Verona fasziniert mit Zeffirellis opulenter Aida

Fotos ©Ennevi Foto/Fondazione Arena

Die überwältigend opulente „Aida“ des legendären Film- Theater- und Opernregisseurs Franco Zeffirelli stellt seit dem 80. Festival in Verona im Jahr 2002 unbestreitbar den Höhepunkt aller Inszenierungen in der grandiosen römischen Arena dar.

Meisterhaft verbindet Zeffirelli das große Spektakel, so wie es diese gigantische Freiluft-Bühne erfordert, mit der berührenden Intimität der Handlung, der unüberbrückbaren Rivalität zwischen der Pharaonentochter Amneris und ihrer Sklavin, sowie dem Dilemma des Heerführers Radamès zwischen Loyalität und Hochverrat aus Liebe.

Giuseppe Verdi     Aida

Regie und Bühne:  Franco Zeffirelli

Kostüme:  Anna Anni
Choreographie:  Vladimir Vasiliev

Dirigent:  Francesco Ommassini
Chor und Orchester der Fondazione Arena di Verona

Arena di Verona, 9. August 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

„Giuseppe Verdi, Aida, Franco Zeffirelli Regie
Arena di Verona, 9. August 2026“
weiterlesen

Veronas fulminante „Traviata“ begeistert das Publikum im Moulin Rouge

Foto © Arena di Verona

Diese „Traviata“ in der Arena von Verona schaffte in der Regie von Paul Curran die überaus heikle Gratwanderung zwischen Spektakel (für das die gigantische Arena steht) und jener zarten Intimität, welche diese tragische Oper erfordert – szenisch und musikalisch.

Giuseppe Verdi,   La Traviata

Violetta:  Rosa Feola
Flora:  Anna Werle
Annina:  Francesca Maionchi
Alfredo:  Galeano Salas
Giorgio Germont:  Luca Salsi

Dirigent:  Michele Spotti

Regie:  Paul Curran
Bühne:  Juan Guillermo Nova
Kostüme:  Stefano Ciammitti
Choreographie:  Kyle Lang

Orchester und Tänzer Fondazione Arena di Verona

Arena di Verona, 6. August 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Dass es zum Zeitpunkt der Uraufführung der „Traviata“, die bekanntlich mit einem eklatanten Misserfolg im „Gran Teatro La Fenice“ am 6. März 1853 startete und bis heute zur meistgespielten Oper weltweit wurde, das „Moulin Rouge“ in Paris noch lange nicht (nämlich 36 Jahre) gab,  gehört zu den Freiheiten, die sich ein Regisseur durchaus erlauben darf: in Verona diente die legendäre Vergnügungsstätte im 1. Akt als Schauplatz und spektakuläre Kulisse – samt dem berühmten XXL-Elefanten, der damals wirklich im Moulin Rouge gestanden hatte.

„Giuseppe Verdi, La Traviata
Arena di Verona, 6. August 2026“
weiterlesen

Wg. kultureller Zertrümmerung: Warum ich nie wieder zum Opern-Festival nach Verona fahren werde

Vorspiel / Ouvertüre: Am Samstagabend, 30. August 2025, zeigte der TV-Sender 3sat „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, eine Aufzeichnung aus der Arena di Verona. Eine Aufzeichnung! Das Publikum war eindringlich gebeten worden, keine Handyaufnahmen zu machen. Und siehe da: Fast alle hielten sich daran.

Alle? Fast alle: Einige Unbelehrbare filmten, für Millionen Zuschauer sichtbar, auch während die Künstler sangen und musizierten. Warum, liebe Arena-Macher, nicht immer so? Haben Sie Angst, dass Ihre Zuschauerinnen und Zuschauer ohne Handyaufnahmen während der Vorstellung nicht auf ihre Kosten kommen?

