Die MITTWOCH-PRESSE – 1. APRIL 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MITTWOCH-PRESSE – 1. APRIL 2020
Foto ©: Enrico Nawrath  – Tannhäuser, Bayreuther Festspiele 2019

Bayreuth
Dieses Jahr kein neuer Ring auf dem grünen Hügel
Die Proben für den neuen „Ring“ standen schon kurz vor der Tür. Nun hat die Festspielleiterin Katharina Wagner gegenüber BR-KLASSIK bestätigt, dass die Bayreuther Festspiele in diesem Sommer wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden werden.
BR-Klassik

Bayreuther Feststspiele und Sommerfestspiele Erl abgesagt
Die Presse

Bayreuther Festspiele für 2020 abgesagt
Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Zuerst hatte BR-Klassik darüber berichtet.
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/eilmeldungen

Bayreuther Festspiele abgesagt
Einen Tag vor dem geplanten Probenbeginn für die Neuinszenierung des „Rings der Nibelungen“ haben die zuständigen Gremien der Bayreuther Festspiele bekanntgegeben, dass das Festival in diesem Jahr nicht stattfinden kann.
Frankfurter Allgemeine

Laschet und Spahn informieren
Auch in Bezug auf Bayreuth
Sueddeutsche Zeitung

Diesen Sommer keine Richard-Wagner-Festspiele
Münchner Abendzeitung

Günther Groissböck zu Corona: „Ich habe Angst vor Aktionismus“
http://www.merkur.de/kultur/interview-mit-opernstar-guenther-groissboeck-zur-corona-krise-13635574.html

Zum Tod der Sängerin Hertha Töpper: Himmlische Opernmomente in München
Als Octavian im „Rosenkavalier“ hat sich Hertha Töpper in die Herzen gesungen und gespielt. Über 100 Mal hat sie den „jungen Herrn aus großem Haus“ allein in München gegeben. Nach Informationen aus ihrem engen Freundeskreis, die BR-KLASSIK vorliegen, ist die Sängerin nun im Alter von 95 Jahren verstorben.
BR-Klassik

Coronavirus
Plácido Domingo auf dem Weg der Besserung
Der Opernstar scheint das Coronavirus besiegt zu haben. Wegen MeToo-Vorwürfen trat er aus einer US-Gewerkschaft aus.
Wiener Zeitung

Wien
Bundestheater: Kostümwerkstätten nähen Mund-Nasen-Schutz
Solidarität: Mitarbeiterinnen stellten in Heimarbeit Behelfsmasken her, die an gemeinnützige Organisationen verteilt werden
Kurier

Online-Konzert:Es geht, es muss
Fünf Stunden Hilfe: der „Musik bleibt“-Stream des BR
Eben hat der Cellist Jan Vogler von New York aus ein 24-Stunden-Online-Musikfestival organisiert, nun folgte, ein bisschen kleiner, in München der Bayerische Rundfunk: Am Sonntag gab es fünf Stunden Musik, meist live, aus den Wohnzimmern der Künstler und aus dem verwaisten BR-Studio.
Sueddeutsche Zeitung

Ritterbands Klassikwelt 11: „Va pensiero“ auf „Goldenen Schwingen“ im Cyberspace
Aus Italien, wo die Zahl der Covid 19-Todesopfer täglich ansteigt und mittlerweile die Schwelle von 10 000 Verstorbenen überschritten wurde, erreichen uns nicht nur Schreckensnachrichten. So wird in dem am härtesten von der Pandemie getroffenen Land Europas dem Virus in vielfältiger Weise die Stirn geboten.
International Opera Choir
Am beeindruckendsten geschah dies in Rom. Eine einzigartige Idee hat in Rom der International Opera Choir realisiert: „Va, pensiero“, der Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“ als virtuelles Puzzle: Der Dirigent Giovanni Mirabile, ließ jedes Mitglied dieses Chores jeweils bei sich zu Hause, in der staatlich verordneten „Selbstisolation“, die eigene Stimme auf Smartphone aufnehmen. Mit einer ausgefeilten Montagetechnik wurden diese individuellen Beiträge dann zusammengeschnitten und mit der entsprechenden Orchester-Einspielung zu einem Ganzen kombiniert.
Das Ergebnis ist beeindruckend, berührend – und den Umständen entsprechend ziemlich perfekt.
Charles E. Ritterband besuchte Italien und berichtet von der Isle of Wight.
Klassik-begeistert

