Arnold Schönberg reiht sich endgültig unter die etablierten Komponisten ein

Buchrezension:

Schönberg Handbuch

Meyer/Muxeneder/Scheideler (Hg.)

Metzler
Bärenreiter

von Peter Sommeregger

Der Komponist Arnold Schönberg galt bis vor nicht allzu langer Zeit als enfant terrible der jüngeren Musikgeschichte, die von ihm entwickelte Zwölftontechnik stieß auf wenig Gegenliebe beim Konzertpublikum. Die Uraufführungen mancher seiner Werke gerieten in Wien seinerzeit zum Skandal, und mussten abgebrochen werden. „Buchrezension: Schönberg Handbuch, Meyer/Muxeneder/Scheideler (Hg.)
klassik-begeistert.de, 7. April 2024“
weiterlesen

Beim Lesen dieses Buchs erklingt die Musik im Hintergrund

Foto: Cover des Buches „Die Psalmen in ihrer Urgestalt. Rekonstruiert und erklärt von Christoph Levin und Reinhard Müller“ 

Buchbesprechung:

„Die Psalmen in ihrer Urgestalt“
Rekonstruiert und erklärt von Christoph Levin und Reinhard Müller

Verlag C.H. Beck, München 2024

ISBN 978 3406 81359 7


von Jolanta Łada-Zielke

In ihrer heutigen Form sind die Psalmen Zeugnisse des Judentums der hellenistischen Epoche und König David gilt als ihr Verfasser. Christoph Levin und Reinhard Müller stellen ihre Urfassungen dar, die aus der Zeit der Könige Israels und Judas stammen. Die zwei Wissenschaftler erklären die ursprüngliche Funktion dieser Gebete in Königspalast und Tempel. Ihre Forschungen zeigen, dass es ähnlich formulierte Hymnen und Lieder auch in Ugarit, Babylonien, Ägypten sowie in Assyrien und Phönizien gab. Solche Gebete richtete man in heidnischen Kulturen nicht nur an ein einen Gott, sondern auch an eine Göttin (Ischtar, Anat) im Gegensatz zur patriarchalischen jüdischen Religion. „Buchbesprechung: „Die Psalmen in ihrer Urgestalt“
klassik-begeistert.de, 6. April 2024“
weiterlesen

250 Komponistinnen: Ein lobenswertes Projekt – klug analysiert, doch mit Schwächen

Buchrezension:

Arno Lücker hat seine VAN-Kolumnen zu einem Nachschlagewerk vereint.

Arno Lücker: 250 Komponistinnen. Frauen schreiben Musikgeschichte.
Die Andere Bibliothek, ISBN 978-3-8477-0023-4. 632 Seiten, 58 €.


von Brian Cooper, Bonn

Endlich hören wir in den Konzertsälen mehr Musik, die von Frauen komponiert wurde. Viel mehr als früher. Allein im letzten Jahr konnte man in europäischen Gefilden Werke von Louise Farrenc, Fanny Hensel, Florence Price und vielen anderen Komponistinnen hören. Das DSO Berlin spielt sogar in der laufenden Saison in jedem Konzert dezidiert mindestens ein von einer Frau komponiertes Werk. „Buchrezension: Arno Lücker: 250 Komponistinnen. Frauen schreiben Musikgeschichte. Die Andere Bibliothek
klassik-begeistert.de, 19. März 2024“
weiterlesen

Sie leb(t)en mit der Musik, für die Musik und von der Musik

Buchrezension

„Mein Leben ist Musik“ von Kristina Dumas und Malin Neumann

von Jolanta Łada-Zielke

Das Thema „Frauen in der Musik“ wird immer populärer, und man versucht, ein junges Publikum dafür zu erreichen. Die Kinderbuchautorin Kristina Dumas und die Illustratorin Malin Neumann haben 21 Frauen der klassischen Musik ausgewählt, die sie den Lesern im Sachbilderbuch „Mein Leben ist Musik“ vorstellen. Es wird im Verlag Anette Betz erscheinen. »Die Ausübung der Kunst ist ja ein großer Teil meines Ichs, es ist mir die Luft, in der ich atme.« – diese Worte von Clara Schumann sind das Motto des Buches und erklären, was Musik für all diese herausragenden Damen bedeutete und bedeutet. „Buchrezension: Kristina Dumas, Malin Neumann, „Mein Leben ist Musik“
klassik-begeistert.de, 30. Januar 2024“
weiterlesen

Der Mythos der Maria Callas wird durchleuchtet

Maria Callas. Kunst und Mythos ¦ Die Biographie der bedeutendsten Opernsängerin des 20. Jahrhunderts

Arnold Jacobshagen
Maria Callas

Kunst und Mythos

Reclam

von Peter Sommeregger

Eine ganze Reihe von Büchern, Tonträgern und Artikeln begleiteten das Jahr 2023, in dem es den 100. Geburtstag der Ikone Maria Callas zu feiern galt. Dabei hatte es davon auch vor dem Jubiläumsjahr keinen Mangel gegeben. „Buch-Rezension: Arnold Jacobshagen, Maria Callas Kunst und Mythos
klassik-begeistert.de, 26. Januar 2024“
weiterlesen

Ein Leben wird abgebildet – Stefan Zweigs Biografie in Bildern

Buchbesprechung:

Das Zusammentragen dieser umfangreichen Dokumentation verdient allein schon Respekt, die Präsentation ist eine echte, gediegen gestaltete Liebesgabe an Stefan Zweig und rundet die umfangreiche Zweig-Biographie Matuscheks ergänzend ab. Den immer noch zahlreichen Lesern und Verehrern des Autors konnte man kein größeres Geschenk machen!

