Sommereggers Klassikwelt 71: Erinnerungen an zwei verklungene Stimmen – Grace Hoffman und Hilde Rössel-Majdan

„Grace Hoffman und Hilde Rössel-Majdan gehörten zu jenen Sängern, die nicht unbedingt zu den umjubelten Stars zählten. Aber Oper auf hohem Niveau braucht dringend genau das, wofür die beiden beispielhaft standen: auch in kleineren und undankbaren Rollen das Gesamtniveau einer Produktion oder eines ganzen Ensembles auf hohem Standard zu halten. Ein ehrenvolles Andenken ist den beiden gewiss.“

von Peter Sommeregger

In diesen Monat fallen die 100. Geburtstage von zwei Sängerinnen des Mezzosopran- bzw. Alt-Faches, die beide lange, in einem Fall auch internationale Karrieren hatten.

Grace Hoffman

Grace Hoffman, eine Amerikanerin mit ungarischen Wurzeln, studierte in den USA, ihre Karriere fand aber zum größten Teil in Europa statt. Als sie 1955 an die Stuttgarter Staatsoper verpflichtet wurde, war das der Beginn einer 37 Jahre währenden Erfolgsgeschichte. Von ihrem Stammhaus Stuttgart aus wurde sie aber immer wieder zu Gastspielen an nahezu sämtlichen großen Opernhäusern Europas eingeladen. Die Wiener Staatsoper wurde für sie so etwas wie ein zweites Standbein. Wien erlebte etwa 200 Aufführungen mit ihr, häufig gesungene Rollen waren die Santuzza („Cavalleria Rusticana“), Herodias („Salome“) und Eboli („Don Carlo“), aber auch für kleinere Nebenrollen war sich die Künstlerin nicht zu schade. „Sommereggers Klassikwelt 71: Erinnerungen an zwei verklungene Stimmen – Grace Hoffman und Hilde Rössel-Majdan“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 70: Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) – Klangkörper der ersten Liga

Sir Simon Rattle, Foto: © Astrid Ackermann

Man darf damit rechnen, dass sich Sir Simon würdig in die Reihe der berühmten Orchesterleiter einreihen wird. Dafür sei ihm schon einmal vorab viel Glück und gutes Gelingen gewünscht!

von Peter Sommeregger

Das im Jahr 1949 aus ehemaligen Mitgliedern des Reichssenders München hervorgegangene Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) wurde unter dem Dach des 1948 gegründeten Bayerischen Rundfunks etabliert. In dem berühmten Dirigenten Eugen Jochum fand man einen prominenten ersten Chefdirigenten, der mit allen Vollmachten ausgestattet die Bildung dieses neuen Klangkörpers vorantreiben konnte. Auf Grund seiner Kompetenz und Prominenz konnte Jochum viele prominente Musiker aus aller Welt für das Orchester gewinnen. „Sommereggers Klassikwelt 70: Das BRSO München – Klangkörper der ersten Liga“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 69: Jacqueline du Pré – die Unvollendete

Foto: Jacqueline du Pré und Daniel Barenboim (c)

von Peter Sommeregger

In diesem Monat kann die Musikwelt des 76. Geburtstages der britischen Cellistin Jacqueline du Pré gedenken. Der Künstlerin selbst war allerdings ein so langes Leben nicht beschieden. Die in Oxford geborene Tochter einer Pianistin und Klavierlehrerin starb mit gerade einmal 42 Jahren an den Folgen einer Multiplen Sklerose-Erkrankung, die sie bereits 1973 zur Aufgabe ihrer bis dahin erfolgreichen Karriere zwang. „Sommereggers Klassikwelt 69: Jacqueline du Pré – die Unvollendete“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 68: Karl? Carl? Karel? Burian? Burrian? zum 150. Geburtstag

„Seine Fachkollegen Enrico Caruso und Leo Slezak, mit die bedeutendsten Zeitgenossen Burians, priesen seine Stimme als der ihrigen überlegen. Wobei Slezak in seinen Memoiren schreibt, es wäre Burian zu wünschen gewesen, neben der Stimme auch einen festeren Charakter zu besitzen.“

von Peter Sommeregger

Schnell noch, ehe das Jahr seines 150. Geburtstages zu Ende geht, sei des tschechischen Heldentenors Karel Burian gedacht, der einer der großen seines Faches war, sich aber selbst sein schlimmster Feind.

