Rudis Klassikwelt 8: Konrad Paul Liessmann spricht über Wagners “Tristan und Isolde”

Die Reihe „Oper und Philosophie“ mit Konrad Paul Liessmann (re.) wird von Ö1 Opern-Redakteur Michael Blees (li.) produziert © ORF/Joseph Schimmer

In der Reihe “Apropos Oper” des ORF-Senders Ö1 gestaltet Konrad Paul Liessmann vier Sendungen unter dem Motto “Oper und Philosophie”, jeweils am ersten Sonntag des Monats. Liessmann, Philosoph und Opernliebhaber, bringt den philosophischen Kern der großen Opern zur Sprache, untersucht aber auch den Einfluss der Kunstgattung Oper auf das Denken so mancher großen Philosophen. Was wäre Kierkegaard ohne Mozart, Nietzsche ohne Wagner, Adorno ohne Alban Berg? In der Sendung, die am Ostersonntag ausgestrahlt wurde, erforscht Liessmann die philosophische Basis und Aussage von Wagners “Tristan und Isolde” und spürt der Wirkung nach, die Schopenhauer auf Wagner und dieser wiederum auf Nietzsche ausübte.

Oper und Philosophie
Der Geist des Musiktheaters am Fallbeispiel von Richard Wagners „Tristan und Isolde“

 Sonntag, 5. April 2026, 15h05, ORF, Ö1

https://oe1.orf.at/programm/20260405/828529/Oper-und-Philosophie

von Dr. Rudi Frühwirth

“Tristan und Isolde” ist komponierte Philosophie – mit dieser These beginnt Liessmann seine Betrachtungen über das Werk, das den Genius Wagners wie kein anderes verkörpert und seine Weltanschauung klar zu Tage treten lässt. War der junge Wagner noch dem Materialismus von Ludwig Feuerbach verhaftet, so geriet er durch die Lektüre Arthur Schopenhauers in eine Krise, die grundlegende Änderungen im der Konzeption des “Ring des Nibelungen” zur Folge hatte und schließlich zu dem singulären Kunstwerk führte, als das uns Wagners “Tristan und Isolde” bei jedem Hören erstaunt, erschüttert und überwältigt, ja uns verwandeln kann. „Rudis Klassikwelt 8: Oper und Philosophie, Konrad Paul Liessmann
klassik-begeistert.de, 18. April 2026“
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Auf den Punkt 88: Neulich in Kratzers Barbershop… die Rettung des Regietheaters

Frauenliebe und -sterben © Matthias Baus

Regietheater ist auf dem absteigenden Ast, behaupte ich gerne mal. Und habe dazu in den letzten Monaten u.a. mit Maestro Christoph Eschenbach, Maestro Omer Meir Wellber, dem Cellisten Jan Vogler und der Sopranistin Mariangela Sicilia gesprochen. Wenn Sie Zeit und Muße haben, dann raten Sie doch mal, in welche Richtung die Antworten gingen. Auflösung weiter unten, da finden Sie die entsprechenden Zitate im Stile eines Pro-und-Contra. Wie Tobias Kratzer zum Regietheater steht, da gibt’s nichts zu rätseln…

Robert Schumann / Frauenliebe und -leben,  Acht Lieder für Singstimme und Klavier op. 42

Béla Bartók / Herzog Blaubarts Burg , Oper in einem Akt

Alexander Zemlinsky / Eine florentinische Tragödie, Oper in einem Akt

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Karina Canellakis / Dirigentin

Tobias Kratzer / Inszenierung

Hamburgische Staatsoper, 17. April 2026

 von Jörn Schmidt

… der Intendant der Hamburgischen Staatsoper ist ein Großmeister des Regietheaters, der vor nichts zurückschreckt. Auch wenn das jetzt ein schönes Wortspiel hergäbe, so möchte ich nicht sagen, dass mich dies verschreckt. Indes ist meine ästhetische Prägung vermutlich nur zu einem geringen Prozentsatz deckungsgleich mit der von Tobias Kratzer. „Auf den Punkt 88: Frauenliebe und -sterben, Tobias Kratzer
Hamburgische Staatsoper, 17. April 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 161: Wie wir in Opern Sympathie oder Abneigung empfinden

