Diese Edition ist eine umfangreiche Würdigung Karl Richters zum 100. Geburtstag

Diese umfangreiche Neuausgabe seiner Aufnahmen ist eine würdige Hommage an einen der großen Bach-Interpreten des 20. Jahrhunderts. Mit der hervorragenden Klangqualität holt man diese Einspielungen praktisch in die Gegenwart.

Karl Richter
BACH

Sacred Works

Archiv Produktion
12 CD 4 DVD 3 BD-A 486 9079

von Peter Sommeregger „Karl Richter BACH Sacred Works
klassik-begeistert.de, 1. Oktober 2026“
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Tosca: Wer Oper lebt, kann Tyrannen nicht lieben ...

Fotos: Vorstellung vom 13. September 2023 – Floria Tosca: Carmen Giannattasio, Mario Cavaradossi: Martin Muehle, Baron Scarpia: Ludovic Tézier © Bettina Stöß

oder: wer Oper liebt, kann nicht mit Tyrannen leben

Ja, natürlich schwelgen wir alle in den unvergänglichen Puccini-Melodien, auch bei der Tosca: Non la sospiri la nostra casetta – Vissi d’arte – E lucevan le stelle … in jedem Akt ein Gassenhauer. Und ja, natürlich unterstreicht das den Gruselfaktor. Den Gruselfaktor, der mit dem Henker von Rom, dem grausamen Polizeipräsidenten Scarpia, auf die Bühne kommt. Den Tosca schließlich ersticht. Bravo! Wer mit den Bühnenfiguren mitlebt, weil sie heute so lebensnah sind wie eh und je, der muss dem Tod des Tyrannen entgegenfiebern. Und wird, wenn ein Tyrannenmord heute auch nicht angezeigt ist, sich niemals einen Diktator wünschen können.

Deutsche Oper Berlin, 29. September 2026

Eine Tosca-Repertoireaufführung an der Deutschen Oper Berlin

Tosca, Melodramma in drei Akten von Giacomo Puccini
Text  von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem gleichnamigen Drama von Victorien Sardou

Leonardo Sini   Musikalische Leitung
Boleslaw Barlog   Regie
Filippo Sanjust   Bühne, Kostüm

Aleksandra Kurzak   Floria Tosca
Roberto Alagna   Mario Cavaradossi
Alexey Markov   Baron Scarpia
Mark Kurmanbayev   Cesare Angelotti
Michael Bachtadze   Der Mesner
Jörg Schörner   Spoletta
Tom Nicholson   Sciarrone
Young Choi   Ein Schließer
Milla Luisa Dell’Anna   Ein Hirte

von Sandra Grohmann

„Giacomo Puccini, Tosca, Leonardo Sini, Musikalische Leitung
Deutsche Oper Berlin, 29. September 2026“
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Besonders mit Tetelman: Giordanos „Fedora“ hätte das Zeug für eine Repertoireoper

CD/Blu-ray Besprechung:

Die Aufzeichnung dieser ansprechenden Produktion verhilft dem Werk möglicherweise zu verstärkter Aufmerksamkeit, was dieser Oper zu wünschen wäre.

Umberto Giordano, Fedora

Vida Miknevičiūte
Jonathan Tetelman

Christof Loy  Regie
John Fiore  Dirigent
Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin

EuroArts 2049173

von Peter Sommeregger
„Umberto Giordano, Fedora, Vida Miknevičiūte, Jonathan Tetelman
klassik-begeistert.de, 1. Oktober 2026“
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Aus Alt mach Neu

Sunville, Premiere am 25. September 2026 in der Tischlerei © Thomas Aurin

Sunville in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin verarbeitet alte Geschichten und Musiken

Ob Musik sich manchmal alt fühlt? So alt wie manche Zuhörerin, wenn sie Zitate von Liszt, Mozart, Ravel inmitten zeitgenössischer spitzer Töne, inmitten von Tanzrhythmen und wilden Klavierpassagen wiederzuerkennen meint? So alt, dass sie zu müde ist, um das Angebot an Motiven, Texten, Sichten um sich herum zusammenzufügen? Und doch sehen muss, dass da nicht nur ein Pastiche, sondern etwas Neues entsteht, vielleicht etwas eklektisch, aber doch auch poesievoll. Vielleicht ging es den alten Stücken in Sunville in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin so, einem Musiktheater, dessen Uraufführung erst einige wenige Tage zurückliegt.

