Benjamin Bernheim © Christoph Köstlin
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 15. MÄRZ 2026
Berlin
Benjamin Bernheim singt einen grandiosen Hoffmann in Berlin
Die Staatsoper Berlin spielt eine zweite Serie von Offenbachs Oper “Les Contes d’Hoffmann” in einer Inszenierung von Lydia Steier, die im November letzten Jahres Premiere hatte. Hauptattraktion dieser Wiederaufnahme ist Benjamin Bernheim, der seinem Ruf als einer der Besten, wenn nicht sogar DER BESTE französische Tenor dieser Tage vollauf gerecht wird.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de
Feuilleton
Sex in der Oper: Wie Komponisten Lust hörbar machen
Kann man musikalisch Sex haben? Und wie! Ein Streifzug durch die Liebes- und Lustszenen der Opernwelt zeigt, wie Komponisten Begehren, Erregung und sogar Orgasmen vertont haben. Achtung, das folgende Stück enthält sexuelle Darstellungen: Einen solchen Hinweis könnte man so mancher Oper voranstellen. Auch wenn es auf der Bühne dann eh meist recht jugendfrei zugeht – was nicht heißt, dass die Opernwelt nicht voller Sexszenen wäre. Nur: Man sieht oft weniger, als man hört.
DiePresse.com
Linz/Landestheater
Sa., 14. März 2026: (Musiktheater, Blackbox): Richard Strauss/Karl Haussner, Des Esels Schatten + Viktor Ullmann, Der zerbrochene Krug
Zwei Raritäten des 20. Jahrhunderts gelangten heute in der Linzer „Blackbox“ zur Premiere, und zwar Richard Strauss’ „Des Esels Schatten“ und Viktor Ullmanns „Der zerbrochene Krug“. Letzteres hat mir sehr gut gefallen (die Klangfarben und Stimmungen sind interessant und das Stück ist bühnenwirksam, abgesehen von der tragischen Gründen zuzuschreibenden Kürze).
forumconbrio.com
Wien/MusikTheater an der Wien
Herrlich unterhaltend: „L’Opera Seria“ – eine fulminante Opern-Parodie im Theater an der Wien
Trotz und gerade wegen des Titels dieses barocken Juwels: ein fulminanter musikalischer Spaß, darstellerisch perfekt bis ins letzte Detail – brillant inszeniert (Laurent Pelly) auf einer exzellent gestalteten Bühne und virtuos dirigiert (Christophe Rousset).
Von Dr. Charles Ritterband
Klassik-begeistert.de
Graz
Mit Operettenklängen durch den Wilden Westen
Mit „Arizona Lady“ hebt die Grazer Oper auch in dieser Saison wieder eine Rarität. Emmerich Kálmán wollte mit seinem letzten Werk gleich ein neues Genre – die Western-Operette – schaffen, der Erfolg blieb allerdings aus – die Grazer Oper wagt nun eine Neubearbeitung.
steiermark.orf.at
Klagenfurt
Nilufar Münzing verbindet Oper und Soap Opera (Bezahlartikel)
Interview. Nilufar K. Münzing inszeniert am Stadttheater Klagenfurt Donizetts „Liebestrank“. Die Regisseurin über soziale Mobilität, starke Frauen und das Schreiben von Soap Operas.
KleineZeitung.at
Eggenfelden
„Wiener Blut“ im Theater an der Rott: Aufgekratzt im Prater-Karussell
Ein echter Walzer hat weder Anfang noch Ende, er ist keine Bewegung, sondern ein Zustand. Das machte der Wiener Regisseur Wolfgang Dosch in seiner Inszenierung von Johann Strauss’ sperrigem Spätwerk am Theater an der Rott höchst vergnüglich und dialektverbunden deutlich. Es wurde eine prickelnde Runde im Prater-Karussell.
BR-Klassik.de
München
Pianistin Khatia Buniatishvili: „Das Klavier ist ein sehr einsames Instrument“
Die Pianistin Khatia Buniatishvili kommt mit Brahms’ Klavierkonzert nach München. Auch dabei: ihre kleine Tochter, das ist Buniatishvili wichtig, sagt sie im Interview. Die Pianistin spricht über Freiheit, Einsamkeit, existenzielle Themen und was das Klavier damit zu tun hat.
