Eine Melange aus Klassik und kubanischem Sound sorgt für beste Unterhaltung

Lesmona 2026 © Axel Martens

Ungetrübter Optimismus und mitreißende Musik vertreiben düstere Unwetterprognosen

Großes Orchesterkonzert beim
Klassik-Festival „Sommer in Lesmona 
26“

Programm:
Klassische und kubanische Werke und Bearbeitungen von Wolfgang Amadeus Mozart, Amadeo Roldán, Ludwig van Beethoven, Alejandro García Caturia, Antonín Dvořák, George Gershwin , Johannes Brahms, Arturo Márquez u.a.

Cosette Justo Valdés  Dirigentin
Anna Novák  Moderation

Klazz Brothers & Cuba Percussion (Kilian Forster: Kontrabass, Jorge Luis Pacheco: Piano, Tim Hahn: Schlagzeug, Alexis Herrera Estévez: Timbales, Elio Rodriguez Luis: Congas)

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen  

Knoops Park in Bremen, 27. Juni 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Noch knapp zwei Stunden vor Beginn des Großen Orchesterkonzerts prognostizieren die Wetterdienste eine 99%ige Unwetterwarnung für diesen extrem heißen Abend. Wenig erfreulich für das kleine, aber feine Open-Air-Festival „Sommer in Lesmona“, das zum bereits einunddreißigsten Mal unter dem alten, teils exotischen Baumbestand im nordbremischen Knoops Park stattfinden soll. „Klassik-Festival „Sommer in Lesmona ’26“
Knoops Park in Bremen, 27. Juni 2026“
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„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom

Bülent Ceylan (Bassa Selim) ©  Stephan Rabold

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Akten (1782)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Johann Gottlieb Stephanie

Bassa Selim  Bülent Ceylan
Konstanze   Adela Zaharia
Blonde   Serafina Starke
Belmonte  Syabonga Maqungo
Pedrillo   Michael Laurenz
Osmin   David Steffens

Inszenierung   Andrea Moses
Bühne   Raimund Bauer
Kostüme   Anja Rabes

Dirigent   Thomas Guggeis

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026

von Peter Sommeregger

Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“?

Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören. „W.A. Mozart, Die Entführung aus dem Serail
Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026“
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Wunderland: Mucksmäuschenstill war es im Zuschauerraum...

Wunderland, Aleix Martínez © Kiran West

51. Hamburger Ballett-Tage

WUNDERLAND
Ballett von Alexei Ratmansky nach Lewis Carroll

Musik arrangiert und orchestriert von Philip Feeney

Bühnenbild:  Sebastian Hannak
Kostüme:  David Szauder
Licht:  Christian Kass

Musikalische Leitung:  Vello Pähn
Klavier:  Daria Parkhomenko
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 26. Juni 2026, Familienvorstellung

von Iris Röckrath

Was für ein Glück, bei 34 Grad Außentemperatur mit einem großen Fächer in der Hand im klimatisierten Zuschauerraum der Staatsoper sitzen zu dürfen.

An diesem Abend waren sie da, die Menschen ab 8 Jahren, hatten sich festlich geschmückt und Oma, Mama, Schwester oder Freundin mitgebracht.

Mucksmäuschenstill war es im Zuschauerraum über 2 Stunden Spieldauer …

Nach dem Schlussvorhang wurde fröhlich und hellwach plaudernd nach Hause gehüpft beglückt und angefüllt mit vielen bunten Bildern und Melodien.

Zur Einstimmung gab es vorab eine sehr gut besuchte Familieneinführung im 4 Rang. Die knisternde Spannung nahm zu, als ein Tänzer, der die Rolle des Tweedledum auf der Bühne verkörpert, den Anwesenden den Beginn seiner Rolle präsentierte und dann die Kinder auch noch mittanzen durften.

„Wunderland, Ballett von Alexei Ratmansky nach Lewis Carroll
Hamburgische Staatsper, 26. Juni 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE — 28. JUNI 2026

Die Walküre, Premiere 2026 © G. Schied

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 28. JUNI 2026

„Sehr, sehr großes Problem“: Wie gefährlich sind Wagner-Opern?
Die Münchner Opernfestspiele begannen mit einer umjubelten „Walküre“-Premiere. Richard Wagner ist populär, aber zum 150. Geburtstag der Bayreuther Festspiele auch umstritten wie lange nicht. Muss sein Antisemitismus energischer aufgearbeitet werden?
BR-Klassik.de

Selten hat man Jurowski so aufgewühlt erlebt: Wagners Walküre an der Bayerischen Staatsoper
Tobias Kratzer schickt Walküren durch den Englischen Garten – und Dirigent Jurowski überrascht mit einem Wagner, der wirklich aufwühlt.
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Münchner Opernfestspiele: Menschenjagd im Hofgarten
Männer sind machtgeile Egoisten und die Welt kann nur von Frauen gerettet werden: Tobias Kratzer inszeniert Richard Wagners Oper „Die Walküre“ bei den Münchner Opernfestspielen neu.
SueddeutscheZeitung.de

„DIE SONNTAG-PRESSE – 28. JUNI 2026“ weiterlesen

Es war schön, präzise und sehr französisch

Das Paar: Julian McKay und Elisabeth Tonev (Foto: RW)

Den französischen Stil von formaler Eleganz, präzisem Ausdruck und fast mathematischer Klarheit der Aussage, ohne jede Gefühligkeit oder emotionalem Überschwang fängt Preljocajs Choreographie bemerkenswert ein.

Le Parc, Ballett von Angelin Preljocaj

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Sounddesign (Musik vom Band): Goran Vejvoda
Bühne: Thierry Leproust, Kostüme: Hervé Pierre

Klavier: Dmitry Mayboroda
Bayerisches Staatsorchester

Musikalische Leitung: Mihail Agrest

Bayerische Staatsoper, Bayerisches Staatsballett, 26. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Es begann wie auf dem Place du Trocadéro in Paris. Links und rechts begrenzten neoklassizistisch anmutende Fassadenelemente den Platz, nach vorn weitete sich der Blick auf einen wolkendurchzogenen blauen Himmel. Nur der Eiffelturm fehlte. Stattdessen ragten drei schmale schwarze, sich pyramidenartig verjüngende Dreiecke in die Höhe. Vorn traten dazu vier gezirkelt roboterhaft agierende Tänzer auf, sie könnten mit ihren dunklen Brillen als Modeschöpfer durchgehen. „Le Parc, Ballett von Angelin Preljocaj
Bayerische Staatsoper, 26. Juni 2026“
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Ture Rangströms „Kronbruden“ überzeugt in atmosphärisch dichter Aufführung

CD-Besprechung:

Rangströms Oper ist in Schweden fester Bestandteil des Repertoires, in Deutschland ist sie, obwohl 1919 in Leipzig uraufgeführt, nahezu unbekannt.

Ture Rangström

Kronbruden
The Crown Bride

The Orchestra oft he Gothenburg Opera
David Björkman

Sterling  CDO 1136-7

von Peter Sommeregger

Die nun auf CD erschienene Aufnahme macht das Werk auch einem breiteren Publikum zugänglich, und kann als hervorragend gelungen bezeichnet werden. Das Drama eines Dorfmädchens, das ihr uneheliches Kind tötet, um bei ihrer Hochzeit die traditionelle Brautkrone tragen zu können, weist deutliche Parallelen zu Janáčeks Jenůfa auf, das nach einem Drama von August Strindberg entstandene Libretto wurde später als Janáčeks literarische Vorlage geschrieben, möglicherweise war es Strindberg bekannt. „Ture Rangström, Kronbruden – The Crown Bride
klassik-begeistert.de, 27. Juni 2026“
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Ning Feng begeistert mit feinsinnigem Mozart

CD-Besprechung:

Leopold Mozart raufte sich im Herbst 1777 die Haare. Sein genialer Sohn, der mit der Geige in der Hand halb Europa in Staunen versetzt hatte, ließ das Instrument in der Fremde einfach hängen. Der besorgte Vater sah schon die mühsam aufgebauten Einnahmequellen versiegen. Wolfgang Amadeus hatte schlicht andere Dinge im Kopf – seine Träume kreisten um das Theater, um Oper und große Bühne.

Wolfgang Amadeus Mozart
Complete Violin Concertos

Ning Feng, Violine
Kammerakademie Potsdam

Channel Classics, CCS48126

von Dirk Schauß

Dass er das Handwerk des Geigenspiels trotzdem meisterhaft beherrschte, beweisen die fünf Violinkonzerte, die jetzt in einer bemerkenswerten Gesamtaufnahme beim Label Channel Classics erschienen sind. Der Geiger Ning Feng hat sich ihrer angenommen, zusammen mit der Kammerakademie Potsdam. Wer hier das übliche eitle Schaulaufen eines Star-Solisten erwartet, wird angenehm enttäuscht. Feng wählt einen ganz anderen, klugen Weg: Er sieht sich nicht als absoluter Herrscher über das Orchester, sondern als Primus inter Pares – als Erster unter Gleichen. „Wolfgang Amadeus Mozart, Complete Violin Concertos, Ning Feng
klassik-begeistert.de, 27. Juni 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2026

Szene mit Nicholas Brownlee als Wotan und Miina-Liisa Värelä als Brünnhilde (liegend) © Monika Rittershaus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2026

Bayerische Staatsoper
5,26 Walküre in München – Tobias Kratzer setzt seinen „Ring“ fort
Sendung „Fazit“. Audio von Jörn Florian Fuchs. (5,46 Minuten)
deutschlandfunk.de