Bild © shutterstock

Wie schwelgten wir, wenn Helden– oder Bassbaritone nach den gesprochenen Worten des Pizarro in Beethovens „Fidelio“ mit „Ha, welch ein Augenblick!“ mit ihren voluminösen, tragenden Stimmen ihre Arie begannen! Das unheimlich rezitierte „Morden!“ verlor an Ekel. Die Stimmlage des Baritons kommt meistens durch Wärme bzw. Wohlklang zum Tragen.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Es gab einmal einen Schergen eines Gewaltsystems, der wundervoll auf dem Klavier Beethoven-Sonaten spielte.

Da trat bei unserem letzten „Fidelio“ als Gouverneur des Staatsgefängnisses ein Sänger auf, dessen Sprechstimme eher auf einen Charaktertenor schließen ließ. Sein an sich höchstens durchschnittlicher Charakterbariton klang furchterregend. Wir assoziierten ihn mit einem Propagandaleiter des NS-Regimes. Es war der beeindruckendste, obwohl kein schönstimmiger Pizarro, den wir je gehört hatten. „Schweitzers Klassikwelt 161: Sympathie oder Abneigung
klassik-begeistert.de, 14. April 2026“
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Klein beleuchtet kurz 71: Das Wesen der Geschlechter hat noch immer viele „Kratzer“

Frauenliebe und -leben, Szene aus Schumanns Acht Liedern © Erik Berg

„Frauenliebe und -sterben“ – Drei Operneinakter von Robert Schumann, Béla Bartók und Alexander Zemlinsky

Drei Meisterwerke – zwei Jahrhunderte – eine Erzählung

Der Intendant der Hamburgischen Staatsoper Tobias Kratzer wagt sich an die selten zu hörenden Acht Lieder „Frauenliebe und -leben“ von Robert Schumann und an die bereits in 2024 in Oslo von ihm realisierte Kombination mit „Herzog Blaubarts Burg“ von Béla Bartók und „Eine florentinische Tragödie“ von Alexander Zemlinsky – und stellte die Frage nach den Unterschieden der Begierden und der Rolle des Mannes über die Generationen hinweg.

Hamburgische Staatsoper, Premiere am 12. April 2026

von Patrik Klein

Nach dem erfolgreichen Beginn der aktuellen Saison mit Schumanns „Das Paradies und die Peri“, ebenfalls inszeniert vom neuen Intendanten Tobias Kratzer, knüpfte die gestrige Premiere der Übernahme aus Oslo aus 2024 an dieses Ereignis nahtlos an. „Klein beleuchtet kurz 71: Das Wesen der Geschlechter hat noch immer viele „Kratzer“
Hamburgische Staatsoper, 12. April 2026 PREMIERE“
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Frauenklang 18: Ein schöpferischer Geist nutzt seine Chancen gegen alle Widerstände

Mélanie Bonis im Alter von 19 Jahren, Gemälde von Charles Corbineau
Wikimedia Commons, public domain

Auf ihrem Lebensweg traf Mélanie Bonis (1858 – 1937) auf die ganze Vielfalt von Widerständen, die sich einer komponierenden Frau ihrer Zeit entgegenstellten. Und trotzdem schuf sie ein umfangreiches Werk, dessen Wiederentdeckung heute viele Musikliebhaber begeistert.

