Dornröschen in der Semperoper: Selten sieht man so etwas Schönes

Carola Schwab (Königin Katharina), Hannes-Detlef Vogel (König Heinrich von Sachsen), Soomin Kimm (Fliederfee), Elena Karpuhina (Prinzessin Aurora), Moisés Carrada Palmeros (Prinz Florimund), Mira Speyer (Carabosse) (Foto: RW)

Ballett mit solch opulenten Kostümen und beeindruckenden Bühnenbildern findet immer sein Publikum

Das Bühnenbild von Arne Walther zeigt beim Prolog sowie dem Hochzeitsfest (dritter Akt) einen neoklassizistischen, fast barock anmutenden Festsaal, der den Zuschauerraum der Semperoper zur Bühne hin glanzvoll zu erweitern scheint, ein großartiger Effekt. Die Kostümierungen (Erik Västhed) sind opulentester Art. Selten sieht man so etwas Schönes.

Dornröschen
Ballett von Aaron S. Watkin in einem Prolog und drei Akten nach Marius Petipa in einer Adaptation von Marcelo Gomes

Musik: Pjotr Tschaikowsky

Bühnenbild und Video: Arne Walther
Kostüme: Erik Västhed

Sächsische Staatskapelle Dresden
Musikalische Leitung: Charlotte Politi

Solo-Violine: Yuki Manuela Janke

Semperoper Dresden, Ballett, 5. April 2026

von Dr. Ralf Wegner

Tschaikowskys Dornröschenballett ist ein musikalisch opulentes und, sofern auf die Originalchoreographie von Marius Petipa zurückgegriffen wird, zudem wohl eines der technisch anspruchsvollsten Ballette. „Dornröschen, Ballett von Aaron S. Watkin, Musik Pjotr Tschaikowsky
Semperoper Dresden, Ballett, 5. April 2026“
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Der neue „Parsifal“ in Dresden erweckt unterschiedliche Emotionen

Eric Cutler (Parsifal), Kinderkomparse, Michèle Losier (Kundry) © Semperoper Dresden/Jochen Quast

Um es kurz zu fassen: Dieser Abend gehörte den Solisten wie Eric Cutler und Georg Zeppenfeld in den Hauptrollen, sowie der Dresdner Staatskapelle.

Richard Wagner      Parsifal
Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Regie: Floris Visser

Daniele Gatti, musikalische Leitung
Sächsische Staatskapelle Dresden

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Kinderchor der Semperoper Dresden
Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden

Semperoper Dresden, 22. März 2026 PREMIERE

 von Henriette Müller

Die Erwartungen waren hochgesteckt.

Endlich wieder ein neuer „Parsifal“ im Spielplan der Semperoper!

Wie würde die Regie beim Publikum ankommen?

Über die Sänger/innen brauchte man sich im Vorfeld keine Gedanken machen. Alles gestandene Namen! „Richard Wagner, Parsifal, Daniele Gatti, Sächsische Staatskapelle Dresden
Semperoper Dresden, 22. März 2026 PREMIERE“
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Die Staatskapelle Dresden und Daniele Gatti gedenken der Zerstörung Dresdens im Februar 1945

Daniele Gatti © Markenfotografie

6. Sinfoniekonzert
Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945

Igor Strawinsky   „Mass“

1. „Kyrie“
2.  „Gloria“
3. „Credo“
4. „Sanctus“
5. „Agnus Dei“

Anton Bruckner   Sinfonie Nr. 9 d-Moll

1. Feierlich, misterioso
2. Scherzo, Bewegt, lebhaft – Trio, Schnell
3. Adagio, Langsam, feierlich

Daniele Gatti   musikalische Leitung

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Einstudierung Jonathan Becker
Sächsische Staatskapelle Dresden

Eunjung Kwak   Sopran
Brynne McLeod   Alt
Alexander Schafft   Tenor
Holger Steinert   Bass

