Aufführung 27.02.26 Nabucco: Enkhbat, Vinogradov, Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 5. MÄRZ 2026
Wien/Staatsoper
Staatsoper: Netrebko ohne Stimme, Buhrufe für ihre Einspringerin
Wütende Proteste, lahmer Anfeuerungsapplaus: ein glückloser Abend für jene Sopranistin, die in „Nabucco“ Anna Netrebko ersetzen musste.
DiePresse.com
Lübeck
Die slawische Seele bezaubert in Lübeck mit intimer Finesse
In einer lauten, zu lauten Zeit tut es der Seele wohl, sich den feinen, sanften Tönen zu widmen und einfach einmal innezuhalten. Da passt es hervorragend, dass sich eine Handvoll hochkarätiger Musiker zusammengetan hat, um im Theater Lübeck am 28. Februar 2026 drei sehr feinnervige und tiefgründige Werke in einem Kammerkonzert aufzuführen. Die „slawische Seele“ sollte aus diesen sehr unterschiedlichen Kompositionen sprechen, doch, wie so oft, erschien diese seelenvolle Sprache vielmehr universell.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de
Wien
Desaströse Netrebko-Panne: In höchster Not holen Opernhäuser ihre Einspringer vom Würstelstand (Bezahlartikel)
DiePresse.com
Publikumseklat an der Staatsoper: Buhrufe für Netrebko-Einspringerin
Weil Anna Netrebko aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen musste, wurde eine Einspringerin eingesetzt. Das Staatsopern-Publikum zeigte sich ungnädig
DerStandard.at
2.3.26 Staatsoper, „Nabucco – eine Erregung“ Wenn Anna Netrebko kurzfristig absagt, ist Feuer am Dach:
Die Staatsoperndirektion kommt ins „Schwitzen“ und der Gefühlshaushalt des Publikums ins „Kochen“. So geschehen bei der zweiten Vorstellung der aktuellen „Nabucco“-Aufführungsserie an der Wiener Staatsoper.
operinwien.at
Salzburg
Salzburger Festspiele: Schellhorn ortet von Provinzpolitik verursachten Scherbenhaufen
Als einziger maßgeblicher Politiker äußert sich Staatssekretär Sepp Schellhorn, Landessprecher der Salzburger NEOS, in der erforderlichen Schärfe zum Skandal um die Festspiele. Interessant: Der Umbau des Festspielbezirks scheint infolge schwarz-roter Geheimaktivitäten massiv beschränkt zu werden. Die Salzburger Festspiele wurden vom politisch besetzten Kuratorium (mehr auf der nächsten Seite) in eine sinnlose Krise gestürzt: Der Vertrag von Intendant Markus Hinterhäuser soll ohne belastbaren Anlass von 2031 auf 2027 verkürzt werden. Der Salzburger Sepp Schellhorn, Staatssekretär der Bundesregierung, stellt alarmierende Diagnosen.
news.at
Salzburg
Peter Tschaikowskis „Eugen Onegin“ am Landestheater Salzburg
Audio von Jörn Florian Fuchs (9,42 Minuten)
deutschlandfunk.de
Christian Kircher: Kann Kultur die Welt retten?
Drohen aus Spargründen Theaterschließungen? Kommt ein Semi- Stagione-Betrieb in der Staatsoper? Christian Kircher war zehn erfolgreiche Jahre Chef der Bundestheater-Holding und hört jetzt auf. Im Gespräch redet er Tacheles – über sich, die Kultur und die Politik.
buehne-magazin.com
„L’opera seria“ – Wenn Diven toben und Kulissen krachen
falter.at
Konzerthaus: Sanfte Geduldsprobe mit Blockflöte (Bezahlartikel)
Manchen Eltern gilt sie als Unheil, im Konzert darf sie glänzen: Die Blockflöte – mit Bratsche als Beifahrer.
DiePresse.com
Wie Art Garfunkel zu Nikolaus Harnoncourt in die Josefstadt kam (Bezahlartikel)
Anlässlich des zehnten Todestags von Nikolaus Harnoncourt erinnert eine Ausstellung an seine frühen Jahre in der Wiener Josefstadt und die Anfänge seines Concentus Musicus.
DiePresse.com
München
Geigerin Lea Brückner: „Kunst und Kultur sind bereit für Nachhaltigkeit“
BR-Klassik.de
Was läuft in München im Musiktheater?
Von Rigoletto bis Blaubart: Wenn Männer Macht missbrauchen
SueddeutscheZeitung.de
Operetten-Boulevard: Veranstaltungstipps 2026
Termine 2026 in Bayern und über die Landesgrenzen hinaus.
BR-Klassik.de
Venedig
Neuer Streit im Fenice-Theater: Mutis Sohn verzichtet auf Berater-Vertrag
Domenico Muti gibt Rechtsberatung nach Kritik der Gewerkschaften auf.
Kurier.at
Kulturpolitik
Gender Pay Gap: Wieso Frauen in der Klassik weniger Geld bekommen
Männer verdienen im Schnitt mehr als Frauen. Bei 25 Prozent liegt der Gender Pay Gap im Kulturbereich. Woran das liegt und welche Lösungsansätze es gibt.
