DIE DONNERSTAG-PRESSE – 22. FEBRUAR 2024

Jan Lisiecki © Holger Hage

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 22. FEBRUAR 2024

Wien
Jan Lisiecki im Konzerthaus: Das Vorspiel wird zum Hauptakt
Der Kanadier begeisterte als Meister der Exaktheit
Es hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass Männer dem Vorspiel zu wenig Aufmerksamkeit schenken würden. Das Gegenteil ist der Fall! Jan Lisiecki begeisterte das Publikum im Großen Saal des Konzerthauses mit einem Programm, welches das Vorspiel (auch: Präludium, Prélude) zum Hauptakt erhob. In erratischem Zickzack vagabundierte Lisiecki durch die Musikgeschichte, hüpfte von Chopin zu Bach zu Rachmaninow und weiter zu Szymanowski und Messiaen.
DerStandard.at/story

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Rising Stars 51: Pene Pati – seine Rugbyleidenschaft wies den Weg zur Karriere

┬® Mark Leedom

Die Entwicklung und Karriere vielversprechender NachwuchskünstlerInnen übt eine unvergleichliche Faszination aus. Es lohnt sich dabei zu sein, wenn herausragende Talente die Leiter Stufe um Stufe hochsteigen, sich weiterentwickeln und ihr Publikum immer wieder von neuem mit Sternstunden überraschen. Wir stellen Ihnen bei Klassik-begeistert jeden zweiten Donnerstag diese Rising Stars vor: junge SängerInnen, DirigentInnen und MusikerInnen mit sehr großen Begabungen, außergewöhnlichem Potenzial und ganz viel Herzblut sowie Charisma.

von Dr. Lorenz Kerscher

Der 1987 auf Samoa geborene Pene Pati kannte von Kindheit an den Gesang, mit dem die Mythen und Geschichten seiner Heimat überliefert werden. Doch nach der Umsiedlung seiner Familie nach Neuseeland zog ihn zunächst einmal die Rugbymannschaft seiner Highschool magisch an. Kluge Pädagogen, die verhindern wollten, dass sich die jungen Menschen zu einseitig entwickelten, machten hierfür allerdings die Teilnahme im Chor zur Bedingung. So kam er mit klassischer Musik in Berührung und begann sich auch für Operngesang zu interessieren. „Rising Stars 51: Pene Pati – seine Rugbyleidenschaft wies den Weg zur Karriere
klassik-begeistert.de, 22. Februar 2024“
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Auch wenn schön gesungen wird, Bellinis Oper Norma will mir nicht gefallen

Olga Peretyatko (Norma), Angela Brower (Adalgisa), Anna-Maria Torkel (Clotilde) (Foto: RW)

Olga Peretyatko punktete mit schöner, warmer Mittellage und sauber ausziselierten Piani, auch war sie schallstark genug für die dramatischen Forteausbrüche, geriet hierbei aber stimmlich auch an ihre Grenzen. Ihr dunkel timbrierter Sopran harmonierte perfekt mit dem helleren Klang der US-Amerikanischen Mezzosopranistin Angela Brower (Adalgisa). Marcelo Álvarez sang einen routinierten Pollione.

Norma
lyrische Tragödie in zwei Akten
Musik von Vincenzo Bellini

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
musikalische Leitung: Paolo Arrivabeni

