Foto Dr. Ritterband
Arena di Verona, 5. Juni 2026
von Dr. Charles E. Ritterband
Zum Auftakt der Opernfestspiele zelebrierte die römische Arena von Verona ein aufsehenerregendes Spektakel – es knüpft an die Feierlichkeiten vor zwei Jahren zur Aufnahme des italienischen Operngesangs in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit an.
Das besondere Anliegen dieser einmaligen Veranstaltung war die Hoffnung, dass das klassische neapolitanische Lied ebenfalls Aufnahme ins Unesco-Welterbe findet.
Rund 100 UNESCO-Delegierte aus aller Welt waren für dieses gigantische Konzert in die Arena und anschließend, lange nach Mitternacht, zu einer nicht minder gigantischen Speisung mit italienischen Spezialitäten auf langen Tischen in der Piazza Bra vor der Arena geladen.
Das Mammut-Konzert bot einen Querschnitt mit den
berühmtesten Arien aus dem Opern-Repertoire der Arena.
Der 150 Stimmen zählende Chor intonierte selbstverständlich das
„Va pensiero“ – die inoffizielle Nationalhymne Italiens – dann, unter begeisterter Beteiligung der mehr als 10 000 Zuschauer, die italienische Nationalhymne selbst (die ich persönlich für die beste aller Hymnen halte…) und schließlich, mit großer Hingabe, das „Dies irae“ aus Verdis „Messa di Requiem“.
Und natürlich durften weder die Flamenco-Einlage der legendären
Truppe von Carlos Saura noch der inzwischen 85-jährige Arena-Veteran Placido Domingo fehlen, der mit immer noch erstaunlich kraftstrotzender (inzwischen) Bariton-Stimme seine bewährte Zarzuela-Arie ins Publikum schmetterte.

Am Dirigentenpult lösten sich die bewährten Arena-Maestri
Francesco Ivan Ciampa und Diego Basso ab.
Mit grandiosen Beleuchtungs-Effekten und Leuchtschriften einer Hundertschaft – glücklicherweise friedlicher – Drohnen im Nachthimmel über der Arena fand ein langer, unvergesslicher Abend seinen triumphalen Abschluss.
Charles E. Ritterband, 5. Juni 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at