Sommereggers Klassikwelt 91: Maria Cebotari – ein viel zu früh verglühter Stern

Der 9. Juni 1949 war der Tag, an dem das viel zu kurze, aber trotzdem an Höhepunkten reiche Leben der rumänischen Sopranistin endete.

von Peter Sommeregger

1910 in Chișinău, damals noch zum russischen Kaiserreich gehörend, geboren war bei dem Arbeiterkind mit 11 Geschwistern das musikalische Talent so offenkundig, dass sie das Konservatorium ihrer Heimatstadt besuchen durfte. Früh wurde sie von dem Schauspieler Graf Alexander Wyrubow entdeckt, der sie künstlerisch unter seine Fittiche nahm und sie auch heiratete. Mit Wyrubow lebte sie anfangs in Moskau und Paris, ehe sie 1929 in Berlin ein weiteres Gesangsstudium begann. „Sommereggers Klassikwelt 91: Maria Cebotari – ein viel zu früh verglühter Stern“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 90: Leo Slezak zum 75. Todestag

„Seine Platten gehören zu den Ikonen der Gesangskunst, so ist seine Aufnahme vom Tod Otellos in ihrer emotionalen Intensität und gesanglichen Vollendung niemals überboten worden.“

von Peter Sommeregger

Der spätere gefeierte Heldentenor wurde 1873 in Mährisch-Schönau, damals Teil der Donaumonarchie, als Sohn eines Müllers geboren. Seine Kindheit war von der Armut der Familie geprägt, der junge Leo brach die Schule ab und begann eine Schlosserlehre. Nachdem er seine Liebe zum Theater entdeckt hatte, wirkte er am Theater in Brünn als Statist. Als er eines Tages lauthals die Chorpassagen mitsang, wurde ein Sänger auf ihn aufmerksam, der ihn später ausbildete. „Sommereggers Klassikwelt 90: Leo Slezak zum 75. Todestag“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 89: Anneliese Rothenberger – zwischen Fernsehstudio und Opernbühne

Die Sängerin Anneliese Rothenberger starb am 24. Mai 2010 im gesegneten Alter von 90 Jahren. In den Jahrzehnten davor erreichte die in Mannheim geborene Künstlerin einen Grad der Popularität und Beliebtheit, wie er noch selten einem Opernstar zu Teil wurde.

von Peter Sommeregger

Die Anfänge der Karriere dieser Sängerin fielen noch in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ihr erstes Engagement in Koblenz endete mit der Schließung der Theater 1944. Von Thüringen aus, wohin Rothenberger evakuiert worden war, gelangte sie nach Hamburg, wo Günther Rennert sie an die dortige Staatsoper engagierte. Dort trat die Sängerin sowohl in Operetten, als auch in Opernpartien auf, die sowohl das traditionelle Repertoire als auch neuere Werke einschlossen. „Sommereggers Klassikwelt 89: Anneliese Rothenberger – zwischen Fernsehstudio und Opernbühne“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 88: Zinka Milanov, der kroatische Star der Metropolitan Opera

von Peter Sommeregger

Foto: wikipedia.de ©

Der am 17. Mai 1906 im kroatischen Zagreb geborenen Zinka Kunc wurde es wahrhaftig nicht an der Wiege gesungen, dass sie eines Tages über einen längeren Zeitraum die ungekrönte Königin der Metropolitan Opera in New York sein würde. Zwar entschied sie sich schon früh für ein Gesangstudium an der Musikakademie ihrer Heimatstadt, wurde in ihren Ambitionen auch von ihrem Bruder, dem Komponisten und Pianisten Božidar Kunc, bestärkt. Aber der Weg aus der Provinz der Donaumonarchie in die Musikzentren Europas und der Welt war kein leichter. „Sommereggers Klassikwelt 88: Zinka Milanov
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Sommereggers Klassikwelt 87: Dennis Brain – Wen die Götter lieben, den nehmen sie früh zu sich

Bildquelle: Warner Classics

„Seine erfreulich vielen Platteneinspielungen sind bis heute Referenzaufnahmen, in Fachkreisen ist sein Name auch mehr als sechzig Jahre nach seinem Tod immer noch in aller Munde und seine Virtuosität auf dem sperrigen Instrument unerreicht.“

von Peter Sommeregger

Dem am 17. Mai 1921, also vor hundert Jahren in London geborenen Dennis Brain wurde das sperrige Musikinstrument Horn gleichsam in die Wiege gelegt. Seine Großvater, Onkel und Vater waren erfolgreiche Solisten auf diesem Instrument. Dennis durfte schon als Kind manchmal das Instrument seines Vaters benutzen, womit seine Musikerlaufbahn eigentlich schon vorgezeichnet war. „Sommereggers Klassikwelt 87: Dennis Brain – Wen die Götter lieben, den nehmen sie früh zu sich“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 86: Die unvergessliche Elisabeth Söderström

von Peter Sommeregger

Der 7. Mai ist der Geburtstag der schwedischen Sopranistin Elisabeth Söderström, die 2009 im Alter von 82 Jahren starb.

