Der „Pilgerchor“ aus dem „Tannhäuser“ erklingt bei dem Absenken des Sarges mit Cosima Wagners Leichnam. Bevor man sie in Coburg kremiert, hält der Leichenwagen noch am Festspielhaus in Bayreuth an, damit sie sich noch von diesem Ort „verabschiedet“. Die Szenen sind wie aus einem Film, nicht wahr? Sabine Zurmühls neue Biografie der „ungekrönten Festspielkönigin“, herausgegeben von Böhlau Verlag, ist ein fertiges Drehbuch.
Buchbesprechung: Sabine Zurmühl „Cosima Wagner. Ein widersprüchliches Leben“
Böhlau Verlag Wien Köln 2022
ISBN 978-3-205-21501-1
von Jolanta Łada-Zielke
Nach der Lektüre des Buches „Herrin des Hügels“ von Oliver Hilmes habe ich keine Zuneigung für Cosima Wagner empfunden, vielleicht nur ein bisschen Mitgefühl wegen ihrer schweren Kindheit. Bei allem Respekt vor ihrer Leistung, als Mensch wirkte sie auf mich kalt und unnahbar. Zurmühl hat meine Sympathie und mein Verständnis für die Heldin ihres Buches geweckt. Als ich den Umschlag zum ersten Mal gesehen habe, war meine Reaktion: Oh nein, jemand hat schon wieder über diese Frau geschrieben! Jetzt bin ich der Autorin dankbar, dass sie ein anderes, zugänglicheres Antlitz Cosimas präsentiert. „Buchbesprechung: Sabine Zurmühl „Cosima Wagner. Ein widersprüchliches Leben“
klassik-begeistert.de, 17. September 2022“ weiterlesen