BR-Klassik.de
Tonträger
Duette und Arien von Rossini, Donizetti u.a. (Podcast)
Erin Morley u. Lawrence Brownlee: „Golden Age“
radiodrei.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Paris
Mojca Lavrenčič Wins 2026 La Maestra Paris Competition
operawire.com
London
Interview – ‚Like turning your soul inside out‘: Barbara Hannigan and Laura Bowler on their devastating composition The White Book These breathtaking songs of loss left the soprano and the composer feeling shellshocked after the world premiere in Gothenburg. We meet them backstage as they prepare for the British debut
TheGuardian.com
New York
Kaufman Music Center 2026 Review: The 2026 George & Nora London Competition Finals
operawire.com
Architecture over opulence: Vienna Philharmonic close their Carnegie Hall residency
bachtrack.com/de
Weinberg rarity overshadows John Williams premiere at New York Philharmonic
bachtrack.com/de
San Francisco
Heggie and his Music Find a Home at SFCM
sfcv.org
Mozart’s Requiem gets a thoughtful, dramatic re-think under conductor Manfred Honeck in San Francisco
seenandheard-international.com
Los Angeles
LA Opera’s Akhnaten Is Grand Opera at Its Grandest
sfcv.org
Opera Review: Akhnaten (LA Opera)
An intellectually rigorous, visually arresting production that embraces the opera’s challenges rather than disguising them
stageandcinema.com
2026 LA Opera Akhnaten
laartparty.com
Ballett / Tanz
Neue Bühnenpläne von Berliner Star-Choreografin: Sasha Waltz mit prominentem Gast
Sasha Waltz & Guests wollen ein Projekt mit der belarussischen Künstlerin und Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa realisieren. Und die Chefin persönlich tanzt nach 18 Jahren erstmals wieder selbst mit ihrer Compagnie.
Tagesspiegel.de
The Joffrey Ballet Announces 2026–2027 Season at Lyric Opera House
gramilano.com
From Stillness to Rapture in Forsythe’s The Blake Works
San Francisco Ballet’s new program traces a riveting journey from halting beginnings to dance that doesn’t want to stop.
sfcv.org
Politik
Iran
Nachfolge und Machtkämpfe: Wer führt künftig den Iran?
Mit dem Tod von Revolutionsführer Ali Khamenei steht das iranische System vor einer heiklen Nachfolgefrage und einem möglichen Richtungsstreit. Der Tod von Ayatollah Ali Khamenei hat ein Machtvakuum im Iran hinterlassen. Jahrzehntelang lief im System der Islamischen Republik alles auf den Revolutionsführer hinaus. Er bündelte politische, militärische und religiöse Macht. Die Nachfolge muss nun ausgerechnet in einer Phase geregelt werden, in der das Land im Krieg steht. Der Expertenrat bestimmt den neuen Revolutionsführer. In der Praxis dürfte sich entscheiden, welches Lager im Machtgefüge die Oberhand gewinnt. Das System steht unter Zugzwang. In der Übergangsphase muss rasch geklärt werden, wer Khamenei nachfolgt. Der Posten ist in der aktuellen Lage mit einem hohen Risiko verbunden: Ein neuer Revolutionsführer würde sofort zum wichtigsten Ziel der israelisch-amerikanischen Militärkampagne. Sucht der Machtapparat jetzt einen starken Mann oder einen Kompromisskandidaten, der die rivalisierenden Lager zusammenhält? Ein Überblick über die kursierenden Namen
news.at
Flieger am Weg nach Wien + Wohl kein Regimewechsel
Seit dem 28. Februar 2026 hat sich der Iran-Krieg weiter massiv ausgeweitet. Nachdem die USA und Israel eine Angriffswelle auf iranische Militär- und Regierungsziele gestartet hatten, wurden in den folgenden Tagen Hunderte weitere Ziele bombardiert. Die wichtigsten Nachrichten des Tages im krone.at-Liveticker.
krone.at
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Unter’m Strich
Die Fußballwelt trauert um den deutschen Ex-Goalie Georg Koch. Der frühere Rapid-Keeper starb im Alter von 54 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 5. MÄRZ 2026)
INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 5. MÄRZ 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Wiener Staatsoper: PRÄSENTATION DER SAISON 2026/27

© vienna event
Am Sonntag, den 12. April 2026, wird Bogdan Roščić im Rahmen einer Matinee auf der Bühne der Wiener Staatsoper die Spielzeit 2026/27 vorstellen.
Dabei werden Ekaterina Buachidze, Ivan Gyngazov, Christopher Maltman, Vida Miknevičiūtė, Marina Rebeka sowie Andreas Schager vom Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Axel Kober begleitet. Auch eine Tanzperformance von Margarita Fernandes und António Casalinho, Solotänzerin und Erster Solotänzer des Wiener Staatsballetts steht auf dem Programm.
