Weigle entzündet die Alte Oper – Ein Abend voller Gefühle

© Diana Hillesheim

Die Frankfurter Konzertbesucher feiern ihren ehemaligen Generalmusikdirektor für eine echte Sternstunde, die noch lange in der Musikstadt in Erinnerung bleiben wird.

Ludwig van Beethoven   Violinkonzert D-Dur op. 61

Sergej Rachmaninow   Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Daniel Lozakovich,  Violine
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Sebastian Weigle,  musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 8. Juni 2026

von Dirk Schauß

Als Sebastian Weigle nach drei Jahren der Abstinenz wieder das Podium der Alten Oper Frankfurt betritt, geht eine spürbare Erwartung durch den Großen Saal. Weigle, der über anderthalb Jahrzehnte die musikalischen Geschicke der Stadt so entscheidend geprägt hat, kehrt zum Saisonausklang der Museumskonzerte zurück. Man spürt es sofort: Was an diesem Abend geschieht, ist weit mehr als ein Konzert. Es ist ein Fest der Emotionen, eine wahrhaftige Liebesbeziehung zwischen Dirigent und Orchester, die mit pulsierendem Leben gefüllt wird. „Beethoven und Rachmaninow, Sebastian Weigle, musikalische Leitung
Alte Oper Frankfurt, 8. Juni 2026“
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Diese Referenzaufnahme ist eine Entdeckung

CD-Besprechung:

Für alle jene, die neugierig auf abseitigeres Repertoire sind: Jakub Hrůša und die Bamberger Symphoniker haben alle Sinfonien des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů eingespielt. Großartige Musik auf drei CDs!

Bohuslav Martinů (1890-1959) – Sinfonien Nr. 1-6

Bamberger Symphoniker
Jakub Hrůša, Dirigent

Deutsche Grammophon, DG 486 7810

von Brian Cooper

Der tschechische Dirigent Jakub Hrůša, Jahrgang 1981, ist Music Director am Royal Opera House, designierter Chefdirigent und Musikdirektor der Tschechischen Philharmonie (ab der Spielzeit 2028/29), und auch seit nunmehr zehn Jahren Chefdirigent der Bamberger Symphoniker.

Mit diesem Orchester hat er nun für die Deutsche Grammophon alle sechs Sinfonien seines Landmanns Bohuslav Martinů eingespielt, allesamt im wunderbaren Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle. Hrůša ist bekannt dafür, immer wieder selten gespielte Werke tschechischer Komponisten wie Antonín Dvořák und eben Martinů aufs Programm zu setzen, und das völlig zu Recht: Es gibt eben mehr als nur Dvořáks Neunte, so schön sie auch ist. Jakub Hrůša ist allein deshalb zu danken, dass er uns auch mit abseitigerem Repertoire konfrontiert und beglückt. „ Bohuslav Martinů, Sinfonien Nr. 1-6, Jakub Hrůša, Dirigent
klassik-begeistert.de, 9. Juni 2026“
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Ukrainischer Wahlwiener wirbelt in romantischen Ekstasen

 

CD-Besprechung:

Choni hat das gewisse Etwas an Drängen und Wagen, das sofort fesselt und einen nicht mehr loslässt.

DMYTRO CHONI „Heartlands“

mit Werken von Robert Schumann, Johannes Brahms und Mykola Lysenko

naïve records

von Dr. Ingobert Waltenberger

Während der ebenso begabte und junge Alexander Malofeev mit fein ziselierten Tönen und feenhaft schlankem Spiel Furore macht, ist der in der Ukraine geborene, in Wien lebende Dmytro Choni ein höchst leidenschaftlicher, ja das romantische Sehnsuchtsstreben auf die Spitze treibender Tastenpoet.

Hören Sie sich etwa den ersten Satz der Klaviersonate Nr. 2 in g-Moll, op. 22 von Robert Schumann an, mit dem das Album startet. Er befolgt nicht nur die Tempoangabe „so rasch wie möglich“ sportlich intensiv, sondern scheint mit seinem Spiel eine Membran zu durchbohren, die das Jetzt von der Vergangenheit trennt, die Mythisches und Verborgenes widerspiegelnd offenbart. „Dmytro Choni, „Heartlands“
klassik-begeistert.de, 9. Juni 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 9. JUNI 2026

Die Walküre, Volle, Nylund © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 9. JUNI 2026

