Sommereggers Klassikwelt 58: Wer kennt noch Joseph Weigl?

von Peter Sommeregger

Die Stadt Wien leistet sich gegenwärtig den Luxus von grob gerechnet etwa 1000 Ehrengräbern oder so genannten ehrenhalber gewidmeten Gräbern. Die Kriterien, nach denen solche Gräber vergeben werden sind nicht unbedingt transparent, zielen aber insgesamt darauf ab, die kulturelle Elite des Landes zumindest mit einem Grabdenkmal zu ehren.

In vielen Fällen wären die so geehrten Persönlichkeiten sonst tatsächlich vergessen. Bei Spaziergängen über den Zentralfriedhof entdeckt man manchmal Ehrengräber, die zur Erforschung der jeweiligen Biographie anregen. Ein solcher Fall ist das Grab des Komponisten Joseph Weigl, der von 1766 bis 1846 lebte. Kaum jemand weiß heute noch, dass Weigl in seiner Lebenszeit einer der am häufigsten gespielten Opernkomponisten war. Über  gut dreißig Opern und Singspiele hinaus schuf er auch Ballette, Oratorien und Kammermusik. „Sommereggers Klassikwelt 58: Wer kennt noch Joseph Weigl?
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Sommereggers Klassikwelt 57: Leonard Bernstein, der Hochspringer

Foto: © Paul de Hueck / Courtesy of the Leonard Bernstein Office

„Unvergesslich ist mir ein Konzert von den Wiener Festwochen 1970, in dem Bernstein vom Flügel aus Beethovens erstes Klavierkonzert dirigierte. Anschließend erklang Bruckners 9. Symphonie, die ich zum ersten Mal hörte. Es war ein Matinee-Konzert und während der Bruckner-Symphonie fiel Sonnenlicht in den goldenen Musikvereinssaal. Ein magischer Moment, der mir auch nach 50 Jahren noch unvergesslich ist.“

von Peter Sommeregger

Man mag es nicht glauben: An diesem Mittwoch jährt sich der Todestag Leonard Bernsteins bereits zum 30. Mal. Bernstein ist es im Gegensatz zu anderen Pultstars gelungen, weit über seinen Tod hinaus im Gedächtnis der Musikliebhaber präsent zu bleiben. Das liegt sicher nicht zuletzt an seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner Fähigkeit, die Liebe zur Musik für Konzertbesucher auch optisch erlebbar zu machen. Bernstein lebte und litt mit der Musik wie kein Zweiter, viele seiner Auftritte sind als Video erhalten und dokumentieren seine auch physische Hingabe an das jeweilige Werk. Berühmt-berüchtigt sind seine hohen Luftsprünge, wenn er von der Begeisterung hinweg getragen wurde. Mitwirkende an seinen Konzerten wissen auch ein Lied von den inbrünstigen Küssen Bernsteins zu singen, die ihm wohl ein Herzensbedürfnis waren. „Sommereggers Klassikwelt 57: Leonard Bernstein, der Hochspringer“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 56: Jenny Lind, die „schwedische Nachtigall“

von Peter Sommeregger

In diese Woche fällt der 200. Geburtstag der schwedischen Sängerin Jenny Lind. Selbst nach 200 Jahren ist der Ruhm dieser Künstlerin noch nicht verblasst, sie ist im Gegenteil zum Mythos geworden.

Der Start ins Leben der 1820 in Stockholm als außereheliches Kind geborenen Johanna Maria Lind ließ nicht gerade ein so glanzvolles Leben erwarten, wie es der Sängerin beschieden war. Ihr musikalisches Talent wurde jedoch schon früh entdeckt, und sie erhielt bereits mit zehn Jahren ersten Gesangs- und Schauspielunterricht am Königlichen Stockholmer Theater. Dort bekam sie 1837 auch ihr erstes Engagement, zunächst noch als Schauspielerin. In den ersten Jahren trat sie sowohl als Schauspielerin, als auch als Sängerin auf. Bereits 1840  wurde sie zum Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie und zur Hofsängerin ernannt. „Sommereggers Klassikwelt 56: Jenny Lind, die „schwedische Nachtigall“
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Sommereggers Klassikwelt 55: "Halb so groß wie Zürich, aber doppelt so lustig..."

