Wiederentdeckte Romantik und eine Ausnahmeerscheinung am Klavier begeistern in Wien

Alexandra Dovgan © Vladimir Volkov

Der lang anhaltende Applaus am Ende galt nicht nur einer herausragenden solistischen Leistung, sondern einem klug gestalteten Konzertabend insgesamt. Die Gegenüberstellung von Clara Schumann, Emilie Mayer und Robert Schumann ließ die Romantik in größerer Vielfalt erscheinen, als der gewohnte Kanon vermuten lässt – und zeigte zugleich, wie lebendig und gegenwärtig diese Musik klingen kann, wenn sie mit Neugier, Präzision und künstlerischer Überzeugung interpretiert wird.

Clara Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 7 (1835/1836)

Emilie Mayer: Symphonie Nr. 4 h-moll (1851)

Robert Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 54 (1841–1845)

Kammerorchester Basel

Alexandra Dovgan, Klavier
Delyana Lazarova, Dirigentin

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 11. Februar 2026

von Kathrin Schuhmann

Der Konzertabend im Großen Saal des Wiener Konzerthauses stand ganz im Zeichen einer Romantik, die neu gehört werden wollte. Mit Clara Schumanns Klavierkonzert op. 7, Emilie Mayers 4. Symphonie und Robert Schumanns Klavierkonzert op. 54 spannte das Programm einen ebenso schlüssigen wie aufschlussreichen Bogen – und gewann zusätzliche Bedeutung dadurch, dass der 11. Februar in Österreich als Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft begangen wurde. Zwei Komponistinnen in einem großen Konzertprogramm zu hören, ist noch immer keine Selbstverständlichkeit.

„Alexandra Dovgan, Klavier, Delyana Lazarova, Dirigentin
Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 11. Februar 2026“
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Klaus Mäkelä und das Concertgebouw-Orchester lassen Bruckner in Hamburg strahlen!

Royal Concertgebouw Orchestra, Klaus Mäkelä © Sophie Wolter

„Meist weiß das Große nicht, daß es groß ist, daher die höchsten Künstler die lieblichste, kindlichste Naivität haben und dem Ideale gegenüber, das sie immer leuchten sehen, stets demütig sind“, so Adalbert Stifter. Das Zitat lässt sich offenbar gut auf Anton Bruckner beziehen, dessen 8. Symphonie am 11. Februar 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie erklang. Das Koninglijk Concertgebouworkest, international auch als Royal Concertgebouw Orchestra firmierend, gab unter seinem designierten Chefdirigenten Klaus Mäkelä einen Bruckner, mit dem man alles assoziieren konnte, nur nicht Naivität.

Anton Bruckner, Symphonie Nr. 8 c-Moll

Klaus Mäkelä, Dirigent
Koninglijk Concertgebouworkest

Elbphilharmonie, Hamburg, 11. Februar 2026

von Dr. Andreas Ströbl

 Klischees können auch nerven

Ja, es wird oft bemüht, das Bülow-Zitat über Anton Bruckner, er sei „halb Trottel, halb Genie“. Sicher ist Bruckner oft unsicher, unterwürfig und etwas unbeholfen aufgetreten. Auch sein Dialekt, den er nie ablegte, wird gerne in Anekdoten zitiert – all dies wird auch im Hamburger Programmheft thematisiert. „Klaus Mäkelä, Dirigent, Koninglijk Concertgebouworkest
Elbphilharmonie, Hamburg, 11. Februar 2026“
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Monster’s Paradise in Hamburg: Kratzer redet Klartext!

Foto: HSO Monsters Paradise (c) R_Tanja Dorendorf

Wo einst Erich Wolfgang Korngold und Helmut Lachenmann ihre Werke auf die Opernwelt brachten, herrscht nun Olga Neuwirth. Zwischen verstimmten Schubert und Trump-Satire bringt die Hamburgische Staatsoper ein unterhaltsames, frisch komponiertes Werk auf die Bühne und holt die Uraufführungstradition dieses Hauses aus dem tiefen Schlaf der Delnon-Ära.      

