Es ist nicht verkehrt, sich die Messa da Requiem ab und an einzuverleiben

Foto: © Brinkhoff / Mögenburg
Staatsoper Hamburg
, 18. Januar 2019

Giuseppe Verdi (1813-1901), Messa da Requiem  
Musikalische Leitung: Paolo Arrivabeni
Inszenierung: Calixto Bieito
Bühne: Susanne Gschwender
Kostüme: Anja Rabes
Sopran: Serena Farnocchia (für die erkrankte Maria Bengtsson) Mezzosopran: Nadezhda Karyazina
Tenor: Dmytro Popov
Bass: Gabor Bretz
Für Serena Farnocchia auf der Bühne agierte Birgit Kajtna

von Teresa Grodzinska

Über die Totenmesse (Requiem) gibt es dicke Bücher und dünne Abhandlungen. Seit 1545 ist in der katholischen Liturgie der Ablauf festgelegt. Solange es als obligatorisch galt, weil die Kirche dem Staat gleichgestellt und manchmal überlegen war, hielten sich alle Komponisten, sogar Mozart, an den vorgeschriebenen Ablauf. Napoleon und seinem rebellischen Zeitalter verdanken wir die anderen, weniger an die Liturgie angelehnten Requiems.

Giuseppe Verdis “Messa da Requiem” entstand 1868, im Todesjahr von Gioachino Rossini. Ein Geleit für den Künstlerkollegen in Bereiche, die Lebenden verschlossen sind, egal wie sehr man den Verstorbenen verehrt, geliebt, bewundert hat. Erst 1874 fand die Uraufführung in der Mailänder Kirche San Marco statt. „Giuseppe Verdi (1813-1901), Messa da Requiem,
Staatsoper Hamburg, 18. Januar 2019 “
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Tomasz Konieczny überragt als Wotan an der Wiener Staatsoper alle

Große Namen für den Ring 2020 im Gespräch: Andreas Schager, Nina Stemme, Elisabeth Kulman…

Foto: Tomasz Konieczny als Wanderer im „Siegfried“ © Michael Pöhn
Wiener Staatsoper, 22. Januar 2019
Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen

von Jürgen Pathy

Der Wiener „Ring“ des Jahres 2019 ist Geschichte. Ein durchwachsener Ring mit Höhen und Tiefen. Ein teilweise indisponiertes Orchester, ein zähflüssiger Rhein und anderweitige Nuancen sind es auch, die den Einzug in die geschichtsträchtigen Annalen verhindern dürften – trotz eines alles überragenden Wotans. Denn das Dirigat des deutschen Axel Kober, 48, wirkte über weite Strecken des „Vorabends“ und des „dritten Tags“ in der Wiener Staatsoper behäbig, trocken und glanzlos.

Kober, 48, ein erfahrener Wagner-Dirigent, der bereits auf dem Grünen Hügel in Bayreuth reüssierte, misslingt der Beginn zur Gänze. Trotz bester topografischer Kenntnisse setzt der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein nicht nur das Vorspiel des „Rheingold“ völlig in den Sand, auch der restliche „Vorabend“ bietet wenig musikalische Highlights.

Exzeptionell hingegen das Dirigat, Orchester und vor allem zwei Protagonisten des „ersten Tags“, der „Walküre“, die an diesem Abend im Andenken des zwei Tage zuvor verstorbenen Bassbaritons Theo Adam stand. Adam, über 20 Jahre hinweg gefeierter Wotan an der Wiener Staatsoper, verstarb am selben Tag, an dem der aktuelle Parade-Wotan seinen Geburtstag feiert. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen,
Wiener Staatsoper“
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Die DIENSTAG-PRESSE – 22. JÄNNER / JANUAR 2019

Foto: Juan Diego Florez © Manfred Baumann
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Graz/ Musikverein
Debütkonzert Juan Diego Florez: Belcanto an der Grenze zum Drama
Kleine Zeitung

Wien/ Staatsoper
Ein „Ring“ fängt Feuer
Wagners „Götterdämmerung“ in der Wiener Staatsoper
Wiener Zeitung

Salzburg/ Mozartwoche
Salzburger Mozartwoche eröffnet mit szenischem Spektakel
Neu-Intendant Rolando Villazon bittet zur Mozartwoche Stars wie Cecilia Bartoli, Rene Pape und Andras Schiff in die Stiftung Mozarteum.
Wiener Zeitung

