Wunderland: Mucksmäuschenstill ist es im Zuschauerraum...

Wunderland, Aleix Martínez © Kiran West

51. Hamburger Ballett-Tage

WUNDERLAND
Ballett von Alexei Ratmansky nach Lewis Carroll

Musik arrangiert und orchestriert von Philip Feeney

Bühnenbild:  Sebastian Hannak
Kostüme:  David Szauder
Licht:  Christian Kass

Musikalische Leitung:  Vello Pähn
Klavier:  Daria Parkhomenko
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 26. Juni 2026, Familienvorstellung

von Iris Röckrath

Was für ein Glück, bei 34 Grad Außentemperatur mit einem großen Fächer in der Hand im klimatisierten Zuschauerraum der Staatsoper sitzen zu dürfen.

An diesem Abend waren sie da, die Menschen ab 8 Jahren, hatten sich festlich geschmückt und Oma, Mama, Schwester oder Freundin mitgebracht.

Mucksmäuschenstill war es im Zuschauerraum über 2 Stunden Spieldauer …

Nach dem Schlussvorhang wurde fröhlich und hellwach plaudernd nach Hause gehüpft beglückt und angefüllt mit vielen bunten Bildern und Melodien.

Zur Einstimmung gab es vorab eine sehr gut besuchte Familieneinführung im 4 Rang. Die knisternde Spannung nahm zu, als ein Tänzer, der die Rolle des Tweedledum auf der Bühne verkörpert, den Anwesenden den Beginn seiner Rolle präsentierte und dann die Kinder auch noch mittanzen durften.

„Wunderland, Ballett von Alexei Ratmansky nach Lewis Carroll
Hamburgische Staatsper, 26. Juni 2026“
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Der Tänzer Aleix Martínez hebt die Rolle des Vaslaw Nijinsky in neue Höhen

Artem Prokopchuk (Goldener Sklave), Xue Lin (Tamara Karsavina), Naomi Seiler (Viola), Aleix Martínez (Vaslaw Nijinsky), Nathan Brock (musikalische Leitung), Konradin Seitzer (Solo-Violine), Charlotte Larzelere (Romola Nijinska), Pepijn Gelderman (Serge Diaghilew), Futaba Ishizaki (Bronislava Nijinska), Francesco Cortese (Stanislaw Nijinsky), Hayley Page (Eleonora Bereda, die Mutter Nijinskys) (Foto: RW)

Wie sich Aleix Martínez mit Vaslaw Nijinsky innerlich identifiziert, wie er der Rolle neuen Spielraum erschließt, wie er geradezu in die Rolle hineinschlüpft und diese dehnt und presst, bis sie zu ihm passt und mit welcher physischen Gewalt er sich ihr unterwirft, zeugt von tänzerischen Intelligenz und unbedingtem Leistungswillen.

Nijinsky, Ballett von John Neumeier (Choreographie, Bühnenbild und Kostüme)

Musik: u.a. N. Rimskij-Korsakow (Scheherazade), D. Schostakowitsch (Sinfonie Nr. 11 g-moll)

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung   Nathan Brock

Klavier:  Ondřej Rudčenko, Viola:  Naomi Seiler, Solo-Violine:  Konradin Seitzer

51. Hamburger Ballett-Tage, Hamburgische Staatsoper,  24. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Es gibt mehrere Arten von jubelndem Beifall, die bedingungslose Zustimmung zur gewollten Aussage des Stücks unabhängig von deren Qualität, die Liebe zu Sängerinnen oder Sänger, welche den Zenit ihrer Kunst bereits hinter sich ließen (wie bei Maria Callas anlässlich ihrer Abschiedstournee im Jahre 1973), die Akklamation einer herausragenden Leistung der Protagonisten und schließlich der sich allmählich steigernde Jubel aufgrund einer erlebten seelischen Erschütterung, oft mit einer kurzen Pause nach Fallen des Vorhangs verbunden, wie gestern bei der Nijinsky-Vorstellung während der Hamburger Ballett-Tage.

