Die Staatskapelle Dresden und Daniele Gatti gedenken der Zerstörung Dresdens im Februar 1945

6. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti  Semperoper, 14. Februar 2026

Daniele Gatti © Markenfotografie

6. Sinfoniekonzert
Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945

Igor Strawinsky   „Mass“

1. „Kyrie“
2.  „Gloria“
3. „Credo“
4. „Sanctus“
5. „Agnus Dei“

Anton Bruckner   Sinfonie Nr. 9 d-Moll

1. Feierlich, misterioso
2. Scherzo, Bewegt, lebhaft – Trio, Schnell
3. Adagio, Langsam, feierlich

Daniele Gatti   musikalische Leitung

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Einstudierung Jonathan Becker
Sächsische Staatskapelle Dresden

Eunjung Kwak   Sopran
Brynne McLeod   Alt
Alexander Schafft   Tenor
Holger Steinert   Bass

Semperoper, 14. Februar 2026

von Henriette Müller

Die wechselvolle Geschichte der Semperoper begann bereits im Jahre 1841.
1869 bereits durch einen Brand vernichtet, 1878 wieder eingeweiht, erfolgte am 13. Februar 1945 die vollständige Zerstörung des Gebäudes.
Die Wiedereröffnung dieses Opernhauses fand dann auch an einem 13. Februar statt: Im Jahre 1985.

Daniele Gatti hatte für das Gedenkkonzert Werke von Strawinsky und Bruckner ausgesucht.

„Mass“ entstand in den Jahren 1944 – 1948.

Interessant ist, dass Strawinsky in diesem Werk vollständig auf den Einsatz von Streichinstrumenten verzichtet. Trompeten, Posaunen, Oboen und Fagotten geben den Ton an.
Die Wirkung von „Mass“ wird aber auch durch den Text erzielt. Verwendet werden u.a. Klänge gregorianischer Choräle, vorgetragen durch einen vierstimmigen gemischten Chor.

Die Aufführungsdauer von „Mass“ beträgt knappe 20 Minuten.
Mit „Mass“ gelang dem Ensemble eine stimmige Einleitung in diesen Abend!

Daniele Gatti © Markenfotografie

Nach einer kurzen Umbaupause folgte Bruckners 9. Sinfonie.
Ein Werk, wie eigens für diesen Anlass geschrieben!
Daniele Gatti liebt die Musik Anton Bruckners und ist mit dessen Werken bestens vertraut. So dirigierte er die komplette Sinfonie auswendig.

Bruckner widmete diese Sinfonie „dem lieben Gott“.

Die drei Sätze sind recht unterschiedlich gehalten. So beginnt der 1. Satz etwas  zögerlich, um schließlich im dreifachen forte zu enden.
Das Scherzo des 2. Satzes wechselt zwischen  tänzerisch anmutenden Klängen. In  deren Folge kommen die Töne fast marschmäßig daher.
Der dramatische Finalsatz endet sehr zart. Sind diese Finalklänge als Trauer oder als Hoffnung zu deuten?

Nach diesem Konzert möchte ich die Klänge unbedingt als Hoffnung und als Glauben an das Gute in uns Menschen deuten.

Daniele Gatti © Markenfotografie

Tief bewegt fanden sich Daniele Gatti mit der Staatskapelle Dresden, gemeinsam mit dem Publikum, zu einer Gedenkminute zusammen.

Auf Beifall wurde verzichtet. Der Abend war dem Gedenken gewidmet.

Und trotzdem hätte man gerne Beifall gespendet. Für ein Konzert mit einem hervorragenden Daniele Gatti, der tief in Bruckners Werk eindrang und so, gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden, diesen Abend zu einem der unvergesslichen und einzigartigen Konzerterlebnisse verwandelte.

Henriette Müller, 16. Februar 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Silvesterkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden Semperoper Dresden, 31. Dezember 2025

3. Sinfoniekonzert Wagner/Strauss Sächsische Staatskapelle Dresden, 27. Oktober 2025

Rudolf Buchbinder, Klavier, Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti Konzert am 8. September 2024 im Wolkenturm, Grafenegg

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert