„Man merkt oft erst, was man vermisst, wenn man lange weg ist“

Sopranistin Petra Radulović

Zwischen Opernbühne und Heimat:
Ein Mittagessen mit Sopranistin Petra Radulović

Als ich mich vor einigen Tagen mit der Sopranistin Petra Radulović im Restaurant an der berühmten Verige-Passage in Montenegro traf, stand zunächst etwas ganz anderes im Mittelpunkt als Oper oder Karriere: Meeresfrüchte.

„Endlich wieder richtig gute und frische Calamari“, sagte sie mit einem Lächeln, als das Essen serviert wurde. Wer die vergangenen Jahre überwiegend zwischen Wien, Deutschland und verschiedenen Gastspielorten in Europa unterwegs war, lernt offenbar die einfachen Dinge der Heimat wieder neu zu schätzen. Frischer Fisch, ein Tisch direkt am Wasser und der Blick auf die viel gerühmte Bucht von Kotor gehören dazu.

Von Marc Rohde

„Interview: Petra Radulović, Sopranistin
klassik-begeistert.de, 16. Juni 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 16. JUNI 2026

Götterdämmerung © Michael Pöhn / Wiener Staatsoper

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DIENSTAG-PRESSE, 16. JUNI 2026

Wien/Staatsoper
Der RING nach der Götterdammerung in Wien: Dies ist ein eindrucksvolles Gesamterlebnis
Am Ende des Siegfried schien für einen kurzen Moment alles möglich. Der Held hatte die Feuerwand durchschritten, Brünnhilde erweckt und die Liebe entdeckt. Doch wer glaubte, Wagner würde seinen Figuren ein Happy End gönnen, wurde in der Götterdämmerung eines Besseren belehrt. Was im Rheingold mit einem gestohlenen Goldschatz begann, fand nun seinen unausweichlichen Abschluss. Mit der Götterdämmerung erreichte der aktuelle Ring-Zyklus der Wiener Staatsoper seinen letzten Abend. Nach Machtkämpfen, Familienkonflikten und Heldenabenteuern nimmt die Katastrophe nun ihren finalen Lauf. Wagner führt seine Figuren mit unerbittlicher Logik ihrem Schicksal entgegen.
Von Kathrin Schuhmann
Klassik-begeistert.de

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Beseelte Klänge schmeicheln im Kühlhaus

Intonations 2026 © Monika Rittershaus

Eindrücke vom Abschlusskonzert des Intonations-Festivals

Das von Elena Bashkirova 2012 gegründete Intonations-Festival hat seinen ganz eigenen Charme. Die schlichten kostenlosen Programmzettel und eine Folge von Stücken, zwischen denen es keinerlei Berührungspunkte gibt, erinnern mich an die Vortragsabende an der Berliner Musikhochschule in meiner Studienzeit. Nur dass sich hier unter den Mitwirkenden nebst Bashkirova Prominente wie Martha Argerich, Daniel Barenboim oder Dorothea Röschmann finden, und Instrumental- und Vokalmusik nebeneinandersteht.

Kurt Weill    5 ausgewählte Lieder

Ludwig van Beethoven    Violinsonate Nr. 7 op. 30/2

Fritz Kreisler
Liebesleid
Schön Rosmarin

Ausgewählte armenische Volkslieder

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichoktett op. 20

Berlin, Kühlhaus, 14. Juni 2026

Von Kirsten Liese

Dass an sämtlichen vier Tagen die legendäre Martha Argerich von der Partie sein sollte, ist freilich ein besonderes Novum. Allzu gerne hätte ich sämtliche Konzerte mit ihr besucht, aber aus zeitlichen Gründen war mir leider nur das Abschlusskonzert vergönnt. „„INTONATIONS“ Chamber Music Festival 2026, Abschlusskonzert, Kühlhaus, Berlin
klassik-begeistert.de, 14. Juni 2026“
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Der RING nach der Götterdammerung in Wien: Dies ist ein eindrucksvolles Gesamterlebnis

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Die Götterdämmerung in Wien: Der letzte Tag der Götter

Von Kathrin Schuhmann

Am Ende des Siegfried schien für einen kurzen Moment alles möglich. Der Held hatte die Feuerwand durchschritten, Brünnhilde erweckt und die Liebe entdeckt. Doch wer glaubte, Wagner würde seinen Figuren ein Happy End gönnen, wurde in der Götterdämmerung eines Besseren belehrt. Was im Rheingold mit einem gestohlenen Goldschatz begann, fand nun seinen unausweichlichen Abschluss. „Richard Wagner, Götterdämmerung, Wiener Staatsoper
klassik-begeistert, 15. Juni 2026“
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Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte packend inszeniert

Die Weiße Rose © Jonas Melcher

Von der Kunst, ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte packend und unterhaltsam als Musical zu inszenieren

Im Festspielhaus Neuschwanstein erlebte im Juni 2025 ein ungewöhnliches Musical-Projekt seine Uraufführung: „Die Weiße Rose“ erzählt vom Werden und Wirken der Widerstandsgruppe um das Geschwisterpaar Hans und Sophie Scholl während der Zeit des Nationalsozialismus.