Wien/Staatsoper
Die Walküre in Wien: Liebe im Schatten des Untergangs
Kaum haben die Götter Walhall bezogen, beginnt ihr schönes neues Zuhause bereits zu bröckeln. Was im Rheingold als Streit um Gold, Macht und Verträge seinen Anfang nahm, wird in der Walküre zur Familienkrise von kosmischen Ausmaßen.Erster Tag des Bühnenfestspiels »Der Ring des Nibelungen« Die Wiener Staatsoper setzte ihren aktuellen Ring des Nibelungen mit einem Abend fort, der die Qualitäten des Rheingold nicht nur bestätigte, sondern in vielerlei Hinsicht noch übertraf. Wo der Vorabend vor allem die Welt des Ringes errichtete, schenkt die Walküre seinen Figuren Herz, Blut und Emotionen. Das Ergebnis war ein Abend großen Musiktheaters, der das Publikum über mehr als vier Stunden hinweg in seinen Bann zog.
von Kathrin Schuhmann
Klassik-begeistert.de

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Schweitzers Klassikwelt 165: Auf Wiederhören! Von der Sommerarena zur Wiener Staatsoper

Sommerarena © Bühne Baden

Von der Sommerarena Baden …zur Staatsoper Wien
Wiener Staatsoper © Christian Oeser

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Bühne Baden – Wiener Staatsoper – Ilia Staple

Beim Durchblättern der vorbildlich handlichen Programmhefte (16 x 12 cm) der Bühne Baden mit Blick auf Operetten von Jacques Offenbach waren wir überrascht als Eurydike von „Orpheus in der Unterwelt“ in der Sommerarena Baden des Jahres 2017 eine seit der Spielzeit 2024/25 gefeierte Comprimaria der Wiener Staatsoper zu finden.

„Schweitzers Klassikwelt 165: Auf Wiederhören!
klassik-begeistert.de, 9. Juni 2026“
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Jan Lisieckis Grieg fesselt ausnahmsweise nicht

Jan Lisiecki © Ksawery Zamoyski

Enttäuschung auf hohem Niveau: Rotterdams Philharmonisch Orkest unter Lahav Shani in Köln.

Jan Lisiecki, Klavier
Rotterdams Philharmonisch Orkest

Lahav Shani, Dirigent

Edvard Grieg (1843-1907) – Klavierkonzert a-Moll op. 16

Johannes Brahms (1833-1897) – Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Kölner Philharmonie, 7.  Juni 2026

von Brian Cooper

Einige Freunde haben für dieses Konzert schon im März Karten gekauft. März 2025 wohlgemerkt, weit über ein Jahr vorher. Die große Martha Argerich soll nämlich Robert Schumanns Klavierkonzert spielen, der Abend – letztes Konzert im Edelabo „Premium“ – ist seit Monaten ausverkauft.

Dann allerdings folgt, lange vor dem 7. Juni, eine seltsam anmutende Absage „aus produktionstechnischen Gründen“, was immer das ist. (Frau Argerich, gerade 85 geworden, ist zum Glück putzmunter, ihr Hamburger Festival beginnt in knapp zwei Wochen.) Sogar die Karten darf man zurückgeben, der Sitzplan sieht so gesprenkelt aus wie selten, in allen Kategorien sind plötzlich wieder Karten verfügbar.

„Jan Lisiecki, Rotterdams Philharmonisch Orkest, Lahav Shani
Kölner Philharmonie, 7. Juni 2026“
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„Ich bin glücklich!“ – Interview mit dem Regisseur Dietrich Hilsdorf in Lübeck

Dietrich Hilsdorf – Photo: Andreas Ströbl

Dietrich Hilsdorf, geboren 1948, kann auf über 100 Inszenierungen in den Sparten Schauspiel, Oper und Musical sowohl im ganzen Bundesgebiet, aber auch in Catania und Wien zurückblicken. Mit „Jekyll and Hyde“ am Musical Theater Bremen wurde er 1999 Musical-Regisseur des Jahres. Der Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ wurde ihm 2007 für Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ an der Oper Chemnitz in der Kategorie „Beste Regie Musiktheater“ verliehen. Mit großem Erfolg inszenierte Hilsdorf Opern von Händel, Mozart und Verdi.

Giacomo Puccinis „Tosca“ ist seine erste Produktion am Theater Lübeck. Dietrich Hilsdorf war gerne für ein Gespräch mit „klassik-begeistert“ bereit.

Das Interview führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl.

klassik-begeistert: Lieber Herr Hilsdorf, inszeniert man die Tosca zu diesen Zeiten mit all den testosterongesteuerten Imperialisten und Neofaschisten, scheint sich eine Aktualisierung geradezu aufzudrängen. Greifen Sie in Ihrer Produktion aktuelle Themen auf? Wann spielt Ihre Tosca?

