„Tosca“ in der Staatsoper Unter den Linden: Sonja Yoncheva auf der Höhe ihrer Kunst

© Julian Hargreaves / SonyClassical, Sonya Yoncheva.
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
, 3. Mai 2019
Giacomo Puccini, Tosca

 ”Tosca” in Berlin: In einem der schönsten Opernhäuser Deutschlands mit einer wunderbaren, fesselndenden Akustik – in der Staatsoper Unter den Linden. klassik-begeistert.de verfolgte eine Weltklasseaufführung mit drei hervorragend aufgelegten Hauptdarstellern. Diese ”Tosca” mit dieser Sonya Yoncheva (Tosca), diesem Teodor Ilincăi  (Cavaradossi) – was für eine gigantische Strahlkraft – und diesem Andrzej Dobber (Scarpia) ist eine Reise nach Berlin wert! „Giacomo Puccini, Tosca,
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 3. Mai 2019“
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Zukunftsträchtig: Kinderorchester begeistert in der Berliner Staatsoper

Foto: Rolando Villazón
© Monika Hoefler / Staatsoper Unter den Linden

Konzert Opernkinderorchester
Staatsoper Unter den Linden, 20. April 2019

Rolando Villazón: Erzähler, Tenor
Serena Sáenz: Sopran
Vinzenz Weissenburger: Einstudierung Chor
Max Renne: Dirigent
Daniel Barenboim: Dirigent
Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden
Opernkinderorchester

Wolfgang Amadeus Mozart
»APOLLO ET HYACINTHUS« OUVERTÜRE
Duett Papageno-Pamina aus »DIE ZAUBERFLÖTE«
Duett Papageno-Papagena aus »DIE ZAUBERFLÖTE«

Engelbert Humperdinck
SANDMÄNNCHEN, ABENDSEGEN UND
KINDERCHOR AUS »HÄNSEL UND GRETEL«

Sergej Prokofjew
»PETER UND DER WOLF« MUSIKALISCHES MÄRCHEN OP. 67

von Peter Sommeregger

Die Idee eines Kinderorchesters, das Jugendliche bereits im Kindesalter zu professioneller Arbeit im Rahmen eines Orchesters zusammenbringt, ist auf Initiative des Staatsopernintendanten Matthias Schulz zustande gekommen (das Programmheft verschweigt leider die näheren Umstände).

Begrüßenswert ist diese Unternehmung allemal, da durch das Fehlen eines flächendeckenden Musikunterrichts an deutschen Schulen ein bedauerliches Defizit an musikalischer Erziehung und Bildung entstanden ist. „Opernkinderorchester, Daniel Barenboim, Max Renne, Rolando Villazón, Serena Sáenz,
Staatsoper Unter den Linden, 20. April 2019“
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Zwischen Fliederduft und buffoneskem Witz: eine Bilanz der Berliner Festtage

Daniel Barenboim, © Christian Mang
Staatsoper Unter den Linden
, Philharmonie Berlin, April 2019
Festtage 2019, Berlin

von Kirsten Liese

Gleich zwei musikalisch wunderbare „Meistersinger“- Aufführungen galt es in dieser österlichen Festspielzeit zu erleben – in Salzburg unter der Leitung von Christian Thielemann, in Berlin unter Daniel Barenboim. Mit seiner nuancierten Pianokultur, schillernden Fliederduft-Klängen, einer stupenden Durchhörbarkeit noch in der Prügelfuge und einem spannungsgeladenen „Wach-auf-Chor“ als symbolträchtigem Ausrufezeichen gelang Christian Thielemann zweifellos eine einmalige Wiedergabe. Aber wenn daneben eine andere bestehen kann, dann die von Daniel Barenboim, der sich wie Thielemann von der Musik berühren lässt und die Partitur hingebungsvoll durchlebt.

Das ist in heutigen Zeiten nicht mehr selbstverständlich. Vor allem jüngere Dirigenten wie Kritiker-Darling Kirill Petrenko machen sich immer häufiger daran, Werken politisch beizukommen und ihr unliebsame Eigenschaften austreiben zu wollen. Die Seele geht der Musik bei solchen Destillaten freilich verloren. „Festtage 2019, Berlin,
Philharmonie Berlin, Staatsoper Unter den Linden, April 2019“
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Tcherniakovs Inszenierung fehlt der Biss

Foto: Goran Jurić (Mendoza), Aida Garifullina (Luisa), Anna Goryachova (Clara d’Almanza), Andrey Zhilikhovsky (Don Ferdinand) und Maxim Paster (Moderator)
Credits: Ruth und Martin Walz

