Foto © Jean-Nico Schambourg
Die Komische Oper Berlin gibt als letzte Premiere für das Jahr 2024 eine konzertante Version der opéra-comique “Robinson Crusoé“ von Jacques Offenbach zum Besten. Gespielt wird in deutscher Fassung nach der kritischen Ausgabe des Offenbach-Spezialisten Jean-Christophe Keck (OEK). Die Textpassagen sind in Berlin gestrichen, sodass die Oper nur knappe zwei Stunden dauert, die Hälfte der Zeit ihrer Uraufführung am 23. November 1867 an der Opéra-Comique in Paris.
Jacques Offenbach (1819-1880)
ROBINSON CRUSOÉ
Opéra–comique in drei Akten / Libretto von Eugène Cormon und Hector-Jonathan Crémieux.
Deutsche Textfassung von Jean Abel
Musikalische Leitung Adrien Perruchon
Szenische Einrichtung Felix Seiler
Kostüme Katrin Kath-Bösel
Komische Oper, Schillertheater, Berlin, 22. Dezember 2024
von Jean-Nico Schambourg
Nein, die kurze Aufführungszeit in Berlin ist nicht den vom Berliner Bürgermeister erlassenen Budgetkürzungen für Kulturbetriebe geschuldet!
Die Uraufführung des Werkes an der Pariser Opéra-Comique im Jahre 1867 dauerte vier Stunden. Die Länge war hauptsächlich den überlangen Sprechpassagen geschuldet. Diese Gefahr umgeht die Komische Oper Berlin, indem sie eine neue Figur ins Werk einfügt: Jacqueline Offenbach, eine verschollene, imaginäre Zwillingsschwester des Kölner Komponisten, diesem im Aussehen ganz ähnlich, dargestellt von Andreja Schneider.
Dieser Figur obliegt die Aufgabe, die Handlung voranzutreiben. Die Textpassagen sind gestrichen, Jacqueline erzählt auf sehr humorvolle Art und Weise, was zwischen den einzelnen Musikstücken passiert.
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Komische Oper Berlin, 22. Dezember 2024“ weiterlesen