Wie steht Mariangela Sicilia als Archäologin zu Pierre Boulez’ explosivstem Zitat?

Mariangela Sicilia – Book ritratti © Ugo Carlevaro e Ewa Lang

Was macht man mit Bestnoten in Mathematik und einem Archäologie-Diplom in der Tasche? Erraten Sie nie – man gibt an der Hamburgischen Staatsoper sein Debut als Maria Stuarda in Gaetano Donizettis gleichnamiger Oper. Jedenfalls dann, wenn man früher auf den Plätzen einer italienischen Kleinstadt Lieder der italienischen Pop-Ikone Mina gesungen hat. Glauben Sie mir nicht? Dann lesen Sie bitte mein Interview mit der italienischen Sopranistin Mariangela Sicilia…

Jörn Schmidt im Gespräch mit Mariangela Sicilia, Teil 1

klassik-begeistert: Pierre Boulez wollte einst alle Opernhäuser in die Luft sprengen. Mal wörtlich genommen, was halten Sie als Archäologin davon? Sowas gehört doch bestraft…

Mariangela Sicilia: Darf ich erst mal klarstellen, dass…

klassik-begeistert:  … Pierre Boulez kein Terrorist war?

„Interview: kb im Gespräch mit der Sopranistin Mariangela Sicilia, Teil 1
klassik-begeistert.de, 23. Februar 2026“
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Die Ordnung der Grazien: Camerata Salzburg feiert Strawinskys neoklassische Moderne

 

CD/Blu-ray Besprechung:

Muses
Stravinsky

Igor Stravinsky

Konzert in D-Dur „Basler Konzert“
Konzert in Es-Dur „Dumbarton Oaks“
Apollon musagète

Camerata Salzburg
Giovanni Guzzo, Violine und musikalische Leitung

Channel Classics, CCS48426

von Dirk Schauß

Igor Strawinsky und Salzburg – das ist eine Verbindung, die historisch tief verwurzelt ist. Doch statt der großen Ballett-Partituren konzentriert sich die Camerata Salzburg in ihrer neuen Aufnahme auf die feinen, sehnigen Strukturen der mittleren Schaffensperiode des Komponisten. Unter dem Titel „Muses“ vereint das Ensemble drei Schlüsselwerke, die zeigen, wie Strawinsky die Formen des Barock und der Klassik wie durch ein Prisma zerlegte und in brillantem, neuem Licht wieder zusammensetzte. „CD/Blu-ray Besprechung: Camerata Salzburg Muses Stravinsky weiterlesen

Zubin Mehta blüht an seinem Lebensabend voll auf

Zubin Mehta © Monika Rittershaus

So traurig der Titel klingt – wenn man jedoch den Auf- und Abtritt des geschätzten Maestros Zubin Mehta, bald 90 Jahre alt, am Sonntag in Wien beobachten konnte, leidete man unwillkürlich an den Qualen mit, denen der liebenswürdige Stardirigent ausgesetzt ist. Dieser Konzertabend war  ungleich berührend, zumal das Orchester locker mit den sogenannten Meisterorchestern mithalten kann.

Musikverein Wien, 22. Februar 2026

Richard Wagner: Ouvertüre zur Oper Rienzi
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 8 in F-Dur, op. 93
Peter Iljitsch Tschaikowskij: Symphonie Nr. 4 in f-moll, op. 36

West-Eastern Divan Orchestra
Zubin Mehta, Dirigent

von Herbert Hiess

Was die Politik nicht zusammenbringt; das soll ein Orchester lösen, was man eigentlich nicht für möglich hält. 1999 wurde dieses Orchester unter anderem von Daniel Barenboim und Edward Said gegründet, das zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Mitgliedern besteht.

