Lise Davidsen "Das Publikum in Bayreuth ist sehr enthusiastisch und hingebungsvoll..."

„… aber natürlich gibt es auch Snobismus hier…“

Exklusiv-Interview mit dem Wagner-Stern aus Norwegen – Teil III

In knapp sieben Jahrzehnten gratuliert Dir die norwegische Königin zu Deinem 100. Geburtstag. Über welche Aussage zu Deinem Leben würdest Du Dich freuen?
Lise Davidsen: Ich hoffe, sie sagt, ich hatte eine lange und gute Karriere und meine Familie und Freunde bei mir. Das wäre schön.

Lise Davidsen, * 8. Februar 1987 in Stokke, ist eine norwegische Opernsängerin (Sopran).

Foto: © PER-ERIK SKRAMSTAD

Sie ist mit Abstand der shooting star am Himmel der Wagner-Sängerinnen und bringt die Besucher der Bayreuther Festspiele derzeit mit ihren Darbietungen als Elisabeth („Tannhäuser“) und Sieglinde („Die Walküre“) aus dem Häuschen. Jetzt nimmt sich die große Sängerin auch andere Meilensteine wie Giuseppe Verdi und Richard Strauss vor. Klassik-begeistert.de-Herausgeber Andreas Schmidt traf die Norwegerin im Restaurant „Bürgerreuth“ in Bayreuth. In diesem dritten Teil spricht Lise über ihre Erfahrungen in Bayreuth und verkündet ein definitives Nein zur Rolle der Isolde in den nächsten Jahren.

Klassik begeistert: Hei Lise, Du bist 2019 in das Bayreuther Wasser gesprungen, nach dem Du hier zuvor erst einmal an einem Wettbewerb teilgenommen hattest. Hat Dir das einen unverkrampfteren Zugang zum „Grünen Hügel“ und zum ganzen „Meister-Hype“ verschafft?

Lise Davidsen: Ich mag das Besondere an Bayreuth. Ich denke, das Publikum hier ist sehr enthusiastisch und hingebungsvoll. Die Menschen lieben es, her zu kommen. Natürlich gibt es auch Snobismus hier… „Ich war schon so und so viel mal hier“ … „und ich so viel“… Das gibt es aber auch in München, in London und in der Met in New York. Es gibt immer eine Gruppe von Leuten, die glauben, sie seien besser, die meinen, mehr zu wissen und mehr zu machen. Aber unterm Strich mag ich es in Bayreuth sehr. Das besondere an diesem Festival ist, dass alle hier sind. In München und Wien ist ein Kommen und Gehen, die Musiker kommen und gehen. Hier sind wir hier. Wenn nicht Corona ist, treffen wir uns in der Festspielkantine. Wir gehen nach Theta, essen und trinken ein zünftiges Bier. Wir sitzen alle im selben Boot. Jeder ist entweder ohne Familie oder mit Familie hier. Hier herrscht hoher Druck mit einer Art Festivalgruppen-Feeling. It’s this extremely nerdy group – we play Wagner, we talk Wagner, wie sing Wagner – that’s unique. Normalerweise spielt das Orchester einen Tag Donizetti, dann Wagner, dann Mozart. Hier geht es nur um Wagner. Natürlich ist es hier extrem stressig, und ich bin manchmal so nervös. Aber ich spüre, dass die Leute freundlich sein wollen. „Lise Davidsen, Exklusiv-Interview mit dem Wagner-Stern aus Norwegen – Teil III
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Lise Davidsen: "Emotional möchte ich so nah am Charakter dran sein wie ich kann"

… „mein größtes Ziel ist es, ehrlich zu klingen.“

Exklusiv-Interview mit dem Wagner-Stern aus Norwegen – Teil II

Foto: Lise Davidsen © James Hole

Lise Davidsen, * 8. Februar 1987 in Stokke, ist eine norwegische Opernsängerin (Sopran).

Sie ist mit Abstand der shooting star am Himmel der Wagner-Sängerinnen und bringt die Besucher der Bayreuther Festspiele derzeit mit ihren Darbietungen als Elisabeth („Tannhäuser“) und Sieglinde („Die Walküre“) aus dem Häuschen. Jetzt nimmt sich die große Sängerin auch andere Meilensteine wie Giuseppe Verdi und Richard Strauss vor. Klassik-begeistert.de-Herausgeber Andreas Schmidt traf die Norwegerin im Restaurant „Bürgerreuth“ in Bayreuth. In diesem zweiten Teil spricht Lise über ihre Pläne und erklärt, wie sie mit progressiven Regisseuren umgeht.