Monster’s Paradise
Musik von Olga Neuwirth

Libretto von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth nach einer Idee von Olga Neuwirth

Hamburgische Staatsoper, 11. Februar 2026

von Johannes Karl Fischer

Ein bisschen frech ist’s scho’, Applaus, wenn eine offensichtliche Trump-Karikatur von einem Godzilla-inspirierten Monster verschlungen wird. Das amerikanische Department of Homeland Security sollte das besser nicht mitkriegen. Moral von der G’schicht: Trump-Fans sind in Hamburg offenbar nicht mehrheitsfähig. An der Elbe ist also noch alles in Ordnung.     „Monster’s Paradise Musik von Olga Neuwirth
Hamburgische Staatsoper, 11. Februar 2026“
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Bruckner 8: Wer dabei war, erlebte eine Sternstunde...

CD/Blu-ray Besprechung:

…Alle anderen können sie jetzt nachhören!

Anton Bruckner, Symphonie No. 8 c-Moll

Wiener Philharmoniker, Leitung: Riccardo Muti

Live-Mitschnitt, Salzburg, 19. August 2025 (2 CDs)

von Dr. Holger Voigt

Die Resonanz war gewaltig. Presseberichte und Rezensionen – auch hier bei klassik-begeistert – spiegelten pure Begeisterung wider.

Wer gedacht hätte, Sergiu Celibidaches konzertierende Lesart dieser mächtigen Symphonie sei das letzte Wort Bruckner’scher Interpretation gewesen, erkannte an diesem fast historischen Salzburger Konzertabend, dass es noch so unglaublich viel mehr zu dieser Komposition auszusagen gibt und nur darauf wartet, geborgen zu werden. „CD/Blu-ray Besprechung: Anton Bruckner, Symphonie No. 8 c-Moll / Riccardo Muti
klassik-begeistert.de, 12. Februar 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 12. FEBRUAR 2026

Foto © Diana Hillesheim

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 12. FEBRUAR 2026

Frankfurt/Alte Oper
6. Museumskonzert, Alte Oper Frankfurt, 9. Februar 2026
Das Jahr 1938 markiert eine Zäsur, die sich wie ein tiefer Riss durch die europäische Kulturgeschichte zieht. In der Alten Oper Frankfurt wurde dieses Schicksalsjahr nun zum Gegenstand einer musikalischen Tiefenbohrung. Das 6. Sinfoniekonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis war kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern eine klangliche Rekonstruktion einer Welt im Umbruch. Zwischen dem Vorabend des Krieges in Frankreich, dem schillernden Exil in Hollywood und dem tödlichen Schweigen unter Stalin entfaltete sich ein Panorama, das von den Musikern und ihrem Dirigenten höchste Wachsamkeit forderte.
Von Dirk Schauß
Klassik-begeistert.de

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Die Berliner Philharmoniker heben erneut Schätze der Karajan-Ära aus den Archiven

 

Die Berliner Philharmoniker und Herbert von Karajan: 1970–1979 live in Berlin

20 Hybrid SACD/CD

von Peter Sommeregger

Hatte der erste Teil dieser umfangreichen Edition noch die Jahre des Übergangs vor der Fertigstellung der neuen Philharmonie abgedeckt, so sind im zweiten Teil nun die 1970er Jahre dokumentiert, welche die Zusammenarbeit der Berliner Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten Herbert von Karajan in ihrer Konsolidierungsphase abbilden. „CD/Blu-ray Besprechung: BPh und Herbert von Karajan: 1970–1979
klassik-begeistert.de, 11. Februar 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 11. FEBRUAR 2026

Patricia Kopatchinskaja © Julia Wesely

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 11. FEBRUAR 2026

Wien
Ein Esel namens Bartók: Patricia Kopatchinskaja trumpft im Konzerthaus auf
Mit Witz und Virtuosität: Das Toronto Symphony Orchestra macht an dem Abend mit ihrer Geigen-Virtuosin respektable Figur
DerStandard.at

Wien/Volksoper
Di., 10. Februar 2026: WIEN (Volksoper): Richard Strauss, Der Rosenkavalier
Heute nochmals der Volksoper einen Besuch abzustatten, war eine sehr gute Idee, denn die Qualität des heutigen „Rosenkavaliers“ lag noch deutlich über derjenigen von heute vor einer Woche, und die war schon hoch gewesen. In erster Linie zu verdanken ist die heutige Qualitätssteigerung zwei Faktoren, nämlich Hedwig Ritter und dem Orchester
forumconbrio.com

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Benamor – eine fulminante Zarzuela begeistert im MusikTheater an der Wien

Benamor © Monika Rittershaus

Dem Theater an der Wien ist es in einer fulminanten, witzigen, farbenprächtigen und musikalisch überragenden Produktion gelungen, das spanische Temperament auf die Bühne des besten Wiener Musiktheaters zu transferieren. Das begeisterte Publikum dankte es Sängern, Orchester und Regie mit lang anhaltenden Standing Ovations.