Der Name wurde von Goethes West-Östlichen Divan abgeleitet, einer Gedichtesammlung vom persischen Dichter Hafis und dessen Gedichtesammlung „Diwan“. „West-Eastern Divan Orchestra, Zubin Mehta
Musikverein, Wien, 22. Februar 2026“
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„Pélleas et Mélisande“ in Darmstadt lässt das Unaussprechliche sprechen

Foto © Sinah Osner

Claude Debussy
Pélleas et Mélisande

Inszenierung:  Dirk Schmeding
Musikalische Leitung:  Nicolas Kierdorf

Staatstheater Darmstadt, 22. Februar 2026

von Dirk Schauß

Schon früh ahnt Mélisande ihren eigenen Tod. Kaum ist im zweiten der fünf Akte von Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ der Ehering im Brunnen versunken, erscheinen vor ihren Augen Männer in schwarzen Mänteln und Zylindern. Sie führen stumme Doppelgängerinnen Mélisandes mit sich, wie Vorboten eines unausweichlichen Endes. „Claude Debussy, Pélleas et Mélisande
Staatstheater Darmstadt, 22. Februar 2026“
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Kristjánssons faszinierende Interpretation von Schuberts „Winterreise“ geht zutiefst ans Gemüt

Benedikt Kristjánsson©  2022 Benedikt Kristjansson

Benedikt Kristjánsson  Tenor
Ammiel Bushakevitz  Klavier

Sendesaal Bremen, 22. Februar 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Tenor Benedikt Kristjánsson wollte Schuberts „Winterreise“ in voller Tiefe erfassen und verstehen. Und hat deshalb diesen Liederzyklus anlässlich der Bonner Beethoventage anno 2022 in 24-stündiger Dauerschleife gesungen.

Am Sonntag, 22. Februar war der aus Island stammende Sänger mit ebendiesem Werk beim neuen Format LiedFest im Sendesaal Bremen zu erleben. Auf eigenen Wunsch (und auch mit deutlicher Zustimmung des Auditoriums) trägt er es ohne Pause vor. Und, was eher selten der Fall sein dürfte, auch von Anfang bis Ende auswendig. Mit Ammiel Bushakevitz hat er einen äußerst nuanciert begleitenden Pianisten dabei, der mit feinfühligem Anschlag die Aussagen der Liedtexte stimmungsvoll unterlegt, ohne auf Dominanz zu drängen. „LiedFest Bremen I: Franz Schubert, Die Winterreise
Sendesaal Bremen, 22. Februar 2026“
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Einführungsmatinee „Titus“: Katleho Mokhoabane weckt große Hoffnung

Kathleho Mokhoabane © Wiener Staatsoper

Sind Güte und Milde im politischen System von Bedeutung? Dieser Frage stellt sich Regisseur Jan Lauwers bei der Neuproduktion von „La clemenza di Tito“ an der Wiener Staatsoper womöglich nicht. Direktor Bogdan Roščić wirft diese Frage in den Raum, schon zu Beginn der Einführungsmatinee im Vorfeld zur Premiere am 9. März 2026.

von Jürgen Pathy

Für Lauwers steht hingegen fest: Die Opernbühne ist kein Platz für politischen Aktivismus. Den sieht er außerhalb als angebrachter an, zum Beispiel wenn er einer Glasmanufaktur in Palästina einen Auftrag erteilt, über 800 Gläser anzufertigen. Damit wird deutlich: Am tagesaktuellen Politikum führt bei dieser Matinee nichts vorbei – und: Mozarts Oper ist aktueller denn je zuvor. Immerhin handelt die 1791 uraufgeführte Oper von der Milde und Gnade der Herrscher – Tugenden, die man im heutigen politischen Diskurs nur allzu oft vermisst.

„Einführungsmatinee Neuproduktion La clemenza di Tito, Regie Jan Lauers
Wiener Staatsoper, 22. Februar 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 23. FEBRUAR 2026

Carmen, Wiener Staatsoper © Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 23. FEBRUAR 2026

Wien/Staatsoper
„Carmen“ an der Staatsoper: Ein solides Hausdebüt und ein Piotr Beczała in Topform (Bezahlartikel)
Victoria Karkacheva überzeugte nur bedingt als neue „Carmen“ an der Wiener Staatsoper. Einhelligen Jubel gab es für Piotr Beczała als Don José.
DiePresse.com

