Herzchen, Herzchen für die Saison 2026/27 an der Deutschen Oper Berlin

Das Programm der Deutschen Oper Berlin ist für die kommende Saison mit Herzchen nur so gespickt. Damit niemand übersieht, dass dem Spielplan das Motto „Make Love“ vorangestellt wurde. Zur Illustration des Spielzeitthemas nutzt man also einerseits, anders als in Hamburg, keinen sich an ein Bäumchen klammernden Nackten. Andererseits sind sowohl das Motto wie auch die Herzchen-Illustration für ein Opernhaus von, sagen wir, überschaubarer Originalität.

von Sandra Grohmann 

Jedoch die Premierenübersicht überrascht durchaus. Insbesondere in der ersten Hälfte der Spielzeit stehen durchaus unbekannte, teils sogar brandneue Werke auf dem Programm, wenn sie auch nicht durchgehend primär vom Love Making sprechen. Zwar schon die erste Neuproduktion, „Mittwoch aus Licht“ von Karlheinz Stockhausen, unter anderem die Liebe thematisieren. Für den Vorabend der Berliner Abgeordnetenhauswahl geht das durch, dürfte indes spektakulär vom Helikopter-Streichquartett überstrahlt werden, das von den Quartettmitgliedern in vier über der Stadt kreisenden Hubschraubern produziert werden wird. Auf den musikalischen Mehrwert darf man gespannt sein. Möglicherweise muss man dem Stück sehr liebevoll lauschen, was wir durchaus versuchen wollen.

 Thematisch in jeder Hinsicht, nämlich sowohl flug- wie auch liebestechnisch, einleuchtend fortgesetzt wird die Premierenreihe am Großen Haus vom ersten Klassiker der Saison, Wagners „Der Fliegende Holländer“, neu eingerichtet von Milo Rau (14.10.2026).

Besonderes Highlight ist die Besetzung der Titelpartie mit dem bewunderungswürdigen Tomasz Konieczny, der nicht nur stimmlich und darstellerisch immer ein Ereignis ist und deshalb als Star gilt (ein Attribut, das nicht recht zu ihm passen will), sondern als Gründer und Intendant auch für das Baltic Opera Festival verantwortlich zeichnet, mit dem er die Zoppoter Waldoper als Aufführungsort für Wagneropern wieder etabliert hat. Auch auf Ensemblemitglied Attilio Glaser, der längst internationale Erfolge feiert, in der Rolle des Erik kann man sich nur freuen. Aušrine Stundytė wird beiden als Senta gegenüberstehen.

 Auch mit der dritten Premiere, die noch 2026 – nämlich am 15. November – auf die Bretter des Großen Hauses kommt, bleiben wir zumindest zeitweise in der Luft, wenn wir im Kinder- und Jugendprogramm „In 80 Tagen um die Welt“ reisen. Das mit bewährten und jüngeren Ensemblemitgliedern besetzte Werk von Jonathan Dove wird von Peter Lund in Szene gesetzt, der durch sein Gespür für zeitgenössisches Musiktheater viele Jahre lang die Neuköllner Oper in Berlin durch seine Werke ebenso wie durch sein Leitungsgeschick geprägt hat. Es ist besonders zu begrüßen, dass die Deutsche Oper durch seine Verpflichtung die Verbindung zum vierten Opernhaus der Stadt hält – auch wenn es als Off-Bühne einen deutlich anderen Charakter hat als die anderen drei.

Bleiben wir noch etwas bei den Zeitgenossen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Werke von Komponistinnen in der Tischlerei und im Großen Haus. Den dezent unscharfen Beschreibungen auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin schreiben wir dabei keine hohe Bedeutung zu und sind vielmehr gespannt darauf, was die Werke abseits der verbalen Ankündigungen zu erzählen haben.

Inhaltlich lässt sich für das als „afrofuturistisch“ titulierte „Sunville“ von Sofia Jernberg, das am 25. September 2026 erstmals auf die Bühne der Tischlerei kommt, vielleicht das Stichwort Gesellschaftsvertrag setzen, musikalisch ist angekündigt, zeitgenössische Komposition werde auf spirituellen Jazz, Improvisation auf Griyo-Tradition treffen. Was Letzteres ist, mag nicht Jedem und Jeder bekannt sein. Laut KI setzt sie sich aus den oral weitergegebenen Erzählungen, Erfahrungen und Erkenntnissen des westafrikanischen Griot und einer haitianischen kulinarischen Griyo-Kultur zusammen. Wie sich das auf der Bühne auflöst, darf mit Interesse erwartet werden.