Schon vier Monate nach ihrem Bühnenstart wurde „Die Weiße Rose“ von einer Fachjury beim „Deutschen Musical Theater Preis 2025“ in sieben Kategorien ausgezeichnet.

Würde das Resümee des zahlenden Publikums ähnlich ausfallen?

Im Berliner Admiralspalast startete dieser Tage eine Tournee der Produktion durch sechs deutsche Städte.

Die Weiße Rose
Musical von Vera Bolten (Buch, Songtexte und Regie)
und Alex Melcher (Musik, Songtexte und Arrangements)

Choreographie: Bart De Clercq
Illustrationen: Jens Hahn
Musikalische Leitung: Johannes Still

Admiralspalast Berlin, 13. Juni 2026

von Ralf Krüger

Der Autor dieser Zeilen spürte noch den schalen, bitteren Geschmack beim Verlassen des Theaters. Er hatte soeben grausamen Verhören und einem mehrfachen Todesurteil beigewohnt. Doch schon bald überlagerte ein weitaus angenehmeres Gefühl diesen Moment. Mir wurde bewusst, ich hatte ein großartiges, ja, außergewöhnliches Theaterstück erlebt. Zwar als Musical angekündigt, war es (aus meiner Sicht) stellenweise ein Schauspiel mit Bühnenmusik und korrespondierenden Songs. Der Wortanteil war weitaus höher als bei anderen Werken des Genres. „Die Weiße Rose, Musical von Vera Bolten und Alex Melcher
Admiralspalast Berlin, 13. Juni 2026“
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GANYMED öffnet die Wunden des Spiegelgrunds

Otto Wagner Areal © STADTpsychologie / Jasper Brockmann

Wo einst NS-Terror herrschte, setzten Künstler ein Zeichen. 

GANYMED AREAL macht das Otto-Wagner-Areal zum wohl eindrucksvollsten Geschichtsparcours Wiens. 

GANYMED AREAL, Otto-Wagner-Areal, 13. Juni 2026

Jacqueline Kornmüller
, Inszenierung

Texte von Amélie Nothomb, Monika Helfer, Milena Michiko Flasar, Christine Lavant, Clemens Setz, Jacob Hein und Franz Schuh.

Kompositionen von Johanna Doderer, Andras Dés, Hibiki Kojima, Mona Matbou Riahi, Peter Rom, Den Strottern und dem Bläserensemble Federspiel

von Jürgen Pathy

„Sie starb an einer Lungenentzündung.“ Wer die Geschichte hinter dem Otto-Wagner-Areal kennt, dem zieht es bei diesen Worten die Eingeweide zusammen. Es ist harter Tobak, den Schauspielerin Andrea Eckert in der ehemaligen Pathologie des Otto-Wagner-Spitals auf die Bühne bringt, begleitet von Orgelmusik. Genauer gesagt in der Prosektur, wo man einst die Leichenöffnungen vorgenommen hatte.

„GANYMED AREAL, Jacqueline Kornmüller
Otto-Wagner-Areal, 13. Juni 2026“
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In Düsseldorf reißt heute der richtige Ton die Zuschauer von den Sitzen

Sternzeichen Reiland Gadjiev © Susanne Diesner

Ob durch Eiseskälte, romantische Wärme oder feurige Wunder …

Was daraus entsteht, ist eine Sternstunde der Orchestermusik. In keinem Moment hat man das Gefühl, dass das Orchester oder Dirigent David Reiland hier die Kontrolle verlieren würden. Auch hier ist alles wie aus einem Guss! Dass es die Zuhörer darauf aus ihren Sitzen reißt und sie das Orchester am Ende jubelnd feiern, erscheint bei so einer Leistung nur folgerichtig. Wer so begeistert, hat allen Beifall verdient! Heute haben diese Künstler jedenfalls gezeigt, welche Klasse in ihnen steckt. Gerne weiter so!

