Das MusikTheater Wien begeistert mit barockem Feuerwerk im Bollywod-Stil

Alessandro nell’Indie  © Marco Sommer

Da stockte mir buchstäblich der Atem – ein barockes Feuerwerk, bunt, witzig, üppig und musikalisch ebenso perfekt wie präzise und zugleich überaus harmonisch: Alessandro nell’Indie, ein ebenso großartiges wie im breiten Publikum weitestgehend unbekanntes Werk. Das Ganze im farbenprächtigen, indisch-exotischen Stil von „Bollywood“, der produktivsten Filmwerkstatt der Welt, mit einem Output von bis zu tausend Filmen jährlich.

Leonardo Vinci   Alessandro nell’Indie
Dramma per Musica in drei Akten
Libretto: Pietro Metastasio

Österreichische Erstaufführung

Alessandro: Maayan Licht
Poro: Dennis Orellana
Cleofide: Bruno de Sá
Erissena: Jake Arditti
Gandarte: Stefan Sbonnik
Timagene: Nicholas Tamagna

Max Emanuel Cenčić, Regie

Arnold Schoenberg Chor
{oh!} Orkiestra

Martyna Pastuszka, Dirigentin/Konzertmeisterin
Koproduktion mit Bayreuth Baroque Opera Festival

Musiktheater an der Wien, 24. April 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Und weil Papst Clemens XI. aus sexualmoralischen Motiven dekretierte, dass „keine Weibsperson bei hoher Strafe“ als Sängerin auftreten durfte, wurden alle weiblichen Rollen von Kastraten und werden heutzutage von männlichen Sopranisten und Countertenören interpretiert. „Leonardo Vinci, Alessandro nell’Indie
Musiktheater an der Wien, 24. April 2026“
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Malin Byström testet die Grenzen ihres Soprans aus

CD/Blu-ray Besprechung:

Malin Byström
German Opera Scenes and Arias

Thomas Søndergård
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra

BIS 2775

von Peter Sommeregger

In den letzten Jahren hat sich die Karriere der schwedischen Sopranistin Malin Byström international schnell entwickelt. In zahlreichen Partien des jugendlich-dramatischen Faches konnte sie auch an großen Häusern wie München und Wien beachtliche Erfolge feiern. „Malin Byström, German Opera Scenes and Arias
klassik-begeistert.de, 26. April 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 27. APRIL 2026

Malin Byström und Jonas Kaufmann auf dem rotgoldig erleuchteten Podium der historischen Laeiszhalle (Foto: RW)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 27. APRIL 2026

Jonas Kaufmann und Malin Byström feiern die austro-ungarische Operette
Die “silberne” Ära der Wiener Operette wurde maßgeblich durch zwei ungarische Komponisten geprägt: Franz Lehár und Emmerich (Imre) Kálmán. Das Programm der Tournee “Magische Töne”, mit dem Jonas Kaufmann und Malin Byström durch Europa reisen, bietet denn auch vorwiegend Werke dieser beiden Komponisten. Daneben kommen der echte Wiener Johann Strauss, der ungarische Wahlwiener Karl Goldmark und der ungarische Nationalkomponist Ferenc Erkel zu Wort.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

Berlin/Philharmonie
Blomstedts Bruckner beschert den Berlinern den saisonalen Höhepunkt
Der Abend war rundum geprägt von großer Dankbarkeit auf allen Ebenen, einer Dankbarkeit für das Erleben von Bruckners herrlicher Musik, für die phänomenale Leistung von Herbert Blomstedt, seine Freude, sein Erleben mit den Musikern zu teilen, und deren Freude, für ihn und mit ihm zu musizieren. Auch das Publikum ist sichtlich bewegt und will den sympathischen Künstler kaum gehen lassen. Nachdem das Podium schon leer ist, zeigt er sich ganz allein noch ein letztes Mal mit seinem Rollator. Er ist nicht nur ein Phänomen, es ist auch seine positive Ausstrahlung, die auf sein Wirken und sein ganzes Auftreten abstrahlt.
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

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Lloyd Riggins: „Meine Sehnsucht war es, als Instrument zu wirken und dem Tanz zu dienen“, Teil III: Der Ballettdirektor

Das Ensemble des Hamburg Ballett mit Lloyd Riggins (vorn sechster von links, rechts neben ihm der geschäftsführende Betriebsdirektor Nicolas Hartmann) (Foto: Kiran West)

