Nadine Sierra © Merri Cyr
Die Münchner Rigoletto-Inszenierung von Barbara Wysocka zeigt dem Publikum dasselbe, was es fast tagtäglich aus den Nachrichten erfährt: die Macht und ihr Missbrauch. Genauso wie in dem Epstein-Fall wird hier aufgezeigt, dass nicht eine Person als Täter zu bezeichnen ist, sondern es vieler Helfer und Mittäter bedarf. Die Opfer aber bleiben immer auf der Strecke. In München wird das Opfer Gilda von Nadine Sierra fantastisch interpretiert, szenisch und gesanglich. Zusammen mit ihrem Bühnenvater Ludovic Tézier als Rigoletto zeigt sie eine ergreifende Deutung dieser berühmten Vater-Tochter-Beziehung.
Giuseppe Verdi (1813-1901)
RIGOLETTO
Melodramma in drei Akten (1851)
Libretto von Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Schauspiel
Le Roi s’amuse.
Musikalische Leitung: Maurizio Benini
Inszenierung: Barbara Wysocka
Bühne: Barbara Hanicka
Kostüme: Julia Kornacka
Nationaltheater München, 28. Juli 2026
von Jean-Nico Schambourg
Die visuelle Darstellung ist für einen Repertoire-Spielplan gut geeignet. Barbara Wysocka verlegt die Handlung in unsere Zeit, wie man an den zeitgenössischen Kostümen von Julia Kornacka unschwer erkennen kann. Das Bühnenbild von Barbara Hanicka selbst ist abstrakt gehalten. Verschiebbare Wände ermöglichen einen raschen Übergang zwischen den Szenen.