„The Alonetimes“, ein Gastspiel von Jennifer Walshe und Philip Venables, lässt wiederum am 14. Oktober 2026 ebenfalls in der Tischlerei eine Collage persönlicher Geschichten erwarten. Demgegenüber hat die Composer in Residence Bára Gísladóttir mit „Good Vibes Only“ eine hoch technikaffine erste abendfüllende Oper geschrieben, in die sie Elemente von Heavy- und Doom-Metal, von Noise und Experimentellem Jazz aufgenommen haben soll. Wir halten unsere für Neues immer offenen Ohren am 22. Januar 2027 zur Uraufführung bereit.

Damit folgen wir John Cages Wort «I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones», das die Deutsche Oper Berlin einem mit „Music of Changes“ überschriebenen Abend nach Kompositionen dieses klasischen Modernen vorangestellt hat. Wir erwarten am 5. März 2027 ein vom Theaterkünstler Thom Luzuntermaltes Medley, das uns in eine nicht allzu weit entfernte Vergangenheit entführt.

Neugierig sind wir schließlich auf die externen Veranstaltungen im Haus der Berliner Festspiele und im Delphi Lux, die ebenfalls die Zeitgenossenschaft adressieren. Es lohnt sich, auf der Homepage der Deutschen Oper Berlin zu stöbern.

Nach diesem Feuerwerk der Moderne landet die Saison bei bewährten Klassikern. Mit besonderer Spannung ist Elsa Dreisig, die nach ihrer Mini-Elternzeit kürzlich auf die Bühne zurückgekehrt ist, als Fiordiligi in „Così fan tutte“ zu erwarten; auch Kyle Miller wird in dem jungen Ensemble als Guglielmo eine bewährte Größe sein. Was von dem die Regie verantwortenden belgischen Kollektiv FC Bergman zu erwarten ist, das sich mit ironischem Augenzwinkern als Fußballclub oder auch als „Foute Club“ (falscher Club) bezeichnet, lässt sich nicht voraussagen. Die Gruppe gilt als äußerst phantasiereich und anpassungsfähig; 2023 ist sie mit dem Silbernen Löwen von Venedig dekoriert worden. Den Premierenabend am 28. Februar 2027 können wir kaum erwarten.

Verdis „Otello“ wird in der Neuinszenierung von Kornél Mundruczó am 16. April 2027 Premiere feiern. Der ungarische Regisseur, der vom Film kommt, ist für seine bildmächtigen Arbeiten bekannt und deutet Opernstoffe gern in die Moderne um.

Seine Tosca an der Bayerischen Staatsoper galt als verkopft und überladen, weil er den Maler Cavaradossi gegen den Filmemacher Pier Paolo Pasolini getauscht hat. Seiner Otello-Einrichtung darf man daher mit gemischten Gefühlen entgegensehen, zumal die Inszenierung von Andreas Kriegenburg am selben Haus vielen Opernfans noch in lebendiger Erinnerung sein dürfte, deren Premiere 2010 von der phänomenalen, Gänsehaut verursachenden Anja Harteros geadelt wurde, die sich leider seit Jahren von der Bühne zurückgezogen hat oder zurückziehen musste. Wir wollen an Ruzan Mantashyan, die diesmal die Desdemona übernimmt, aber keine überirdischen Anforderungen stellen und freuen uns auch auf den Tenor Najmiddin Mavlyanov, der die Titelpartie singen wird.

Alt-GMD Donald Runnicles schließlich beehrt sein früheres Haus mit Daniel Kramers szenischer Einrichtung des „War Requiem“. Die abschließende Neueinstudierung und der Höhepunkt der Saison fallen damit am 18. Juni 2027 zusammen. Die Aufführung, die bereits an der English National Oper gefeiert wurde, kehrt zu Brittens Gedanken zurück, dass die Solopartien von einer russischen Sopranistin, einem britischen Tenor und einem deutschen Bariton übernommen werden.

