„Pelléas et Mélisande“ – wunderschöne Bilder, die lange nachwirken

Premiere 17. März 1991 | © Tatjana Dachsel

Pelléas et Mélisande 
Drame lyrique in fünf Akten (1902)
Musik von Claude Debussy
Text von Maurice Maeterlinck

Staatskapelle Berlin
Musikalische Leitung: François-Xavier Roth

Inszenierung: Ruth Berghaus

Arkel  Stephen Milling
Geneviève  Anne Sofie von Otter
Pelléas  Thomas Blondelle
Golaud  Simon Keenlyside
Mélisande  Magdalena Kožená
Yniold   Henrik Brandstetter (Tölzer Knabenchor)
Arzt/Hirt  David Ostrek

Staatsoper Unter den Linden, 3. Juli 2026

von Iris Röckrath

„Claude Debussy, Pelléas et Mélisande
Staatsoper Unter den Linden, 3. Juli 2026“
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„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom

Der Geist Mozarts glänzt an diesem Abend eindeutig durch Abwesenheit, und die Intendanz muss sich fragen lassen, ob das Sitcom-Niveau der neue Geist des Hauses sein soll. Welches Publikum man sich damit ins Haus holt, war an diesem Abend zu erleben.

Bülent Ceylan (Bassa Selim) ©  Stephan Rabold

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Akten (1782)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Johann Gottlieb Stephanie

Bassa Selim  Bülent Ceylan
Konstanze   Adela Zaharia
Blonde   Serafina Starke
Belmonte  Syabonga Maqungo
Pedrillo   Michael Laurenz
Osmin   David Steffens

Inszenierung   Andrea Moses
Bühne   Raimund Bauer
Kostüme   Anja Rabes

Dirigent   Thomas Guggeis

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026

von Peter Sommeregger

Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“?

Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören. „W.A. Mozart, Die Entführung aus dem Serail
Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026“
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Die Staatsoper für alle feiert mit grandiosen Sängern das Grundgesetz

Staatsoper für alle 2026 | 23. Mai 2026 | Live-Übertragung von Nabucco auf dem Bebelplatz © Peter Adamik

Staatsoper für alle in Berlin. So wörtlich wie in dieser Stadt wird das nirgends zelebriert: Alle, alle, alle sind sie da: Die Leute mit Picknickdecke, die Influencer mit den geilen Klamotten, die Herren mit Fliege und die Damen mit den tiefen Ausschnitten. Die Schauspieler aus allen Ecken der Republik, die Vertreter des Sponsors und die Presse von klassik-begeistert bis Super-Illu. Wenn man die Augen ein wenig zukneift, sieht man das Personal vieler Opern in den 30.000 Leuten auf dem Bebelplatz vor der großen Freiluftbühne und bei den geladenen sowie zahlenden Gästen im Opernhaus Unter den Linden.

Da ist eine Papagena mit Federn an den Blazerärmeln. Dort flüstern Valzacchi und Annina aus dem Rosenkavalier. Neben ihnen hält die elegante Elisabeth von Valois in Begleitung ihres schon etwas älteren Gemahls Philipp II. Ausschau nach – ja, wo ist eigentlich Don Carlo? Wir sehen nur Fiordiligi und Dorabella aus Così fan tutte. Offenbar sind die beiden jetzt ein Paar, ebenso wie ihre ehemaligen Liebhaber Guglielmo und Ferrando. Auch eine Lösung! Das bunte Völkchen, vom Sponsor auf den 1. Rang und in den Apollosaal sowie auf den Bebelplatz eingeladen, schwatzt bald über alle Rollengrenzen hinweg miteinander. Es gibt italienische Oper, und die Stimmung ist heiter bis sonnig. Draußen knallen erst 30°, später 27°C aufs Pflaster. Drinnen tut die Klimaanlage, was sie kann.

Giuseppe Verdi
Nabucco
Dramma lirico in vier Teilen (1842)
Text von Temistocle Solera

Musikalische Leitung   Francesco Lanzilotta

Inszenierung   Emma Dante
Bühne   Carmine Maringola
Kostüme   Vanessa Sannino

Nabucco   Ariunbaatar Ganbaatar
Abigaille   Lidia Fridman
Ismaele   Andrés Moreno García
Fenena   Elena Maximova
Zaccaria   Tareq Nazmi
Anna   Clara Nadeshdin
Abdallo   Junho Hwang
Hohepriester des Baal   Hanseong Yun

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 23. Mai 2026

 von Sandra Grohmann

Feststimmung im Haus Unter den Linden. Ein bayerischer Automobilhersteller, der Sponsor von Staatsoper für alle, lässt sich nicht lumpen, finanziert ein rauschendes Fest für alle und verkündet noch am Abend, dass die Partnerschaft trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch einen just unterzeichneten Dreijahresvertrag gesichert ist. Das kann man nur wertschätzend anerkennen!

