Freude fürs Ohr, Ärger fürs Auge - Christian Thielemann dirigiert „Ariadne auf Naxos“ in der Dresdener Semperoper

Foto © Ludwig Olah
Richard Strauss, Ariadne auf Naxos, Semperoper Dresden,
12. Dezember 2018

Der Haushofmeister  Alexander Pereira
Ein Musiklehrer  Albert Dohmen
Der Komponist  Claudia Mahnke
Ein Tanzmeister  Aaron Pegram
Primadonna/Ariadne  Krassimira Stoyanova
Der Tenor/Bacchus  Stephen Gould
Zerbinetta  Daniela Fally

von Peter Sommeregger

Dresden – Richard Strauss- Semperoper, das ist nach wie vor ein Dreiklang, der hohe Erwartungen weckt. Besonders dann, wenn der aktuelle Generalmusikdirektor am Pult der Sächsischen Staatskapelle steht, um diese Neuproduktion zu dirigieren. Von den ersten Takten des Vorspiels an stellt sich der Zauber dieser bemerkenswerten Partitur ein, die im Bühnenwerk von Richard Strauss eine Sonderstellung einnimmt. Bietet der Komponist sonst ein rekordverdächtig großes Orchester auf, sind es in der Ariadne gerade einmal 38 Musiker, die dank Strauss‘ genialer Instrumentierung zumal im Finale ein unglaubliches Volumen erreichen. „Richard Strauss, Ariadne auf Naxos, Semperoper Dresden, 12. Dezember 2018“ weiterlesen

Richard Strauss' „Arabella“ in der Semperoper Dresden kredenzt musikalische Sternstunden

Foto © Klaus Gigga
Semperoper Dresden, 7. Dezember 2018
Richard Strauss, Arabella
von Pauline Lehmann

Dieser Opernabend beglückt mit sängerischen Sternstunden und einem lyrischen Orchesterklang. Es gelingt dem Dirigenten Asher Fisch, Strauss’ Klanggewebe zu durchdringen. Die musikalische Sprache folgt der Handlung. Gesprochene Dialoge, kecke Parlandi und schwelgerische Passagen wechseln sich ab und schaffen Kurzweil. Orchester, Chor und Solisten bilden eine Einheit.

„Arabella“ ist die letzte gemeinsame Oper von Richard Strauss und seinem kongenialen Librettisten Hugo von Hofmannsthal. Am 1. Juli 1933 – als sich der politische Himmel über Deutschland bereits verdunkelt hatte – erlebte die lyrische Komödie in der Dresdner Staatsoper unter Clemens Krauss und mit Viorica Ursuleac in der Titelpartie eine umjubelte Premiere. „Richard Strauss, Arabella,
Semperoper Dresden“
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"Ariadne auf Naxos" in Dresden: Christian Thielemann führt die Sächsische Staatskapelle in einer energetischen Linie und schafft einen Klangrausch

Foto: (c) Matthias Creutziger
Semperoper Dresden
, 2. Dezember 2018 – PREMIERE
Richard Strauss: Ariadne auf Naxos

von Pauline Lehmann

Durch kräftige, unverkitschte Bilder gelingt eine eindrucksvolle Darstellung der verschiedenen Welten: Bonbonfarbenes Rokoko trifft auf die düstere Welt der griechischen Tragödie und ist umrahmt von einer spitzen Satire über die aalglatte Finanzwelt. Die Dresdner Inszenierung wird Richard Strauss und seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal gerecht. Doch der magische Schlüsselmoment, Ariadnes Wandlung, verblasst.

Die Neuproduktion von Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ zeichnet sich durch klare Bilder und musikalische Präzision aus. Die Inszenierung bildet eine Einheit. Besonders das fein nuancierte Zusammenwirken zwischen Orchestergraben und Bühne sowie die hohe Schauspielkunst der Darsteller begeistern.

