Telemann als europäischer Innovator: Norddeutsche Polyphonie, italienische Bravour und Pariser Nonchalance

CD-Besprechung:

GEORG PHILIPP TELEMANN
„PARIS QUARTETS“

Ensemble BAROCKIN’
Raumklang

3 CD-Box

von Dr. Ingobert Waltenberger

Das vorliegende Album enthält die Quadri à violino, flauto traverso, viola di gamba o violoncello e fondamento (Hamburg 1730) sowie die Nouveaux Quatuors en six suites à une flûte traversière, un violon, une basse de viole, ou violoncel, et basse continue (Paris 1738).

Wie schon an den Sprachen der originalen Titel erkennbar wird, sind die beiden Zyklen unterschiedlichen Ursprungs und ihrem Wesen nach auch verschiedenen Umfangs. Die „echten“ Pariser sind fast doppelt so lange (CD 2 und 3). Bis auf das siebensätzige dritte Quartett hat sie Telemann – fünf davon sechssätzig – als Suiten gestaltet. Die Nouveaux Quatuors bestehen aus typisch französischen Tanzrhythmen wie Gigue, Bourrée, Gavotte oder Polonaise. „CD-Besprechung: Georg Philipp Telemann, „Paris Quartets“
klassik-begeistert.de, 25. Mai 2026“
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Jakub Hrůša legt die definitive Einspielung aller Martinů-Symphonien vor

CD-Besprechung:

Bohuslav Martinů
Symphonien Nr. 1 bis 6

Jakub Hrůša
Bamberger Symphoniker

Deutsche Grammophon

von Dr. Ingobert Waltenberger

Spektakuläre Klangbildräume und -träume 

Es ist ja nicht so, dass Bohuslav Martinůs sechs im gereiften Alter in den USA geschriebene Symphonien Neuland für die Musikwelt wären.

Dank guter Gesamtpräsentationen auf Tonträgern wie von Václav Neumann mit der Tschechischen Philharmonie (Supraphon), Jiří Bělohlávek mit dem BBC Symphony Orchestra (Onyx), Vladimír Válek mit dem Prager Symphony Orchestra (Supraphon) oder Cornelius Meister mit dem ORF Radio Symphonieorchester Wien (Capriccio) sind diese Spitzenschöpfungen der sinfonischen Kunst kein Geheimtipp mehr. „Bohuslav Martinů, Symphonien Nr. 1 bis 6, Jakub Hrůša Dirigent
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Keine Angst vor Neuer Musik: Kapstadt serviert echte Klarinetten-Farben

CD-Besprechung:

Für den Connaisseur der Holzbläserliteratur, der die ausgetretenen Pfade der Romantik verlassen möchte, bietet diese CD eine erfrischende Entdeckungsreise abseits des europäischen Mainstreams.

Clarinet Colours
Maria du Toit, Klarinette

Cape Town Philharmonic Orchestra
Arjan Tien, musikalische Leitung

Channel Classics, CCS47926

von Dirk Schauß

Südafrika lockt musikalisch meist mit mächtigen Chören oder den erdigen Rhythmen des Jazz. Dass am Kap der Guten Hoffnung auch eine vitale, hochkomplexe Avantgarde für den Konzertsaal gedeiht, zeigt das niederländische Label Channel Classics mit einer bemerkenswerten Veröffentlichung. „Clarinet Colours, Maria du Toit, Klarinette
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen aus Dallas begeistert

Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen

Dallas Symphony Orchestra
Fabio Luisi

Outhere 13 CDs

von Peter Sommeregger

Richard Wagners monumentale Tetralogie gehört auch in den Vereinigten Staaten von Amerika zu den großen Herausforderungen für Opernhäuser und bleibt zumeist den Traditionshäusern in New York, Chicago und San Francisco vorbehalten. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen
klassik-begeistert.de, 17. Mai 2026“
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Göttlich-menschliches Beziehungstralala  gebiert strahlenden Bären am Himmel

CD-Besprechung:

Francesco Cavalli
LA CALISTO
Live Mitschnitt vom Festival d’Aix-en-Provence, Juli 2025

harmonia mundi

Zauber für Calisto, Glück für Astronomen: Göttlich-menschliches Beziehungstralala gebiert strahlenden Bären am Himmel

„Wenn man Monteverdi mit Tizian vergleichen kann, dann kann man in seinem Schüler eine Art Veronese sehen.“  Henry Prunières, 1931

von Dr. Ingobert Waltenberger

Kann ein menschliches Wesen das ewige Leben erlangen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Nerds mit oder ohne Milliarden am Konto in der Jetztzeit. Sie war offenbar auch seit jeher von theoretischem, d.h. nicht zuletzt mythisch metaphysischem Interesse. „Francesco Cavalli,  La Calisto – Live Mitschnitt
Festival d’Aix-en-Provence, Juli 2025“
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Komponist, Spitzensportler, Revoluzzer: Der Chevalier lebt und taugt bis heute als Vorbild!