von Dr. Lorenz Kerscher

Im Atelier de musique einer französischen Ferienanlage hörte ich vor etwa 15 Jahren ein sehr ansprechendes Klavierstück, das stilistisch zwischen César Frank und Claude Debussy stand. Vom Ausführenden erfuhr ich, dass es sich um ein Werk der Komponistin Mélanie Bonis handelte, und erhielt ein Faltblatt über ihren Lebensweg und ihre Bedeutung. Dieser von deren Urenkelin und Biographin Christine Géliot verfasste Text ist auch in deutscher Übersetzung zugänglich. „Frauenklang 18: Mélanie Bonis, Komponistin
klassik-begeistert.de, 10. April 2026“
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Auf den Punkt 87: Über Aprilscherze und Pausen-Nervenkitzel an der Hamburgischen Staatsoper

Hamburgische Staatsoper: Lila Parkettfoyer mit neuer Bilderwand sowie Foyer im 4. Rang (Foto: RW)

Hamburgische Staatsoper, Spielzeit 2025/2026

Stellen sie sich vor, Sie wollen mit dem IC 709 Clara Schumann von Berlin nach München reisen. Abfahrt laut Fahrplan 10:33 Uhr. Weil Sie gerne in Ruhe daheim frühstücken, statt sich am Bahnhof ein Franzbrötchen mit schlechtem Kaffee hinunterzuspülen, sind Sie wie immer auf den letzten Drücker am richtigen Gleis. Sagen wir 10:27 Uhr. Doch der Zug ist bereits um 10:15 Uhr abgefahren. Begründung der Bahn: So gewährleisten wir eine pünktliche Ankunft am Zielbahnhof wie im Fahrplan ausgewiesen.  Das wäre doch mal einen Aprilscherz wert …

von Jörn Schmidt

… aber Aprilscherze sind out, sagt Andreas Schmidt, der Herausgeber von klassik-begeistert. Daher hat er auch die eigentliche Folge 87 nicht veröffentlicht. Ich hatte getitelt: „klassik-begeistert geht an die Börse.“ Andreas fand das als Aprilscherz urkomisch. Hat er jedenfalls gesagt …Aber was, wenn das jemand ernst nimmt?  Nicht auszudenken, das zöge einen Shitstorm nach sich … Die Idee zu dem IC-Aprilscherz kam mir übrigens unweit des Bahnhofs Hamburg Dammtor, an der Hamburgischen Staatsoper. Was war passiert? „Auf den Punkt 87: Aprilscherze und Pausen-Nervenkitzel
Hamburgische Staatsoper, 8. April 2026“
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Rising Stars 62: Beth Taylor, Alt oder Mezzosopran?

Beth Taylor © Olivia da Costa

Das Beste beider Stimmfächer vereinigt sich in einer vielversprechenden Künstlerin.

von Dr. Lorenz Kerscher

Vor kurzem erlebte ich in der Münchner Isarphilharmonie eine überwältigende Aufführung von Mahlers Auferstehungssymphonie durch Chor und Orchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle.

Ganz besonders berührte mich das von der 1993 in Glasgow geborenen Beth Taylor ausdrucksvoll gestaltete Altsolo. In zartestem Pianissimo setzte sie an zum ersten Vers „O Röschen rot“, um dann in wohldosierter Steigerung den Wohlklang ihres dunklen Timbres zu entfalten, wo angebracht auch dramatische Akzente zu setzen und am Ende das „ewig selig Leben“ wieder mit wunderschöner Zartheit zu besingen. „Das ist endlich mal ein echter Alt“ meinte meine Frau, und genau dasselbe schrieb Robert Braunmüller, Kulturredakteur der AZ München, auf seiner Facebookseite. „Rising Stars 62: Beth Taylor, Alt oder Mezzosopran?
klassik-begeistert.de, 2. April 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 160: „Die Stimme ist eine Gottesgabe“...

