„Mir ist die Ehre widerfahren“ – Matinee im Theater Lübeck mit Brigitte Fassbaender

Regina Ströbl, Brigitte Fassbaender und Andreas Ströbl – Photo: Stefan Vladar

Portrait-Gespräch im Rahmen des Begleitprogramms zu Alban Bergs Oper „Wozzeck“

Regina und Andreas Ströbl im Gespräch mit Brigitte Fassbaender, Regisseurin

Theater Lübeck, 19. April 2026

von Heidelinde Hemann

Im ausverkauften Theaterrestaurant begrüßte am 19. April 2026 Michael Sangkuhl, betreuender Dramaturg der Oper „Wozzeck“, die am 25. April 2026 unter der Regie von Kammersängerin Brigitte Fassbaender Premiere feiern wird, die Anwesenden.

Der Titel der Veranstaltung, „Mir ist die Ehre widerfahren“, stammt aus dem Libretto von Richard Strauss’ „Rosenkavalier“. Sangkuhl dankte dem Ehepaar Dres. Regina und Andreas Ströbl, die sich kurzfristig bereit erklärt hatten, für den aus gesundheitlichen Gründen verhinderten Jürgen Kesting das Gespräch mit der Regisseurin zu führen. Beide sind dem Theater Lübeck über Jahrzehnte verbunden und mit der klassischen Musik in allen ihren Facetten vertraut. „Interview: kb im Gespräch mit Brigitte Fassbaender, Regisseurin
Theater Lübeck, 19. April 2026“
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Das Staatstheater in Karlsruhe spielt Bellinis selten aufgeführte Oper “La Straniera”

Ks. Ina Schlingensiepen, Badischer Staatsopernchor © Felix Grünschloß

Trotz des großen Erfolges bei der Uraufführung 1829 an der Mailänder Scala und der darauffolgenden Eroberung der Opernbühnen Europas und der ganzen Welt verschwand die Oper “La Straniera” von Vincenzo Bellini ab Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts in der Vergessenheit.

Auch vereinzelte Aufführungen in den letzten Jahrzehnten ließen das Melodramma nicht mehr an seinen Anfangserfolg anknüpfen. Raritätenjäger können jetzt dieses Werk in einer halbszenischen Aufführung in Karlsruhe erleben. Unter der Leitung von Attilio Cremonesi erbringt das Ensemble des Badischen Staatstheaters eine großartige Leistung, allen voran Ks. Ina Schlingensiepen in der Hauptrolle der Adelaide.


Vincenzo Bellini
LA STRANIERA
Melodramma in zwei Akten (Libretto von Felice Romani)

Musikalische Leitung: Attilio Cremonesi

Inszenierung & Austattung: Tobias Ribitzki

Badische Staatskapelle
Badischer Staatsopernchor (Einstudierung:  Ulrich Wagner)

Badisches Staatstheater Karlsruhe, 19. April 2026

von Jean-Nico Schambourg

Viele Handlungen von Opern sind verwirrend und schwer zu verfolgen. Das Melodramma “La Straniera”, komponiert von Vincenzo Bellini nach einem Libretto von Felice Romani nach dem Roman “L’Étrangère” (Die Fremde) von Victor d’Arlincourt, gehört sicherlich in dieser Kategorie zu den Spitzenreitern.

Um dem Publikum den Abend zu erleichtern, entschied sich das Badische Staatstheater Karlsruhe für eine halbszenische Aufführung, die durch eine begleitende Moderation, geschrieben von Regisseur Tobias Ribitzki, den Zuhörern die nötigen Erklärungen gibt. Vorgetragen werden die mit manchem Augenzwinkern gespickten Kommentare von Ks. Matthias Wohlbrecht, der nebenbei noch den Fiesling Osburgo singt.

„Vincenzo Bellini, La Straniera, Attilio Cremonesi
Badisches Staatstheater Karlsruhe, 19. April 2026“
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Christian Thielemann steht unangefochten an der Weltspitze der Dirigenten

Archiv Staatskapelle Berlin, Christian Thielemann © Stephan Rabold

Es wundert nicht, dass man beim Lesen von Reviews über Christian Thielemann eine Art von Langeweile verspürt – denn sie sind immer hymnisch. Im Wiener Musikverein hat er Sonntagabend hören lassen, wie sehr er mit dem für ihn neuen Orchester harmoniert. Das untermauert seine Genialität vor allem in Sachen Richard Strauss.

