B / HH: Unentschieden im Ariadne-Derby zwischen der Lindenoper und der Staatsoper Hamburg

Fotos: Premiere am 14. Juni 2015 | Monika Rittershaus (c)

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 13. September 2020

Ariadne auf Naxos 
Musik von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal

von Johannes Fischer

Na also, geht doch: Oper trotz Corona. Ein großartiger Saisonstart in der Lindenoper! Wozu braucht man eine Premiere zur Saisoneröffnung, wenn man diese wunderbare Aufführung mit diesem genialen Dirigenten haben kann? Non molto agitato, ma eccellente, diese Vorstellung.

Erst letztes Jahr habe ich „Ariadne auf Naxos“ an der Hamburgischen Staatsoper gesehen. Das war eine der vielen Aufführungen, die bewiesen haben, dass an der Dammtorstraße immer noch in den Endrunden der Opern-Champions-League gespielt wird, und nicht in der Regionalliga! Die Lindenoper bekommt hier mächtig Konkurrenz aus Hamburg. „Richard Strauss, Ariadne auf Naxos 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 13. September 2020“
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Ghost Light: Großartige Saisoneröffnung an der Hamburgischen Staatsoper

John Neumeier macht den Unterschied in der kulturell oft nicht verwöhnten Zwei-Millionen-Stadt im Norden. Was wäre die Staatsoper Hamburg ohne diesen Giganten?

Ghost Light
Hamburg Ballett, B-Premiere, Staatsoper Hamburg, 9. September 2020

von Dr. Ralf Wegner
Foto: John Neumeier 2019 © Kiran West

John Neumeier trat auch bei der B-Premiere vor Beginn auf die Bühne und schilderte den Anlass, dieses Ballett zu kreieren. Der Corona-bedingte Lockdown habe seinen Tänzerinnen und Tänzern die Bewegungsmöglichkeit genommen, die Bühne sei verwaist. Wie nachts seit ewigen Zeiten glimme nur noch ein kleines Licht, welches den Geistern Verstorbener ermögliche, sich noch einmal auf der Bühne zu zeigen.

Und es beginnt auch mit Geistern, Anna Laudere erscheint als Marguerite auf der Bühne, sie könnte auch Anna Karenina sein, so wie sie sich mit dem Rücken zum Publikum an einer Bühnenwand bewegt. Später, bereits in den Tanz der anderen eingebunden, ist es Emilie Mazoń als Marie, die Tanzenden anhimmelnd, ganz so wie in Neumeiers Nussknacker- Ballett. Alexandre Riabko trägt das Nijinsky-Kostüm und springt auch so, flugrollenähnlich, wie in jenem Ballett.

Diese Erinnerungen an Vergangenes bleiben kurz, so wie sich Geisterscheinungen zwischen Schlaf und Aufwachen einschleichen können: Flüchtige Nebel zwischen Traum und Wirklichkeit. Im Vordergrund dieser Uraufführung steht allein der Tanz, der Ausdruck eines Gefühls durch Bewegung, nicht artistischer Hochleistungssport, nichts Narratives. Es ist Neumeiers Liebeserklärung an den Tanz und an seine Tänzerinnen und Tänzer. Eine Liebe, die vom Publikum mit anhaltenden Schlussapplaus zurückgegeben wurde.

In Ghost Light wird nichts erzählt, nur getanzt, abwechselnd solistisch und in größeren, auf Abstand haltenden Gruppen, aber auch paarweise, laut Besetzungszettel nur von Ehepaaren oder Lebenspartnern. Trotzdem berühren sich auch die anderen Tänzerinnen und Tänzer, wenn auch nur vereinzelt und eher schüchtern. Der Tanz entwickelt sich immer aus der

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„Ghost Light, Hamburg Ballett, John Neumeier,
B-Premiere am 9. September 2020, Staatsoper Hamburg“
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Mal wieder Murks in Hamburg

Der Saisoneröffnungsapplaus in HH verebbte nach 2 Minuten. In Wien nach 20 Minuten.

"Molto agitato –  Saisoneröffnung unter Pandemiebedingungen"
So schreibt der Klassik-Blogger bei ioco.de:

„Regiedebut von Frank Castorf im Haus am Dammtor
Eine in Gewaltobsessionen badende Reise durch die Musikgeschichte.“

Foto: Monika Rittershaus (c)

Ich habe noch nie eine Saisoneröffnung eines großen Opernhauses erlebt, die mich so bedrückt und niedergeschlagen hat. Gesang, Inszenierung, Dramaturgie: alles Stückwerk und Mittelmaß. Bonjours tristesse, Hambourg! Deprimierend und peinlich. Zahlreiche Patzer. So macht Oper keine Freude. Ich kann einen Besuch nicht empfehlen.

