Salzburg: Yuja Wang springt ein und sprintet an die Spitze

Yuja Wang, Klavier, Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons Dirigent © SF Marco Borrelli

Salzburger Festspiele 2026

Unter der Leitung von Andris Nelsons zauberten die Wiener Philharmoniker zum Abschluss der Salzburger Festspiele 2026 zwei Tondichtungen ihres Lieblingskomponisten Richard Strauss durch das Festspielhaus. Fast noch spektakulärer war aber Yuja Wangs Sensationsleistung als Einspringerin mit Prokofjews zweitem Klavierkonzert. 

Wiener Philharmoniker
Yuja Wang, Klavier (anstelle von Daniil Trifonov)

Andris Nelsons, Dirigent

Sergej Prokofjew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 16, Richard Strauss: Don Juan op. 20 & Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Großes Festspielhaus, Salzburg, 29. August 2026

von Johannes Karl Fischer

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Großes Festspielhaus, Salzburg, 29. August 2026“
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Georg Nigls Leistung als Prinz von Homburg hat den Wow!-Faktor

Georg Nigl (Prinz Friedrich Artur von Homburg), ORF Radio-Symphonieorchester Wien © SF/Marco Borrelli

Herausragend ist die Leistung Georg Nigls als Prinz von Homburg. Dazu ein grandioser Orchesterklang, durch den ich die wunderbaren Facetten Henzes Musik – mal filigran mal mit großer Wucht – entdecke.

Der Prinz von Homburg (1960)
Oper in drei Akten und neun Bildern
Komposition: Hans Werner Henze
Libretto: eingerichtet von Ingeborg Bachmann nach dem Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist

Konzertante Aufführung
Musikalische Leitung  Ingo Metzmacher

Prinz Friedrich Artur von Homburg   Georg Nigl
Prinzessin Natalie von Oranien   Kathrin Zukowski
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg   Maximilian Schmitt

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Felsenreitschule, Salzburg, 20. August 2026

von Frank Heublein „Hans Werner Henze, Der Prinz von Homburg, Georg Nigl
Felsenreitschule, Salzburg, 20. August 2026“
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Die zwei Stimmen des François: Sly zieht die Notbremse, Herrera-López Kessel rettet

Philippe Sly (Saint François) © SF/Monika Rittershaus

Selbstverständlich wäre ich über alle Maße enttäuscht gewesen, hätte ich nach dem ersten Akt den Saal endgültig verlassen müssen. War nicht der Fall. Doch auch im Fall des Falles: ich finde es so mutig wie richtig, die Entscheidung zu treffen, nicht weiter zu singen, wenn der Künstler selbst die Gefahr spürt, durch das Weitersingen seine Stimme zu zerstören. Chapeau! Philippe Sly lässt sich nach dem ersten Akt entschuldigen. Er spielt – grandios! – weiter. Ab dem 2. Akt übernimmt Antoin Herrera-López Kessel die Stimme des François. Nicht ganz so entschlossen wie Sly, doch die die menschliche Tiefe des François’ singt er in mich.

Saint François d’Assise (1983)
Komposition und Libretto:  Olivier Messiaen

Musikalische Leitung:  Maxime Pascal
Regie/Bühne/Kostüme/Licht:  Romeo Castellucci

L’Ange    Lauranne Oliva
Saint François   Philippe Sly, Gesang ab dem 2. Akt   Antoin Herrera-López Kessel

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker

Felsenreitschule, Salzburg, 15. August 2026

von Frank Heublein

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Felsenreitschule, Salzburg, 15. August 2026“
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Ariadne auf dem Mars

Ariadne auf Naxos © SF/Thomas Aurin

Ersan Mondtags Neuinszenierung von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos
bei den Salzburger Festspielen 2026

Richard Strauss (1864 – 1949)
ARIADNE AUF NAXOS
Oper in einem Aufzuge nebst einem Vorspiel op. 60
(entstanden 1911—1912, zweite Fassung uraufgeführt 1916)