Dr. Wilhelm Sinkovicz
Im Nebenzimmer verlor sich der Geist des Theaterhandwerks
Die Krankheit, die früher oder später zum Tod der Opernkunstform führen muss, heißt gar nicht „Regie“, sie heißt „Bühnenbild“.
Die Presse

Berlin/ Ultraschall-Festival
Jenseits des Schalls: das Festival Ultraschall Berlin kommt mit zwei Orchesterkonzerten zum Abschluss
14 Konzerte, 47 Komponisten, 11 Uraufführungen. Zum zwanzigsten Mal fand Ultraschall Berlin statt und nie war das Festival für Neue Musik lebendiger. Zahlreiche Ensembles, Formationen, Quartette und Solisten gaben sich die Klinke in die Hand, während die beiden Hauptstadtrundfunkorchester DSO und RSB mit hochinteressanten Konzerten Eröffnungs- und Abschlusskonzert gestalteten. Neben arrivierten Komponisten wie O. Neuwirth, P. Boesmans, B. Furrer, C. Czernowin und J. M. Staud ließen sich vielversprechende Jungkomponisten und besonders – komponistinnen hören. Ein letzter Höhepunkt waren nun die beiden Abschlusskonzerte des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und des Deutschen Symphonie-Orchesters, die innerhalb weniger Stunden stattfanden.
Konzert- und Opernkritik Berlin

„Konzertgänger in Berlin“
Weiblichwa(a)gend: Kleine Bilanz des Ultraschall-Festivals
Drei beeindruckende Frauen prägen den Abschluss dieses Festivals: Simone Young dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester, die Solistin Séverine Ballon spielt das betörend schöne, auf ganz eigene Weise kommunikative Cellokonzert Guardian der Komponistin Chaya Czernowin. In doppeltem Sinn traumhafte Musik, über die Czernowin selbst schreibt: Manchmal wächst der Celloklang, bis er das Orchester in sich aufzunehmen scheint, wie ein vergrößerter Resonanzkörper. Dann wieder träumt das Orchester, ein Cello zu sein oder eine einzelne Saite oder das Ende des Bogens. Aber nicht nur dieses letzte Werk, sondern das ganze Ultraschall-Festival für neue Musik 2019 ist eine erfreulich weibliche Angelegenheit.
https://hundert11.net/weiblichwaagend/ „Die DIENSTAG-PRESSE – 22. JÄNNER / JANUAR 2019“ weiterlesen

"Götterdämmerung" in Wien: ein packendes Schauspiel mit musikalischen Kompromissen

Foto: Stephen Gould, Falk Struckmann und Tomas Konieczny  – Foto: M. Pöhn (c)
Wiener Staatsoper, 20. Jänner 2019
Richard Wagner, GÖTTERDÄMMERUNG 

von Valentino Hribernig-Körber (onlinemerker.com)

Mit frenetischem Jubel für alle Beteiligten endete nicht nur der dritte Abend des monumentalen Bühnenfestspiels, sondern auch dieses selbst in der einzigen diesjährigen Serie, bei der die einzelnen Protagonisten eigentlich ausnahmslos die Vorstellungen des Reformers aus Bayreuth von Opernsängern als „Singschauspieler“ im Hinblick auf die darstellerische Komponente in packender Weise erfüllten und – soweit es die Inszenierung zulässt (und auch ein bisschen darüber hinaus) – ein teils berührendes, teils erschütterndes, gelegentlich sogar heiteres, jedenfalls aber ungemein spannendes Drama auf die Bühne brachten. Musikalisch waren dem gegenüber einige wesentliche Kompromisse einzugehen, wenngleich auch hier glücklicherweise zum großen Teil inzwischen altbewährte Kräfte und Debütanten aufeinander trafen, um das opus magnum Wagners auf höchstem Niveau zu interpretieren. „Richard Wagner, GÖTTERDÄMMERUNG,
Wiener Staatsoper, 20. Januar 2019“
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"Die Perlenfischer“ in Gelsenkirchen -
ein Triumph der leisen Töne

Fotos: © Karl und Monika Forster
Georges Bizet, Die Perlenfischer (Les Pecheurs de Perles)
Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, 19. Januar 2019 

