Der ewige Reigen obsessiver Liebe duldet kein Erbarmen!

CD-Besprechung:

SAMUEL BARBER:   VANESSA                      Live-Mitschnitt aus dem Kennedy Center Concert Hall Washington vom Jänner/Februar 2025 nationalsymphony.org

von Dr. Ingobert Waltenberger

Vor zwanzig Jahren verkörperte sie noch Erika, die 20-jährige Nichte (oder doch Tochter?) der Vanessa in der bei Chandos 2004 erschienenen Gesamtaufnahme von Samuel Barbers Oper „Vanessa“ mit dem BBC Symphony Orchestra & Choir unter der musikalischen Leitung von Leonard Slatkin. Nun ist Susan Graham The Old Baroness im gerade veröffentlichten Mitschnitt von „Vanessa“.

Auch sonst wartet die im Eigenlabel des National Symphony Orchestra erschienene Neuproduktion mit geballter Barber-Expertise auf.

„Samuel Barber, Vanessa, National Symphony Orchestra
klassik-begeistert.de, 18. Juni 2026“
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Marie Lys triumphiert im herrlichsten Fegefeuer der Liebe

 

CD-Besprechung:

Georg Friedrich Händel
Inexorable Amour

Cantate Virtuose
Marie Lys, Sopran

Orchestre de l’Opéra Royal
Gaétan Jarry, musikalische Leitung

Château de Versailles Spectacles

CVS168

von Dirk Schauß

Rom im frühen achtzehnten Jahrhundert muss ein göttliches Pflaster für all jene gewesen sein, die das Glück besaßen, den purpurnen Mantel eines Kardinals zu tragen oder zumindest in dessen üppig möblierten Salons zu verkehren. Man stelle sich vor, wie die herrschaftliche Elite der Ewigen Stadt, berauscht von arkadischer Poesie und klerikalem Standesbewusstsein, den heißen römischen Sommerabenden lauschte, während ein junger, ungestümer Sachse namens Georg Friedrich Händel am Cembalo saß und die High Society mit weltlichen Kantaten in kollektive Schnappatmung versetzte. „Georg Friedrich Händel, Inexorable Amour, Marie Lys, Sopran
klassik-begeistert.de, 17. Juni 2026“
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Petersen flicht Liebe und Lied zum leuchtenden Lebenskranz 

 

CD-Besprechung:

Fazit: Petersens reifstes und in ihrer unmittelbaren Schnörkellosigkeit bestes Soloalbum!

BLÜTEN DER LIEBE

MARLIS PETERSEN &
STEPHAN MATTHIAS LADEMANN

mit Liedern von Robert Schumann, Alexander Zemlinsky, Richard Wagner und Richard Strauss

Solo Musica

von Dr. Ingobert Waltenberger

„Sei der Schmerz der Liebe dann Dein höchstes Gut“

„Ist unser Blick offen für die Schönheiten, die das Leben auf der Welt bietet? Oder sind wir gefangen in Strukturen, Mustern und Urteilen und können das Grün des Waldes und das Blau des Meeres gar nicht mehr sehen?“ Petersen

Die deutsche Sopranistin Marlis Petersen hat fachüberschreitend auf Opernbühnen viele Partien als Koloratursoubrette, lyrischer Koloratursopran bis zu jugendlich dramatischen Partien gestaltet und mit prallem Leben erfüllt. Die unglaubliche Bandbreite reicht da von Händel, Mozart, Donizetti, Bellini, Verdi, Offenbach, A. Thomas bis zu sportlich anspruchsvollen Kalibern des deutschen Fachs (Salome, Fidelio, Marietta/Marie), der klassischen Moderne (Lulu, Wozzeck-Marie, Emilia Marty) bis zu zeitgenössischen Opern und Ausflügen in die Glitzerwelt der Operette (Rosalinde, Hanna Glawari). „Marlis Petersen, Blüten der Liebe
klassik-begeistert.de, 12. Juni 2026“
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Diese Referenzaufnahme ist eine Entdeckung

CD-Besprechung:

Für alle jene, die neugierig auf abseitigeres Repertoire sind: Jakub Hrůša und die Bamberger Symphoniker haben alle Sinfonien des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů eingespielt. Großartige Musik auf drei CDs!