Klassik begeistert: Hei Lise, wie ist es Dir eigentlich gelungen, während des Corona-Lockdowns so gut bei Stimme zu bleiben? Hattest Du zwischenzeitlich mal Schwierigkeiten, Dich zu motivieren?

Lise Davidsen: Ja, wirklich. Ich habe nie aufgehört zu üben, aber war ja Wochen und Monate nichts los. Da wurde mir klar, wie wichtig es ist, andere Sänger zu hören, um Input zu bekommen. Also nicht „Lise, mach dies oder das“, sondern mehr: Wo bin ich? Bin ich gut genug? Ich war ganz allein in meinem kleinen Arbeitsraum zu Hause, da war kein Dirigent. Ich habe über Zoom an der Sprache gearbeitet, von Zeit zu Zeit habe ich einen Pianisten getroffen. Aber die Motivation aufrecht zu halten, wenn es keine Inspiration von außen gibt, war schon sehr hart.

Wo ist Dein Lebensmittelpunkt?

Lise Davidsen: In Oslo. Im Januar 2019 bin ich von Kopenhagen in die norwegische Hauptstadt gezogen.

Wann war Dir klar: Ich kann das, ich werde eine ganz große Sängerin…

Lise Davidsen: Noch keinen Tag. Ich weiß, was ich kann, aber ich fühle mich nicht als sogenannte „große Sängerin“.

Haben Deine Rollen in Bayreuth, Berlin und München Dich als Person verändert?

Lise Davidsen: Ich bin schon öfter als sehr zielorientiert beschrieben worden. Das habe ich anfangs nicht verstanden. Aber mir wird immer mehr klar, dass das der Punkt ist. Natürlich fühle ich mich freier, wenn ich mit meinen Neffen zusammen bin oder mit meiner Schwester. Dann bin ich offener, klar. Aber im Großen und Ganzen bin ich dieselbe Lise geblieben. Ich schütze mich natürlich heute besser, ich weiß mehr und ich weiß mehr über den Kulturbetrieb. „Lise Davidsen, Exklusiv-Interview mit dem Wagner-Stern aus Norwegen – Teil II
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Lise Davidsen: "100 Prozent Kontrolle ist 100 Prozent Wahnsinn"

Exklusiv-Interview mit dem Wagner-Stern aus Norwegen – Teil I

Lise Davidsen, * 8. Februar 1987 in Stokke, ist eine norwegische Opernsängerin (Sopran).

Sie ist mit Abstand der shooting star am Himmel der Wagner-Sängerinnen und bringt die Besucher der Bayreuther Festspiele derzeit mit ihren Darbietungen als Elisabeth („Tannhäuser“) und Sieglinde („Die Walküre“) aus dem Häuschen. Jetzt nimmt sich die große Sängerin auch andere Meilensteine wie Giuseppe Verdi und Richard Strauss vor. Klassik-begeistert.de-Herausgeber Andreas Schmidt traf die Norwegerin im Restaurant „Bürgerreuth“ in Bayreuth und sprach mit ihr zwei Stunden über Diesseitiges und Jenseitiges in der Klassikwelt. Das Interview erscheint in drei Teilen, heute, morgen und übermorgen.

Klassik begeistert: Hei Lise, Du bist in der 12.000-Einwohner-Kleinstadt Stokke in Südnorwegen großgeworden. Kannst Du mir bitte die Klänge, die Bilder, die Gerüche Deiner Heimat beschreiben?

Lise Davidsen (lacht): Mein Neffe Sebastian Gallis Davidsen war Nummer 10.000 in Stokke…  Dort sieht es ungefähr so aus wie die Hügel hinter dem Restaurant „Bürgerreuth“. Wir haben ein kleines Zentrum, und der Zug hält auch bei uns, aber ohne Bahnhof. Wir müssen auch nicht lange zum Meer fahren. Ich bin auf dem Land großgeworden. Es ist ein Ort voller Grün, es ist nicht besonders stressig, und es gibt nicht allzu viele Menschen. Wir haben nicht so viele Wälder wie hier in Franken, und wir haben nicht die hohen Berge, die es anderswo in Norwegen gibt.

