Deutsche Oper Berlin: Milo Raus Holländer-Inszenierung ist zum Vergessen!

T. Konieczny © Matthias Horn

Milo Raus Inszenierung des “FLIEGENDEN HOLLÄNDERS” an der Deutschen Oper Berlin ist ein Reinfall. Er biegt sich die Geschichte des verfluchten Heimatlosen für seine Idee zurecht. Bei ihm verkörpert der Holländer den Deutschen, der bei Israel nach Vergebung sucht und schlussendlich damit scheitert. Bei diesem Interpretationsversuch gleitet Rau von einer Peinlichkeit in die andere. Leider hilft auch die musikalische Seite nicht, den Abend zu retten.

Richard Wagner (1813 – 1883)
DER FLIEGENDE HOLLÄNDER
Romantische Oper in drei Aufzügen (Text von Richard Wagner)

Musikalische Leitung:  Giedrė Šlekytė          

Inszenierung:  Milo Rau                       
Bühne:  Anton Lukas                                  
Kostüme:  Silvie Naunheim                            

Orchester der Deutschen Oper Berlin
Chor und Herren des Extrachores der Deutschen Oper Berlin

Deutsche Oper, Berlin, 31. Oktober 2026

von Jean-Nico Schambourg

„Richard Wagner, Der fliegende Holländer, Milo Rau
Deutsche Oper, Berlin, 31. Oktober 2026“
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Premiere: Auch ein gedoppelter Holländer kann diese Aufführung nicht retten

Der fliegende Holländer © Matthias Horn

PREMIERE +++ Der fliegende Holländer +++ Deutsche Oper Berlin, 24. Oktober 2026

Der umtriebige Autor und Theatermann Milo Rau wurde für diese Neuinszenierung als Regisseur gewonnen, und scheiterte damit auf der ganzen Linie.

Richard Wagner, Der fliegende Holländer

Der Holländer   Tomasz Konieczny/Derek Welton
Senta   Aušrinė Stundytė
Daland   Tareq Nazmi
Erik   Attilio  Glaser
Mary   Kai Rüütel-Pajula
Steuermann   Omar Mancini

Inszenierung   Milo Rau
Dirigentin   Giedrė Šlekytė

Deutsche Oper Berlin, 24. Oktober 2026, Premiere

von Peter Sommeregger

„Wagner, Der fliegende Holländer
PREMIERE – Deutsche Oper Berlin, 24. Oktober 2026“
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War Emma Bovarys Leben tatsächlich so trist grau, wie es Christian Spuck beim Staatsballett Berlin zeigt?

Einzelvorhang für Polina Semionova als Emma Bovary (Foto: RW)

Polina Semionova ist eine großartige Tänzerin. Wie sie aus der Körpermitte heraus Körperspannung erzeugt, diese bei den Hebungen wie eingefroren hält, und danach mit fließenden, eleganten Bewegungen weiter tanzt, ist beeindruckend. Vom Typus her ist sie aber keine Emma Bovary.

Bovary, Tanzstück von Christian Spuck nach dem Roman von Gustave Flaubert

Musik u.a. von Camille Saint Saëns, Thierry Pécou, György Ligeti

Choreographie und Inszenierung: Christian Spuck
Bühne: Rufus Didwiszus, Kostüme: Emma Ryott

Orchester der Deutschen Oper Berlin, musikalische Leitung: Robert Reimer

Klavier: Alina Pronina, Stimme: Marina Frenk

Staatsballett Berlin, Deutsche Oper, 6. Oktober 2026

von Dr. Ralf Wegner

„Bovary, Tanzstück, Choreographie Christian Spuck, Staatsballett Berlin
Deutsche Oper, 6. Oktober 2026“
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Tosca: Wer Oper lebt, kann Tyrannen nicht lieben ...