Inhaltlich stehen im Mittelpunkt der Matinee neben Informationen zur kommenden Saison Gespräche mit jenen Künstlerinnen und Künstlern, die die nächste Spielzeit musikalisch wie szenisch prägen werden. Zu Gast sind die Direktorin des Wiener Staatsballetts Alessandra Ferri, Bertrand de Billy, Franz Welser-Möst, Nikolaus Habjan, Barrie Kosky sowie Evgeny Titov. ORF III überträgt live.
Wir freuen uns sehr, Sie und Ihre Begleitung zu unserer Saison-Matinee einzuladen.
MATINEE
→ Sonntag, 12. April 2026
→ Beginn: 11.00 Uhr / Saaleinlass 10.30 Uhr
→ Kartenausgabe ab 10.00 Uhr vor dem Haupteingang Opernring
ANMELDUNG
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Metropolitan Opera: On Stage 2026–27

Giuseppe Verdi Mar 9 – Jun 12
Aida Buy Tickets and learn more about this production
Nov 18
Asmik Grigorian in Concert Buy Tickets and learn more about this production
Giacomo Puccini Sep 25 – Apr 29
La Bohème Buy Tickets and learn more about this production
Wolfgang Amadeus Mozart Sep 23 – Oct 23
Così fan tutte Buy Tickets and learn more about this production
May 25 Diamond Jubilee: 60 Years at Lincoln Center Buy Tickets and learn more about this production
New Production Giacomo Puccini Dec 31 – Jan 30
La Fanciulla del West Buy Tickets and learn more about this production
New Production Leoš Janáček Nov 16 – Dec 4
Jenůfa Buy Tickets and learn more about this production
Mar 21 Laffont Grand Finals Concert Buy Tickets and learn more about this production
New Production MISSY MAZZOLI / LIBRETTO BY ROYCE VAVREK Oct 19 – Nov 14 Lincoln in the Bardo Buy Tickets and learn more about this production
New Production Giuseppe Verdi Sep 22 – Oct 2
Macbeth Buy Tickets and learn more about this production
Wolfgang Amadeus Mozart Dec 11 – Jan 2
The Magic Flute—Holiday Presentation Buy Tickets and learn more about this production
Gustav Mahler Jun 10 – Jun 12
Mahler: Symphony No. 8 Buy Tickets and learn more about this production
Jules Massenet Mar 12 – Apr 8
Manon Buy Tickets and learn more about this production
Gaetano Donizetti Dec 6 – Dec 22
Maria Stuarda Buy Tickets and learn more about this production
Luigi Cherubini Oct 30 – Nov 21
Medea Buy Tickets and learn more about this production
The Met Orchestra at Carnegie Hall is not on sale, learn more about this production
Giuseppe Verdi Jan 11 – May 1
Otello Buy Tickets and learn more about this production
Richard Wagner May 20 – Jun 5
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Richard Strauss Mar 24 – Apr 10
Der Rosenkavalier Buy Tickets and learn more about this production
Camille Saint-Saëns Nov 27 – Dec 23
Samson et Dalila Buy Tickets and learn more about this production
New Production KEVIN PUTS / LIBRETTO BY MARK CAMPBELL Mar 8 – Apr 3
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Giacomo Puccini Nov 1 – May 27
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Anna Andrejewna Achmatowa – Die Königin der russischen Poesie

Anna Andrejewna Achmatowa. Della-Los Kardowskaja (1914)
(13. Juli 1889 – 5. März 1966)
Zum 60. Todestag
Ich bin im gleichen Jahr geboren wie Charlie Chaplin, Wie Tolstójs „Kreuzer-Sonate“, der Eiffelturm und wohl Eliot. In jenem Sommer feierte Paris die hundertste Wiederkehr des Sturms auf die Bastille – 1889. In der Nacht meiner Geburt wurde und wird die Johannisnacht gefeiert. Anna nannte man mich zu Ehren meiner Großmutter Anna Jegorowna Motowilowa. Ihre Mutter, die tatarische Fürstin Achmatowa, stammte aus dem Geschlecht der Tschingisiden ohne zu ahnen, dass ich eine russische Dichterin werden würde, nahm ich mir ihren Namen als mein literarisches Pseudonym. So beginnt Anna Achmatowa ihre autobiographischen Skizzen „Pro domo mea“. Als sie dies schreibt, gilt sie längst als die russische Dichterin des 20. Jahrhunderts, zusammen mit der früh verstorbenen, so gegensätzlichen Marina Cvetaeva.
Anna Andrejewna Achmatowa, richtiger Name Gorenko, wurde am 11. nach gregorianischem Kalender, am 23. Juli 1889 am Bolschoi – Brunnen von Odessa geboren. Der Vater war Maschinenbauingenieur. Seit 1890 lebte ihre Familie in Zarskoje Selo, wo Annan Andrejewna am Mariinski-Gymnasium studierte, und wo sie die Sommer meist mit ihrer Familie in der Nähe von Sewastopol verbrachte. Schon in ihrer frühsten Jugend begann sie sich für die Werke Puschkins zu interessieren und schrieb bereits mit elf Jahren ihr erstes Gedicht. „Ich habe das Lesen nach dem Alphabet von Leo Tolstój gelernt“ sagte sie später und wo sie sich als Kind schon autodidaktisch vieles selbst beibrachte. 1905, nach der Scheidung ihrer Eltern, Anna war sechzehn Jahre alt, zog sie mit ihrer Mutter und Geschwister nach Jewpatoria und dann nach Kiew, wo Anna 1907 ihren Abschluss am Fundukleev-Gymnasium machte.