Wien/Staatsoper
Mit Luisa Miller hat die Wiener Staatsoper Verdi einen Bärendienst erwiesen
Nach 35 Jahren ist Verdis zu Unrecht von den großen Opernbühnen eher vernachlässigte „Luisa Miller“ an die Wiener Staatsoper zurückgekehrt – und dies ist erst die zweite Inszenierung des Hauses am Ring. Die Staatsoper hat sich geraume Zeit gelassen mit diesem musikalisch wertvollen Werk nach Schillers „Kabale und Liebe“ mit seinen herrlich klangvollen Arien – und hat dem italienischen Großmeister der Oper buchstäblich einen Bärendienst erwiesen. Während durchwegs großartige Vokalleistungen zu hören waren und das Orchester brillierte, verbockte die Regie (erstmals an der Staatsoper: Philipp Grigorian) die ohnehin diffizile Handlung gründlich. Als ein roter Kuschelbär sich zum nicht geringen Ergötzen des Publikums selbständig zu machen begann und mit seinen Plüschfäustchen auf den bösen Grafen von Walter einzuhämmern begann, war das durchaus metaphorisch zu verstehen.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

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Wer wagt, gewinnt sein Publikum: Krzysztof Urbański einmal mehr beeindruckend in Bern

Krzysztof Urbańsky © Christian Kaufmann

Berner Symphonieorchester
Krzysztof Urbański / Dirigent

María Dueñas / Violine

Guillaume Connesson (*1970), Maslenitsa
Karol Szymanowski (1882-1937), Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 op. 35
Mieczysław Weinberg (1919–1996), Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 45

Casino Bern, 20. Februar 2026


von Julian Führer

Das Berner Symphonieorchester unter seinem Chefdirigenten Krzysztof Urbański beschreitet mutige und neue Wege. Im über 1300 Zuschauer fassenden Saal des Berner Casino wurde ein Konzertprogramm präsentiert, bei dem das früheste Werk von 1916 stammte und keiner der drei Komponisten bislang der breiten Masse bekannt wäre – und doch spielte das Orchester vor einem sicher zu 90% gefüllten Saal. Das Berner Publikum weiß offensichtlich diesen Weg zu schätzen und dürfte mehr als einmal über das erreichte Niveau gestaunt haben. „Berner Symphonieorchester, Krzysztof Urbański / María Dueñas
Casino Bern, 20. Februar 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 22. FEBRUAR 2026

Rolando Villazón © Concerts Pamplona & Jakob Tillmann

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 22. FEBRUAR 2026

Hannover
Startenor Rolando Villazón singt Mozart im Kuppelsaal – und sucht noch eine Papagena
Partnerin aus Hannover gesucht: Rolando Villazón 2025 bei einem Konzert in der Galerie Herrenhausen.
haz.de

Wien/Staatsoper
Eine betörende Primadonna und ein Komponist mit vokaler Power
Anja Kampe begeisterte in der Strauss-Oper als betörende Primadonna – und Samantha Hankey als Komponist mit vokaler Power
Kurier.at

Wien/Staatsoper:
Diese „Ariadne auf Naxos“ kann sich hören lassen (Bezahlartikel)
Neue Stimmen auf der wüsten Insel des Duos Hofmannsthal/Strauss: Anja Kampe, Clay Hilley sowie als Komponist Samantha Hankey.
DiePresse.com

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Mit Luisa Miller hat die Wiener Staatsoper Verdi einen Bärendienst erwiesen

Luisa Miller © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Giuseppe Verdi, Luisa Miller
Text  Salvadore Cammarano nach Friedrich Schiller

Musikalische Leitung  Michele Mariotti
Orchester und Chor der Wiener Staatsoper

Inszenierung & Bühne Philipp Grigorian

Kostüme  Vlada Pomirkovanaya
Choreografie  Anna Abalikhina
Licht  Franck Evin
Video  Patrick K.-H.

Besetzung:

Luisa Miller   Nadine Sierra
Vater Miller   George Petean
Graf von Walter   Roberto Tagliavini
Rodolfo   Freddie De Tommaso
Wurm   Marko Mimica
Federica   Daria Sushkova
Laura   Teresa Sales Rebordao

Wiener Staatsoper, 20. Februar 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Nach 35 Jahren ist Verdis zu Unrecht von den großen Opernbühnen eher vernachlässigte „Luisa Miller“ an die Wiener Staatsoper zurückgekehrt – und dies ist erst die zweite Inszenierung des Hauses am Ring.

Die Staatsoper hat sich geraume Zeit gelassen mit diesem musikalisch wertvollen Werk nach Schillers „Kabale und Liebe“ mit seinen herrlich klangvollen Arien – und hat dem italienischen Großmeister der Oper buchstäblich einen Bärendienst erwiesen. „Giuseppe Verdi, Luisa Miller
Wiener Staatsoper, 20. Februar 2026“
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