Wichtig ist, den von John Neumeier aufgebauten Geist der Hamburger Compagnie und deren Leuchtturmcharakter in der Ballettwelt zu erhalten. Und das gelingt nur mit dem systematischen Aufbau der Compagnie von unten.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil III

von Dr. Ralf Wegner

klassik-begeistert: Kommen wir zu einem weiteren Thema, dem Rang des Hamburger Balletts in der Ballettwelt. Der sog. Ballett-Oscar, der Prix Benois de la Danse, wurde Ihnen 2004 verliehen. Unter den Ballett-Compagnien erhielten Mitglieder des Hamburger Balletts nach den Ensembles in Paris, Moskau und St.Petersburg zusammen mit dem Londoner Royal Ballet am häufigsten diesen Preis verliehen. Schon allein das zeugt von dem hohen Rang, den das Hamburg Ballett unter John Neumeier erreicht hat. Leider haben im letzten Jahr unter Neumeiers Nachfolger zahlreiche Erste Solisten das Hamburger Ballett verlassen.

Warum hat man diese nicht wieder gewinnen können und warum wurden die Stellen nicht nachbesetzt, sei es aus dem Ensemble oder mit von auswärts zu gewinnenden ersten Kräften? Auch aus dem neuen Spielzeitbuch der Saison 2026/27 ergeben sich keine weiteren Informationen. „kb im Gespräch: Lloyd Riggins Der Ballettdirektor, Teil III
Hamburgische Staatsoper, 27. April 2026“
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„Der Mensch ist ein Abgrund“ – Brigitte Fassbaender setzt mit Bergs „Wozzeck“ einen Meilenstein

Bo Skovhus, Brigitte Fassbaender und Stefan Vladar – Photo Andreas Ströbl

Was passieren kann, wenn ein psychisch labiler Mensch unablässig massivem Druck ausgesetzt ist, zeigt Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, gesteigert noch in der Adaption durch Alban Berg in seiner Oper „Wozzeck“. Selten aber dürfte die psychologische Tiefen-Ausleuchtung so eindrucksvoll umgesetzt worden sein, wie in der Produktion unter der Regie von Kammersängerin Brigitte Fassbaender am Theater Lübeck, die am 25. April 2026 eine zu Recht bejubelte Premiere feierte. „Ein Meilenstein“ wird GMD Stefan Vladar die Produktion auf der Premierenfeier nennen.

Alban Berg     Wozzeck

Brigitte Fassbaender,  Inszenierung

Bo Skovhus, Bariton
Adrienn Miksch, Sopran
Peter Lodahl, Tenor
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Frederike Schulten, Mezzosopran
Roman Payer, Tenor
Steffen Kubach, Bariton
Robin Frindt, Bassbariton
Thomas Stückemann, Tenor

Chor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar,  Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Theater Lübeck, 25. April 2026 PREMIERE

von Dr. Andreas Ströbl

Zwei Genies und der gleiche Stoff

Dass der Schriftsteller, Mediziner und Revolutionär Georg Büchner strenggenommen auch Proto-Soziologe und -Psychologe genannt werden sollte, ist nicht ganz neu, darf aber gerne nochmals betont werden. Sein Seelenbild eines Menschen, der von seiner Umwelt durchweg herumgeschubst, bevormundet und herabgewürdigt wird, bis ihm, wie man heute sagen würde, „die Sicherungen durchbrennen“, ist so eindrucksvoll und detailliert gezeichnet, dass die moderne Psychologie Büchner mitunter als Vorläufer Freuds wahrnimmt. „Alban Berg, Wozzeck, Brigitte Fassbaender Inszenierung
Theater Lübeck, 25. April 2026 PREMIERE“
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Eine spannende Saison wirft ihre Schatten voraus!

Vorstellung der Saison 2026/27
Theater Lübeck,
Großes Haus, 24. April 2026

von Dr. Regina Ströbl

Das Theater der Hansestadt Lübeck widmete den 24. April 2026 ganz der Vorstellung des Programms der Saison 2026/27. GMD Stefan Vladar, Schauspieldirektor Malte C. Lachmann und Geschäftsführer Caspar Sawade empfingen am Vormittag die Pressevertreter und luden Abonnenten wie Theatercard-Besitzer am Abend zu einer Vorschau-Gala ins Große Haus ein. „Saisonspielplan 2026/27, Theater Lübeck
Theater Lübeck, 24. April 2026“
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Lloyd Riggins: „Wichtig ist, dass der Tanz über das Gefühl läuft“, Teil II: Der Ballettmeister

Lloyd Riggins 2013 © Holger Badekow

Ballett-Sprünge und Drehungen dürfen nicht zur Show ausarten. Manchmal vergessen die Tänzer das und zeigen ihr technisches Können nur für die Zuschauer. Das soll nicht sein. Die technischen Schwierigkeiten in einer Ballett-Aufführung müssen immer im Sinne des Stücks und nicht als artistische Showeinlage getanzt werden.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil II

von Dr. Ralf Wegner „kb im Gespräch: Lloyd Riggins Der Ballettmeister, Teil II
Hamburgische Staatsoper, 26. April 2026“
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Ein traumhafter Wienbesuch geht mit Anna Netrebko als Schlagobershäubchen zu Ende

Ivan Gyngazov, Anna Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Giacomo Puccini      Tosca
Melodramma in drei Akten

Musikalische Leitung:  Daniel Oren
Inszenierung:  Margarethe Wallmann
Bühne und Kostüme:  Nicola Benois

Floria Tosca:  Anna Netrebko
Mario Cavaradossi:  Ivan Gyngazov
Baron Scarpia:  Christopher Maltman
Cesare Angelotti:  Clemens Unterreiner
Mesner:  Dan Paul Dumitrescu
Spoletta:  Devin Eatmon
Sciarrone:  Hans Peter Kammerer

Wiener Staatsoper, 18. April 2026

von Iris Röckrath

Die Besetzung der Tosca mit Anna Netrebko deutete natürlich schon darauf hin, dass es ein spektakulärer Abend werden würde. Für meinen Geschmack wurde dieses Gefühl noch übertroffen!

Schon im ersten Akt konnte Ivan Gyngazov in der Rolle des Cavaradossi stimmlich alles überstrahlen. Herrlich, wie er seinen tenoralen Glanz makellos schon in seiner ersten Arie einsetzt. Dafür gibt es schon die ersten Bravos. Mit dem Bühnenbild der Kirche Sant’Andrea della Valle kann ich nach intensivem Wien-Kirchen-sightseeing gut leben. Mit der Inszenierung, wenn es denn eine gab, weniger. Insgesamt wurde gern „an der Rampe“ gesungen, was den Sängern natürlich zuträglich war. „Giacomo Puccini, Tosca, Anna Netrebko
Wiener Staatsoper, 18. April 2026“
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Auf den Punkt 89: Rezensentenschelte oder Selbstreflexion?

Yoel Gamzou © Karpati Zarewicz

Mit Maestro Yoel Gamzou am Künstlereingang

Im Vorfeld der Wiederaufnahme von Webers Freischütz hat mir Yoel Gamzou viel Zeit gewährt, bitte lesen Sie den großartigen Interview-Zweiteiler mit vielen spannenden Antworten hier bei klassik-begeistert.  Nach Interviews schreibe ich in der Regel nicht über künstlerische Leistungen meiner Gesprächspartner – das könnte schnell mal missverstanden werden, als anbiedernd oder unverschämt … Daher sagte der Maestro, als wir uns verabschiedet haben: Vielleicht rufen Sie mir nach der Vorstellung, am Künstlereingang, kurz zu, wie es Ihnen gefallen hat. Das wäre klasse. Ich habe das natürlich sofort zugesagt – doch dann kamen mir Zweifel, ob das so klug war …

Carl Maria von Weber   Der Freischütz

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Yoel Gamzou   Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 23. April 2026

von Jörn Schmidt

… denn das Verhältnis zwischen Künstler und Kritiker ist nicht immer einfach. Woher kommt das? Nun, Kritiker denken, sie vermitteln zwischen Bühne und Publikum. Ordnen die Dinge ein usf. Mancher Künstler dagegen gewinnt bei der Lektüre unserer Texte offenbar den Eindruck, da sei ein verhinderter Künstler am Werk. Ein Minderbegabter sozusagen … Und da beide Berufsgruppen irgendwie voneinander abhängig sind, gibt das schnell mal eine toxische Mischung. „Auf den Punkt 89: Rezensentenschelte oder Selbstreflexion?
Hamburgische Staatsoper, 25. April 2026“
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„Nacht stürzt herab, und alles wird Musik“

Buchbesprechung:

Franz Willnauer (Hrsg.), Gustav Mahler – Vom Elend eines Genies. Unbekannte Briefe, Dokumente, Erinnerungen

von Dr. Andreas Ströbl

Meist steht die Idee zu einem Buch vor dem Sammeln, aber es geht auch andersherum. In mehreren Jahrzehnten der Beschäftigung mit Gustav Mahler hat Franz Willnauer bislang kaum oder gar nicht bekannte Dokumente, Erinnerungen und Briefe von und über Mahler gesammelt, und sich nun entschlossen, dieses aufschlussreiche Konglomerat einer interessierten Leserschaft zugänglich zu machen. Willnauer ist vielen Mahler-Freunden durch seine beiden Brief-Editionen „Verehrter Herr College!“ (2010) und „In Eile – wie immer“ (2016) wohlbekannt. „Franz Willnauer (Hrsg.), Gustav Mahler
klassik-begeistert.de, 25. April 2026“
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