DER MENSCHHEIT WUERDE IST IN EURE HAND GEGEBEN BEWAHRET SIE SIE SINKT MIT EUCH MIT EUCH WIRD SIE SICH HEBEN
Unsere Reihe „Wir erinnern uns an schöne Opernerlebnisse – Als wir (noch) nicht „Merker“ und nicht „Blogger“ waren“ fortsetzend, müssen wir diesmal einen Teil der Überschrift in „Als wir zum ersten Mal „Merker“ wurden und noch nicht „Blogger“ waren“ ändern.
Eigentlich ist „Chess“ ein Stück, bei dem man sich fragt, warum es nicht viel öfter auf deutschen Bühnen zu sehen ist. Die Musik von Benny Andersson und Björn Ulvaeus ist längst bekannt, Tim Rices Geschichte über die beiden Schachspieler, ihre Rivalität und die komplizierten Beziehungen dazwischen aber erstaunlich wenig. Diese erscheint aus heutiger Sicht leicht sperrig und ist vielleicht der zentrale Grund dafür, warum man diesem Werk verhältnismäßig selten begegnet.
Henrik Wager: Freddie Trumper, The American
Mathias Edenborn: Anatoly Sergievsky, The Russian
Melanie Gebhard: Florence Vassy
Martin Snell: Molokov
Jeffery Krueger: The Arbiter
Lisa Antoni: Svetlana Sergievsky
Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.
Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.
von Daniel Janz
Mit seinem türkischen Marsch hat Mozart, der König aller Wiederholungen, es schon zum zweiten Mal in die Liste überbewerteter Klassiker geschafft. Ob als Klaviersonate oder in Fassung für Orchester – diese Komposition dürfte sowohl dem häufigen Konzertgänger, als auch dem überzeugten Klassikabstinenzler ein Begriff sein. Geradezu legendär ist der dritte Satz. Zu Unrecht, wie ich finde.
Aktuelle Werbung der Hamburgischen Staatsoper für dieNeuinszenierung der Verdi-Oper Macbeth (Foto: Tom Huber)
Ein Meinungsbericht von Dr. Ralf Wegner
Neulich blieb ich beim Wechseln des TV-Programms bei einer „Talk-Show“ hängen. Ein mutmaßlich dem Rocksänger-Milieu angehörender Mittvierziger mit Baseball-Käppi räsonierte über Oper. Die ihn befragende Talkmasterin fand es offensichtlich bemerkenswert, dass die neue Macbeth-Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper mit einem jüngeren nackten, körperlich fit aussehenden, einen Baumstamm erkletternden Mann beworben wird. Ihr Vater habe früher eine Sängerin erlebt, die sich mit 60 noch auf die Bühne wagte und der „immer das Kleid aufplatzte, weil sie älter und voluminös war“. Also wollte die Moderatorin offenbar lieber einen nackten athletischen Mann auf der Bühne sehen, aber nicht eine ältere, nicht ganz schlanke Sängerin.
Videostills NDR: Price & Eschenbach: Mozart, Verdi und Cilea (1986) / NDR-Talkshow vom 28. August 2026
Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Moderatorin (die Quasseltante Barbara Schöneberger, Anm. des Herausgebers) das wirklich ernst meinte. Denn sie erwähnte den Namen der Sängerin, es handelte sich um die walisische, geadelte Sopranistin Margaret Price, eine der damals Besten ihres Fachs. Ich selbst hörte sie zuletzt 1992 als Ariadne auf der Hamburger Opernbühne; es eine der prägendsten Erinnerungen an diese Partie. Damals feierte Price gerade ihren 51. Geburtstag. Offiziell beendete sie ihre Opernkariere mit 58 Jahren. Ja, Margaret Price hatte keine Model-Figur, dafür sang sie überirdisch schön wie kaum eine andere Sopranistin ihrer Zeit.
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 31. AUGUST 2026
Grafenegg Wagners Parsifal klingt im Wolkenturm nicht sakral Richard Wagners „Bühnenweihefestspiel“ (der Name sagt alles) ist eigentlich eine Verbindung von Musik und Gott. Da kommt der junge, reine Tor daher und entwickelt sich langsam zum Gralsritter – vor allem unter der Leitung von Gurnemanz. Diese Oper ist eine der berührendsten in der Musikgeschichte und man freute sich auf das Gastspiel der Bayreuther Festspiele. Und verließ das Konzert mit sehr gemischten Gefühlen.
Von Herbert Hiess Klassik-begeistert.de
Grafenegg Klavierstar Vikingur Ólafsson als Grafenegger Doktor Doolittle
Das Concertgebouw-Orchester brillierte in Grafenegg. Die letzte Festival-Ausgabe unter Rudolf Buchbinders Leitung endet am nächsten Sonntag. Schade, natürlich: Wenn das Grafenegg-Festival am 6. September ausklingt, wird der Stargast des Abends fehlen. Dirigenten-Legende Riccardo Muti muss derzeit wegen eines Eingriffs das Bett hüten. Um den Auftritt seines Jugendorchesters Luigi Cherubini zu retten, hat Grafenegg-Chef Rudolf Buchbinder allerdings rasch einen namhaften, zuverlässigen Ersatzmann gefunden – nämlich sich selbst. Der Intendant wird sich vom Klavier aus gemeinsam mit dem italienischen Musiknachwuchs durch zwei Mozart-Klavierkonzerte arbeiten. DerStandard.at
Unter der Leitung von Andris Nelsons zauberten die Wiener Philharmoniker zum Abschluss der Salzburger Festspiele 2026 zwei Tondichtungen ihres Lieblingskomponisten Richard Strauss durch das Festspielhaus. Fast noch spektakulärer war aber Yuja Wangs Sensationsleistung als Einspringerin mit Prokofjews zweitem Klavierkonzert.
Wiener Philharmoniker Yuja Wang, Klavier (anstelle von Daniil Trifonov)
Andris Nelsons, Dirigent
Sergej Prokofjew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 16, Richard Strauss: Don Juan op. 20 & Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Richard Wagners „Bühnenweihefestspiel“ (der Name sagt alles) ist eigentlich eine Verbindung von Musik und Gott. Da kommt der junge, reine Tor daher und entwickelt sich langsam zum Gralsritter – vor allem unter der Leitung von Gurnemanz. Diese Oper ist eine der berührendsten in der Musikgeschichte und man freute sich auf das Gastspiel der Bayreuther Festspiele. Und verließ das Konzert mit sehr gemischten Gefühlen.
RICHARD WAGNER
Auszüge aus «Parsifal»
Vorspiel zum ersten Aufzug
«Titurel, der fromme Held»
«Vom Bade kehrt der König heim»
«Wehvolles Erbe»
Vorspiel zum zweiten Aufzug
«Dies alles hab ich nun geträumt?»
Vorspiel zum dritten Aufzug
«Karfreitagszauber»
Finale des dritten Aufzugs
Bayreuther Festspielorchester Dirigent: Pablo Heras-Casado
Kundry: Miina-Liisa Värelä Parsifal: Andreas Schager Amfortas/Klingsor: Jordan Shanahan Gurnemanz: Georg Zeppenfeld
Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.
Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.
Händels Oper um den römischen Feldherren Julius Caesar wurde zum größten, seines an Erfolgen nicht armen Lebens. 1724 in London uraufgeführt hält sich die Oper seit dreihundert Jahren auf den internationalen Spielplänen, das ist eine beispiellose Rezeptionsgeschichte.
George Frideric Handel Giulio Cesare in Egitto
Bachchor Salzburg Le Concert d’Astrée Emmanuelle Haïm