Düsseldorfer Symphoniker
David Reiland, Dirigent

Alexander Gadjiev, Klavier

Jean Sibelius
– Tapiola – Tondichtung für großes Orchester, op. 112, 1926
Robert Schumann – Konzert für Klavier und Orchester a-moll, op. 54, 1845
Igor Strawinsky – Der Feuervogel – symphonische Suite (Fassung von 1945)

Zugabe:

Robert Schumann – “der Dichter spricht”, op. 15 XIII

Tonhalle Düsseldorf, 12. Juni 2026

von Daniel Janz

Wer sind eigentlich die drei großen „S“ der Klassik? Wer an Strauss denkt, liegt jedenfalls nicht falsch, egal ob mit Vornamen Johann oder Richard. Schubert, Schmidt und Schostakowitsch sind weitere Kandidaten, Kenner würden sicher auch Saint-Saëns, Salieri, Stockhausen und viele andere nennen. In der Tonhalle Düsseldorf entscheidet man sich heute für Sibelius, Schumann und Strawinsky – und liegt damit goldrichtig!

„Düsseldorfer Symphoniker, David Reiland, Dirigent
Tonhalle Düsseldorf, 12. Juni 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 15. JUNI 2026

Archiv © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 15. JUNI 2026

Wien
„Animal Farm“: Wiehern, Grunzen und Koloraturen – in der Staatsoper haben die Tiere das Sagen (Bezahlartikel)
Eines der Erfolgsstücke in der jüngeren Geschichte des Hauses am Ring ist zurück im Repertoire. Ein perfekter Abend. Dass sich mit zeitgenössischer Oper durchaus Interesse bei allen Publikumsschichten erwecken lässt, bewies die bestens besuchte Wiederaufnahme von Alexander Raskatovs „Animal Farm“ nach Orwells gleichnamigem Roman. Schon die Premiere 2024 war ein Erfolg. Der hat sich jetzt wiederholt, bei der sechsten Aufführung in dieser Inszenierung.
DiePresse.com

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Löwin Argerich erlegt ihr Publikum mit sicherer Pranke

© Monika Rittershaus

 „INTONATIONS“ Jerusalem Chamber Music Festival 2026

Kühlhaus, Berlin, 13. Juni 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Ludwig van Beethovens Violinsonate Nr. 3 in Es-Dur, op. 12, Nr. 3 stand am dritten Tag des Festivals am Beginn eines umfangreichen Programms mit zwei Pausen. Dementsprechend war als Konzertbeginn 17 Uhr anberaumt. Mir ist völlig schleierhaft, wie Amateure in den damaligen bürgerlichen Salons die in den Ecksätzen technisch wahnsinnig anspruchsvolle und technisch schwierige Sonate überhaupt auf die Reihe bringen konnten. Die wie das gesamte op. 12 Antonio Salieri gewidmete Sonate mit ihrem im Adagio an Mozart gemahnenden Gestus erweist sich bei aller Anforderungen an den Violinpart immer noch als klavierdominant, gegenteilige musikwissenschaftliche Behauptungen hin oder her. „ „INTONATIONS“ Chamber Music Festival 2026, Argerich, Beethoven
Kühlhaus, Berlin, 13. Juni 2026“
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„Tosca“ wird zum Fiebertraum

 

Eine Leiche, die hässlich lacht, sich schließlich erhebt und dann auch noch singt? Das kann nur einem Horrorfilm oder einem bösen Traum entspringen, oder? Dietrich Hilsdorf forderte in der Premiere von Giacomo Puccinis „Tosca“ am 13. Juni 2026 das Publikum im Theater Lübeck zu einem besonderen Schwenk in der Wahrnehmung dieses hochemotionalen Klassikers auf – oder geradezu heraus. Hat das funktioniert?

Giacomo Puccini     Tosca
Melodramma in drei Akten

Evmorfia Metaxaki, Sopran
Konstantinos Klironomos, Tenor
Gerard Quinn, Bariton
Steffen Kubach, Bariton
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Robin Frindt, Bassbariton
Ronja Stroh, Sopran

Chor und Extrachor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Dietrich Hilsdorf, Inszenierung

Theater Lübeck, Premiere, 13. Juni 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Es fängt so vertraut an …

Dietrich Hilsdorfs Lübecker „Tosca“ entspricht im ersten Akt einer ausgemacht traditionellen Inszenierung. Sant’Andrea della Valle in Rom ist im Bühnenbild von Dieter Richter sofort zu erkennen, im Hintergrund strömt Licht durch die Chorfenster. Mario Cavaradossi malt eine sehr blonde und sinnliche Magdalena, die Kostüme von Nicola Reichert sind der Spielzeit im Jahr 1800 entlehnt, was sowohl die Tracht des Klerus, als auch der Bürger und Militärs angeht. „Giacomo Puccini, Tosca, Dietrich Hilsdorf, Regie
Theater Lübeck, Premiere, 13. Juni 2026“
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