Semperoper, 14. Februar 2026

von Henriette Müller

Die wechselvolle Geschichte der Semperoper begann bereits im Jahre 1841.
1869 bereits durch einen Brand vernichtet, 1878 wieder eingeweiht, erfolgte am 13. Februar 1945 die vollständige Zerstörung des Gebäudes.
Die Wiedereröffnung dieses Opernhauses fand dann auch an einem 13. Februar statt: Im Jahre 1985. „6. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti
Semperoper, 14. Februar 2026“
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Die Staatskapelle Dresden feiert mit Andrés Orozco-Estrada schwungvoll ins neue Jahr

Andrés Orozco-Estrada © Martin Sigmund

Silvesterkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Andrés Orozco-Estrada, musikalische Leitung
Sächsiche Staatskapelle Dresden

Pretty Yende, Sopran
Benjamin Appl, Bariton

Gautier Capuçon, Violoncello

Semperoper Dresden, 31. Dezember 2025

von Henriette Müller

Silvester ist vorbei. Erinnerungen bleiben. Erinnerungen und Eindrücke an ein Silvesterkonzert, die die Autorin vor dem heimischen Fernseher gewinnen konnte. Vielen Zuschauern wird es ebenso ergangen sein.

Maestro Estrada wählte die Ouvertüre zu „La gazza ladra“, in Deutschland besser als „Die diebische Elster“ bekannt, zum Programmstart. Spritzig und leicht vorgetragen, blieb trotzdem noch ein wenig Luft nach oben. „Silvesterkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Semperoper Dresden, 31. Dezember 2025“
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Falstaff gewinnt!

Rosalia Cid (Nannetta), Eleonora Buratto (Mrs. Alice Ford), Nicola Alaimo (Sir John Falstaff), Nicole Chirka (Mrs. Meg Page), Marie-Nicole Lemieux (Mrs. Quickly) © Semperoper Dresden/Jochen Quast

Dieser „Falstaff“ war trotzdem ein „Gewinner“. Das Publikum feierte zum Finale ganz besonders Daniele Gatti mit seiner Staatskapelle. Und das vollkommen zu Recht! Gatti sieht dieses Werk als eine der wichtigsten Opern des gesamten Repertoires. Das Finale „Alles ist Spaß auf Erden“ sei Verdis Abschied vom Publikum gewesen.

Giuseppe Verdi, Falstaff
Commedia lirica in drei Akten
Libretto von Arrigo Boito nach The Merry Wives of Windsor und King Henry IV. von William Shakespeare

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Daniele Gatti

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden

Inszenierung: Damiano Michieletto

Bühne: Paolo Fantin

Semperoper Dresden, 5. Oktober 2025 PREMIERE

von Henriette Müller

Keine Frage: Nicola Alaimo in der Titelpartie war der gefeierte Star dieses Premierenabends. Nicht umsonst gilt er derzeit als einer der weltweit führenden Sänger in dieser dankbaren Rolle. Der aus Palermo stammende Bariton gab mit dem Falstaff sein Semperopern-Debüt. Ihm zuzuhören und seine unverwechselbare Stimme zu genießen, ist ein Privileg.

Tosca in Dresden: Oper kann doch so einfach sein!

Maria Agresta © Elena Rinaldi

Die Semperoper Dresden spielt am Karfreitag “Tosca” von Giacomo Puccini in einer Inszenierung aus dem Jahre 2009 des inzwischen verstorbenen Regisseurs Johannes Schaaf. Ohne viel Inszenierungsfirlefanz, mit dem italienischen Spezialisten Marco Armiliato am Dirigentenpult und Maria Agresta, Joseph Calleja und Oleksandr Pushniak in den drei Hauptrollen erlebt das Publikum eine sowohl szenisch als auch musikalisch sehr gute Wiederaufnahme dieser dramatischen Oper.

