"Jonas Kaufmann fehlt alles zum Otello" – "er ist international die erste Wahl": Der Star-Tenor spaltet die Gemüter

Foto: Jonas-Kaufmann ©Gregor Hohenberg

Der Sänger Jonas Kaufmann, seine aktuelle Otello-CD, seine Gesangstechnik und seine gesangliche Anmutung spalten die Leser von klassik-begeistert.de. Was kann er (noch) singen, und was kann er nicht (mehr) singen? Zahlreiche Kommentare gingen beim Nr.-1-Klassik-Blog in Deutschland, Österreich und der Schweiz (google-Ranking) nach dem Beitrag unseres Stockholmer Autoren Yehya Alazem ein: „Jonas Kaufmann hat keine Otello-Stimme“, lautete Alazems Fazit.

Die Mehrheit der klassik-begeistert.de-Leser empfindet, dass Kaufmann den Zenit seines Schaffens schon seit längerem überschritten habe. Die Minderheit empfindet, dass Kaufmann unverändert ein Jahrhundertsänger sei, der zu unrecht kritisiert werde. „Jonas Kaufmann spaltet die Gemüter, der Tenor als Verdis Otello
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10 Fragen an den Balletttänzer Florian Ulrich Sollfrank: "Ich freue mich einfach darauf, wieder für ein Publikum tanzen zu dürfen"

Florian Ulrich Sollfrank, geboren in Weiden, erhielt seine Ausbildung an der Heinz-Bosl-Stiftung / Hochschule für Musik und Theater in München. Während seiner Studienzeit wurde ihm ein Stipendium von Konstanze Vernon gewährt. Nach bestandenem Diplom wurde er 2012 als Volontär vom Bayerischen Staatsballett übernommen. Zwei Jahre später wechselte er an das Finnische National Ballett in Helsinki. Seit April 2018 ist er wieder festes Ensemblemitglied des Bayerischen Staatsballetts. 

Interview: Barbara Hauter

Was haben Sie vor einem Jahr getan, und wie sieht ihr Alltag heute aus? Wie halten Sie sich fit und geschmeidig? Wie funktionieren die Proben?

Vor einem Jahr haben wir gerade die Ballettfestwoche beendet. Die Ballettfestwoche ist normalerweise der Höhepunkt unserer Spielzeit. Dieses Jahr mussten wir leider darauf verzichten … das schmerzt natürlich sehr, aber die momentane Situation ist eine enorme Ausnahme, alle müssen wir unseren Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen. Jetzt trainieren wir über Video-Konferenzschaltung zuhause und halten uns mit Workouts und Pilates fit. Wir hoffen jedoch sehr, dass wir unter Einhaltung strenger Sicherheitsauflagen bald wieder an das Theater zurückkehren und im Studio trainieren dürfen. „10 Fragen an den Balletttänzer Florian Ulrich Sollfrank
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Der Schmerz des Virtuellen... Jonas Kaufmann: „Musik ohne Publikum ist nicht dasselbe für mich“

Das 4. Montagskonzert der Bayerischen Staatsoper live als Stream am 27. April 2020

Foto © Gregor Hohenberg Sony Classical, Jonas Kaufmann

Georg Friedrich Händel
Aria ‚Piangerò la sorte mia‘ aus Julio Cesare in Egitto
Elsa Benoit, Sopran
Donald Wages, Klavier
In Memoriam Sir Peter Jonas

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierquartett Es-Dur KV 493
Bayerisches Staatsorchester
Münchner Klaviertrio
Michael Arlt, Violine
Gerhard Zank, Violoncello
Donald Sulzen, Klavier
mit
Tilo Widenmeyer, Viola

Robert Schumann
Dichterliebe op. 48 aus Heinrich Heines Buch der Lieder
Jonas Kaufmann, Tenor
Helmut Deutsch, Klavier

von Frank Heublein

Jonas Kaufmann wendet sich nach seiner Interpretation des Liedzyklus Dichterliebe von Robert Schumann an das virtuelle Publikum und spricht mir spiegelbildlich aus der Seele: „Music is not the same for me without an audience“. Musik ohne Publikum ist für mich nicht dasselbe. Für mich als seinem „Spiegelbild“, einem Teil des Publikums, ist Musik, die ich nicht im Saal mit anderen unmittelbar teile, auch nicht dasselbe wie einen Stream mitzuverfolgen.

