Brutaler Mord am ukrainischen Dirigenten Kerpatenko im besetzten Kherson

Yuriy Kerpatenko Foto: Facebook

Russische Soldaten erschossen den Dirigenten nach seiner Verweigerung  an einem Propagandakonzert teilzunehmen.

von Charles E. Ritterband

In der von Russland besetzten südukrainischen Stadt Kherson haben russische Soldaten laut Angaben des Kulturministeriums in Kiew den namhaften Dirigenten Yuriy Kerpatenko in seinem Haus erschossen, nachdem sich der Musiker geweigert hatte, an einem Propagandakonzert im Auftrag der russischen Besetzer teilzunehmen. Mit diesem Konzert wollte die russische Besetzungsmacht laut dem ukrainischen Kulturministerium demonstrieren, wie sich das „friedliche Leben“ im „befreiten“ Kherson „verbessert“ habe. Kerpatenko sollte das Konzert am Pult des Gileya Kammerorchesters dirigieren, dessen Chefdirigent er war. Er fungierte auch als Hauptdirigent des Mykola Musik- und Dramatheaters. Auf seiner Facebook-Seite hatte Kerpatenko bis im Monat Mai Botschaften gepostet, welche sich gegen die Besetzung von Kherson und gegen die russischen Besetzer gerichtet hatten. „Brutaler Mord am ukrainischen Dirigenten Yuriy Kerpatenko im besetzten Kherson
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Zum Tod von Hans Neuenfels: Abschied von einem Unbequemen

Foto: Hans Neuenfels portraitiert von Oliver Mark ©, Berlin 2006 / wikipedia.de

von Peter Sommeregger

Wenige Theaterleute seiner Generation haben derart polarisiert, wie der 1941 in Krefeld geborene Hans Neuenfels. Seine Biographie ist zu gleichen Teilen geprägt von zahlreichen Preisen und Auszeichnungen, andererseits aber auch von nicht wenigen Theaterskandalen. Letztere ließen ihn zeitweilig zum Schrecken der Intendanten werden, für provokantes Sprech- und Musiktheater war er immer gut.

Neuenfels studierte Schauspiel und Regie zuerst an der Folkwang-Hochschule in Essen, später schloss er seine Studien am Reinhardt-Seminar in Wien ab, wo er auch seine spätere Ehefrau, die Schauspielerin Elisabeth Trissenaar, kennenlernte.

Am legendären Ateliertheater am Naschmarkt in Wien stellte Neuenfels ab 1964 eigene Inszenierungen vor. Nach Engagements an kleineren deutschen Bühnen ging er schließlich 1972 nach Frankfurt am Main, wo er mit seinen Inszenierungen für Aufsehen aber auch Zuspruch sorgte. „Zum Tod von Hans Neuenfels: Abschied von einem Unbequemen,
6. Februar 2022“
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