Schon währen ihrer Gymnasialzeit in Zarskoje Selo, schrieb Achmatowa ca. 200 Gedichte, die bis in unsere Zeit überliefert sind, sie stammen aus den Jahren 1904 bis 1905. Bereits mit Dreizehn lernt Anna den um drei Jahre älteren Gumilyov, Nikolai Stepanowitsch kennen. Er studierte ebenfalls am selbigen Gymnasium, wo sie nicht nur ihre literarischen Interessen teilten, sondern sich auch ineinander verliebten. 1910 drei Jahre nach ihrem Gymnasialabschluss und einem Studium (1908-1910) an der juristischen Fakultät der höheren Frauenstudiengänge in Kiew, heiratet sie ihre Jugendliebe. Die Frischvermählten verbringen einen Monat in Paris. Nach ihrer Rückkehr nach St. Petersburg nahm Anna an den literarischen Kursen von Raev teil. Inzwischen hatte sie bereits ihr erstes Buch mit zahlreichen Gedichten veröffentlicht. Gumilyov, selbst als Dichter und Dramatiker tätig, organisierte Lesungen und führt Anna in literarische Kreise ein. Zu dem Zeitpunkt veröffentlichte er sein erstes Werk „Der Weg des Konquistadoren“, das von dem Literaturkritiker der russischen Symbolik V. Bryusov, der außerdem selbst Dichter und Schriftsteller war, sehr geschätzt wurde.
In Paris gründete Gumilyov die Zeitschrift Sirius, besuchte Ausstellungen, lernte französische und russische Schriftsteller kennen. In der Zeitung wurden gleichfalls die Gedichte von Achmatowa herausgegeben, die dann in separaten Sammlungen veröffentlicht wurden. Sie schließt sich ebenfalls der Gruppe der Dichter an, die sich zum Akmeismus bekennen um gleichzeitig die Prinzipien der Symbolik und die Tradition der klassischen Lyrik, nun auch in ihrer Arbeit fortzusetzen.
Im Frühjahr 1911 reist Achmatowa erneut nach Paris und verbleibt dort einige Monate. 1912 fährt sie durch Norditalien, wo sie von der Gegend derart beeindruckt war, dass gleichzeitig für sie als Quelle und Inspiration diente, wo sie über den Zauber der Landschaft mehrere Gedichte schrieb. Im Jahre 1912 erscheint ihr erster Gedichtband „Abend“. Ein überwältigendes Debüt. Im selbigen Jahr wird auch ihr Sohn Lev geboren. Mit den folgenden, in politischen Krisenzeiten entstandenen Gedichtbänden „Rosenkranz“ (1914) und „Weiße Schar“ (1917) wird Achmatowa vollends zum Mythos: Man bewundert ihren souveränen Stil und ihrer Erscheinung von herber Schönheit und Noblesse, die sich so selbstverständlich gegen die Vulgarität der Zeit behaupten; man malt, modelliert, fotografiert und besingt sie wie keine andere. Nach Joseph Brodsky Behauptung würden „die von ihren gewidmeten Gedichten mehr Bände füllen als ihre eigenen gesammelten Werke“, und was die Achmatowa-Porträts betrifft, so stammen sie aus den geübten Händen von Amedeo Modigliani, Jurij Annenkow, Kusma Petro-Wodkin, Natan Issajewitsch (Maler und Bühnenbildner) Altman und vielen anderen.
Zwischen Alexander Blok, Dichter des Symbolismus, galt die engere Beziehung, die Achmatowa immer als platonisch, „ausschließlich poetisch“ bezeichnete, eher als eine Art Inspirationsquelle wo man sich gegenseitig literarisch beflügelte. Auch von Alexander Blok gibt es eine Reihe von Gedichten, die der Achmatowa gewidmet waren.
Als ihr Gedichtband „Die weiße Schar“ 1917 erscheint, begann es überall in Europa aber auch in Russland bereits politisch zu brodeln. In diesen historisch unruhigen Zeiten und mit dem Beginn der Revolution schmälerte sich auch der Verkauf ihrer Bücher. Achmatowa verurteilte die Oktoberrevolution und war über dessen verheerende Folgen entsetzt: „Alles wurde geplündert, verraten, verkauft“…“alles wurde von hungriger Sehnsucht verschlungen.“ Jedoch verließ Achmatowa Russland nicht, sie lehnte „die bequemen Stimmen ab“ die in ein fremdes Land liefen, wo viele ihrer Zeitgenossen landeten, so als auch Bunin, Balmónt, Ivánov und viele andere. Über ihre Entschlossenheit das Land nicht zu verlassen, symbolisiert, ein mit Stolz erfülltes, patriotisches Gedicht:
Ich bin nicht eine von denen, die ihr Land verlassen
Für die Gnade des Feindes. Ich war taub, ihrer brutalen Schmeichelei.