Nur die Pause fehlte. Es ist manchen Menschen offenbar nicht möglich, die Stille zur Sammlung nach einem solchen Ereignis zu ertragen. „Nijinsky, Ballett von John Neumeier, Hamburger Ballett-Tage
Hamburgische Staatsoper,  24. Juni 2026“
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Der Hamburger Ballettgarten blüht und gedeiht

John Neumeier inmitten des Ensembles der Ballettschule (Foto: RW)

Immer wieder beeindruckte, mit welcher Disziplin und Leistungsbereitschaft diese jungen Menschen ihr Bestes gaben, und unter den Größeren zeigten sich bereits zahlreiche Talente, die wir irgendwann einmal wieder auf der Bühne sehen werden.

Erste Schritte: Im Tanz mit Prokofjew, Protos Choros, aus Spring and Fall, Ruska, Yondering

Ballettschule Hamburg Ballett

51. Hamburger Ballett-Tage, 22. Juni 2026
Musik vom Band

von Dr. Ralf Wegner

Nicht die gut 30 allerkleinsten Tänzerinnen und Tänzer der Vorschulklassen füllten zunächst die Bühne der Hamburgischen Staatsoper, sondern 112 Schülerinnen und Schüler der sechs Ausbildungs- der nachfolgenden zwei Theaterklassen.

Für sie hatten sich die Lehrkräfte Carolina Borrajo, Kevin Haigen, Gigi Hyatt, Elizabeth Loskavio, Janusz Mason, Christian Schön und Anna Urban eine Uraufführung zur Musik von Sergej Prokofjew ausgedacht. Allein das war schon von der Koordination auf der Bühne eine Meisterleistung. Immer wieder beeindruckte, mit welcher Disziplin und Leistungsbereitschaft diese jungen Menschen ihr Bestes gaben, und unter den Größeren zeigten sich bereits zahlreiche Talente, die wir irgendwann einmal wieder auf der Bühne sehen werden, wenn auch nicht alle in der Hamburgischen Staatsoper, sondern auch in den anderen Balletthäusern auf der Welt. „51. Hamburger Ballett-Tage, Ballettschule Hamburg Ballett
Hamburgische Staatsoper, 22. Juni 2026“
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Bei Alexei Ratmanskys Ballett Wunderland bleibt das Wunder aus

Olivia Betteridge (Alice) und Daniele Bonelli (Der Weiße Ritter) (Foto: RW)

Wer choreographische Tiefe erwartet sowie sehen und hören möchte, wie Tanz und Musik miteinander verschmelzen, wird von Alexei Ratmanskys Ballett Wunderland eher enttäuscht sein. Wem es schon immer darum ging, den Personenkosmos von Lewis Carroll in schönen Dekorationen und wundervollen Kostümierungen auf der Bühne zu erleben, der wird wohl beglückt nach Hause gehen.

Wunderland,  Ballett von Alexei Ratmansky nach Lewis Carroll

Bühnenbild:  Sebastian Hannak
Kostüme:  David Szauder
Musik arrangiert und orchestriert von:  Philip Feeney

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung:  Vello Pähn

Hamburg Ballett, Uraufführung in der Hamburgischen Staatsoper, 20. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Man tat ein wenig so, als ob in der Hamburgischen Staatsoper ein bisher nie dagewesenes Ballettereignis bevorstünde. Alexei Ratmansky sollte die von Lewis Caroll erdachte Geschichten von Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln zu einem Ballettabend zusammenfassen. Aus der Besetzung wurde bis zuletzt ein Geheimnis gemacht, erst einen  Tag vor der Premiere erschien diese auf der Internetseite des Hamburg Balletts. So als ob alle Hamburger Tänzerinnen und Tänzer stupende und ersatzlos austauschbar seien. „Wunderland, Ballett von Alexei Ratmansky
Uraufführung, Hamburgische Staatsoper, 20. Juni 2026“
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Charlotte Larzeleres tänzerische Romola-Interpretation ist fabelhaft