Fotos: Vorstellung vom 13. September 2023 – Floria Tosca: Carmen Giannattasio, Mario Cavaradossi: Martin Muehle, Baron Scarpia: Ludovic Tézier © Bettina Stöß

oder: wer Oper liebt, kann nicht mit Tyrannen leben

Ja, natürlich schwelgen wir alle in den unvergänglichen Puccini-Melodien, auch bei der Tosca: Non la sospiri la nostra casetta – Vissi d’arte – E lucevan le stelle … in jedem Akt ein Gassenhauer. Und ja, natürlich unterstreicht das den Gruselfaktor. Den Gruselfaktor, der mit dem Henker von Rom, dem grausamen Polizeipräsidenten Scarpia, auf die Bühne kommt. Den Tosca schließlich ersticht. Bravo! Wer mit den Bühnenfiguren mitlebt, weil sie heute so lebensnah sind wie eh und je, der muss dem Tod des Tyrannen entgegenfiebern. Und wird, wenn ein Tyrannenmord heute auch nicht angezeigt ist, sich niemals einen Diktator wünschen können.

Deutsche Oper Berlin, 29. September 2026

Eine Tosca-Repertoireaufführung an der Deutschen Oper Berlin

Tosca, Melodramma in drei Akten von Giacomo Puccini
Text  von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem gleichnamigen Drama von Victorien Sardou

Leonardo Sini   Musikalische Leitung
Boleslaw Barlog   Regie
Filippo Sanjust   Bühne, Kostüm

Aleksandra Kurzak   Floria Tosca
Roberto Alagna   Mario Cavaradossi
Alexey Markov   Baron Scarpia
Mark Kurmanbayev   Cesare Angelotti
Michael Bachtadze   Der Mesner
Jörg Schörner   Spoletta
Tom Nicholson   Sciarrone
Young Choi   Ein Schließer
Milla Luisa Dell’Anna   Ein Hirte

von Sandra Grohmann

„Giacomo Puccini, Tosca, Leonardo Sini, Musikalische Leitung
Deutsche Oper Berlin, 29. September 2026“
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Aus Alt mach Neu

Sunville, Premiere am 25. September 2026 in der Tischlerei © Thomas Aurin

Sunville in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin verarbeitet alte Geschichten und Musiken

Ob Musik sich manchmal alt fühlt? So alt wie manche Zuhörerin, wenn sie Zitate von Liszt, Mozart, Ravel inmitten zeitgenössischer spitzer Töne, inmitten von Tanzrhythmen und wilden Klavierpassagen wiederzuerkennen meint? So alt, dass sie zu müde ist, um das Angebot an Motiven, Texten, Sichten um sich herum zusammenzufügen? Und doch sehen muss, dass da nicht nur ein Pastiche, sondern etwas Neues entsteht, vielleicht etwas eklektisch, aber doch auch poesievoll. Vielleicht ging es den alten Stücken in Sunville in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin so, einem Musiktheater, dessen Uraufführung erst einige wenige Tage zurückliegt.

Sunville

Musiktheater von Sofia Jernberg (Komposition), Fiston Mwanza Mujila (Libretto), Stephanie Thiersch (Choreografie, Regie)

Tischlerei der Deutschen Oper Berlin, 4. Aufführung, 30. September 2026

Sofia Jernberg   Die furchtlose Ex-Königin
Noa Frenkel   Die Frau mit den langen Zöpfen
Serge Kakudji   Der Boxer im Ruhestand
Fiston Mwanza Mujila   Der Erzähler
Emeka Ene   Der Wächter zwischen den Welten, Mousieur Broccoli
Ole Morten Vågan   Der Ex-Mann, Kontrabass
Espen Reinertsen  Der Jäger, Saxophon
Kit Downes   Piano
Yokari Aotani-Riehl   Madame Broccoli, Violine
Esther Feustel   Violine
Ye-Te Yang c Viola
Mara Pstronkonska-Mödig   Violoncello

