Sir Simon Rattle huldigt Gustav Mahler und wird Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin

Sir Simon Rattle © Astrid Ackermann

Symphoniekonzert V

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 2 c-Moll, Auferstehungssymphonie

Christiane Karg  Sopran
Karen Cargill  Mezzosopran

Sir Simon Rattle, Dirigent
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 9. März 2026

von Peter Sommeregger

In seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hat Simon Rattle über die Jahre sämtliche Symphonien Gustav Mahlers aufgeführt, auch danach bilden sie einen Teil seines Repertoires. Im Rahmen des Symphoniekonzertes V der laufenden Saison setzte Rattle die 2., so genannte Auferstehungssymphonie auf das Programm. „Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-Moll, Sir Simon Rattle, Dirigent
Staatsoper Unter den Linden Berlin, 9. März 2026“
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Minimalistisch und poetisch in einem: Berlin krönt seinen Janáček-Zyklus mit „Das schlaue Füchslein“

Magdalena Kožená, Vera-Lotte Boecker © Monika Rittershaus

Die größte Aufmerksamkeit galt der Berliner Staatskapelle, die vor wenigen Tagen als bestes Orchester mit einem Award der Zeitschrift „Oper!“ ausgezeichnet worden war. Ihr schöner, zu der böhmischen Musik passender warmer Klang und die Klasse jeder einzelnen Sektion war nicht zu überhören, farbenreich brachte sie die Partitur zum Leuchten. Seitens der dynamischen Gestaltung blieb allerdings noch Luft nach oben. Ted Hufmans Inszenierung wartet mit fantasiereichen Kostümen und virtuoser Akrobatik auf.

Leoš Janáček  „Das schlaue Füchslein“

Musikalische Leitung: Sir Simon Rattle

Inszenierung: Ted Huffman
Bühne: Nadja Sofie Eller
Kostüme: Astrid Klein

Einstudierung Chor: Dani Juris
Staatsopernchor, Kinderchor der Staatsoper

Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 28. Februar 2026,  Premiere

von Kirsten Liese

„Am Ende der Oper weine ich, weil sie eine tiefe Wahrheit erzählt“, sagt Simon Rattle. Mir geht es ähnlich, aber auch, weil „Das schlaue Füchslein“ den grausamen Umgang der Menschen mit den Tieren berührt. – Zu einer Zeit, in der noch kein Bewusstsein dafür herrschte, wieviel Leid in einem Pelzmantel steckt.

Jedenfalls kommt mir keine zweite Oper in den Kopf, die Mitgefühl mit den Bewohnern des Waldes derart explizit zum Ausdruck bringen würde wie dieses bezaubernde Werk von Leoš Janáček, dessen Aufführungsgeschichte in Berlin bedeutsame Stationen erlebte. „Janáček, Das schlaue Füchslein, Staatskapelle Berlin, Sir Simon Rattle
Staatsoper Unter den Linden, 28. Februar 2026,  Premiere“
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„Das kalte Herz“ Unter den Linden: Diese Oper scheitert an ihrem Libretto

Rosie Aldridge, Samuel Hasselhorn – UA Das kalte Herz am 11. Januar 2026 Staatsoper Unter den Linden © Bernd Uhlig

Das von Daniel Arkadij Gerzenberg verfasste Libretto hat nur sehr entfernt mit Wilhelm Hauffs populärem Märchen zu tun, greift lediglich wenige Motive und den Vornamen Peter der Hauptfigur auf. Leider wird über die gesamte Spieldauer von nahezu zwei Stunden eine Fülle pseudo-mystischen Geraunes besungen, die zunehmend einschläfernd auf das Publikum wirkt. Ab der Mitte des Stückes mehren sich die diskreten Abgänge mancher Zuschauer aus dem Saal, auch die Husten-Frequenz nimmt deutlich zu, ein untrügliches Indiz für Langeweile.

Das kalte Herz

Matthias Pintscher   Musik
Daniel Arkadij Gerzenberg    Text

Matthias Pintscher   Dirigent

James Darrah Black   Inszenierung

Peter    Samuel Hasselhorn
Mutter    Katarina Bradič
Anubis   Rosie Aldridge
Clara    Sophia Burgos
Azaël    Sunnyi Melles
Alte Frau    Adriane Queiroz
Kind    Otto Glass

Uraufführung Staatsoper Unter den Linden, Berlin am 11. Januar 2026

von Peter Sommeregger

Der erfolgreiche Dirigent und Komponist Matthias Pintscher hat diese, seine insgesamt vierte Oper, als Auftragswerk der Berliner Staatsoper komponiert. „Matthias Pintscher, Das kalte Herz
Uraufführung Staatsoper Unter den Linden, Berlin 11. Januar 2026“
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100 Jahre nach der Uraufführung: Christian Thielemann dirigiert Wozzeck in Berlin

