Abduraimov poliert den Klavierolymp auf Hochglanz

CD/Blu-ray Besprechung:

Eine gelungene Einspielung, die zeigt, wie aufregend Klavierspiel im
21. Jahrhundert klingen kann.

INFERNO

Czerny – Liszt – Debussy – Stravinsky – Brahms
Behzod Abduraimov, Klavier

Alpha Classics, ALPHA1219

von Dirk Schauß

Manchmal gleicht ein Klavierabend einer archäologischen Ausgrabung: Unter dicken Schichten von Tradition und Staub stößt man plötzlich auf pures Gold.

Behzod Abduraimov hat für sein neues Album bei Alpha Classics genau diese Schaufel in die Hand genommen. Das Programm wirkt auf dem Papier wie ein wüstes Kuriositätenkabinett – von Czerny über Liszt bis Strawinsky. „Inferno, Behzod Abduraimov, Klavier
klassik-begeistert.de, 7. Mai 2026“
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Thomas de Hartmanns „Esther“ erlebt ihre Uraufführung auf CD

CD/Blu-ray Besprechung:

Thomas de Hartmann
Esther

Bournemouth Symphony Orchestra
Kirill Korabits

Pentatone PTC  5187 424

von Peter Sommeregger

 Dieses Werk des aus der Ukraine stammenden, 1956 verstorbenen Komponisten hat eine berührende Vorgeschichte. Die Oper entstand in Paris während der Besatzung der Nazis, de Hartmann, obwohl selbst kein Jude, wurde Zeuge des sich entfaltenden Holocausts. Er sah darin eine historische Parallele zur Figur der biblischen Esther. Nach dem Drama Jean Racines schrieb er selbst das Libretto für die Oper, deren szenische Uraufführung bis heute nicht erfolgt ist. „Thomas de Hartmann Esther, Kirill Korabits Dirigent
klassik-begeistert.de, 6. Mai 2026“
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Günther Groissböck ist kein Wiener. Punkt.

CD/Blu-ray Besprechung:

Günther Groissböck ist ein großartiger Opernsänger, auch als Interpret von Kunstliedern hat er sich bereits profiliert. Von Wienerliedern sollte er sich aber vielleicht besser fernhalten.

Annageln kannst es net, die Zeit

Günther Groissböck
Neue Wiener Concert Schrammeln

Gramola 99329

von Peter Sommeregger

Es ist bereits die zweite Produktion dieser Art, die der Bass Günther Groissböck alten und neuen Wiener Liedern widmet. Der Sänger interpretiert nur zwei Drittel der zwölf enthaltenen Lieder, den Rest bestreitet das Ensemble Neue Wiener Concert Schrammeln ohne den Solisten. „Günther Groissböck, Neue Wiener Concert Schrammeln
klassik-begeistert.de, 6. Mai 2026“
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Eine schlafende Schöne und eine Oper werden wach geküsst

CD/Blu-ray Besprechung:

Man kann dem Werk nur wünschen, dass es durch die gelungene Aufführung und gediegene CD-Veröffentlichung nachhaltig wach geküsst wird!

Charles Silver
La Belle au bois dormant

Guylaine Girard
Julien Dran
Kate Aldrich

Hungarian National
Philharmonic Orchestra
György Vashegyi

Palazzetto Bru Zane 47

von Peter Sommeregger

Der französische Komponist Charles Silver ist heute, trotz seiner Erfolge zu Lebzeiten, weitgehend vergessen. Als Sohn eines russischen Handlungsreisenden 1868 in Paris geboren, entschloss er sich frühzeitig zu einer musikalischen Laufbahn. Er studierte am Pariser Konservatorium u.a. Komposition in der Klasse von Jules Massenet. Nach dem Erhalt der französischen Staatsbürgerschaft konnte er am Wettbewerb um den renommierten Prix de Rome teilnehmen, den er 1891 auch gewann. „CD/Blu-ray Besprechung: Charles Silver La Belle au bois dormant
klassik-begeistert.de, 30. April 2026“
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Lawrence Foster überzeugt mit Benjamin Britten

CD/Blu-ray Besprechung:

Benjamin Britten
Young Person’s Guide to the Orchestra
Les Illuminations
Courtly Dances
Sinfonia da Requiem

Julie Roset, Sopran
Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo

Lawrence Foster, musikalische Leitung

Alpha Classics, Alpha1226

von Dirk Schauß

Es ist ein Kreuz mit den Jubiläen, doch im Falle von Benjamin Britten, dessen fünfzigster Todestag das Musikjahr 2026 prägt, darf man dem Kalender dankbar sein.

Er beschert eine Einspielung, die so gar nicht nach pflichtschuldiger Gedenkarbeit klingt. Lawrence Foster und das Philharmonische Orchester Monte-Carlo haben sich der Aufgabe angenommen, die vermeintlich kühle britische Sachlichkeit mit dem mediterranen Schmelz eines Ensembles zu kreuzen, das den vom Postromantizismus angehauchten Impressionismus Brittens verinnerlicht hat. Das Ergebnis ist eine klangliche Delikatesse, die bei Alpha Classics erschienen ist und die Vielseitigkeit des Komponisten in ein Licht rückt, das so klar und hell leuchtet wie die Sonne über dem Fürstentum. „Benjamin Britten, Young Person’s Guide to the Orchestra
classic-begeistert.de, 28. April 2026“
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Malin Byström testet die Grenzen ihres Soprans aus