Ich werde ihnen nicht gewähren meine Lieder.
Aber für mich ist das Exil immer elend,
wie ein Sträfling oder Patient.
Wanderer, deine Straße ist dunkel,
und das Brot der Fremde schmeckt bitter.
Aber in dem blendenden Rauch der Flammen,
Die Zerstörung der Überreste der Jugend,
Wir haben es abgelehnt, zu umgehen
Einen einzigen Schlag gegen uns.
Und wir wissen, dass in der endgültigen Abrechnung
Jede Stunde wird gerechtfertigt stehen…
Kein Mensch auf der Erde vergoss mehr Tränen,
War einfacher oder mehr mit Stolz erfüllt.
_
Nach der Revolution arbeitete Achmatowa in der Bibliothek des Agrarinstituts, jedoch ohne ihre kreative Tätigkeit einzustellen. 1921 veröffentlichte sie die Gedichtsammlung „Wegerich“ und 1922 das Buch „Anna Domino“, indem sie im letzteren Werk – trotz allem – sich klar für ihre Heimat und gegen die Emigration entscheidet; danach kann sie, von der Parteikritik als konservativ verschriene, bis 1940 kein Buch mehr herausbringen.
Ihr Mann Nikolai, obwohl vom Militärdienst freigestellt, zog in den ersten Tagen des 1. Weltkriegs freiwillig an die Front. Nach Ende des Krieges und nach der Auflösung des ihm zugewiesenen Amtes des Militärs Kommissars, ging er zunächst nach London und kehrte von dort wieder nach Russland zurück. Während seiner Kriegsjahre fand er immer noch die Zeit seine literarische Arbeit fortzusetzen, wo die Sammlung „Quiver“, die Theaterstücke „Gondla“ und „Poisoned Tunic“, unter anderem die Essayreihe „Notizen eines Kavalleristen“ die in den Wirren des Krieges entstanden sind, und nach seiner Rückkehr veröffentlicht wurden. Er zählte inzwischen zu den bedeutendsten Schriftstellern des damaligen Petrograd. Er veröffentlichte seine, aber auch die Arbeiten anderer Schriftsteller im Verlag „Weltliteratur“, hält Vorträge und übernimmt 1921 die Leitung des Dichterverbands, wo er sich insbesondere als Mentor für den Nachwuchs junger Dichter einsetzte.
Den Kontakt zu ihrem Ehemann Gumilyov hatte die Achmatowa seit jener Zeit schon lange abgebrochen, wo sich beide aufgrund der Trennungen, und auch im Bezug des Krieges, sich vermutlich fremd geworden sind, und wo Anna 1918 die Scheidung eingereicht hatte. „Die Scherben ihres Lebens“ waren schon lange zerbrochen und doch schreibt die Dichterin, unter ärmlichen Lebensbedingungen, unermüdlich weiter. Versucht ihre ganze Verletzbarkeit, die sie schon als Kind ertragen musste, in ihren Gedichten auszudrücken. Hinter jedem geschriebenen Wort, hören wir die Schreie der Verzweiflung und der Enttäuschung, aber auch der Leidenschaft, der Liebe, der Zuneigung die sie zu Menschen und Dichter Kollegen hegte. Das Schreiben war für sie eine Art Sucht von der man nur schwer loszukommen schien, die gegenwärtige Tragödie des eigenen Bewusstseins, dass man sich von der Seele schreiben musste. Ihre klassische Poesie, verbunden mit den Traditionen des russischen Realismus sagen mehr als Worte – sie lassen einen das erfühlen das was einen Menschen bewegt. Einerseits waren ihre Gedichte ausgesprochen weiblich, so voller Zärtlichkeit, andererseits aber auch voller Zerbrechlichkeit, Zerbrochen-heit und Tragik.
Ihr erster Ehemann wird 1921 wegen angeblicher konterrevolutionärer Aktivitäten von der Tscheka erschossen. Hier schreibt sie: „Nein Du wirst nicht wieder wach… Dort im Schnee nicht mehr. Bajonette zwanzigfach, Fünfmal das Gewehr.“
Danach beginnt sie eine Beziehung mit dem Mosaizisten Boris Anrep, einen bekannten Mosaikkünstler mit deutsch-baltischen Wurzeln, einzugehen, der sie dazu bewegen will, mit ihm ins westliche Ausland zugehen, aber sie will ihre Heimat und ihr Volk nicht verlassen. Ihre nächste Liebe, der Literaturkritiker N.W. Nedobrowo stirbt 1919 an einer Schwindsucht, und nach einer zweiten, aber unglücklichen Ehe mit dem Assyriologen (Wissenschaftler von Sprache und Kultur des alten Orients) und Übersetzer Nikolai Punin, der ihre Gedichte zum Teil verbrannt haben soll, lebt sie in angespannten Verhältnissen. Zumal sie in einer Wohnung mit Punins Noch-Ehefrau und deren Tochter zusammenwohnt. Dazu kamen die schlechten sozialen Verhältnisse wo Achmatowa oft nur von Tee und Brot leben musste, wobei sie aber ihr Selbstbewusstsein und ihre schriftstellerische Arbeit nie aufgab.
