Foto: Sidorova Ksenija (c) Benne Ochs
Als kleiner Junge war ich mit meiner Mutter bei einem Auftritt des Sylter Shanty Chor, einige der – aus meiner seinerzeitigen Perspektive – doch schon recht alten Männer in maritimer Kleidung haben Akkordeon gespielt. Meine Mutter hat mich früh für Musik zu begeistern vermocht – ich danke Dir dafür sehr herzlich! Aber Männer mit grauem Bart und Akkordeon – da wollte ich einfach nur schnell weg. Das Unbehagen, das diese seltsamen Quetschkommoden in mir ausgelöst haben, war nicht unbedingt traumatisch – trotzdem habe ich mir jetzt, nach all den Jahren, jemanden gesucht, mit dem ich darüber sprechen konnte: Ksenija Sidorova, gefeierte lettische Akkordeon-Virtuosin und Porträtkünstlerin des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2026 (SHMF – 4. Juli – 30. August 2026).
Am 4. Juli präsentiert sie in der Elbphilharmonie die Uraufführung eines Konzerts, das eigens für sie entstanden ist, komponiert von Fazıl Say.
Jörn Schmidt im Gespräch mit Ksenija Sidorova
klassik-begeistert: Was ist damals auf Sylt schiefgelaufen?
Ksenija Sidorova: [greift den Scherz sofort auf und lacht herzlich] Das kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Sie da weggerannt sind…Vielleicht waren die Instrumente nicht so gut gestimmt. Oder sie mögen einfach keine Shantys…So oder so ist das Akkordeon ein sehr zugewandtes Instrument, das man nicht fürchten muss. Gerade die modernen Instrumente haben eine wunderbare Klangkultur. Hält Ihr Unbehagen denn an oder hat es sich über die Jahre gelegt? „Interview: Ksenija Sidorova, lettische Akkordeon-Virtuosin
Schleswig-Holstein Musik Festivals 2026“ weiterlesen