Foto: Elīna Garanča © Gregor Hohenberg / Deutsche Grammophon (Ausschnitt)
Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 16. September 2019
Elīna Garanča, Mezzosopran
Karel Mark Chichon, Dirigent
Wiener KammerOrchester

von Jürgen Pathy

Eine Prinzessin kommt selten alleine! Elīna Garanča, gefeierte Operndiva und für viele die beste Mezzosopranistin unserer Zeit, zieht wie üblich im Zweiergespann durch die Lande. Seit 2006 glücklich mit Dirigent Karel Mark Chichon verheiratet, gibt das Ehepaar im Wiener Konzerthaus nicht nur einen viel umjubelten Konzert– und Arienabend, sondern feiert noch dazu einen ganz besonderen Tag. Es ist der 43. Geburtstag der lettischen Diva, den sie mit Sicherheit nicht so schnell vergessen wird.

Animiert durch ein „Happy Birthday“ von der Tribüne, stimmen am Ende rund 1900 begeisterte Zuschauer ein Geburtstagsständchen an, das die so anmutig und unnahbar scheinende Lady zu Tränen rührt. Doch der Schein trügt. Wer die zweifache Mutter, Hausfrau und begnadete Köchin via Social Media verfolgt, weiß wie bodenständig die in Riga geborene Sängerin ihren Alltag bestreitet. Elīna Garanča wühlt im hauseigenen Gemüsegarten, stemmt den Haushalt und bewirtet, wann immer sie Zeit hat, eine mehrköpfige Familie. Eine ganz normale Frau, könnte man meinen. Nicht ganz. „Elīna Garanča, Karel Mark Chichon, Wiener KammerOrchester,
Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 16. September 2019“
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Ein maskuliner, warmer Sound – überwältigend sexy: Erwin Schrott gibt einen „Don Giovanni“ der Weltklasse im Royal Opera House London

Foto: ROH (c)
Royal Opera House London, 16.
September 2019
Wolfgang Amadeus Mozart, Libretto: Lorenzo da Ponte, Don Giovanni (Wiederaufnahme

von Charles E. Ritterband

Wie Erwin Schrott den Don Giovanni gibt – das ist ein Erlebnis der Weltklasse, das reißt selbst die verwöhntesten Besucher der vornehmen, traditionsreichen Royal Opera aus den roten Samtpolstern! Der aus Uruguay stammende Bassbariton Schrott, der mit seiner Ex-Partnerin Anna Netrebko einen Sohn hat, singt nicht nur fantastisch, mit spielerisch-mozartscher Leichtigkeit und zugleich einem maskulinen, warmen Sound, der so überwältigend sexy ist, dass nicht nur die Protagonistinnen auf der Bühne weiche Knie bekommen, sondern zweifellos auch manch vornehme Dame im Parkett. Schrott ist auch ein fantastischer, komödiantischer Darsteller: seine Grimassen, die winzigen ironischen Gesten, sein treppauf treppab federnder Gang – er gibt nicht nur sängerisch den Ton an in dieser fabelhaften Produktion, sondern auch schauspielerisch. „Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni, Erwin Schrott,
Royal Opera House London, 16. September 2019“
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Gern gesehene Gäste: Das Israel Philharmonic Orchestra brilliert mit Zubin Mehta beim Musikfest Berlin

Foto: (c) Oded Antman
Philharmonie Berlin
, 16. September 2019

Ödon Partos  Concertino für Streichorchester
Felix Mendelssohn Bartholdy  Violinkonzert e-Moll op.64
Hector Berlioz  Symphonie fantastique op.14
Israel Philharmonic Orchestra
Gil Shaham  Violine
Zubin Mehta  Dirigent

von Peter Sommeregger

Das bereits 1936 von frühen Emigranten aus Nazi-Deutschland gegründete Orchester, das sich bis zur Staatsgründung Israels 1948 Palästinensisches Symphonisches Orchester nannte, hat sich über die Jahrzehnte einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird regelmäßig zu Gastspielen in aller Welt eingeladen.

