Gramola Ikonen entpuppen sich als Essenz des Kanons der klassischen Schallplatte

CD Reihe GRAMOLA IKONEN

Die neue Tranche der Gramola Ikonen (Ausgaben 13–15) umfasst legendäre Aufnahmen von Richard Strauss, Jascha Heifetz und George Gershwin

Wie sehr es nötig ist, den Fokus und die Aufmerksamkeit auf diejenigen Aufnahmen zu richten, die künstlerisch und klangtechnisch Maßstäbe für die Ewigkeit gesetzt haben, wird schon deshalb klar, weil heute völlig andere Kriterien der Musikindustrie, vorrangig rein ökonomischen Zuschnitts, gelten. Die den Großteil des Geschäfts bestreitenden Streaming Plattformen sowie Social Media-Logiken geben vorrangig den Takt vor: Hauptsache leicht genießbar, hübsch und in mundgerechten Häppchen angerichtet, mit immer neuen „Stars“ der Mode der Stunde, die oft so rasch verschwinden, wie sie uns angedient werden.

von Dr. Ingobert Waltenberger

Dagegen hält Gramola Ikonen mit der Erinnerung an und der Promotion von ausgewählten Aufnahmen vorrangig der 50-er und 60-er Jahre. Zu einer Zeit, wo man sich noch für längere Zeit ins Studio begab, anstatt huschpfusch alles live mitzuschneiden, was sich nicht auf eins, zwei auf den nächsten Baum retten kann. Wo sich das Publikum noch auf jede Neuerscheinung freute und sie innigst herbeisehnte, wie das heute nur noch für die brandneuesten Editionen von Videospielen und Mobiltelefonen gilt.

„CD GRAMOLA IKONEN 13-15 Strauss, Heifetz, Gershwin
klassik-begeistert.de, 30. September 2026“
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Der neue Kölner Rosenkavalier ist ein inszenatorisches Desaster

Marie-Ève Signeyroles Rosenkavalier hat weder Anmut, noch Würde.

Abo Starter © Jann Höfer Photography

Ein erster Eindruck von der Fernsehübertragung am 27. September 2026 aus der Oper Köln.

Sollte man dem Darsteller des Barons von Lerchenau dafür Respekt zollen, dass er seine Korpulenz, nur die Geschlechtsteile scheinen verdeckt, öffentlich zur Schau stellt und er am Schluss, stellvertretend für einen in den USA bekannten und mehrfach von der Reporterin, mit einer gewissen inneren Erregung, erwähnten Sexualverbrecher, von der anwesenden Meute fast gelyncht wird?

Der Rosenkavalier, Oper von Richard Strauss, Text von Hugo von Hoffmansthal

Zeitversetzte Fernsehübertragung auf 3sat

Gürzenichorchester Köln, musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Inszenierung & Videokonzept: Marie-Ève Signeyrole
Bühnenbild: Fabien Teigné, Kostüme: Yashi

Feldmarschallin Fürstin Werdenberg:  Magdalena Hinterdobler
Baron Ochs von Lerchenau:  Patrick Zielke
Oktavian:  Bianca Andrew
Sophie:  Giulia Montanari
Herr von Faninal:  Christian Miedl

von Dr. Ralf Wegner

„Richard Strauss, Der Rosenkavalier, Andrés Orozco-Estrada
TV Übertragung PREMIERE, Oper Köln, 27. September 2026“
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Michael Spyres, Jakub Józef Orliński und Louise Alder ernten Jubelstürme

Foto: Louise Alder als Semele © Geoffroy Schied


Drei Jahre nach der Festspielpremiere im Prinzregententheater zieht Semele ins angestammte Nationaltheater um. Mit großartigem Erfolg. Sängerisch überzeugend allen voran Louise Alder mit tollem Timbre. Das Orchester hält die Spannung aufrecht, ist dynamisch. Ein bisschen Komik, ein bisschen Rache, ein bisschen Action, natürlich viel Dramatik. Lohnt sich.