„Staatsoper für alle – Giuseppe Verdi, Nabucco
Staatsoper Unter den Linden, 23. Mai 2026“
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Wagner-Bass Pape überzeugt auch poetisch und sanft

Staatsoper Berlin © Jiyang Chen

KAMMERKONZERT VII: RENÉ PAPE mit ROBERT SCHUMANNs Liederzyklus „Dichterliebe“, op. 48 – Uraufführung der Bearbeitung für Streichsextett und Klavier von ELIAS CORRINTH

Staatsoper Unter den Linden, 20. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 24. IKK BB Berliner Firmenlauf gestern brachte nicht nur Firmen, Teams, Skater, Walker und Läufer rund um das Brandenburger Tor zusammen, er sorgte für ein veritables Verkehrschaos. Knapp haben wir es geschafft, um 20 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden für ein wahrlich tolles Kammermusikkonzert angekommen zu sein. Einige Plätze an der Seite blieben trotz „Ausverkauft“ frei. Da haben einige dem Verkehrsinfarkt offenbar Tribut zollen müssen. „René Pape, Robert Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe“
Staatsoper Unter den Linden, 20. Mai 2026“
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Thielemann führt auch die zweite Berliner „Schweigsame Frau“ zum Erfolg

Die schweigsame Frau, Staatsoper Berlin © Bernd Uhlig

Ein Jahr nach der Premiere begeistert die Staatsoper Unter den  Linden
mit Richard Strauss’ leider recht rarem Werk „Die schweigsame Frau“.
Dieser köstliche und musikalisch exzellente Strauss-Abend stand dessen deutlich populäreren Werken um nichts nach.

Die schweigsame Frau
Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Johnson

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. Mai 2026

von Johannes Karl Fischer

Bereits mit der Premierenserie von Strauss’ Die schweigsame Frau letzten Sommer – übrigens die Erstaufführung dieses Werks überhaupt an der Lindenoper – hatten Christian Thielemann und sein Gesangensemble für Furore gesorgt. In fast identischer Besetzung kehrte das Werk nun zurück und lieferte einen ähnlich stimmigen Strauss-Abend wie die Kassenknaller Rosenkavalier, Elektra, Salome. Diese köstliche Komödie verdient dringend einen Stammplatz auf den Spielplänen der Opernwelt! „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. Mai 2026“
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Thielemann und Levit überzeugen als kongeniales Duo

Berlin, Christian Thielemann Igor Levit © Stephan Rabold

SYMPHONIEKONZERT VII

Christian Thielemann
Igor Levit

Staatskapelle Berlin

Hans Pfitzner
Klavierkonzert Es-Dur op. 31

Franz Liszt
Symphonische Dichtungen

Orpheus S 98
Prometheus S 99

Richard Wagner
Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 

von Dr. Ingobert Waltenberger

Nein, pomphaft ist er nicht, der erste Satz, für den Pfitzner die Vortragsbezeichnung mit Kraft und Schwung wählte. Denn nach einem relativ knappen Holla-Kraftlackl-Auftakt mit wuchtigen Klavierakkorden lässt Pfitzner das Publikum in einem thematisch stückhaften, wie einem aus Wüstenwässerchen sich speisenden Sonatenhauptsatzform-Dschungel braten. Da wird motivisch verdichtet, in Chromatik herumgestöbert. Das Klavier als anfangs laut aufbegehrender, hierauf zaghaft integrierter Partner dieser „Symphonie mit obligatem Klavier“ fräst sich langsam in den von Thielemann trotz Riesenbesetzung schlank gehaltenen Orchesterklingklang hinein. „Hans Pfitzner, Christian Thielemann, Igor Levit
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 “
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Die schweigsame Frau in Berlin: „In Schönheit sterben“

Manuel Winckhler (Vanuzzi), Brenda Rae (Aminta), Siyabonga Maqungo (Henry Morosus), Peter Rose (Sir Morosus), Dionysios Avgerinos (Morbio), Samuel Hasselhorn (Barbier Schneidebart), Ensemble © Bernd Uhlig