Christian Thielemann, Staatskapelle Berlin © Stephan Rabold

Alban Berg Wozzeck
Oper in drei Akten (1925)

Musik von Alban Berg
Text nach dem Dramenfragment „Woyzeck“ von Georg Büchner

Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung: Andrea Breth

Staatsopernchor, Kinderchor der Staatsoper,
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. Dezember 2025

von Julian Führer

Vor genau 100 Jahren, im Dezember 1925, wurde Alban Bergs Wozzeck in Berlin uraufgeführt. Die Berliner Staatsoper nahm dies zum Anlass, Andrea Breths Inszenierung von 2011 noch einmal zu zeigen. „Alban Berg, Wozzeck (1925)
Staatsoper Berlin, 21. Dezember 2025“
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Alban Bergs „Wozzeck“ feiert triumphal seinen 100. Geburtstag

Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Simon Keenlyside © Stephan Rabold

Alban Berg
Wozzeck

Wiederaufnahme 14. Dezember 2025 exakt 100 Jahre nach der Uraufführung

Wozzeck  Simon Keenlyside
Marie  Anja Kampe
Tambourmajor  Andreas Schager
Doktor  Stephen Milling
Hauptmann  Wolfgang Ablinger-Sperrhacke

Inszenierung  Andrea Breth

Dirigent  Christian Thielemann

Staatsopernchor, Kinderchor der Staatsoper
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden Berlin, 14. Dezember 2025

von Peter Sommeregger

Kaum zu glauben, dass dieses kühne, eine neue Opernästhetik begründende Werk schon vor hundert Jahren uraufgeführt wurde. Erich Kleiber leitete am 14. Dezember 1925 in Anwesenheit des Komponisten die Uraufführung Unter den Linden. Vom damaligen Opernhaus existiert freilich nach zweimaliger Zerstörung nur noch die äußere Hülle. „Alban Berg, Wozzeck
Staatsoper Unter den Linden Berlin, 14. Dezember 2025“
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Anna Netrebko „Unter den Linden“: That’s Entertainment!

Anna Netrebko © Kirk Edwards

Liederabend Anna Netrebko

Pavel Nebolsin
Serena Malfi

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 8. Dezember 2025

von Peter Sommeregger

Aufregung schon vor dem Opernhaus: neben verzweifelten Kartensuchern eine kleine, aber lautstarke Gruppe ukrainischer Demonstranten, die gegen den Auftritt der regimefreundlichen Russin demonstrieren. Man kann deren Unmut verstehen, die Sängerin hat sich bisher höchst geschmeidig um eindeutige Distanzierung vom Ukraine-Krieg gedrückt. „Liederabend Anna Netrebko, Pavel Nebolsin, Serena Malfi
Staatsoper Berlin Unter den Linden, 8. Dezember 2025“
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Nur des Teufels Großmutter kann diese Welt retten

Staatsoper Berlin, Les Contes d’Hoffmann, Florian Hoffmann © Bernd Uhlig

Kein Spoiler: Aber die Vorfreude auf die Pointe am Schluss der Neuinszenierung von Les Contes d’Hoffmann in der Staatsoper Unter den Linden möchte ich immerhin gern wecken. Zweieinhalb Spielstunden lang habe ich mich nämlich gefragt, wie Regisseurin Lydia Steier das opulent in Szene gesetzte teuflische Treiben, das sie über die Bretter toben lässt, eigentlich wieder auflösen will. Ohne zu viel zu verraten, lässt sich sagen, dass der unterhaltsame Offenbach und der ironische Hoffmann wie schon während des ganzen Abends trotz allenthalben anklingender Schauerromantik die Oberhand behielten. Es darf gelacht werden an diesem Abend, der ganz im Wortsinne vor allem die Abgründe alles Operettenhaften ausleuchtet.

Jacques Offenbach
Les Contes d’Hoffmann
Opéra fantastique in fünf Akten (1881)

Musikalische Leitung:  Bertrand de Billy

Inszenierung:  Lydia Steier
Bühne, Video:  Momme Hinrichs
Kostüme:  Ursula Kudrna

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, Premiere, 16. November 2025

von Sandra Grohmann

Um es vorwegzunehmen (das dann doch): Wer den Anblick überdimensionierter Nachbildungen des männlichen Geschlechts nicht erdulden mag, wie sie der Teufel und seine Schergen hier gern immer wieder vor sich hin tragen, der ist gut beraten, lieber eine andere Aufführung von Hoffmanns Erzählungen zu wählen.