Giacomo Puccini (1858-1924)
TOSCA
Oper in drei Akten (Libretto:  Giuseppe Giacosa und Luigi Illica)

Musikalische Leitung:  Marco Armiliato

Inszenierung:  Johannes Schaaf
Bühnenbild:  Christof Cremer
Kostüme:   Petra Reinhardt

Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper Dresden, 18. April 2025

von Jean-Nico Schambourg

Kein Parsifal an Karfreitag, sondern Tosca, keine Erlösung, sondern Folter und Mord stehen an diesem Abend an der Semperoper auf dem Programm. Die 86. Aufführung der Inszenierung von Johannes Schaaf ist noch immer effektiv und pragmatisch.

„Giacomo Puccini, Tosca
Semperoper Dresden, 18. April 2025“
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Semperoper: Daniele Gattis Mahler steckt auch bei seinem Antrittskonzert im Schatten seines Vorgängers fest

Daniele Gatti © Markenphotografie

Trotz einer auf feinem Weltklasse-Niveau spielender Dresdner Staatskapelle konnte Daniele Gatti in seinem Antrittskonzert nur teilweise an den umjubelten Erfolg seines Vorgängers anknüpfen. In Ordnung, ja, in Christian Thielemanns Mahler-Universum angekommen, nein. 

1. Symphoniekonzert

Staatskapelle Dresden
Daniele Gatti, Dirigent

Arnold Schönberg: Verklärte Nacht
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 D-Dur

Semperoper Dresden, 1. September 2024

von Johannes Karl Fischer

Sein Vorgänger Christian Thielemann nannte Gustav Mahler als einen der in seiner Amtszeit zu wenig gespielten Komponisten… um anschließend die Semperoper anderthalb Stunden in einem einzigartigen Mahler-Universum schweben zu lassen. Da legt Daniele Gatti nun mit einem ganzen Mahler-Zyklus gleich zu Beginn seiner Zeit als Chefdirigent ordentlich einen drauf… kann er auch musikalisch mit seinem Vorgänger mithalten?   „1. Symphoniekonzert Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti, Dirigent
Semperoper Dresden, 1. September 2024“
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Thielemanns Abschied: Ein allerletzter großer Wurf mit Mahler 8

© Matthias Creutziger

Nun ist’s geschehen: Die vorerst letzten Töne der Sächsischen Staatskapelle zum Dirigat von Christian Thielemann sind verklungen. Mit Mahlers 8.  Symphonie endete eine 14-jährige Ära, mit der es gelang, die Semperoper wieder zu einem der wichtigsten Opernhäuser der Welt zu machen. Dass die Entscheidung, Christian Thielemanns Vertrag nicht zu verlängern, aus künstlerischer Sicht an kulturpolitischer Naivität kaum zu übertreffen ist, wird an diesem Abend erneut deutlich. Das Publikum feierte Thielemann beim Schlussapplaus weit über 20 Minuten lang – und das, wie immer, völlig zu Recht.

Gustav Mahler
8. Symphonie

Christian Thielemann, Dirigent
Sächsische Staatskapelle Dresden
Gustav-Mahler-Jugendorchester

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Chor des Bayerischen Rundfunks
Kinderchor der Semperoper Dresden

Semperoper Dresden, 9. Juli 2024

von Willi Patzelt

Im Winter 2010 rumorte es heftig an der Dresdner Semperoper. Während die Kapelle gerade auf Skandinavien-Tour in Kopenhagen weilte, machte eine brisante Meldung die Runde: GMD der Semperoper und Chefdirigent der Staatskapelle Fabio Luisi – bei der Tournee krankheitsbedingt nicht dabei – habe außerordentlich gekündigt. Stein des Anstoßes sei gewesen, dass die Staatskapelle mit dem ZDF das Silvesterkonzert für den anstehenden Jahreswechsel an Luisi vorbei verhandelt habe und es mit Christian Thielemann bestreiten wolle. „Gustav Mahler, 8. Symphonie, Christian Thielemann, Dirigent, Sächsische Staatskapelle Dresden
Semperoper Dresden, 9. Juli 2024“
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Zum Abschied eine Riesensause: In seinem letzten Konzert triumphiert Christian Thielemann mit Mahlers Achter