Make love, not war – das Motto findet damit einen passenden Abschluss. Aber was in der Welt der Oper hätte auch nicht zu diesem Saisonthema gepasst.

Wir freuen uns trotzdem auf das etwas heterogene Programm.

Sandra Grohmann, 6. September 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Albert Lortzing, Zar und Zimmermann Deutsche Oper Berlin, Premiere, 20. Juni 2026

Albert Lortzing, Zar und Zimmermann Deutsche Oper Berlin, Premiere, 20. Juni 2026

Gioachino Rossini, L’Italiana in Algeri, Inszenierung Rolando Villazón Deutsche Oper Berlin, 8. März 2026, Premiere

DIE SONNTAG-PRESSE – 6. SEPTEMBER 2026

Wolkenturm © Lisa Edi

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 6. SEPTEMBER 2026

Grafenegg
Grafeneggs Festival kommt im Jubiläumsjahr zu einem brillanten Ende
Abschlusskonzerte des Grafenegg Festivals 2026- Im 20. Jubiläumsjahr wartete das Festival am niederösterreichischen Wagram mit brillanten Ensembles und Solisten auf. Da demonstriert eine Debütantin mit 85 Jahren, was Klavierspiel tatsächlich bedeuten kann, da klettert ein Dirigent langsam und behutsam zur Weltspitze auf, da gastieren die Wiener Philharmoniker mit ihrem derzeitigen Lieblingsdirigenten und da spielt das Residenzorchester – die Niederösterreichischen Tonkünstler – mit einer der prominentesten Soprane.
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

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Staatsopern-Auftakt: Stiller Protest gegen einen exzellenten Don Carlo

Don Carlo – Stikhina, Grigolo, Dupuis © Wiener Staatsoper / Marcel Urlaub

Kaum sind die Salzburger Festspiele vorbei, blickt die Wiener Opernszene mit Spannung auf Kirill Serebrennikovs Don Carlo zum Staatsopern-Saisonauftakt. Ein mutiger Schachzug, so reichten die Missfallensäußerungen bei der Premiere doch bis in den Graben. Diesmal waren die Skeptiker still, die musikalische Bilanz ebenso glanzvoll wie diese geniale, gesellschaftskritische Regie! 

Don Carlo
Musik von Giuseppe Verdi

Libretto von Achille de Lauzières, Camille du Locle und Angelo Zanardini nach Joseph Méry und Camile du Locle

Philipp II.:  Günther Groissböck
Don Carlo:  Vittorio Grigolo
Rodrigo, Marquis von Posa:  Étienne Dupuis
Der Großinquisitor:  Ain Anger
Ein Mönch:  Dan Paul Dumitrescu
Elisabetta:  Elena Stikhina
Eboli:  Eve-Maud Hubeaux
Tebaldo:  Ilia Staple
Graf von Lerma/Herold:  Hiroshi Amako
Stimme vom Himmel:  Florina Ilie

Musikalische Leitung:  Pier Giorgio Morandi
Regie, Bühne, Kostüme:  Kirill Serebrennikov
Ko-Kostümbildnerin:  Galya Solodovnikova
Choreografie und Regieassistenz:  Evgeny Kulagin

Wiener Staatsoper, 4. September 2026

von Johannes Karl Fischer

„Giuseppe Verdi, Don Carlo, Kirill Serebrennikov, Regie
Wiener Staatsoper, 4. September 2026“
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Mit Martha Argerich: Grafeneggs Festival kommt im Jubiläumsjahr zu einem brillanten Ende

Wolkenturm © Lisa Edi

 Abschlusskonzerte des Grafenegg Festivals 2026

Im 20. Jubiläumsjahr wartete das Festival am niederösterreichischen Wagram mit brillanten Ensembles und Solisten auf. Da demonstriert eine Debütantin mit 85 Jahren, was Klavierspiel tatsächlich bedeuten kann, da klettert ein Dirigent langsam und behutsam zur Weltspitze auf, da gastieren die Wiener Philharmoniker mit ihrem derzeitigen Lieblingsdirigenten und da spielt das Residenzorchester – die Niederösterreichischen Tonkünstler – mit einer der prominentesten Soprane.