Bohuslav Martinů (1890-1959) – Sinfonien Nr. 1-6

Bamberger Symphoniker
Jakub Hrůša, Dirigent

Deutsche Grammophon, DG 486 7810

von Brian Cooper

Der tschechische Dirigent Jakub Hrůša, Jahrgang 1981, ist Music Director am Royal Opera House, designierter Chefdirigent und Musikdirektor der Tschechischen Philharmonie (ab der Spielzeit 2028/29), und auch seit nunmehr zehn Jahren Chefdirigent der Bamberger Symphoniker.

Mit diesem Orchester hat er nun für die Deutsche Grammophon alle sechs Sinfonien seines Landmanns Bohuslav Martinů eingespielt, allesamt im wunderbaren Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle. Hrůša ist bekannt dafür, immer wieder selten gespielte Werke tschechischer Komponisten wie Antonín Dvořák und eben Martinů aufs Programm zu setzen, und das völlig zu Recht: Es gibt eben mehr als nur Dvořáks Neunte, so schön sie auch ist. Jakub Hrůša ist allein deshalb zu danken, dass er uns auch mit abseitigerem Repertoire konfrontiert und beglückt. „ Bohuslav Martinů, Sinfonien Nr. 1-6, Jakub Hrůša, Dirigent
klassik-begeistert.de, 9. Juni 2026“
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Ukrainischer Wahlwiener wirbelt in romantischen Ekstasen

 

CD-Besprechung:

Choni hat das gewisse Etwas an Drängen und Wagen, das sofort fesselt und einen nicht mehr loslässt.

DMYTRO CHONI „Heartlands“

mit Werken von Robert Schumann, Johannes Brahms und Mykola Lysenko

naïve records

von Dr. Ingobert Waltenberger

Während der ebenso begabte und junge Alexander Malofeev mit fein ziselierten Tönen und feenhaft schlankem Spiel Furore macht, ist der in der Ukraine geborene, in Wien lebende Dmytro Choni ein höchst leidenschaftlicher, ja das romantische Sehnsuchtsstreben auf die Spitze treibender Tastenpoet.

Hören Sie sich etwa den ersten Satz der Klaviersonate Nr. 2 in g-Moll, op. 22 von Robert Schumann an, mit dem das Album startet. Er befolgt nicht nur die Tempoangabe „so rasch wie möglich“ sportlich intensiv, sondern scheint mit seinem Spiel eine Membran zu durchbohren, die das Jetzt von der Vergangenheit trennt, die Mythisches und Verborgenes widerspiegelnd offenbart. „Dmytro Choni, „Heartlands“
klassik-begeistert.de, 9. Juni 2026“
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Barrie Kosky beschert der Wiener Staatsoper eine Neuinszenierung von Mozarts Da Ponte-Trilogie

Barrie Kosky © Jürgen Pathy

Blu-ray/CD-Besprechung:

Das vielleicht Wichtigste bei Mozart gelingt: Stimmtypen und -Farben passen gut zusammen und das führt in den Ensembles zu wohlklingender Harmonie. Philippe Jordan kennt seinen Mozart und sorgt für gut koordinierte Abläufe.

Wolfgang Amadeus Mozart
Le nozze di Figaro
Don Giovanni
Così fan tutte

Chor und Orchester der Wiener Staatsoper

Philippe Jordan  Dirigent
Barrie Kosky  Regie

Unitel 769904, 770604,771004

von Peter Sommeregger

Mozarts Figaro ist seit seiner Wiener Uraufführung im Jahr 1786 eine der erfolgreichsten Opern der Geschichte. Die zahllosen Inszenierungen, die das Werk hier erlebt hat, werden nun von einer aktuellen Neuproduktion in der Regie von Barrie Kosky abgelöst.

