Zwischen den Sätzen 2:  Setzt die Dirigenten an die Luft!

Herbert Blomstedt © Stephan Rabold

von Jörn Schmidt

Sie erkennen sofort, ich habe das legendäre Zitat des französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez („Sprengt die Opernhäuser in die Luft“) aus dem Jahr 1967 in die Gegenwart gezerrt. Die Stoßrichtung ist die gleiche: Boulez kritisierte den konservativen, verstaubten Musikbetrieb und das Festhalten an alten Repertoires. Wollte dem ein Ende setzen. Desgleichen muss jetzt endgültig Schluss sein mit dem Maestro-Kult. Raus aus dem Orchestergraben, die Zukunft gehört der Künstlichen Intelligenz (KI). Konkret dem dirigierenden KI-Roboter. Das ist alternativlos – oder doch nicht?

Die Vorteile der KI liegen auf der Hand, und sie wiegen schwer:

„Zwischen den Sätzen 2:  Künstliche Intelligenz und Klassik
klassik-begeistert.de, 16. September 2026“
weiterlesen

DIE DONNERSTAG-PRESSE – 17. SEPTEMBER 2026

Salzburger Festspiele © Luigi Caputo

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 17. SEPTEMBER 2026

Salzburg
Entscheidung in Salzburg? Peter de Caluwe soll Intendant der Festspiele werden
Audio von Jörn Florian Fuchs (5,02 Minuten)
deutschlandfunk.de

Salzburg habet Papam?
Die Salzburger Festspiele stehen offenbar vor einer überraschenden Entscheidung: Peter de Caluwe soll neuer Intendant und damit Nachfolger von Markus Hinterhäuser werden. BackstageClassical hatte das bereits im letzten Newsletter spekuliert, nun bringen es auch die »Salzburger Nachrichten«. Demnach sind Barrie Kosky und Sophie de Lint in der Nachfolge von Markus Hinterhäuser bei den Salzburger Festspielen wohl aus dem Rennen. Eine offizielle Bestätigung steht bislang allerdings noch aus. Damit würde das Auswahlverfahren eine neue Wendung nehemen, in dem lange Barrie Kosky als Favorit galt. Nun scheint sich das Blatt gedreht zu haben. De Caluwe war von 2007 bis 2025 Intendant des Brüsseler Opernhauses La Monnaie/De Munt. Sollte sich die Nachricht bestätigen, würde er die Salzburger Festspiele am 1. Oktober 2027 übernehmen. Bis dahin führt Karin Bergmann das Festival interimistisch.
share.google

„DIE DONNERSTAG-PRESSE – 17. SEPTEMBER 2026“ weiterlesen

Daniels Anti-Klassiker 32: Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 4 (1874 – 1880)

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Essenz einer Reihe über überbewertete Klassiker ist es, dass auch ab und an wahre Meisterwerke ihr Fett wegkriegen müssen. Egal, ob die Gründe banal sind, ob sich Fehler, Schwächen oder Probleme direkt in der Komposition zeigen oder ob die Aufführungspraxis zu wünschen übriglässt. Nur wenn man darüber spricht, besteht auch die Chance auf Veränderung und hoffentlich Besserung. Und so kommt es, dass nun auch Bruckners vierte Sinfonie in dieser Reihe erscheinen muss – eine Sinfonie, die unter Bruckner-Kennern als die beliebteste zählt.
„Daniels Anti-Klassiker 32: Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 4
klassik-begeistert.de, 17. September 2026“
weiterlesen

Klein beleuchtet kurz 76: Der Liebestrank im Teatro alla Scala macht richtig Laune

Bühnenszene aus L’elisir d’amore;
Foto Brescia – Amisano ©  Teatro alla Scala

Eine neue Scala Produktion von Donizettis L’elisir d’amore verabschiedet sich von der traditionellen Produktion eines Franco Zeffirelli und setzt statt auf prunkvoll ausgestatteter historischer Bauernkomödie auf eine junge, frische, gefühlsbetonte und  farbenfrohe Inszenierung, bei der die Scala ihre eigene Akademie und die nächste Generation von Künstlern in den Mittelpunkt stellt.

von Patrik Klein

„Klein beleuchtet kurz 76, Der Liebestrank
Teatro alla Scala, Milano, 14. September 2026“
weiterlesen

DIE MITTWOCH-PRESSE – 16. SEPTEMBER 2026

Teatro alla Scala (Foto Patrik Klein)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 16. SEPTEMBER 2026

Mailand
Klein beleuchtet kurz 76: Der Liebestrank im Teatro alla Scala macht richtig Laune
Eine neue Scala Produktion von Donizettis L’elisir d’amore verabschiedet sich von der traditionellen Produktion eines Franco Zeffirelli und setzt statt auf prunkvoll ausgestatteter historischer Bauernkomödie auf eine junge, frische, gefühlsbetonte und  farbenfrohe Inszenierung, bei der die Scala ihre eigene Akademie und die nächste Generation von Künstlern in den Mittelpunkt stellt.
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

Lübeck/Musik- und Kongresshalle
Schubert satt!
Michael Schade, Tenor, Stefan Vladar, Dirigent, Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck. Wenn wohlbekannte Klassiker in unerwarteter Frische erklingen, dann liegt das in Lübeck meist daran, dass Stefan Vladar auf dem Dirigentenpodest steht. Die Symphoniekonzert-Saisoneröffnung am 13. September 2026 in der Lübecker „MuK“ in jedem Falle brachte zwei Schubert-Symphonien in rasantem Tempo und einen renommierten Tenor mit kaum bekannten Arien des Wieners.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik.begeistert.de

„DIE MITTWOCH-PRESSE – 16. SEPTEMBER 2026“ weiterlesen

Zwischen den Sätzen 1:  Bonnie & Clyde statt Macbeth?

