Auf den Punkt 85:  Sir Simon Rattle gelingt das perfekte Soufflé

Sir Simon Rattle © Mark Allan

Die Opern von Richard Wagner bekommt man nicht kaputt, sage ich immer. Selbst wenn Peter Konwitschny die Regie verantwortet – Augen zu, und Sie werden dennoch glücklich. Mit den Sinfonien von Gustav Mahler verhält es sich grundlegend anders, sie sind wie ein Soufflé.

Henry Purcell / Remember Not, Lord, Our Offences Z 50
Robert Schumann / Nachtlied für gemischten Chor und Orchester op. 108

Gustav Mahler / Sinfonie Nr. 2 c-Moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester  – Auferstehungssinfonie

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Chor des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle / Dirigent

Louise Alder / Sopran
Beth Taylor / Mezzosopran

Elbphilharmonie, Großer Saal, 21. März 2026

von Jörn Schmidt

Ich könnte Ihnen jetzt Dirigenten nennen, deren Zugang zu Wagner mir – ausnehmend höflich formuliert – nicht liegt. Die also am Werk vorbei dirigieren und denen es dennoch nicht gelingt, das Werk zu zerstören.  Aber dann bekommt Andreas Schmidt, der Herausgeber von klassik-begeistert, möglicherweise pikierte Zuschriften. Zu denen ich mich dann frühmorgens äußern möge. Das ist natürlich kein Problem, aber heute geht es um etwas anderes. „Auf den Punkt 85: Sir Simon Rattle gelingt das perfekte Soufflé
Elbphilharmonie, 21. März 2026“
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Tarmo Peltokoski durchbricht die Wagner-Tradition

CD/Blu-ray Besprechung:

Für Fachpublikum und Wagner-Freunde ein Muss: interpretatorisch frisch, handwerklich makellos und Zeugnis einer der spannendsten Dirigenten-Orchester-Verbindungen der Gegenwart. Peltokoski beweist, dass Wagner keine Frage des Alters, sondern geistiger Durchdringung ist – und alles deutet darauf hin, dass er diesen radikal-ehrfürchtigen Weg konsequent weitergehen wird.

Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen

An Orchestral Adventure (Arr. Henk de Vlieger)

Hong Kong Philharmonic
Tarmo Peltokoski, musikalische Leitung

Deutsche Grammophon, digitales Album

von Dirk Schauß

Während manche Dirigentenkarrieren über Jahrzehnte wie eine Belagerung Stein auf Stein schichten, bis ein Monument der Autorität steht, tritt Tarmo Peltokoski mit 25 Jahren anders auf.

Sein Debütalbum für Deutsche Grammophon mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra ist kein vorsichtiges Anklopfen, sondern ein orchestraler Paukenschlag: Eine siebzigminütige Orchestrierung von Wagners „Ring“ – Henk de Vliegers geschickte Komprimierung der Tetralogie zum „Orchestral Adventure“. Wer hier nur ein „Best-of“ für Eilige vermutet, unterschätzt die intellektuelle und dramatische Durchdringung, mit der Peltokoski diesen symphonischen Riesen angeht.

Die Aufnahme packt, schüttelt und entlässt den Hörer erst nach dem letzten Ton der „Opfertat“ in die Realität. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen, Tarmo Peltokoski
klassik-begeistert.de, 22. März 2026“
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Dieses Buch schließt eine empfindliche Lücke der Wien-Literatur

Buchbesprechung:

Ulla Remmer
Das verlorene Vis –à– Vis am Opernring

mandelbaum verlag

von Peter Sommeregger

Selbst für nach dem Krieg geborene Wiener war der so genannte Heinrichshof, gegenüber der Staatsoper am Opernring gelegen, aus Erzählungen der älteren Generation noch ein Begriff. Kurz nach der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper wurde schließlich 1956 sein Nachfolgebau fertiggestellt, ein nüchternes, schmuckloses Gebäude, typisch für die Zeit. „Buchbesprechung: Ulla Remmer, Das verlorene Vis -à- Vis am Opernring
klassik-begeistert.de, 22. März 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE, 22.  MÄRZ 2026

Imagebilder Salzburger Festspiele 2018 Foto: Neumayr/Leo 21. August 018

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE SONNTAG-PRESSE, 22.  MÄRZ 2026

