Maria Cebotari – eine unsterbliche Opernlegende

Buch-Rezension:

Rosemarie Kilius

Maria Cebotari: „Ich lebe, um zu singen“

Frank & Timme
Verlag für wissenschaftliche Literatur

von Peter Sommeregger

Maria Cebotari- dieser Name weckt auch nach mehr als 70 Jahren nach dem frühen Tod der Sängerin bei vielen Opernfreunden schöne Erinnerungen. Die zahlreichen Schallplatten der Künstlerin, zum Teil auch ihre Filme haben in erstaunlicher Weise die Popularität Cebotaris konserviert.

Deshalb ist es erstaunlich, dass es seit einer Würdigung durch Antonio Mingotti unmittelbar nach dem Tod Cebotaris 1949, keine seriöse Biographie der Sängerin mehr in deutscher Sprache gegeben hat. Diese Lücke schließt nun das Buch von Rosemarie Kilius. „Buch-Rezension: Rosemarie Kilius, Maria Cebotari: „Ich lebe, um zu singen“
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Jawoll!! Wolfgang Boettcher in memoriam 1935-2021 – eine schöne work of love

Buch-Rezension:

Claus-Ulrich Bader (Hrsg.):

Jawoll!!
Wolfgang Boettcher
in memoriam
1935-2021

Ries und Erler (Verlag)

von Peter Sommeregger

Die Resonanz auf den Tod des Cellisten Wolfgang Boettcher im Februar 2021 war überwältigend und ist Ausdruck der großen Verehrung, die der Musiker genossen hat, gleichzeitig aber auch ein Beweis für sein erfolgreiches pädagogisches Wirken und seine starke Persönlichkeit.

Schon ein gutes Jahr nach Boettchers Tod liegt nun eine Publikation vor, die Ausdruck der Verehrung und Dankbarkeit von Weggefährten und Schülern ist. Die Namen der an dieser Würdigung Beteiligten reichen von Berühmtheiten wie Daniel Barenboim und Ulf Hoelscher über Journalisten, Kollegen aus dem Lehrkörper der Universität der Künste in Berlin, bis zu ehemaligen Schülern und den verschiedensten Persönlichkeiten, die Boettcher auf seinem langen und erfolgreichen Lebensweg begegnet sind. „Buch-Rezension: Jawoll!! Wolfgang Boettcher in memoriam 1935-2021
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Musik weckt nicht immer angenehme Kindheitserinnerungen

Foto: Bild: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 4.0
via Wikimedia Commons

Buchbesprechung: Edgar Selge, Hast du uns endlich gefunden

Rowohlt Verlag, Hamburg, November 2021

ISBN 978-3-498-00122-3

von Jolanta Łada-Zielke

Manchmal denkst du beim Lesen einer Geschichte: Das erinnert mich an meine Geschichte! Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht! Ich hatte einen solchen Eindruck bei der Lektüre des debütierenden Buchs von dem Schauspieler Edgar Selge, herausgegeben beim Rowohlt-Verlag.

In dem Erzähler und Hauptheld zugleich kann der Leser sich selbst, seine eigenen Sorgen und Ängste wiederfinden. Zwar gibt es den Unterschied einer Generation zwischen mir und dem Autor, aber als Kind habe ich ähnliche Erziehungsmethoden und kleine Ungerechtigkeiten von Erwachsenen wie er erlebt. Ich musste Klavier spielen lernen, nicht wegen der Liebe meiner Eltern zur Musik, sondern weil ich als „Fräulein aus gutem, bürgerlichen Hause“ diese Fähigkeit beherrschen musste. „Buchbesprechung: Edgar Selge, Hast du uns endlich gefunden,
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Buchbesprechung „Mieczysław Weinberg. Auf der Suche nach Freiheit“ – Musik war seine treueste Heimat

Aus dem Englischen von Jens Hagestedt

Wolke Verlag, Hofheim 2010
ISBN 978-3-95593-113-1
Diese Ausgabe entstand in Zusammenarbeit mit Peermusic Classical GmbH

von Jolanta Łada-Zielke

Dieser Komponist war sehr produktiv. 154 seiner Werke haben Opus Zahlen, und außerdem gibt es viele ohne Nummer. Mieczysław Weinberg (1919-1996) ist einerseits mit seinen polnisch-jüdischen Wurzeln stark verbunden, andererseits  vielseitig und inspiriert von Ideen aus aller Welt. Das in den letzten Jahren wachsende Interesse an diesem Komponisten hat mich ermutigt, seine von David Fanning verfasste Biographie „Auf der Suche nach Freiheit“ kennenzulernen. Der Autor ist ein Musikprofessor an der Universität in Manchester.

