Bei Bernheims Cavaradossi blitzen die Sterne den ganzen Abend lang am Puccini-Himmel

Vorhang der Staatsoper Berlin, Foto Jean-Nico Schambourg

 O wie schön kann Oper doch sein: Eine Inszenierung, welche die eigentliche Handlung der Oper ins Zentrum stellt und dabei nie langweilig oder altbacken wirkt, schön anzusehende Bühnenbilder und Kostüme, ein großartiges Sängerensemble und ein blendend aufgelegtes Orchester, welches das Drama auf der Bühne musikalisch mitreißend gestaltet! All das zu erleben in der Berliner Staatsoper bei der 73. Aufführung von Puccinis TOSCA in der Inszenierung von Alvis Hermanis aus dem Jahre 2014. Unter der engagierten Leitung von Alexander Soddy vermitteln Aleksandra Kurzak in der Titelrolle, Benjamin Bernheim als ihr geliebter Mario Cavaradossi und Davide Luciano als schurkischer Scarpia ein hoch spannendes Operndrama.

Giacomo Puccini (1858-1924)  TOSCA
Oper in drei Akten
Libretto:  Giuseppe Giacosa und Luigi Illica

Musikalische Leitung:  Alexander Soddy

Inszenierung:  Alvis Hermanis
Ausstattung:  Kristine Jurjane

Staatskapelle Berlin
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 27. Oktober 2026

von Jean-Nico Schambourg

„Giacomo Puccini, Tosca, Benjamin Bernheim
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 27. Oktober 2026“
weiterlesen

Tosca in Berlin: Benjamin Bernheim brilliert als Cavaradossi

Benjamin Bernheim © Manon Leprévost

Berlin gönnt sich eine zweite Tosca. Nachdem die Deutsche Oper das Meisterwerk von Puccini wieder ins Programm genommen hat, zieht die Staatsoper nun nach. Die Wiederaufnahme der Inszenierung von 2014 wird in eine Familienvorstellung am Sonntagnachmittag gepackt.

So ziehe ich mit Ehefrau und 86-jähriger Mutter ins Parkett. Und wir fragen: Kann uns Tosca noch so sehr begeistern, dass sie zu einem Opern-Event wird, einem Fest der Sinne, das die Strahlkraft hat, der Tristesse des Berliner Herbstes die Stirn zu bieten?

TOSCA
Oper von Giacomo Puccini

Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach dem Schauspiel „La Tosca“ von Victorien Sardou

Wiederaufnahme einer Inszenierung von Alvis Hermanis aus dem Jahre 2014

Tosca:  Aleksandra Kurzak
Cavaradossi:  Benjamin Bernheim
Scarpia:  Davide Luciano

Staatskapelle Berlin
Musikalische Leitung:  Alexander Soddy

Staatsoper Unter den Linden Berlin, 25. Oktober 2026

von Ralf Krüger

„Giacomo Puccini, Tosca, Benjamin Bernheim
Berlin, Staatsoper Unter den Linden, 25. Oktober 2026“
weiterlesen

Thielemann und die Staatskapelle versetzen das Publikum in einen wahren Strauss-Rausch

Christian Thielemann ©Matthias Creutziger

Staatskapelle Berlin
Christian Thielemann  Dirigent
Diana Damrau  Sopran

Richard Strauss, Vier letzte Lieder
Eine Alpensinfonie op.64

Staatsoper Unter den Linden, 20. Oktober 2026

von Peter Sommeregger

Selbst für ein Spitzenorchester wie die Berliner Staatskapelle stellt diese komplexe Partitur eine Herausforderung dar. Es fasziniert, wie Strauss Naturgeräusche bestimmten Instrumenten zuordnet, von dem Rieseln einer Quelle, über Vogelstimmen, bis zu Gewitter und Sturm reicht die Palette feiner instrumentaler Details.

„Richard Strauss, Vier letzte Lieder, Eine Alpensinfonie
Staatsoper Unter den Linden, 20. Oktober 2026“
weiterlesen

Warum Thielemanns und Sobotkas Vertragsverlängerungen in Berlin ein Segen sind

Vertragsverlängerung: Elisabeth Sobotka und Christian Thielemann mit Stefan Evers und Wolfram Weimer Credits: Peter Adamik

Ein Kommentar von Kirsten Liese

Vor wenigen Tagen verlängerten Christian Thielemann und Elisabeth Sobotka ihre Verträge an der Berliner Staatsoper bis 2034 (!) – also acht Jahre. Das ist nach der kürzlichen Zusage des Bundes, seine jährlichen Zuschüsse für die Berliner Staatskapelle ab 2028 um eine Million jährlich aufzustocken, die schönste Nachricht innerhalb des überregionalen – und erst recht des Berliner Musiklebens seit langem! Eine Art „Wunder von Berlin“, ist man doch in der Metropole mit positiven Meldungen nicht allzu verwöhnt.

