Maestro Carlo Goldstein singt und spricht über Adriano Celentano, Teil I

CANTIERE INTERNAZIONALE D’ARTE CAVALLERIA RUSTICANA
Montepulciano, 11 Luglio 2025 © Irene Trancossi

In Hamburg dirigiert  der Italiener Carlo Goldstein aktuell die Wiederaufnahme von La Traviata. Ich habe mit Maestro Goldstein über Adriano Celentano und Feminismus gesprochen.  Außerdem ging es um die Wagner-Pläne des Hamburger Generalmusikdirektors Omer Meir Wellber. Die Antworten sind überraschend… Lesen Sie bitte selber.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Carlo Goldstein (Teil 1) 


klassik-begeistert:
  Was heißt „Prisencolinensinainciusol“ auf Deutsch?

[Anm. Jörn Schmidt: „Prisencolinensinainciusol“ ist ein Song von Adriano Celentano aus dem Jahr 1972 und gilt als Vorläufer des Rap. Böse Zungen behaupten, der Titel klinge so, als wenn Neapolitaner Englisch sprechen würden… Tatsächlich soll der Song zeigen, wie gut Sprache ohne Sinn funktionieren kann – zumindest in der Musik]

Carlo Goldstein: Das ist aus einem Song von Celentano, sagen Sie? Reinstes Kauderwelsch ist das, aber gut gemacht… im Grunde ist das die moderne Version der Commedia dell’arte, des Stegreiftheaters. Neben den Masken war eine Kunstsprache wichtiger Bestandteil – der „Grammelot“, ein expressives Geplapper, das trotz fehlender Wortsinnhaftigkeit verstanden wurde. „Interview: kb im Gespräch mit Maestro Carlo Goldstein, Teil I
klassik-begeistert.de, 7. Februar 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 7. FEBRUAR 2026

Blick auf den Beleuchtungskranz des Großen Saals der Wiener Staatsoper © Christian Öser

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 7. FEBRUAR 2026

Wiener Staatsoper
Liebe bis in den Tod
Mit „Luisa Miller“ schuf Verdi eine seiner größten, schönsten, aber auch anspruchsvollsten Opern: Philipp Grigorian inszeniert die Liebestragödie jetzt neu. In der Hauptrolle. Nadine Sierra. Wir trafen beide vorab auf der Probebühne. Mit Geschichten ist es so wie mit Warten auf den Postbus: Manchmal wird man mitgenommen, manches Mal nicht. Bei „Luisa Miller“, dieser großen Oper von Verdi, hat die Storyline das Potenzial, vor allem den Eltern unter uns das Herz herauszureißen. Und zwar durch die einfachste aller Erkenntnisse: nämlich dass man für Kinder am Ende des Tages nichts tun kann, dass man sie ihre eigenen Entscheidungen treffen lassen muss – auch die offensichtlich falschen. Philipp Grigorian, der Regisseur der Oper „Luisa Miller“, die am 7. Februar Premiere hat, nickt. „In dieser Oper geht es um sehr, sehr viel. Sie ist so traurig und so voller Liebe. Sie ist ein Geschenk an ein Kind: So sehr ich dich liebe, ich kann dich nicht beschützen, aber ich liebe dich wirklich.“
DieBuehne.at

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Ritual zeigt das Leben als Kreis aus Anfang, Ekstase und  Abschied

CD/Blu-ray Besprechung:

Ritual (El Ciclo de la vida)
Capella de Ministrers, V-3995-2025

von Dirk Schauß

Diese CD will nicht gefallen, sie will erzählen. Sie nimmt sich Zeit, sie verlangt Aufmerksamkeit, und sie belohnt beides reichlich. „El Ciclo de la vida“ der Capella de Ministrers unter der Leitung von Carles Magraner ist keine lose Sammlung sephardischer und andalusischer Gesänge, sondern ein bewusst gestaltetes Ritual. Ein musikalischer Lebensbogen, der von der Schöpfung bis zum Abschied führt. Geburt, Initiation, Reife, Unabhängigkeit, Tod. Alles ist miteinander verbunden, nichts steht für sich allein. „CD/Blu-ray Besprechung: Ritual (El Ciclo de la vida)
klassik-begeistert.de, 6. Februar 2026“
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Kammermusik von Schubert: „Beglücke mich“ – gelingt in mir

Schlussapplaus © Frank Heublein

Joel Frederiksen überträgt äußerst gewandt durch seine Stimme Stimmungslagen auf mich. Dazu der raue zugleich weiche und direkte Klang Lukas Sehrs am historischen Hammerklavier. Ein beglückender Abend.