CD/Blu-ray Besprechung:

CHEVALIER DE SAINT-GEORGE
„PORTRAIT“

THÉOTIME LANGLOIS DE SWARTE
und das Orchestre de l’Opéra Royal

Château de Versailles Spectacles

von Dr. Ingobert Waltenberger 

Joseph Bologne de Saint-George war der bedeutendste schwarze Komponist seiner Zeit. Und nicht nur das. Er führte ein alle sozialen Barrieren sprengendes pittoreskes Abenteurerleben mit Degen und Geige, Dirigierstab und in Offiziersuniform. Heute wäre er mit seinen spektakulären sportlichen, künstlerischen und militärischen Erfolgen, als Kämpfer gegen Rassendiskriminierung und Verfechter der Werte der Aufklärung zumindest ein social media Superstar mit Millionen Followern. „Chevalier de Saint-George, „Portrait“
klassik-begeistert.de, 14. Mai 2026“
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Diese Weber-Hommage hat  trotz hoher Qualität Leerstellen

 

CD/Blu-ray Besprechung:

Anlässlich seines bevorstehenden 200. Todestages hat nun das Label Warner eine umfangreiche Zusammenstellung der Werke von Carl Maria von Weber in einer 18 CDs umfassenden Edition veröffentlicht. Sie spiegeln die Vielfalt der musikalischen Gattungen wieder, in denen Weber erfolgreich war.

Weber
The Spirit of German Romanticism

Warner 5026854112398

von Peter Sommeregger

Geboren fünf Jahre vor Mozarts Tod, gestorben ein/zwei Jahre vor Beethovens und Schuberts Tod. Carl Maria von Weber war also Zeitgenosse von drei der wohl größten musikalischen Genies. Dass sein Werk unbeschadet dessen auch noch zweihundert Jahre nach seinem Tod Gewicht und Präsenz hat, ist schon eine Leistung für sich. „Weber, The Spirit of German Romanticism
klassik-begeistert.de, 12. Mai 2026“
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Die Berliner Barock Solisten legen mit Vivaldis „Jahreszeiten“ eine Einspielung für die Ewigkeit vor

CD/Blu-ray Besprechung:

Zu erwarten war eine vorbildliche Interpretation, aber das Ergebnis übertrifft die Erwartungen noch um Längen.

Antonio Vivaldi
Le quattro stagioni

Berliner Barock Solisten

Daishin  Kashimoto

BPHR 260541

von Peter Sommeregger

Ein mehrfaches Jubiläum war der äußere Anlass für diese neue Einspielung von Antonio Vivaldis populärstem Werk, das 1725 erschien. Das aus den Berliner Philharmonikern rekrutierte Ensemble Berliner Barocksolisten konnte 2025 sein 30. Jubiläum feiern, und ging mit dem Werk ein zweites Mal ins Aufnahmestudio. „Antonio Vivaldi, Le quattro stagioni, Berliner Barock Solisten
klassik-begeistert.de, 12. Mai 2026“
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Giovanni Antonini dirigiert den Schmerz aus den Angeln

CD/Blu-ray Besprechung:

Haydn 2032
No. 19 – Trauer

Giovanni Antonini, musikalische Leitung
Il Giardino Armonico

Alpha Classics, Alpha1101

von Dirk Schauß

Giovanni Antonini wählt für den 19. Band seiner Gesamtaufnahme Haydn2032 einen eignen Weg: eine seelische Inventur in Klanggestalt. Mit Il Giardino Armonico spannt er einen Bogen von den Schlachtfeldern des dreißigjährigen Krieges bis zu den Erschütterungen des modernen Terrorismus. „Haydn 2032 No. 19 – Trauer, Giovanni Antonini
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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Leif Ove Andsnes überrascht mit skandinavischen Tönen

CD/Blu-Ray Besprechung:

Der norwegische Pianist, Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Geirr Tveitt dürfte nur wenigen bekannt sein. Bevor Leif Ove Andsnes die 30-minütige, dreisätzige Klaviersonate etere, op. 129, im Juli 2025 in der Pfarrkirche St. Jude-on-the-Hill im Hampstead Garden Suburb im Norden Londons aufnahm, hatte er sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder mit ihr befasst und alle Facetten des Stücks zuvor schon in 35 Konzerten erprobt. Aber nicht nur das zählt.

GEIRR TVEITT – LEIF OVE ANDSNES und SOLVEIG ANDSNES mit der Klaviersonate Nr. 29, zehn Volksliedern aus Hardanger für Klavier und neun Liedern.

Simax Classics

von Dr. Ingo Waltenberger

Der 1908 in Bergen geborene Tveitt studierte vier Jahre lang am Leipziger Konservatorium. 1932 ging er nach Wien, um seine Ausbildung bei Egon Wellesz zu vervollkommnen. Weitere Anregungen erhielt er in Paris von Arthur Honegger und Heitor Villa-Lobos. Wie andere Tonsetzer der Zeit sammelte er (norwegische) Volkslieder. Seine Musik, die – so Andsnes – impressionistische Farben französischen Ursprungs mit den stechenden Rhythmen Prokofievs verbindet, gründet sich auf lydische Kirchentonarten mit ihren erhöhten Quarten. Der Komponist wollte damit alte skandinavische Tonleitern reanimieren. „Leif Ove Andsnes, Geirr Tveitt
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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