Musikalische Leitung, Giuliano Betta
Inszenierung, Manuel Schmitt
Bühne, Bernhard Siegl
Kostüme, Sophie Reble
Licht, Patrick Fuchs
Dramaturgie, Stephan Steinmetz
Leïla, Dongmin Lee
Nadir, Stefan Cifolelli
Zurga, Piotr Prochera
Nourabad, Michael Heine
Kind, Paula Schiefele
Taucher, Michael Bittinger
Chor, Alexander Eberle
Chor und Extrachor des MIR
Orchester der Neuen Philharmonie Westfalen

von Ingo Luther

Wenn es die Nachricht über eine Opernproduktion aus dem tiefsten Ruhrgebiet bis in den Kulturteil des Berliner Tagesspiegels schafft („Der Tod leuchtet blau“, Tagesspiegel vom 7.01.2019), dann müssen dort im Revier spannende Dinge vor sich gehen! Höchste Zeit für klassik-begeistert.de sich einen eigenen Eindruck von „Die Perlenfischer“ am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen zu machen.

Ob Hindemiths „Mathis der Maler“, Weinbergs „Die Passagierin“ oder nun „Die Perlenfischer“ von Georges Bizet – im Konkurrenzkampf mit der unmittelbaren Nachbarschaft in Essen, Dortmund, Wuppertal und Hagen setzt man in Gelsenkirchen gerne auf weniger häufig aufgeführte Werke, die nicht dem leicht verdaulichen „Repertoire-Main-Stream“ entsprechen. Dieses Konzept scheint aufzugehen: Auch in der bereits fünften Aufführung von „Die Perlenfischer“ seit der Premiere am 22. Dezember 2018 bleiben nur ein paar vereinzelte Plätze im 1.004 Zuschauer fassenden Großen Haus am Kennedyplatz unbesetzt. „Georges Bizet, Die Perlenfischer (Les Pecheurs de Perles) Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, 19. Januar 2019“ weiterlesen

Standing Ovations und rote Rosen für Martha Argerich – und ein Wiedersehen im Juni 2019

Foto: Martha Argerich und Ion Marin © Leila Ivarsson
Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal, 20. Januar 2019

Symphoniker Hamburg
Martha Argerich, Klavier
Ion Marin, Dirigent
Ludwig van Beethoven – Konzert für Klavier und Orchester
Nr. 1 C-Dur op. 15
Sergej Prokofjew – Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100

von Eva Stratmann

Im Sommer letzten Jahres gastierte Martha Argerich in Hamburg und entfachte mit neun Konzerten ein musikalisches Feuerwerk. Dieses Highlight konnte sie eigentlich nicht überbieten – dachte ich, als ich mich bei Frost auf den Weg zum 5. Symphoniekonzert machte, um die Grand Dame des Piano zu besuchen. Doch diesen Abend möchte ich aus meiner langjährigen Biografie als Konzertgast nicht wegdenken. Jedem Menschen, der mir am Herzen liegt, hätte ich gewünscht, dass er dieses Konzert erleben darf. „Symphoniker Hamburg, Martha Argerich, Ion Marin,
Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal, 20. Januar 2019“
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Die MONTAG-PRESSE – 21. JÄNNER / JANUAR 2019

Foto: (c) Schirmer
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Die MONTAG-PRESSE – 21. JÄNNER / JANUAR 2019

Berlin
In memoriam Claudio Abbado: Ode an die Freunde
Heute vor fünf Jahren starb Claudio Abbado. Die Berliner Philharmoniker gedenken ihres ehemaligen Chefdirigenten mit einer Ausstellung.
Tagesspiegel

München
Antworten aus dem Instrument
Nach 30 Jahren kehrt Christoph von Dohnányi ans Pult der BR-Symphoniker zurück.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/klassik-antworten-aus-dem-instrument-1.4295468

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Christoph von Dohnányi dirigiert Ives, Ligeti und Tschaikowsky
Münchner Abendzeitung

Nürnberg/ „Ball im Savoy“
Da steppt das Känguru
Eine Frau übt Revanche und geht öffentlich und demonstrativ fremd, weil ihr Mann untreu ist. Paul Abraham scheute in seiner jazzigen Erfolgsoperette von 1932 keine Tabus. In Nürnberg gelingt eine rasante Sause mit Travestie und „unkorrektem“ Humor.
BR-Klassik

Wien/ Staatsoper/ „Tosca“
„Ein Tenor verschenkt sein Herz“
Schlussbeifall: Der Tenor stürmt zum Solovorhang auf die Bühne, reißt die Arme hoch, der jubelfreudige Teil des Publikums ist ganz verzückt. Der Tenor kniet nieder, berührt den Bühnenboden mit der Hand. Der Tenor wirft mit symbolischer Geste sein Herz in das Publikum.
http://www.operinwien.at/werkverz/puccini/a24tosca.html