Kosky greift zu einem geschickten Trick, um Liebhabern traditioneller Regie und solchen, die es etwas moderner mögen, gleichermaßen gerecht zu werden. Die Bühnenbilder zeigen tatsächlich die barocke Welt des Adels, während die Kostüme zeitgenössisch, zum Teil auch mit historischen Anklängen gehalten sind. So führt er moderne Menschen in historischem Ambiente vor und versöhnt damit die Epochen. Lediglich im vierten Akt löst er das Problem der handlungstechnischen Unübersichtlichkeit durch Klappen im Gartenboden, aus dem und in den die Protagonisten auf originelle Weise abtauchen. „Wolfgang Amadeus Mozart, Le nozze di Figaro / Don Giovanni / Così fan tutte
klassik-begeistert.de, 7. Juni 2026“
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Daniel Barenboims Jahre in Chicago werden mit dieser Edition wieder lebendig

CD-Besprechung:

Was an der Zusammenstellung besticht, ist die unglaubliche Vielseitigkeit Barenboims, der in dieser Edition quer durch alle erdenklichen Stile navigiert und sich als musikalischer Weltbürger erweist. Sie dokumentiert auch die Hinwendung des bedeutenden Pianisten zum souveränen Dirigenten, die in dieser Form wohl einmalig ist.

Barenboim
Chicago Symphony Orchestra

The Warner Classic Edition

Complete Teldec, Erato & EMI Classics Recordings

Warner 5021732980724   37 CDs

von Peter Sommeregger

Daniel Barenboims Arbeit mit dem Chicago Symphony Orchestra begann 1969 mit einem Auftritt als Pianist, seine Zeit als Musikdirektor dieses Spitzenorchesters währte von 1991 bis 2006, mit diesen 15 Jahren steht er an der dritten Stelle der längsten Amtsträger. „Barenboim, Chicago Symphony Orchestra, The Warner Classic Edition
klassik-begeistert.de, 5. Juni 2026“
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Das Alla Maniera Italiana Quartet begeistert mit rätselhaftem Beethoven

CD-Besprechung:

Presumed Beethoven
Six String Quartets Anh. 2

Quartetto Alla Maniera Italiana

Arcana, A591

von Dirk Schauß

Man lege einem eingefleischten Beethoven-Kenner ein unbekanntes Streichquartett vor und flüstere nur ein Wort: „Beethoven“. Der Zuhörer schmilzt dahin. Streiche man denselben Satz den Namen – und plötzlich treten handwerkliche Schwächen und mangelnde Tiefe zutage. Genau dieses psychologische Experiment liefert das Alla Maniera Italiana Quartet auf dem Label Arcana (A591). Das Ergebnis ist höchst verunsichernd. „Presumed Beethoven, Six String Quartets Anh. 2
klassik-begeistert.de, 2. Juni 2026“
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Die Edition der Lieder Donizettis wird mit dem achten Album vollendet

CD-Besprechung:

Donizetti
Songs Vol.8

Nicola Alaimo  Bass-Bariton
Carlo Rizzi  Piano

ORP 261

von Peter Sommeregger

Das engagierte Plattenlabel Opera Rara hat in einem aufwändigen Forschungsprojekt über mehrere Jahre den Manuskripten und Druckausgaben von Liedern Donizettis für Singstimme und Klavier nachgespürt und insgesamt etwa dreihundert Lieder identifiziert. Ein großer Teil davon wurde nun, aufgeteilt auf mehrere Sänger unterschiedlicher Stimmlagen, systematisch eingespielt – vorgesehen waren acht CDs, von denen nun die letzte als 8. erschienen ist. „Donizetti, Songs Vol.8, Nicola Alaimo Bass-Bariton, Carlo Rizzi Piano
klassik-begeistert.de, 1. Juni 2026“
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La Tempête trägt Kaiser Karl V. zu Grabe – in der Imagination!

 

CD-Besprechung:

Bomba Flamenca – Les Funerailles imaginaires de Charles Quint

La Tempête/Simon Pierre Bestion

CD erschienen 2026 bei Alpha Classics, Bestellnummer: 3701624512166

von Dr. Andreas Ströbl

Dass Kaiser Karl V. seine eigene Begräbnisfeier penibel bis hin zu einer Durchlaufprobe geplant hatte, ist belegt. Möglicherweise ins Reich der Legende gehört allerdings das kaiserliche Probeliegen im Sarg, wenngleich die Berührungsängste der Menschen aus vergangenen Jahrhunderten gegenüber der eigenen Vergänglichkeit weitaus geringer ausgebildet waren, als es heute üblich ist. „Bomba Flamenca – Les Funerailles imaginaires de Charles Quint
klassik-begeistert.de, 30. Mai 2026“
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