Nabucco, Anna Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn
Singt sie oder singt sie nicht? Das war die alles beherrschende Frage im Vorfeld der Nabucco-Vorstellung an der Wiener Staatsoper. Dass man bis zuletzt zittern musste, lag daran, dass der wohl letzte echte Superstar der Opernwelt die vorherige Vorstellung absagen musste. Als einer der Lang-Brüder gegen 19:00 Uhr die Bühne betritt, ahnte man bereits Böses. Doch gleich die Entwarnung: „Anna Netrebko ist wieder gesundet“. Erleichterung und erster Applaus aus dem Publikum.
Giuseppe Verdi, Nabucco (Libretto, Temistocle Solera)
Wiener Staatsoper, 5. März 2026
von Jürgen Pathy
Dass Anna Netrebko die unheimlich anspruchsvolle Partie der Abigaille beherrscht, stellte die russisch-österreichische Sopranistin bereits vor der Pause eindrucksvoll unter Beweis. Mit kraftvoller Attacke, enormer stimmlicher Präsenz und jenem unverwechselbaren, dunkel schimmernden Timbre gestaltet sie die Partie mit großer Autorität. Von Schwierigkeiten in der Höhe ist kaum etwas zu hören. Auch wenn die Energie und der Ausdruck nach der Pause etwas sinken, bleibt die stimmliche Souveränität jederzeit gewahrt.
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