Blühender blendender Sangesnachwuchs – stimmlich wie spielerisch finde ich den wunderbar!

I due timidi: Julia Schneider, Beatriz Maia, Viktoria Matt, Mose Lee, Rusnė Tušlaitė, Lovro Kotnik, Teodora Ateljević und Haozhou Hu (v.l.n.r.), Bayerische Theaterakademie August Everding © Cordula Treml

Alle Stimmen, die ich an diesem Abend höre, überzeugen mich vollends. Das Pasticcio von Rotas I due timidi und Milhauds Le Pauvre Matelot gelingt sehr gut. Ich persönlich empfinde stärker in I due timidi. Nimmt mich musikalisch wie auch in der Handlung noch mehr mit als der Matrose. Diese beknackte Knallschote hat es nicht anders verdient.

Auf und Ab
Über die unausweichliche Zunahme von Missverständnissen

I due timidi (Radiofassung, 1950)
Komposition   Nino Rota
Libretto   Suso Cecchi D’Amico

Le pauvre matelot op. 92 (1927)
Komposition   Darius Milhaud
Libretto   Jean Cocteau

Musikalische Leitung   Peter Rundel
Inszenierung   Ingo Kerkhof

Münchner Rundfunkorchester

Studierende im Master des Kooperationsstudiengangs Musiktheater / Operngesang der Hochschule für Musik und Theater München und der Bayerischen Theaterakademie August Everding und des Studiengangs Musiktheater an der Kunstuniversität Graz

Prinzregententheater, München, 20. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend ist die zweite Vorstellung des Opernpasticcios zweier Kurzopern. I due timidi des italienischen Komponisten Nino Rota und Le pauvre matelot des Franzosen Darius Milhaud. Im Prinzregententheater wird eine Produktion des künstlerischen Nachwuchses gezeigt. Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität München, Hochschule für Musik und Theater München – beide sind Kooperationsstudiengänge mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding – und des Studiengangs Musiktheater an der Kunstuniversität Graz und ein Gast sind an der Produktion beteiligt. „Auf und Ab – I due timidi/Le pauvre matelot
Prinzregententheater, München, 20. März 2026“
weiterlesen

Mahler im Glanzbad – Altinoglus schöne Neunte begeistert

Alain Altinoglu © HR/PhotoWerK 

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 9 D-Dur

hr-Sinfonieorchester
Alain Altinoglu, musikalische Leitung

hr-Sinfonieorchester

Alte Oper Frankfurt, 20. März 2026

von Dirk Schauß

Wer am 20. März 2026 den großen Saal der Alten Oper Frankfurt betrat, wusste um die Fallhöhe. Gustav Mahlers Neunte ist kein Konzertstück wie jedes andere, sondern ein existenzieller Grenzgang, ein Abschiedsbrief in Tönen, der den Hörer eigentlich gezeichnet zurücklassen sollte. Das hr-Sinfonieorchester unter Alain Altinoglu erreichte an diesem Abend eine beeindruckende klangliche Geschlossenheit – und genau darin liegt die Crux dieser Interpretation: Wie viel ästhetischer Glanz verträgt eine Musik, die aus Zerfall und Todesangst geboren wurde? „Alain Altinoglu, hr-Sinfonieorchester, Gustav Mahler 9
Alte Oper Frankfurt, 20. März 2026“
weiterlesen

Beethoven gegen den Zeitgeist: Maximilian Haberstock führt die „Schicksalssymphonie“ zurück zu alter Größe

Maximilian Haberstock, Junges Philharmonisches Orchester München © Maximilian Haberstock

Nun haben bereits zwei Kollegen in den höchsten Tönen von Maximilian Haberstock berichtet. Nach dem Konzert im Münchner Herkulessaal schließe ich nahtlos an diese begeisterten Stimmen an. Beethovens Fünfte, wie man sie selten zu hören bekommt.

Herkulessaal, München, 19. März 2026

Maximilian Haberstock, Dirigent
Maxim Lando, Pianist
Junges Philharmonisches Orchester München

von Jürgen Pathy

Dass man Beethovens Fünfte mit fast 100 Musikern spielt, Oboen doppelt besetzt, das heißt: vier Stück – so etwas hat man seit hundert Jahren nicht mehr erlebt. Es ist bekannt, dass der junge Münchner, 21 ist Haberstock gerade, an die große deutsche Schule der Altmeister anknüpft. Dieser Zugang könnte manchen als opulent, zu kraftvoll angelegt erscheinen, hat jedoch seine völlige Berechtigung.

„Maximilian Haberstock, JPMO, Maxim Lando, Pianist
Herkulessaal, München, 19. März 2026“
weiterlesen

Maximilian Haberstock erobert mit 97 Musikern die Alte Oper

© Bela Raba

Manchmal gibt es diese raren Abende – wie Dienstag, 18. März in der Alten Oper Frankfurt –, an denen die herkömmlichen Maßstäbe der Musikkritik bereits nach den ersten Takten wie mürbes Holz zerbrechen.