Das Debakel war vorhersehbar:

 

Staatsoper Hamburg, Der neue Spielplan ist ein Armutszeugnis Staatsoper Hamburg

So schrieb  klassik-begeistert.de bereits am 8. August 2020:

„Lustlos, elanlos, mehr als sparsam und ausgedünnt“
(Klassik-Blogger Patrik Klein)

„Ein Opernhaus wie das am HH-Gänsemarkt sollte einen prall gefüllten Spielplan haben, der mit Neuem, Vertrauten, Schönem, Glänzendem und Verstörendem, Aufrüttelndem aufwartet – würde ich mir wünschen.“(Burkhard Egdorf)

Wer das Programm der Staatsoper Hamburg mit den Programmen der Häuser in Berlin, München, Wien und Mailand vergleicht, dem kommen die Tränen. Bonjour tristesse, Hambourg! Bitte, liebe LeserInnen von klassik-begeistert.de, schauen Sie unbedingt einmal in die Spielpläne dieser großen Häuser… Wo möchten Sie Ihre Opernabende verbringen? An der Dammtorstraße oder im Haus am Ring in Wien? Was wollen Sie hören und sehen? „Aida“, „La Traviata“, „La Bohème“, „La fille du régiment“, „Carmen“, „Macbeth“, „Die Walküre“ wie an den Weltklassehäusern? Oder lieber „molto agitato“ nach Kurt Weill und „Pierrot lunaire“ von Arnold Schönberg in HH?

Großes Entsetzen herrscht unter der Mehrzahl der (noch verbliebenen) Fans der Staatsoper Hamburg. Nie war der Programmplan für das Opernhaus der zweitgrößten deutschen Stadt so trist, so fad und so trostlos wie jener, den die Führungsriege unter Intendant Georges Delnon am Freitag präsentierte. Schon vor Veröffentlichung dieses Artikels erreichten klassik-begeistert.de zahlreiche Wut-Emails und Wut-Whatsapps, die unisono Unverständnis für den Hamburger Opernauftakt ausdrücken.

Mit diesem Programm, das viel Unbekanntes und Neues präsentiert und einen Bogen um „richtige Operngassenhauer“ macht, dürfte das Haus an der Dammtorstraße wieder einmal mittelfristig Schiffbruch erleiden und nur ganz wenige Opernherzen höher schlagen lassen. Schon der letzte Saisonauftakt war mit der Insider-Oper „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch vollkommen daneben gegangen – zudem war das Werk noch musikalisch schludrig und unterprobt dargeboten worden. Geringe Besucherzahlen und viele frustrierte Zuschauer waren das Ergebnis – nur ein Kritiker einer rapide an Bedeutung verlierenden Hamburger Tageszeitung jubelte, obgleich Dutzende Zuschauer bei der Premiere den Saal verlassen hatten.

In Wien, mit 1,8 Millionen Einwohnern gleich groß wie Hamburg, eröffnet der neue Direktor mit „Madame Butterfly“. Und der Staatssender ORF überträgt! Das neue Eröffnungsprogramm in HH ist eine peinliche Kopfgeburt – ein Programm für Minderheiten. Und niemand überträgt. Stadtgespräch ist so etwas Depressives und Destruktives eh nicht. In Wien ja.

Der Saisoneröffnungsapplaus in HH verebbte nach 2 Minuten. In Wien nach 20 Minuten.

Andreas Schmidt, 8. September 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

 

 

John Neumeier und das Hamburg Ballett

Foto: © Kiran West

Klassik-begeistert-Autor Ralf Wegner besucht das Hamburg Ballett seit 1973, als John Neumeier die künstlerische Leitung der Compagnie übernahm. Er sagt:

„John Neumeier hat bei meiner Frau und mir das Ruder völlig herumgeworfen. Mit einem Mal traten Menschen und nicht, überspitzt gesagt, tanzende Puppen auf die Bühne. Tanz drückte mit einem Mal seelische Zustände aus, wie große Arien von Mozart oder Verdi.“

von Ralf Wegner

Meine Frau und ich gehen mittlerweile in anderen Städten häufiger ins Ballett als in die Oper. Warum ist das so? Die Ballett-Truppen unterscheiden sich voneinander, es gibt noch richtige Ensembles. An den großen Opernhäusern singen dagegen überall dieselben Protagonisten dieselben Rollen; irgendwann auch in der eigenen Stadt. Wenn wenigstens die Inszenierungen sehenswert wären. Bei der Oper ist das immer weniger der Fall. Heute steht bei einer neuen Inszenierung regelhaft eine Idee eines Bühnenkünstlers im Vordergrund. Die Musik dient mehr als Mittel zum Zweck. Subtile Interpretationen, die auch noch hinterher zum Nachdenken anregen, sind eher selten. Selbst ein guter inszenatorischer Einfall hat beim zweiten oder dritten Sehen an Überzeugungskraft verloren und stellt oft nur noch Ballast für das Stück dar. Beim Ballett ist das anders. Die Inszenierung ordnet sich immer noch dem Tanz unter und unterstützt diesen, wie bei den Balletten John Neumeiers. „John Neumeier und das Hamburg Ballett“ weiterlesen

Meine Lieblingsoper (45): "Der fliegende Holländer" von Richard Wagner

Wagners „Fliegender Holländer“ an der Staatsoper Hamburg.
Foto: © Brinkhoff/Mögenburg

Birgit Nilsson, Mirella Freni, Edita Gruberova, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti: Der Hamburger Mediziner und Klassik-Connaisseur Dr. Ralf Wegner hat die großen Weltstars der Opernwelt seit Ende der 1960er-Jahre alle live erleben dürfen: vor allem in der Staatsoper Hamburg, die in den 1970er-Jahren noch zu den weltbesten Opernhäusern zählte und sich heute um Anschluss an die deutsche und europäische Spitze bemüht. Begeben Sie sich in ein wunderbares Stück Operngeschichte und reisen Sie mit in eine Zeit, die scheinbar vergangen ist.

von Ralf Wegner

Wagners Fliegenden Holländer habe ich seit 1965 zwanzigmal sehen können, immer nur in der Hamburgischen Staatsoper, und nur in zwei Inszenierungen, von Wieland Wagner und seit 1996 unverändert in der ohne Pause gespielten Fassung von Marco Arturo Marelli. „Meine Lieblingsoper (45): „Der Fliegende Holländer“ von Richard Wagner“ weiterlesen

Auf Sicht nur mit Vorsicht gefahren: Der "coronarisierte" Interimsspielpan der Hamburgischen Staatsoper enttäuscht

Foto: © Westermann

Aktualisierter Spielplan der Hamburgischen Staatsoper Saison 2020/21

von Dr. Holger Voigt

„Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen.“ (Friedrich Nietzsche)

Die Urlaubszeit neigt sich dem Ende zu. Neuinfektionszahlen mit COVID19 steigen in Deutschland wieder merklich an, sei es durch Reiserückkehrer, sei es durch Disziplinlosigkeit bei der Beachtung von Maskenpflicht und Abstangsgebot. Zudem wütet die Pandemie außerhalb Deutschlands noch immer mit ihrer ersten oder gar schon zweiten Welle. Der Herbst steht vor der Tür und wird bei fallenden Außentemperaturen den Aufenthalt zunehmend in die Innenräume verlagern. Das ist dann die ideale Zeit für das Grippevirus, dem sich nun das COVID19-Virus partnerschaftlich verbunden fühlen wird. Und gerade jetzt rüstet sich die Gesellschaft für einen ‚Neubeginn’ auf allen Ebenen: Schule, Fußball, Kongresse, Kunst und Vorweihnachtsgeschäft mit den anstehenden Weihnachtsmärkten. Für Viren eine wohl überaus ermutigende Zeit, aber auch für uns? „Auf Sicht nur mit Vorsicht gefahren: Der „coronarisierte“ Interimsspielpan der Hamburgischen Staatsoper enttäuscht“ weiterlesen

Armutszeugnis für die "Musikstadt Hamburg": Der neue Spielplan der Hamburgischen Staatsoper

„Lustlos, elanlos, mehr als sparsam und ausgedünnt“
(Klassik-Blogger Patrik Klein)

„Ein Opernhaus wie das am HH-Gänsemarkt sollte einen prall gefüllten Spielplan haben, der mit Neuem, Vertrauten, Schönem, Glänzendem und Verstörendem, Aufrüttelndem aufwartet – würde ich mir wünschen.“(Burkhard Egdorf)