„Kommentar: Vertragsverlängerung von Thielemann und Sobotka
Staatsoper Unter den Linden, 16. Oktober 2026“
weiterlesen

„La Vestale“ scheitert in Berlin an Regie und Besetzung

PREMIERE ++++ LA VESTALE ++++ STAATSOPER BERLIN

Foto © Staatsoper Unter den Linden

Mit der Primadonnenpartie der Julia hat die Staatsoper Sonya Yoncheva besetzt. Die stürzt sich beherzt in die einst auch von Maria Callas gesungene Partie, ist damit aber deutlich überfordert. Ihre Stimme klingt abgesungen, das Timbre hat eine metallische Färbung angenommen, Farben vermisst man schmerzlich. Ihr fehlt einfach auch die Dominanz einer Spitzensängerin.

Gaspare Spontini,  La Vestale

Sonya Yoncheva   Julia
David Butt Philip   Licinius
Marina Prudenskaya   La Grande Vestale
Siyabonga Maqungo   Cinna

Lydia Steier   Regie
Carlo Rizzi   Dirigent

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 26. September 2026

von Peter Sommeregger

Der Komponist Spontini war im frühen 19. Jahrhundert der erste Intendant der Königlichen Hofoper in Berlin. Seine erfolgreichste Oper „La Vestale“ wurde damals auch in Berlin gegeben, die aktuelle Produktion ist daher auch ein Blick zurück in die Geschichte des Hauses.

„Gaspare Spontini, La Vestale, Sonya Yoncheva 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 26. September 2026 PREMIERE“
weiterlesen

Was uns „Unter den Linden“ in der Saison 2026/27 erwartet

Staatsoper Unter den Linden © Marcus Ebener

Die eben beginnende neue Spielzeit in der Staatsoper Unter den Linden ist die dritte der Intendantin Elisabeth Sobotka und des Generalmusikdirektors Christian Thielemann. Nachdem der – in größeren personellen Turbulenzen befindliche – Berliner Kultursenat die Etats der Opernhäuser empfindlich gekürzt hat, muss auch das Berliner Vorzeigehaus sparen.

von Peter Sommeregger

Der Reigen von sechs Neuproduktionen wird mit Gaspare Spontinis „La Vestale“ eröffnet, als Hommage an den ersten Generalmusikdirektor des Hauses im 19. Jahrhundert. In der Regie von Lydia Steier und dem Dirigat von Carlo Rizzi gibt Sonya Yoncheva ihr Debüt in der Titelrolle. Premiere ist am 26. September.

„Spielzeitpräsentation 2026 Staatsoper Unter den Linden
klassik-begeistert.de, 2. September 2026“
weiterlesen

„Pelléas et Mélisande“ – wunderschöne Bilder, die lange nachwirken

Premiere 17. März 1991 | © Tatjana Dachsel

Pelléas et Mélisande 
Drame lyrique in fünf Akten (1902)
Musik von Claude Debussy
Text von Maurice Maeterlinck

Staatskapelle Berlin
Musikalische Leitung: François-Xavier Roth

Inszenierung: Ruth Berghaus

Arkel  Stephen Milling
Geneviève  Anne Sofie von Otter
Pelléas  Thomas Blondelle
Golaud  Simon Keenlyside
Mélisande  Magdalena Kožená
Yniold   Henrik Brandstetter (Tölzer Knabenchor)
Arzt/Hirt  David Ostrek

Staatsoper Unter den Linden, 3. Juli 2026

von Iris Röckrath

„Claude Debussy, Pelléas et Mélisande
Staatsoper Unter den Linden, 3. Juli 2026“
weiterlesen

„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom

Der Geist Mozarts glänzt an diesem Abend eindeutig durch Abwesenheit, und die Intendanz muss sich fragen lassen, ob das Sitcom-Niveau der neue Geist des Hauses sein soll. Welches Publikum man sich damit ins Haus holt, war an diesem Abend zu erleben.

Bülent Ceylan (Bassa Selim) ©  Stephan Rabold

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Akten (1782)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Johann Gottlieb Stephanie

Bassa Selim  Bülent Ceylan
Konstanze   Adela Zaharia
Blonde   Serafina Starke
Belmonte  Syabonga Maqungo
Pedrillo   Michael Laurenz
Osmin   David Steffens

Inszenierung   Andrea Moses
Bühne   Raimund Bauer
Kostüme   Anja Rabes

Dirigent   Thomas Guggeis

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026

von Peter Sommeregger

Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“?

Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören. „W.A. Mozart, Die Entführung aus dem Serail
Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026“
weiterlesen

Die Staatsoper für alle feiert mit grandiosen Sängern das Grundgesetz

Staatsoper für alle 2026 | 23. Mai 2026 | Live-Übertragung von Nabucco auf dem Bebelplatz © Peter Adamik

Staatsoper für alle in Berlin. So wörtlich wie in dieser Stadt wird das nirgends zelebriert: Alle, alle, alle sind sie da: Die Leute mit Picknickdecke, die Influencer mit den geilen Klamotten, die Herren mit Fliege und die Damen mit den tiefen Ausschnitten. Die Schauspieler aus allen Ecken der Republik, die Vertreter des Sponsors und die Presse von klassik-begeistert bis Super-Illu. Wenn man die Augen ein wenig zukneift, sieht man das Personal vieler Opern in den 30.000 Leuten auf dem Bebelplatz vor der großen Freiluftbühne und bei den geladenen sowie zahlenden Gästen im Opernhaus Unter den Linden.

Da ist eine Papagena mit Federn an den Blazerärmeln. Dort flüstern Valzacchi und Annina aus dem Rosenkavalier. Neben ihnen hält die elegante Elisabeth von Valois in Begleitung ihres schon etwas älteren Gemahls Philipp II. Ausschau nach – ja, wo ist eigentlich Don Carlo? Wir sehen nur Fiordiligi und Dorabella aus Così fan tutte. Offenbar sind die beiden jetzt ein Paar, ebenso wie ihre ehemaligen Liebhaber Guglielmo und Ferrando. Auch eine Lösung! Das bunte Völkchen, vom Sponsor auf den 1. Rang und in den Apollosaal sowie auf den Bebelplatz eingeladen, schwatzt bald über alle Rollengrenzen hinweg miteinander. Es gibt italienische Oper, und die Stimmung ist heiter bis sonnig. Draußen knallen erst 30°, später 27°C aufs Pflaster. Drinnen tut die Klimaanlage, was sie kann.

Giuseppe Verdi
Nabucco
Dramma lirico in vier Teilen (1842)
Text von Temistocle Solera

Musikalische Leitung   Francesco Lanzilotta

Inszenierung   Emma Dante
Bühne   Carmine Maringola
Kostüme   Vanessa Sannino

Nabucco   Ariunbaatar Ganbaatar
Abigaille   Lidia Fridman
Ismaele   Andrés Moreno García
Fenena   Elena Maximova
Zaccaria   Tareq Nazmi
Anna   Clara Nadeshdin
Abdallo   Junho Hwang
Hohepriester des Baal   Hanseong Yun

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 23. Mai 2026

 von Sandra Grohmann

Feststimmung im Haus Unter den Linden. Ein bayerischer Automobilhersteller, der Sponsor von Staatsoper für alle, lässt sich nicht lumpen, finanziert ein rauschendes Fest für alle und verkündet noch am Abend, dass die Partnerschaft trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch einen just unterzeichneten Dreijahresvertrag gesichert ist. Das kann man nur wertschätzend anerkennen!

„Staatsoper für alle – Giuseppe Verdi, Nabucco
Staatsoper Unter den Linden, 23. Mai 2026“
weiterlesen

Wagner-Bass Pape überzeugt auch poetisch und sanft

Staatsoper Berlin © Jiyang Chen

KAMMERKONZERT VII: RENÉ PAPE mit ROBERT SCHUMANNs Liederzyklus „Dichterliebe“, op. 48 – Uraufführung der Bearbeitung für Streichsextett und Klavier von ELIAS CORRINTH

Staatsoper Unter den Linden, 20. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 24. IKK BB Berliner Firmenlauf gestern brachte nicht nur Firmen, Teams, Skater, Walker und Läufer rund um das Brandenburger Tor zusammen, er sorgte für ein veritables Verkehrschaos. Knapp haben wir es geschafft, um 20 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden für ein wahrlich tolles Kammermusikkonzert angekommen zu sein. Einige Plätze an der Seite blieben trotz „Ausverkauft“ frei. Da haben einige dem Verkehrsinfarkt offenbar Tribut zollen müssen. „René Pape, Robert Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe“
Staatsoper Unter den Linden, 20. Mai 2026“
weiterlesen