„Jacques Offenbach, Les Contes d’Hoffmann
 Staatsoper Unter den Linden, Berlin, Premiere, 16. November 2025“
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Mussorgskys “Chowanschtschina” von Claus Guth als eine Meditation über russische Geschichte inszeniert

Taras Shtonda und Ensemble © Monika Rittershaus

 So geht modernes Regietheater! In seiner Inszenierung der Oper “Chowanschtschina” von Modest Mussorgsky realisiert der Regisseur Claus Guth eine packende Projektion des Konfliktes, der Ende des 17. Jahrhunderts um den Zarenthron entbrannt war. Dank einer exzellenten Sängerriege, eines großartig aufspielenden Orchesters und eines fulminanten Chores, alle unter der musikalischen Leitung von Timur Zangiev, erlebt man eine fesselnde  Wiederaufnahme des komplizierten Werkes, das der Komponist durch seinen frühen Tod nicht selber fertigstellen konnte. Die Staatsoper Berlin spielt die von Dmitri Schostakowitsch instrumentierte Fassung.

Modest Mussorgsky (1839-1881)
CHOWANSCHTSCHINA
Volksdrama in fünf Akten (Text vom Komponisten)

Fassung von Dmitri Schostakowitsch mit dem Finale von Igor Stravinsky

Musikalische Leitung:  Timur Zangiev

Inszenierung:  Claus Guth
Bühne:  Christian Schmidt
Kostüme:  Ursula Kudrna

Staatsoper Unter den Linden, 2. November 2025

von Jean-Nico Schambourg

Die Oper “Chowanschtschina” von Modest Mussorgsky selbst und deren Interpretation des Regisseurs Claus Guth an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin ist eine regelrechte Meditation über russische Geschichte. Sie basiert auf einer Episode großer Dramatik, die sich Ende des 17. Jahrhunderts zugetragen hat und aus derer schlussendlich der Zar Peter der Große als Sieger hervorgegangen ist.

„Modest Mussorgsky (1839-1881), Chowanschtschina
Staatsoper Unter den Linden, 2. November 2025“
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Lisette Oropesa begeistert als Juliette an der Staatsoper Berlin

Archiv Staatsoper Unter den Linden © Monika Rittershaus

Dass nicht jede Oper sich problemlos in eine andere Epoche versetzen lässt, zeigt sich an der Produktion der Oper “Roméo et Juliette” an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Die Regisseurin Mariame Clément scheitert bei ihrem Versuch, die Handlung der Liebesgeschichte nach Shakespeare in die heutige Zeit zu verlegen. Die Rettung des Abends erfolgt wieder einmal durch die musikalische Seite, auch wenn hier nicht alles perfekt ist. Lisette Oropesa begeistert allerdings das Publikum mit ihrer Interpretation der Juliette.

Charles Gounod
ROMÉO ET JULIETTE

Drame lyrique in fünf Akten (Text: Jules Barbier und Michel Carré)

Musikalische Leitung: Francesco Ivan Ciampa
Staatskapelle Berlin

Inszenierung: Mariame Clément
Bühne & Kostüme: Julia Hansen                         

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 1. November 2025

von Jean-Nico Schambourg

Ein moderner Pavillon, ein einfaches Klassenzimmer, ein Teeny-Schlafzimmer, eine Sporthalle und zum Schluss eine kalte Leichenhalle. Das ist die Umgebung in der die Geschichte des Liebespaares aus Verona sich in der Inszenierung von Mariame Clément abspielt.

Als Rahmenhandlung kommt noch ein Kinosaal am Anfang und am Ende der Oper dazu. Theater im Theater! Nicht mehr sehr originell!

„Charles Gounod, Roméo et Juliette
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 1. November 2025“
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Hommage an Rachmaninow: Asmik Grigorian und Lukas Genušias Unter den Linden

Liederabend Asmik Grigorian, begleitet von Lukas Geniušas, 21. Oktober 2025 Staatsoper Unter den Linden© Peter Adamik

Liederabend
Asmik Grigorian

Lukas Genušias, Klavier

Lieder und Klaviermusik von Sergej Rachmaninow

Staatsoper Unter den Linden, 21. Oktober 2025

von Peter Sommeregger

Wenn auch der 150. Geburtstag des Komponisten bereits zwei Jahre zurückliegt, sind seine Werke verstärkt in den Konzertprogrammen zu finden. Auch sein umfangreiches Liedschaffen wird inzwischen auch hierzulande endlich gewürdigt. „Liederabend Asmik Grigorian
Staatsoper Unter den Linden, 21. Oktober 2025“
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