In der zweiten Aufführung stabilisiert sich die neue Wiener "Così"

Kate Lindsey (Despina) und Emily D’Angelo (Dorabella)

Così fan tutte
Wolfgang Amadeus Mozart & Lorenzo Da Ponte

Wiener Staatsoper, 16. Juni 2024 (Premiere)

von Peter Sommeregger

Handwerklich ist das Stück Barrie Kosky sehr gut gelungen, das jugendliche Ensemble animiert er zu unglaublich sportlichen Aktionen. Das hat Tempo, Drive, ist flott und originell. „2. Aufführung: Così fan tutte, Wolfgang Amadeus Mozart & Lorenzo Da Ponte
Wiener Staatsoper, 16. Juni 2024 (Premiere)“
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Klein beleuchtet kurz Nr 40: Gelungener Einstand des dänischen Geigers Nikolaj Szeps-Znaider als Dirigent des NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg

Piotr Anderszewski, Nikolaj Szeps-Znaiders und das NDR Elbphiharmonie Orchester; Foto PK

Mit dem polnischen Ausnahmepianisten Piotr Anderszewski, der das Erste Klavierkonzert des damals noch unter 30 Jahren jungen Komponisten der Wiener Klassik spielt, gelingt eine wunderbare Einheit zwischen Klavier, Orchester und Dirigent

Subito con forza!“ (Sofort mit Kraft!) war denn auch der Beginn des Konzerts mit dem nur rund fünf Minuten dauerndem Werk der Komponistin Unsuk Chin, welches sie im Beethovenjahr 2020 gespickt mit einigen originalen Beethovenfragmenten komponierte. „Klein beleuchtet kurz Nr 40: Gelungener Einstand des dänischen Geigers Nikolaj Szeps-Znaider als Dirigent
klassik-begeistert.de, 22. Juni 2024“
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Auf den Punkt 17: Omer Meir Wellber besteht die Mozart-Mutprobe an der Staatsoper Hamburg

© Hans Jörg Michel

Mit den drei Mozart-Da Ponte-Opern ist das so eine Sache. Alle kennen und mögen sie, aber wenn es dann losgeht auf der Bühne, ist mancher schnell gelangweilt. Das liegt auch daran, dass die Opern eine ziemliche Länge haben. So wie bei Wagner, aber eben ohne Wagner’sches Überwältigungspotenzial. Insofern ist es mehr als wacker von Omer Meir Wellber, der nächstes Jahr neuer Generalmusikdirektor der Staatsoper Hamburg wird, die Wiederaufnahme einer Così fan tutte zu leiten, die seit 8. September 2018 auf dem Programm steht. Eine Mutprobe, möchte man meinen. Das muss man sich erstmal trauen, bei dem brutal Rezitativ-lastigen, gerne mal einschläfernden zweiten Akt.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Così fan tutte
Text von Lorenzo Da Ponte

UA 26. Januar 1790, Wien  (Altes Burgtheater am Michaelerplatz)

Chor und Orchester der Staatsoper Hamburg
Omer Meir Wellber – Musikalische Leitung
Herbert Fritsch  – Inszenierung und Bühnenbild

Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertexten

von Jörn Schmidt

Louis Lohraseb hat diese Spielzeit mit einer anderen Mozart-Da Ponte-Wiederaufnahme (Le nozze di Figaro)  bereits gezeigt, wie Mozart ohne Langeweile geht. Mit Karajan’schen Klangideal statt blutleerem, sich historisch informiert gebendem Dirigat. Und mit viel Humanität, die auf der Liebe zu allen Menschen fußt. Dazu habe ich ein recht umfangreiches Interview mit dem jungen Dirigenten geführt. Sie können das hier bei Klassik-begeistert nachlesen. „Auf den Punkt 17: Omer Meir Wellber besteht die Mozart-Mutprobe an der Staatsoper Hamburg
klassik-begeistert.de, 22. Juni 2024“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 22. JUNI 2024

Klaus Mäkelä © Marco Borggreve 

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 22. JUNI 2024

München
Klaus Mäkelä bei den Münchner Philharmonikern – Der rockt
Der junge finnische Dirigent Klaus Mäkelä ist auf der Siegerstraße unterwegs von Erfolg zu Erfolg. Bei den Münchner Philharmonikern ist er zu Gast für drei Konzerte mit Schönbergs „Verklärter Nacht“ und der „Alpensinfonie“ von Richard Strauss.
BR-Klassik.de

München
Münchner Konzertsaal-Debatte: „Keine Chronologie des Versagens“

In einem Streitgespräch auf Bayern 2 gestand Kunstminister Markus Blume, die Bürokratie beim staatlichen Hochbau mache ihn „wahnsinnig“. Beim Konzertsaal wolle er keine „Verengung auf die Klassik“. Wird das Projekt ein „Ort für museale Musik“?
BR-Klassik.de

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Rudis Klassikwelt 5: Bläserquintette des 20. Jahrhunderts

Die Mitglieder des RSO Wien mit der Moderatorin Eva Teimel (links) und Jeremy Lubkin, einem Urenkel von Egon Wellesz (Mitte). Foto: Arnold Schönberg Center.