Eigentlich reicht es, das Vorwort zu lesen, um sich einen Überblick über Weinbergs Leben und Werk zu verschaffen. Sein Biograph erklärt die Bedeutung des Titels: Weinberg suchte die Freiheit sowohl im Leben als auch zum Komponieren. Ich hatte den Eindruck, dass er eher versuchte, sich an die Bedingungen anzupassen, in denen er sich befand; diese änderten sich in seinem Leben ständig. Er überstand verschiedene, oft tragische Wechselfälle, versetzte sich jedoch nie in die Rolle eines Opfers. Zu seinem Werk gehört vor allem die Symphonie- und Kammermusik, die hauptsächlich aus Streichquartetten und Sonaten für verschiedene Instrumente besteht. Seine Vokal- und Instrumentalstücke umfassen Lieder, Kantaten, Opern und Operetten sowie ein Requiem. Er schloss in die Besetzung einiger seiner Symphonien Chöre und Solisten ein. Weinberg schrieb auch Ballettmusik, darunter „Der goldene Schlüssel“ über die Abenteuer von Buratino (das russische Äquivalent zu „Pinocchio“).

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Buchbesprechung: Alessandra Barabaschi, Stradivari – Die Geschichte einer Legende, Böhlau Verlag

Alessandra Barabaschi ist mit dieser Biographie ein Standardwerk gelungen, das über die Person Stradivaris hinaus tiefe Einblicke in die Geschichte des Musikinstrumentenbaus gibt. Unbedingt empfehlenswert!

Buchbesprechung

Alessandra Barabaschi, Stradivari
Die Geschichte einer Legende

Böhlau Verlag

von Peter Sommeregger

Der Name Stradivari ist wohl jedem Musikliebhaber ein Begriff. Auch dass der Träger dieses Namens der berühmteste Geigenbauer der Geschichte war, dürfte weithin bekannt sein. Darüber hinaus herrscht weitgehend Unkenntnis.

Die italienische Kunsthistorikerin  Alessandra Barabaschi hat die längst überfällige Aufgabe übernommen, den Spuren des Lebens dieses begnadeten Handwerkers nachzugehen. Die auch als Journalistin tätige Autorin nimmt den Leser mit nach Cremona, dem Heimatort nicht nur Stradivaris, im 18. Jahrhundert Sitz der Cremoneser Geigenbauschule, der auch weitere bedeutende Meister angehörten. Warum gerade diese mittelgroße Stadt in der norditalienischen Poebene zum Zentrum dieses stets an Bedeutung gewinnenden Handwerks wurde, ist eine der vielen Fragen, denen die Autorin nachgeht. „Buchbesprechung: Alessandra Barabaschi, Stradivari, Die Geschichte einer Legende,
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Vom Grammophon zum Stream: Herbert Haffners Geschichte der Schallplatte

Buchbesprechung: Herbert Haffner, His Master’s Voice

Wolke Verlag

von Peter Sommeregger

Der alte Menschheitstraum, Töne, Sprache, Geräusche aufzeichnen zu können, erfüllte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Beginnend mit dem genialen amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison konkurrierten zahlreiche Wissenschaftler, auch Tüftler und Sonderlinge um den besten gangbaren Weg für die Tonaufzeichnung und Wiedergabe zu finden. Auch vor Edison hatte es schon entsprechende Versuche gegeben, die aber letztlich nicht zielführend waren.

Herbert Haffners Buch, das nun in zweiter, stark erweiterter Ausgabe vorliegt, kommt zur rechten Zeit. Für eine heranwachsende Generation von Musikhörern, die Musik heute schon oftmals als Stream körperlos erlebt, ist der in  über hundert Jahren zurückgelegte Weg der technischen Innovationen sicher interessant. Aber auch und gerade als Sammler von Tonträgern der verschiedenen Generationen erfährt man ungemein viel Wissenswertes über den dornigen Weg bis zum perfekten Hörgenuss von Tonaufzeichnungen. „Buchbesprechung: Herbert Haffner, His Master’s Voice, Wolke Verlag,
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Das Komponieren sakraler Musik sei wie Kartoffel schälen…

„Ich befreie die Kartoffel von ihrer Schale, der Interpret kocht sie und bringt sie zu Tisch, aber Gott ließ sie wachsen“, sagte Arvo Pärt als reifer Komponist. Solche tiefen Gedanken, wie auch suggestive Bilder befinden sich in der Comic-Biografie von einem der größten zeitgenössischen Komponisten.  Der Autor von der Graphic  Novel  „Zwischen zwei Tönen. Aus dem Leben des Arvo Pärt“  ist estnischer Comic-Künstler, Illustrator und Graphic Designer Joonas Sildre. Das Original erschien in Estland in 2018. Dieses Jahr hat Verlag Voland & Quist die deutsche Übersetzung des Buchs von Maximilian Murmann veröffentlicht.

Besprechung des Graphic Novels „Zwischen zwei Tönen“ über Arvo Pärt

 von Jolanta Łada-Zielke

In letzter Zeit ist es sehr populär, das Leben berühmter Persönlichkeiten in Form einer Graphic Novel zu präsentieren. Bisher erschienen solche Romane unter anderem über Agatha Christie, Jean-Paul Sartre und James Joyce. Die Geschichte von Arvo Pärt ist jedoch etwas Besonderes; zum einen, weil ihr Protagonist noch lebt, und zum anderen, weil der Biograph auch Pärts Musik grafisch darstellt. Die erzählte und gezeichnete Geschichte enthält tiefe, philosophische Gedanken, aber auch eine Prise Humor.