Wer das Programm der Staatsoper Hamburg mit den Programmen der Häuser in Berlin, München, Wien und Mailand vergleicht, dem kommen die Tränen. Bonjour tristesse, Hambourg! Bitte, liebe LeserInnen von klassik-begeistert.de, schauen Sie unbedingt einmal in die Spielpläne dieser großen Häuser… Wo möchten Sie Ihre Opernabende verbringen? An der Dammtorstraße oder im Haus am Ring in Wien? Was wollen Sie hören und sehen? „Aida“, „La Traviata“, „La Bohème“, „La fille du régiment“, „Carmen“, „Macbeth“, „Die Walküre“ wie an den Weltklassehäusern? Oder lieber „molto agitato“ nach Kurt Weill und „Pierrot lunaire“ von Arnold Schönberg in HH?

von Andreas Schmidt, Herausgeber

Großes Entsetzen herrscht unter der Mehrzahl der (noch verbliebenen) Fans der Staatsoper Hamburg. Nie war der Programmplan für das Opernhaus der zweitgrößten deutschen Stadt so trist, so fad und so trostlos wie jener, den die Führungsriege unter Intendant Georges Delnon am Freitag präsentierte. Schon vor Veröffentlichung dieses Artikels erreichten klassik-begeistert.de zahlreiche Wut-Emails und Wut-Whatsapps, die unisono Unverständnis für den Hamburger Opernauftakt ausdrücken.

Mit diesem Programm, das viel Unbekanntes und Neues präsentiert und einen Bogen um „richtige Operngassenhauer“ macht, dürfte das Haus an der Dammtorstraße wieder einmal Schiffbruch erleiden und nur ganz wenige Opernherzen höher schlagen lassen. Schon der letzte Saisonauftakt war mit der Insider-Oper „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch vollkommen daneben gegangen – zudem war das Werk noch musikalisch schludrig und unterprobt dargeboten worden. Geringe Besucherzahlen und viele frustrierte Zuschauer waren das Ergebnis – nur ein Kritiker einer rapide an Bedeutung verlierenden Hamburger Tageszeitung jubelte, obgleich Dutzende Zuschauer bei der Premiere den Saal verlassen hatten. „Staatsoper Hamburg, Der neue Spielplan ist ein Armutszeugnis
Staatsoper Hamburg“
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Meine Lieblingsoper (36): "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart

„Die Zauberflöte“ an der Staatsoper Hamburg, Inszenierung: Jette Steckel. Foto: © Arno Declair (Zuschnitt)

Birgit Nilsson, Mirella Freni, Edita Gruberova, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti: Der Hamburger Mediziner Dr. Ralf Wegner hat die großen Weltstars der Opernwelt seit Ende der 1960er-Jahre alle live erleben dürfen: vor allem in der Staatsoper Hamburg, die in den 1970er-Jahren noch zu den weltbesten Opernhäusern zählte und sich heute um Anschluss an die deutsche und europäische Spitze bemüht. Begeben Sie sich in ein wunderbares Stück Operngeschichte und reisen Sie mit in eine Zeit, die scheinbar vergangen ist.

von Ralf Wegner

Mozarts Opern begleiten einen ein Leben lang. Così fan tutte versteht man erst mit fortgeschrittener Lebenserfahrung, beim Figaro wechseln die Sympathien je nach eigener Lebenssituation und die Zauberflöte begreift man nie. Es ist ein außerordentlich langes Stück, man wundert sich, wie gut es dabei die Kinder auf ihren Plätzen aushalten. Es gibt so viele retardierende Momente, etwa die Passagen mit den drei Knaben. Ständig tauchen Fragen auf, wieso flieht Pamina nicht, wenn Papageno sie findet? Wie hat sich Monostatos eigentlich in den Heiligen Hallen halten können? Warum hält ein weiser Mann wie Sarastro die junge Pamina gefangen? Warum hat er sie ihrer Mutter entführt? Warum mutet Tamino seiner Pamina zu, dass sie an seiner Liebe verzweifeln darf und sich der Todessehnsucht hingibt? „Meine Lieblingsoper (36): „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart“ weiterlesen

10 Fragen an die Sopranistin Katharina Konradi: „Es tut mir richtig gut mich mit Liedern russischer Komponisten zu beschäftigen“

