Die schweigsame Frau in Berlin: „In Schönheit sterben“

Manuel Winckhler (Vanuzzi), Brenda Rae (Aminta), Siyabonga Maqungo (Henry Morosus), Peter Rose (Sir Morosus), Dionysios Avgerinos (Morbio), Samuel Hasselhorn (Barbier Schneidebart), Ensemble © Bernd Uhlig

„In Schönheit sterben“ – Christian Thielemann als spiritus rector dieser feinst ziselierten, klangwirbelnden Tragikomödie

Die schweigsame Frau
Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung   Jan Philipp Gloger
Dirigent   Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 10. Mai ist heute nicht nur Muttertag, sondern es gilt auch dem Gedenken an den 10. Mai 1933. Ein Mahnmal am Bebelplatz neben der Oper erinnert an die Bücherverbrennung, als unter anderem Studenten des Nationalsozialistischen Studentenbundes und Professoren unter der musikalischen ‚Anfeuerung‘ von SA und SS an die 20.000 Bücher von jüdischen und anderen missliebigen Autoren verbrannten. Darunter auch diejenigen von Stefan Zweig, dem Librettisten von „Die schweigsame Frau“. Insofern darf die gestrige Aufführung vor allem dem Augenmerk auf die fantastischen Qualitäten des Textbuchs gewidmet sein. „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Brenda Rae (Aminta), Peter Rose (Sir Morosus) ©  Bernd Uhlig

Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Die schweigsame Frau

Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung: Jan Philipp Gloger
Dirigent: Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Als nach knapp vier Stunden der Schlussvorhang fällt, hat sich das schon von Beginn nicht voll besetzte Haus bereits merklich geleert. Man wundert sich: Samstag Abend, am Pult Stardirigent und GMD Christian Thielemann, ein selten gespieltes Werk von Richard Strauss, und dann an den seitlichen Rängen komplett leere Reihen? „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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Giovanni Antonini dirigiert den Schmerz aus den Angeln

CD/Blu-ray Besprechung:

Haydn 2032
No. 19 – Trauer

Giovanni Antonini, musikalische Leitung
Il Giardino Armonico

Alpha Classics, Alpha1101

von Dirk Schauß

Giovanni Antonini wählt für den 19. Band seiner Gesamtaufnahme Haydn2032 einen eignen Weg: eine seelische Inventur in Klanggestalt. Mit Il Giardino Armonico spannt er einen Bogen von den Schlachtfeldern des dreißigjährigen Krieges bis zu den Erschütterungen des modernen Terrorismus. „Haydn 2032 No. 19 – Trauer, Giovanni Antonini
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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Leif Ove Andsnes überrascht mit skandinavischen Tönen

CD/Blu-Ray Besprechung:

Der norwegische Pianist, Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Geirr Tveitt dürfte nur wenigen bekannt sein. Bevor Leif Ove Andsnes die 30-minütige, dreisätzige Klaviersonate etere, op. 129, im Juli 2025 in der Pfarrkirche St. Jude-on-the-Hill im Hampstead Garden Suburb im Norden Londons aufnahm, hatte er sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder mit ihr befasst und alle Facetten des Stücks zuvor schon in 35 Konzerten erprobt. Aber nicht nur das zählt.

GEIRR TVEITT – LEIF OVE ANDSNES und SOLVEIG ANDSNES mit der Klaviersonate Nr. 29, zehn Volksliedern aus Hardanger für Klavier und neun Liedern.

Simax Classics

von Dr. Ingo Waltenberger

Der 1908 in Bergen geborene Tveitt studierte vier Jahre lang am Leipziger Konservatorium. 1932 ging er nach Wien, um seine Ausbildung bei Egon Wellesz zu vervollkommnen. Weitere Anregungen erhielt er in Paris von Arthur Honegger und Heitor Villa-Lobos. Wie andere Tonsetzer der Zeit sammelte er (norwegische) Volkslieder. Seine Musik, die – so Andsnes – impressionistische Farben französischen Ursprungs mit den stechenden Rhythmen Prokofievs verbindet, gründet sich auf lydische Kirchentonarten mit ihren erhöhten Quarten. Der Komponist wollte damit alte skandinavische Tonleitern reanimieren. „Leif Ove Andsnes, Geirr Tveitt
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 11. MAI 2026

Peter Rose (Sir Morosus), Brenda Rae (Aminta) © Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 11. MAI 2026

Berlin/Staatsoper
„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“
Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“
Von Peter Sommeregger
Klassik – begeistert.de

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Romely Pfund dirigiert mit Esprit und Eleganz

Romely Pfund und Orchester, Photo: Andreas Ströbl

Festkonzert Romely Pfund

50 Jahre auf dem Dirigentenpult – wer eine der ersten Damen mit Taktstock überhaupt am 9. Mai 2026 im Großen Haus des Lübecker Theaters in geradezu jugendlicher Frische erlebte, fragte sich, in welchem zarten Alter sie die Bühne denn zuerst betreten haben mochte. Die überraschende Aufklärung gab sie selbst während des Konzerts.

