Power-Stimme aus der Ukraine: Oksana Dyka

CD-Rezension: Oksana Dyka, In questa reggia, Puccini & Verdi Arias,  klassik-begeistert.de

CD-Rezension:

In questa reggia

Puccini & Verdi Arias
Oksana Dyka

Constantine Orbelian  Dirigent
Kaunas City Symphony Orchestra

DELOS DE 3586

von Peter Sommeregger

Die ukrainische Sopranistin Oksana Dyka wurde nach ihrem Studium in Kiew für einige Jahre der Star der Kiewer Nationaloper. Danach entwickelte sich ihre Karriere auch international, heute kann man der Sängerin an vielen Opernhäusern der Welt begegnen.

Ihr Repertoire hat die Künstlerin in Richtung der großen dramatischen Partien entwickelt. Ihrer neuen Glanzrolle, Puccinis Turandot, gilt auch der Titel und der erste Track ihrer Solo-CD.

Dykas groß dimensionierter Sopran nimmt sich auf der gesamten CD bevorzugt der dramatischen Partien Puccinis und Verdis an. Von Puccini sind es neben der Turandot auch die Tosca, die Butterfly und die Manon Lescaut. Von Verdi hören wir die Amelia aus dem „Maskenball“, die Abigail aus „Nabucco“, die Leonora aus „La Forza del Destino“ und sämtliche Arien der Lady aus „Macbeth“. Oksana Dyka nimmt sich also viel vor, das Resultat muss man in großen Teilen als gelungen ansehen. Der große, dunkel timbrierte Sopran Dykas hat keine Probleme mit der umfangreichen Tessitura dieser Partien, die vorgesehenen Spitzentöne werden relativ mühelos erreicht. Der Farbenreichtum ihrer Stimme ermöglicht ihr viele Nuancen in den Phrasierungen, das gibt ihren Interpretationen eine sehr persönliche Note. Zugute kommt ihr auch ein gut kontrolliertes, natürliches Vibrato der Stimme.

Die Aufnahmen mit dem Kaunas City Symphony Orchestra entstanden 2019 unter der Leitung von Constantine Orbelian, die der Sängerin eine solide orchestrale Basis bieten. Verzichtet wurde auf die kurzen Einwürfe von Stichwortgebern in den einzelnen Arien, die bei einem Recital dieser Art auch niemand vermisst.

Aktuell kann man den Karriereverlauf Dykas an bedeutenden Häusern mitverfolgen. Allzu verschwenderisch sollte die Sängerin mit ihren Mitteln aber nicht umgehen, das von ihr bevorzugte Fach verschleißt eine Stimme doch relativ schnell.

Peter Sommeregger, 5. April 2022, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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