Die in Bischkek geborene Katharina Konradi ist die erste aus Kirgistan stammende Sopranistin im Lied-, Konzert- und Opernfach weltweit. 2009 begann sie ihre Gesangsausbildung bei Julie Kaufmann in Berlin, der ein Masterstudium in Liedgestaltung bei Christiane Iven und Donald Sulzen an der Hochschule für Musik und Theater München folgte. Meisterklassen bei Helmut Deutsch und Klesie Kelly-Moog gaben der Sopranistin weitere musikalische und künstlerische Impulse. Nach ersten Engagements an der Kammeroper München und am Theater Hof wurde Katharina Konradi 2015 für drei Jahre Mitglied im Ensemble des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Infolge ihres bemerkenswerten Debüts in Hamburg (Ännchen in Webers Freischütz) wurde Katharina Konradi mit der Saison 2018/19 ins Ensemble der Staatsoper Hamburg engagiert. Begeistert waren Zuschauer wie Kritiker auch über ihre Auftritte als Zdenka (Arabella, Richard Strauss) in der Semperoper Dresden, als Adele in der „Fledermaus“ (Johann Strauß) in der Elbphilharmonie sowie als Oscar in „Un ballo in maschera“ von Giuseppe Verdi im Haus an der Dammtorstraße.

Foto: Katharina Konradi als Adele und Bo Skovhus als Gabriel von Eisenstein in „Die Fledermaus“ von Johann Strauß in der Elbphilharmonie am 31. Dezember 2018

Interview: Andreas Schmidt

Liebe Katharina Konradi – wie geht es Ihnen in diesen schwierigen Zeiten, wie sieht Ihr Alltag im Moment aus? Wissen Sie noch, was Sie vor einem Jahr getan haben? Welche Vorstellungen und Festivals, an denen Sie beteiligt wären, wurden annulliert?

Als Bühnenkünstlerin fühle ich mich gerade in dieser Zeit ohne einen Zugang zur Bühne etwas verloren, dennoch ist mein Alltag genauso voll wie in den normalen Zeiten. Auf dem Tagesplan stehen zur Zeit keine Reisen und Proben an, aber die Vorbereitung des Repertoires für die eventuell anstehenden Projekte will gepflegt werden. Somit beinhaltet jeder Tag eine bis zwei Übe-Einheiten.Nun gibt es auch genügend Zeit zum Lesen. Dass ist auch ein Bestandteil meines Tagesablaufes. „10 Fragen an die Sopranistin Katharina Konradi
klassik-begeistert.de, Staatsoper Hamburg.de“
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Meine Lieblingsoper (33): "Cavalleria rusticana" von Pietro Mascagni

Birgit Nilsson, Mirella Freni, Edita Gruberova, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti: Der Hamburger Mediziner Dr. Ralf Wegner hat die großen Weltstars der Opernwelt seit Ende der 1960er-Jahre alle live erleben dürfen: vor allem in der Staatsoper Hamburg, die in den 1970er-Jahren noch zu den weltbesten Opernhäusern zählte und sich heute um Anschluss an die deutsche und europäische Spitze bemüht. Begeben Sie sich in ein wunderbares Stück Operngeschichte und reisen Sie mit in eine Zeit, die scheinbar vergangen ist.

von Ralf Wegner

Selten hatte eine Oper im Film so breiten Raum eingenommen wie Mascagnis Cavalleria rusticana in Francis Ford Coppolas drittem Teil des Meisterwerks „Der Pate“. Michael Corleone (Al Pacino), der die Macht bereits weitgehend an seinen Neffen Vincent (Andy Garcia) abgegeben hat, trifft sich mit seiner Familie im Opernhaus von Palermo, um seinen Sohn Anthony bei dessen Debüt als Turiddu zu erleben. Mit dabei sind seine geschiedene Frau Kay (Diane Keaton), seine Tochter Mary (Sofia Coppola) und seine Schwester Connie (Talia Shire). In einer Seitenloge des Theaters befindet sich zudem einer der intrigantesten und bestdargestellten Bösewichter der Filmgeschichte: Don Altobello, gespielt von dem altersvorgerückten Eli Wallach. Während auf der Bühne Mascagnis Oper abläuft, werden Don Altobello von Connie mit einem Cannoli vergiftet und Vincents Wächter von zwei Profikillern getötet. Es gelingt ihnen aber nicht, Michael zu erledigen. Dem Schusswechsel am Ausgang der Oper fällt Mary zum Opfer. Zwischendurch ertönt immer wieder Mascagnis Musik, die Sänger sind folkloristisch kostümiert, das Bühnenbild realistisch. Santuzza tritt nicht auf, gezeigt wird allerdings die Szene Turiddu/Alfio. „Meine Lieblingsoper (33): Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni“ weiterlesen