Stokke (c) pininterest

Und die Farben und Töne?

Lise Davidsen: Als ich gerade herging von meinem Bayreuther Appartement, dachte ich, das ist ja auch alles so grün wie bei uns in Stokke und ich fühlte mich wie zu Hause. Ich werde sehr ruhig, wenn ich an meine Heimat denke. Manchmal fährt natürlich ein Traktor vorbei (lacht)… Ab und zu mal ein paar Autos und Kinderstimmen.

Deine Familie lebt da noch?

Lise Davidsen: Mein Bruder Øystein Davidsen hat immer in der Gegend gelebt, meine Schwester Elin hat früher in Oslo gelebt, vor einem Jahr ist sie nach Tønsberg gezogen, eine Stadt in der Nähe von Stokke. Meine Eltern sind geschieden und sind aus unserem Haus ausgezogen – aber sie wohnen nicht weit voneinander entfernt in Stokke. „Lise Davidsen, Exklusiv-Interview mit dem Wagner-Stern aus Norwegen, Teil 1 weiterlesen

Thielemann brennt Bayreuth ab

Foto: © Matthias Creutziger – Christian Thielemann

„Erschöpft und mit einem Gänsehaut-Feeling verließ ich das Festspielhaus und bin mir sicher, Herr Thielemann ist der beste Wagner-Dirigent und so einen Parsifal werde ich wohl nie wieder erleben.“

Bayreuther Festspiele, 10. August 2021

„Parsifal“, Aufführung in konzertanter Form

von Olaf Barthier

Als ich diese Ankündigung im Spielplan der diesjährigen Festspiele gelesen habe, dachte ich, das wird anstrengend. Wie soll das in Bayreuth funktionieren? Stellt man, wie andernorts, eine Konzertkulisse auf die Bühne und platziert links und rechts vom Dirigenten die Solisten. Was ist dann mit der besonderen Bayreuther Akustik? „„Parsifal“, Aufführung in konzertanter Form,
Bayreuther Festspiele, 10. August 2021“
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Hojotohoo – Farbenfrohoo! "Die Walküre" in Bayreuth

Zum Schluss des dritten Aufzugs spritzen Maler rote und dunkelorange Farbtöne aus den Eimern direkt auf die Leinwand. Auf diese Weise erscheint ein Bild der Flammen, mit denen Loge das Bett der schlafenden Brünnhilde umgeben soll.

Bayreuther Festspielhaus, 29. Juli 2021
Richard Wagner, Die Walküre

Foto: Farbspektakel des Hermann Nitsch. Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele

Die „Walküre” – als konzertante Aufführung bei den Bayreuther Festspielen – wird mit einem Farbspektakel verbunden, das die Gemüter spaltet.

von Jolanta Łada-Zielke

Die konzertante Aufführung der „Walküre“ war eine Notlösung für die für 2020 geplante Neuproduktion des gesamten „Rings des Nibelungen“, die aus naheliegenden Gründen nicht stattfand. Besonders enttäuscht war damals der österreichische Bass Günther Groissböck, wodurch sein Debüt als Wotan ins Jahr 2022 verschoben wurde.

In dieser Saison sollte er diese Partie in der „Walküre” singen, die genau  in diesem Teil des „Rings” am schwierigsten ist. Nach der Generalprobe verzichtete er aber darauf, und die Rolle ging an Tomasz Konieczny. Die Wahl des Ersatz-Wotans war sehr treffend. Der polnische Bassbariton singt die Partie schon seit einigen Jahren und fühlt sich dabei wie ein Fisch im Wasser; das konnte man während der Premiere merken. Wotan war in Koniecznys Intepretation in erster Linie ein Vater, in dessen Innerem starke Emotionen aufeinanderprallen: die Wut und der Wunsch, seine ungehorsame Tochter zu bestrafen, und gleichzeitig Bedauern und fast Verzweiflung, dass er es tun muss. Sein Brünnhilde-Abschiedsgesang war besonders rührend. „Richard Wagner, Die Walküre
Bayreuther Festspielhaus, 29. Juli 2021“
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"Die Walküre": Lise Davidsen und Klaus Florian Vogt sind das Dream-Team auf dem Grünen Hügel

Auch Wotan Tomasz Konieczny singt bärenstark und bekommt mit Vogt (Siegmund) den zweitgrößten Applaus nach Davidsen (Sieglinde) – dem shooting star der Bayreuther Festspiele 2021.