Sowohl ihr Sohn aber auch Punin werden in den 1930er Jahren mehrfach verhaftet. Ihr Sohn wird nach dem anfänglichen Todesurteil in die Verbannung geschickt, und erst im April 1956, nach Stalins Tod, endlich wieder nach Hause zurückkehren. Ihr Ehemann Punin starb 1953 im Arbeitslager Workuta, eines der härtesten Zwangsarbeiterlager des Gulags, das übrigens noch bis in den sechziger Jahren in Betrieb war.
In „Requiem“ das Achmatowa zu schreiben begann, und dass ein einziges Klagelied gegen den „Stalin – Terror“ ist, schrieb sie anstelle eines Vorworts folgenden kurzen Prosatext: In den schrecklichen Jahren des Justiz-Terrors unter Jeshow habe ich siebzehn Monate mit Schlangestehen in den Gefängnissen von Leningrad verbracht. Auf irgendeine Weise „erkannte“ mich einmal jemand. Da erwachte die hinter mir stehende Frau mit blauen Lippen, die meinen Namen natürlich nie gehört hatte, aus jener Erstarrung, die uns allen eigen war, und flüsterte mir ins Ohr die Frage (dort sprachen alle nur im Flüsterton): „Und Sie können dies beschreiben?“ Und ich sagte: „Ja“ Da glitt etwas wie ein Lächeln über das, was einmal ihr Gesicht gewesen war.
Für Achmatowa waren diese Jahre ein nicht endender Albtraum. Sie rechnete stets damit, dass an ihrem Sohn das Todesurteil vollstreckt würde. Als ihr Sohn in ein weiteres nördliches Lager verlegt wird, und sie bei Bekannten um Mütze, Schal und Stiefel bettelt, um ihn dort ein Überleben zu ermöglichen, wünscht sie sich in einem Gedicht schon selbst den Tod: „Du kommst ja doch einmal – so komme jetzt zu mir – Ich kann mein Schicksal nicht mehr tragen. Ich hab das Licht gelöscht. Ich öffne Dir die Tür.“ Im Epilog Requiem schreibt sie: „Ich kannte viele früh gewelkte Frauen – von Schrecken, Furcht, Entsetzen ausgeglüht. Des Leidens Keilschrift sah ich eingehauen, auf Stirn und Wangen, die noch kaum geblüht“.
Anna Achmatowa ist zur Geschichtsschreiberin geworden. In ihren „Nördlichen Elegien“, aber vor allem im Gedicht – Triptychon „Poem ohne Held“ (1940-1962) entfaltet sie eine verwirrende Stimmen-Polyphonie, um Vergangenes heraufzubeschwören, dem Vergessen zu entreißen. Ihre Themen sind: die Zeit, die Erinnerung, der Tod, wobei sie um das Paradox weiß, dass das Vergehen der Zeit in der Prosodie des Verses zum Stillstand kommt, vorausgesetzt, „jedes Wort in der Zeile steht an seiner Stelle, als stünde es dort schon tausend Jahre, aber der Leser hört es zum ersten Mal. Der Weg ist schwer, aber wenn er gelingt, sagen die Leute: “Das geht um mich, als hätte ich das geschrieben“. Des Weiteren aus ihrem Gedicht Requiem wie folgt.
Nein, nicht unter einem fremden Himmel,
Nein, nicht von ausländischen Flügeln gewiegt,
denn mit meinem Volk war ich,
mit meinem Volke trauernd.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges (Vaterländischer Krieg) musste sie von Leningrad nach Moskau fliehen, und wird dann nach Taschkent evakuiert, wo sie bis 1944 lebte. In den Krankenhäusern unterhält sie die Verwundeten mit Dichterlesungen, schreibt Aufsätze über Puschkin und über die Architektur. Während der Kriegsjahre entstehen weitere Gedichte wie „Favorites“ (1943) und ein tiefes patriotisches Thema „Eid“ (1941) „Mut“ (1942) und „Risse im begrabenen Garten“ (1942). Im Juni 1944 kehrt Achmatowa wieder nach Leningrad zurück, und schreibt den Prosaessay „Drei Fliederbäume“
Und das glückliche Wort „Heimat“
Heutzutage ist jedem fremd,
alles Blicke von einem fremden Fenster.
Einige in Taschkent, einige in New York,
und die harte Luft des Exils-
Wie giftiger Wein, geschwollen.
–
Im Jahr 1946 wird Achmatowa grausamer und unfairer Kritik ausgesetzt. Vom Parteisekretär Schdanow wird sie als „Nonne und Hure“ beschimpft und im Rahmen des ZK-Beschlusses vom Schriftstellerverband ausgeschlossen, wo zwei Gedichtbände von ihr eingestampft werden. Als ihr Sohn zum dritten Mal deportiert wird, vernichtet sie aus Angst mehrere Prosamanuskripte und Theaterstücke. Ihre Rehabilitierung erfolgt erst 1956, jedoch die Aufhebung des ZK-Beschlusses erst über zwanzig Jahre nach ihrem Tod. Und zwar unter der Regierung Gorbatschows, der auch die Publikation des „Requiems“ freigegeben und die Gründung eines Achmatowa – Museums in St. Petersburg ermöglich hatte.