Zwischen Mars und Venus XVIII: Aufenthalt

Dithyrambe, D801, 1826

Schwanengesang, D957, 1828 (Auswahl)

Klaviersonate B-Dur, D960, 1828

Drei Gesänge für Bass und Klavier, D902, 1827 (Auswahl)

Zugabe: Ständchen, D957, 1826

Ensemble Phoenix Munich
Joel Frederiksen, Bass

Lukas Sehr, Klavier

Bayerisches Nationalmuseum, München, 5. Februar 2026

von Frank Heublein

An diesem Donnerstagabend präsentiert Bassist Joel Frederiksen zusammen mit Pianist Lukas Sehr, der auf einem historischen von Louis Dulcken um 1815  in München gebauten Pianoforte spielt, Kammermusik Franz Schuberts überwiegend aus dem postum vom Verleger Schuberts zusammengestellten Schwanengesang im Mars-Venus-Saal des Bayerischen Nationalmuseums in München.

„Ensemble Phoenix Munich, Joel Frederiksen, Bass
Bayerisches Nationalmuseum, München, 5. Februar 2026“
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Wg. kultureller Zertrümmerung: Warum ich nie wieder zum Opern-Festival nach Verona fahren werde

Vorspiel / Ouvertüre: Am Samstagabend, 30. August 2025, zeigte der TV-Sender 3sat „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, eine Aufzeichnung aus der Arena di Verona. Eine Aufzeichnung! Das Publikum war eindringlich gebeten worden, keine Handyaufnahmen zu machen. Und siehe da: Fast alle hielten sich daran.

Alle? Fast alle: Einige Unbelehrbare filmten, für Millionen Zuschauer sichtbar, auch während die Künstler sangen und musizierten. Warum, liebe Arena-Macher, nicht immer so? Haben Sie Angst, dass Ihre Zuschauerinnen und Zuschauer ohne Handyaufnahmen während der Vorstellung nicht auf ihre Kosten kommen?

„Ich bin ganz sicher, Sie werden mit Ihrer ‚Video-Politik‘ in Verona keinen Erfolg haben. Für seriöse Opern-Besucher ist das ein NO-GO. Glauben Sie ernsthaft, das kulturelle Erbe der Oper könne nur durch tausende Handys mit hellen Bildschirmen WÄHREND der Aufführung gerettet werden? You make me smile…“

Fotos © Arena di Verona

von Andreas Schmidt

Das Festival von Verona – Arena di Verona Opera Festival – wirbt auf Deutsch mit den Worten: „Der italienischste Ort auf Erden.“ Es stimmt: Der fast komplett erhaltene Jahrtausendschatz  ist ein atemberaubendes Monument. Wie konnten Menschen ohne moderne Technik so ein Faszinosum erschaffen? 30 n. Chr. – vor 2000 Jahren…

Was nicht stimmt: Die Arena sei, während der Festspiele, ein magischer Ort.

Leider geht es dort zum Teil zu wie auf einem Provinz-Rummelplatz. Hektisch, laut und alles andere als respekt- und würdevoll, die Musik der Meister ehrend. Als ich dort am 15. Juli 2023 auch „Nabucco“ von Giuseppe Verdi verfolgte, filmten etwa 80 Prozent der 12.000 Besucher während der Vorstellung Videos, konsumierten und führten Banal-Gespräche. „Das Arena di Verona Opera Festival ist ein No-Go
klassik-begeistert.de, 2. Januar 2025“
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Mailand schmiedet den ersten olympischen Wagner-Ring!  