© Matthias Creutziger

Opulenter und feierlicher lässt sich ein Weltklasse-Dirigent nicht verabschieden. Am Ende waren selbst Hartgesottene fix und fertig.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8 Es-Dur

Camilla Nylund, Sopran
Ricarda Merbeth, Sopran
Regula Mühlemann, Sopran
Štĕpánka Pučálková, Mezzosopran
Christa Mayer, Mezzosopran
David Butt Philip, Tenor
Michael Volle, Bariton
Georg Zeppenfeld, Bass

Sächsische Staatskapelle Dresden
Gustav Mahler Jugendorchester

Christian Thielemann, musikalische Leitung

Chor des Bayerischen Rundfunks (Einstudierung: Peter Dijkstra)

Sächsischer Staatsopernchor Dresden (Einstudierung: André Kellinghaus)

Kinderchor der Semperoper Dresden (Einstudierung: Claudia Sebastian-Bertsch)

Semperoper, Dresden, 9. Juli 2024

von Kirsten Liese

Strahlend tritt Christian Thielemann, frisch zum Ehrendirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden gekürt, an seinem allerletzten Abend als Chefdirigent vor sein Orchester. Es ist die pure Freude, die diesen Abend dominiert, unterstrichen von der geballten Energie der ausgewählten Musik. „Gustav Mahler, Symphonie Nr. 8 Es-Dur, Christian Thielemann, Sächsische Staatskapelle Dresden
Semperoper, Dresden, 9. Juli 2024“
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Das Ende eine Ära: Christian Thielemann lässt die Semperoper ins Mahler-Universum aufschweben

Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Mit seinem Abschlusskonzert als scheidender Dresdner Chefdirigent lässt Christian Thielemann die Semperoper nochmal in all ihrer musikalischen Pracht aufblühen. Diese phänomenale Leistung von Chor, Orchester und Soli trägt die monumentale Kraft dieses Mammut-Werks auf den Schultern. So klingt das auferstandene Mahler-Universum! 

Sächsische Staatskapelle Dresden & Gustav Mahler Jugendorchester

Chor des Bayerischen Rundfunks, Sächsischer Staatsopernchor Dresden & Kinderchor der Semperoper Dresden

Christian Thielemann, Dirigent

Camilla Nylund, Ricarda Merbeth & Regula Mühlemann, Sopran
Štěpánka Pučálková & Christa Mayer, Alt
David Butt Philip, Tenor
Michael Volle, Bariton
Georg Zeppenfeld, Bass

Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 8 Es-Dur

Semperoper Dresden, 7. Juli 2024

von Johannes Karl Fischer

Ich weiß nicht, was ich zu diesem ganzen Hype um das Ende der Ära Thielemann sagen soll. Natürlich muss sowas gefeiert werden, eine Ansprache des sächsischen Ministerpräsidenten – für den es übrigens den einzigen Buh-Ruf des Abends gab – ist wohl ein Obligatorium.

Mahler war allerdings schon bei der Uraufführung dieser Sinfonie über den Presse-Hype nicht begeistert. Dass hier in Dresden eine halbe Stunde nach dem letzten Akkord immer noch laudiert wurde, wäre sicherlich nicht im Sinne des Komponisten gewesen. Herr Thielemann war daran auch nicht ganz unbeteiligt, seine Dankesrede hätte mindestens vom Umfang her die Ansprüche eines rhetorischen dritten Satz erfüllt. Immerhin weckte sein sächsisches Abschiedsgeschenk – ein Taktstock aus Meißner Porzellan – Erinnerungen an Willi Boskovskys Wiener Geigenkuchen, welchen ihm die Wiener Philharmoniker zu dessen 20. Neujahrskonzertjubiläum überreichten. „Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 8 Es-Dur, Christian Thielemann, Sächsische Staatskapelle Dresden
Semperoper Dresden, 7. Juli 2024“
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