BENAMOR
Pablo Luna

Opereta in drei Akten
Libretto von Antonio Paso und Ricardo González del Toro
Österreichische Erstaufführung

Mit Marina Monzó, Federico Fiorio, Milagros Martín, David Alegret, David Oller u.a.

Bühne:  Herbert Murauer
Kostüm:  Barbara Drosihn
Choreografie:  Javier Pérez

Arnold Schoenberg Chor
ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Dirigent: José Miguel Pérez-Sierra

Regie: Christof Loy

Musiktheater an der Wien, 7. Februar 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Die Zarzuela „Benamor“ – eine köstliche Parodie auf den modischen europäischen Orientalismus – feierte in dem vor Lebenslust und kulturellen Ereignissen überquellenden Madrid der „Roaring Twenties“ gewaltige Erfolge.

Jede Musiknummer musste nach der Uraufführung im Madrider Teatro de la Zarzuela nochmals dargeboten werden, sodass die Aufführungen oft bis drei Uhr morgens dauerten. „Pablo Luna, Benamor
MusikTheater an der Wien, 7. Februar 2026“
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Das Frankfurter Museumsorchester seziert das Schicksalsjahr 1938

Fotos © Diana Hillesheim

Elsa Barraine
Sinfonie Nr. 2

Erich Wolfgang Korngold
Violinkonzert D-Dur op. 35

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Elias David Moncado, Violine

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

6. Museumskonzert, Alte Oper Frankfurt, 9. Februar 2026

von Dirk Schauß

Das Jahr 1938 markiert eine Zäsur, die sich wie ein tiefer Riss durch die europäische Kulturgeschichte zieht. In der Alten Oper Frankfurt wurde dieses Schicksalsjahr nun zum Gegenstand einer musikalischen Tiefenbohrung. Das 6. Sinfoniekonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis war kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern eine klangliche Rekonstruktion einer Welt im Umbruch. Zwischen dem Vorabend des Krieges in Frankreich, dem schillernden Exil in Hollywood und dem tödlichen Schweigen unter Stalin entfaltete sich ein Panorama, das von den Musikern und ihrem Dirigenten höchste Wachsamkeit forderte. „6. Museumskonzert, Schicksalsjahr 1938
Alte Oper Frankfurt, 9. Februar 2026“
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Die Brüsseler Erstaufführung der Oper “Benvenuto Cellini” von Hector Berlioz überzeugt musikalisch

Benvenuto Cellini – John Osborn © Simon Van Rompay

Das Opernhaus “La Monnaie / De Munt” in Brüssel zeigt zum ersten Mal Hector Berlioz’ erste Oper “Benvenuto Cellini”. Heraus kommt eine musikalisch überzeugende Aufführung unter der Leitung des Chefdirigenten Alain Altinoglu. Die exzellente Sängerriege wird angeführt von John Osborn in der Titelrolle. Szenisch wirkt die Inszenierung von Regisseur Thaddeus Strassberger allerdings überfüllt, ermüdend.

Hector Berlioz (1803-1869) BENVENUTO CELLINI
Oper in 2 Akten und vier Bildern
Libretto: Léon de Wally & Auguste Barbier

Musikalische Leitung: Alain Altinoglu
Inszenierung & Bühnenbild: Thaddeus Strassberger
Kostüme: Giuseppe Palella

Symphonisches Orchester und Chor (Chorleiter: Emmanuel Trenque) des Opernhaus La Monnaie

 La Monnaie, Brüssel, 8. Februar 2026

von Jean-Nico Schambourg

Karnevalszeit – Zeit des ausgelassenen und ausschweifenden Feierns, in der die Arbeit gerne mal ein wenig in den Hintergrund tritt. So auch bei Benvenuto Cellini, der anstatt sich der Fertigstellung des päpstlichen Auftrags einer bronzenen Statue zu widmen, lieber mit seinen Freunden feiert und mit Teresa, der Tochter des päpstlichen Schatzmeisters Balducci anbandelt. Dieser will  lieber seine Tochter gegen deren Willen mit Fieramosca, einem römischen Bildhauer, vermählen.

„Hector Berlioz (1803-1869),  Benvenuto Cellini
La Monnaie, Brüssel, 8. Februar 2026“
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