BR-Klassik.de
Frankfurt
Frankfurt: Mit neuen Formaten in die Zukunft
Die Alte Oper in Frankfurt stellt das Programm für ihre neue Spielzeit vor. Dazu gehören ein KI-Festival und sogar Duft- und Blumenkonzerte.
FrankfurterRundschau.de
Weimar
Spurensicherung der anderen Art
Joanna Lewicka inszeniert am Deutschen Nationaltheater Weimar „Der Mordfall Halit Yozgat“ von Ben Frost und Petter Ekman. Ein Stück, das die Schrecken des neunten NSU-Mordes auf die Opernbühne bringt. Der Mord an Halit Yozgat am 6. April 2006 im Kasseler Internetcafé seiner Eltern war der neunte NSU-Mord. Dass NSU die selbst gewählte Abkürzung für Nationalsozialistischer Untergrund ist, weiß mittlerweile jeder. Dass diese rassistische Mordserie möglich war und dass viel zu lange in die falsche Richtung ermittelt wurde, ist eine Schande. Auch, dass bei dem Mord in Kassel ein V-Mann des Verfassungsschutzes anwesend war und dass dessen Rolle bis heute nicht wirklich aufgeklärt wurde.
DieDeutscheBuehne.de
Bamberg
80 Jahre Bamberger Symphoniker
Weltruhm Made in Bamberg. Sie spielen an der Weltspitze mit: Die Bamberger Symphoniker sind ein internationales Top-Orchester, weltweit gefragt, mit unzähligen Preisen dekoriert – einer der Kulturbotschafter Deutschlands. Ein Orchester mit einer weit vor die Gründung zurückreichenden Historie und einem charakteristischen Klang, den es bis heute pflegt. Vor 80 Jahren gaben die Bamberger Symphoniker ihr erstes Konzert.
BR-Klassik.de
Zürich
Barockreigen am Opernhaus Zürich
Es ist ein Kraftakt sondergleichen. Das Opernhaus Zürich lanciert mit «Zürich Barock» im März ein internationales Festival der historisch authentischen Musizierpraxis. Hier treffen sich hochkarätige Interpreten der Alten Musik. Den Auftakt machte am Mittwoch Cecilia Bartoli als Cleopatra in Händels «Giulio Cesare in Egitto».
seniorweb.ch
Tonhalle Zürich: Bei Brahms brennt die Luft
Paavo Järvi und das Tonhalle-Orchester spielen ein raffiniertes Programm, in dem es um versteckte Abhängigkeiten zwischen Werken und Komponisten geht. Die Geigerin Janine Jansen gerät dabei zeitweise mächtig unter Druck.
NeueZuercherZeitung.ch
Baden-Baden
Verlosung: Probenbesuch bei Joana Mallwitz im Festspielhaus zu gewinnen
Im Festspielhaus Baden-Baden laufen die Proben für „Lohengrin“. Die BNN verlosen jetzt dreimal zwei Plätze für exklusive Einblicke mit Joana Mallwitz und dem Mahler Chamber Orchestra.
bnn.de
CD-Blu-ray-Besprechung
Telemanns rekonstruierter „Sieg der Schönheit“ ist reiner Hörgenuss
Das renommierte Orchester der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Michael Hofstetter beweist erneut höchste Kompetenz und Stilsicherheit. Im Zusammenwirken mit der vorzüglichen Sängerbesetzung gelang so eine Aufführung, die absolut hörenswert ist, und echte musikalische Freude bereitet.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Philosoph Jürgen Habermas mit 96 Jahren gestorben
Eine der einflussreichsten Stimmen Deutschlands ist verstummt: Am Samstag starb der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas im Alter von 96 Jahren in Starnberg, wie der Suhrkamp Verlag unter Berufung auf die Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
TirolerTageszeitung.com
Links zu englischsprachigen Artikeln
Wien
Too much and too little: Jan Lauwers’ restless Clemenza in Vienna
bachtrack.com/de
London
Elisabeth Leonskaja, Wigmore Hall review – fantasy and rigour
The great pianist takes us on a Shakespearean journey, from Ariel and Prospero to Lear
theartsdesk.com
Elisabeth Leonskaja review – piano legend’s unerring sense of architecture reveals connections and kinships
TheGuardian.com
Bach’s St John Passion, Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, Whelan, St-Martin-in-the-Fields review – high drama, fine detail The great Gospel tragedy rendered bright, swift and fierce
theartsdesk.com
New York
Dudamel, Philharmonic light a revolutionary fire with Beethoven, Rzewski premiere
newyorkclassicalreview.com
Washington
Washington National Opera Comes Back With Scott Joplin’s Treemonisha
operatoday.com
O Say, Can You Kelsey
Baritone Quinn Kelsey’s recital of English-language art songs in partnership with pianist Craig Ketter was a worthy celebration of Vocal Arts DC’s 35th-anniversary season.