Burian, der ursprünglich Jura studierte, wurde in seiner Studentenzeit in Prag auch als Sänger ausgebildet und entschloss sich frühzeitig für diesen Beruf. Seine kräftige und schöne Tenorstimme führte ihn schon bald nach dem Debüt am Stadttheater von Brünn an immer bedeutendere Bühnen wie Köln, Hannover und Hamburg, wo er in Rollen des dramatischen Tenorfachs glänzte. „Sommereggers Klassikwelt 68: Karl? Carl? Karel? Burian? Burrian? zum 150. Geburtstag“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 67: Ernst Krenek – Zeitzeuge der Moderne

von Peter Sommeregger 

Am 22. Dezember 1991 starb der Komponist Ernst Krenek hoch betagt im kalifornischen Palm Springs. Mit seiner Bestattung in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof schloss sich der Kreis eines Lebens, das im Jahr 1900 in Wien begonnen hatte.

Der Sohn eines aus Böhmen stammenden K.u.K.-Offiziers besuchte in Wien das Gymnasium und begann schon während seiner Schulzeit mit 16 Jahren zu komponieren. Er wurde Schüler Franz Schrekers, dem er 1920 nach Berlin folgte und durch den er in den Kreis bedeutender Zeitgenossen Schrekers wie Ferruccio Busoni und Hermann Scherchen Aufnahme fand. Seine frühen Kompositionen sind in freier Atonalität entstanden, seine erste Oper von insgesamt 22, „Der Sprung über den Schatten“, erlebte ihre  Uraufführung 1924. „Sommereggers Klassikwelt 67: Ernst Krenek – Zeitzeuge der Moderne
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Sommereggers Klassikwelt 66: Rita Streich, die "Wiener Nachtigall" – Hommage zum 100. Geburtstag

von Peter Sommeregger

Die am 18. Dezember 1920 in Sibirien als Tochter eines Deutschen und einer Russin geborene Rita Streich gehörte und gehört zu jenen Künstlern, deren Ruhm auch viele Jahre nach ihrem Tod im Jahre 1987 noch nachwirkt. Dafür bedarf es allerdings außergewöhnlicher Leistungen und eines persönlichen Charismas. Beides konnte die blendend aussehende, dunkelhaarige Sängerin für sich in Anspruch nehmen.

Nachdem die Familie Russland verlassen hatte, und zuerst in Essen lebte, begann Rita eine Gesangsausbildung, die von ihrer Lehrerin Erna Berger stark gefördert wurde. Bereits 1943 konnte Rita Streich am Stadttheater von Aussig debütieren. Drei Jahre später war sie bereits Ensemblemitglied der Deutschen Staatsoper in Berlin, wo sie sich ein breites Repertoire von Rollen des lyrischen Sopran- und Koloratursopranfaches aneignete. Im Jahr 1950 wechselte sie innerhalb Berlins an die Städtische Oper, was wohl auch politische Gründe hatte (die Städtische Oper war in West-Berlin, die Deutsche Staatsoper in Ost-Berlin).
1953 erhielt sie einen Ruf an die Wiener Staatsoper. In der Folge wurde Wien zu ihrem Lebensmittelpunkt, was ihr den schmeichelhaften Beinamen „Wiener Nachtigall“ eintrug. „Sommereggers Klassikwelt 66: Rita Streich – Hommage zum 100. Geburtstag“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 65: Clara Haskil – unvergessen, unerreicht