Söderström hatte einen schwedischen Vater und eine russische Mutter, ihr slawisches Erbteil prädestinierte sie für die Interpretation von Musik dieses Kulturkreises. Aber zunächst nahm sie privat Gesangsunterricht, ehe sie zwei Jahre an der Königlichen Musikakademie in ihrer Heimatstadt Stockholm studierte. Ihr erstes Engagement erhielt sie unmittelbar nach dem Abschluss ihrer Studien direkt an die Königliche Oper Stockholm. „Sommereggers Klassikwelt 86, Elisabeth Söderström,
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Sommereggers Klassikwelt 85: Christa Ludwig – die Königin ist tot

Unter Otto Klemperer spielte Christa Ludwig mit Fritz Wunderlich das „Lied von der Erde“ ein, eine Aufnahme, für die allein sich schon die Erfindung der Schallplatte gelohnt hätte.

von Peter Sommeregger

Mit Superlativen sollte man sparsam umgehen, aber wenn es eine Sängerin gibt, die gleich mehrere von ihnen verdient, so ist es Christa Ludwig. Bandbreite, Dauer und Qualität ihrer etwa fünfzigjährigen Karriere konnten und können wohl schwerlich jemals übertroffen werden, das Holz, aus dem man solche Ausnahmekünstler schnitzt, wächst nicht mehr nach.

Für Christa Ludwig war der Weg auf die Bühne bereits durch die Eltern vorgezeichnet, ihre Mutter Eugenie Besalla war selbst erfolgreiche Sängerin und blieb die zeitlebens einzige Gesangslehrerin ihrer Tochter. Schon früh holte Karl Böhm sie an die Wiener Staatsoper, die trotz ihrer Erfolge auch an anderen Häusern ihre künstlerische Heimat blieb. Als Stehplatzbesucher der Sechzigerjahre hatte ich ausgiebig Gelegenheit, Christa Ludwig in einem breiten Rollenspektrum zu erleben. Besonders spannend war es, wenn sie die Fachgrenzen ihres Mezzosoprans zu sprengen versuchte, aber ihre künstlerische Klugheit, vielleicht auch der Rat ihrer erfahrenen Mutter hielt sie von allzu gefährlichen Experimenten ab. „Sommereggers Klassikwelt 85: Christa Ludwig – die Königin ist tot
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Sommereggers Klassikwelt 84: ein Leben mit Höhen und Tiefen – Leo Blech, der Preußische Generalmusikdirektor

Als einem der prägenden Dirigenten Berlins sollte ihm ein bleibendes Gedenken sicher sein.

von Peter Sommeregger

Der 21. April dieses Jahres ist der 150. Geburtstag des Dirigenten und Komponisten Leo Blech. Aus diesem Anlass soll an dieser Stelle einmal mehr an seine große Bedeutung für das Berliner Musikleben des vergangenen Jahrhunderts erinnert werden. Kaum eine andere Musikerbiographie des 20. Jahrhunderts kennt so viele Höhen und Tiefen, während der Nazi-Diktatur musste Blech sogar um sein Leben fürchten. „Sommereggers Klassikwelt 84 – Leo Blech, der Preußische Generalmusikdirektor
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Sommereggers Klassikwelt 83: Marian Anderson – Die Sängerin, die Geschichte schrieb

Als die Sängerin Marian Anderson am 8. April 1993 im Alter von 96 Jahren starb, war ihr Ruhm bereits verblasst – und längst in Vergessenheit geraten, dass sie 1955 mit ihrem Debüt an der Metropolitan Opera New York amerikanische Geschichte schrieb. Anderson war nämlich Afro-Amerikanerin, und zwar die erste, die jemals als Solistin auf der Bühne dieses Hauses stand.

von Peter Sommeregger

Initiiert hatte dieses Debüt der legendäre General Manager der Met, Sir Rudolf Bing, dem als Jude Diskriminierung und Ausgrenzung nicht fremd waren. Marian Anderson war zu diesem Zeitpunkt eine viel beschäftigte Konzertsängerin, bei ihrem Met-Debüt war sie bereits 57 Jahre alt, die Rolle der Ulrica in Verdis „Maskenball“ bot sich als passend an, weil sie kurz ist und wenig schauspielerische Aktion erfordert. Bing war es auch mehr um das grundsätzliche Aufbrechen von gepflegten Vorurteilen gegangen. „Sommereggers Klassikwelt 83: Marian Anderson – Die Sängerin, die Geschichte schrieb“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 82: Franco Corelli zum 100. Geburtstag

Im Wege standen Corelli Zeit seines Lebens ein übergroßes Lampenfieber und sein schwaches Nervenkostüm. Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Stabilisierung des Sängers und damit für den positiven Verlauf seiner Karriere leistete die Sängerin Loretta Di Lelio, die Corelli schon zu Beginn seiner Karriere kennenlernte. Sie wurde nicht nur seine Ehefrau, sondern auch sein Stimm-Coach, seine Managerin und schirmte ihn so gut es ging von Fans und der Presse ab.

von Peter Sommeregger

Dass der am 8. April 1921 in Ancona geborene Franco Corelli, Sohn eines Werftarbeiters, einmal der höchst bezahlte und gefeierte Tenor seiner Zeit werden würde, wurde ihm nicht an der Wiege gesungen.

Zwar hatte der Großvater Corellis Gesang studiert, zu einer nennenswerten Karriere hatte es bei ihm aber nicht gereicht. Francos Eltern ließen den Sohn Schiffsbauingenieurwesen studieren, aber der Drang zur Musik und dem Gesang gewann schließlich die Oberhand. Militärdienst, der Krieg und die schwierige Nachkriegszeit verzögerten allerdings Pläne in diese Richtung. „Sommereggers Klassikwelt 82, Franco Corelli zum 100. Geburtstag,
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