Richard Strauss: Acht Orchesterlieder

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 6 in F-Dur, op. 68 “Pastorale”
Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel „Egmont“, op. 84

Julia Kleiter, Sopran
Konstantin Krimmel, Bariton

Staatskapelle Berlin
Dirigent: Christian Thielemann

Musikverein Wien, 19. April 2026

von Herbert Hiess

Die Monate April, Mai und Juni bedeuten für Rezensenten Monate der Schwerarbeit; man könnte fast täglich irgendwelche Veranstaltungen besuchen. Und in Wien ist es wie im Schlaraffenland. Wie die „Milchreisberge“ dort, kommt man da im Klassiksektor mit der Auswahl der besten Veranstaltungen kaum nach. „Staatskapelle Berlin, Christian Thielemann, Strauss und Beethoven
Musikverein Wien, 19. April 2026  “
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Shokhakimov bürstet die Klassiker auf Hochglanz

Aziz Shokhakimov © Mischa Blank

Nur 24 Stunden nachdem das traditionsreiche Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia mit einem leidenschaftslosen, blutarmen Vortrag die Frankfurter Erwartungen merklich abgekühlt hatte, drehte das Blatt in der Alten Oper mit erfreulicher Geschwindigkeit.

Am Sonntagabend präsentierte das Orchestre Philharmonique de Strasbourg unter Aziz Shokhakimov einen Konzertabend, bei dem man sein kritisches Besteck getrost gegen ein Glas Elsässer Riesling eintauschen durfte.

Maurice Ravel: Le Tombeau de Couperin

Edward Elgar: Violoncellokonzert e-Moll op. 85
Piotr Iljitsch Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Orchestre Philharmonique de Strasbourg

Anastasia Kobekina, Violoncello
Aziz Shokhakimov, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 19. April 2026

von Dirk Schauß

Auf dem Papier versprach die Besetzung bereits die ideale Versöhnung: die neoklassische Kühle Maurice Ravels mit der schwülen Tragik Piotr Iljitsch Tschaikowskys, erdend flankiert von Edward Elgars spätromantischem Schwanengesang. Und sie hielt dieses Versprechen – mit Glanz. „Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Aziz Shokhakimov
Alte Oper Frankfurt, 19. April 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 20. APRIL 2026

Anna Netrebko ©  Wiener Staatsoper/Michael Pöhn 

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 20. APRIL 2026

Wien/Staatsoper
Ein traumhafter Wienbesuch geht mit Anna Netrebko als Schlagobershäubchen zu Ende
Die Besetzung der Tosca mit Anna Netrebko deutete natürlich schon darauf hin, dass es ein spektakulärer Abend werden würde. Für meinen Geschmack wurde dieses Gefühl noch übertroffen! Schon im ersten Akt konnte Ivan Gyngazov in der Rolle des Cavaradossi stimmlich alles überstrahlen. Herrlich, wie er seinen tenoralen Glanz makellos schon in seiner ersten Arie einsetzt. Dafür gibt es schon die ersten Bravos. Mit dem Bühnenbild der Kirche Sant’Andrea della Valle kann ich nach intensivem Wien-Kirchen-sightseeing gut leben. Mit der Inszenierung, wenn es denn eine gab, weniger. Insgesamt wurde gern „an der Rampe“ gesungen, was den Sängern natürlich zuträglich war.
Von Iris Röckrath
Klassik-begeistert.de 

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Ein traumhafter Wienbesuch geht mit Anna Netrebko als Schlagobershäubchen zu Ende

Ivan Gyngazov, Anna Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Giacomo Puccini      Tosca
Melodramma in drei Akten

Musikalische Leitung:  Daniel Oren
Inszenierung:  Margarethe Wallmann
Bühne und Kostüme:  Nicola Benois

Floria Tosca:  Anna Netrebko
Mario Cavaradossi:  Ivan Gyngazov
Baron Scarpia:  Christopher Maltman
Cesare Angelotti:  Clemens Unterreiner
Mesner:  Dan Paul Dumitrescu
Spoletta:  Devin Eatmon
Sciarrone:  Hans Peter Kammerer

Wiener Staatsoper, 18. April 2026

von Iris Röckrath

Die Besetzung der Tosca mit Anna Netrebko deutete natürlich schon darauf hin, dass es ein spektakulärer Abend werden würde. Für meinen Geschmack wurde dieses Gefühl noch übertroffen!

Schon im ersten Akt konnte Ivan Gyngazov in der Rolle des Cavaradossi stimmlich alles überstrahlen. Herrlich, wie er seinen tenoralen Glanz makellos schon in seiner ersten Arie einsetzt. Dafür gibt es schon die ersten Bravos. Mit dem Bühnenbild der Kirche Sant’Andrea della Valle kann ich nach intensivem Wien-Kirchen-sightseeing gut leben. Mit der Inszenierung, wenn es denn eine gab, weniger. Insgesamt wurde gern „an der Rampe“ gesungen, was den Sängern natürlich zuträglich war. „Giacomo Puccini, Tosca, Anna Netrebko
Wiener Staatsoper, 18. April 2026“
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Der feine Unterschied zwischen „Dienst“ und Musizieren

Herbert Blomstedt © Gert Mothes

Herbert Blomstedt „formt“ mit dem Gewandhausorchester Bruckners Vierte. Ein warmer, herzlicher Abend in Leipzig.