“Dann lernte ich bei Schönberg etwas, was heute gar nicht mehr richtig verstanden wird: Redlichkeit in der Musik, Verantwortlichkeit in der Musik und das Fehlen von jeder Angeberei…” (Hanns Eisler)

Gesprächskonzert im Arnold Schönberg Center, Montag, 17. Juni 2024

Mitglieder des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien
Stephanie Timoschek-Gumpinger, Klavier

Eva Teimel, Moderation

von Dr. Rudi Frühwirth

Das Genre des Bläserquintetts in der klassischen Besetzung mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott erfreute sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. Im 19. Jahrhundert trat es gegenüber den großen symphonischen Werken etwas in den Hintergrund, erlebte aber im 20. Jahrhundert eine neuerliche Blüte.

Der erste Teil des Gesprächskonzert brachte Werke von Arnold Schönberg und zwei seiner Schüler. Den Beginn machte das Divertimento für Bläserquintett op. 4 von Hanns Eisler aus dem Jahr 1923. Eisler war 1919 Schönbergs Schüler geworden und blieb es bis zum Jahr 1923, also zu der Zeit, in der Schönbergs erste echte Zwölftonkompositionen entstanden. Das Divertimento ist allerdings nicht streng dodekaphonisch angelegt, sondern eine leichtfüßige, ironisch-humoristische Angelegenheit. Die Mitglieder des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien sorgten für eine spritzige Interpretation. „Rudis Klassikwelt 5: Bläserquintette des 20. Jahrhunderts
klassik-begeistert.de, 20. Juni 2024“
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DIE FREITAG-PRESSE – 21. JUNI 2024

© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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DIE FREITAG-PRESSE – 21. JUNI 2024

Wien/Staatsoper
Ende gut, (fast) alles gut: Barrie Koskys „Così“ manifestiert sich als Teilerfolg
Zwei Tenöre zum Preis von einem. An Bogdan Volkov und Filipe Manu hat es nicht gelegen, dass Mozarts „Così“ an der Wiener Staatsoper verzögert zündet. Volkov aus dem Graben: Arien & Ensembles. Manu (indisponiert) auf der Bühne: Rezitative & Szene. Die Ladys im Bunde starten aber erst spät durch, die Wiener Philharmoniker ebenso. Christopher Maltman und Peter Kellner tragen die ganze Premiere, bei der Regisseur Barrie Kosky mal wieder ein Revue-Feuerwerk abliefert.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

Wien/Belvedere
Dirigent und Spitzengastronom Joji Hattori: „Wiener sind treu aber nicht höflich“
Der Wahlwiener Joji Hattori inszeniert und dirigiert Don Giovanni ab Juli im Belvedere. Warum die Oper besonders lustig wird und was Wien von Tokyo unterscheidet.
Kurier.at

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Korngolds Oper „Die tote Stadt“ ist inhaltlich, milde gesagt, anstrengend

Daniel Schmutzhard (Frank/Fritz), Vida Miknevičiūtė (Marietta, Die Erscheinung Mariens), Yoel Gamzou (musikalische Leitung), Klaus Florian Vogt (Paul), Katja Pieweck (Brigitta) (Foto: RW)

Es gibt wohl nur wenige Opern, die über die gesamte Spieldauer so wenig leise Passagen aufweisen. Dazu gehörte der zum Niederknien schön gesungene Schlussgesang Vogts, aber auch das Aberglaube-Glaube Duett im dritten Bild. Bei letzterem gelangen auch Vida Miknevičiūtė berührende Töne.

