Sommereggers Klassikwelt 98: Erinnerung an Sir John Barbirolli

„Warner weiß sehr gut, was für Schätze sie in ihren Archiven hat, zu Barbirollis 50. Todestag im letzten Jahr legte die Firma eine große Zahl von Barbirollis Aufnahmen „remastered“ neu auf. Ein besonderes Highlight darunter ist die Einspielung der vier Brahms-Symphonien mit den Wiener Philharmonikern, eine Aufnahme die ich persönlich der Mitnahme auf die sprichwörtliche einsame Insel für würdig halte.“

von Peter Sommeregger

Obwohl er Kind italienischer Eltern war, ist sein Geburtsort 1899 London. Seine ursprünglichen Vornamen Giovanni Battista änderte er später in John und wurde damit endgültig zum Briten. Der Sohn einer Musikerfamilie verschrieb sich selbst früh der Kunst. Als Cellist erwarb er sich einen frühen Ruhm als Wunderkind, als Orchestermusiker sammelte er bereits wichtige Erfahrungen für seinen späteren Dirigentenberuf, er hatte noch unter dem legendären Sir Thomas Beecham gespielt. „Sommereggers Klassikwelt 98: Erinnerung an Sir John Barbirolli“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 97: 100 Jahre „Pippo“ Giuseppe Di Stefano

Wenn die Opernwelt in dieser Woche den 100. Geburtstag des Tenors Giuseppe Di Stefano feiert, lohnt ein Rückblick auf ein Leben, das keineswegs nur eine Geschichte von Triumphen und Erfolgen war.

von Peter Sommeregger

Der am 24. Juli 1921 in der Nähe von Catania auf Sizilien geborene Giuseppe besuchte ein Priesterseminar und überlegte ernsthaft, Priester zu werden. Die Freude am Gesang und sein offenkundiges Talent führten aber zielstrebig in Richtung einer Gesangsausbildung. Der Zweite Weltkrieg machte erst einmal alle Pläne zunichte, Giuseppe wurde Soldat, wurde aber schnell für Gesangsauftritte freigestellt, mit denen er die Truppe erfreute. Noch vor Kriegsende floh er in die Schweiz, wo er kurz interniert wurde, danach aber erste erfolgreiche Auftritte im Rundfunk hatte. Danach entwickelte sich seine Karriere geradezu  rasant. „Sommereggers Klassikwelt 97: 100 Jahre „Pippo“ Giuseppe Di Stefano“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 96: Carl Czerny – mehr als nur Etüden

„Klavierschüler, die an seinen Etüden verzweifeln, sollten vielleicht einmal seine großartigen Klavierkonzerte hören, die würden sie mit Sicherheit mit dem Pädagogen Czerny versöhnen!“

 von Peter Sommeregger

Der Nachruhm des in Mozarts Sterbejahr 1791 geborenen und am 15. Juli 1857 in seiner Geburtsstadt Wien verstorbenen Komponisten ist durchaus zwiespältig. Ganze Generationen von Klavierschülern haben schlechte Erinnerungen an das Üben mit Czernys Etüden, die generell als langweilig empfunden wurden. Darüber ist die Person Czerny und sein weit über Klavier-Etüden hinausgehendes Werk weitgehend in Vergessenheit geraten. „Sommereggers Klassikwelt 96: Carl Czerny – mehr als nur Etüden“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 95: Gustav Mahler, das lange verkannte Genie

Der 7. Juli ist der Geburtstag Gustav Mahlers, in diesem Jahr der 161. Den letztjährigen, runden konnte die Musikwelt aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht gebührend feiern.

von Peter Sommeregger

Betrachtet man den Lebensweg und den Nachruhm des 1860 im böhmischen Kalischt geborenen Sohnes eines jüdischen Weinbrenners und Gastwirtes, so muss man deutlich zwischen Mahlers Erfolg als Dirigent und Operndirektor, und der zögerlichen Rezeption seines kompositorischen Schaffens unterscheiden. „Sommereggers Klassikwelt 95: Gustav Mahler, das lange verkannte Genie“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 94: Joseph Joachim, der Weltgeiger

von Peter Sommeregger

Am 28. Juni 1831, also vor 190 Jahren, wurde Joseph Joachim in Kittsee im heutigen Burgenland als siebtes Kind eines jüdischen Wollhändlers geboren. Die Familie zog nur zwei Jahre später nach Pest, wo offenbar schon frühzeitig das Ausnahmetalent des Kindes erkannt wurde.

Bereits mit sieben Jahren begann Joseph ein Studium am Konservatorium der Musikfreunde in Wien. Ein früher Förderer seines Talents wurde der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy, nachdem Joseph Joachim seine Studien ab 1843 am Leipziger Konservatorium fortsetzte. „Sommereggers Klassikwelt 94: Joseph Joachim, der Weltgeiger“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 93: Hans Beirer, der unverwüstliche Heldentenor

„Insgesamt hat Beirers Karriere 50 Jahre gedauert, was in den heutigen Zeiten des schnellen Verschleißes von Sängerstimmen kaum mehr vorstellbar erscheint.“

 von Peter Sommeregger

In die letzte Juni-Woche fallen sowohl Geburts- als auch Todestag des Österreichischen Heldentenors Hans Beirer. Gestorben ist der 1911 in der Wiener Neustadt geborene Sänger im Jahr 1993 in Berlin, genau 82 Jahre alt.