von Peter Sommeregger

Die ältere Dame war im Begriff die Treppe des Brüsseler Bahnhofs abwärts zu gehen, als sie plötzlich stolperte. Ihr männlicher Begleiter musste hilflos zusehen, wie sie über die Stufen hinunterstürzte und am Ende der Treppe bewusstlos liegen blieb. Schnell war ein Krankenwagen zur Stelle, und die offenbar erheblich verletzte Dame wurde in ein Brüsseler Krankenhaus gebracht. Trotz einer Notoperation verstarb die Patientin noch am gleichen Tag. So geschehen in Brüssel, am 7. Dezember 1960. Dieses bedauerliche Ereignis, hätte normalerweise kaum Aufsehen erregt, aber bei der so tragisch Verunglückten handelte es sich um die weltberühmte Pianistin Clara Haskil. Ihr Begleiter und Zeuge des Unfalls war der Geiger Arthur Grumiaux, mit dem sie am folgenden Tag ein Konzert hätte geben sollen. „Sommereggers Klassikwelt 65: Clara Haskil
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Sommereggers Klassikwelt 64: Wilhelmine Schröder-Devrient – Richard Wagners Dresdner Muse

von Peter Sommeregger

Die am 6. Dezember 1804 in Hamburg geborene Wilhelmine Schröder ist bis heute in der Geschichte der Oper das Urbild einer deutschen Primadonna. Ihr bewegtes Leben, obwohl mit 56 Jahren bedauerlich kurz, enthält Stoff genug für mehrere Dramen- oder eine Oper.

Als Kind eines Schauspieler-Ehepaares  schien für sie der Weg auf die Bühne vorbestimmt. Sie erhielt anfangs Ballettunterricht, trat bereits mit fünf Jahren erstmals auf, nach der Übersiedlung der Mutter nach Wien wurde sie dort Mitglied eines Kinderballetts. Parallel wurde sie zur Schauspielerin ausgebildet und debütierte mit nur 15 Jahren am Wiener Burgtheater, entschloss sich aber, Sängerin zu werden. Nach ihrer Gesangsausbildung debütierte sie als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“, bald darauf sang sie mit 17 Jahren Beethovens Leonore im „Fidelio“. Der Komponist soll von ihrer Rollengestaltung sehr beeindruckt gewesen sein. „Sommereggers Klassikwelt 64: Wilhelmine Schröder-Devrient – Richard Wagners Dresdner Muse
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Sommereggers Klassikwelt 63: Traian Grosavescu – ein Stern, der früh verglühte

von Peter Sommeregger

Der spätere Opernsänger Traian Grosavescu wurde am 21. November 1895 im rumänischen Lugoj, damals noch zur Österreichisch-Ungarischen Donau-Monarchie gehörig, geboren. Sein 125. Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, sich dieses so tragisch früh verstummten Künstlers zu erinnern.

Sein musikalisches Talent wurde früh erkannt und er erhielt bereits in seinem Heimatort Unterricht in einem Chor. Neben einem in Budapest begonnenen  Jurastudium besuchte er auch die dortige Musikakademie und ließ seine Stimme ausbilden. Der erste Weltkrieg unterbrach seine Studien, die er schließlich 1919 abschließen konnte. „Sommereggers Klassikwelt 63
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Sommereggers Klassikwelt 62: Fanny Hensel, die verhinderte Komponistin

„Für eine Frau ihres Standes galt es als unschicklich, öffentlich aufzutreten, vor allem aber damit auch Geld zu verdienen. Das hielt Fanny nicht davon ab, zu komponieren, schon in jungen Jahren entstanden zahlreiche Lieder und Klavierstücke.“

von Peter Sommeregger

Am 14. November dieses Jahres konnte die Musikwelt den 215. Geburtstag Fanny Hensels, geb. Mendelssohn-Bartholdy begehen. Geboren in Hamburg als Enkelin des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn erhielt sie wie ihre Geschwister eine solide musikalische Ausbildung, was damals für Kinder aus gehobenen Gesellschaftskreisen durchaus üblich war.

Im Falle ihres Bruders Felix entwickelte sich ein herausragendes Talent, das schon früh erstaunliche Früchte trug, man denke nur an die überirdisch schöne Musik zum „Sommernachtstraum“ des gerade einmal 17-jährigen Knaben. Das gleichfalls offenkundige musikalische Talent Fannys führte aber zu einem Konflikt, der bis zu ihrem frühen Tod mit 42 Jahren nicht gelöst wurde. „Sommereggers Klassikwelt 62: Fanny Hensel, die verhinderte Komponistin“ weiterlesen