CD/Blu-ray Besprechung:

Malin Byström
German Opera Scenes and Arias

Thomas Søndergård
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra

BIS 2775

von Peter Sommeregger

In den letzten Jahren hat sich die Karriere der schwedischen Sopranistin Malin Byström international schnell entwickelt. In zahlreichen Partien des jugendlich-dramatischen Faches konnte sie auch an großen Häusern wie München und Wien beachtliche Erfolge feiern. „Malin Byström, German Opera Scenes and Arias
klassik-begeistert.de, 26. April 2026“
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Samuel Hasselhorns Schubert-Projekt ist eine bereits erfüllte „Hoffnung“

CD/Blu-ray Besprechung:

Es ist ein absoluter Hörgenuss, wie der Sänger sensible Stimmungen in den Texten perfekt in kunstvolle Phrasierungen umsetzt, ihnen dadurch eine Tiefe verleiht, ohne sie dabei zu überinterpretieren. Das ist höchste Interpretationskunst, der Anteil des Pianisten Ammiel Bushakevitz daran ist bedeutend.

Franz Schubert
Hoffnung

Samuel Hasselhorn
Ammiel Bushakevitz

HMM 902779

von Peter Sommeregger

Noch vor ein paar Jahren musste man fürchten, der Liedgesang wäre eine sterbende Kunst, die Zahl von Liederabenden ging kontinuierlich zurück, ebenso jene der Sänger, die sich dieser Kunst widmeten. „Franz Schubert, Hoffnung, Samuel Hasselhorn
klassik-begeistert.de, 24. April 2026“
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Gewandhaus-Kapellmeister Nelsons würdigt seinen Vorgänger Mendelssohn

CD/Blu-ray Besprechung:

Felix Mendelssohn
Oratorios & Symphonies

Gewandhausorchester
Andris Nelsons

DG 7 CD 4868178

von Peter Sommeregger

Das weltberühmte Gewandhausorchester Leipzig wurde seit seiner Gründung von den bedeutendsten Dirigenten ihrer Zeit geleitet, die Liste liest sich wie ein Who’s who der jüngeren Musikgeschichte. Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter zählten zu dem erlauchten Kreis, eine besonders prägende Persönlichkeit war der 5. Gewandhaus-Kapellmeister , Felix Mendelssohn.
Bis heute beschwört das Orchester den Geist des großen romantischen Komponisten und Dirigenten. „Felix Mendelssohn, Oratorios & Symphonies, Andris Nelsons
klassik-begeistert.de, 23. April 2026“
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Eine Spalte des Weltfriedens öffnet sich

Trautonium Foundation © Tim Rachholz

An diesem Abend höre ich das Releasekonzert der CD „The Comeback of Electronic Music“ der Trautonium Foundation. Dahinter steckt Bandleader Peter Pichler, der mit seinen multikulturellen Mitkünstlerinnen und -künstlern genau das zelebriert: Menschen aus verschiedenen Kulturen werden eins in der Musik. Auch ich als Teil des Publikums werde Teil dieses „Eins Seins“. Eine kleine Spalte des Weltfriedens öffnet sich in diesem Konzert. Vielsprachig, vielstimmig, vielweltig.

Kammerspiele MK Werkraum, München, 19. April 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend feiert Bandleader Peter Pichler mit seinem Projekt Trautonium Foundation die neue CD in einem Releasekonzert von „The Comeback of Electronic Music“.

Mirco Mariani singt und spielt Gitarre. Evi Keglmaier im Chor backvocalt und spielt Klavier, Bratsche oder Akkordeon. Akustischer Bassist Alex Haas „ist der Einzige, der die 1 treffen muss“. Jan Kahlert ist ein grooviger Percussionist, der in der Punkband no goods gemeinsame Wurzeln mit Pichler hat und ebenfalls im Chor mitsingt. Am Trautonium sitzt Peter Pichler und singt natürlich auch im Chor mit.

„CD „The Comeback of Electronic Music“, Trautonium Foundation
Kammerspiele MK Werkraum, München, 19. April 2026“
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Semyon Bychkov dirigiert den böhmischen Mahler zurück in die Heimat

CD/Blu-ray Besprechung:

Ein tschechischer Mahler, der seine Herkunft stolz trägt. Die böhmische Seele hat einen neuen, sehr überzeugenden Anwalt gefunden.

Gustav Mahler   Sinfonien 1 – 9

Tschechische Philharmonie
Semyon Bychkov, musikalische Leitung

Pentatone, PTC 5187490

von Dirk Schauß

Manche musikalische Begegnung wirkt so schlüssig, dass man sich fragt, warum sie nicht schon früher in dieser Vollständigkeit stattgefunden hat.

Gustav Mahler, der ewige Wanderer zwischen den Welten, kehrt mit dieser Gesamteinspielung der Sinfonien eins bis neun dorthin zurück, wo sein Herzschlag den ersten Takt fand: in die tschechische Heimat. Mit der Tschechischen Philharmonie unter Semyon Bychkov schließt sich ein Kreis, der weit über bloße Katalogpflege hinausgeht. Es ist eine Reise zu den Wurzeln – in den böhmischen Nebel, den tschechischen Musikantenschwung und jenen unverwechselbaren Klang, den dieses Orchester seit Generationen in den Genen trägt. „Gustav Mahler, Sinfonien 1 – 9, Tschechische Philharmonie, Semyon Bychkov
klassik-begeistert.de, 22. April 2026“
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