„Ich bin ganz sicher, Sie werden mit Ihrer ‚Video-Politik‘ in Verona keinen Erfolg haben. Für seriöse Opern-Besucher ist das ein NO-GO. Glauben Sie ernsthaft, das kulturelle Erbe der Oper könne nur durch tausende Handys mit hellen Bildschirmen WÄHREND der Aufführung gerettet werden? You make me smile…“

Fotos © Arena di Verona

von Andreas Schmidt

Das Festival von Verona – Arena di Verona Opera Festival – wirbt auf Deutsch mit den Worten: „Der italienischste Ort auf Erden.“ Es stimmt: Der fast komplett erhaltene Jahrtausendschatz  ist ein atemberaubendes Monument. Wie konnten Menschen ohne moderne Technik so ein Faszinosum erschaffen? 30 n. Chr. – vor 2000 Jahren…

Was nicht stimmt: Die Arena sei, während der Festspiele, ein magischer Ort.

Leider geht es dort zum Teil zu wie auf einem Provinz-Rummelplatz. Hektisch, laut und alles andere als respekt- und würdevoll, die Musik der Meister ehrend. Als ich dort am 15. Juli 2023 auch „Nabucco“ von Giuseppe Verdi verfolgte, filmten etwa 80 Prozent der 12.000 Besucher während der Vorstellung Videos, konsumierten und führten Banal-Gespräche. „Das Arena di Verona Opera Festival ist ein No-Go
klassik-begeistert.de, 2. Januar 2025“
weiterlesen

Verona zelebriert UNESCO Campioni del Mondo, „Italy loves Unesco“

Foto Dr. Ritterband

Arena di Verona, 5. Juni 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Zum Auftakt der Opernfestspiele zelebrierte die römische Arena von Verona ein aufsehenerregendes Spektakel – es knüpft an die Feierlichkeiten vor zwei Jahren zur Aufnahme des italienischen Operngesangs in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit an.

Das besondere Anliegen dieser einmaligen Veranstaltung war die Hoffnung, dass das klassische neapolitanische Lied ebenfalls Aufnahme ins Unesco-Welterbe findet. „Italia loves UNESCO
Arena di Verona, 5. Juni 2026“
weiterlesen

Verona zelebriert einen überragenden „Rigoletto“

Fotos ©Ennevi Foto/Fondazione Arena

Großartiges Bühnenbild, ein engagiertes Orchester mit perfekter Bühnenmusik – und phänomenale Sänger. Eine in jeder Hinsicht grandiose Aufführung.

Giuseppe Verdi, Rigoletto

Dirigent: Michele Spotti

Orchester, Chor und Techniker der Fondazione Arena di Verona
Chorleiter: Roberto Gabbiani

Regie: Ivo Guerra
Bühne: Raffaele del Savio
Kostüme: Carla Galleri
Licht: Claudio Schmid

Arena di Verona, 29. August 2025

von Dr. Charles E. Ritterband

Vor fast einem Jahrhundert, im Jahr 1928, schuf der aus Verona stammende und dort gestorbene Bühnenbildner und Maler Ettore Fagiuoli seinen Entwurf zum Bühnenbild des in jenem Jahr erstmals in der Arena aufgeführten „Rigoletto“.

Die Produktion aus dem Jahr 2003 greift zurück auf das historische Vorbild, welches den mächtigen Palast des – am Vorbild der historischen Figur des Vincenzo I Gonzaga orientierten – Herzogs in Mantua. Großartiges Bühnenbild, ein engagiertes Orchester mit perfekter Bühnenmusik – und phänomenale Sänger. Eine in jeder Hinsicht grandiose Aufführung. „Giuseppe Verdi, Rigoletto
Arena di Verona, 29. August 2025“
weiterlesen

Neuer Nabucco in Verona: Ein High-Tech-Spektakel ohne historischen Bezug irritiert

Fotos: ©Ennevi Foto/Fondazione Arena

Der italienische Opernregisseur Stefano Poda durfte 2023 die abstrakt-spektakuläre 100-Jahr-Jubiläums-Aida in der Arena von Verona inszenieren, die in dieser Saison erneut auf dem Spielplan steht.

Jetzt wurde Poda auch die Neuinszenierung des „Nabucco“ anvertraut – ein gigantisches High-Tech-Spektakel mit zahllosen Lichteffekten auf der Bühne und integriert in die futuristischen Kostüme (wurde das Ganze von einer freigiebigen Elektrizitätsgesellschaft gesponsert?) und bewusst ohne jeden historischen Bezug.

Giuseppe Verdi
Nabucco

Musikalische Leitung: Pinchas Steinberg

Regie, Kostüme, Licht, Choreographie: Stefano Poda

Orchestra, Coro, Ballo e Tecnici di Fondazione Arena di Verona
Chorleiter: Roberto Gabbiani

Arena di Verona, 16. August 2025 Neuinszenierung
in italienischer Sprache

von Dr. Charles E. Ritterband

Wer Podas Anmerkungen im Programmheft ignoriert, bleibt ratlos – auch die Kenntnis der Handlung, deren Protagonisten ganz wie bei Podas Aida-Neuinszenierung in der Masse von Statisten und Choristen untergehen, nützt dem Zuschauer gar nichts. Musikalisch hervorragend – szenisch irritierend. Wie bei „Aida“ sehnt man sich nach den „klassischen Inszenierungen“ zurück.  „Giuseppe Verdi, Nabucco
Neuinszenierung, Arena di Verona, 16. August 2025“
weiterlesen

Zeffirellis „Carmen“ in Verona begeistert als Fest für alle Sinne

Carmen Fondazione Arena © Ennevi

„Carmen“ wurde nach der legendären „Aida“, mit der die Arena di Verona vor 102 Jahren die alljährlichen Opernfestspiele eröffnet hatte, zum zweiten großen Publikumsliebling und steht fast alljährlich mit ausverkauften Rängen auf dem Programm.

Die grandiose Inszenierung des legendären Film- und Theaterregisseurs Franco Zeffirelli aus dem Jahr 1995 wird auf dieser gewaltigen Bühne immer wieder gezeigt und reißt das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Ein Fest für alle Sinne, mit herrlichen Kostümen, aufwendigem Bühnenbild, Hunderten von Choristen und Statisten, Eseln und Pferden, großartigem Orchester, teils exzellenten Stimmen – und den atemberaubenden Flamenco-Einlagen der Compania Antonio Gades.

Georges Bizet, Carmen
Libretto Henri Meilhac und Ludovic Halévy

französische Originalsprache

Regie und Bühne: Franco Zeffirelli

Musikalische Leitung: Francesco Ivan Ciampa
Orchester, Chor, Tänzer(innen), Techniker der Fondazione Arena di Verona

Arena di Verona, 29. August 2025

Von Dr. Charles E. Ritterband

Ich gebe zu – es ist für mich keineswegs das erste Mal: Diese Carmen des Großmeisters Zeffirelli in der Arena habe ich schon mehrfach gesehen und ich bin jedes Mal wieder erneut hingerissen.
„Georges Bizet, Carmen
Arena di Verona, 29. August 2025 “
weiterlesen

Aida in Verona: Ein atemberaubendes Spektakel – und ein großartiges Orchester zieht alle Register

Aida Verona 2025 (Foto privat): María José Siri und kb-Autor
Dr. Charles E. Ritterband in Verona.

Als 2023 die aufsehenerregende Jubiläums-Neuinszenierung der „Aida“ in der römischen Arena von Verona von Stefano Poda mit allen nur erdenklichen Effekten, reichlich Laserstrahlen in allen Farben und in alle Himmelsrichtungen, metallisch silberglitzernden Kostümen, einer beweglichen Riesenhand (siehe „Rigoletto“, Bregenz 2019), einem Heer von unerklärlichen Händen auf Stöcken und einem gigantischen silbernen Luftballon, der über der Bühne auf und ab schwebt, in Szene gesetzt wurde, war ich skeptisch.

Giuseppe Verdi,  Aida

Musikalische Leitung: Daniel Oren
Inszenierung: Stefano Poda

Chor und Orchester der Fondazione Arena di Verona

Festival dell’Arena di Verona, 10. August 2025

von Dr. Charles E. Ritterband

Ich fand wenig Gefallen an diesem überwältigenden Spektakel und sehnte mich nach der nostalgischen „Aida“ mit bunten Tempelsäulen à la Luxor und pharaonischen Fantasiekostümen zurück, so wie dies vor genau einem Jahrhundert, am 10. August 1913 in der Arena inszeniert worden war und seither dem Publikumsgeschmack Hunderttausender von Touristen aus aller Welt Genüge tat. „Giuseppe Verdi, Aida
Festival dell’Arena di Verona, 10. August 2025“
weiterlesen

Netrebko brilliert als Tosca in Verona

arena-opera-festival-2024-netrebko/Photography: Olga Rubio Dalmau 

Es war ein Abend,  den man so schnell nicht mehr vergisst: Anna Netrebko als strahlende Tosca, ihr Ex-Ehemann Yusif Eyvazov in herrlichen Duetten als Cavaradossi und Luca Salsi als grandioser Scarpia – und am Pult der Verona-Stardirigent Daniel Oren.