Louis Musin (Geist der Rose), Louis Haslach (Petruschka), Artem Prokopchuk (Goldener Sklave), Xue Lin (Tamara Karsavina), Callum Linnane (Vaslaw Nijinsky), Charlotte Larzelere (Romola Nijinska), Matias Oberlin (Serge Diaghilew), Ida Stempelmann (Bronislava Nijinska), Francesco Cortese (Stanislaw Nijinsky), Hayley Page (Eleonora Bereda), Pepijn Gelderman (Thomas Nijinsky) (Foto: RW)

Wie Larzeleres Bewegungen mit der musikalischen Line legatohaft verschmelzen, mit welcher fast schon elegischen Schönheit sie ihre Arme zur Musik bewegt, welche Biegsamkeit ihr Körper zeigt und mit welcher Vertrautheit sie sich den schwierigen Hebungen hingibt, ist fabelhaft.

Nijinsky, Ballett von John Neumeier (Choreographie, Bühnenbild und Kostüme)

Musik: Chopin, Schumann, Rimskij-Korsakow und Schostakowitsch (u.a. Sinfonie Nr. 11 g-moll)

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Nathan Brock, musikalische Leitung

Klavier: Ondrej Rudcenko, Viola: Naomi Seiler, Solo-Violine: Konradin Seitzer

Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 16. Mai 2026, 161. Vorstellung seit der Premiere am 02. Juli 2000

von Dr. Ralf Wegner

John Neumeiers mit 60 Tänzerinnen und Tänzern besetztes Nijinsky-Ballett ist Kult und sorgt seit der Premiere im Jahre 2000 unverändert für ausverkaufte Häuser, so auch am gestrigen Abend in der Hamburgischen Staatsoper. John Neumeier war anwesend. Beide Hauptpartien, jene Nijinskys und die seiner Ehefrau Romola, waren neu besetzt. Der Erste Solist des Australian Ballet Callum Linnane tanzte als Gast die Partie von Vaslaw Nijinsky, er wird zur kommenden Saison zum Hamburg Ballett wechseln; die Hamburger Solistin Charlotte Larzelere debütierte als Romola Nijinska. „Nijinsky, Ballett von John Neumeier
Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 16. Mai 2026“
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Lloyd Riggins: „Wichtig ist, dass der Tanz über das Gefühl läuft“, Teil II: Der Ballettmeister

Lloyd Riggins 2013 © Holger Badekow

Ballett-Sprünge und Drehungen dürfen nicht zur Show ausarten. Manchmal vergessen die Tänzer das und zeigen ihr technisches Können nur für die Zuschauer. Das soll nicht sein. Die technischen Schwierigkeiten in einer Ballett-Aufführung müssen immer im Sinne des Stücks und nicht als artistische Showeinlage getanzt werden.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil II

von Dr. Ralf Wegner „kb im Gespräch: Lloyd Riggins Der Ballettmeister, Teil II
Hamburgische Staatsoper, 26. April 2026“
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Lloyd Riggins: „Meine Sehnsucht war es, als Instrument zu wirken und dem Tanz zu dienen“, Teil III: Der Ballettdirektor

Das Ensemble des Hamburg Ballett mit Lloyd Riggins (vorn sechster von links, rechts neben ihm der geschäftsführende Betriebsdirektor Nicolas Hartmann) (Foto: Kiran West)