Nationaltheater, München, 25. September 2026

Semele
Oper nach Art eines Oratoriums (1743)

Komponist  Georg Friedrich Händel
Libretto nach  William Congreve

Musikalische Leitung  Leonardo García Alarcón

Inszenierung  Claus Guth
Bühne  Michael Levine

Semele  Louise Alder
Jupiter  Michael Spyres
Athamas  Jakub Józef Orliński
Juno  Marina Viotti
Ino  Avery Amereau
Wedding Planer / Iris  Sarah Dufresne
Cadmus/Somnus  Sam Carl

Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Opernballett der Bayerischen Staatsoper

von Frank Heublein

„Georg Friedrich Händel, Semele, Michael Spyres und Jakub Józef Orliński
Nationaltheater, München, 25. September 2026“
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Carlo Vistoli überzeugt durch vokale Virtuosität auf höchstem Niveau

CD-Besprechung:

Virtuose Countertenöre wie Vistoli holen das ursprüngliche Klangbild dieser Werke wieder in die Gegenwart, und sorgen damit für eine neue Sicht auf Händels Oratorien.

Handel’s Italians
Italian Castrati in the London Oratorios

Carlo Vistoli

Le Concert d’Astrée
Emmanuelle Haïm

Harmonia mundi  HMM 902795

von Peter Sommeregger

„Handel’s Italians Italian Castrati in the London Oratorios, Carlo Vistoli
klassik-begeistert.de, 30. September 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 30. SEPTEMBER 2026

Foto: nationalopera.gr

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 30. SEPTEMBER 2026

Die Griechische Nationaloper kündigt Elīna Garanča als Puccinis TOSCA an!
Garanča erklärt dazu: „Es scheint, als würden in meinem Leben manchmal selbst die wildesten Träume wahr werden. Tosca zählt schon so lange, wie ich mich erinnern kann, zu meinen Lieblingsopern und Maria Callas ist für mich, mit ihrer außergewöhnlichen Kunstfertigkeit, schon immer das absolute Vorbild dafür gewesen, was in dieser Rolle möglich ist. Doch als Mezzosopran hätte ich mir nie vorstellen können, dass Tosca eines Tages auch ein Abschnitt meines Weges sein würde. Mit dem Älterwerden habe ich realisiert, dass, wenn wir nicht nach unseren Träumen greifen, diese kaum nach uns suchen werden. Vielleicht ist es kein Zufall, dass unser Zuhause Villa Tosca heißt. Diese Oper ist ein so persönlicher Teil meines Lebens, dass die Ergänzung der Tosca in mein Repertoire weit mehr bedeutet, als einfach nur eine neue Rolle zu übernehmen. Es fühlt sich an, als würde ich endlich wagen, eine Tür zu einem meiner tiefsten und leidenschaftlichsten Träume zu öffnen, den ich schon sehr, sehr lange heimlich in mir trage.“
Die beiden Aufführungen, die Garančas Hausdebüt an der Griechischen Nationaloper in Athen darstellen, werden für den 24. und 28. Jänner 2027 angekündigt.
nationaloper.gr „DIE MITTWOCH-PRESSE – 30. SEPTEMBER 2026“ weiterlesen

Paris, Théâtre des Champs-Élysées: Rom wird bei Massenet vor dem Untergang gerettet! Seine Oper auch?

Schlussapplaus mit allen Beteiligten, Foto Jean-Nico Schambourg

Mit einer konzertanten Aufführung präsentiert das Théâtre des Champs-Élysées in Paris ROMA von Jules Massenet, die letzte Oper, die zu Lebenszeiten des Komponisten aufgeführt wurde. In diesem Werk wird Rom durch die Opferung der Vestalin Fausta vor dem Untergang gerettet. Ob dies auch für die Oper von Massenet möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Nichtsdestoweniger erlebt der Zuhörer einen musikalisch spannenden Abend mit einer exzellenten Besetzung, die des französischen Idioms und Gesangstils total mächtig ist.

Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 28. September 2026

Jules Massenet (1842-1912)
ROMA
Tragische Oper in fünf Akten (Libretto von Henri Cain nach einem Roman von Alexandre Parodi)

Musikalische Leitung: Diego Ceretta
Konzertante Aufführung

Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo
Choeur de Radio France (Leitung: Lionel Sow)

 von Jean-Nico Schambourg

„Jules Massenet (1842-1912), Roma, konzertant
Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 28. September 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

Elbphilharmonie © Thies Rätzke

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 29. SEPTEMBER 2026

Hamburg/Elbphilharmonie
Dvořák und Strauss in der Elphi: Ein bayerischer Gipfelsturm folgt auf böhmisches Heimweh
Offenbar hält nach wie vor ein Teil des „Elphi“-Publikums einen der wichtigsten Konzertsäle der Welt für so etwas wie einen erweiterten Freizeitpark. Die Ansage während des lauten Geraunes vor dem Konzert wirkt halbherzig, niemand hört mehr hin oder nimmt das ernst. Sinnvoller wäre eine neue, klare und vernehmbare Ansage nach dem Stimmen der Instrumente. Da sind alle still und können nochmal deutlich darauf hingewiesen werden, dass spätestens jetzt die Telephone ausgestellt sein müssen. So jedenfalls kann und darf es nicht weitergehen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