von Peter Sommeregger

… diesen etwas lockeren Spruch oder „Sager“, wie man das in Wien nennt, über den Wiener Zentralfriedhof werden trauernde Menschen vielleicht unpassend finden. Nähert man sich aber dieser Nekropole als neugieriger Besucher, so kann man die zu Stein gewordene menschliche Eitel- und Geschmacklosigkeit auch von der amüsanten Seite sehen. Pompöse Grabmale machen genau so wenig unsterblich, wie inflationär häufig vergebene Ehrengräber der Stadt Wien. Dafür ist ein Mozart, dessen Grabstelle man nicht kennt, wahrhaftig unsterblich geworden. „Sommereggers Klassikwelt 55
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Sommereggers Klassikwelt 54: Unvergesslich! Die Wiener Erinnerungskultur

von Peter Sommeregger

„Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.“ Dieses Sprichwort mag in weiten Teilen zutreffen, für einen Ort der Welt gilt es jedenfalls nicht: Wien. In keiner Stadt der Welt habe ich so viele Gedenktafeln gesehen wie in meiner Heimatstadt. Allein die Erinnerungsorte für Beethoven sind ausgesprochen zahlreich, was der Tatsache geschuldet ist, dass der Komponist ein notorischer Wohnungswechsler war. Sogar als Toter ist er noch einmal umgezogen, vom alten Währinger Friedhof auf den Ende des 19. Jahrhunderts angelegten so genannten Zentralfriedhof, weit vor den damaligen Toren der Stadt. An diesem zentralen Begräbnisort schuf man eine eigene Abteilung für Ehrengräber berühmter Bürger Wiens, da die kleinen regionalen Friedhöfe nach und nach aufgelassen wurden, die jeweilige Prominenz verfrachtete man in die Simmeringer Heide, so heisst diese trostlose Ecke Wiens. „Sommereggers Klassikwelt 54: Unvergesslich! Die Wiener Erinnerungskultur
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Sommereggers Klassikwelt 53: Isabel Strauss – ein Leben wie eine Oper

von Peter Sommeregger, Berlin

Der Name Isabel Strauss wird heute nur noch den wenigsten Opernfreunden ein Begriff sein, immerhin ist die Sopranistin bereits 1973 gestorben. Ein Blick auf ihren Lebensweg ist hoch interessant und zeigt, dass sich manchmal Leben und Oper erstaunlich ähneln.

Die 1926 in Gelsenkirchen geborene Margot Maria Strauss studierte ab 1944 an der Folkwang-Schule in Essen Gesang, musste dieses Studium aber kriegsbedingt bis 1946 unterbrechen. Am 31.5.1950 beendete sie ihr Studium mit einem Abschlusskonzert und wurde an das Opernhaus in Essen engagiert. Dieses Engagement trat sie aber offensichtlich nicht an, da sie inzwischen geheiratet hatte und mit ihrem Ehemann bereits im Juli 1950 nach Chile auswanderte. Dort änderte sie ihren Vornamen in Isabel und sang an verschiedenen Opernhäusern, so in Santiago de Chile, Buenos Aires und Rio de Janeiro ein breit gefächertes Repertoire das von Mimi in „La Boheme“ bis Saffi im „Zigeunerbaron“ reichte. Gelegentlich trat sie in Santiago auch an einer deutschsprachigen Bühne als Schauspielerin auf. „Sommereggers Klassikwelt 53: Isabel Strauss – ein Leben wie eine Oper
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Sommereggers Klassikwelt 52: Uwe Heilmann zum 60. Geburtstag

von Peter Sommeregger

Nach dem frühen, tragischen Tod des Tenors Fritz Wunderlich 1966 war die Musikwelt auf der Suche nach einem Sänger, der diesen Ausnahmekünstler hätte ersetzen können. Es dauerte viele Jahre, bis wieder ein lyrischer Tenor heranwuchs, der  an Schönheit des Timbres und technischer Brillanz  an Wunderlich heran reichte.