Joseph Haydn, Symphonie Nr. 102 B-Dur Hob 102
Johannes Brahms, Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Leonard Bernstein, Divertimento for Orchestra

Romely Pfund, Dirigentin
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Theater Lübeck, Großes Haus, 9. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Frühlingsfroher Haydn

Die Hörer der Uraufführung von Haydns Symphonie Nr. 102 im Jahre 1794 dürfte der einleitende singuläre Ton überrascht haben; hier hat der Komponist echtes Neuland betreten. Eine spannungsvolle Unruhe steckt in diesem Largo und seinem Spiel mit reinem Klang und der Entwicklung der Motive. Auch im Vivace mit seinen aufeinanderprallenden Themen ahnen Interpreten und Musikwissenschaftler schon Beethovens Neuerungen. „Festkonzert Romely Pfund, Joseph Haydn, Symphonie Nr. 102
Theater Lübeck, Großes Haus, 9. Mai 2026“
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Schammis Klassikwelt 34: Muttertag – Mütter in der Oper, im Lied und leichter Muse

Foto: Jean-Nico Schambourg

Allen Müttern (und Schwiegermüttern) sei auf diesem Weg alles Liebe zum heutigen Muttertag gewünscht!

Mütter spielen in der Oper nicht so oft eine tragende Rolle als Väter dies tun. So stehen zum Beispiel in allen Verdi Opern nur dreimal Mütter auf der Bühne, während dreizehn Väter in Hauptrollen auftreten. Im klassischen Lied wendet sich diese Tendenz total. Haufenweise Komponisten haben Gedichte über Mütter vertont. In der leichten Muse wird dieser Trend später weitergeführt. Der folgende, nicht immer ernst zu nehmende Artikel zeigt nur einige Beispiele.

von Jean-Nico Schambourg

In Opern haben es Mütter meistens nicht leicht mit ihren Kindern: Hänsel und Gretel denken nur ans Spielen, Manrico in Verdis “Il Trovatore” nur an seine Geliebte Leonora, Jean de Leyde im “Le Prophète” von Meyerbeer vor allem an die Macht. Erst wenn die Kinder keinen Ausweg mehr sehen, heulen sie sich bei Mama aus. Es ist halt in der Oper genauso wie im echten Leben.

„Schammis Klassikwelt 34: Mütter in der Oper, im Lied und leichter Muse
klassik-begeistert.de, 10. Mai 2026“
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Andris Nelsons holt mit Mahler die Sterne vom Himmel

Andris Nelsons © Borggreve

Insgesamt war das Konzert eine Meisterleistung von Maestro Nelsons. Hier hörte man lyrische Passagen in vollendeter Schönheit, peinlichst genau austarierte Phrasierungen und dann wieder dramatische Ausbrüche. Man kann sich mit ihm mitfreuen, einen solchen Zyklus mit diesem großartigen Orchester vollendet haben zu können.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8 in Es-Dur „Symphonie der Tausend“

Jacquelyn Wagner, Sarah Wegener, Ying Fang, Beth Taylor, Tamara Mumford

Benjamin Bruns, Michael Nagy, Tareq Nazmi

Wiener Singerverein
Wiener Singakademie
Wiener Sängerknaben

Wiener Philharmoniker
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Wiener Konzerthaus, 9. Mai 2026

von Herbert Hiess

Ein seltenes Ereignis – selbst in einer Musikstadt wie Wien. Die Wiener Philharmoniker und Andris Nelsons setzten mit diesem großartigen Konzert einen Schlusspunkt in diesem Mahlerzyklus. Der Maestro begeisterte mit einer enormen Musikalität; die Chöre und die Philharmoniker folgten jedem Fingerzeig von ihm. Leider trübten akustischen Unpässlichkeiten diese Sternstunde. „Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons, Mahler Symphonie Nr. 8
Wiener Konzerthaus, 9. Mai 2026“
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Düsseldorf feiert 100 Jahre Jubiläum wie ein Titan!

Ádám Fischer © Susanne Diesner

Düsseldorfer Symphoniker
Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf

Ádám Fischer, Dirigent

Béla Bartók – Der wunderbare Mandarin – Pantomime in einem Akt op. 19
Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 1 D-Dur “Titan”

Tonhalle Düsseldorf, 8. Mai 2026

von Daniel Janz

Es ist eine ganz besondere Gelegenheit, zu der diesmal in die Düsseldorfer Tonhalle geladen wird. Auf den Tag genau eröffnete heute vor 100 Jahren dieses Konzerthaus, das zunächst auf der Ausstellung „GeSoLei“ (kurz für „Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen“) als eines der weltweit größten Planetarien abertausenden Gästen vorgestellt wurde. Das will natürlich besonders groß gefeiert werden! Kein Wunder, dass begleitet von Medienrummel und mehreren Sonderveranstaltungen zu diesem Anlass auch besonders große Werke erklingen. „100 Jahre Jubiläum, Ádám Fischer, Dirigent, Düsseldorfer Symphoniker
Tonhalle Düsseldorf, 8. Mai 2026“
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Petrenko reist mit den Berliner Philharmonikern durch drei musikalische Epochen

Kirill Petrenko © Stephan Rabold

Wieder muss man die Virtuosität aller Mitglieder dieses Orchesters bewundern, von denen jeder Einzelne Solistenqualitäten besitzt. Sie zu einem homogenen Klangkörper zu verschmelzen, ist das immer stärker zutage tretende Verdienst Kirill Petrenkos.

Igor Strawinsky: Pulcinella Suite

Peter Tschaikowsky: Variationen über ein Rokoko-Thema

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2

Gautier Capuçon, Violoncello
Kirill Petrenko

Philharmonie Berlin, 8. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Das Programm dieses Konzertes, mit dem die Berliner Philharmoniker bereits ihr traditionelles Europakonzert am 1. Mai in Eisenstadt absolviert hatten, dem sich noch weitere Gastspiele anschlossen, war durch drei völlig unterschiedliche Werke von besonderer Vielfalt. „Kirill Petrenko, Gautier Capuçon, Violoncello
Philharmonie Berlin, 8. Mai 2026“
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