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Dvořák und Strauss in der Elphi: Ein bayerischer Gipfelsturm folgt auf böhmisches Heimweh

Offenbar hält nach wie vor ein Teil des „Elphi“-Publikums einen der wichtigsten Konzertsäle der Welt für so etwas wie einen erweiterten Freizeitpark. Die Ansage während des lauten Geraunes vor dem Konzert wirkt halbherzig, niemand hört mehr hin oder nimmt das ernst. Sinnvoller wäre eine neue, klare und vernehmbare Ansage nach dem Stimmen der Instrumente. Da sind alle still und können nochmal deutlich darauf hingewiesen werden, dass spätestens jetzt die Telephone ausgestellt sein müssen. So jedenfalls kann und darf es nicht weitergehen.

Bertrand de Billy und Orchester © Andreas Ströbl

Zwei Liebeserklärungen an die eigene Heimat, von einem Böhmen und einem Bayern, erklangen am 27. September 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie. Aufgeführt von einem Schweizer Dirigenten, einem norwegischen Cellisten und einem norddeutschen Orchester – gesamteuropäischer ging es wohl kaum. Was den emotionalen Ausdruck anging, war das Ergebnis ausgesprochen unterschiedlich.

Elbphilharmonie, Hamburg, 27. September 2026

Antonín Dvořák, Cellokonzert h-Moll op. 104
Richard Strauss, Eine Alpensymphonie op. 64

Bertrand de Billy, Dirigent

Truls Mørk, Violoncello
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

von Dr. Andreas Ströbl

„Richard Strauss, Eine Alpensymphonie, Bertrand de Billy, Dirigent
Elbphilharmonie, Hamburg, 27. September 2026“
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ensemble doppel:punkt: Dunkelheit und Licht ertönen in grandioser Klangfarbigkeit

ensemble doppel:punkt © Thomas Nonn

Der Gesang verbreitet sich in berauschender Raumwirkung bis in den allerletzten Winkel des Kirchensaals. Es ist das strahlende Finale eines Chorkonzerts der Extraklasse, das vom Publikum schließlich mit Standing Ovations gefeiert wird.

ensemble doppel:punkt: Dunkelheit & Licht

Chorwerke von Ēriks Ešenvalds, Hugo Distler, Johannes Brahms,  Gustav Mahler, Eric Whitacre und weiteren
Max Reger  „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ Choralphantasie Nr. 2 für Orgel op. 52

ensemble doppel:punkt  Chor
Felix Mende  Orgel
Mathias Janz  Leitung

St. Ansgarii, Bremen, 27. September 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Der anfängliche Choreinsatz erfolgt schneidend scharf und energisch in hartem Fortissimo. Es ist das verzweifelte Rufen, mehr noch: ein Hilfeschrei aus tiefster Neumond-Dunkelheit, einer grabesnächtlichen Finsternis.

„ensemble doppel:punkt, Dunkelheit & Licht, Matthias Janz
St. Ansgarii, Bremen, 27. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 44: Franz Schubert – Ave Maria (1825)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Die Jungfrau Maria – Inbegriff der Reinheit, christliche Ikone und Mutter von Jesus Christus – Symbol für die ewige Liebe und den Bund zwischen Gott und den Menschen. Als Gegenstand christlicher Glaubensüberzeugung lässt sich ihre Rolle kaum überschätzen. Die Liste der ihr zugesprochenen positiven Eigenschaften ließe sich entsprechend schier endlos fortsetzen. Deshalb ist es kein Wunder, dass ihr auch eine ebenso endlos erscheinende Reihe von Huldigungen zuteilwurden. Bekannteste musikalische Widmung dürfte wohl Ellens dritter Gesang – besser bekannt als „Ave Maria“ – von keinem Geringeren, als dem unbestrittenen Meister Franz Schubert sein. Doch was hat es mit diesem mittlerweile ikonografischen Gesang auf sich, dass er in eine Reihe überbewerteter Klassiker aufgenommen werden muss? „Daniels Anti-Klassiker 44: Franz Schubert – Ave Maria (1825)
klassik-begeistert.de“
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