Thomas Johannes, Sie werden fehlen!

Nachruf: Abschied von Thomas Johannes Mayer  klassik-begeistert, 17. Dezember 2025

Der wunderbare MENSCH und Sänger Thomas Johannes Mayer mit kb-Herausgeber Andreas Schmidt hinter dem Vorhang in der Hamburgischen Staatsoper 2016. Richard Wagner: Lohengrin – Thomas Johannes Mayer übernahm am 18. November 2016 die Partie des Friedrich von Telramund an der Hamburgischen Staatsoper. Foto: Andreas Schmidt (c).

von Peter Sommeregger

Bestürzt wurde die Nachricht vom plötzlichen Tod des Bassbaritons Thomas Johannes Mayer aufgenommen, der im Alter von nur 56 Jahren verstorben ist. In den Meldungen darüber fehlen Angaben zu den Umständen und dem Ort seines Todes.

Mayer hatte zunächst Geschichte, Germanistik und Philosophie studiert, ehe er sich dem Musikstudium zuwandte. In Köln wurde er auch von Kurt Moll unterrichtet, erste Engagements erhielt er in Regensburg, Darmstadt und Basel. Anschließend war er über längere Zeit Ensemblemitglied der Hamburgischen Staatsoper.

Seinen internationalen Durchbruch erlebte der Sänger mit Alban Bergs „Wozzeck“ an der Mailänder Scala. Über die Jahre erarbeitete er sich ein breites Repertoire, in dem ihn die großen Partien Wagners und von Richard Strauss an die großen Opernhäuser Europas führten. Ab 2012 war er regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen zu hören, als Telramund, Amfortas, Holländer und Wanderer im „Siegfried“.

Am der Deutschen Oper Berlin konnte man ihn ab 2009 regelmäßig als Gast hören, so als Hans Sachs in den „Meistersingern“, aber auch in mehreren Partien in Opern von Richard Strauss, zuletzt als Mandryka in „Arabella“.

Mayers Interpretationen zeichneten sich durch ihre Intensität aus, der Sänger ging in seinen Rollen auf, gab ihnen jeweils ein markantes Profil. Fast alle prominenten Dirigenten wie Abbado, Barenboim, Mehta, Petrenko, Thielemann und Andris Nelsons arbeiteten gerne mit ihm. Angeblich hatte Mayer aber bereits seit 2011 immer wieder gesundheitliche Probleme. Ich hatte den Sänger in mehreren Rollen an der Deutschen Oper Berlin erlebt, denen er allen ein sehr persönliches Profil gab. Eindrucksvoll erlebte ich auch seinen „Walküren“-Wotan bei einer Neuinszenierung am Staatstheater Saarbrücken.

Das Verstummen dieser eindrucksvollen Künstlerpersönlichkeit ist ein schmerzlicher Verlust für die Opernwelt,

Thomas Johannes, Sie werden fehlen!

Peter Sommeregger, 17. Dezember 2025, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Lohengrin, Donald Runnicles, Marko Mimica, Brandon Jovanovich, Rachel Willis-Sørensen, Thomas Johannes Mayer, Anna Smirnova, Deutsche Oper Berlin

Richard Wagner, Der fliegende Holländer Festspielhaus Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 27. August 2022

Der Fliegende Holländer, Richard Wagner  Hamburgische Staatsoper, 1. November 2022

Richard Wagner, Die Walküre Saarländisches Staatstheater, 9. März 2024

 

Ein Gedanke zu „Nachruf: Abschied von Thomas Johannes Mayer
klassik-begeistert, 17. Dezember 2025“

  1. Vor seiner Zeit in Hamburg war Mayer mehrere Jahre Mitglied des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, wo er neben Wotan/Wanderer auch als Mathis der Maler begeisterte. Bereits 2011 hatte er – laut Zeitungsinterview – einen Herzinfarkt.

    Ragnar Danneskjoeld

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