Lauren Steel   Kostüme
Sonja Füsti   Bühne

 von Sandra Grohmann

„Sunville Musiktheater von Sofia Jernberg
Tischlerei der Deutschen Oper Berlin, 30. September 2026“
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Berlin erteilt mit Stockhausens „Mittwoch aus Licht“ eine Lektion in Dada für Fortgeschrittene

Mittwoch © Julian Roeder

An dieser vom Chor der Deutschen Oper Berlin und etlichen Instrumentalsolisten außerordentlich dicht musizierten und auf die Bretter gebrachten Oper scheiden sich die Geister: Enthusiasten der Elektronischen Musik, die gegen die esoterische Weltsicht von Karlheinz Stockhausen nichts einzuwenden haben, begeistern sich für den „Mittwoch“ aus dem Zyklus „Licht“. Meine junge Begleiterin schätzt die Erfahrung, dabei gewesen zu sein, erklärt die Angelegenheit aber inhaltlich kurz und bündig für „German Brainrot“. Das ist das Diktum für repetitive Videosequenzen, die sinnfreie oder für typisch deutsch geltende Episoden mit recht flachem Witz thematisieren, dabei aber durchaus angenehm selbstironisch sein können. Ältere Semester fühlen sich an dadaistische Lautgedichte erinnert. Ein Abend für Entdecker.

Mittwoch aus Licht
Oper in einem Gruß, vier Szenen und Abschied von Karlheinz Stockhausen

Deutsche Oper Berlin, 27. September 2026

Maxime Pascal  Musikalische Leitung
Jeremy Bines  Dirigent und Präsident Welt-Parlament

Susanne Kennedy  Regie
Markus Selg  Bühnenbild und Video
Warja Rybakova  Video
Andra Dumitrascu  Kostüme
Rachel Pinevska  Ersatz-Präsidentin (Koloratursopran)

Chor der Deutschen Oper Berlin
Ensemble Le Balcon
Instrumentalsolisten
Performer*innen

von Sandra Grohmann

„Karlheinz Stockhausen, Mittwoch aus Licht, Maxime Pascal
Deutsche Oper Berlin, 27. September 2026“
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Die Deutsche Oper Berlin beginnt ihre neue Intendanz im Museum der Moderne

Mittwoch © Julian Roeder

Deutsche Oper Berlin +++ PREMIERE +++ 19. September 2026

Karlheinz Stockhausen
Mittwoch aus Licht

Oper in einem Gruß, vier Szenen und einem Abschied von Karlheinz Stockhausen

Musik, Libretto, Aktionen und Gesten von
Karlheinz Stockhausen

Musikalische Leitung    Maxime Pascal

Dirigent Welt-Parlament   Jeremy Bines

Regie    Susanne Kennedy
Bühnenbild    Markus Selg

Premiere Deutsche Oper Berlin, 19. September 2026

von Peter Sommeregger

An der Deutschen Oper Berlin ist es inzwischen eine Tradition geworden, als erste Premiere einer neuen Intendanz ein Werk der Moderne zu wählen. Dietmar Schwarz begann seine Intendanz 2012 mit Helmut Lachenmanns „Mädchen mit den Schwefelhölzern“, sein Nachfolger Aviel Cahn kann mit Stockhausens „Mittwoch aus Licht“ sogar eine Deutsche Erstaufführung präsentieren. „Karlheinz Stockhausen, Mittwoch aus Licht
Deutsche Oper Berlin +++ PREMIERE +++ 19. September 2026“
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Herzchen, Herzchen für die Saison 2026/27 an der Deutschen Oper Berlin

Das Programm der Deutschen Oper Berlin ist für die kommende Saison mit Herzchen nur so gespickt. Damit niemand übersieht, dass dem Spielplan das Motto „Make Love“ vorangestellt wurde. Zur Illustration des Spielzeitthemas nutzt man also einerseits, anders als in Hamburg, keinen sich an ein Bäumchen klammernden Nackten. Andererseits sind sowohl das Motto wie auch die Herzchen-Illustration für ein Opernhaus von, sagen wir, überschaubarer Originalität.