parterre.com
Boston
Crisis Follows Conductor’s Dismissal at the Boston Symphony (Subscription required)
A decision by the orchestra’s board to fire its music director, Andris Nelsons, has set off protests from players, leaving their leaders scrambling.
TheNewYorkTimes.com
Baltimore
Opera Baltimore Offers Rare Bel Canto Gem Lucrezia Borgia
operatoday.com
Chicago
Hrůša returns and Andsnes shows natural Beethoven mastery with CSO
chicagoclassicalreview.com
Tokyo
Pure agilità: Aya Wakizono returns to Tokyo
The Japanese mezzo soprano is returning to the New National Theatre, Tokyo for her role debut in Massenet’s Werther. We talk about her love for Rossini, and expansions into later Romantic opera.
bachtrack.com/de
Recordings
Lise Davidsen, Angel Blue, Francesca Dotto, Wallis Giunta & Raffaele Pe Lead new CD/DVD Releases
operawire.com
Ballett/Tanz
München/ Ballettcompagnie Staatstheater am Gärtnerplatz
Mein Dancesoap-Tagebuch, Teil I: Minutemade-Fieber – ich bin ganz heiß!
Meine Dancesoap Vorfreude dauert sechs Wochen. Da beginnt der Kartenvorverkauf, denn ich gehe nicht alleine. Ist damit drei Mal so lang wie mein Minutemade Fieber. Das dauert von Act One bis Act Three zwei Wochen. The heat is on! Wie ein, zwei Schmetterlinge im Bauch.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de
Mein Dancesoap-Tagebuch, Teil II: Minutemade-Fieber – ich bin ganz heiß!
In der Wiederholung bemerke ich: es sind Tulpen, keine Rosen. Und so offensichtlich. Schmerz und Sehnsucht. Als Uraufführung atemberaubende Körperlichkeit. Ich halte meinen Atem an. Grandios! Dies ist der zweite Donnerstag, liebes Dancesoap Tagebuch. Beim zweiten Mal bin ich noch tiefer drin in der Chroeografie Ella Rothschilds. Zucke jedes Mal beim Aufstampfen der Tänzerin, die dadurch auch das sie umtanzende Ensemble steuert. Dieses Mal empfinde ich Trauer, Schmerz und Sehnsucht im Tanz der Compagnie. Ich schaue hin, nochmal, ja genau! Es sind pinke Plastiktulpensträuße, keine Rosen.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de
Ballet/Dance
Russell Maliphant’s Landscapes: three solos, three outstanding dancers at Sadler’s Wells East
bachtrack.com/de
Review: Lithuanian National Ballet’s triple bill, Bodies and Codes
Graham Watts appreciates the confident, vigorous flair of the Lithuanian National Ballet’s performance of works by Wayne McGregor, Iván Pérez and Krzysztof Pastor.
gramilano.com
Sprechtheater
Linz/Theater des Kindes
Mira Lobe: Eine traumhafte Reise mit dem Bumpam
Mira Lobe war eine der besten Kinderbuchautorinnen, ihre Geschichten haben Generationen verzaubert. Im Linzer Theater des Kindes ist nun „Hannes und sein Bumpam“ angelaufen: Eine wunderschöne, kurzweilige Abenteuerreise für Menschen ab vier Jahren.
krone.at
St.Pölten
Flüchtlingsdrama in St.Pölten: „Der blinde Passagier“ von Maria Lazar (Bezahlartikel)
Österreichische Erstaufführung: Mira Stadler inszeniert im Landestheater Niederösterreich das 1939 entstandene Stück „Der blinde Passagier“ packend und dicht.