Brescia e Amisano © Teatro alla Scala

Wenige Tage vor Beginn der diesjährigen Winterolympiade blickte man in Mailand erstmal auf die Scala: Das große Wagner-Ring-Finale stand an. Dank der überragenden Gesangsleistungen übertraf diese Götterdämmerung die Erwartungen selbst des von nah und fern angereisten und an diesem Haus notorisch kritischen Publikums. In Mailand heißt es: Her den Ring! 

Götterdämmerung, WWV 86D 
Musik und Libretto von Richard Wagner 

Siegfried:  Klaus Florian Vogt
Hagen:  Günther Groissböck
Gunther:  Russell Braun
Alberich:  Johannes Martin Kränzle
Brünnhilde:  Camilla Nylund
Gutrune/Terza Norna:  Olga Bezsmertna
Seconda Norna:  Szilvia Vörös
Waltraute:  Nina Stemme
Woglinde:  Lea-ann Dunbar
Wellgunde:  Svetlina Stoyanova
Flosshilde:  Virginie Verrez
Prima Norna:  Christa Mayer

Mailand, Teatro alla Scala, 1. Februar 2026

von Johannes Karl Fischer 

Vor der Scala wimmelte es in Mailand an Olympia-Stimmung. Fünf Tage vor dem feierlichen Spielbeginn sind die Straßenbahnen mit “Milano Cortina 2026” vollplakatiert und auch der Fanshop schmückt formschön die Piazza del Duomo. Vielleicht waren deshalb trotz der mit pompösen Namen geschmückten Besetzungsliste auch noch erstaunlich viele Plätze zu haben, mindestens ein Gast soll noch mit einer Studentenkarte ins Parkett gekommen sein. Egal. Ring in der Scala war schon immer etwas Besonderes.  „Richard Wagner, Götterdämmerung, WWV 86D 
Mailand, Teatro alla Scala, 1. Februar 2026“
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Olga Neuwirths Hamburger Uraufführung von Monster’s Paradise  kommt erst am Schluss in Fahrt

Der Vorhang zur Grand Guignol Opéra Monster’s Paradise (Foto: RW)

Eindrucksvoller gelang Georg Nigl die Interpretation des König-Präsidenten. Sein immer wieder von emotionalen Ausbrüchen unterbrochener Sprechgesang passte zur dargestellten Figur, außerdem verfügt Nigl über ein beachtliche darstellerisches Talent.

Monster’s Paradise, Grand Guignol Opéra

Kompositionsauftrag der Hamburgischen Staatsoper
Komposition: Olga Neuwirth

Libretto: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, musikalische Leitung: Titus Engel

„Verstimmte“ Klaviere: Elisabeth Leonskaja, Alexandra Stychkina

Inszenierung: Tobias Kratzer
Bühne und Kostüme: Rainer Sellmaier
Video: Jonas Dahl, Janic Bebi

Hamburgische Staatsoper, Uraufführung, 1. Februar 2026

von Dr. Ralf Wegner

Vorsichtshalber nennt sich das Stück nicht Oper, sondern Grand Guignol Opéra, also eine Art Kasperade mit Musik. Dazu ließe sich viel, aber auch wenig sagen.

Musikalisch nimmt das Stück erst gegen Ende Fahrt auf, vor allem wenn Elisabeth Leonskaja und Alexandra Stychkina am Klavier hochemotional die Tasten bearbeiten. Auf der Videoleinwand treiben dabei die Schauspielerinnen Sylvie Rohrer und Ruth Rosenfeld, auf einem Floß an der versinkenden Elbphilharmonie vorbei einen Flügel behämmernd, auf das unendliche Meer hinaus dem Sonnenuntergang entgegen. Da passte mit einem Mal beides, der akustische und auch der visuelle Aspekt dieser Aufführung. „Olga Neuwirth/Elfriede Jelinek, Monster’s Paradise, Grand Guignol Opéra
Hamburgische Staatsoper, 1. Februar 2026, Urafführung“
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DIE FREITAG-PRESSE – 6. FEBRUAR 2026

Nathalie Stutzmann © Stephanie Slama

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DIE FREITAG-PRESSE – 6. FEBRUAR 2026