Vom Prolog erfahren wir Kindheit und Jugend von Pärt, von seinem ersten Kontakt mit der Musik („Der Lindenbaum“ von Franz Schubert, später Liszts „Präludien“) und einem traumatischen Erlebnis: Als die Rote Armee 1945 Rakvere – die Heimatstadt des Komponisten – plünderte, erledigte ein Soldat „seine Geschäfte“ in das Innere von Arvos Flügel. 1945 wird in Rackverde eine Musikschule gegründet. Arvos Mutter bringt ihn dorthin und sagt: „Mit Musik verdient man zwar kein Geld, aber im Leben wird sie dir von Nutzen sein“. Im Alter von 14 Jahren beschließt Pärt, Komponist zu werden. „Buchrezension: Graphic Novel „Zwischen zwei Tönen“ über Arvo Pärt,
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„…welches Glück aus der Musik fließen kann“

Reiner Lehberger, Helmut Schmidt am Klavier – Ein Leben mit Musik
Verlag Hoffmann und Campe

von Dr. Regina Ströbl

Musik tröstet, beglückt, inspiriert, entspannt, weckt vielerlei Emotionen bei Menschen, die dafür offen und empfänglich sind. Das ist bei Politikern wie Bundeskanzlern nicht anders als bei jedem anderen Bürger. Mit „Helmut Schmidt am Klavier“ legt der Autor Reiner Lehberger sein nunmehr fünftes Buch über bzw. mit dem Ehepaar Schmidt vor und darf damit als profunder Kenner gelten. Ein solches, auf Archivmaterial basierendes Buch in Zeiten von Corona und zahlreichen Lockdowns zu schreiben, ist ein hehres Unterfangen und konnte nur mit Hilfe etlicher Mitarbeiter solcher Institutionen gelingen, die die entsprechenden Unterlagen per Scan zur Verfügung stellten. Ihnen wird zu Recht im umfangreichen Anhang gedankt. Herausgekommen ist ein Buch von geradezu überbordender Materialfülle und Detailreichtum, welche diesen Band auf Jahre hinaus singulär bleiben lässt, denn was sollte/könnte da noch ergänzt werden? „Buchrezension: Reiner Lehberger, Helmut Schmidt am Klavier – Ein Leben mit Musik,
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„Salzburg hat seine Cosima“ Lilli Lehmann und die Salzburger Musikfeste

Das titelgebende Zitat stammt von dem damaligen Wiener Kritikerpapst Julius Korngold, der den ein wenig weit hergeholten Vergleich zwischen der Witwe Wagners und Lilli Lehmann anstellt. Von der Intensität ihres Engagements her waren sich die Frauen allerdings ebenbürtig.

Robert Kriechbaumer

„Salzburg hat seine Cosima“
Lilli Lehmann und die Salzburger Musikfeste

Böhlau Verlag

von Peter Sommeregger

Dieses Buch stellt eine überfällige Würdigung der nicht zu unterschätzenden Rolle dar, welche die weltberühmte Sopranistin bei den ersten Versuchen, in Salzburg Mozartfeste zu etablieren, spielte.

Dass die weltberühmte Sopranistin Lilli Lehmann zeitlebens um das Werk Mozarts und seine Pflege speziell in Salzburg stritt und auch nicht unwesentlich am Zustandekommen des Kaufes von Mozarts Geburtshaus durch die Stadt beteiligt war, ist Allgemeinwissen. Ebenso die Tatsache, dass die Mozartfeste zu Beginn des letzten Jahrhunderts größtenteils ihrem Einsatz und Engagement zu danken sind. „Buchbesprechung: Robert Kriechbaumer „Salzburg hat seine Cosima“,
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Des Meeres und der Oper Wellen

 

Willem Bruls
Venedig und die Oper
Henschel Verlag

von Peter Sommeregger (Text und Foto)

Venedig und die Oper – das ist die Geschichte einer über die Jahrhunderte gewachsenen gegenseitigen kulturellen Befruchtung. An diesem magischen Ort verbanden sich aber schon auch in früheren Epochen alle Künste zu einem lebendigen Ganzen.

Der studierte Kunsthistoriker Willem Bruls zeigt in seinem sehr ambitionierten Buch die Bezüge zwischen Architektur, Malerei und Musik auf, in Form von Spaziergängen durch die Stadt lässt er den Leser an seinem profunden Wissen über die Stadt und die Oper teilhaben. So ist ein Reiseführer der besonderen Art entstanden. Man findet darin auch interessante biographische Details über die behandelten Komponisten und Künstler. In der Blütezeit der venezianischen Oper verfügte die Stadt über etwas 20 Opernhäuser, eine Zahl die schwerlich zu übertreffen war.

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