Dietrich Hilsdorf: Sie spielt da, wann und wo sie spielt, nämlich am 17. und 18. Juni 1800 in Rom. Das schreiben wir auch am Anfang groß drüber. Wir fangen an um 11:52 Uhr, in der Kirche Sant’Andrea. Die ist ja als Ort auch beschrieben und man kann sie auch heute noch besuchen, wie die anderen beiden Spielorte der Oper. „Interview: kb im Gespräch mit Dietrich Hilsdorf, Regisseur
Theater Lübeck, 8. Juni 2026“
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Auf den Punkt 97:  Was hätte Jürgen Kesting dazu gesagt?

Jürgen Kesting bei einem Podiumsgespräch der Salzburger Festspiele 2019, hinter ihm Jochen Kowalski © SF / Marco Borrelli

Der Journalist, Musikkritiker und Fachbuchautor Jürgen Kesting ist vor wenigen Tagen in Hamburg verstorben. Geboren 1940, wurde er mit einer Generation großer Sänger sozialisiert – Maria Callas, Elisabeth Schwarzkopf, Renata Tebaldi, Fritz Wunderlich, Franco Corelli, Luciano Pavarotti. Man nannte die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts daher auch das zweite Goldene Zeitalter der Oper. Kesting nannte man den Stimmpapst, weil er die Sänger verehrte, liebte und kritisierte.

Richard Wagner  Tristan und Isolde

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Omer Meir Wellber Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 7. Juni 2026

von Jörn Schmidt

Ich würde meinen, nicht alle Sänger mochten ihn. Im Nachruf von Dieter David Scholz (nmz) stand, die hätten Kesting dann als „Hals-Nasen-Ohren-Archäologen“ belächelt. Derlei Häme ist die größte Auszeichnung für einen Kritiker – ich schließe damit meine Worte auf den großartigen Kollegen.

„Auf den Punkt 97: Was hätte Jürgen Kesting dazu gesagt?
klassik-begeistert.de, 8. Juni 2026“
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Die Walküre in Wien: Liebe im Schatten des Untergangs

Die Walküre, Camilla Nylund © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Kaum haben die Götter Walhall bezogen, beginnt ihr schönes neues Zuhause bereits zu bröckeln. Was im Rheingold als Streit um Gold, Macht und Verträge seinen Anfang nahm, wird in der Walküre zur Familienkrise von kosmischen Ausmaßen.

Richard Wagner, Die Walküre
Erster Tag des Bühnenfestspiels »Der Ring des Nibelungen«

Wiener Staatsoper,
7. Juni 2026

von Kathrin Schuhmann

Die Wiener Staatsoper setzte ihren aktuellen Ring des Nibelungen mit einem Abend fort, der die Qualitäten des Rheingold nicht nur bestätigte, sondern in vielerlei Hinsicht noch übertraf. Wo der Vorabend vor allem die Welt des Ringes errichtete, schenkt die Walküre seinen Figuren Herz, Blut und Emotionen. Das Ergebnis war ein Abend großen Musiktheaters, der das Publikum über mehr als vier Stunden hinweg in seinen Bann zog.

„Richard Wagner, Die Walküre
Wiener Staatsoper, 7. Juni 2026“
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Omer Meir Wellber berührt mit einem glanzvollen Tristan

Nach dem dritten Aufzug: Christoph Pohl (Kurwenal), Daniel Kluge (Ein Hirt), Franz-Josef Selig (König Marke), Omer Meir Wellber (musikalische Leitung), Catherine Foster (Isolde), Samuel Sakker (Tristan), Annika Schlicht (Brangäne), Moritz Gogg (Melot), Keith Kleine (Ein Steuermann), dahinter das Philharmonische Staatsorchester Hamburg (Foto: RW)

Omer Meir Wellber führt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg mit seinem Tristan und Isolde-Dirigat zu einer glanzvollen musikalischen Leistung.

Mit welcher Zartheit die Pianissimi immer noch den Raum fluteten und mit welcher Inbrunst das Orchester unter seinem Dirigenten quasi zu einer Gesangsstimme verschmolz, berührte das Herz. Seit 2014 in Berlin unter Daniel Barenboim habe ich solch eine orchestrale glanzvolle Tristan-Aufführung nicht mehr erlebt.

Tristan und Isolde, Handlung in drei Aufzügen
Komposition und Libretto von Richard Wagner

Inszenierung:  Ruth Berghaus, Bühnenbild:  Hans-Dieter Schal

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung:  Omer Meir Wellber

Hamburgische Staatsoper, 7. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Manchmal ist es schwierig, mit einer Rezension zu beginnen. Man will dieses und jenes anmerken, wird aber von der Aufführung letztlich so in den Bann gezogen, dass einzelne Fehler oder Minderleistungen schlicht nicht mehr wichtig erscheinen. „Richard Wagner, Tristan und Isolde, Omer Meir Wellber
Hamburgische Staatsoper, 7. Juni 2026“
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