Hamburgische Staatsoper +++ PREMIERE +++ 12. September 2026 +++

Giuseppe Verdi   Macbeth

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Tomáš Hanus  Dirigent
Tobias Kratzer  Inszenierung

von Jörn Schmidt

Wie endet man, wenn man nicht an Hexen glaubt, aber voll auf Selbstermächtigung setzt? Wenn Sie Tobias Kratzer fragen: Nackt, verkrümmt um einen kahlen Ast geklammert, den Blick irr zur Seite gerichtet. Abgelichtet auf einem Plakat, das in Hamburg für die PREMIERE an diesem Samstag geworben hat. Und, wie ich hinzusetzen möchte: Darauf hoffend, dass einem endlich jemand einen schwarzen Balken über das Geschlechtsteil klebt. Zumindest im öffentlichen Raum, auf dem Programmheft war immer noch alles zu sehen. „Giuseppe Verdi, Macbeth
Hamburgische Staatsoper, PREMIERE, 12. September 2026“
weiterlesen

Musikfest Berlin: „Für wen die Glocke schlägt“

RSB – Saisoneröffnung, Leitung Vladimir Jurowski © Phil Dera

Vladimir Jurowski setzt einmal mehr auf selten gespieltes Repertoire. Und das Musikfest-Publikum erscheint. Uns schlagen zwei erhellende Stunden in drei Werken, in denen Glocken eine zentrale Bedeutung haben.  

Philharmonie Berlin, 13. September 2026

Galina Cheplakova, Sopran
Anton Rositskii, Tenor
Alexey Markov, Bariton (für Vladislav Sulimsky)

Rundfunkchor Berlin
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Vladimir Jurowski, Dirigent

Edison Denissow (1929-1996) – Peinture für großes Orchester
Anatol Vieru (1926-1998) – Sinfonie Nr. 2

Sergei Rachmaninow (1873-1943) – „Die Glocken“ – Sinfonisches Poem für Sopran, Tenor, Bariton, Chor und Orchester. Text von Konstantin Balmont nach dem gleichnamigen Gedicht von Edgar Allan Poe

von Brian Cooper

In Zeiten, da Programmhefte zunehmend abgeschafft werden, ist ein solches Gratisheft wie an diesem Abend – informativ, wunderschön gestaltet, gut zu lesen – eine regelrechte Wohltat und überaus willkommen.

„Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski, Denissow und Vieru
Philharmonie Berlin, 13. September 2026“
weiterlesen

Eine kritische Würdigung Karajans in kompakter Form

Buchbesprechung

Innerhalb weniger Monate sind zwei doch sehr unterschiedliche biographische Publikationen über den Dirigenten Herbert von Karajan erschienen.

Wolfgang Rathert

Herbert von Karajan
Macht-Ohnmacht-Vermächtnis

et+k

 von Peter Sommeregger

„Wolfgang Rathert, Herbert von Karajan – Macht-Ohnmacht-Vermächtnis
klassik-begeistert.de, 15. September 2026“
weiterlesen

Tobias Kratzers neuer Macbeth überzeugt durch Empathie

Das Macbeth-Ensemble beim Schlussapplaus: Colin Aikins (Malcolm), Alexander Vinogradov (Banco), Tomáš Hanus (musikalische Leitung), Rainer Sellmaier (Bühne und Kostüme), Nino Machaidze (Lady Macbeth), Tobias Kratzer (Inszenierung), Kartal Karagedik (Macbeth), Dovlet Nurgeldiyev (Macduff) (Foto: RW)

Hamburgische Staatsoper +++ PREMIERE +++ 12. September 2026 +++

Tobias Kratzer zeigt, warum die Lady dem Wahn verfällt, sie wird sichtbar von der Erkenntnis ihres mörderischen Tuns niedergedrückt. Macbeth versucht sie, während sie ihre Wahnsinnsarie singt, händeringend aus den Fängen des Todes zu befreien. Es gelingt ihm nicht, er ergibt sich seinem Schicksal.

Giuseppe Verdi    Macbeth

Ein Opernthriller über die Macht des Schicksals und die Verlockungen der Macht

Inszenierung:  Tobias Kratzer
Bühne und Kostüme:  Rainer Sellmaier
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Leitung:  Tomáš Hanus

von Dr. Ralf Wegner

„Giuseppe Verdi, Macbeth
Hamburgische Staatsoper, PREMIERE, 12. September 2026“
weiterlesen

Der philharmonische Lieblingsdirigent begeistert das Wiener Publikum

Foto: Sokhiev Tugan (c) Patrice Nin

Saisoneröffnungskonzert +++ Musikverein Wien +++ 13. September 2026

Musikverein Wien, 13. September 2026

Die Wiener Philharmoniker sind jetzt eifrigst unterwegs; Konzerte in Wien, Grafenegg und wieder traditionsgemäß in Luzern. Tugan Sokhiev, der derzeitige Lieblingsdirigent der Philharmoniker, beweist wiederum, dass er der völlig richtige Mann als Favorit ist. Das Konzert war phänomenal – wenngleich mit minimalen Abstrichen.

Ludwig van Beethoven:  Leonoren Ouvertüre Nr. 3 op. 72
Wolfgang Amadeus Mozart:  Symphonie g-moll KV 183

Sergej Prokofjew:  Suite aus der Ballettmusik „Romeo und Julia“, op. 64, zusammengestellt von Tugan Sokhiev

Wiener Philharmoniker
Tugan Sokhiev, Dirigent

von Herbert Hiess „Wiener Philharmoniker, Tugan Sokhiev, Saisoneröffnungskonzert
Musikverein Wien, 13. September 2026 “
weiterlesen