München
Star-Dirigentin Nathalie Stutzmann: Wie halten Sie es mit der Macht, Frau Stutzmann? (Bezahlartikel)
2023 gab die Französin Nathalie Stutzmann mit „Tannhäuser“ ihr umjubeltes Debüt in Bayreuth, nun dirigiert sie mit Gounods „Faust“ erstmals an der Bayerischen Staatsoper.
SueddeutscheZeitung.de

Lübeck
Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ in Lübeck in einer Kurzfassung (Bezahlartikel)
Es muss sein: Spätestens alle zehn bis zwölf Jahre benötigt ein Stadttheater ein Werk von Jacques Offenbach im Programm, besonders beliebt dafür „Orpheus in der Unterwelt“, wo ein paar Tänzerinnen beim Cancan die Beine grandios weit hochschwingen. Ein „Produktbeschreiber“ für die 1971 entstandene „Historische Studioproduktion der Hamburger Staatsoper“ fand für die Reise des antiken Sängers ins unterweltliche Jenseits diese unwiderstehliche Bewertung: „‚Orpheus in der Unterwelt‘ ist der Quantensprung in Offenbachs Operetten-Parcours.“
NeueMusikzeitung/nmz.de

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 5. FEBRUAR 2026

HSO Monsters Paradise © Tanja Dorendorf

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 5. FEBRUAR 2026

Intendant der Staatsoper Hamburg Tobias Kratzer: „Wir wollen auch Menschen abholen, die die Oper kaum auf dem Schirm haben“
Der Intendant der Staatsoper Hamburg Tobias Kratzer inszeniert mit „Monster’s Paradise“ die Uraufführung einer Politgroteske von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek
szene-hamburg.com

Hamburg
Spaß ohne Hoffnung in „Monster’s Paradise“ –
Uraufführung von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek an der Staatsoper Hamburg (Bezahlartikel)
NeueMusikzeitung/nmz.de

Berlin
Komische Oper Berlin: Schockeffekte als Pflichtteil? (Bezahlartikel)
Komische Oper Berlin: Barrie Kosky inszeniert Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“. Das hat man schon besser gesehen, gerade bei Kosky selbst.
FrankfurterAllgemeine.net

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 4. FEBRUAR 2026

Sol Gabetta © Julia Wesely

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 4. FEBRUAR 2026

Sol Gabetta und Patricia Kopatchinskaja: Saite an Saite
Star-Cellistin Sol Gabetta und Geigerin Patricia Kopatchinskaja fühlen sich wie Schwestern und freuen sich auf ein gemeinsames Konzert in München, David Garrett zeigt eine ganz neue Seite.
Sueddeutsche.de

Salzburger Festspiele
Festspiele: „Gelbe Karte“ für Intendant Hinterhäuser
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat Intendant Markus Hinterhäuser am Dienstag eine „Gelbe Karte“ gezeigt – so formulierte es Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP). Am 26. Februar müsse Hinterhäuser seine Vorgangsweise bei der Besetzung der Schauspielleitung „erklären“. Erst danach werde die „Vertrauensfrage“ beantwortet. Der Intendant hatte ja Ex-Burgtheater-Chefin Karin Bergmann gegenüber der „Kronen Zeitung“ als seine Favoritin für die Schauspielleitung genannt – und das, obwohl sich Bergmann gar nicht dem „Bewerbungsprozess unterzogen“ habe, sagte Kuratoriumsmitglied und Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ). Dabei sei vom Kuratorium festgeschrieben worden, dass ein transparenter Ausschreibungsprozess stattfinden muss, „wenngleich die Entscheidung letztlich beim Intendanten liegt“, so Kuratoriumsvorsitzende Edtstadler. Daraufhin bewarben sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten. Die „über Medien transportierte Wunschkandidatin des Intendanten ist nicht beim Hearing gewesen. Das war uns schon wichtig zu hören, welche Wahrnehmungen hier das Kuratoriumsmitglied hat, das die Hearings begleitet“, sagte die Landeshauptfrau. Denn der vorgeschriebene „transparente Prozess“ sei hier „so nicht gegeben“.
salzburg.orf.at

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