München
Kunstminister Markus Blume: „Die heißesten Opernfestspiele, die ich bisher erlebe“
Draußen Hitze, drinnen Wagner: An der Bayerischen Staatsoper hat die „Walküre“ Premiere, im Rahmen der Münchner Opernfestspiele. Im Publikum sitzt auch Kunstminister Markus Blume. Ein Interview über verletzliche Helden, die Sanierung des Nationaltheaters und Beinfreiheit in der Königsloge.
BR-Klassik.de

Kritik „Die Walküre“ an der Bayerischen Staatsoper: München im Germanen-Sturm erobert
Endlich geht’s weiter mit Wagners „Ring“ an der Bayerischen Staatsoper! Nach dem starken Auftakt („Rheingold“ hatte im Herbst 2024 Premiere) gab’s hohe Erwartungen an die „Walküre“, den zweiten Teil des Zyklus’. Regisseur Tobias Kratzer hält souverän die Balance zwischen Humor und berührendem Storytelling. Dirigent Vladimir Jurowski spitzt das Drama zu.
BR-Klassik.de

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Conchita Wurst wandelt als queerer „Frosch“ auf Charlie Chaplins Spuren

Thomas Oliemans (Dr. Falke), Timothy Fallon (Alfred), Ryta Tale (Ida), Tom Neuwirth (Frosch), Gabor Oberegger (Ivan), Chor der Volksoper Wien © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Highlight an der Volksoper Wien. In der Neueinstudierung von Florian Hurler zeigt man in der Pride-Edition wie unterhaltsam Operette sein kann. Dabei wagt Tom Neuwirth alias „Conchita Wurst“ den Schritt vom Popstar zum Komödianten und landet als Frosch einen Volltreffer.

Die Fledermaus – Pride Edition

Ein queerer Blick auf „Die Fledermaus“ im Pride Monat

Text von Karl Haffner und Richard Genée
Pride Edition-Textfassung von Jürgen Bauer und Moritz Franz Beichl

Volksoper Wien, 24. Juni 2026

von Jürgen Pathy

An der Volksoper Wien hat man sich vor einem noch nie gescheut: andere Wege einzuschlagen als gewohnt. Mit der queeren „Fledermaus“ hat Intendantin Lotte de Beer den Jackpot abgeschossen. Conchita Wurst, eigentlich will sie nur mehr beim bürgerlichen Namen genannt werden: Tom Neuwirth, für alle, die es nicht wissen. Österreichs ESC-Sieger aus dem Jahr 2014 hat die Kunstfigur abgestrichen und sucht im Schauspiel seinen Weg. Dass er, also Tom Neuwirth, das Publikum um den Finger wickeln kann, hat er als Frosch bewiesen. Bereits beim ersten Auftritt tobte die ausverkaufte Bude. Auftrittsapplaus für den geheimen Hauptdarsteller von Strauß‘ Operette „Die Fledermaus“. „Die Fledermaus – Pride Edition
Volksoper Wien, 24. Juni 2026“
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„Er ist ein Phänomen, dieser Wozzeck!“

© Olaf Malzahn / Theater Lübeck

Es war für viele der Höhepunkt der Spielzeit – Alban Bergs „Wozzeck“ in der Inszenierung von Kammersängerin Brigitte Fassbaender. Die Produktion setzte auf psychologischen Tiefgang und bestach durch phantastische sängerische und orchestrale Leistungen. Vor allem aber wurde erneut klar, was es bedeutet, wenn eine der größten Sängerinnen des 20 Jahrhunderts selbst Regie führt.

Alban Berg, Wozzeck

Theater Lübeck, 25. Juni 2026 (Premiere am 25. April 2026)

Retrospektive anlässlich der letzten Vorstellung

Bo Skovhus, Bariton
Adrienn Miksch, Sopran
Peter Lodahl, Tenor
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Frederike Schulten, Mezzosopran
Roman Payer, Tenor
Steffen Kubach, Bariton
Robin Frindt, Bassbariton
Thomas Stückemann, Tenor

Chor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Brigitte Fassbaender, Inszenierung

von Dr. Andreas Ströbl

Vibrierende Anspannung bis zur letzten Aufführung

Sechsmal konnte ein gebanntes Publikum den Lübecker „Wozzeck“ erleben; einmal musste eine Vorstellung aus Krankheitsgründen abgesagt werden („Klassik begeistert“ berichtete: https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-25-april-2026-premiere/ sowie https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-17-mai-2026/).

© Olaf Malzahn / Theater Lübeck

Diejenigen, die die letzte Aufführung am 25. Juni besuchten, sprachen einhellig von einer immer weiter gesteigerten Intensität in Darstellung und gesanglichem Ausdruck. „Er ist ein Phänomen, dieser Wozzeck!“, möchte man den Ausruf des größenwahnsinnigen Arztes zitieren, und von der tragischen Titelfigur auf eine bemerkenswerte künstlerische Gesamtleistung ummünzen. „Alban Berg, Wozzeck
Theater Lübeck, 25. Juni 2026“
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