von Sandra Grohmann 

„Programmvorschau 2026/27 Deutsche Oper Berlin
klassik-begeistert.de, 6. September 2026“
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Wenn Mordlust Mordlust anzieht

TURANDOT von Giacomo Puccini, Deutsche Oper Berlin © Bettina Stöß

Nachrichtenverlauf vor dem Opernbesuch:

Turandot. Die Oper ist so grausam. –
Wenn das ein Film wäre, würdest du ihn dir nicht angucken.
Ich übrigens auch nicht. –
Stimmt. Aber ich bin ja wegen des Tenors hier. –
Welchen Tenors? –
SeokJong Baek. Und außerdem singt Catherine Foster. –
Ja, ist denn bei Euch Festivalzeit? –

Nein, ganz normale Repertoireaufführung.

Giacomo Puccini  Turandot
Dramma lirico in drei Akten

Deutsche Oper Berlin, 23. Juni 2026

Daniel Carter, musikalische Leitung

Lorenzo Fioroni, Inszenierung
Paul Zoller, Bühne und Video
Catharina Gault, Kostüme

Jeremy Bines, Chöre
Christian Lindhorst, Kinderchor

Das Orchester der Deutschen Oper Berlin

Der Chor der Deutschen Oper Berlin
Der Extra-Chor der Deutschen Oper Berlin
Der Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Die Statisterie der Deutschen Oper Berlin

von Sandra Grohmann

Die Geschichte ist schnell erzählt, typisch Märchen: Die chinesische Prinzessin Turandot will nicht heiraten, stellt allen Bewerbern drei Rätselfragen und lässt die köpfen, die daran scheitern. Also alle. Bis Prinz Calaf „der Richtige“ kommt, die Fragen löst und einen Anspruch auf die Prinzessin hat.

„Giacomo Puccini, Turandot, Catherine Foster
 Deutsche Oper Berlin, 23. Juni 2026“
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Die Deutsche Oper Berlin entstaubt eine deutsche Komödie

„Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing © Thomas Aurin

Wer ist schon unter einem fliegenden Einhorn geboren? Nur der geliebte Zar des „Volkszarentum Tschirikistan“! So nennt Regisseur Martin G. Berger den Operettenstaat, in den er die Handlung der Opernkomödie Zar und Zimmermann kurzerhand verlegt hat. Die zahlreichen Inbezugnahmen von Popkultur und Komödientradition beginnen bereits im Videovorspann, der im Stil von Greta Gerwigs „Barbie“ (aber sicher lassen sich auch andere Filme assoziieren) den bis ins Alberne reichenden Ton für den gesamten Abend setzt.

Albert Lortzing
Zar und Zimmermann

Musik und Libretto von Albert Lortzing
in einer Sprechtextfassung von Martin G. Berger

Antonello Manacorda  Musikalische Leitung
Martin G. Berger  Inszenierung

Das Orchester der Deutschen Oper Berlin

Der Chor der Deutschen Oper Berlin
Tänzer*innen des Opernballetts der Deutschen Oper berlin
Die Statisterie der Deutschen Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin, Premiere, 20. Juni 2026

von Sandra Grohmann

Das Publikum der Deutschen Oper Berlin folgt ganz überwiegend bereitwillig dieser Interpretation, die das im Original Ungesagte in eine deutliche Sprache übersetzt, ohne den Kern des Werkes anzugreifen. Dem Haus ist damit ein Coup gelungen, der in der Tradition des Musiktheaters steht, wie es an der Komischen Oper Berlin von Walter Felsenstein begründet und bereits von seinem Meisterschüler Götz Friedrich an die Deutsche Oper Berlin übernommen wurde. Geadelt wurde der Abend durch einige wenige, wenn auch lautstarke Buhrufe. Ohne diese hätten wir an der Wirkmacht der Aufführung womöglich zweifeln müssen.

„Albert Lortzing, Zar und Zimmermann
Deutsche Oper Berlin, Premiere, 20. Juni 2026“
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