Ursprünglich wollte Beirer Medizin studieren, entschloss sich dann aber doch zu einem Gesangstudium  an der Wiener Musikakademie, wo er Schüler von Tino Pattiera wurde. Sein Debüt als Opernsänger hatte er 1936 am Landestheater Linz als Hans in der „Verkauften Braut“ von Smetana. Zu Beginn seiner Karriere trat er auch häufig in Operetten auf, seine Opernpartien waren eher dem lyrischen Fach zuzurechnen. Im 2. Weltkrieg wurde er zum Militär eingezogen, trat aber ab 1941 wieder als Operettensänger auf. „Sommereggers Klassikwelt 93: Hans Beirer, der unverwüstliche Heldentenor“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 92: 200 Jahre Freischütz

Als sich am 18. Juni 1821 der Vorhang im von Schinkel neu erbauten Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin hob, war es für die Uraufführung einer neuen Oper von Carl Maria von Weber. „Der Freischütz“ war der Titel des Werkes und griff in seinem Libretto eine alte Volkssage auf.

von Peter Sommeregger

Der Stoff, die Musik, der Komponist und Librettist, alles war Deutsch, und das war für die Oper der damaligen Zeit, die italienisch und französisch dominiert war, völlig neu. Nicht zu Unrecht sprach man später von der Geburtsstunde der Deutschen Oper. Für den großen Erfolg des Werkes sorgte aber die mitreißende Musik Webers, der damit sein bedeutendstes Werk geschaffen hatte. „Sommereggers Klassikwelt 92: 200 Jahre Freischütz“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 91: Maria Cebotari – ein viel zu früh verglühter Stern

Der 9. Juni 1949 war der Tag, an dem das viel zu kurze, aber trotzdem an Höhepunkten reiche Leben der rumänischen Sopranistin endete.

von Peter Sommeregger

1910 in Chișinău, damals noch zum russischen Kaiserreich gehörend, geboren war bei dem Arbeiterkind mit 11 Geschwistern das musikalische Talent so offenkundig, dass sie das Konservatorium ihrer Heimatstadt besuchen durfte. Früh wurde sie von dem Schauspieler Graf Alexander Wyrubow entdeckt, der sie künstlerisch unter seine Fittiche nahm und sie auch heiratete. Mit Wyrubow lebte sie anfangs in Moskau und Paris, ehe sie 1929 in Berlin ein weiteres Gesangsstudium begann. „Sommereggers Klassikwelt 91: Maria Cebotari – ein viel zu früh verglühter Stern“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 90: Leo Slezak zum 75. Todestag

„Seine Platten gehören zu den Ikonen der Gesangskunst, so ist seine Aufnahme vom Tod Otellos in ihrer emotionalen Intensität und gesanglichen Vollendung niemals überboten worden.“

von Peter Sommeregger

Der spätere gefeierte Heldentenor wurde 1873 in Mährisch-Schönau, damals Teil der Donaumonarchie, als Sohn eines Müllers geboren. Seine Kindheit war von der Armut der Familie geprägt, der junge Leo brach die Schule ab und begann eine Schlosserlehre. Nachdem er seine Liebe zum Theater entdeckt hatte, wirkte er am Theater in Brünn als Statist. Als er eines Tages lauthals die Chorpassagen mitsang, wurde ein Sänger auf ihn aufmerksam, der ihn später ausbildete. „Sommereggers Klassikwelt 90: Leo Slezak zum 75. Todestag“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 89: Anneliese Rothenberger – zwischen Fernsehstudio und Opernbühne

Die Sängerin Anneliese Rothenberger starb am 24. Mai 2010 im gesegneten Alter von 90 Jahren. In den Jahrzehnten davor erreichte die in Mannheim geborene Künstlerin einen Grad der Popularität und Beliebtheit, wie er noch selten einem Opernstar zu Teil wurde.

von Peter Sommeregger

Die Anfänge der Karriere dieser Sängerin fielen noch in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ihr erstes Engagement in Koblenz endete mit der Schließung der Theater 1944. Von Thüringen aus, wohin Rothenberger evakuiert worden war, gelangte sie nach Hamburg, wo Günther Rennert sie an die dortige Staatsoper engagierte. Dort trat die Sängerin sowohl in Operetten, als auch in Opernpartien auf, die sowohl das traditionelle Repertoire als auch neuere Werke einschlossen. „Sommereggers Klassikwelt 89: Anneliese Rothenberger – zwischen Fernsehstudio und Opernbühne“ weiterlesen