Guggeis zerlegt die Pastorale und entzündet Bernsteins Age of Anxiety

© Diana Hillesheim

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur „Pastorale“ op. 68

Leonard Bernstein: Sinfonie Nr. 2 „The Age of Anxiety“

Solist: Kirill Gerstein, Klavier

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

7. Museumskonzert , Alte Oper Frankfurt, 9. März 2026

von Dirk Schauß

Es ist ein gewagter Spagat, den Thomas Guggeis am Montagabend in der Alten Oper Frankfurt wagt: Er spannt den Bogen von der idyllischen Naturflucht eines Ludwig van Beethoven hin zur urbanen Existenzangst eines Leonard Bernstein. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester folgt ihm dabei in eine klangliche Welt, die zwischen mikroskopischer Präzision und rauschhafter Ekstase changiert. „Kirill Gerstein, Klavier Frankfurter Opern- und Museumsorchester Thomas Guggeis
Alte Oper Frankfurt, 9. März 2026“
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Riccardo Chailly kehrt nach Amsterdam zurück

Concertgebouworkest, Riccardo Chailly © Eduardus Lee

Endlich hat es geklappt! Und der Italiener beweist, dass sowohl er als auch das niederländische Orchester ein Händchen für russisches Repertoire haben. Die triumphale Aufführung zweier äußerst selten gespielter Werke Sergei Prokofjews gerät zur veritablen Sternstunde.

Sergei Prokofjew (1891-1953) – Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 112 (überarbeitete und erweiterte Fassung);

Alexander Newski. Kantate in sieben Episoden für Mezzosopran, Chöre und Orchester op. 78

Marie-Nicole Lemieux, Mezzosopran (für Jekaterina Sementschuk)
Groot Omroepkoor
Koor van de Nationale Opera

Concertgebouworkest
Riccardo Chailly, Dirigent

Concertgebouw, Amsterdam,  8. März 2025

von Brian Cooper

Wenn man verliebt ist, ist man nicht neutral. Man hält die Person, die man liebt, also wirklich aufrichtig liebt, für den besten Menschen der Welt. Man sagt einander Dinge, die niemand Anderes hören soll, und die mitunter ganz objektiv Unsinn sind. Zum Beispiel gibt es weit mehr als nur eine „beste Mama der Welt“. „Concertgebouworkest, Riccardo Chailly, Dirigent, Prokofjew
Concertgebouw, Amsterdam,  8. März 2025“
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Sir Simon Rattle huldigt Gustav Mahler und wird Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin

Sir Simon Rattle © Astrid Ackermann

Symphoniekonzert V

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 2 c-Moll, Auferstehungssymphonie

Christiane Karg  Sopran
Karen Cargill  Mezzosopran

Sir Simon Rattle, Dirigent
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 9. März 2026

von Peter Sommeregger

In seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hat Simon Rattle über die Jahre sämtliche Symphonien Gustav Mahlers aufgeführt, auch danach bilden sie einen Teil seines Repertoires. Im Rahmen des Symphoniekonzertes V der laufenden Saison setzte Rattle die 2., so genannte Auferstehungssymphonie auf das Programm. „Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-Moll, Sir Simon Rattle, Dirigent
Staatsoper Unter den Linden Berlin, 9. März 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 10. MÄRZ 2026

Jewgeni Kissin ©  Amar Mehmedinovic

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 10. MÄRZ 2026

Wien/Musikverein
Jewgeni Kissin im Musikverein: Königsklasse der Virtuosität
Der Pianist begeisterte bei seinem alljährlichen Solo-Abend. Es gibt eigentlich nur eine Sache, die Jewgeni Kissin in der ersten Konzerthälfte im Musikverein nicht recht glückt, und das ist: ein überzeugendes Lächeln. Mögen sich seine Mundwinkel auch heben: Der Blick bleibt angespannt. Kein Wunder, hat sich der Tastenvirtuose doch für den Abend allerlei tückische Stücke verordnet – und steht entsprechend unter Strom.
DerStandard.at

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Musik Top, Regie Flop: Rolando Villazón verhunzt Rossinis „Italienerin in Algier“

Rossini, L’ITALIANA IN ALGERI, Regie: Rolando Villazón, Premiere: 8. März 2026 © Eike Walkenhorst

Schade, dass es schwer möglich war, sich ganz allein auf die Musik zu konzentrieren, weil es in der Szene gar zu albern einherging. Was nützt die musikalische Transparenz in den großen angelegten Ensembleszenen, wenn es dazu auf der Bühne poltert und kracht.

Mit einer anderen Regie hätte das ein grandioser Abend werden können.

Bei weiten Teilen des Publikums kam die Produktion jedoch gut an.