Pietari Inkinen soll den RING 2022 dirigieren – möge er sich davor an einen der finnischen Seen zurückziehen und Wagner gründlichst inhalieren. 

Es bleiben vier sehr berührende Premieren-Abende im Festspielhaus. Mögen die Verantwortlichen mit Hirn, Herz, Hörvermögen und Humor in den kommenden Jahren die Bayreuther Festspiele in ihrer Exzellenzspur halten und für kommende Generationen wappnen.

Bildquelle: Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Richard Wagner, Die Walküre
Bayreuther Festspiele, 29. Juli 2021

von Andreas Schmidt

Die Bayreuther Festspiele haben mit ihrer vierten Opern-Produktion bewiesen, dass Wagner dort am besten erklingt, wo das Jahrtausend-Genie es wollte: auf dem Grünen Hügel in Bayreuth, Oberfranken, Bayern. Die szenische Darbietung der Walküre erklang auf sehr hohem künstlerischen Niveau, drei Sänger bewiesen Weltklasse-Niveau: Die Norwegerin Lise Davidsen (Sieglinde), Klaus Florian Vogt (Siegmund) und der Pole Tomasz Konieczny (Wotan).

Auch die Farbdarbietung des Aktionskünstlers Hermann Nitsch vermochte klassik-begeistert.de vollends zu überzeugen. Mein lieber Herr Gesangsverein fließt da viel Farbe die Wände herunter, schütten und malen die „Malerassistenten“ auf dem Boden. Es ist ein durch und durch durchkomponiertes Farbenspektakel – die 10 Aktionskünstler werden durch   Mikrofone im Ohr exakt gesteuert, und so passen sich die Farben kongenial der Musik an. „Richard Wagner, Die Walküre
Bayreuther Festspiele, 29. Juli 2021“
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Die Stimmen voller Leben, die Regie tödlich untreu

Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2021
Richard Wagner, Der fliegende Holländer

John Lundgren (Holländer). Foto: Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Jolanta Łada-Zielke sagt, sie sei in ihrem Herzen Bayreutherin; seitdem sie in 2003 die „Einstiegsdroge“ der Wagnerianer genommen, das heißt den „Lohengrin“ im Festspielhaus miterlebt  hat, kommt sie jedes Jahr hierher, um von den Festspielen für polnische Medien zu berichten. Aktuell schreibt sie für die Musikfachzeitschrift „Ruch Muzyczny“ und die Theaterzeitschrift „Didaskalia“. 2019 schloss sie sich der Autorengruppe des Blogs Klassik-begeistert an. Am liebsten führt sie Interviews mit den Künstlern. Sie ist am glücklichsten, wenn jemand während des Gesprächs mitbekommt, dass sie auch singt und mit ihr wie mit einer Kollegin redet. Jolanta beschreibt nun ihre Eindrücke von der Neuproduktion „Der fliegende Holländer“.

Der Regisseur Dmitri Tcherniakov erweist sich als untreu gegenüber dem Libretto der Oper und gibt Senta keine Chance, dem Holländer ihre „Treue bis zum Tod“ zu beweisen. Stattdessen lässt er den Titelhelden erschießen.

von Jolanta Łada-Zielke

Zunächst einmal eine große Verbeugung vor der Dirigentin Oksana Lyniv! Dank ihrer energetischen und lebhaften musikalischen Leitung blies plötzlich Frische ins stickige Festspielhaus. Zwar gab sie bei dem Matrosenchor im dritten Akt ein solch schnelles Tempo vor, dass die Damen zweimal nicht im Takt eintraten, das ist aber nur ein Detail. „Richard Wagner, Der fliegende Holländer,
Bayreuther Festspiele 2021“
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Tannhäuser im Festspielhaus: der Lise-Davidsen-Tag in Bayreuth

Lise Davidsen bekommt zurecht mit Abstand den meisten Applaus an diesem Abend – Klatschen, Bravi, Fußgetrampel. Es ist der Lise-Davidsen-Tag in Bayreuth. Als „Farben“ zu ihrem außerirdischen Gesang passen Sonnenblumen, Bernstein, Gold und Kardamom.