10 Fragen an den Klassik-Moderatoren Hans-Jürgen Mende: „Es ist ein schönes Gefühl, dass wir vor allem älteren Menschen mit klassischer Musik helfen“
Hans-Jürgen Mende, 59, gehört zu den profiliertesten und bekanntesten Klassik-Moderatoren Deutschlands.
Andreas Schmidt hat mit ihm gesprochen
Klassik-begeistert „Die MITTWOCH-PRESSE – 1. APRIL 2020“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 29: Konserven mit Verfalldatum

Es verwundert nicht, dass das Verfalldatum von Inszenierungen im heute gängigen Stil ein immer schnelleres wird. Was beim ersten Mal vielleicht noch interessiert oder amüsiert, wirkt bei mehrmaliger Betrachtung oft peinlich.

von Peter Sommeregger

In Zeiten von Corona legen sich besorgte Menschen vorsorglich einen gewissen Vorrat von Lebensmittel-Konserven an. Es ist eine Glaubensfrage, ob das bei täglich geöffneten Supermärkten mit frischer Ware unbedingt notwendig ist.

Anders liegen die Dinge im kulturellen Bereich. Die praktisch weltweite Schließung sämtlicher Konzertsäle und Opernhäuser erzeugt ein kulturelles, vor allem musikalisches Vakuum, das dem musikaffinen Menschen schmerzlich den Stellenwert der Musik für das emotionale Gleichgewicht bewusst macht. Aber so, wie sich die Generationen vor der Erfindung von Tonträgern und des Radios durch aktives Musizieren erfreuten, die Nachfolgenden auf jene Innovationen zurückgreifen können, ist die Generation Laptop und Smartphone gleich mehrfach für Ausfälle der Live-Events gerüstet. „Sommereggers Klassikwelt 29: Konserven mit Verfalldatum“ weiterlesen

Bayreuther Festspiele 2020 wegen Coronavirus abgesagt

Foto: Andreas Schmidt (c)

Die Proben für den neuen „Ring des Nibelungen“ standen schon kurz vor der Tür. Nun hat Festspielleiterin Katharina Wagner bestätigt, dass die Bayreuther Festspiele in diesem Sommer wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden werden. Keine Roben, keine Fanfaren, keine Angela Merkel, keine Jahrtausendmusik. Experten hatten schon seit zwei Wochen mit dieser Absage gerechnet. Zuletzt war vom Grünen Hügel zu hören, dass der vierteilige „Ring“, der insgesamt 12 Abende hätte erklingen sollen, nur konzertant aufgeführt worden wäre.

Katharina Wagner zeigte sich betroffen über die Absage der Bayreuther Festspiele:. „Natürlich sind wir traurig, gerade weil wir uns auf eine spannende Neuproduktion des ‚Rings‘ gefreut haben“, sagte die Festspielleiterin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag. „Aber die Gesundheit geht vor.“

Auch die Tiroler Festspiele Erl sagten die Veranstaltungen im Sommer ab. Prognose von klassik-begeistert.de: Auch die Salzburger Festspiele werden für diesen Sommer abgesagt.

Für Katharina Wagner selbst ist es schon der zweite große berufliche Rückschlag in diesem Jahr. Die Urenkelin von Richard Wagner hatte bereits Mitte März ihre eigene Neuinszenierung des „Lohengrin“ in Barcelona wegen der rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus absagen müssen. Eine Absage der Bayreuther Festspiele hat es seit 1951, dem Jahr der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945), nie gegeben. Gemeinsam mit seinem Bruder Wieland übernahm Katharinas Vater Wolfgang Wagner damals die Gesamtleitung der Bayreuther Festspiele.

„Bayreuther Festspiele 2020 wegen Coronavirus abgesagt
Bayreuther Festspiele“
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10 Fragen an die Star-Klarinettistin Alexandra Gruber: "Aktuell höre ich mich durch die Spotify-Playlisten meiner Kinder"

Die Klarinettistin Alexandra Gruber wurde in Freudenstadt/Schwarzwald geboren. Sie studierte von 1994 bis 1999 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Bereits in dieser Zeit wirkte sie regelmäßig in Konzerten des Bachkollegiums Stuttgart und des Stuttgarter Kammerorchesters mit. Alexandra Gruber war zweifache Preisträgerin im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Als Lehrbeauftragte war sie von 2000 bis 2005 am Richard-Strauß-Konservatorium tätig. Sie ist seit 1998 Solo-Klarinettistin bei den Münchener Philharmonikern. Sie tritt als vielgefragte Solistin und Kammermusikerin auf. Alexandra Gruber hat sich aktuell mit ihrem Ehemann und den 20- und 16-Jahre alten Kindern in das gemeinsame Haus in einem Dorf nahe des Ammersees zurückgezogen.

Interview: Dr. Petra Spelzhaus

klassik-begeistert.de: Was haben Sie vor einem Jahr getan, und wie sieht Ihr Alltag heute aus?

Alexandra Gruber: Vor einem Jahr war ich auf Konzertreise mit den Philharmonikern. Wir führten in Köln, Frankfurt und Wien Bruckners 4. und Schostakovischs 5. Symphonie auf. Zeitgleich bereitete ich einen Besuch von Freunden aus Japan vor. Mein Alltag heute besteht im Familienleben, darin, dass ich vier Leute zu bekochen habe. Wir genießen die gemeinsame Zeit. Natürlich übe ich auch. Zugegebenermaßen lässt hierfür aber ein wenig die Motivation nach.

Nennen Sie bitte drei Schlagworte, wenn Sie das Wort Corona hören…

Weltweit, Beschränkungen, Solidarität. „Interview: 10 Fragen an Alexandra Gruber
klassik-begeistert.de“
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Ritterbands Klassikwelt 11: Der Römer International Opera Choir trotzt dem Virus mit "Nabucco" virtuell

„Va pensiero“ auf „Goldenen Schwingen“ im Cyberspace

von Charles E. Ritterband

Aus Italien, wo die Zahl der Covid 19-Todesopfer täglich ansteigt und mittlerweile die Schwelle von 10 000 Verstorbenen überschritten wurde, erreichen uns nicht nur Schreckensnachrichten. Durch die sozialen Medien schwirren  unzählige, mit tiefschwarzem Galgenhumor angereicherte Karikaturen und Videos; eine besondere Spielart von Kreativität feiert Urständ: Lachen vor einer Kulisse absoluten Horrors. Es zirkulieren Video-Clips von jungen Männern, die einander mit geschickten Tennis-Spielen von Fenster zu Fenster die Einsamkeit vertreiben. Und aus Italien stammt auch die hübsche Idee der Ständchen für die Nachbarn auf Balkonen und in Fenstern. So wird in dem am härtesten von der Pandemie getroffenen Land Europas dem Virus in vielfältiger Weise die Stirn geboten.

International Opera Choir

Am beeindruckendsten geschah dies in Rom. Eine einzigartige Idee hat in Rom der International Opera Choir realisiert: „Va, pensiero“, der Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“ als virtuelles Puzzle: Der Dirigent Giovanni Mirabile, ließ jedes Mitglied dieses Chores jeweils bei sich zu Hause, in der staatlich verordneten „Selbstisolation“, die eigene Stimme auf Smartphone aufnehmen. Mit einer ausgefeilten Montagetechnik wurden diese individuellen Beiträge dann zusammengeschnitten und mit der entsprechenden Orchester-Einspielung zu einem Ganzen kombiniert.

Das Ergebnis ist beeindruckend, berührend – und den Umständen entsprechend ziemlich perfekt. „Trotz der Ausbreitung des Virus belebt die Musik weiterhin die Herzen und die Tage der Italiener“ heißt es im eingeblendeten Text. Das „Va, pensiero sull’ali dorate“ (Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen) erhält nun plötzlich eine ganz andere, hochaktuelle, zutiefst symbolische und dann doch wieder zugleich prosaische Bedeutung: Die poetisch-metaphorischen „goldenen Schwingen“ des Textes werden nunmehr zum Medium Internet, das die sehnsuchtsvollen Gedanken im Cyberspace an Freiheit (von den vielfachen Beschränkungen in diesem Ausnahmezustand) und Erlösung (von der Angst vor dem Virus) hinausträgt, aus den Zimmern und Wohnungen der Choristen in die Welt. „Ritterbands Klassikwelt 11: „Va pensiero“ im Cyberspace statt auf „Goldenen Schwingen““ weiterlesen

10 Fragen an den Klassik-Moderatoren Hans-Jürgen Mende: "Es ist ein schönes Gefühl, dass wir vor allem älteren Menschen mit klassischer Musik helfen"