Seit 50 Jahren bekleidet der indische Star-Dirigent Zubin Mehta das Amt des Chefdirigenten und sein Anteil an der Entwicklung und dem hohen Standard dieses Klangkörpers kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Ergebenheit und Verehrung der einzelnen Musiker des Israel Philharmonic Orchestra für Mehta ist in jedem Augenblick des gemeinsamen Musizierens spürbar. „Israel Philharmonic Orchestra, Gil Shaham, Zubin Mehta,
Philharmonie Berlin, 16. September 2019“
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"Götterdämmerung" in Berlin: Festspielwürdige musikalische Darbietung mit umstrittener Inszenierung

Foto: Monika Rittershaus (c)
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 15. September 2019

Richard Wagner: Ringzyklus 1 / Götterdämmerung

Inszenierung und Bühnenbild: Guy Cassiers, Enrico Bagnoli, Kostüme:  Tim Van Steenbergen, Licht: Enrico Bagnoli, Video:  Arjen Klerkx , Kurt D’Haeseleer, Choreographie:  Sidi Larbi Cherkaoui, Chor-Choreographie: Luc de Wit

von Franz Roos (onlinemerker.de)

Bildergebnis für berlin staatsoper götterdämmerung
Beginn 1. Akt, die Nornenszene, im Hintergrund die Nornenseile.
Foto: Monika Ritterhaus

Nach jahrelangen „ringlosen Aufführungen bei den Bayreuther Festspielen“ hat die Staatsoper Berlin gleich zu Beginn der neuen Saison zwei komplette Ringzyklen auf den Spielplan gesetzt. Es handelt sich um eine Koproduktion mit der Mailänder Scala, die im Jahre 2010 mit dem Rheingold begann und im Jahre 2013 mit der Götterdämmerung abgeschlossen wurde und im Schillertheater wegen des Umbaus der Staatsoper unter den Linden, stattfand.

Das Relief „Die Menschlichen Leidenschaften“ von Jef Lambeaux

Menschliche Leidenschaften, im Tempel der Leidenschaften, Jubelpark, Brüssel

Ausgangspunkt und tragende Säule der Tetralogie ist dieser in Brüssel beheimatete Tempel. Der implementierte Drang menschlicher Leidenschaften ist Grundlage für eine große Liebesbereitschaft, aber zugleich bewirkt er auch, von inneren Ehrgeiz getrieben, unermessliches Leiden. Für die Regie ist dies das Synonym für skrupelloses, gewaltbereites Machtstreben, Lieblosigkeit und Intoleranz.

Das spartanisch eingerichtete Bühnenbild ist nur mit einigen Requisiten ausgestattet und vermittelt auf einer Videoleinwand teilweise einen archaischen Hintergrund, aber auch zusätzliche Informationen, wie beispielsweise blaues Glitzern für den Rhein und hell blitzende Funken für Loges Feuerring und das Inferno des Unterganges der Götter. Daneben doubeln Tänzer die Protagonisten, welche den szenischen Hintergrund vertiefen sollen, manchmal eine interessante Idee, aber auch in einigen Passagen übertrieben.

Die Produktion arbeitet weitgehend synchron mit der musikalischen Interpretation, ist klar strukturiert, setzt durch die Visualisierung beim Besucher Phantasien frei und erfordert kein zusätzliches Informationsmaterial. So kann man getrost auf die bekannten Einführungsvorträge verzichten, die meist viel Eigenwerbung beinhalten, obgleich im Programmbuch für alle Ringteile, neben  “Altbekanntem“ auch  “Wissenswertes“ zu finden ist.

Diese szenische Gestaltung der gesamten Ringteile bewirkt beim Publikum eine zwiespältige Würdigung. Für einen Teil ist sie ein gelungenes Gesamtkonzept von Oper und Drama, andere vermissen eine etwas modernere Sichtweise und Hinweise auf soziologische Ursachen. Eventuell musste die Regie Kompromisse eingehen, da die Erwartungshaltung in Mailand und das Anforderungsprofil bei uns nicht immer identisch sind. Auch könnten die unterschiedlichen Bühnenverhältnisse verantwortlich für die etwas karge Bühnenausstattung sein.

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Iréne Theorin als Brünnhilde auf dem berühmten Walkürenfelsen im 1. Akt, umgeben von Loges Flammenmeer.  Foto: Monika Rittershaus 

Eine musikalische Interpretation, die mit frenetischen Beifall zurecht gewürdigt wurde.