Dabei merke ich sie ihm an, die Passion für die Schumannschen Lieder. Passion, die das Band des spürbar empfindenden Gegenübers braucht, um über sich hinaus zu wachsen, weil sie einen Energieschub von der Gegenseite, des lebendigen Publikums erhält. Und dabei kein Nullsummenspiel ist, die Energie vervielfacht sich, elektrisiert alle Beteiligten im Raum. „4. Montagskonzert mit Jonas Kaufmann, Helmut Deutsch,
Bayerische Staatsoper“
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Mein erstes klassisches Streaming-Event und warum ich keine Rezension darüber schreibe

Foto: Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Es ist anders als im Saal und muss es meiner Ansicht nach sein. Kamerafahrten, Schnitte, Überblendungen. Das kontextuiert die Musik auf eine andere Art. Die Regie führt meine Aufmerksamkeit, im Saal bin ich es der sie lenkt.

Ein Erfahrungsbericht von Frank Heublein

Mein Thema ist das der Konzentration. Ich glaube, dass ich Konzentration in meiner häuslichen Umgebung für ein Konzert, dass annähernd drei Stunden dauert, lernen muss. Mit dem Gang zum Kulturort bereite ich mich vor, fördere ich die Konzentration auf das Folgende. Das fällt zuhause weg.

Dann sind da Aspekte der Ablenkung: Ich schaffe es nicht, das Essen pünktlich zuzubereiten. Den ersten Teil der Schumannschen Lieder höre ich aus der Küche heraus. Immerhin: Ich habe den Stream mit meiner Anlage verbunden und dadurch eine gute Tonqualität. Essen und zuhören: Das geht schon, es ist aber nicht die Konzentration vorhanden, die ich für eine Rezension von mir selbst erwarte. „5. Akademiekonzert im Stream,
Bayerische Staatsoper“
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Streams – die stillen Stars in der Krise

Top-Häuser wie die Metropolitan Opera (Met) in New York, das Royal Opera House (ROH) in London, die Opéra National de Paris, die Wiener Staatsoper, das Teatro alla Scala in Milano, die Bayerische Staatsoper und die Staatsoper Unter den Linden in Berlin machen es vor: Kostenlose Streams sind die stillen Stars in der Krise…  Zuhause rein in den Sessel und aus der fernen Welt feinste Klänge vernehmen…

Foto: © Wilfried Hösl, Bayerische Staatsoper

… klassik-begeistert.de-Autorin Barbara Hauter hat einen wunderbaren Beitrag aus München geschrieben – ich empfehle ihn Ihnen und Euch sehr. „Streams – die stillen Stars in der Krise,
The Metropolitan Opera, Theater an der Wien“
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Hauters Hauspost 2: Treffen Sie sich mit mir zu einem Tanzabend des Bayerischen Staatsballetts in München

von Barbara Hauter

Haben Sie Samstag schon was vor? Wie wäre es, wenn wir uns zur Watchparty treffen! Am 21. März um 19.30 Uhr schauen alle ballettinteressierten Klassik-begeistert-Leser gleichzeitig „Jewels“. Der Tanzabend des Bayerischen Staatsballetts in München wird auf Staatsoper.tv übertragen und garantiert vor allem eines: Er hebt das Gemüt. Und fröhliche Grundstimmung stärkt das Immunsystem. Das können wir alle gerade gut gebrauchen.

Warum gerade Jewels? Weil Jewels einfach wunderschön ist:  Geschliffener Tanz, glitzernde Kostüme, abwechslungsreiche Musik. Der Choreograf George Balanchine schuf für seine Compagnie, das New York City Ballet, eine ganze Reihe neoklassischer, visionärer Choreographien, die als Meilensteine des Balletts gelten. „Hauters Hauspost 2
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Heiterkeit und Dolce Vita in der Bayerischen Staatsoper: Diese Kultinszenierung begeistert noch immer

Foto: © Myrzik und Jarisch

Bayerische Staatsoper, 4. März 2020

Gioachino Rossini, La Cenerentola

von Stefanie Schlatt

Wer kann bei diesem nasskalten Wetter nicht ein wenig Aufheiterung vertragen?

Während die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings in München noch auf sich warten lassen und die Flucht in wärmere italienische Gefilde wegen des immer noch grassierenden Coronavirus derzeit ausgeschlossen ist, beschränkt sich das Dolce Vita derzeit höchstens auf Besuche in der Pizzeria um die Ecke – es sei denn, man ist Opernfan, denn für solche hat das vielseitige italienische Repertoire eigentlich immer etwas zu bieten. „Gioachino Rossini, La Cenerentola,
Bayerische Staatsoper, 4. März 2020“
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"Tosca" in München: Josef Calleja singt in Top-Form

Bayerische Staatsoper, 17. Februar 2020
Giacomo Puccini, Tosca
Foto: Der Malteser Tenor Joseph Calleja (c)

von Ralf Wegner

Zu schön, um wahr zu sein: „Tosca“ habe ich wohl knapp zwei Dutzend Mal gesehen; dieses Schauerdrama macht nicht  müde: Eine exaltierte eifersüchtige Primadonna opfert sich vergeblich einem brutal sadistischen Polizeichef, der ihren Geliebten, einen freiheitssüchtigen Maler, erschießen lässt.

Die weiteren Personen tragen zur Handlung nur unwesentlich bei und wurden von Puccini musikalisch entsprechend  benachteiligt. Wo Verdis Gesang Tiefenspannung zeigt, bleibt Puccini eher an der Oberfläche, aber an was für einer. Kaum ein Komponist hat so schön wie Puccini für die menschliche Stimme geschrieben. Und der Bayerischen Staatsoper war es auch gelungen, mit der Sopranistin Anja Harteros, dem Tenor Josef Calleja und dem Bassbariton Erwin Schrott drei herausragende Vertreter ihres Fachs für die Partien der Floria Tosca (die Sängerin), des Mario Caravadossi (der Maler) und des Baron Scarpia (Polizeichef) zu gewinnen. „Giacomo Puccini, Tosca,
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Experiment gelungen: Kunstart-Fusions-Krimi! Judith Bond in München

Bayerische Staatsoper, München (Premiere), am 1. Februar 2020
Béla Bartók, „Judith“, Konzert für Orchester und „Herzog Blaubarts Burg“
Foto: W. Hösl (c)

von Frank Heublein

Béla Bartók ist ein reichlich unbeschriebenes Opernblatt. Nur eine und dazu sehr kurze Oper. Herzog Blaubarts Burg entstand 1911 und wurde erst sieben Jahre 1918 später in Budapest uraufgeführt. Davor hatte kein Haus Interesse an einer Aufführung gezeigt. Kompositions-Lust geht anders.

Zu kurz ist die Oper für einen ausgefüllten Abend. Was machen? Katie Mitchell ist für die Inszenierung zuständig und hat mehrere Ideen zusammengeführt, die diesen Herzog Blaubart neu interpretieren, mich sehen und empfinden lassen. „Béla Bartók, „Judith“, Konzert für Orchester und „Herzog Blaubarts Burg“,
Bayerische Staatsoper, München (Premiere), am 1. Februar 2020“
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"Die Zauberflöte" in der Bayerischen Staatsoper: tolle Inszenierung, strahlende Solisten und ein strauchelnder Dirigent

Magische Gegenstände, Liebestaten, Helden, die gegen das Böse kämpfen – all das ist Material für einen Blockbuster. Daher ist es auch kein Wunder, dass die Bayerische Staatsoper in München wieder einmal ausverkauft ist.

Foto: © Wilfried Hösl, Bayerische Staatsoper – Nationaltheater

Bayerische Staatsoper, 30. Januar 2020
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte

von Ansgar-Thorben Zabel

Die Inszenierung der Mozart-Oper von August Everding lockt die Münchner weiter in die Staatsoper. Das ist auch nachvollziehbar, wenn man zum einen die vielen kleinen Papagenos und Papagenas nach dem berühmten Duett des Vogelfängers und seiner Geliebten sieht und zum anderen die drei jungen Knaben erleben darf, die als Mozart vom Wolkenhimmel der Opernbühne in das Geschehen hineinschweben. Außerdem überzeugt das Bühnenbild von Jürgen Rose mit enormem Detailreichtum. Trotz des Unterhaltungsgrades der märchenhaften und kindlichen Oper, wirft die Inszenierung viele moralische Aspekte auf und setzt einen Schwerpunkt auf die menschlichen Züge der Charaktere untereinander.        

„Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte
Bayerische Staatsoper, 30. Januar 2020“
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