Wolkenturm, Grafenegg, 2. September 2026

Louise Farrenc:  Ouvertüre für Orchester Nr. 2 in Es-Dur op. 24
Ludwig van Beethoven:  Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in B-Dur op. 19
Johannes Brahms:  Symphonie Nr. 4 in e-moll op. 98

Martha Argerich, Klavier
Münchner Philharmoniker
Lahav Shani, Dirigent

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Wolkenturm, Grafenegg, 3. September 2026

Wolfgang Amadeus Mozart:  Symphonie Nr. 25 in g-moll op. 183
Gustav Mahler:  Symphonie Nr. 1 in D-Dur

Wiener Philharmoniker
Tugan Sokhiev, Dirigent

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Wolkenturm, Grafenegg, 4. September 2026

Arien und Orchesterwerke von Respighi/Bellini/Verdi/Bonis/Strauss

Asmik Grigorian, Sopran
Tonkünstler Orchester
Fabian Gabel, Dirigent

von Herbert Hiess „Martha Argerich, Tugan Sokhiev, Dirigent, Asmik Grigorian
Wolkenturm, Grafenegg, 2./3./4. September 2026“
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Sir Simon Rattle setzt den grandiosen Schlusspunkt beim Musikfest Bremen

Sir Simon Rattle © Oliver Helbig

Musikfest Bremen: „Kosmos Schumann“

Robert Schumann   Ouvertüre zu „Genoveva“ op. 81
Violinkonzert d-Moll WoO 1
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Isabelle Faust  Violine
Sir Simon Rattle
 Dirigent
Freiburger Barockorchester

Bremer Konzerthaus Die Glocke, Großer Saal, 4. September 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Es soll ein weiteres von etlichen, zuvor bereits erlebten Highlights werden beim Musikfest Bremen. Und dann, während sich das Orchester bereits in spielbereit wartet, fehlen Dirigierpult und Dirigentenpodest. Was man glatt für ein Versäumnis der Bühnenarbeiter halten könnte, hat indes seine Richtigkeit: Sir Simon Rattle, einer der ganz Großen seiner Zunft, benötigt dergleichen nicht; denn die Partitur hat er im Kopf, und sein Dirigat erfolgt quasi auf Augenhöhe mit den Musizierenden. „Musikfest Bremen: „Kosmos Schumann“
Bremer Konzerthaus Die Glocke, 4. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 21: Ludwig van Beethoven – Tripelkonzert (1804)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Drei Solisten begleitet von einem Orchesterapparat, die mal gegen-, mal miteinander ihre Fertigkeiten demonstrieren – eine spannende Auseinandersetzung voller Möglichkeiten. So ähnlich dürfte wohl Beethovens Gedankengang gewesen sein, als der Bonner Klassik-Meisters sein Konzert für Klavier, Violine und Violoncello in C-Dur (opus 56), kurz „Tripelkonzert“ konzipierte. Was er da ersann, war modern, gewagt, fast schon eine kleine Revolution – mit ernüchterndem Ergebnis. „Daniels Anti-Klassiker 21: Ludwig van Beethoven – Tripelkonzert (1804)
klassik-begeistert.de, 6. September 2026“
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Was bringt die neue Saison beim Hamburg Ballett?

Die neuen Ersten Solisten beim Hamburg Ballett: Charlotte Larzelere (1998, San Antonio, Texas), Olivia Betteridge (1999, Westmead, Australien), Callum Linnane (1995, Townsville, Australien), Louis Musin (2002, Belo Horizonte, Brasilien) (Fotos: Kiran West)

Ein Meinungsbeitrag von Dr. Ralf Wegner

Das Hamburg Ballett ist wieder vollzählig, das Ensembleverzeichnis weist 66 besetzte Stellen auf. Damit gehört es zu den mittelgroßen Ballettensembles, zumindest verglichen mit jenen in Paris (153 Namen) oder Moskau (Bolschoi mit um die 300 Nennungen). Die Reihe der Ersten Solisten wird um Charlotte Larzelere, Olivia Betteridge, Callum Linnane und Louis Musin erweitert, als Solisten betreten Hayley Page, Ida Stempelmann, Artem Prokopchuk und Francesco Cortese neu die Ballettbühne im Hamburger Opernhaus. Mit Ausnahme des Australiers Linnane verfügen alle genannten Tänzerinnen und Tänzer über eine Ausbildung in der Ballettschule des Hamburg Balletts oder wurden vom Bundesjugendballett in das Ensemble übernommen (Larzelere, Stempelmann). Der dreißigjährige Linnan tanzte vor seinem hiesigen Engagement bereits als Erster Solist beim Australian Ballet in Melbourne.