Der GMD Daniel Barenboim versteht es in beeindruckender Weise, die unterschiedlichen Formen der Partitur, spannend, präzise und mit gut abgestimmten Orchesterteilen, insbesondere vom Blech und den Streichern, zu einem besonderen Hörerlebnis zu formen. Beispielsweise im ersten Akt der Übergang von Siegfrieds Abschied von seiner geliebten Brünnhilde, seiner abenteuerlichen Rheinfahrt bis hin zu der Gibichungenwelt, einer Gesellschaft mit gefühllosen kapitalistischen Strukturen. Im zweiten Akt die gedanklichen Pläne der Protagonisten, meisterlich kammermusikalisch ausgearbeitet und im dritten Akt natürlich der emotionale Trauermarsch, der beinahe die Mauern des ehrwürdigen Opernhauses zum Wanken gebracht hätte. Auch die gute Textverständlichkeit der Sängerdarsteller resultiert aus den ausgewogenen Tempi des Dirigenten.  Selbstverständlich kommt es bei dieser extrem langen Spieldauer auch zu kleinen fehlerhaften Einsätzen, aber das ist entschuldbar.


Foto: Monika Rittershaus,  Iréne Theorin als Brünnhilde,  Chor mit Ensemble, im Hintergrund ein Glaskasten mit Menschenteilen, Synonym für die Brutalität  im “Ring“

Überzeugender sängerischer Gesamteindruck und der Staatsopernchor mit einem choreographischen Auftritt

Der Chor wurde in der Premiere von Eberhard Friedrich geleitet, der aber inzwischen zu der Hamburger Staatsoper gewechselt ist. Jetziger Chorleiter ist Martin Wright.

Brünnhilde, Iréne Theorin, besitzt eine leuchtende und sichere Höhe, ausgestattet mit einem schönen Timbre, gestaltet ihre Partie mit emotionaler Überzeugung, sängerisch und darstellerisch eine eindrucksvolle Leistung. Ihr ganzes Handeln ist ausschließlich von inneren Gefühlen geprägt,  beispielsweise im 1. Akt ihre hingebungsvolle Liebe zu Siegfried, im 2. Akt der Verrat an Siegfried, nachdem dieser sich Gutrune zugewandt hat und im 3. Akt ihr bewegender Schlussgesang.

Siegfried,  Andreas Schager, mit langer wilder Mähne, die auf die Herkunft eines Naturwesen schließen lässt, hat sein stimmliches zuhause im oberen Fortebereich und ist der Brünnhilde stimmlich und darstellerisch ebenbürtig. Manchmal benötigt er dazu erheblichen Energieaufwand, kann aber bis zum Ende mit seiner enormen Strahlkraft aufwarten.

Hagen, Falk Struckmann, Alberich, Jochen Schmeckenbecher und Gunther, Roman Trekel, hatten mit ihrem Auftreten einen wesentlichen Anteil bei der erfolgreichen musikalischen  Gestaltung.

Außerdem mit eindrucksvoller Präsenz:

Gutrune, Anna Samuil, Waltraute, Waltraud Meier

Die Nornen: Anna Lapkovskaja, Waltraud Meier,  Anna Samuil

Die Rheintöchter: Evelin Novak, Natalia Skrycka, Anna Lapkovskaja

Das Tanzensemble: Daisy Phillips, Elias Lazaridis, Laura Neyskens, Jonas Vandekerckhove

Bei einem Vergleich zwischen dem renovierten  Opernhaus und der ehemaligen Wirkungsstätte im Schillertheater, stellt man unweigerlich fest, dass durch die enorm verbesserte Akustik und dem Ambiente der Oper unter den Linden ein ganz neues Musikgefühl entsteht, das die hohen Kosten für die Renovierung  ein wenig besser verschmerzen lässt.  Die Staatskapelle mit ihrem langjährigen GMD Daniel Barenboim ist zu einem  homogenen Klangkörper zusammengewachsen, der vor allem durch die Streicher über einen eigenen Charakter verfügt und zurecht weltweit zu den Spitzenorchestern gezählt werden darf. Das hat sie mit der Interpretation des Ringzyklus‘ 1 unter Beweis gestellt.