Als Elisabeth sagenhaft: Lise Davidsen.
© ENRICO NAWRATH / BAYREUTHER FESTSPIELE
Bayreuther Festspiele
, 27. Juli 2021
Richard WagnerTannhäuser

von Andreas Schmidt

„Tannhäuser“ in Bayreuth – das  ist die Oper der Zukunft! Die Inszenierung von Tobias Kratzer ist intelligent, bunt, gefühl- und humorvoll. Das ist cool, emotional, sexy und berührend. Es singen in ihren Rollen die überwiegend besten Sänger der Welt. Das Orchester ist eine Wucht, und Axel Kober zeigt mit seinem einfühlsamen wie energetischen Dirigat, dass man in Bayreuth auch getrost auf Valery Gergiev verzichten kann.

Und dann diese Musik: Jedem der knapp 911 Menschen im Festspielhaus schlägt das Herz, brennt vor Sehnsucht die Seele, wenn die besten Musiker aus ganz Europa und dieser fulminante Chor alles geben und diese göttlichen Noten spielen und singen. Richard would have been happy! „Richard Wagner, Tannhäuser
Bayreuther Festspiele, 27. Juli 2021“
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Bayreuth is back!

Richard Wagner, Der fliegende Holländer
Festspielhaus Bayreuth
Livestream der Premiere, 25. Juli 2021

Foto: Bei Dalands geht es gutbürgerlich zu. Foto: Enrico Nawrath / Bayreuther Festspiele ©

von Peter Sommeregger

Die Pandemie schwebte bis zuletzt als Damoklesschwert über den diesjährigen Bayreuther Festspielen, im letzten Jahr konnten sie erstmals seit 1951 nicht stattfinden. Diesmal glückte der Spagat mit reduzierter Zuschauerzahl und aus dem Probensaal zugespieltem Chor.

„Der fliegende Holländer“ ist eine besonders bühnenwirksame Oper, sofern man sie dort belässt, wo Wagner sie verortet hat. Inspiriert wurde seine Komposition von einer Überfahrt nach England bei extrem rauer See, Letztere wird in dieser Inszenierung nicht sichtbar. Dafür leitet ein sehr verstörendes Video die Aufführung ein. Ein kleiner Junge wird durch den Selbstmord einer Frau traumatisiert, die wohl seine Mutter war. Zweieinhalb Stunden wartet man auf die Auflösung dieses Rätsels, vergeblich. Was wir sehen, ist ein tristes Dorf, in dem Seeleute in der Kneipe sitzen (1. Aufzug), eine Gruppe von Frauen eine Chorprobe abhält (2. Aufzug) und schließlich eine Schießerei nebst einem Zimmerbrand stattfindet (3. Aufzug). „Richard Wagner, Der fliegende Holländer
Festspielhaus Bayreuth, Livestream der Premiere, 25. Juli 2021“
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DIE MONTAG-PRESSE – 26. JULI 2021

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE – 26. JULI 2021

Bei Dalands geht es gutbürgerlich zu. Foto: Enrico Nawrath / Bayreuther Festspiele

Bayreuth
„Der Fliegende Holländer“ in Bayreuth: Dick aufgetragen mit überraschendem Finale
https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Bayreuther-Richard-Wagner-Festspiele-2021-id60180676.html

Desillusionierung eines metaphysischen  Phantasmas – aber  Personenregie als Lehrstunde unbedarfter Musiktheater – Inszenierungs-Mischpoke
TTT – Zur Eröffnungspremiere