Inszenierung: Yona Kim, Bühnenbild: Christian Schmidt, Kostüme: Falk Bauer

Staatsoper Hamburg, 20. Februar 2024

von Dr. Ralf Wegner

Mit dieser Oper werde ich mich wohl nie anfreunden. Schon die Ouvertüre wirkt banal. Bellini hat zwar durchaus Melodisches für die Sängerinnen und Sänger dieser Oper komponiert wie Normas berühmte Casta Diva-Arie, ihre Duette mit Adalgisa, auch das Terzett beider mit Pollione oder auch das Finale mit (fast) allen Beteiligten und dem Chor. Mir fehlt aber bei all dem der emotionale Tiefgang, die musikalisch profunde Auslotung der Gefühle, auf die sich Verdi so meisterhaft verstand. Schließlich hinterlässt Bellinis Melodik fast einen klebrig, überzuckerten Beigeschmack. Auch die schwerfällige, retardierende, immer wieder durch übles Kriegsgeschrei unterbrochene Liebeshandlung ermüdet mit der Zeit. „Vincenzo Bellini, Norma
Staatsoper Hamburg, 20. Februar 2024“
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Michael Spyres’ neue CD ist eine Lektion in Musikgeschichte

CD-Rezension:

Die CD ist eine wahre Fundgrube für Liebhaber der Oper abseits der ausgetretenen Pfade. Bemerkenswert auch die rekordverdächtige Spieldauer von 85 Minuten, das ergibt ein optimales Preis/Leistungsverhältnis!

In the Shadows
Michael Spyres

Les Talens Lyriques
Christophe Rousset

Erato 5054197879821

von Peter Sommeregger

Der amerikanische Sänger Michael Spyres, der sich selbst treffend als Baritenor bezeichnet, liebt den Wechsel zwischen verschiedenen Stilen und Stimmlagen, den ihm seine über mehrere Oktaven reichende Stimme ermöglicht. Seine Reise durch verschiedene musikalische Welten unterfüttert er gleichzeitig durch fundierte gesangshistorische Studien. „CD-Rezension: In the Shadows Michael Spyres
klassik-begeistert.de, 21. Februar 2024“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 21. FEBRUAR 2024

L’Orfeo, Philharmonie Berlin © JF

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 21. FEBRUAR 2024

Berlin
Das Freiburger BarockConsort beschert Berlin einen weiteren Monteverdi-Volltreffer
Nach einer völlig überragenden Poppea an der Lindenoper vor gut einem Jahr gelingt in Berlin mit einem konzertanten Orfeo ein weiterer Monteverdi-Volltreffer. Mit Zinken, Pauken und brillanten Stimmen bringen die Barockspezialisten aus Freiburg die feurige Monteverdi-Oper ganz ohne Bühnenbild zum Feiern.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

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Sommereggers Klassikwelt 224: Der balsamische Bariton Josef Metternichs hält bis heute allen Vergleichen stand

von Peter Sommeregger 

Der 1915 in der Nähe von Köln geborene Rheinländer entschied sich bereits früh für den Sängerberuf, sein Gesangsstudium verdiente er sich als Geiger bei Tanzveranstaltungen. Auch als Chorsänger war Metternich tätig, ehe er aus gesundheitlichen Gründen sein Studium für zwei Jahre unterbrechen musste. Während des Zweiten Weltkrieges schloss er seine Studien in Berlin ab, und wurde 1940 an das Deutsche Opernhaus Berlin verpflichtet, wo er zunächst kleinere Rollen übernahm. Ein Engagement an das Staatstheater Wiesbaden wurde durch die Schließung der Deutschen Bühnen gegen Ende des Krieges schnell beendet. „Sommereggers Klassikwelt 224: Der balsamische Bariton Josef Metternichs hält bis heute allen Vergleichen stand“ weiterlesen

„Nacht und Stürme werden Licht“ – Das 6. Philharmonische Konzert in der Hamburger „Elphi“

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (c) Claudia Höhne

Dmitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 13 b-Moll op. 113 „Babi Jar“

Iryna Aleksiychuk, Trisagion für Frauenchor a cappella und Solovioline

Ludwig van Beethoven, Phantasie für Klavier, Chor und Orchester c-Moll op. 80

Kent Nagano, Dirigent

Alexander Vinogradov, Bass
Konradin Seitzer, Violine
Martin Helmchen, Klavier

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Damen des Harvestehuder Kammerchors
Estnischer Nationaler Männerchor