Wichtig ist, den von John Neumeier aufgebauten Geist der Hamburger Compagnie und deren Leuchtturmcharakter in der Ballettwelt zu erhalten. Und das gelingt nur mit dem systematischen Aufbau der Compagnie von unten.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil III

von Dr. Ralf Wegner

klassik-begeistert: Kommen wir zu einem weiteren Thema, dem Rang des Hamburger Balletts in der Ballettwelt. Der sog. Ballett-Oscar, der Prix Benois de la Danse, wurde Ihnen 2004 verliehen. Unter den Ballett-Compagnien erhielten Mitglieder des Hamburger Balletts nach den Ensembles in Paris, Moskau und St.Petersburg zusammen mit dem Londoner Royal Ballet am häufigsten diesen Preis verliehen. Schon allein das zeugt von dem hohen Rang, den das Hamburg Ballett unter John Neumeier erreicht hat. Leider haben im letzten Jahr unter Neumeiers Nachfolger zahlreiche Erste Solisten das Hamburger Ballett verlassen.

Warum hat man diese nicht wieder gewinnen können und warum wurden die Stellen nicht nachbesetzt, sei es aus dem Ensemble oder mit von auswärts zu gewinnenden ersten Kräften? Auch aus dem neuen Spielzeitbuch der Saison 2026/27 ergeben sich keine weiteren Informationen. „kb im Gespräch: Lloyd Riggins Der Ballettdirektor, Teil III
Hamburgische Staatsoper, 27. April 2026“
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Lloyd Riggins: „Man muss als Tänzer in den Fluss springen und die Rolle annehmen“, Teil I: Der Tänzer

Lloyd Riggins am 8. April 2026  beim Interview in seinem Büro im Ballettzentrum Hamburg John Neumeier (Foto: RW)

In Hamburg war es unter John Neumeier moderner, irgendwie lebendiger, lebensnaher. Jedes weitere Ballett von ihm war wie neu, so als ob ein anderer Choreograph am Werk gewesen sei.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil I

von Dr. Ralf Wegner

Lloyd Riggins wurde 1969 in New York geboren, zum Tänzer allerdings in Orlando, Florida, ausgebildet. Ab 1987 tanzte er beim Königlich Dänischen Ballett. 1995 engagierte John Neumeier ihn als Ersten Solisten nach Hamburg. In dieser Position wirkte er nominell noch bis 2024, arbeitete aber seit 2009 bereits als Ballettmeister und hatte seit 2015 unter John Neumeier auch die Position als Stellvertretender Ballettdirektor inne.

2004 wurde Lloyd Riggins als Tänzer mit dem unter dem Patronat der Unesco stehenden Ballettpreis, dem Prix Benois de la Danse, ausgezeichnet. Seit 2025 ist er Interimistischer Künstlerischer Ballettdirektor beim Hamburg Ballett.

„kb im Gespräch: Lloyd Riggins, Teil I, Der Tänzer
Hamburgische Staatsoper, 25. April 2026“
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Ein neuer Stern leuchtet am Himmel des Hamburger Balletts

Charlotte Larzelere am 1. April 2026 beim Interview mit klassik-begeistert in der Bibliothek des Ballettzentrums Hamburg – John Neumeier (Foto: RW)

Interview mit Charlotte Larzelere, Solistin beim Hamburg Ballett

Was macht Charlotte Larzeleres spezielle Kunst aus? Beim ersten Auftreten auf der Bühne wirkt sie fast schüchtern, gewinnt aber, wenn sie anfängt zu tanzen, an Präsenz und Aura.

Wie sie als Natalia in Neumeiers Schwanensee ihre Arme stilvoll und mit Eleganz einsetzt, mit welcher fast luziden, dennoch straffen Haltung sie sich den Hebungen und Wendungen des Partners anvertraut oder sich, später am Schluss des Grand Pas de deux, bei den rückwärts gerichteten Arabesken leicht nach hinten beugt, ohne zu kippen, ist überaus fesselnd anzusehen. Ihre Mascha, eigentlich nur eine Nebenrolle in Neumeiers Möwe, gehört zu den eindrucksvollen Höhepunkten dieses Balletts. Sie berührte mit ihrer Darstellung der unglücklich Liebenden und imponiert im Pas de deux mit ihrem Partner mit harmonisch fließenden Bewegungen, die sich der Erdenschwere entziehen. Und wie Larzelere als Kleine Meerjungfrau mit außergewöhnlicher Armarbeit wellengleich durch die Luft gleitet, ist bewunderungswürdig umgesetzt. Und wie sie schließlich im vorletzten Pas de deux wieder nach oben in die Lüfte gehoben wird und sich glücklich ihrer uneingeschränkten Bewegungsfreiheit im angestammten Milieu, dem Meer, versicherte, berührt tief (Klassik-begeistert).

