Sommereggers Klassikwelt 52: Uwe Heilmann zum 60. Geburtstag

von Peter Sommeregger

Nach dem frühen, tragischen Tod des Tenors Fritz Wunderlich 1966 war die Musikwelt auf der Suche nach einem Sänger, der diesen Ausnahmekünstler hätte ersetzen können. Es dauerte viele Jahre, bis wieder ein lyrischer Tenor heranwuchs, der  an Schönheit des Timbres und technischer Brillanz  an Wunderlich heran reichte.

Der 1960 in Darmstadt geborene Uwe Heilmann, ausgebildet in der Laubacher Knabenkantorei, schwankte anfangs noch zwischen einer Karriere als Profi-Fußballer und einer musikalischen Laufbahn. Nach der Entscheidung für Letzteres hatte er bereits mit 21 Jahren erste, aushilfsweise Auftritte am Landestheater Detmold, immerhin in Rollen wie Tamino und Don Ottavio. Der Dirigent Wolfgang Gönnewein verpflichtete ihn 1985 an das Stuttgarter Opernhaus, wo er zuerst in kleineren Rollen auftrat, dann aber als Tamino seinen Durchbruch erlebte. „Sommereggers Klassikwelt 52, Uwe Heilmann zum 60. Geburtstag,
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Schweitzers Klassikwelt 13: Eine Begegnung

Foto: Norma Lerer als Cherubino © Foto Teatro Colon, Buenos Aires

von Lothar Schweitzer

Die Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen. Die persische Altistin Rohangiz Yachmi war nicht nur Kundin in meiner Apotheke, ich war auch ein großer Fan von ihr. Jetzt war sie als Orpheus in der Gluck-Oper angesagt. Diesmal nicht an der Wiener Staatsoper, sondern an der Volksoper Wien, die „Orpheus und Eurydike“ im Repertoire hatte. „Schweitzers Klassikwelt 13: Eine Begegnung
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Der Schlauberger 16: Die Geldmasche – warum der goldene Mittel-Weg so beliebt ist

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Geld ist bä! Das nimmt man nicht in den Mund. Am besten auch nicht in die Hand. Sie dürfen höchstens mal dran schnuppern, denn angeblich stinkt es nicht.

Aber es gibt eine Alternative. In einem Leserbrief erfuhr ich, dass Tierheime Finanzmittel brauchten. Aha, entfuhr es mir, die wollen Geld! Es traut sich nur keiner, das zu sagen. „Der Schlauberger 16
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Ritterbands Klassikwelt 17: „Rule Britannia“ ohne Worte – Misstöne in Britanniens inoffiziellen Nationalhymnen

Rule Britannia, Jerusalem und Land of Hope and Glory werden, Covid und Political Correctness zum Trotz, weiterhin unverzichtbarer Bestandteil des britischen Sommers bleiben – auch wenn nach dem unvermeidbar kommenden nächsten schottischen Unabhängigkeitsreferendum Großbritannien nur noch aus England und Wales besteht.“

von Charles E. Ritterband

Das Zusammentreffen der Corona-Pandemie und der Protestwelle unter dem Motto „Black Lives Matter“ („schwarze Leben zählen“) hat zu neuen Varianten von „political correctness“ geführt. Teils mit spektakulären, teils aber auch skurrilen Ergebnissen: So hat sich die Fast-Food-Kette KFC („Kentucky Fried Chicken“) von ihrem seit 64 Jahren in den mehr als 20.000 Filialen hochgehaltenen Slogan verabschiedet, der behauptet, ihre frittierten Hühnerteile seien „finger lickin‘ good“ (so gut, dass man danach die Finger abschlecken möchte) – denn in Zeiten von Corona widerspreche solches Verhalten krass sämtlichen ärztlichen Empfehlungen. „Ritterbands Klassikwelt 17: „Rule Britannia“ ohne Worte – Misstöne in Britanniens inoffiziellen Nationalhymnen“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 51: Salzburg – eine Nachlese

Foto: Szene aus dem legendären Don Carlos (Giuseppe Verdi) unter Herbert von Karajan

von Kirsten Liese

Ich war selten so traurig, als die Salzburger Festspiele zu Ende gingen. Mutig und selbstbewusst trotzten sie in ihrem Jubiläumsjahr Corona wie kein anderes Festival und boten damit  Orchestern, Dirigenten und Solisten, die anderswo überwiegend Absagen erreichten, eine herrliche Oase. Unweigerlich beneidete wohl jeder Musiker besonders die viel beschäftigten Wiener Philharmoniker, denen es vergönnt war, große Symphonik von Beethoven, Bruckner und Mahler unter Dirigenten wie Muti, Thielemann und Nelsons aufzuführen wie es derzeit an keinem anderen Ort möglich wäre. Und soweit ich das nach leider nur einem live erlebten Konzert und Sichtung diverser Streams beurteilen kann, bewegte sich das Programm auf einem künstlerisch sehr hohen Niveau.