Sergej Prokofjew, Die Verlobung im Kloster
Staatsoper Unter den Linden, 17. April 2019

Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Dmitri Tcherniakow

Don Jerome: Stephan Rügamer
Luisa: Aida Garifullina
Clara: Anna Goryachova
Duenna : Violeta Urmana
u.a.

von Peter Sommeregger

Im Mittelpunkt des Programms der diesjährigen „Festtage“ an der Staatsoper Unter den Linden steht der Komponist Sergej Prokofjew. Neben Orchester-und Klavierwerken des Russen führt man auch seine heitere Oper Die Verlobung im Kloster auf. Die Wahl dieses Werkes, das auf die Komödie „The Duenna“ von Richard Brinsley Sheridan zurückgeht, ist freilich nicht ganz unproblematisch. „Sergej Prokofjew, Die Verlobung im Kloster,
Staatsoper Unter den Linden, 17. April 2019“
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Therapie mit Suchtpotenzial: Berlin feiert eine fulminante Prokofjew-Premiere

Foto: Lauri Vasar (Don Carlos), Goran Jurić (Mendoza), Violeta Urmana (Die Duenna), Aida Garifullina (Luisa) und Bogdan Volkov (Don Antonio)
Credits: Ruth und Martin Walz

„Ich empfehle diese Inszenierung für Menschen mit überdurchschnittlichem IQ. Ich empfehle diese Oper in dieser Besetzung für jeden Menschen dieses Planeten.“

Sergej Prokofjew, Die Verlobung im Kloster (Premiere)
Staatsoper Unter den Linden, 13. April 2019

Musikalische Leitung, Daniel Barenboim
Inszenierung, Bühnenbild, Dmitri Tcherniakov
Kostüme, Elena Zaytseva
Licht, Gleb Filshtinsky
Videodesign, Alexey Poluboyarinov
Sounddesign, Markus Böhm
Einstudierung Chor, Martin Wright
Dramaturgie, Jana Beckmann, Detlef Giese

Don Jerome, Stephan Rügamer
Don Ferdinand,
Andrey Zhilikhovsky
Luisa,
Aida Garifullina
Die Duenna,
Violeta Urmana
Don Antonio,
Bogdan Volkov
Clara d’Almanza,
Anna Goryachova
Mendoza,
Goran Jurić
Don Carlos,
Lauri Vasar
Moderator,
Maxim Paster

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

von Friederike Walch

Prokofjew-Premiere in der Staatsoper Unter den Linden. Die Besetzung? Herausragend gut! Das Orchester? Grandios! Die Musik? Lässt meine Wertschätzung für Prokofjew noch einmal um ein großes Stück anwachsen, was ich so gar nicht für möglich gehalten hätte. Mein Gehirn möchte eigentlich, dass ich mich zurücklehne und schwelge, damit es mich als Reaktion auf dieses Klangspektakel mit einer großen Ladung Endorphine überschütten kann. Leider steht es jedoch den ganzen Abend sehr nah an der Grenze zur Überforderung. Schuld daran ist der Input über den Sehnerv. Oder, um den Verantwortlichen beim Namen zu nennen, Herr Dmitri Tcherniakov. „Sergej Prokofjew, Die Verlobung im Kloster (Premiere),
Staatsoper Unter den Linden, 13. April 2019“
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Yuval Sharon als Strippenzieher der "Zauberflöte" Unter den Linden

Foto: Julian Prégardien (Tamino) © Monika Rittershaus

Staatsoper Unter den Linden Berlin, 28. Februar 2019
Wolfgang Amadeus MozartDie Zauberflöte

Was die Staatsoper Unter den Linden dazu bewogen hat, neben der weiter im Spielplan verbleibenden traditionellen Everding-Inszenierung eine neue „Zauberflöte“ inszenieren zu lassen, wissen wir nicht. Was wir nach dieser Aufführung wissen ist, dass dies keine gute Idee war. Man wird den Eindruck nicht los, es wäre neidisch auf die hinreissend originelle Produktion an der Komischen Oper geschielt worden. Dort waren Könner am Werk, hier offenbar Dilettanten . Anders kann man die unausgegorene, unentschlossene Produktion  nicht einordnen, die Yuval Sharon hier auf die Bretter gestellt hat, eigentlich muss man sagen: an die Strippen gehängt hat. „Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte,
Staatsoper Unter den Linden Berlin, 28. Februar 2019“
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Premiere der "Zauberflöte" in Berlin:
Das. War. Ein. Spaß.