Der 1960 in Darmstadt geborene Uwe Heilmann, ausgebildet in der Laubacher Knabenkantorei, schwankte anfangs noch zwischen einer Karriere als Profi-Fußballer und einer musikalischen Laufbahn. Nach der Entscheidung für Letzteres hatte er bereits mit 21 Jahren erste, aushilfsweise Auftritte am Landestheater Detmold, immerhin in Rollen wie Tamino und Don Ottavio. Der Dirigent Wolfgang Gönnewein verpflichtete ihn 1985 an das Stuttgarter Opernhaus, wo er zuerst in kleineren Rollen auftrat, dann aber als Tamino seinen Durchbruch erlebte. „Sommereggers Klassikwelt 52, Uwe Heilmann zum 60. Geburtstag,
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Sommereggers Klassikwelt 51: Mazel tov! Itzhak Perlman ist 75

Foto: © Lisa Marie Mazzucco

Auch Wunderkinder und stets jugendlich wirkende Menschen werden täglich älter. So konnte der große Geiger Itzhak Perlman am 31. August seinen unglaublichen 75. Geburtstag feiern.

von Peter Sommeregger

Dass dieses, von einer frühen Lebenskatastrophe betroffene Kind einmal ein weltberühmter Künstler werden könnte, haben wahrscheinlich nicht einmal seine optimistischen Eltern geglaubt. Perlman, 1945 als Kind polnischer Einwanderer noch vor der Staatsgründung Israels in Tel Aviv geboren, erkrankt schon als Kleinkind an Polio. Von seinen Eltern wird ihm ein optimistischer, kämpferischer Umgang mit seiner Erkrankung vermittelt, davon getragen entwickelt er selbst einen Kampfgeist, der ihn sein ganzes Leben begleiten wird. „Sommereggers Klassikwelt 51: Mazel tov! Itzhak Perlman ist 75“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 50: Die unendliche Baugeschichte von Salzburgs Festspielhäusern

Foto: Aussicht vom Festspielhaus © Luigi Caputo

von Peter Sommeregger

Als am 22. August 1920 endlich die ersten Salzburger Festspiele stattfanden, bestanden diese ja lediglich aus „Jedermann“-Aufführungen auf dem Domplatz. Die Notwendigkeit eines Theaterbaus für zukünftige Festspiele war aber allen Beteiligten bewusst. Die ursprünglichen Pläne eines Festspielhauses in Hellbrun ließen sich aber nicht realisieren, und so wurde im Jahr 1925 nach nur viermonatiger Bauzeit auf dem Areal der Winterreitschule ein provisorisches Gebäude errichtet und mit dem Salzburger Großen Welttheater eröffnet. „Sommereggers Klassikwelt 50: Die unendliche Baugeschichte von Salzburgs Festspielhäusern“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 49: Die komplizierte Geburt der Salzburger Festspiele

Foto: Domplatz, Jedermann © SF/Neumayr/Leo

von Peter Sommeregger

Waren die Mozart-Feste zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch stark durch das Engagement und den Enthusiasmus der Sängerin Lilli Lehmann geprägt, so begann sich in den folgenden Jahren der Schriftsteller Hermann Bahr zur treibenden Kraft der Salzburger Festspielidee zu entwickeln. Bahr war selbst mit einer hoch berühmten Sängerin, nämlich Anna von Mildenburg verheiratet, die sich nach der Heirat Bahr-Mildenburg nannte. Der erfolgreiche Schriftsteller, Dramatiker und Journalist war in der österreichischen Kulturlandschaft bestens vernetzt, so gelang es ihm über die Jahre, bedeutende Persönlichkeiten für die Festspielidee zu gewinnen. Lilli Lehmann befürchtete aber eine Zersplitterung der Kräfte durch die Ausweitung der Konzeption. „Sommereggers Klassikwelt 49: Die komplizierte Geburt der Salzburger Festspiele“ weiterlesen