Nach ihrem Tod am 5. März 1966 in Moskau, wird Achmatowa zur Symbol-Figur des geistigen Widerstands. Ihr Grab zwischen den karelschen Föhren in der kleinen Ortschaft Komarowo Nahe St. Petersburg ist zu einem Pilger Ort geworden. 1964 noch zwei Jahre vor ihrem Tod erhält Achmatowa in Oxford die Ehrendoktorwürde, danach reist sie kurz nach Italien und Paris, besucht ihre alten Freunde, und empfängt junge Lyriker darunter auch Joseph Brodsky, der seiner so verehrten Freundin neun Gedichte widmete.
Manuela Miebach
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Archaische Wucht und seelisches Psychogramm: Verdis „Macbeth“ an der Nationaloper Sofia

© Svetoslav Nikolov
Die Nationaloper Sofia pflegt eine Premierenkultur, die im internationalen Vergleich ihresgleichen sucht. Anstatt eine Neuproduktion über Monate im Repertoire zu verteilen, präsentiert das Haus seine Lesarten in konzentrierter Blockform. Für den Rezensenten bietet dies die seltene Gelegenheit, innerhalb weniger Tage drei nahezu komplett unterschiedliche Besetzungen zu erleben. Dass Sofia dabei fast ausschließlich auf das eigene Ensemble zurückgreifen kann, unterstreicht das enorme künstlerische Potenzial und die Tiefe dieses Hauses.
Die visuelle Architektur des Unbewussten
Regisseurin Vera Petrova entwirft eine Inszenierung, die sich eng an Verdis Partitur anlehnt und dennoch eine eigenständige, mystische Ästhetik entwickelt. Im Zentrum steht die Symbiose aus Shakespeares dunklem Sarkasmus und Verdis leidenschaftlicher Tonsprache. Gemeinsam mit der Bühnenbildnerin Maria Koleva erschuf Petrova einen Raum, der das Reale mit dem Metaphysischen verzahnt. Dominierend sind schwere, architektonische Bögen – typisch gotische Elemente, die man aus klassischen Historienfilmen Hollywoods oder modernen Epen wie Game of Thrones kennt. Diese Bögen wirken wie monumentale Fragmente einer vergangenen Ära, ohne museal zu wirken.
Dieses steinerne Dekor kontrastiert wirkungsvoll mit unebenen, felsigen Terrains, die als Domizil der übernatürlichen Mächte fungieren. In der Farbdramaturgie setzen die packenden Kostüme in Schwarz und Rot klare Akzente von Macht und Blut. Ein zentrales Element ist der steinerne Königsthron, der durch Rotation zur Grabstätte mutiert – ein starkes Sinnbild für die Vergänglichkeit erschlichener Macht. Besonders eindringlich geriet die Bankettszene: Ein überlanger Steintisch dominiert die Bühne, dessen Form unweigerlich an einen monumentalen Sarg erinnert. Petrova überzeugt mit einer klugen, aus dem musikalischen Kontext abgeleiteten Personenführung. Sehenswert!

© Svetoslav Nikolov
Drei Wege zur Titelpartie: Ein psychologisches Panorama
Sängerisch boten die drei Abende eine faszinierende Vergleichsstudie der Titelpartie:
- Ventseslav Anastasov (25.02.): Er präsentierte einen klassischen Verdi-Bariton par excellence. Mit sehr ausgewogenem Agieren und feinem Legato zeichnete er Macbeth als noble, wenn auch fehlgeleitete Figur. Seine Interpretation bestach durch klangliche Schönheit und souveräne Beherrschung der Gesangslinie, die den inneren Adel des gestürzten Helden betonte.
- Biser Georgiev (26.02.): Georgiev wählte einen völlig anderen Ansatz. Macbeth ist bei ihm ein Getriebener ohne inneres Zentrum. Mit herrlich dunklem, bassbaritonalem Timbre und unruhiger, fahriger Körpersprache gab er den Macbeth als einen von Paranoia und Unsicherheit Gejagten. Die Intensität seiner Darstellung war greifbar; kleine Unpässlichkeiten in der Stimmgebung am Premierenabend integrierte er geschickt als Ausdrucksmomente, was die psychische Brüchigkeit der Figur noch unterstrich.
- Plamen Dimitrov (28.02.): Dimitrov war der physisch präsenteste Darsteller der drei. Er gestaltete die vielschichtige Rolle mit beeindruckender Souveränität und suggestiver Körpersprache, die den Raum füllte. Auch wenn die Vokale in den dramatischen Ausbrüchen nicht immer letzte Klarheit aufwiesen, überzeugte er durch packende darstellerische Wucht und stimmliche Ausdauer.
Die Lady: Triebfeder und tragische Figur
In Petrovas Lesart ist Lady Macbeth der eigentliche Motor der Handlung, getrieben von einem tiefen Schmerz über ihre Kinderlosigkeit – ein psychologischer Subtext, der ihrem Machthunger eine tragische Note verleiht.