Libretto von Hugo von Hofmannsthal

Musikalische Leitung:  Manfred Honeck 

Regie / Bühne / Kostüme:  Ersan Mondtag
Licht:  Franck Evin
Video:  Alexander Pannier
Choreografie:  Ashley Alexandra Wright
Dramaturgie:  Till Briegleb

Haus für Mozart, Salzburg, 10. August, 2026

von Getong Feng

Am 2. August feierte Ersan Mondtags Neuinszenierung von Richard Strauss’ und Hugo von Hofmannsthals Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen im Haus für Mozart Premiere. Strauss’ 1911/12 entstandene Oper bringt heitere Komödie und tragischen Ernst auf eigentümlich radikale Weise zusammen: Auf ein satirisches Vorspiel, in dem Künstler, Dienstboten und ein allmächtiger Auftraggeber um die Gestaltung eines musikalischen Banketts ringen, folgt die Geschichte der von Theseus verlassenen Ariadne, doch nicht als ungebrochene Opera seria. Auf Geheiß des Hausherrn wird sie mit dem burlesken Spiel einer Commedia dell’arte-Truppe um Zerbinetta verschränkt.

„Richard Strauss, Ariadne auf Naxos, Ersan Mondtag Regie
Haus für Mozart, Salzburg, 10. August, 2026“
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Mondtags exzellenter Salzburger Ariadne bleibt der Buh-Orkan nicht erspart

Fotos © SF/Thomas Auri

Ein Lakai lästert im alpenländischen Dialekt, Christina Nilssons Ariadne taucht das Publikum in die namenlose Lebensfreude dieser musikalischen Komödie und aus dem Graben strömen süß wie Sachertorte die Streicherglissandi der Wiener Philharmoniker. Trotz eines Buh-Orkans für Ersan Mondtags eigentlich geniale, lebendige Inszenierung thront diese Salzburger Ariadne an der Spitze der allerersten Strauss-Liga!

Salzburger Festspiele

Ariadne auf Naxos
Musik von Richard Strauss
Text von Hugo von Hofmannsthal

Musikalische Leitung: Manfred Honeck

Regie/Bühne/Kostüme: Ersan Mondtag
Licht: Franck Evin
Video: Alexander Pannier
Choreografie: Ashley Alexandra Wright
Dramaturgie: Till Briegleb

Wiener Philharmoniker

Haus für Mozart , Salzburg, 2. August 2026

von Johannes Karl Fischer

„Richard Strauss, Ariadne auf Naxos
Haus für Mozart, Salzburg, 2. August 2026“
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„Lucio Silla“ in Salzburg: Ádám Fischer auf Spurensuche beim jungen Mozart

Ádám Fischer Conductor, Mozarteum Orchestra Salzburg © SF/Marco Borrelli

Mozarts späteres Genie blitzt in „Lucio Silla“ bereits auf. Ádám Fischer legt diese Spuren frei, Xenia Puskarz Thomas und Nina Solodovnikova machen sie hörbar.

Wolfgang Amadeus Mozart, Lucio Silla (semiszenische Aufführung)

Salzburger Festspiele, Felsenreitschule,
2. August 2026

Ádám Fischer, Dirigent
Mozarteumorchester Salzburg
Bachchor Salzburg

Salzburger Festspiele, Felsenreitschule, 2. August 2026

von Jürgen Pathy

„Wolfgang Amadeus Mozart, Lucio Silla (semiszenische Aufführung)
Salzburger Festspiele, Felsenreitschule, 2. August 2026“
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Jonathan Tetelman prägt Salzburgs düstere Carmen

Carmen 2026 © SF/Thomas Aurin

Jonathan Tetelman wächst in Salzburg über sich hinaus. Teodor Currentzis und Regisseurin Gabriela Carrizo machen aus Bizets Oper ein düsteres Psychodrama, das niemanden kaltlässt.