L’Italiana in Algeri
Gioachino Rossini
[1792 – 1868]

Musikalische Leitung: Alessandro De Marchi
Inszenierung: Rolando Villazón

Bühne: Harald Thor
Kostüme: Brigitte Reiffenstuel
Wrestling-Einstudierung: Ahmed Chaer
Chor: Jeremy Bines

Deutsche Oper Berlin, 8. März 2026, Premiere

von Kirsten Liese

Den clownesken Entertainer gibt Rolando Villazón allzu gerne.

Im Showgewerbe des Fernsehens ist man ohnehin kaum noch anderes gewohnt.

Aber Oper ist doch noch etwas Anderes, da spielt die Musik die Nummer eins, oder zumindest sollte sie das. „Gioachino Rossini, L’Italiana in Algeri, Inszenierung Rolando Villazón
Deutsche Oper Berlin, 8. März 2026, Premiere“
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Farbenrausch und Feuer: Bruce Liu & CBSO entfesseln Tschaikowsky

Bruce Liu © Andreas Etter/Pro Arte Frankfurt

William Walton
„Orb and Sceptre“

Pjotr I. Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op. 23

Modest Mussorgsky: „Bilder einer Ausstellung“ in der Orchesterfassung von Maurice Ravel

Bruce Liu, Klavier

City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO)
Kazuki Yamada, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 8. März 2026

von Dirk Schauß

Am Sonntagabend, 8. März 2026, war die Alte Oper Frankfurt gut gefüllt – und die Vorfreude auf Bruce Liu und das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Kazuki Yamada spürbar. Der in Paris geborene, in Kanada aufgewachsene Pianist, der seinen Namen mit einer Martial-Arts-Legende teilt und privat leidenschaftlich Kart fährt, hat in kürzester Zeit eine ganz eigene Welt erobert. In ihm verschmelzen scheinbare Gegensätze: konfuzianische und taoistische Wurzeln mit einer tiefen Verbundenheit zur europäischen Romantik. Zusammen mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Kazuki Yamada zeigte er an diesem Abend, wie französische Anschlagseleganz und russische emotionale Wucht zu einer packenden Einheit werden können. „William Walton, Orb and Sceptre, CBSO, Kazuki Yamada
Alte Oper Frankfurt, 8. März 2026“
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Köln ist's, wenn’s mitten im Konzert ringt, bimmelt und vibriert!

Haupteingang der Kölner Philharmonie mit Kölner Dom © KölnMusik/Guido Erbring

Mit „galaktischer“ Musik lädt das Gürzenich-Orchester Köln in die Kölner Philharmonie. Das Programm: eine bunte Mischung aus Musik des
20. Jahrhunderts. Dass aber Vieles nicht nach Plan laufen wird, macht schon vor Konzertbeginn die Nachricht deutlich, derzufolge der eigentlich vorgesehene Dirigent Harry Ogg ausfällt. Ist es da Glück im Unglück, dass mit dem Franzosen Ludovic Morlot (52) ein Ersatz gefunden wurde, der immerhin keine Programmänderungen nötig macht?

Gürzenich-Orchester Köln
Frauenchor der Hochschule für Musik und Tanz Köln

Philipp Ahmann, Einstudierung
Ludovic Morlot, Dirigent (in Vertretung für Harry Ogg)

Renaud Capuçon, Solist

Thomas Adès – Three-piece Suite from Powder Her Face (Suite No. 1) für großes Orchester
Samuel Barber – Konzert für Violine und Orchester op. 14
Gustav Holst – „Die Planeten“ – Suite für großes Orchester op. 32

Zugabe:
Richard Strauss – Daphne-Etude, TrV 272b

Kölner Philharmonie, 7. März 2026

von Daniel Janz

Manche Musik fängt den Zeitgeist erschreckend genau ein

Das erste Werk hätte man jedenfalls getrost austauschen können. Thomas Adès’ „Three-piece Suite“ Nr. 1 ist so unstetig wie wirr. Ihre Form verweigert konsequent jegliche Wiedererkennbarkeit. Die „Musik“ quakt und grunzt wie ein vor sich hintorkelnder Betrunkener daher. Kaum stellt sich ein Eindruck ein, löst ein neuer ihn ab. Als würde einen beim Scrollen am Handy alle paar Sekunden ein Pop-Up belästigen, meint die Sitznachbarin des Rezensenten. Ob das Publikum deshalb nach dem ersten Satzes klatscht, als wäre die Suite zuende? Immerhin stellt sich in Satz 2 durch hibbelige Schlagzeugeffekte so etwas wie ein wiedererkennbarer Rhythmus ein. „Gürzenich-Orchester Köln, Renaud Capuçon, Solist
Kölner Philharmonie, 7. März 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 9. MÄRZ 2026