Die tote Stadt, Oper in drei Bildern
nach dem Roman von Georges Rodenbach

Musik von Erich Wolfgang Korngold

Inszenierung: Karoline Gruber
Bühnenbild von Roy Spahn, Kostüme von Mechthild Seipel

Staatsoper Hamburg, 19. Juni 2024

von Dr. Ralf Wegner

Das morbide Sujet dieser Oper fesselte mich leider nicht. Ich empfand die Stimmen von Klaus Florian Vogt und Vida Miknevičiūtė weitgehend als zum Brüllen verurteilt und damit vergeudet. Erst zum Ende hin, als Vogt auf den zunächst aufgesetzten, leicht verwirrten Gesichtsausdruck verzichtetet, kam so etwa wie innere Sängerspannung auf, die mich berührte. „Erich Wolfgang Korngold, Die tote Stadt
Staatsoper Hamburg, 19. Juni 2024“
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Ich bin verrwirrt. Wie beschreibe ich dieses Erlebnis?

Nicholas Reed © Radlwimmer

Interessant, in der Tat, sehr interessant. Und verrückt, denke ich, sehr verrückt!


The Planting Chronicles
ein Wandelkonzert/ eine Konzertinstallation von Daniel Smutny
in Kooperation mit dem Ensemble Aventure (Freiburg)

Stadtkapelle Lahr e.V.
Ensemble Aventure Freiburg

 Musikalische Leitung:  Nicholas Reed

Parktheater und Stadtpark Lahr, 15. Juni 2024 Welturaufführung 

von Kathrin Beyer

Bevor ich über einen der ausgefallensten Konzertabende berichte, lassen Sie mich kurz über das zu Gehör gebrachte Werk berichten.

The Planting Chronicles ist ein Auftragswerk beider Ensembles an den Komponisten.

Es versteht sich als begehbare Orchesterkomposition,deren Teile nacheinander im Theater und Park erklingen. Der Titel bezieht sich auf die zyklischen Saatfolgen bestimmter Blumen, welche einem zeichnerisch virtuos bebilderten Pflanzenbuch entnommen sind. Dieses befindet sich in Eichstätt.

Um die Komposition so optimal wie möglich an die hiesigen Gegebenheiten anzupassen, reiste Daniel Smutny nach Lahr und nahm die Örtlichkeiten und das Können der Musiker  in Augenschein. „The Planting Chronicles, Stadtkapelle Lahr e.V. Ensemble Aventure Freiburg
 Parktheater und Stadtpark Lahr, 15. Juni 2024 Welturaufführung“
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„Carmen“ in HH: Deiner Stimme Gewalt!

J’Nai Bridges © Staatsoper Hamburg

Carmen
Georges Bizet

Inszenierung und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: José Luna
Licht: Carsten Sander
Dramaturgie und Dialogfassung: Sabrina Zwach
Chor: Christian Günther
Kinder- und Jugendchor: Luiz de Godoy

Premiere am 17.09.2022

Staatsoper Hamburg, 14. Juni 2024

von Harald Nicolas Stazol

„Die letzte Carmen hier war Jessye Norman“ – „The last Carmen here…“, flüstert mir nach der Pause der nette Koreaner Platz 19, Reihe 16, und ganz am Schluss, da sind wir vom Klatschen schon sehr erschöpft, und die J’Nai Bridges ist in ihrem Goldkleid schon drei-, nein viermal, und völlig zu Recht  nach vorne gestrebt, umtost, beglückwünscht, bewundert, mit Blumen beworfen (nicht wirklich, aber mit so einer Meisterleistung hat ja auch keiner gerechnet?!) – kein Zweifel, gerade eben, ab 19.35 Uhr, wird die Hamburger Staatsoper eben mal Bizet-mäßig zum Nabel der Welt.

Ich habe nachgeguckt in den Zeitzonen der Welt, gerade findet keine andere Carmen auf dem Planeten statt.

„Georges Bizet, Carmen
Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 20. JUNI 2024

Katharina Wagner © azonline 

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 20. JUNI 2024

Bayreuth
Katharina Wagner: „Wir sparen ja nicht aus Spaß“
Zum Teil heftige Kritik hatte der zuletzt angekündigte Sparkurs der Bayreuther Festspiele hervorgerufen. Intendantin Katharina Wagner hat die Maßnahmen verteidigt. Man brauche nicht immer und jeden Tag alle 134 Sänger.
BR-Klassik.de

Oper in Frankreich: Die Snobs von Bordeaux
Das Grand Théâtre de Bordeaux ist eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Leider finden dort kaum Musiktheateraufführungen statt. Und mit Führungen ist es auch so eine Sache.
Tagesspiegel.de

Wien
Wien hat eine „Neue Staatsoper“: Das „Nest“ (nicht nur) für Kinder
Endlich hat die Opernstadt Wien einen eigenen, ansprechenden Ort für Kinder- und Jugendoper. Im Wiener Künstlerhaus, wesentlich mitfinanziert von der Haselsteiner Familienstiftung.
DiePresse.com

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