Das einzige, was mir nicht gefiel, war die Inszenierung der  Elektra, die schon mit einem überflüssigen zusätzlich aufgesetzten Prolog begann. Und da sind wir gleich bei dem entscheidenden Punkt, der erklärt, warum ich mich in den vergangenen Jahren in Salzburg rar gemacht habe: Die Inszenierungen wurden zusehends miserabler. „Lieses Klassikwelt 51, Salzburg – eine Nachlese“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 51: Mazel tov! Itzhak Perlman ist 75

Foto: © Lisa Marie Mazzucco

Auch Wunderkinder und stets jugendlich wirkende Menschen werden täglich älter. So konnte der große Geiger Itzhak Perlman am 31. August seinen unglaublichen 75. Geburtstag feiern.

von Peter Sommeregger

Dass dieses, von einer frühen Lebenskatastrophe betroffene Kind einmal ein weltberühmter Künstler werden könnte, haben wahrscheinlich nicht einmal seine optimistischen Eltern geglaubt. Perlman, 1945 als Kind polnischer Einwanderer noch vor der Staatsgründung Israels in Tel Aviv geboren, erkrankt schon als Kleinkind an Polio. Von seinen Eltern wird ihm ein optimistischer, kämpferischer Umgang mit seiner Erkrankung vermittelt, davon getragen entwickelt er selbst einen Kampfgeist, der ihn sein ganzes Leben begleiten wird. „Sommereggers Klassikwelt 51: Mazel tov! Itzhak Perlman ist 75“ weiterlesen

Frau Lange hört zu (21): Wassermusik

Mir wird das alles zu bekloppt und zu anstrengend. Ich wäre jetzt gern ganz woanders. Auf jeden Fall irgendwo am Wasser. Zeit für zwei Lieblingsstücke – eins entführt ans Mittelmeer, das andere beweist: Ruhe und Schönheit lassen sich auch ganz in der Nähe finden.

von Gabriele Lange

The waves of the sea rage horribly

Händel, Chandos Anthem 4

Es sind stürmische Zeiten. Die Dummen sind laut, den Unverantwortlichen wird zugehört, die Steuerleute sind verunsichert. Ich brauche eine Auszeit. Manche brauchen dafür laute Partys, stürzen sich in Konsum, jubeln einem Fußballverein zu, gehen in den Bergen wandern oder machen Yoga. Ich finde Frieden am (und im) Wasser. Am liebsten wäre ich ja jetzt am Meer. „Frau Lange hört zu (21): Wassermusik“ weiterlesen

Der Schlauberger 15: Na, du alter Wertsack? Ein Quiz mit sprachlichen Sahnehäubchen aus Beamtenstuben

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

„Bevor du in den Lautraum gehst“, sagte ich zu meinem Enkel, „zieh eine saubere Doppelkappnahthose an. Und bleib nicht wieder an der Personenvereinzelungsanlage hängen.“ Wenn er so voller Vorfreude ist, verwechselt er das gern mal mit der Abstandseinhaltungserfassungsvorrichtung. Aber die wird ihm ja wohl kaum begegnen. Jedenfalls warne ich immer: „Sei vernünftig, benutze die bedarfsgesteuerte Fußgängerfurt.“ „Der Schlauberger 15: Na, du alter Wertsack? Ein Quiz mit sprachlichen Sahnehäubchen aus Beamtenstuben“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 50: Elisabeth Schwarzkopf

„Auch wenn mir nur wenige persönliche Treffen mit ihr vergönnt waren, so fehlt sie mir sehr. Es vergehen nur wenige Tage, an denen mir nicht irgendein Satz von ihr durch den Kopf geht.“

von Kirsten Liese

Meine Kolumne feiert heute Jubiläum. Zur 50-sten muss es etwas Besonderes sein.

In Zeiten, in denen Linksextremisten Denkmäler zerstören, geniale Denker wie Immanuel Kant als Kolonialisten verdammen, auf der europäischen Hochkultur herumtrampeln und daran arbeiten, Geschichte auszulöschen, ist mir danach, ein Denkmal zu errichten. Ich setze es der Sängerin, die ich unter allen wohl am meisten verehre: Elisabeth Schwarzkopf, bis heute unübertroffen für ihre Interpretationen von Mozart, Strauss und Hugo Wolf. „Lieses Klassikwelt 50: Elisabeth Schwarzkopf“ weiterlesen

Sophies Welt 7: Heilige und Prophetin – Christine de Pizan

von Sophie Reyer

Ja, Heilige und Prophetin ist sie, diese besondere Frau. Und siehe: sie schreibt. Und komponiert. Und das damals schon – durchaus kein leichtes Unterfangen.  Denn wir sprechen von einem Venedig des Jahres 1364. Und dass eine Nonne zu dieser Zeit sowohl Schriftstellerin als auch Philosophin ist, ist durchaus keine Selbstverständlichkeit, ehrlich!

Wen wundert es da, dass die Philosophin die erste französische Schrifstellerin ist, die von ihrem Werk auch leben konnte? Besonders spannend und inspiriend ist Christine Pisans Werk „Das Buch von der Stadt der Frauen“, bei dessen Titel man schmunzeln und gleich an Fredirico Fellinis pompös-ironisches Filmwerk denken muss, oder? „Sophies Welt 7: Heilige und Prophetin – Christine de Pizan“ weiterlesen