Richard Wagner
Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“

Franz Liszt
Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Maxim Lando, Klavier

Junges Philharmonisches Orchester München
Maximilian Haberstock, Leitung

Alte Oper, 18. März 2026


von Dirk Schauß

Was sich dort am Pult und auf den Stühlen abspielte, war der vorläufige Höhepunkt eines außergewöhnlichen Projekts: das Junge Philharmonische Orchester München (JPOM), 2023 von Maximilian Haberstock gegründet – der 2004 geborene Münchner Dirigent, Pianist und Komponist, der bereits als Kind dirigierte und von Mariss Jansons von 2015 bis zu dessen Tod 2019 intensiv als Mentor gefördert wurde. „Maximilian Haberstock PMO, Maxim Lando, Klavier
Alte Oper, Frankfurt, 18. März 2026“
weiterlesen

Maximilian Haberstock: Auf Furtwänglers Spuren – das weckt große Erwartungen

JPOM,  Maximilian Haberstock © Bela Raba

Richard Wagner: Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nünrberg“
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 op. 67

Junges Philharmonisches Orchester München

Maxim Lando, Klavier
Maximilian Haberstock, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 18. März 2026

von Kirsten Liese

Zahlreiche Jungdirigenten wie Klaus Mäkelä (30), Patrick Hahn (30), Thomas Guggeis (33) oder Tarmo Peltokoski (25) stehen derzeit hoch in Kurs.Noch jünger, international noch weniger bekannt, aber ein aus meiner Sicht noch größeres Ausnahmetalent ist Maximilian Haberstock. Gerade einmal 21 Jahre alt ist der gebürtige Münchner, der in seinem ganzen Auftreten wie aus einer längst vergangenen Zeit wirkt. Erhaben über modische Trends, etwa Mozart, Beethoven und sogar Wagner im sogenannten Originalklang historischer Aufführungspraxis erkunden zu wollen, steht sein Musikerleben in einer fast vergessenen Tradition, die von Wilhelm Furtwängler bis zu Christian Thielemann reicht.

Zumindest war das der Eindruck eines Konzerts in der Alten Oper Frankfurt, auf der Haberstock mit dem von ihm gegründeten Jungen Philharmonischen Orchester München innerhalb einer kleinen Tournee Station machte. „Maximilian Haberstock JPOM, Maxim Lando, Klavier
Alte Oper Frankfurt, 18. März 2026“
weiterlesen

DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026

© Bela Raba

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026

München/Herkulessaal
Beethoven gegen den Zeitgeist: Maximilian Haberstock führt die „Schicksalssymphonie“ zurück zu alter Größe
Nun haben bereits zwei Kollegen in den höchsten Tönen von Maximilian Haberstock berichtet. Nach dem Konzert im Münchner Herkulessaal schließe ich nahtlos an diese begeisterten Stimmen an. Beethovens Fünfte, wie man sie selten zu hören bekommt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026“ weiterlesen

Mehr Walton wagen!

Kazuki Yamada, William Walton, Symphonies 1, 2; Orb and Sceptre

CD/Blu-ray Besprechung:

Kazuki Yamada legt für sein DG-Debüt eine souverän musizierte Walton-CD mit dem CBSO vor.

Deutsche Grammophon, DG 486 8227

William Walton (1902-1983) – Sinfonien 1 & 2; Orb and Sceptre

City of Birmingham Symphony Orchestra
Kazuki Yamada, Dirigent

von Brian Cooper, Bonn

Haben wir ein Walton-Jahr? Tatsächlich nein, aber es scheint, als würde dieser Tage allenthalben, allmählich, mehr von diesem spannenden englischen Komponisten gespielt.

Klaus Mäkelä bringt in seiner kommenden ersten Europa-Tournee mit dem Chicago Symphony Orchestra im Januar 2027 sogar Belshazzar’s Feast auf die Bühne, mit dem grandiosen Solisten Thomas Hampson, der das Werk bereits 1997 mit Simon Rattle und dem City of Birmingham Symphony Orchestra aufnahm. „CD/Blu-ray Besprechung: William Walton, Sinfonien 1 & 2; Orb and Sceptre, Kazuki Yamada
klassik-begeistert.de, 20. März 2026“
weiterlesen

Mein Dancesoap-Tagebuch, Teil III: Minutemade-Fieber – ich bin ganz heiß!

Fotos: © Marie-Laure Briane Choreografie Anne Jung. Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Wogende Körper flechten ein unsichtbares Band zu mir. Noch stärker als beim ersten Mal. In der letzten Choreografie ziehen die Tänzerinnen und Tänzer Elastizität bis ins letzte Zehenglied hinein. Treiben so die Bewegung an die letzte Nervenbahn ihrer Extremitäten. Ich spüre es.