DiePresse.com
Wie Maria Lazars „Blinder Passagier“ posthum in St.Pölten strandet
Dem Flüchtlingsdrama von Exilautorin Maria Lazar (1885-1948) wird am Landestheater eine insgesamt wohlgelungene Erstaufführung zuteil
DerStandard.at
Ausstellungen/Kunst
Gugging/NÖ
Jubiläumsausstellung: Das Museum Gugging wird 20 Jahre alt
Das Museum in Klosterneuburg feiert sein Bestehen mit den Werken von 20 Gugginger Künstlern und Künstlerinnen. August Walla und Johann Hauser werden besonders gewürdigt
DerStandard.at
Tirol
Max Weiler – neue Blicke auf alten Meister
Max Weiler gilt als einer der bedeutendsten Tiroler Künstler des 20. Jahrhunderts. Anlässlich seines 25. Todestages zeigt das Klocker Museum in Hall in Tirol keine klassische Retrospektive. Drei junge Künstlerinnen wurden eingeladen, auf Weilers Werk zu reagieren. Das Ergebnis ist erfrischend aber auch kritisch.
tirol.orf.at
Medien
ORF
2nd Opinion: Selbstverwirklichungsmaschine
Die jüngsten Ereignisse an der ORF-Spitze zeigen, dass es den Politikern nicht darum geht, wie es dem ORF geht, sondern wie es ihnen im ORF geht. Statt transparenter Aufklärung von Vorwürfen gibt es mafiös anmutende Manöver zur Beeinflussung der bevorstehenden Wahl des Generaldirektors.
news.at
Brisante Honorare: ORF-Stiftungsrat taucht in Benko-Abrechnungen auf
Der heutige Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, taucht in Honorarnoten des Benko-Anwalts Stefan Prochaska auf. Die Kontakte fallen in eine Zeit, in der die Signa-Gruppe wegen möglicher kritischer ORF-Berichte in Alarmstimmung war.
krone.at
Politik
Österreich
Finanzminister Marterbauer: „Die Erbschaftssteuer kommt sicher“
Ex-Budgetsektionschef Gerhard Steger sieht Österreich in Talkrunde finanziell „unter Wasser“. Der SPÖ-Finanzminister kontert und stellt ab 2029 Erbschaftssteuern in Aussicht.
Kurier.at
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 15. MÄRZ 2026)
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 15. MÄRZ 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Für folgende Vorstellungen gibt es ein Kontingent für Kurzentschlossene:
»LA CLEMENZA DI TITO« am Montag, 16.03.2026: ein Kontingent von 60 Karten für Kurzentschlossene zum Preis von 55€.
Dieses Angebot kann ab Sonntag, 15.03.2026, 10 Uhr nur an den Tageskassen (nicht im online Ticketshop) & nur nach Vorlage der BundestheaterCard eingelöst werden. Pro Person sind max. 2 Tickets buchbar. Zur Info: an Sonntagen haben unsere Kassen nur von 10 – 13 Uhr geöffnet.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr Team der Wiener Staatsoper
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Berlin/Staatsoper: Mit dem Aufzug direkt ins Fegefeuer – Benjamin Bernheim singt aktuell meisterhaft den Hoffmann in Lydia Steiers Inszenierung an der Berliner Staatsoper unter den Linden.