- Alessandra di Giorgio (25.02.): Als ehemalige Mezzosopranistin verfügt sie über eine besonders substanzreiche Mittellage, die der Figur ein dunkles Fundament gab. Sie meisterte die mörderische Partie mit Verve; dass ihr Ton dabei nicht immer auf reinen Schönklang ausgelegt war, erwies sich als absolut rollenkonform und verlieh ihrer Lady eine herbe, gefährliche Aura.
- Gabriela Georgieva (26.02.): Die große Sängerdarstellerin bewies erneut ihre Ausnahmestellung. Mit einer dramatischen Stimme, die mühelos und mit faszinierender Leichtigkeit über die großen Ensembles strahlte, war sie das vokale Zentrum des Abends. Ihre kluge Artikulation und feine Phrasierung machten ihren Auftritt zu einer Lehrstunde in Sachen Verdi-Gesang.
- Radostina Nikolaeva (28.02.): Nikolaeva sang schlicht in einer eigenen Klasse. Mit warmem, fraulichem Timbre verlieh sie der Lady eine verführerische Komponente, die manipulativ-mütterlich wirkte. Ihre hochgradig nuancierte Darstellung zeigte eine Frau, die ebenso verführerisch wie zerstörerisch agiert – eine herausragende Leistung.

© Svetoslav Nikolov
Fundament und Flanken: Die Ensembleleistung
Das hohe Niveau setzte sich bis in die kleinsten Partien fort. Der Macduff fand in Emil Pavlov (25.02.) einen passionierten Interpreten mit edler Stimmführung und echtem Schmelz, während Daniel Damyanov (26./28.02.) mit starkem Tenor begeisterte. Den Malcolm profilierte Hrisimir Damyanov (25./26.02.) mit bemerkenswert geschärftem Rollenprofil.
Als Banco bildete der machtvolle Bass von Petar Buchkov (26./28.02.) einen felsenfesten Anker der Produktion; seine Bühnenautorität war in jedem Moment spürbar. Svetozar Rangelov (25.02.) gestaltete die Rolle hingegen zurückhaltender mit charaktervollen Nuancen. In den Nebenrollen setzten Anton Andreev als verschlagener Mörder sowie Ivanka Ninova (fein leuchtend) und Daniela Panchevska (stimmsicher) als Anstandsdamen wichtige Akzente. Die Rolle des Arztes wurde sonor von Angel Hristov und mit spürbar menschlicher Note von Nikolay Petrov ausgefüllt.
Magie des Grabens und des Chors
Besondere Erwähnung verdient das hervorragende Ballett unter der Choreografie von Riolina Topalova, das die metaphysische Ebene der Hexenwelt tänzerisch sensibel übersetzte. Angeführt vom ausdrucksstarken „Wächter der Träume“ (Alexander Alexandrov), wurden die Hexen zu einer omnipräsenten Bedrohung.
Der Chor unter Violeta Dimitrova lieferte eine fabelhafte Leistung ab, ergänzt durch den engagierten Sofia Boys’ Choir in der Szene der Königserscheinungen, die mit ihren Kristallmasken als vereiste Gestalten einen optischen Höhepunkt bildeten. Dirigent Alessandro d’Agostini führte das klangschöne Orchester mit viel Brio und Passion durch die Partitur und bewies eine exzellente Einstudierung, die den Sängern stets den nötigen Raum zur Entfaltung ließ.
Am Ende standen riesige Begeisterung und anhaltender Applaus im Saal – ein verdienter Triumph für ein Haus, das mit solcher Hingabe, solchem Ensemble-Tiefe und solch kluger Regiearbeit zeigt, warum es zu den spannendsten Opernbühnen Osteuropas zählt. Diese „Macbeth“-Produktion ist nicht nur ein Ereignis für Sofia, sondern ein Beweis, dass große Oper auch abseits der Metropolen in hoher künstlerischer Qualität möglich ist.
Dirk Schauß, 02. März 2026
Giuseppe Verdis „Macbeth“ an der Nationaloper Sofia, Vorstellungen am 25.02., 26.02. und 28.02.2026
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WIEN: nach wochenlanger Vorbereitung ist es endlich soweit. Am 7. März eröffnen wir auf der Ottakringer Straße 135 den „Salon Ananas“, ein Hybrid aus Concept Store und Galerie.

Was gibt es da? Wiener Schmäh und Wiener Grätzelkultur in Form von Spielen, Postkarten, Büchern, Kalendern, Kühlschrankmagneten, Regenschirmen, Postern, Kunstdrucken und vieles mehr. Und sehr bald auch kleine Ausstellungen mit Bildern von Illustratoren aus Wien und dem Rest der Welt.
Und warum ist das Logo eine Erdbeere? Weil meine Oma immer Ananas dazu gesagt hat!
Adresse:
SALON ANANAS
Ottakringer Straße 135
1160 Wien
Öffnungszeiten (ab 7. März):
Montag-Freitag 10:00-18:30 Uhr
Samstag 10:00-16:00 Uhr
Wir freuen uns auf euch!
Beste Grüße,
Clemens Ettenauer