Großer Saal der Hamburger Elbphilharmonie, 19. Februar 2024

von Dr. Andreas Ströbl

Mochte man sich vor dem Konzert noch über die sehr spezielle Kombination solcher Werke wie der emotional hochanspruchsvollen 13. Symphonie von Schostakowitsch, dem intimen „Trisagion“ von Iryna Aleksiychuk und der klangleuchtenden Chorphantasie von Beethoven wundern, so ergab am Ende alles Sinn und „was sich drängte rauh und feindlich, ordnet sich zu Hochgefühl“, wie es in den Worten Christoph Kuffners zur letzten Komposition dieses Abends heißt. „Beethoven: Fantasie op. 80 / Aleksiychuk: Trisagion / Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 13
Elbphilharmonie, 19. Februar 2024“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 20. FEBRUAR 2024

Benjamin Bruns © Sara Schöngen

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 20. FEBRUAR 2024

München/Bayerische Staatsoper
Das Gelbe vom Ei ist es nicht: Benjamins Bruns erobert als „Lohengrin“ dennoch Elsas Herz
Weißwurst isst man ohne Haut. „Mit Haut essen sie nur die Chinesen – aber die essen auch Hunde und Katzen“, raunt mir die Bedienung in der „Münchner Stubn“ um die Ohren. An der Bayerischen Staatsoper bekommt man alles. Den Inhalt, den Benjamin Bruns als „Lohengrin“ bemerkenswert aufs Parkett zaubert. Und die Hülle, sprich die Inszenierung, bei der Regisseur Kornél Mundruczó einer Art Sekte unter einem Meteoriten die Erlösung schenkt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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Schweitzers Klassikwelt 108: Donizettis kapriziöse Adina

Adina (Claudia Muschio), Belcore (Björn Bürger), Staatsoper Stuttgart  © Martin Sigmund

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Mit der Aufnahme ins Repertoire von „L’elisir d’amore“ scheint auch heute ein Opernbetrieb zu punkten. Das zeigte ein spontaner Szenenapplaus, als Nemorino und Adina endlich zusammenfinden. In dieser Vorstellung war viel junges Publikum in der Wiener Staatsoper zu sehen. Wir bleiben, mag sein aus größerer Lebenserfahrung, skeptisch, was die Zukunft dieses ungleichen Paars betrifft.

„Schweitzers Klassikwelt 108: Donizettis kapriziöse Adina
klassik-begeistert.de, 20. Februar 2024“
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Das Freiburger BarockConsort beschert Berlin einen weiteren Monteverdi-Volltreffer

L’Orfeo, Philharmonie Berlin © JF

Nach einer völlig überragenden Poppea an der Lindenoper vor gut einem Jahr gelingt in Berlin mit einem konzertanten Orfeo ein weiterer Monteverdi-Volltreffer. Mit Zinken, Pauken und brillanten Stimmen bringen die Barockspezialisten aus Freiburg die feurige Monteverdi-Oper ganz ohne Bühnenbild zum Feiern.   

L’Orfeo
Musik von Claudio Monteverdi
Libretto von Alessandro Striggio

konzertante Aufführung

Philharmonie Berlin, 18. Februar 2024

Zürcher Sing-Akademie
Freiburger BarockConsort
René Jacobs, Leitung & Szenische Konzeption

von Johannes Karl Fischer

Eine gute Flasche Wein in den Händen des Unterwelt-Fährmanns Charon, ein auf der Konzertbühne tanzender Chor, mehr braucht es auch nicht für einen lebhaften Monteverdi-Orfeo. Ganz ohne Bühnenbild entsteht eine Stimmung so feurig, dass selbst die Geigen und Flöten in den Tanz mit einstimmen. Als säße man auf einer italienischen Piazza und bekäme spontan ein Opernspektakel vorgespielt! „Claudio Monteverdi, L’Orfeo
Philharmonie Berlin, 18. Februar 2024“
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