Sunville

Musiktheater von Sofia Jernberg (Komposition), Fiston Mwanza Mujila (Libretto), Stephanie Thiersch (Choreografie, Regie)

Tischlerei der Deutschen Oper Berlin, 4. Aufführung, 30. September 2026

Sofia Jernberg   Die furchtlose Ex-Königin
Noa Frenkel   Die Frau mit den langen Zöpfen
Serge Kakudji   Der Boxer im Ruhestand
Fiston Mwanza Mujila   Der Erzähler
Emeka Ene   Der Wächter zwischen den Welten, Mousieur Broccoli
Ole Morten Vågan   Der Ex-Mann, Kontrabass
Espen Reinertsen  Der Jäger, Saxophon
Kit Downes   Piano
Yokari Aotani-Riehl   Madame Broccoli, Violine
Esther Feustel   Violine
Ye-Te Yang c Viola
Mara Pstronkonska-Mödig   Violoncello

Lauren Steel   Kostüme
Sonja Füsti   Bühne

 von Sandra Grohmann

„Sunville Musiktheater von Sofia Jernberg
Tischlerei der Deutschen Oper Berlin, 30. September 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 1. OKTOBER 2026

Berliner Philharmonie © Adam Janisch

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 1. OKTOBER 2026

Berliner Philharmonie: So viel kostet die Sanierung
Veralteter Brandschutz, verstopfte Rohre: Die Berliner Philharmonie muss dringend saniert werden. Rund 800 Millionen Euro könnte die Instandsetzung kosten. Die Berliner Philharmoniker haben schon ein Ausweichquartier im Blick.
BR-Klassik.de

Berlin/Konzerthaus
„Ich würde mich selbst als ‚Antispezialistin‘ bezeichnen“
Vera-Lotte Boecker ist in der aktuellen Spielzeit Artist in Residence am Konzerthaus Berlin. Die Sopranistin über ihre Pläne für die Residenz am Konzerthaus Berlin
concerti.de

„DIE DONNERSTAG-PRESSE – 1. OKTOBER 2026“ weiterlesen

Daniels Anti-Klassiker 45: Mozart – Requiem (1792)

Foto: https://tersdergi.com

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Mozarts Requiem – ein Gigant unter den Orchesterwerken, lange Zeit als eine der besten, wenn nicht sogar DIE beste Komposition des Wolfang Amadeus bekannt mit Kultstatus und allgemeiner Bekanntheit bis heute. Eine Musik, über die er selber sogar verstarb, sodass sie sein Schüler Süßmayr vollenden musste. Mozarts Tod während der Komposition könnte die Idee wecken, dass der Allmächtige selbst ihn zu sich rief, um diese Musik zu seinem Schwanengesang zu erheben – das ist Stoff, aus dem Legenden gemacht werden. Zu schade nur, dass die Anteile Süßmayrs nicht an Mozart heranreichen. Oder? Zeit, einmal einen Blick drauf zu werfen… „Daniels Anti-Klassiker 45: Mozart – Requiem (1792)
klassik-begeistert.de, 1. Oktober 2026“
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Gramola Ikonen entpuppen sich als Essenz des Kanons der klassischen Schallplatte

CD Reihe GRAMOLA IKONEN

Die neue Tranche der Gramola Ikonen (Ausgaben 13–15) umfasst legendäre Aufnahmen von Richard Strauss, Jascha Heifetz und George Gershwin

Wie sehr es nötig ist, den Fokus und die Aufmerksamkeit auf diejenigen Aufnahmen zu richten, die künstlerisch und klangtechnisch Maßstäbe für die Ewigkeit gesetzt haben, wird schon deshalb klar, weil heute völlig andere Kriterien der Musikindustrie, vorrangig rein ökonomischen Zuschnitts, gelten. Die den Großteil des Geschäfts bestreitenden Streaming Plattformen sowie Social Media-Logiken geben vorrangig den Takt vor: Hauptsache leicht genießbar, hübsch und in mundgerechten Häppchen angerichtet, mit immer neuen „Stars“ der Mode der Stunde, die oft so rasch verschwinden, wie sie uns angedient werden.

von Dr. Ingobert Waltenberger

Dagegen hält Gramola Ikonen mit der Erinnerung an und der Promotion von ausgewählten Aufnahmen vorrangig der 50-er und 60-er Jahre. Zu einer Zeit, wo man sich noch für längere Zeit ins Studio begab, anstatt huschpfusch alles live mitzuschneiden, was sich nicht auf eins, zwei auf den nächsten Baum retten kann. Wo sich das Publikum noch auf jede Neuerscheinung freute und sie innigst herbeisehnte, wie das heute nur noch für die brandneuesten Editionen von Videospielen und Mobiltelefonen gilt.