Hans-Jürgen Mende, 59, gehört zu den profiliertesten und bekanntesten Klassik-Moderatoren Deutschlands. Auf seiner Homepage schreibt er: „Da wir gerne am Meer wohnen wollten, sind wir im Jahr 2000 in den Norden gezogen, und so kam ich zum NDR. Bei NDR Kultur bin ich fast jeden Sonnabend in “Klassik auf Wunsch” und in “Belcanto” zu hören, in der Woche aber auch in der “Matinee”, in “Klassisch unterwegs” und in “Klassik à la carte”. Für HR2 Doppelkopf darf ich immer mal wieder mit einem Gast in der Sendung „Doppelkopf“ ein ausführliches Gespräch führen. Und für SWR2 oft spannende Diskussionen in der Sendung SWR2 Forum leiten.“ Hans-Jürgen Mende und klassik-begeistert.de-Herausgeber Andreas Schmidt verbindet die Liebe zur klassischen Musik, die sie regelmäßig bei ihrem „Lieblingsinder“ im Hamburger Stadtteil Rotherbaum aufleben lassen.

Hans-Jürgen, Du bist kurz vor dem Ausbruch der Corona-Krise von Deinem Domizil auf Mallorca nach Mönkeberg bei Kiel zurückgekehrt. Hattest Du Probleme nach Deutschland zurückzukommen?

In keiner Weise, es war auf der Insel auch alles sehr entspannt. Um diese Jahreszeit ist es ohnehin dort noch leer, also ist es nicht aufgefallen, dass manche Hotels die Eröffnung bereits auf Juni verschoben haben. Wir haben nicht damit gerechnet, dass sich die Sache so dynamisch entwickelt. Wir waren ja bis zum 25. Februar noch in Madrid, auch da war nicht das Geringste zu spüren. Wir haben die Wochen danach natürlich darauf geachtet, ob wir irgendwelche Symptome haben, aber da war zum Glück nichts festzustellen.

Was hast Du vor einem Jahr getan, und wie sieht Dein Alltag heute aus?

Bis auf den Aspekt Segeln hat sich nicht viel geändert. Ich kann ja weiterhin von Mönkeberg nach Hamburg zu meinen Sendungen bei NDR Kultur reisen. Natürlich sind die Einschränkungen schon ungewohnt. Auch hätten wir letztes Wochenende gerne mal wieder unseren ältesten Sohn in Rostock, der dort am Volkstheater arbeitet, besucht. Aber das geht ja nun nicht. Ob die Vorschriften nun sinnvoll oder sinnlos sind, dass wird sich erst in der weiteren Rückschau zeigen. Manches ist eben auch nicht wirklich nachvollziehbar. Wenn ich etwa mit versifften Einkaufswagen rumfahren muss im Supermarkt oder nicht mehr bar zahlen soll, stattdessen wird mir aber die Kreditkarte an der Kasse aus der Hand genommen, und ich muss die Geheimzahl in die Gummitasten hauen. Solche Ungereimtheiten zeigen eben, dass unsere Gesellschaft mit einer solchen Herausforderung noch nicht konfrontiert gewesen ist. Und so hoffe ich, dass sich bald das Sinnvolle vom Sinnlosen trennen wird. „10 Fragen an den Klassik-Moderatoren Hans Jürgen Mende
klassik-begeistert.de“
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Die DIENSTAG-PRESSE – 31. MÄRZ 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG-PRESSE – 31. MÄRZ 2020
Foto: © Felix Löchner

München
Die Angst tanzt mit: Die Bayerische Staatsoper und Corona
Die Kunst durch die Krise bringen – aber mit welchem Risiko? Es gibt heftige Vorwürfe gegen die Bayerische Staatsoper.
Münchner Merkur

Beethovens vollendete Zehnte Sinfonie wird im November uraufgeführt
Ein Computer stellt Beethovens berühmte „Unvollendete“ fertig.
Wiener Zeitung

Lucerne-Festival-Intendant Michael Haefliger: «Die Ansteckungskurve müsste bis zum Sommer deutlich abflachen»
Wegen des Coronavirus droht auch den Klassikfestivals im Sommer das Aus, wie die Absage von Verbier zeigt. Intendant Michael Haefliger über Szenarien, Ängste und Hoffnungen für Lucerne Festival im Sommer.
Luzerner Zeitung

„Im Gesang ist schlechter Unterricht Körperverletzung“
Marilyn Schmiege, Präsidentin des Bundesverbands deutscher Gesangspädagogen (BDG), im nmz-Gespräch Neue Musikzeitung/nmz.de

Gott war da
Er war der traditionellste Avantgardist der zeitgenössischen Musik. Seine Sinfonien, Opern und Chorwerke schwebten zwischen allen Systemen. Nun ist Krzysztof Penderecki gestorben. Ein Nachruf
https://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article206886973/Gott-war-da.html

Zum Tod von Krzysztof Penderecki
(23. November 1933 – 29. März 2020)
Mela Koteluk, geboren 1985, polnische Rock-Sängerin und Songschreiberin schrieb am Sonntag über Penderecki auf Twitter:
„Er war nicht nur einer der größten polnischen Komponisten unserer Epoche. Er war auch ein leidenschaftlicher Kenner und Schützer der Natur. Seine geheime Leidenschaft waren … Bäume. Auf seinem Landgut Luslawice hat Penderecki mehrere Tausend Bäume gepflanzt. “Manche Gattungen”, erzählte er nicht ohne Stolz, “dürften in unseren Breitengraden eigentlich gar nicht gedeihen”. In seinem Park fanden sie sich zu recht und wuchsen zu der größten Sammlung exotischer Baum-Gattungen in Europa.“
Teresa Grodzinska berichtet aus Hamburg.
Klassik-begeistert

10 Fragen an Ekkehard Lampe-Steinhage: „Ich möchte eine Lesung über Thomas Mann halten, begleitet von den Bremer Philharmonikern“
Der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer Ekkehard Lampe-Steinhage wurde 1981 an der Schule Schlaffhorst-Andersen ausgebildet. Seine Gesangsausbildung erhielt er in Berlin, Kopenhagen und Bremen. Er arbeitete viele Jahre an diversen Schauspielschulen in Berlin und Bremen, erteilte Stimm- und Sprechtraining im Bereich Hörfunk und Fernsehen und bildete Bremer Bürgerschaftsabgeordnete aus. Er ist verantwortlich für das Sprechtraining an der Bremer Oper und für die Stimmbildung am Bremer Schauspiel und bei der Shakespeare Company. Als Sprechtrainer gibt er Masterkurse in New York für Opernsänger, die unter anderem an der Metropolitan-Oper singen. Gelegentlich hält er musikalisch begleitete Lesungen.
Petra Spelzhaus befragte Ekkehard Lampe-Steinhage über sein Künstlerleben im Zeichen der Corona-Krise.
Klassik-begeistert

Ralf Wegner: Meine schönste Opern-Highlights 1
Birgit Nilsson, Mirella Freni, Edita Gruberova, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti: Der Hamburger Mediziner Dr. Ralf Wegner hat die großen Weltstars der Opernwelt seit Ende der 1960er-Jahre alle live erleben dürfen: in der Staatsoper Hamburg, die in den 1970er-Jahren noch zu den weltbesten Opernhäusern zählte und sich heute um Anschluss an die europäische Spitze bemüht. Begeben Sie sich in ein wunderbares Stück Operngeschichte und reisen sie mit in eine Zeit, die scheinbar vergangen ist.
von Dr. Ralf Wegner, Hamburg
Klassik-begeistert

Deutschland
Bund rechnet mit bis zu 28 Milliarden Euro Ausfall im Kulturbereich
Neue Musikzeitung/nmz.de

Milliardenausfall in deutscher Kulturbranche befürchtet
Der Standard

Die Klassikfamilie
Manche kritisieren das Not-Streaming als unbeholfen. Ein Projekt in New York zeigt vor allem die Kraft der Hausmusik.
Sueddeutsche Zeitung „Die DIENSTAG-PRESSE – 31. MÄRZ 2020“ weiterlesen

Langes Klassikwelt 10: The Sound of Silence

Es ist sehr ruhig da draußen. Endlich Ruhe in der lauten Großstadt?! So hat sich das wohl keiner von uns gewünscht. Wir lernen: Lärm verbindet. Und Musik tröstet.

von Gabriele Lange

München ist still. Sehr still. Ich kann mich nicht erinnern, dass es in München schon einmal so still war. Kaum Verkehr. Die wenigen Menschen auf der Straße sind allein oder gehen wortkarg zu zweit spazieren. Wer sein Handy benutzt, redet leiser als sonst. Der Kinderspielplatz im Park ist verwaist. Sogar die Nachbarn im ersten Stock gegenüber verzichten seit einigen Tagen auf lautstarke Ehestreitigkeiten bei offenem Fenster. Die Griller im Erdgeschoss verbreiten am sonnenwarmen Samstag die gewohnten übelriechenden Rauchschwaden, doch ich höre tatsächlich nur Besteckgeklapper. Der Herr links unten führt keine weinseligen Diskussionen mehr auf dem Balkon. Beim Einkaufen huschen die Leute durch die Gänge, keiner bleibt zum Ratschen stehen. „Langes Klassikwelt 10: The Sound of Silence“ weiterlesen

10 Fragen an Agnes Selma Weiland: "Die Kunst ist der Tröster der Seelen und entfacht die Leidenschaften"

Die in Dresden geborene Sopranistin Agnes Selma Weiland sang bei den Tiroler Festspielen die großen Rollen ihres Fachs, wie TANNHÄUSER Elisabeth, LOHENGRIN Elsa und im Sommer 2019 Verdis AIDA. Am Theater Basel war sie als 1. Dame in Mozarts ZAUBERFLÖTE engagiert. An der Opéra National de Lyon erlangte sie internationale Aufmerksamkeit als SANCTA SUSANNA in Hindemiths gleichnamiger Oper und als Nella in Puccinis GIANNI SCHICCHI. Das Theater Bonn engagierte sie daraufhin auch als SANCTA SUSANNA. An der Oper Leipzig sang sie nach der 1. Dame in Mozarts ZAUBERFLÖTE ihre ersten Wagnerrollen: Sieglinde und später Brünnhilde in Wagners RING FÜR KINDER. Gleich nach dem Studium engagierte sie das Theater Bremen, wo sie bereits wichtige Hauptrollen sang. Konzertreisen führten sie nach Belgien, Polen, Spanien, Italien, in die USA und nach Abu Dhabi. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe. Agnes Selma Weiland lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin.

von Dr. Petra Spelzhaus
Fotos: Xiomara Bender (c)

Was haben Sie vor einem Jahr getan, und wie sieht Ihr Alltag heute aus?

Vor einem Jahr unterschrieb ich den Vertrag bei den Tiroler Festspielen Erl, um im Sommer 2019 dort die Aida zu singen. Also war ich dann Tag und Nacht mit dieser wunderbaren Partie beschäftigt, um sie möglichst schnell in meinen Kopf und Körper zu bekommen. In meinem derzeitigen Alltag dreht sich viel um meine sechsjährige Tochter. Gleichzeitig studiere ich neue Rollen ein wie La Gioconda, Turandot und Maddalena di Coigny, nehme mir Zeit Klavier zu spielen, probiere neue Lieder aus und bereite meine bevorstehende CD-Aufnahme vor. Endlich werde ich es wohl auch mal schaffen, meine Steuererklärung pünktlich abzugeben.

Nennen sie drei Schlagworte, wenn sie das Wort Corona hören…

Was mir sofort in den Sinn kommt, sind die zahlreichen Absagen, Vertröstungen und der fehlende Lohn. Das schickt sich an, einer der prägendsten Einschnitte in meinem Leben zu werden. Es bedeutet Verzicht auf direkte soziale Kontakte zu Gunsten der allgemeinen Gesundheit. Vor allem geraten durch Corona jedoch viel wichtigere Themen, wie die ungeklärte Flüchtlingslage etwa auf Lesbos oder die Vorgänge in den Townships von Johannesburg völlig aus dem Fokus. „10 Fragen an Agnes Selma Weiland
klassik-begeistert.de“
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Schweitzers Klassikwelt 1: "DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG" AM 3. NOVEMBER 1960 IN DER WIENER STAATSOPER

von Lothar Schweitzer

Diesen Bericht habe ich ganz aus dem Gedächtnis verfasst und erst nachher den Programmzettel wieder in die Hand genommen. Ergänzt habe ich nichts, nur das Aufführungsdatum korrigiert. Wie ich sehe, kann ich mit meinem Langzeitgedächtnis zufrieden sein. Oder  war es das hohe Niveau der Aufführung?

Die Besprechung auf der Kulturseite der Zeitung „Kurier“ begann ziemlich ungewöhnlich mit der Figur des Beckmessers und war voll des Lobes für den Gast Karl Schmitt-Walter. Seine Stimme besaß ein sehr individuelles Timbre und betonte eher die ernste Seite des Merkers. Ich sehe ihn vor mir, wie er mit einem angewinkelten Bein von einem Meister zum andren geht und ihnen die Tafel mit den vielen Strichen präsentiert. Grund für mich, die Aufnahme von „Feuersnot“ mit dem Künstler als Kunrad zu kaufen. „Schweitzers Klassikwelt 1: „DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG“
klassik-begeistert.de“
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