Ein Leben in Bildern
Oliver Matuschek

Das Stefan Zweig Album

Benevento 2023

von Peter Sommeregger

Der Schriftsteller Stefan Zweig, 1881 als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten in Wien geboren, avancierte schon in jungen Jahren zu einem erfolgreichen Schriftsteller. Wirtschaftlich unabhängig konnte sich der philanthropische Schöngeist ganz seinen literarischen Arbeiten widmen, deren Spektrum von journalistischen Artikeln über Lyrik und Dramen schließlich in Novellen ihren Höhepunkt fand, die alle nur denkbaren Facetten der menschlichen Natur abbildeten. „Buchbesprechung: Ein Leben in Bildern, Oliver Matuschek: Das Stefan Zweig Album
klassik-begeistert.de, 5. Januar 2024“
weiterlesen

 „…wieviel seelische Kraft ein Mensch braucht, um nicht seiner Würde verlustig zu gehen, nicht den Glauben an die Menschheit zu verlieren…“

Buchbesprechung:

Marie-Theres Arnbom – „Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt“ aus der Volksoper vertrieben – Künstlerschicksale 1938

Amalthea Signum Verlag, Wien 2023, 205 S., zahlreiche SW-Abbildungen, € 28,00

ISBN 978-3-99050-263-1

von Dr. Regina Ströbl

Jeder denkende Mensch sollte eine Meinung auch zu den politischen Geschehnissen seiner Zeit haben und für seine Überzeugungen eintreten, um eine deutliche Grenze gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass, Hetze, Unterdrückung und weitere derartige Widerlichkeiten zu ziehen. Gerade dabei kommt Personen des öffentlichen Lebens, Prominenten und Künstlern eine besonders wichtige Rolle zu. Sie kann für viele richtungs- und meinungsgebend sein.

Spätestens seit dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine wird dieses Thema auch unter vielen Klassikfans heiß diskutiert; man sehe sich nur auf den einschlägigen Portalen und Blogs um. Hitzig wird ausgefochten, ob klassische Künstler und Künstlerinnen zu einem entsprechenden Statement verpflichtet sind oder ob man sich ohne Ansehen einer möglicherweise nicht tolerierbaren Meinung nur an der schönen Kunst erfreuen darf. „Buchbesprechung: Marie-Theres Arnbom – „Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt“
klassik-begeistert.de, 29. Dezember 2023“
weiterlesen

Eine ganze Felslawine von Biopics

Bildquelle: Benevento Verlag

Buchrezension:

Wolfgang Herles

Felsen in der Brandung                                    Braunfels-Hildebrand

Benevento

von Peter Sommeregger

Von dieser breit angelegte Familienbiografie zweier durch Heirat verbundener Künstlerfamilien erhofft man sich vor allem vertiefte Informationen über den Komponisten Walter Braunfels. Der Autor setzt aber bereits zwei Generationen früher an und holt damit bis weit in das 18. Jahrhundert aus. Tatsächlich finden sich in beiden Familienzweigen interessante Persönlichkeiten. Sind es im Falle der Familie Hildebrand eher bildende Künstler, so ist die Familie Braunfels mehr geisteswissenschaftlich und musikalisch geprägt. „Buchrezension: Wolfgang Herles, Felsen in der Brandung
klassik-begeistert.de, 17. November 2023“
weiterlesen

Der ikonische Bildband über die Ikone Callas ist neu aufgelegt

Buchrezension:

Attila Csampai
Callas

Schirmer Mosel

von Peter Sommeregger

 Der Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, Attila Csampai, legte im Jahr 1993 eine Biographie der Jahrhundert-Sängerin Maria Callas vor, die schnell Kultstatus erreichte. Csampai unternahm es in einem umfangreichen Essay,  Leben und Kunst der damals bereits längst Verstorbenen zu analysieren und zu dokumentieren, eine Würdigung der Callas durch die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann ist dem Essay vorangestellt. „Buchrezension: Attila Csampai, Callas
klassik-begeistert.de, 16. November 2023“
weiterlesen

Welche Rolle übernimmt das Theater in einer Welt, die selbst zum Theater geworden ist?

Buchrezension:

Axel Brüggemann: „Die Zwei-Klassik-Gesellschaft. Wie wir unsere Musikkultur retten.“

Frankfurter Allgemeine Buch

 von Leander Bull

 Die Welt ist Bühne geworden. So schreibt es nicht nur Guy Debord, sondern auch der sich auf ihn beziehende Axel Brüggemann in seinem neuen Buch „Die Zwei-Klassik-Gesellschaft. Wie wir unsere Musikkultur retten“. Der Essay greift aktuelle Debatten rund um den Zustand der Oper sowie des Theaters auf, wobei Brüggemann sich nicht scheut, auch Betrachtungen auf unsere Kulturszene im Ganzen vorzunehmen. Kunst und Kultur, so Brüggemann, drohen heute in zwei polare Richtungen abzudriften. Da sei zum Einen die „sterbende Generation“, die konservativ das zeitlose, unpolitische Theater bewahren will, gegenüber der „letzten Generation“, die das Theater als Debattenort aufgegeben hat und den politischen Streit auf der Straße inszeniert. „Buchrezension: Axel Brüggemann: „Die Zwei-Klassik-Gesellschaft. Wie wir unsere Musikkultur retten“
klassik-begeistert.de, 31. Oktober 2023“
weiterlesen