„CD GRAMOLA IKONEN 13-15 Strauss, Heifetz, Gershwin
klassik-begeistert.de, 30. September 2026“
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Der neue Kölner Rosenkavalier ist ein inszenatorisches Desaster

Marie-Ève Signeyroles Rosenkavalier hat weder Anmut, noch Würde.

Abo Starter © Jann Höfer Photography

Ein erster Eindruck von der Fernsehübertragung am 27. September 2026 aus der Oper Köln.

Sollte man dem Darsteller des Barons von Lerchenau dafür Respekt zollen, dass er seine Korpulenz, nur die Geschlechtsteile scheinen verdeckt, öffentlich zur Schau stellt und er am Schluss, stellvertretend für einen in den USA bekannten und mehrfach von der Reporterin, mit einer gewissen inneren Erregung, erwähnten Sexualverbrecher, von der anwesenden Meute fast gelyncht wird?

Der Rosenkavalier, Oper von Richard Strauss, Text von Hugo von Hoffmansthal

Zeitversetzte Fernsehübertragung auf 3sat

Gürzenichorchester Köln, musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Inszenierung & Videokonzept: Marie-Ève Signeyrole
Bühnenbild: Fabien Teigné, Kostüme: Yashi

Feldmarschallin Fürstin Werdenberg:  Magdalena Hinterdobler
Baron Ochs von Lerchenau:  Patrick Zielke
Oktavian:  Bianca Andrew
Sophie:  Giulia Montanari
Herr von Faninal:  Christian Miedl

von Dr. Ralf Wegner

„Richard Strauss, Der Rosenkavalier, Andrés Orozco-Estrada
TV Übertragung PREMIERE, Oper Köln, 27. September 2026“
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Michael Spyres, Jakub Józef Orliński und Louise Alder ernten Jubelstürme

Foto: Louise Alder als Semele © Geoffroy Schied


Drei Jahre nach der Festspielpremiere im Prinzregententheater zieht Semele ins angestammte Nationaltheater um. Mit großartigem Erfolg. Sängerisch überzeugend allen voran Louise Alder mit tollem Timbre. Das Orchester hält die Spannung aufrecht, ist dynamisch. Ein bisschen Komik, ein bisschen Rache, ein bisschen Action, natürlich viel Dramatik. Lohnt sich.

Nationaltheater, München, 25. September 2026

Semele
Oper nach Art eines Oratoriums (1743)

Komponist  Georg Friedrich Händel
Libretto nach  William Congreve

Musikalische Leitung  Leonardo García Alarcón

Inszenierung  Claus Guth
Bühne  Michael Levine

Semele  Louise Alder
Jupiter  Michael Spyres
Athamas  Jakub Józef Orliński
Juno  Marina Viotti
Ino  Avery Amereau
Wedding Planer / Iris  Sarah Dufresne
Cadmus/Somnus  Sam Carl

Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Opernballett der Bayerischen Staatsoper

von Frank Heublein

„Georg Friedrich Händel, Semele, Michael Spyres und Jakub Józef Orliński
Nationaltheater, München, 25. September 2026“
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Carlo Vistoli überzeugt durch vokale Virtuosität auf höchstem Niveau

CD-Besprechung:

Virtuose Countertenöre wie Vistoli holen das ursprüngliche Klangbild dieser Werke wieder in die Gegenwart, und sorgen damit für eine neue Sicht auf Händels Oratorien.

Handel’s Italians
Italian Castrati in the London Oratorios

Carlo Vistoli

Le Concert d’Astrée
Emmanuelle Haïm

Harmonia mundi  HMM 902795

von Peter Sommeregger

„Handel’s Italians Italian Castrati in the London Oratorios, Carlo Vistoli
klassik-begeistert.de, 30. September 2026“
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