Anton Bruckner (1824-1896) – Sinfonie Nr. 4 Es-Dur WAB 104 „Romantische“ (2. Fassung in einer 2018 erschienenen, Herbert Blomstedt gewidmeten Ausgabe)

Gewandhausorchester Leipzig
Herbert Blomstedt, Dirigent

Gewandhaus Leipzig, 17. April 2026

von Brian Cooper

Es soll ja Leute geben, die Leipzig für wesentlich aufregender halten als Berlin. Die Hauptstadt der Bundesrepublik ist natürlich in puncto Einwohnerzahl und Fläche weit größer als die bevölkerungsreichste Stadt Sachsens. Beide Städte verbindet jedoch ein riesiges, schier unüberschaubares Kulturangebot, selbst wenn man sich nur auf die sogenannte „klassische“ Musik beschränkt. „Bruckner, Sinfonie Nr. 4, Herbert Blomstedt
Gewandhaus Leipzig, 17. April 2026“
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Daniel Harding bleibt bei Brahms auf der Strecke

Daniel Harding © Kia Pasqualini (Accademia Nazionale di Santa Cecilia)

Es gibt Abende in der Alten Oper, an denen man sich fragt, ob man versehentlich im Proberaum eines homöopathischen Instituts gelandet ist statt in einem der bedeutendsten Konzertsäle Europas. Was sich am 18. April 2026 in Frankfurt abspielte, war keine Interpretation von Johannes Brahms’ erstem Klavierkonzert, sondern dessen chirurgische Entkernung.

Johannes Brahms
Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15

Edward Elgar

Enigma-Variationen op. 36

Igor Levit, Klavier

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia
Daniel Harding, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 18. April 2026

von Dirk Schauß

Dass das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia zu den herausragenden Ensembles Italiens zählt, blieb an diesem Abend eine bloße Information aus dem Programmheft. Unter Daniel Harding wurde das Orchester bei Johannes Brahms in eine Zwangsjacke aus Askese und radikalem Dynamikverzicht gezwängt – eine Darbietung, die fast schon wie Sabotage eines Monumentalwerks wirkte. „Igor Levit, Brahms und Elgar
Alte Oper Frankfurt, 18. April 2026“
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Jai, jai, Mamám! Jonas Kaufmann begibt sich die Donau abwärts

CD/Blu-ray Besprechung:

Jonas Kaufmann
Magische Töne

Hungarian State Opera Orchestra
Dirk Kaftan

Sony 19958413542

von Peter Sommeregger

Das alljährliche Concept-Album Jonas Kaufmanns führt diesmal die Donau abwärts, nach Budapest. Die wichtigsten Komponisten der „Silbernen Ära“ der Operette waren Ungarn und finden sich mehrfach auf der neuen CD. „CD/Blu-ray Besprechung: Jonas Kaufmann, Magische Töne
klassik-begeistert.de, 17. April 2026“
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Rudis Klassikwelt 8: Konrad Paul Liessmann spricht über Wagners “Tristan und Isolde”

Die Reihe „Oper und Philosophie“ mit Konrad Paul Liessmann (re.) wird von Ö1 Opern-Redakteur Michael Blees (li.) produziert © ORF/Joseph Schimmer

In der Reihe “Apropos Oper” des ORF-Senders Ö1 gestaltet Konrad Paul Liessmann vier Sendungen unter dem Motto “Oper und Philosophie”, jeweils am ersten Sonntag des Monats. Liessmann, Philosoph und Opernliebhaber, bringt den philosophischen Kern der großen Opern zur Sprache, untersucht aber auch den Einfluss der Kunstgattung Oper auf das Denken so mancher großen Philosophen. Was wäre Kierkegaard ohne Mozart, Nietzsche ohne Wagner, Adorno ohne Alban Berg? In der Sendung, die am Ostersonntag ausgestrahlt wurde, erforscht Liessmann die philosophische Basis und Aussage von Wagners “Tristan und Isolde” und spürt der Wirkung nach, die Schopenhauer auf Wagner und dieser wiederum auf Nietzsche ausübte.

Oper und Philosophie
Der Geist des Musiktheaters am Fallbeispiel von Richard Wagners „Tristan und Isolde“

 Sonntag, 5. April 2026, 15h05, ORF, Ö1

https://oe1.orf.at/programm/20260405/828529/Oper-und-Philosophie

von Dr. Rudi Frühwirth

“Tristan und Isolde” ist komponierte Philosophie – mit dieser These beginnt Liessmann seine Betrachtungen über das Werk, das den Genius Wagners wie kein anderes verkörpert und seine Weltanschauung klar zu Tage treten lässt. War der junge Wagner noch dem Materialismus von Ludwig Feuerbach verhaftet, so geriet er durch die Lektüre Arthur Schopenhauers in eine Krise, die grundlegende Änderungen im der Konzeption des “Ring des Nibelungen” zur Folge hatte und schließlich zu dem singulären Kunstwerk führte, als das uns Wagners “Tristan und Isolde” bei jedem Hören erstaunt, erschüttert und überwältigt, ja uns verwandeln kann. „Rudis Klassikwelt 8: Oper und Philosophie, Konrad Paul Liessmann
klassik-begeistert.de, 18. April 2026“
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