Florian Teichtmeister (Papageno) und Julian Prégardien (Tamino)
Foto: © Monika Rittershaus

Staatsoper Unter den Linden, 17. Februar 2019
Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte

von Friederike Walch

Das. War. Ein. Spaß. Hätte man jemanden beauftragt, die Publikumsreaktionen im Verlauf der gestrigen Zauberflöten-Premiere an der Staatsoper Unter den Linden zu filmen – das Ergebnis wäre mindestens genauso unterhaltsam wie die Oper selbst.

Die neue Zauberflöte ist…sagen wir…experimentell. Ob dieses Experiment gelungen ist, darüber schlagen sich die Zuschauer im Laufe des Abends die Köpfe ein. Aber alles der Reihe nach. „Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, PREMIERE, Staatsoper Unter den Linden, 17. Februar 2019“ weiterlesen

"Elektra" als Mogelpackung an der Staatsoper Unter den Linden

Foto: Daniel Barenboim © Peter Adamik
Am Ende tritt Daniel Barenboim auch noch allein vor den Vorhang und nimmt den Applaus mit etwas theatralischer Geste entgegen, ganz „alter König“. Vielleicht wäre es Zeit für einen Nachfolger?

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 3. Februar 2019
Richard Strauss, Elektra

von Peter Sommeregger

Elektra  Sabine Hogrefe
Chrysothemis  Vida Mikneviciute
Klytämnestra  Waltraud Meier
Orest  Rene Pape
Aegisth  Stephan Rügamer
Dirigent  Daniel Barenboim

Die für Januar/Februar geplante Aufführungsserie von Strauss‘ Elektra an der Staatsoper Unter den Linden stand von Beginn unter keinem glücklichen Stern. Die für die Titelrolle vorgesehene Evelyn Herlitzius musste krankheitsbedingt absagen, als Ersatz konnte Ricarda Merbeth gewonnen werden, die ihrerseits an diesem Sonntag einer Viruserkrankung wegen absagen musste. „Richard Strauss, Elektra,
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 3. Februar 2019“
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Ricarda Merbeth ist einfach nicht verrückt genug für die Rolle der Elektra

Foto: Ricarda Merbeth  © Mirko Jörg Kellner
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
, 27. Januar 2019
Richard Strauss, Elektra
Daniel Barenboim
, Dirigent
Patrice Chéreau, Inszenierung
Richard Peduzzi, Bühne
Ricarda Merbeth, Elektra
Waltraud Meier, Klytämnestra
Vida Miknevičiūtė, Chrysothemis
René Pape, Orest

von Yehya Alazem

Mit „Elektra“ begann eine der besten Zusammenarbeiten zwischen Librettist und Komponist in der Operngeschichte – Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal wurden ein Dream Team. Mit seiner vierten Oper ging Richard Strauss an die Grenze seiner musikalischen Schaffenskraft. „Elektra“ wurde sein expressionistischstes Werk, er sollte danach keine Musik mehr schreiben, die so atonal und experimentell war.

Das Thema der Psychoanalyse von Siegmund Freud war in der Zeit der Komposition sehr aktuell, die Uraufführung lief am 25. Januar 1909 an der Dresdner Hofoper. In „Salome“ und „Elektra“ wollte Strauss durch seine Titelheldinnen das Verflossene und das Unterbewusstsein des Menschen herausstellen. „Richard Strauss, Elektra,
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 27. Januar 2019“
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"La Bayadere" in der Berliner Staatsoper Unter den Linden: Große Dramatik und wenig Balance

Foto: © Fine Art photography by Yan Revazov
Staatsoper Unter den Linden, 18. Januar 2019
La Bayadere, Ballett von Marius Petipa, Musik von Ludwig Minkus 

von Yolanda Marlene Polywka

„La Bayadere“ ist nach „Celis | Eyal“ die zweite Produktion unter dem neuen Intendanten des Berliner Staatsballetts Johannes Öhman. Nach dem mit „Celis | Eyal“ zeitgenössischen Saisonauftakt waren die Erwartungen bezüglich der ersten klassischen Inszenierung groß; die mediale Aufmerksamkeit war es auch. Das 1877 unter der Leitung von Marius Petipa (Schwanensee, Der Nussknacker, Dornröschen u.a.) in St. Petersburg uraufgeführte Ballett „La Bayadere“ läuft nun seit November des letztes Jahres und spaltet das Publikum. „La Bayadere, Ballett von Marius Petipa, Musik von Ludwig Minkus, Staatsoper Unter den Linden, 18. Januar 2019“ weiterlesen