„Dieses Musikstück ergibt überhaupt keinen Sinn… es ist nicht mal Musik“

Bolero/Raphaël Personnaz, Doria Tillier, Jeanne Balibar, Vincent Perez, Emmanuelle Devos / „Bolero”-Filmplakat © X-Verleih

Der Bolero -Film hat mich berührt. Claire Barré und Anne Fontaine haben ein sehr feines, ansprechendes Komponisten-Porträt erschaffen. Und gerade, weil es nicht der von mir erwartete Musikfilm ist, möchte ich ihn gerne weiterempfehlen.

BOLERO
Ein französischer Film (2024) von Claire Barré (Drehbuch)
und Anne Fontaine (Drehbuch und Regie)

 Musik / Soundtrack: Bruno Coulais

Mit Raphaël Personnaz als Maurice Ravel
Filmstart in Deutschland und Österreich, 6. März 2025

CinemaxX Berlin am Potsdamer Platz, 24. März 2025

von Ralf Krüger

Diese Melodie ist dem Schlagen und Klopfen alter Maschinen nachempfunden. Oder den seltsamen Geräuschen in Ravels großem mechanischen Wecker. Die begonnene Taktfolge wird 17-mal wiederholt, dabei leicht variiert und von der Klangfülle her intensiviert. Ob am Ende der Kessel derart unter Druck steht, dass er explodiert, ist nicht überliefert. Auftraggeberin und Komponist schließen einen Kompromiss: Nach 17 Minuten ist Schluss. „Film: Bolero (2024) von Claire Barré (Drehbuch)
CinemaxX Berlin am Potsdamer Platz, 24. März 2025“
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Pablo Larraíns große Verehrung für die Diva wird in jeder Szene spürbar

© ARP FilmNation

Film-Rezension:

Eine faktenreine Filmbiografie ist „Maria“ angesichts einiger künstlerischer Freiheiten nicht. Aber ein Biopic mit einem hohen Anspruch, den die sorgfältige Musikauswahl, eine subtile Kennerschaft von Callas’ Leben und Wirken sowie ein feinsinniger Soundtrack beglaubigen .

Film „Maria“
von Pablo Larraín

Regie: Pablo Larraín, mit Angelina Jolie, Alba Rohrwacher u.a.
Kinostart Deutschland: 6. Februar 2025.

von Kirsten Liese

Butler Ferruccio (Pierfrancesco Favino) rollt nach dem Willen der Diva wie so oft ohne irgendeinen Sinn den Flügel von einem Raum in den anderen, Haushälterin Bruna (Alba Rohrwacher) kümmert sich derweil um das Essen. Dann betritt Maria die Küche. Sie will das Casta Diva aus Norma singen, womit sie einmal Maßstäbe setzte, und Brunas Meinung dazu. Ihr Sopran tönt nicht sehr stabil, unsicher in Höhe und Intonation, nach wenigen Takten versagt ihr die Stimme, aber in ihrem inneren Ohr hört sie die Arie weiter – so wie sie einmal klang, als sie im Zenit ihrer Karriere stand. Danach wird Bruna zu ihrer Freude sagen, dass ihr Gesang hervorragend gewesen sei.

„Film-Rezension: „Maria“ von Pablo Larraín
klassik-begeistert.de, 6. Februar 2025 “
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Die Zauberflöte als Film: Wahre Opernliebhaber müssen bei The Magic Flute sehr tapfer sein

Mozart drawing Doris Stock 1789

Film-Rezension:

The Magic Flute – Das Vermächtnis der Zauberflöte

Ein Fantasy-Film-Musical nach der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder

Regie: Florian Sigl
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart und Martin Stock

Eingespielt vom Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Leslie Suganandarajah

Deutsche Kino-Erstaufführung am 07. November 2022 im Gärtnerplatztheater München

Fernsehpremiere am 26. Dezember 2024 auf Arte

Arte-Mediathek, 29. Dezember 2024

von Ralf Krüger

In diesem Fall ist Prinz Tamino ein Jüngling. So wie es im Libretto geschrieben steht. Mit bürgerlichem Namen Tim Walker, begleiten wir den jungen Mann auf seiner Bahnreise nach Österreich und später mit Koffern durch eine historische Altstadt, die mächtig an Salzburg erinnert. An der Mozart International School will er Gesang studieren und etwas zurückbringen, was sein inzwischen verstorbener Vater als Student dort einst mitgehen ließ. „Film: The Magic Flute, Fantasy-Film-Musical
Arte-Mediathek, 29. Dezember 2024“
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Cranko im Kino: Ich seh-fühle die Magie des Tanzes

CRANKO © Philip Sichler/Zeitsprung Pictures/SWR/Port au Prince Pictures

Das Geheimnis des Tanzes, das mit Worten nicht beschrieben werden kann. Das darf ich in diesem Film entdecken. Ich kann eine emotional tiefgehende Vorstellung entwickeln, wie Cranko dieses Geheimnis entschlüsselt. Das fühlt sich sehr sehr gut an.