Serge Dorny wird Präsident von Opernnetzwerk Opera Europa
Serge Dorny, Intendant der Bayerischen Staatsoper, wird neuer Präsident von Opera Europa. Er übernehme damit eine zentrale Rolle im führenden Netzwerk europäischer Opernhäuser und Festivals, teilte die Staatsoper mit. Mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung werde Dorny Impulse für die strategische Weiterentwicklung der Organisation geben und die Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Opernlandschaft weiter stärken, hieß es. Dorny setze sich seit vielen Jahren dafür ein, die Relevanz der Oper in der heutigen Gesellschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. In diesem Sinne verstehe er Oper als eine Kunstform, die in ihrer Tradition verankert ist und zugleich offen bleibt für neue Perspektiven und gesellschaftliche Entwicklungen.
DieZeit.de.News

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Blühender blendender Sangesnachwuchs – stimmlich wie spielerisch finde ich den wunderbar!

I due timidi: Julia Schneider, Beatriz Maia, Viktoria Matt, Mose Lee, Rusnė Tušlaitė, Lovro Kotnik, Teodora Ateljević und Haozhou Hu (v.l.n.r.), Bayerische Theaterakademie August Everding © Cordula Treml

Alle Stimmen, die ich an diesem Abend höre, überzeugen mich vollends. Das Pasticcio von Rotas I due timidi und Milhauds Le Pauvre Matelot gelingt sehr gut. Ich persönlich empfinde stärker in I due timidi. Nimmt mich musikalisch wie auch in der Handlung noch mehr mit als der Matrose. Diese beknackte Knallschote hat es nicht anders verdient.

Auf und Ab
Über die unausweichliche Zunahme von Missverständnissen

I due timidi (Radiofassung, 1950)
Komposition   Nino Rota
Libretto   Suso Cecchi D’Amico

Le pauvre matelot op. 92 (1927)
Komposition   Darius Milhaud
Libretto   Jean Cocteau

Musikalische Leitung   Peter Rundel
Inszenierung   Ingo Kerkhof

Münchner Rundfunkorchester

Studierende im Master des Kooperationsstudiengangs Musiktheater / Operngesang der Hochschule für Musik und Theater München und der Bayerischen Theaterakademie August Everding und des Studiengangs Musiktheater an der Kunstuniversität Graz

Prinzregententheater, München, 20. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend ist die zweite Vorstellung des Opernpasticcios zweier Kurzopern. I due timidi des italienischen Komponisten Nino Rota und Le pauvre matelot des Franzosen Darius Milhaud. Im Prinzregententheater wird eine Produktion des künstlerischen Nachwuchses gezeigt. Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität München, Hochschule für Musik und Theater München – beide sind Kooperationsstudiengänge mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding – und des Studiengangs Musiktheater an der Kunstuniversität Graz und ein Gast sind an der Produktion beteiligt. „Auf und Ab – I due timidi/Le pauvre matelot
Prinzregententheater, München, 20. März 2026“
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Mahler im Glanzbad – Altinoglus schöne Neunte begeistert

Alain Altinoglu © HR/PhotoWerK 

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 9 D-Dur

hr-Sinfonieorchester
Alain Altinoglu, musikalische Leitung

hr-Sinfonieorchester

Alte Oper Frankfurt, 20. März 2026

von Dirk Schauß

Wer am 20. März 2026 den großen Saal der Alten Oper Frankfurt betrat, wusste um die Fallhöhe. Gustav Mahlers Neunte ist kein Konzertstück wie jedes andere, sondern ein existenzieller Grenzgang, ein Abschiedsbrief in Tönen, der den Hörer eigentlich gezeichnet zurücklassen sollte. Das hr-Sinfonieorchester unter Alain Altinoglu erreichte an diesem Abend eine beeindruckende klangliche Geschlossenheit – und genau darin liegt die Crux dieser Interpretation: Wie viel ästhetischer Glanz verträgt eine Musik, die aus Zerfall und Todesangst geboren wurde? „Alain Altinoglu, hr-Sinfonieorchester, Gustav Mahler 9
Alte Oper Frankfurt, 20. März 2026“
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Beethoven gegen den Zeitgeist: Maximilian Haberstock führt die „Schicksalssymphonie“ zurück zu alter Größe

Maximilian Haberstock, Junges Philharmonisches Orchester München © Maximilian Haberstock

Nun haben bereits zwei Kollegen in den höchsten Tönen von Maximilian Haberstock berichtet. Nach dem Konzert im Münchner Herkulessaal schließe ich nahtlos an diese begeisterten Stimmen an. Beethovens Fünfte, wie man sie selten zu hören bekommt.