Ringzyklus 2: 21 September bis 29 September 2019

Franz Roos, 16. September 2019

Die DIENSTAG – PRESSE – 17. SEPTEMBER 2019

Foto: Elbphilharmonie Hamburg, © Nicolas Maack
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Die DIENSTAG – PRESSE – 17. SEPTEMBER 2019

Hamburg/ Elbphilharmonie
Nur 200 Leute sehen das größte Spektakel der Elbphilharmonie
Im Großen Saal kam eine achteinhalbstündige Orgelsinfonie zur Aufführung – ein künstlerisches Weltereignis.
Münchner Abendzeitung

Paris/ Palais Garniere
Sterben kann man nicht digital
Regisseur Simon Stone überführt in Paris „La Traviata“ virtuos in die Gegenwart und präsentiert mit Pretty Yende und Benjamin Bernheim ein neues Opern-Traumpaar.
https://www.sn.at/kultur/musik/sterben-kann-man-nicht-digital-76170748

Kassel
Kleiner Mann ganz groß
Der neue Nibelungen-Ring in Kassel bleibt mit „Siegfried“ auf Erfolgskurs
Neue Musikzeitung

„Konzertgänger in Berlin“
Musikfest 2019: Les Siècles spielen Rameau, Lachenmann, Berlioz. Abruzzen-Gebirgler pfeifen dir eins!
Das Musikfest auf der Zielgeraden: unter anderem mit einem Klavierdonnerstagabend von Pierre-Laurent Aimard (bei dem man sich ein wenig fragt, wozu) und einem Sonntagskonzert des französischen Orchesters Les Siècles mit seinem Dirigenten François-Xavier Roth: die zwingende und unbedingt notwendige Antwort auf eine Frage, von der man nie wusste, dass man sie h
https://hundert11.net/musikfest2019-siecles/

ARD-Musikwettbewerb: Kraftakt am Bühnenrand
Der internationale Musikwettbewerb der ARD ist eng mit großen Namen wie Sharon Kam, Sol Gabetta oder Thomas Quasthoff verknüpft – sie alle zählen zu den Preisträgern. Dieses Jahr kämpften insgesamt 185 Musikerinnen und Musiker um die begehrten Preise. René Gröger war für BR-KLASSIK von Anfang an dabei.
BR-Klassik

München
Anne-Sophie Mutter spielt „Across the Stars“
Die Geigerin Anne-Sophie Mutter und das Royal Philharmonic Orchestra mit Filmmusik von John Williams auf dem Königsplatz
Münchner Abendzeitung „Die DIENSTAG – PRESSE – 17. SEPTEMBER 2019“ weiterlesen

Die MONTAG – PRESSE – 16. SEPTEMBER 2019

Foto: Rolando Villazón, © Monika Hoefler
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Die MONTAG – PRESSE – 16. SEPTEMBER 2019

Leipzig
Null Chance für Musik in Rolando Villazóns Leipziger „Liebestrank“
Neue Musikzeitung/nmz.de
Rolando Villazón zeigt Western-Oper
Einst feierte Rolando Villazón als Nemorino in Donizettis Oper „L’elisir d’amore“ große Erfolge. Jetzt führte er an der Oper Leipzig in diesem Werk Regie. Sein Konzept war durchaus überzeugend – insbesondere die Darstellung der einst von ihm selbst verkörperten Rolle.
BR-Klassik

Wien/ Volksoper
„Cabaret“ an der Volksoper: Flott, aber der Funken springt nicht über
Erstmals wurde John Kanders Musical gegeben, die szenische Energie erreichte das Publikum leider nur selten
Der Standard
„Cabaret“ an der Volksoper: Alle Totengräber sind schon da
John Kanders und Fred Ebbs Musical „Cabaret“ begeistert an der Wiener Volksoper auch dank eines grandiosen Ensembles.
Kurier

Regensburg
Biedere Schwarz-Weiß-Ästhetik statt Hafenspektakel: „Tosca“ am Theater Regensburg
Neue Musikzeitung/nmz.de
Polarnacht über Rom
Konsequent in schwarz-weiß zeigt Regisseur Dominique Mentha Puccinis Musikdrama und verlegt die Handlung in den italienischen Faschismus. Das ist historisch plausibel, optisch jedoch nicht überzeugend. Musikalisch dagegen blieben keine Wünsche offen.
BR-Klassik „Die MONTAG – PRESSE – 16. SEPTEMBER 2019“ weiterlesen