Die neuen Solisten beim Hamburg Ballett: Hayley Page (1994, Sidney, Australien), Ida Stempelmann (2000, Düsseldorf), Artem Prokopchuk (1998, Winnyzja, Ukraine), Francesco Cortese (2002, Vicenza, Italien), Fotos: Kiran West.

„Die Saison 2026/27 beim Hamburg Ballett
Hamburgische Staatsoper, 5. September 2026“
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Genau so soll ein Konzertabend enden: Wenn das Gehörte im Kopf weiterarbeitet

Fotos © Ansgar Klostermann

Orchesterfest aus Zürich

Sergej Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26

Pjotr Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 5 e-moll op.64

Hayato Sumino, Klavier

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 3. September 2026

von Dirk Schauß

„Paavo Järvi und Hayato Sumino
Kurhaus Wiesbaden, aus, 3. September 2026“
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Was uns „Unter den Linden“ in der Saison 2026/27 erwartet

Staatsoper Unter den Linden © Marcus Ebener

Die eben beginnende neue Spielzeit in der Staatsoper Unter den Linden ist die dritte der Intendantin Elisabeth Sobotka und des Generalmusikdirektors Christian Thielemann. Nachdem der – in größeren personellen Turbulenzen befindliche – Berliner Kultursenat die Etats der Opernhäuser empfindlich gekürzt hat, muss auch das Berliner Vorzeigehaus sparen.

von Peter Sommeregger

Der Reigen von sechs Neuproduktionen wird mit Gaspare Spontinis „La Vestale“ eröffnet, als Hommage an den ersten Generalmusikdirektor des Hauses im 19. Jahrhundert. In der Regie von Lydia Steier und dem Dirigat von Carlo Rizzi gibt Sonya Yoncheva ihr Debüt in der Titelrolle. Premiere ist am 26. September.

„Spielzeitpräsentation 2026 Staatsoper Unter den Linden
klassik-begeistert.de, 2. September 2026“
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Was bringt die neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper?

Aktuelle Werbung der Hamburgischen Staatsoper für dieNeuinszenierung der Verdi-Oper Macbeth (Foto: Tom Huber)

Ein Meinungsbericht von Dr. Ralf Wegner

Neulich blieb ich beim Wechseln des TV-Programms bei einer „Talk-Show“ hängen. Ein mutmaßlich dem Rocksänger-Milieu angehörender Mittvierziger mit Baseball-Käppi räsonierte über Oper. Die ihn befragende Talkmasterin fand es offensichtlich bemerkenswert, dass die neue Macbeth-Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper mit einem jüngeren nackten, körperlich fit aussehenden, einen Baumstamm erkletternden Mann beworben wird. Ihr Vater habe früher eine Sängerin erlebt, die sich mit 60 noch auf die Bühne wagte und der „immer das Kleid aufplatzte, weil sie älter und voluminös war“. Also wollte die Moderatorin offenbar lieber einen nackten athletischen  Mann auf der Bühne sehen, aber nicht eine ältere, nicht ganz schlanke Sängerin.

Videostills NDR: Price & Eschenbach: Mozart, Verdi und Cilea (1986) / NDR-Talkshow vom 28. August 2026

Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Moderatorin (die Quasseltante Barbara Schöneberger, Anm. des Herausgebers) das wirklich ernst meinte. Denn sie erwähnte den Namen der Sängerin, es handelte sich um die walisische, geadelte Sopranistin Margaret Price, eine der damals Besten ihres Fachs. Ich selbst hörte sie zuletzt 1992 als Ariadne auf der Hamburger Opernbühne; es eine der prägendsten Erinnerungen an diese Partie. Damals feierte Price gerade ihren 51. Geburtstag. Offiziell beendete sie ihre Opernkariere mit 58 Jahren. Ja, Margaret Price hatte keine Model-Figur, dafür sang sie überirdisch schön wie kaum eine andere Sopranistin ihrer Zeit.

„Die Neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper
klassik-begeistert, 31. August 2026“
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