Cranko
Ein Film von Joachim A. Lang

City Kino 1 in München, 22. September 2024

von Frank Heublein

An diesem Abend gibt es das erste öffentliche Screening des Films Cranko außerhalb Stuttgarts. Cranko Darsteller Sam Riley und Regisseur Joachim A. Lang sind nach dem Film zu einem Gespräch anwesend.

John Cranko ist eine Person, die die Ballettszene in Deutschland ab 1961 bis zu seinem Tod 1973 als Ballettdirektor und Chefchereograf in Stuttgart nachhaltig beeinflusst hat. Zusätzlich zu seiner Stuttgarter Aufgaben füllte er 1968 bis 1972 den Posten des leitenden Choreografen des Staatsballetts in München aus. „Film: Cranko – Ein Film von Joachim A. Lang
City Kino 1 in München, 22. September 2024“
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Film Maestro: „Karajan machte die Musik, Bernstein war die Musik“

© 2023 FilmKult.ch | Fotos: ZVG

Im Mittelpunkt stehen aber ganz klar die tiefgehende Bindung, die Bernstein zu seiner Frau gehabt haben muss und sein ausuferndes Liebesleben. Und natürlich, wie könnte es anders sein, der ständige Begleiter Bernsteins – die Zigarette!

„Maestro“: Ein Film über das ausufernde Privatleben Leonard Bernsteins

von Jürgen Pathy

„Wenn du nichts änderst, stirbst du eines Tages als einsame, alte Tunte“.
Diese Worte sitzen.

„Maestro“, Bradley Coopers Film über Leonard Bernstein, setzt den Fokus auf das Privatleben des Dirigenten, Komponisten und Pianisten. Dieser Film macht somit nicht den Fehler wie „Tár“ mit Cate Blanchett, der sich zu sehr auf die fachlichen Aspekte des Dirigierens konzentriert. „Maestro“ hebt das turbulente Liebesleben des 1990 verstorbenen Musikers Bernstein hervor, der den Freuden des Lebens nicht abgeneigt war – sowohl des weiblichen Geschlechts als auch des eigenen nicht. „Soll ich dir etwas verraten: Ich war mit beiden deiner Eltern im Bett“, ist ein weiterer Auszug aus diesem packenden Spielfilm mit biografischen Zügen. „„Maestro“: Ein Film über das ausufernde Privatleben Leonard Bernsteins
klassik-begeistert.de, 25. Dezember 2023“
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Opulente Dekors und Kostüme reichen für ein umfassendes Künstlerinnenporträt ebenso wenig aus wie für eine packende Liebesgeschichte

ALMA & OSKAR © Aliocha Merker, Alamode Film 

Alma & Oskar

Regie Dieter Berner | AT/CH/DE/CZ 2022 | 88 min | DF
Mit: Emily Cox, Valentin Postlmayr, Cornelius Obonya, Brigitte Karner

Filmstart: 6. Juli 2023

von Kirsten Liese

Nach einer Orchesterprobe liest Alma ihrem Mann Gustav Mahler die Leviten: Seinen grenzenlosen Egoismus könne sie nicht mehr ertragen, sie werde ihn für einen  anderen, jüngeren Mann verlassen, droht sie ihm an. Er bekniet sie, bei ihm zu bleiben, aber das Schicksal erzwingt die Trennung auf andere Weise: Mahler stirbt kurz nach dem Disput, Alma wird Witwe. „Filmrezension: Alma & Oskar, Filmemacher Dieter Berner
klassik-begeistert.de, 6. Juli 2023“
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Filmrezension „Divertimento – ein Orchester für alle“

Foto © Guy FERRANDIS

In den großen Sinfonieorchestern der Welt haben sich Musikerinnen längst ihren Platz erobert. Eine Karriere als Dirigentin ist aber immer noch etwas Besonderes. Das Kino hat sich diesem Thema in den vergangenen Jahren mehrfach gewidmet. Der Film „Die Dirigentin“ (2018) schilderte den schwierigen Werdegang der niederländischen Amerikanerin Antonia Brico, die als erste Frau der Welt ein großes Sinfonieorchester leitete, in dem preisgekrönten Drama „Tàr“ (2022) erzählt Todd Field von einer fiktiven Stardirigentin, die sich nach Machtmissbrauchs-Vorwürfen aus der Öffentlichkeit zurückzieht.

von Kirsten Liese

Die französische Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar erzählt nun die wahre Geschichte von Zahia Ziouani und ihrer Zwillingsschwester, der Cellistin Fettouma.

In Pantin, einem Vorort von Paris, nimmt die Geschichte 1985 ihren Anfang.

Ein Konzert unter dem berühmten Dirigenten Sergiu Celibidache mit Ravels Boléro, das Zahia im Alter von sieben Jahren mit ihrem musikbegeisterten Vater im Fernsehen schaut, weckt ihre Leidenschaft für das Dirigieren. Der Rumäne wird in ihrem späterem Leben noch eine wichtige Rolle spielen. „Filmrezension „Divertimento – ein Orchester für alle“
klassik-begeistert.de, 13. Juni 2023“
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