Georges Bizet, Carmen

Gabriela Carrizo, Inszenierung

Teodor Currentzis,
Dirigent
Utopia Orchester
Utopia Chor, Bachchor Salzburg

Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus, 26. Juli 2026 (Premiere)

von Jürgen Pathy

„Georges Bizet, Carmen
Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus, 26. Juli 2026 (Premiere)“
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Salzburg-Auftakt: Dudamel entfesselt das Mahler-Universum aus der Zweiten

Vienna Philharmonic,  Gustavo Dudamel Conductor, Ying Fang Soprano,  Nadezhda Karyazina Alto, Wiener Singverein, Johannes Prinz Chorus Master SF/Marco Borrelli

Mit einer sensationellen Aufführung von Mahlers monumentaler zweiter Sinfonie lassen Gustavo Dudamel und die Wiener Philharmoniker das Mahler-Universum zum Festspielauftakt in den Salzburger Musikhimmel aufsteigen. Trotz ein paar Schönheitsfehlern feierte das Publikum den packenden Konzertabend mit stehenden Ovationen für alle Beteiligten.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehung“

Wiener Philharmoniker
Wiener Singverein

Ying Fang, Sopran
Nadezhda Karyazina, Alt

Johannes Prinz, Chorleitung
Gustavo Dudamel, Dirigent

Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus, 27. Juli 2026

von Johannes Fischer

„Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehung
Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus, 27. Juli 2026“
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Das Solisten-Duo Aristidou – Nigl sticht Leidenschaft in mein Herz

Passion (konzertant) 2026: Sarah Aristidou (Lei), Franck Ollu (Musikalische Leitung), Georg Nigl (Lui) © SF/Jan Friese

Dusapins Passion erzählt die Geschichte von Orpheus und Eurydike. Das Cembalo mit zart zerbrechlichen Lento-Soli verheißt mir Leidenschaft. Ich empfinde sie, sickernd, wogend, anrührend, manchmal atemlos. Zugleich ist sie ungreifbar weit entfernt. Das Orchester geht mir in den Bauch. Die volle Klaviatur der Leidenschaft sticht mir das Solisten-Duo Aristidou – Nigl ins Herz, unterstützt von der Schola Heidelberg.

 Ouverture Spirituelle – Passion (2007)

Komposition  Pascal Dusapin
Libretto von Pascal Dusapin und Rita de Letteriis

Besetzung

Lei   Sarah Aristidou
Lui   Georg Nigl
Schola Heidelberg   Gli altri

Musikalische Leitung   Franck Ollu
Ensemble Modern

Kollegienkirche, Salzburg, 23. Juli 2026

von Frank Heublein

„ SF Ouverture Spirituelle – Passion (2007) Pascal Dusapin
Kollegienkirche, Salzburg, 23. Juli 2026“
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Utopia unter Currentzis versetzt mich ins spirituelle Schweben

Miserere – Utopia · Currentzis 2026: Utopia Choir, Utopia Orchestra, Teodor Currentzis (Dirigent) © SF/Marco Borrelli

Äußere Effekte sollen die Musik verstärken. Die spirituelle Atmosphäre verdichten. Für mich gelingt das. Überraschende Töne der „unsichtbaren“ Sängerin des Cantus am Anfang. Licht, mal schummrig mal farbstrahlend. Die Emotion von Chor und Orchester widerspiegelnd. Den atmosphärischen Höhepunkt setzt der Chor der Frauen zum finalen Cantus gemeinsam mit verletzlichen Harfen- und Lyraklängen.

Ouverture Spirituelle Miserere l Hommage à Kurtág

Beata viscara – Conductus (um 1210) – Perontinus (um 1170-1246)

Lieder der Schwermut und der Trauer op. 18 (1980-1994) – György Kurtág (*1926)

Miserere für Soli, gemischten Chor, Ensemble und Orgel (1989, rev. 1992) – Arvo Pärt (*1935)

Sub tuum praesidium – Antiphon (9. Jahrhundert) – Anonymos

Musikalische Leitung Teodor Currentzis
Choreinstudierung  Vitaly Polonsky

Utopia Choir
Utopia Orchestra

Kollegienkirche, Salzburg, 18. Juli 2026

von Frank Heublein

„Hommage à Kurtág, Utopia Choir, Utopia Orchestra
Kollegienkirche, Salzburg, 18. Juli 2026“
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