Von der ersten Note an führt Christian Thielemann die Sächsische Staatskapelle in einer energetischen Linie und schafft einen Klangrausch. Der Vorhang eröffnet den Blick auf einen schlichten, weißen Korridor. Türen klappen und ein schwarzer Stuhl ist das einzige Requisit. Im Haus des reichsten Mannes von Wien wird das abendliche Fest vorbereitet. „Richard Strauss: Ariadne auf Naxos, PREMIERE,
Semperoper Dresden“
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Leif Ove Andsnes, Herbert Blomstedt und die Sächsische Staatskapelle Dresden formen Brahmsʼ symphonische Klangwelten

Foto: © Matthias Creutziger
3. Symphoniekonzert der Staatskapelle Dresden, Semperoper Dresden

11. November 2018

Herbert Blomstedt, Dirigent
Leif Ove Andsnes, Klavier
Sächsische Staatskapelle Dresden

von Pauline Lehmann

Herbert Blomstedt und Leif Ove Andsnes machen das 3. Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auf dem Programm stehen zwei Gattungspremieren von Johannes Brahms: Das erste Klavierkonzert d-Moll op. 15 und die erste Symphonie c-Moll op. 68.

Im Herbst 1853 präsentierte Robert Schumann den jungen Johannes Brahms der Musikwelt. In seinem Artikel Neue Bahnen in der Neuen Zeitschrift für Musik bezeichnete er ihn als „Berufenen“, welcher es vermag, „wunderbare Regionen zu enthüllen“ und das Publikum „in immer zauberischere Kreise“ hineinzuziehen. Schumann verspricht sich von Brahms’ Chor- und Orchesterwerken „noch wunderbarere Blicke in die Geheimnisse der Geisterwelt“. Blomstedt und Andsnes gelingt es, dem „Zauberer“ Johannes Brahms nachzuspüren und faszinierende Klangräume zu schaffen. „3. Symphoniekonzert der Staatskapelle Dresden, Semperoper Dresden, 11. November 2018“ weiterlesen

Robert Schumann in Dresden: Thielemann und sein Orchester stürzen sich temperamentvoll in den rhythmisch markanten Kopfsatz

Foto: © Matthias Creutziger
Semperoper Dresden, 18.Oktober 2018
2. Symphoniekonzert
Robert Schumann, 3. und 4. Symphonie
Sächsische Staatskapelle Dresden
Christian Thielemann, Dirigent

von Peter Sommeregger

Das siebte Jahr ist Christian Thielemann bereits Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Das Dresdner Publikum scheint ihm sehr gewogen zu sein, vor allem aber lieben ihn seine Musiker, was  einem niveauvollen Musizieren natürlich sehr zuträglich ist.

Thielemann bevorzugt offenbar die umfassende Auseinandersetzung mit einzelnen Komponisten. So hat er nach einem kompletten Zyklus der Brahms-Symphonien einen solchen mit den Symphonien Anton Bruckners nahezu vollendet. Seine Schallplattenverträge dürften bei diesem Drang zur Vollständigkeit sicher auch eine Rolle spielen. „Robert Schumann, 3. und 4. Symphonie, Sächsische Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann,
Semperoper Dresden“
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Der Ton des Kraftvollen: Christian Thielemann zelebriert Schumann in Dresden

Foto: ©  Staatskapelle Dresden / Matthias Creutziger
Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle brachten in Dresden ihren ersten Schumann-Zyklus

Semperoper Dresden, 13. und 17. Oktober 2018
Schumann-Zyklus
Sächsische Staatskapelle Dresden
Christian Thielemann

von Kirsten Liese

Warum ist Thielemann so gut? So überschrieb einmal der österreichische Feuilletonist Wilhelm Sinkovicz ein Essay über den berühmten Dirigenten. Sein treffendes Resümee trifft  beim jüngsten Schumann-Zyklus mit der Sächsischen Staatskapelle immer noch zu: die äußerste Hingabe beim Musizieren und die Pflege von Klangidealen, die weit zurückreichen zu Karajan und Furtwängler. Das hat, vor allem in jüngeren Generationen und in einer seltsam- verrückten Zeit, in der alles Deutsche einen schweren Stand hat, kein anderer zu bieten.