Minutemade Act Three

Uraufführung
Choreografie Dorotea Saykaly I Anne Jung

Ballettcompagnie des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 19. März 2026

von Frank Heublein

Dies ist der dritte Donnerstag, liebes Dancesoap Tagebuch. Ich sehe zum zweiten Mal Dorotea Saykalys Choreografie Signals. Dieses Mal sitze ich an einem Eck und nicht mittig. Ich mag den Perspektivwechsel, die neue Sicht.

So fällt mir auf, dass in der ersten Gruppenaufstellung die Tänzerinnen und Tänzer nach Größe geordnet sind – was dem Fluss der Körper, die zu einem wogenden Ganzen werden, eine abfallende und aufstrebende Wirkung gibt. Die nehme ich in der Sitzposition an diesem Abend deutlicher wahr. Die gespannte Körperlichkeit wirkt noch ganzheitlicher, sie überträgt sich auf mich, flechtet ein unsichtbares Band zwischen mir und den Tänzerinnen und Tänzer. Spürt ihr das auch? „Minutemade Act Three, Uraufführung, Teil III
Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 19. März 2026“
weiterlesen

Auf den Punkt 84: Teamgeist-Downsides in der Elbphilharmonie

James Gaffigan © Miguel Lorenzo

Richard Strauss / Macbeth – Sinfonische Dichtung op. 23

Grażyna Bacewicz / Konzert für Viola und Orchester

Felix Mendelssohn Bartholdy / Ouvertüre zu Ein Sommernachtstraum op. 21

Sergej Prokofjew /  Romeo und Julia – Auszüge aus den Ballett-Suiten Nr. 1 op. 64a, Nr. 2 op. 64b und Nr. 3 op. 101 (zusammengestellt von James Gaffigan)

NDR Elbphilharmonie Orchester
James Gaffigan / Dirigent
Lawrence Power / Viola

Elbphilharmonie, Großer Saal, 19. März 2026

von Jörn Schmidt

Bereits am 23. Januar 2025 war der amerikanische Dirigent James Gaffigan beim NDR Elbphilharmonie Orchester zu Gast. „Der amerikanische Dirigent James Gaffigan ist für seine natürliche Lockerheit und seinen außergewöhnlich kollaborativen Arbeitsgeist bekannt“, stand seinerzeit im Programmheft.

Wie so ein lockerer Kollaborateur dirigiert, können Sie in Folge 41 meiner Kolumne nachlesen. Aber Menschen entwickeln  sich weiter. Genetisch und kulturell. Ich zum Beispiel bin jetzt bei Folge 84 angelangt.

Und nach einem Blick ins Programmheft war klar, auch James Gaffigan hat sich weiterentwickelt. Im Programmheft der gleiche Einstieg in seine Vita, aber bei den besonderen Eigenschaften wurde im Detail nachjustiert:

Der amerikanische Dirigent James Gaffigan ist bekannt für seine natürliche Souveränität und seinen außergewöhnlichen Teamgeist.“ Souverän statt locker und teamfähig statt kollaborativ. Das ist mal ein Upgrade? „Auf den Punkt 84:  Teamgeist-Downsides in der Elbphilharmonie
Elbphilharmonie, 19. März 2026“
weiterlesen

Die hervorragende Ausstellung zu “Gast bei Arnold Schönberg” in Wien lädt ein

Arnold Schönberg in seiner Wohnung in der Hietzinger Hauptstraße 113; an der Wand sind Fotografien von Gustav Mahler sowie ein von Schönberg gemaltes Portrait von Gustav Mahler zu sehen, Wien 1911.
© Arnold Schönberg Center, Wien

“Zu Gast bei Arnold Schönberg” heißt die neue Ausstellung im Arnold Schönberg Center in Wien. Nach einer Führung durch die Kuratorin und der Präsentation von autographen Skizzen bot der musikalische Teil des Abends Werke von Hugo Wolf, Ernst von Dohnányi und Arnold Schönberg. Das Konzert mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker stand  im Zeichen des Gedenkens an den 80. Todestag von Arnold Rosé, dem langjährigen Konzertmeister des Orchesters.

Hugo Wolf
Italienische Serenade G-Dur

Ernst von Dohnányi
Streichsextett B-Dur

Arnold Schönberg
Verklärte Nacht op. 4

Benjamin Morrison und Lucas Takeshi Stratmann, Violine
Benjamin Beck und Robert Bauerstatter, Viola
Raphael Flieder und Endre Steger, Violoncello

Arnold Schönberg Center, Wien, 19.3.2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Die von Therese Muxeneder kuratierte Ausstellung “Zu Gast bei Arnold Schönberg” gibt Einblick in die private Lebenswelt von Arnold Schönberg. 170 Exponate, darunter Musik- und Textmanuskripte, Briefe, Fotografien, Gemälde und Gebrauchsgegenstände zeigen Schönberg als Komponisten, Musiker, Maler, Schriftsteller, Bastler, Familienvater und Gastgeber. „Ausstellung: “Zu Gast bei Arnold Schönberg”
Arnold Schönberg Center, Wien, 11. März 2026 – 19. Februar 2027“
weiterlesen