Giacomo Puccini, Tosca
Libretto  Luigi Illica

Dirigent: Daniel Oren
Orchester, Chor und Techniker der Fondazione Arena di Verona

Regie und Bühnenbild: Hugo de Ana

Tosca : Anna Netrebko
Cavaradossi: Yusif Eyvazov

Scarpia: Luca Salsi
Angelotti: Gabriele Sagona
Sagrestano: Giulio Mastrototaro
Pastore: Lorenzo Pigozzo


Arena di Verona, 16. August 2024


von Dr. Charles  E. Ritterband

„Du bist die Größte“ schallte aus dem Publikum ein Zwischenruf nach minutenlangem geradezu frenetischem Beifall, mit dem Netrebkos herrlich inniges, so überaus subtiles „Vissi d’arte“ honoriert wurde.

Man muss es vorbehaltlos eingestehen: die Netrebko gehört als Tosca immer noch zur Weltklasse, ihre gereifte, nunmehr deutlich tiefere Stimmlage mit edler Patina passt perfekt zu dieser überragenden Figur, die sich ja vom ersten zu zweiten Akt von einer ziemlich eitlen und vor allem verhängnisvoll eifersüchtigen Diva zur todesmutigen Heldin wandelt. Darstellerisch überzeugend dramatisch, neben dem großartig diabolischen, blutrünstig-lüsternen Luca Salsi mit sonorem Bass-Bariton als Scarpia. „Giacomo Puccini, Tosca, Libretto Luigi Illica
Arena di Verona, 16. August 2024“
weiterlesen

Verona fasziniert mit Zeffirellis grandioser „Carmen“

Fotos: ©EnneviFoto/Fondazione Arena di Verona

Kein Zweifel – es ist die imposanteste Inszenierung dieser weltweit am häufigsten aufgeführten unter allen Opern. Franco Zeffirellis Carmen, die vor fast drei Jahrzehnten für die römische Arena von Verona erstellte epochale Produktion, fasziniert nicht weniger als im Jahr der Erstaufführung 1995 Scharen von Besuchern, welche alljährlich im sommerlichen „Arena di Verona Opera Festival“ auf sonnengeheizten, steinernen Stufen und den vornehmeren Sitzen im Parkett das Geschehen auf der gigantischen Bühne mitverfolgen.

Georges Bizet: „Carmen“
Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Dirigent: Leonardo Sini

Regie und Bühnenbild: Franco Zeffirelli
Kostüme: Anna Anni
Licht: Paolo Mazzon

Choreographie: El Camborio
Chorleitung: Roberto Gabbiani
Orchester, Chor, Techniker der Fondazione Arena di Verona

Arena di Verona, 8. August 2024

von Dr. Charles E. Ritterband

Über 500 Mitwirkende drängen sich zwischen der bunten, die Welt der Zigeuner verkörpernden Stoffbahnen und den gemalten Kulissen, die Sevilla darzustellen haben – es sind so viele Choristen, Tänzer und Statisten, dass das Auge des Zuschauers unmöglich diese farbenprächtige Vielfalt auch nur annähernd zu erfassen vermag. Und oft ist es, ohne leistungsstarken Operngucker, völlig unmöglich, die Solistinnen und Solisten welche jetzt gerade ihre Arien zum Besten geben, in dieser turbulenten Menge überhaupt zu orten, bevor bereits der nächste musikalische Höhepunkt wartet.

Es ist nicht nur die einzigartige Opern-Show des legendären italienischen Bühnen- und Film-Multitalents Franco Zeffirelli mit ihren atemberaubenden Bühnenbildern und den Massenauftritten der Mitwirkenden, vergleichbar nur noch mit dem Verona-Hit „Aida“ und allenfalls dem dieses Jahr nicht auf dem Spielplan figurierenden „Nabucco“. „Georges Bizet, Carmen
Arena di Verona, 8. August 2024“
weiterlesen