Berlin/ Pierre Boulez-Saal
Pierre Boulez Saal: „Junge Sänger brauchen Praxis“
Bei der Schubert-Woche im Berliner Pierre Boulez Saal arbeitet Starbariton Thomas Hampson mit Nachwuchstalenten
Tagesspiegel

Berlin
Die Suche nach dem Seelenheil:  „Himmelerde“ und „Kopernikus“ an der Staatsoper
Berliner Zeitung „Die MONTAG-PRESSE – 21. JÄNNER / JANUAR 2019“ weiterlesen

Gnadenlose Regie: Purcells Untergang an der Wien

Foto: © Herwig Prammer
Theater an der Wien
, 19. Jänner 2019
Henry Purcell, King Arthur

von Herbert Hiess

Keine Frage – Sven-Eric Bechtolf und auch sein Regiekollege Julian Crouch sind geniale Regisseure und Vollprofis in ihrem Fach. Bei dieser Produktion der Semi-Opera, die 2017 in Berlin Premiere hatte, teilten sich die beiden den Musikpart (Bechtolf) und den Schauspielpart (Crouch).

Das Genre Semi-Opera ist eigentlich primär ein Schauspiel mit untermalender Musik, die quasi in Form von Einlagen, Intermedien, Tänzen und Chören in das Kunstwerk integriert ist. Da ist natürlich die Diskussion über den Vorrang von Musik oder Schauspiel vorprogrammiert. „Henry Purcell, King Arthur,
Theater an der Wien“
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"La Bayadere" in der Berliner Staatsoper Unter den Linden: Große Dramatik und wenig Balance

Foto: © Fine Art photography by Yan Revazov
Staatsoper Unter den Linden, 18. Januar 2019
La Bayadere, Ballett von Marius Petipa, Musik von Ludwig Minkus 

von Yolanda Marlene Polywka

„La Bayadere“ ist nach „Celis | Eyal“ die zweite Produktion unter dem neuen Intendanten des Berliner Staatsballetts Johannes Öhman. Nach dem mit „Celis | Eyal“ zeitgenössischen Saisonauftakt waren die Erwartungen bezüglich der ersten klassischen Inszenierung groß; die mediale Aufmerksamkeit war es auch. Das 1877 unter der Leitung von Marius Petipa (Schwanensee, Der Nussknacker, Dornröschen u.a.) in St. Petersburg uraufgeführte Ballett „La Bayadere“ läuft nun seit November des letztes Jahres und spaltet das Publikum. „La Bayadere, Ballett von Marius Petipa, Musik von Ludwig Minkus,
Staatsoper Unter den Linden“
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Die SONNTAG-PRESSE – 20. JÄNNER / JANUAR 2019

Foto: Thies Rätzke (c)
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Hamburg
Konzerttempel: Darum hat die Elphi ein Akustik-Problem
Die wohl einzige vernüftige Erklärung (I.W)
https://www.mopo.de/hamburg/ausgehen/konzerttempel

Bariton Andrè Schuen im Interview. „In der Oper ist manches grober“
Als Südtiroler spricht (und singt) Andrè Schuen drei Sprachen: italienisch, deutsch und ladinisch. Und natürlich ist er auch gerne in den Bergen unterwegs: „Man merkt schon, dass man etwas erreicht hat, wenn man auf dem Gipfel steht“. Am Samstag, den 19. Januar ist er zu Gast in „Meine Musik“, am 23. Januar gibt er in der Münchner Allerheiligenhofkirche einen Liederabend.
BR-Klassik

Berlin/ Staatsoper
Himmelerde“ an der Staatsoper: Wenn die Seele einen Kater verspürt
Kleines Format im großen Haus: Die Liederoper „Himmelerde“ von Familie Flöz und der Musikbanda Franui an der Staatsoper
Tagesspiegel

Berlin
Berliner Philharmoniker Tiefer schürfen, höher streben
Dem Dirigenten Mariss Jansons gelingt ein denkwürdiger Abend bei den Berliner Philharmonikern
Tagesspiegel

Wien/ Theater an der Wien
„King Arthur“ im Theater an der Wien: Ideenstau in der Sagenoper
Henry Purcell Komposition wird als opulente Märchenoper inszeniert
Der Standard
Auch die Verpackung zählt

Kurier „Die SONNTAG-PRESSE – 20. JÄNNER / JANUAR 2019“ weiterlesen