Thielemann-Konzerte sind mithin besondere Konzerte, stellt sich doch an ihnen noch das Gefühl von Erhabenheit ein, das den meisten jüngeren Dirigenten schon lange abhanden gekommen ist. Der Schumann-Zyklus ist der dritte der Sächsischen Staatskapelle nach Brahms und Bruckner. „Schumann-Zyklus, Sächsische Staatskapelle Dresden Christian Thielemann,
Semperoper Dresden“
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„Die Rekonstruktion von Inszenierungen aus vergangenen Zeiten ist für mich eine fragwürdige Geschichte“

Bildrechte: Semperoper Dresden / Matthias Creutziger (c)

Der gebürtige Schweizer Peter Theiler ist seit dieser Spielzeit Intendant an der Semperoper Dresden. Zuvor war er von 2008 an Staatsintendant in Nürnberg.  „Dresden ist eine wunderbare Stadt, und ich freue mich mit der wunderbaren Staatskapelle und Christian Thielemann zusammenzuarbeiten – hier erwartet mich ein bestens aufgestellter Betrieb“, sagt Peter Theiler im Exklusiv-Interview mit klassik-begeistert.de .

Interview: Kirsten Liese

Klassik-begeistert.de: Herr Theiler, seit wann und woher kennen Sie Christian Thielemann?

Peter Theiler: Wir kannten uns vor unserer Begegnung in Dresden noch gar nicht persönlich. Wir sind zwar an denselben Häusern gewesen, aber zu verschiedenen Zeiten. So war ich Generalintendant am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, und er war dort in der Zeit davor. Und er war Generalmusikdirektor in Nürnberg, lange bevor ich da Staatsintendant wurde. Es gibt also witzige Überschneidungen in unseren Biografien, aber mit zeitlicher Verschiebung. „Exklusiv-Interview Peter Theiler, Intendant Semperoper Dresden,
Dresden“
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Semperoper Dresden: Ein Fest für Schostakowitsch

Foto: IMG Artists (c)
Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

Semperoper Dresden, 21. Juni 2018

von Peter Sommeregger

Bereits zum neunten Mal finden in diesem Jahr im kleinen Ort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz die Internationalen Schostakowitsch Tage statt. Der Komponist hatte dort mehrmals Urlaub gemacht, das erklärt die Wahl des Ortes für das jeweils dreitägige Festival. Tradition ist bereits auch, dass jeweils am Vorabend in der Dresdner Semperoper stattfindende Sonderkonzert. „Dmitri Schostakowitsch, Sonderkonzert, Yuri Temirkanov, Sächsische Staatskapelle,
Semperoper Dresden“
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Semperoper Dresden: Diese Premiere ergreift zutiefst – Verdi würde jubeln!

Foto: Jochen Quast (c)
Giuseppe Verdi, La forza del destino (Die Macht des Schicksals)
Semperoper Dresden
, 28. April 2018

Mark Wigglesworth, Musikalische Leitung
Sächsische Staatskapelle Dresden
Keith Warner, Inszenierung
Julia Müer, Bühnenbild
Tilo Steffens, Kostüme
Emily Magee, Donna Leonora
Gregory Kunde, Don Alvaro
Alexey Markov, Don Carlo di Vargas
Christina Bock, Preziosilla/Curra

von Yehya Alazem

Nach einer erfolgreichen Aufführung von Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ in St. Petersburg lud die Theaterleitung den italienischen Komponisten nach Russland ein, um eine Oper uraufzuführen. Schon 1859 hatte Verdi sich für das Drama „Don Álvaro o la fuerza del sino“ von Ángel de Saavedra interessiert. Nach der Einladung bekam sein langjähriger Librettist Francesco Maria Piave den Auftrag, ein Libretto über das spanische Stück und „Wallensteins Lager“ von Friedrich Schiller auszuarbeiten. „Giuseppe Verdi, La forza del destino,
Semperoper Dresden“
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Feine Belcanto-Klänge und mörderischer Wahnsinn: Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ überzeugt in der Semperoper Dresden

Gaetano Donizetti, Lucia di Lammermoor, 31. März 2018
Semperoper Dresden

Von Pauline Lehmann

In der Spielzeit 2017/18 hebt sich der Vorhang der Dresdner Semperoper nach 80 Jahren erstmalig wieder für eine szenische Umsetzung von Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“. Als musikalischen Leiter konnte die Sächsische Staatskapelle den Italiener Giampaolo Bisanti gewinnen. Während der Belcanto-Tage war Donizettis Dramma tragico nun mehrmals auf der Bühne der Semperoper zu erleben.

„Gaetano Donizetti, Lucia di Lammermoor,
Semperoper Dresden“
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