Bravi in Bayreuth
Mit wenig Prominenz, dafür mit wunderbaren Solisten, einer fulminanten Frau am Pult, einem Spitzenorchester und einem tollen Chor sind die Bayreuther Festspiele 2021 gestartet. Musikalisch kamen die 911 Zuschauer im Festspielhaus voll auf ihre Kosten. Der Beifall und die Bravi waren enorm. Die schlechte Inszenierung und das sehr, sehr bescheidene Bühnenbild bekamen viele lautstarke Buhs.
Die Sterne des Abends waren zwei Solisten: Asmik Grigorian als Senta und Eric Cutler als Erik.
Der Abend war schon sehr gut, aber als Frau Grigorian die Bühne betrat und ihre ersten Töne sang, bekam der „Holländer“ eine neue Dimension. Asmik Grigorian zeigte mit ihrer Sopran-Stimme, wie eine Frau leicht, locker und angenehm auch im höchsten Register singen kann. Gleichzeitig sang sie einmalig wohlig und weich im mittleren und tiefen Register – Wohlfühlfaktor 10. Die Litauerin ist 40 Jahre alt und steuert gerade auf den Zenit ihres stimmlichen Wirkens zu. Sie bekam den mit Abstand größten Beifall bei dieser Eröffnung – in den vergangenen 6 Jahren hat nur der Tenor Klaus Florian Vogt einen derartigen Beifall bekommen – für seinen Lohengrin in der gleichnamigen Wagner-Oper.
https://klassik-begeistert.de/richard-wagner-der-fliegende-hollaender-bayreuther-festspiele-25-juli-2021/#more-29370

Bayreuth
Tomasz Konieczny übernimmt den Wotan in der Walküre am 29. Juli, 3. August und 19. August!
Tomasz Konieczny wird die Partie des Wotan in der Walküre am 29. Juli, 3. August und 19. August anstelle von Günther Groissböck übernehmen. Die Besetzung Wotan/Wanderer im Ring des Nibelungen 2022 wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Festspielleitung dankt Herrn Konieczny sehr herzlich für die kurzfristige Übernahme!
Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspiele planen 3D-„Parsifal“
Virtuelle Darsteller als Neuerung – Chefin Katharina Wagner setzt vermehrt auf junge Leute, spannende und ungewöhnliche Ideen.
Wiener Zeitung

Bayreuther Festspiele planen 3D-«Parsifal»
https://www.nw.de/nachrichten/topthemen/23057001_Bayreuther-Festspiele-planen-3D-Parsifal.html

Wagner, Walküre, Wahnsinn – Michael Güttler und seine Festspielpläne in der Ortenau
https://opernmagazin.de/wagner-walkuere-wahnsinn-guettler-und-seine-festspielplaene-in-der

Michael Güttler bringt Wagners Walküre in der Oberrheinhalle Offenburg auf die Bühne
Badische Zeitung

Salzburg
Salzburger Festspiele offiziell eröffnet
https://www.puls24.at/news/entertainment/salzburger-festspiele-offiziell-eroeffnet/240020

Salzburg
Erwachen aus einem Albtraum und Demokratie als „humanistische Utopie“
Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnete gemeinsam mit mehreren Gastrednern die Salzburger Festspiele. Für Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler gab es Standing Ovations.
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/2113919-Erwachen-aus-einem

Salzburg
Der Verführer hat die Festspiele geprägt
Mozarts „Don Giovanni“ gilt nicht nur die erste Premiere im Sommer 2021. Er war Salzburgs erste Festspieloper überhaupt.
https://www.diepresse.com/6012483/der-verfuhrer-hat-die-festspiele-gepragt

Advokat der drastischen Schönheit: Regisseur Romeo Castellucci
Mit „Don Giovanni“ geht es bei den Salzburger Festspielen richtig los. Castellucci ist der Operndenker, um den tausendfach gedeuteten Schürzenjäger originell untergehen zu lassen.
Der Standard.at

Festspiel-Premiere
Don Giovanni: „Die Atmosphäre von Schönheit“
https://www.krone.at/2469867

„Don Giovanni“ schrieb 1922 Festspielgeschichte
Seine Stimme hätte sich keinen Platz im Opern-Olymp verdient. Richard Mayr erarbeitete sich mit seiner Bühnenpräsenz Legendenstatus, Zeitzeugen zufolge soll er ein hinreißender Darsteller gewesen sein.
https://www.sn.at/salzburger-festspiele/don-giovanni-schrieb-1922-festspielgeschichte-106938169

Eingeschlafene Füße in Ewigkeit
Festspiele / Philippe Herreweghe
DrehpunktKultur

Maske, Busen, Absage: Kleines Lexikon zu den Salzburger Festspielen
Der Standard.de

Wien
Die Staatsoper muss sich radikal öffnen
Interview mit Bogdan Roščić
https://www.stayinart.com/die-staatsoper-muss-sich-radikal-oeffnen/ „DIE MONTAG-PRESSE – 26. JULI 2021“ weiterlesen