„In Schönheit sterben“ – Christian Thielemann als spiritus rector dieser feinst ziselierten, klangwirbelnden Tragikomödie

Die schweigsame Frau
Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung   Jan Philipp Gloger
Dirigent   Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 10. Mai ist heute nicht nur Muttertag, sondern es gilt auch dem Gedenken an den 10. Mai 1933. Ein Mahnmal am Bebelplatz neben der Oper erinnert an die Bücherverbrennung, als unter anderem Studenten des Nationalsozialistischen Studentenbundes und Professoren unter der musikalischen ‚Anfeuerung‘ von SA und SS an die 20.000 Bücher von jüdischen und anderen missliebigen Autoren verbrannten. Darunter auch diejenigen von Stefan Zweig, dem Librettisten von „Die schweigsame Frau“. Insofern darf die gestrige Aufführung vor allem dem Augenmerk auf die fantastischen Qualitäten des Textbuchs gewidmet sein. „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Brenda Rae (Aminta), Peter Rose (Sir Morosus) ©  Bernd Uhlig

Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Die schweigsame Frau

Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung: Jan Philipp Gloger
Dirigent: Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Als nach knapp vier Stunden der Schlussvorhang fällt, hat sich das schon von Beginn nicht voll besetzte Haus bereits merklich geleert. Man wundert sich: Samstag Abend, am Pult Stardirigent und GMD Christian Thielemann, ein selten gespieltes Werk von Richard Strauss, und dann an den seitlichen Rängen komplett leere Reihen? „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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Zubin Mehtas 90er: Ein wacher Geist bezwingt den Körper

Zubin Mehta © Monika Rittershaus

Konzert zum 90. Geburtstag von Zubin Mehta

Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 40 g-moll

Ludwig van Beethoven: 7. Symphonie A-Dur

Staatskapelle Berlin
Zubin Mehta Dirigent

Staatsoper Unter den Linden, 3. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Am Ende eint alle im Publikum der Wunsch, dass dies eine Würdigung, aber noch kein Abschied sein möge.

Die Prominentendichte im Publikum dieses Konzertes war ungewöhnlich hoch, auffällig unauffällige Männer in blauen Anzügen und weißen Hemden waren zum Schutz des anwesenden Bundeskanzlers eingesetzt, der nebst anderer Polit-Prominenz zu diesem besonderen Konzert erschienen war. „Konzert zum 90. Geburtstag von Zubin Mehta
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Christiane Karg liefert in "The Turn of the Screw" eine Wahnsinnsvorstellung

Christiane Karg © Gisela Schenker

Die Staatsoper Berlin lehrt uns das Gruseln und vertraut ganz auf die Macht der Musik. Das Eigentliche bleibt unsichtbar. Die Spannung schraubt sich bis zur letzten Minute immer höher. Wir werden hineingezogen in den Abgrund einer kranken Seele. Die Inszenierung beflügelt unsere Phantasie, das Grauen wächst.

Benjamin Britten
„The Turn of the Screw“

Musikalische Leitung: Finnegan Downie Dear

Inszenierung: Claus Guth
Bühne/Kostüme: Christian Schmidt

Prologue, Peter Quint: Andrew Dickinson
Governess: Christiane Karg
Miles: Nicolò Balducci
Flora: Regina Koncz
Mrs. Grose: Rosie Aldridge

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. April 2026

von Petra und Dr. Guido Grass

Benjamin Brittens Oper „The Turn of the Screw“ basiert auf der gleichnamigen Novelle von Henry James. Die Oper wertet nicht und ermöglicht eine offene Deutung der Handlung.

Geister oder schizophrene Wahnvorstellung?

Die Inszenierung von Claus Guth für die Staatsoper Unter den Linden von 2014 wählt einen sehr schlüssigen und überzeugenden Zugang. Immer tiefer werden wir in die Gedankenwelt der jungen Gouvernante hineingezogen. Das Idyll des Landsitzes, in dem sie allein für die Erziehung zweier Waisen sorgen soll, entpuppt sich mehr und mehr als Horrorhaus. Zunächst sind ihre Ängste und Selbstzweifel sehr verständlich, soll sie doch als junge Frau ein große Verantwortung übernehmen. Selbst repressiv erzogen, sucht sie zwanghaft nach vermeintlichen Vergehen. Ihre eigenen Bedürfnisse unterdrückend, wird sie zur Inquisitorin und wühlt in der Vergangenheit. „Benjamin Britten, The Turn of the Screw
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. April 2026“
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