Dr. med. Theodor Lierhammer © Look and Learn / Elgar Collection

… „die jederzeit zurückgenommen werden kann“ lehrte Theodor Lierhammer, Bariton und Gesangspädagoge, seinen Schülerinnen und Schülern.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Das spüren wir auch sprachlich. In einem Bericht von der Wiederaufnahme der „Rusalka“ lesen wir aktiv, dass Nicole Car ihre Spitzentöne aufblühen lässt, doch im Vorsatz steht gewiss unbewusst, die Handelnde etwas in den Hintergrund rückend, dass ihre Stimme an Fülle gewonnen hat.

Wenn von einer Sängerin gesagt wird, dass ihr Mezzo in der Höhe eine stählerne Leuchtkraft von höchster Eindringlichkeit erhält, so wird dieses vielseitige Tätigkeitswort eher empfangen als aufrechterhalten bedeuten. „Schweitzers Klassikwelt 160: „Die Stimme ist eine Gottesgabe“…
klassik-begeistert.de, 31. März 2026“
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Frauenklang 17: Raphaela Gromes revidiert die Musikgeschichte im Lichte des Feminismus

Raphaela Gromes setzt sich mit großem Elan dafür ein, endlich das alte Vorurteil über Bord zu werfen, Frauen fehle die schöpferische Potenz, um ganz große Werke der Tonkunst hervorzubringen. Mit überzeugenden Interpretationen in live und auf CD beweist sie das Gegenteil und bringt zahlreiche verborgene Schätze zu Gehör. Möge ihr Wunsch in Erfüllung gehen, dass ihre Entdeckungen künftig die Musikgeschichte erweitern und die Konzertprogramme bereichern werden!

von Dr. Lorenz Kerscher

Vor wenigen Tagen erschien hier in Klassik begeistert die von Dr. Gerd Klingeberg verfasste Rezension eines Konzerts von Raphaela Gromes und ihrem Klavierpartner Julian Riem in Bremen, bei dem ausschließlich Werke von Komponistinnen zur Aufführung kamen. Es macht große Freude, darin zu lesen, wie der Funke der Begeisterung für dieses noch kaum bekannte Repertoire auf den Autor und offenbar auf das ganze Publikum übersprang. Auch ich habe dieses Programm schon live erlebt und kann den von
Dr. Klingeberg geschilderten positiven Eindruck nur ganz und gar bestätigen. „Frauenklang 17: Die Cellistin Raphaela Gromes
klassik-begeistert.de, 24. März 2026“
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Auf den Punkt 86: Jonathan Stockhammer bringt die Symphoniker Hamburg durch den Helden-TÜV

Jonathan Stockhammer © Marco Borggreve

Meine Tätigkeit für Andreas Schmidt, den Herausgeber von klassik-begeistert, ist pro bono. Selbst Pressekarten nehme ich in der Regel nicht in Anspruch. Das hat einen riesigen Vorteil: Ich kann ein Konzert einfach nur genießen ohne Angst vor dem großen leeren weißen Blatt Papier. Schon gar nicht muss ich eine allen gefallende klassische Konzertkritik schreiben, sondern kann die erlebten künstlerischen Aussagen in eine Glosse verpacken. 

Richard Strauss / Ein Heldenleben – Tondichtung für großes Orchester op. 40

und andere Werke …

Symphoniker Hamburg
Jonathan Stockhammer / Dirigent

Laeiszhalle, Großer Saal, 22. März 2026

 von Jörn Schmidt

Damit macht sich gewiss nicht immer Freunde. Aber da halte ich es mit Horaz: „Lieber einen Freund verlieren als einen guten Witz.“  Das ist meiner Einschätzung nach desgleichen ein guter Rat für Journalisten. Horaz (65 – 8 v. Chr.) hieß eigentlich Quintus Horatius Flaccus und war ein römischer Satiriker und Dichter. Ihm werden viele weitere Aphorismen zugeschrieben, die von größerem Nutzen sind als jeder Lebenshilfe-Ratgeber. Carpe diem zum Beispiel. „Auf den Punkt 86: Symphoniker Hamburg, Jonathan Stockhammer, Strauss
Laeiszhalle, Großer Saal, 22. März 2026“
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