Herkulessaal, München, 19. März 2026

Maximilian Haberstock, Dirigent
Maxim Lando, Pianist
Junges Philharmonisches Orchester München

von Jürgen Pathy

Dass man Beethovens Fünfte mit fast 100 Musikern spielt, Oboen doppelt besetzt, das heißt: vier Stück – so etwas hat man seit hundert Jahren nicht mehr erlebt. Es ist bekannt, dass der junge Münchner, 21 ist Haberstock gerade, an die große deutsche Schule der Altmeister anknüpft. Dieser Zugang könnte manchen als opulent, zu kraftvoll angelegt erscheinen, hat jedoch seine völlige Berechtigung.

„Maximilian Haberstock, JPOM, Maxim Lando, Pianist
Herkulessaal, München, 19. März 2026“
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Maximilian Haberstock erobert mit 97 Musikern die Alte Oper

© Bela Raba

Manchmal gibt es diese raren Abende – wie Dienstag, 18. März in der Alten Oper Frankfurt –, an denen die herkömmlichen Maßstäbe der Musikkritik bereits nach den ersten Takten wie mürbes Holz zerbrechen.

Richard Wagner
Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“

Franz Liszt
Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Maxim Lando, Klavier

Junges Philharmonisches Orchester München
Maximilian Haberstock, Leitung

Alte Oper, 18. März 2026


von Dirk Schauß

Was sich dort am Pult und auf den Stühlen abspielte, war der vorläufige Höhepunkt eines außergewöhnlichen Projekts: das Junge Philharmonische Orchester München (JPOM), 2023 von Maximilian Haberstock gegründet – der 2004 geborene Münchner Dirigent, Pianist und Komponist, der bereits als Kind dirigierte und von Mariss Jansons von 2015 bis zu dessen Tod 2019 intensiv als Mentor gefördert wurde. „Maximilian Haberstock JPMO, Maxim Lando, Klavier
Alte Oper, Frankfurt, 18. März 2026“
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Maximilian Haberstock: Auf Furtwänglers Spuren – das weckt große Erwartungen

JPOM,  Maximilian Haberstock © Bela Raba

Richard Wagner: Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nünrberg“
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 op. 67

Junges Philharmonisches Orchester München

Maxim Lando, Klavier
Maximilian Haberstock, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 18. März 2026

von Kirsten Liese

Zahlreiche Jungdirigenten wie Klaus Mäkelä (30), Patrick Hahn (30), Thomas Guggeis (33) oder Tarmo Peltokoski (25) stehen derzeit hoch in Kurs.Noch jünger, international noch weniger bekannt, aber ein aus meiner Sicht noch größeres Ausnahmetalent ist Maximilian Haberstock. Gerade einmal 21 Jahre alt ist der gebürtige Münchner, der in seinem ganzen Auftreten wie aus einer längst vergangenen Zeit wirkt. Erhaben über modische Trends, etwa Mozart, Beethoven und sogar Wagner im sogenannten Originalklang historischer Aufführungspraxis erkunden zu wollen, steht sein Musikerleben in einer fast vergessenen Tradition, die von Wilhelm Furtwängler bis zu Christian Thielemann reicht.

Zumindest war das der Eindruck eines Konzerts in der Alten Oper Frankfurt, auf der Haberstock mit dem von ihm gegründeten Jungen Philharmonischen Orchester München innerhalb einer kleinen Tournee Station machte. „Maximilian Haberstock JPOM, Maxim Lando, Klavier
Alte Oper Frankfurt, 18. März 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026

© Bela Raba

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026

München/Herkulessaal
Beethoven gegen den Zeitgeist: Maximilian Haberstock führt die „Schicksalssymphonie“ zurück zu alter Größe
Nun haben bereits zwei Kollegen in den höchsten Tönen von Maximilian Haberstock berichtet. Nach dem Konzert im Münchner Herkulessaal schließe ich nahtlos an diese begeisterten Stimmen an. Beethovens Fünfte, wie man sie selten zu hören bekommt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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