Brünnhilde (Camilla Nylund). Dahinter: Siegfried, Gutrune, Hagen und Gunther © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala

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DIE MONTAG-PRESSE – 9. MÄRZ 2026

Mailand
So – werf’ ich den Brand in Walhalls prangende Burg“: Camilla Nylund als Brünnhilde beendet diesen Opernzyklus in der Scala
Die “Götterdämmerung” in der einfallsreichen Regie von David McVicar ist der krönende Abschluss der Tetralogie in der Mailänder Scala. Nylund und Groissböck sind herausragende Antagonisten, Vogt ist wieder ein trefflicher Siegfried, der Rest der Besetzung ist spielt ebenso auf hohem Niveau. Alexander Soddy lässt das Orchester der Scala groß aufspielen. Ohne Musik wäre die Handlung der “Götterdämmerung” wohl nur schwer erträglich oder verständlich. Der tiefe Fall des Helden Siegfried, die Demütigung der ihres Wissens beraubten Walküre, Siegfrieds Tod und die Aufopferung Brünnhildes am Ende sind mit den bloßen Worten eines gesprochenen Dramas nicht einsichtig zu machen. Erst das über Stunden ausgebreitete musikalische Geflecht, der ständige Widerstreit der Motive im Orchester und das Zusammenspiel zwischen Gesang und orchestralem Ausdruck lassen uns die tieferen Zusammenhänge verstehen.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.at

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Camilla Nylund beendet als Brünnhilde den RING in der Scala

Brünnhilde (Camilla Nylund) weckt Siegfried (Klaus Florian Vogt) © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala

Die “Götterdämmerung” in der einfallsreichen Regie von David McVicar ist der krönende Abschluss der Tetralogie in der Mailänder Scala. Nylund und Groissböck sind herausragende Antagonisten, Vogt ist wieder ein trefflicher Siegfried, der Rest der Besetzung spielt ebenso auf hohem Niveau. Alexander Soddy lässt das Orchester der Scala groß aufspielen.


Richard Wagner
Götterdämmerung. Der Ring des Nibelungen, dritter Tag.

David McVicar, Regie
David McVicar und Hannah Postlethwaite, Bühnenbild
Emma Kingsbury, Kostüme
S. Katy Tucker, Videoprojektion
David Finn, Licht
Gareth Mole, Choreographie

Orchestra del Teatro alla Scala
Alexander Soddy, Dirigent

Teatro alla Scala, Mailand, 7. März 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Ohne Musik wäre die Handlung der “Götterdämmerung” wohl nur schwer erträglich oder verständlich. Der tiefe Fall des Helden Siegfried, die Demütigung der ihres Wissens beraubten Walküre, Siegfrieds Tod und die Aufopferung Brünnhildes am Ende sind mit den bloßen Worten eines gesprochenen Dramas nicht einsichtig zu machen. Erst das über Stunden ausgebreitete musikalische Geflecht, der ständige Widerstreit der Motive im Orchester und das Zusammenspiel zwischen Gesang und orchestralem Ausdruck lassen uns die tieferen Zusammenhänge verstehen.

„Richard Wagner, Götterdämmerung. Der Ring des Nibelungen
Teatro alla Scala, Mailand, 7. März 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 8. MÄRZ 2026

Aufführung 27.02.26 Nabucco – Enkhbat, Vinogradov, Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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DIE SONNTAG-PRESSE – 8. MÄRZ 2026

Wien/Staatsoper/5. März
Anna Netrebko trotzt der Killerrolle
Singt sie oder singt sie nicht? Das war die alles beherrschende Frage im Vorfeld der Nabucco-Vorstellung an der Wiener Staatsoper. Dass man bis zuletzt zittern musste, lag daran, dass der wohl letzte echte Superstar der Opernwelt die vorherige Vorstellung absagen musste. Als einer der Lang-Brüder gegen 19:00 Uhr die Bühne betritt, ahnte man bereits Böses. Doch gleich die Entwarnung: „Anna Netrebko ist wieder gesundet“. Erleichterung und erster Applaus aus dem Publikum. Dass Anna Netrebko die unheimlich anspruchsvolle Partie der Abigaille beherrscht, stellte die russisch-österreichische Sopranistin bereits vor der Pause eindrucksvoll unter Beweis. Mit kraftvoller Attacke, enormer stimmlicher Präsenz und jenem unverwechselbaren, dunkel schimmernden Timbre gestaltet sie die Partie mit großer Autorität. Von Schwierigkeiten in der Höhe ist kaum etwas zu hören. Auch wenn die Energie und der Ausdruck nach der Pause etwas sinken, bleibt die stimmliche Souveränität jederzeit gewahrt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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