von Dr. Ralf Wegner

Charlotte Larzelere wurde 1998 in San Antonio, Texas, geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie beim Houston Ballet und tanzte danach für ein Jahr beim Houston Ballet II. 2016 wechselte sie nach Hamburg zum Bundesjugendballett, 2018 übernahm sie John Neumeier in sein Hamburger Ensemble, 2023 wurde sie zur Solistin befördert. Im Februar 2026 erhielt sie zusammen mit ihrer Kollegin Olivia Betteridge den Dr.-Wilhelm-Oberdörffer-Preis für jüngere künstlerische Nachwuchskräfte. „Interview: klassik-begeistert im Gespräch mit Charlotte Larzelere, Solistin
Hamburg Ballett, 15. April 2026“
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Das Hamburg Ballett verliert mit diesen Mehrteilern sein Alleinstellungsmerkmal

Serenade: Futaba Ishizaki, Edvin Revazov, Ida Praetorius, Katharina Müllner (musikalische Leitung), Matias Oberlin, Anna Laudere / The Moon in The Ocean: Ana Torrequebrada und Xue Lin / Totentanz: Charlotte Larzelere, Daniele Bonelli, Louis Musin / Annonciation: Charlotte Kragh und Selina Appenzeller (Fotos: RW)

Vor uns liegt jetzt eine Durstrecke von insgesamt 24 Ballettabenden mit sog. Mehrteilern: Der gestern premierte Vierteiler Fast Forward sowie die übernommenen Stücke The Times are Racing und Slow Burn. Vor allem letzteres Werk füllt bisher nicht einmal ein Drittel des Hauses. Wenn es so weiter geht, wäre nicht nur der materielle, sondern vor allem der ideelle Verlust unüberschaubar. Hamburg hätte sein Alleinstellungsmerkmal verloren: Die zahlreichen Meisterwerke John Neumeiers mit Tänzerinnen und Tänzern zu erleben, die seinen am klassischen Vorbild orientierten, emotional-dramaturgisch bis ins kleinste Detail durchdachten Handlungsballetten ein spezifisches Profil geben.

Fast Forward, Premiere eines mehrteiligen Ballettabends mit folgenden Choreographien:

Serenade, George Balanchine, 35 Minuten,

Musik: Peter Tschaikowsky, Philharmonisches Staatsorchester, Ltg. Katharina Müllner

Totentanz, Marco Morau, 25 Minuten, Musik vom Band

Annonciation, Angelin Preljocaj, 22 Minuten, Musik vom Band

The Moon in The Ocean, Xie Xin, 35 Minuten, Musik vom Band, Uraufführung

Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 22. Februar 2026

von Dr. Ralf Wegner

Bis zum nächsten Handlungsballett liegt eine lange Durststrecke vor uns, und wir haben erst Februar. Während das Hamburger Ballett im spanischen Barcelona viermal mit John Neumeiers ikonischem Meisterwerk Nijinsky auftreten wird, ist es in Hamburg nur dreimal angesetzt, einschließlich der einen Aufführung während der Ballett-Tage. Die von Alexei Ratmansky auf die Ballettbühne gehobene Geschichte um Alice im Wunderland feiert während der Ballett-Tage dafür immerhin fünf Aufführungen. „Fast Forward, Premiere eines mehrteiligen Ballettabends
Hamburgische Staatsoper, 22. Februar 2026“
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