https://www.instagram.com/staatsoperberlin/reel/DVd2OfuFTxA/

Berlin
Benjamin Bernheim singt einen grandiosen Hoffmann in Berlin
Die Staatsoper Berlin spielt eine zweite Serie von Offenbachs Oper “Les Contes d’Hoffmann” in einer Inszenierung von Lydia Steier, die im November letzten Jahres Premiere hatte. Hauptattraktion dieser Wiederaufnahme ist Benjamin Bernheim, der seinem Ruf als einer der Besten, wenn nicht sogar DER BESTE französische Tenor dieser Tage vollauf gerecht wird.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de
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Linz: „DES ESELS SCHATTEN – DER ZERBROCHENE KRUG“ – Premiere im Musiktheater des Landestheaters Linz, Black Box, 14. 03.2026
„Der Doppelabend mit zwei Opern von Viktor Ullmann (1898–1944) und von Richard Strauss (1864–1949) präsentiert zwei komische Werke, die inhaltlich viel gemeinsam haben, da sich beide um einen Gerichtsprozess drehen. Sie stammen von zwei Zeitgenossen, deren Lebenswege jedoch sehr unterschiedlich verliefen. Denn während Strauss der erfolgreichste deutsche Opernkomponist seiner Zeit war, der sich auch mit dem Naziregime arrangierte, wurde Ullmann in Auschwitz ermordet. So wird man durch diese unterschiedlichen Biografien bei der Kombination der beiden Opern sensibilisiert für Aspekte von Rechtsbeugung und Machtmissbrauch.“ So der Einleitungstext im Landestheater-Programm (Dramaturgie: Christoph Blitt).

Alexandre Bianque, Jonathan Hartzendorf, Martin Schön © Herwig Prammer
DES ESELS SCHATTEN
Komödie/Singspiel, Text von Hans Adler nach Christoph Martin Wielands Roman Die Abderiten mit Musik von Richard Strauss
In sechs Bildern eingerichtet von Stephan Schaller, instrumentiert und ergänzt von Karl Haussner; Fassung für reduziertes Orchester analog zu der des „Kruges“ von Andreas Bäuml (2025), mit spezieller Genehmigung des Verlages (Schott?).
Hier geht es vordergründig um den Streit zwischen einem Zahnarzt und einem Eseltreiber, ob die Tagesmiete für das Grautier auch die Nutzung dessen Schattens für eine Ruhepause beinhalte. Dieser Konflikt erfaßt immer weitere Kreise der Stadt Abdera (im neueren deutschen Sprachraum etwa äquivalent zu Schilda), zeigt Populismus, Korruption und Intrigen auf – all das auch satirisch bezogen auf das Deutschland der unmittelbaren Nachkriegszeit, in der letzten Lebenszeit des Komponisten. Am Ende ist man nach viel Aufwand dort, wo der Richter schon anfangs mit einem Vergleichsvorschlag hinwollte; aber nebenher ist sehr viel kaputt gegangen…
Musikalisch ist das Werk etwas einfacher gehalten, entstand es doch auf Bitte des Leiters des Stiftsgymnasiums Ettal für eine Schüleraufführung. Da Strauss während der Arbeit der Große Gleichmacher die Feder aus der Hand nahm, wurden die Skizzen vom dortigen Musikprofessor Haussner ergänzt und schließlich 1964 zur Uraufführung gebracht. Der Librettist war übrigens mehrfach für Nico Dostal tätig.

Martin Achrainer und Ensemble © Herwig Prammer

Martin Achrainer, Alexandre Bianque © Herwig Prammer
DER ZERBROCHENE KRUG
Oper in einem Akt von Viktor Ullmann; Text vom Komponisten nach Heinrich von Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug; reduzierte Orchesterfassung von Richard Whilds (2017)
Das bis heute immer wieder auf den Spielplänen stehende komödiantische und satirische Meisterwerk Kleists wurde 1808 uraufgeführt. 1937 war es mit dem ersten Oscar-Preisträger Emil Jannings für die deutsche TOBIS verfilmt worden – in Hinblick auf Goebbels’ Klumpfuß mit dem ebenso beeinträchtigten Richter Adam nicht ganz selbstverständlich … Jedenfalls wird auf dieses orthopädische Problem auch heute korrekt in der Kostümierung verwiesen.
Viktor Ullmann war, nach Berufstätigkeit in D und der CH nach der Machtübernahme der Nazis nach Prag geflohen. 1941 nahm er, trotz der andauernden Bedrohung im deutsch besetzten „Protektorat“, die Arbeit an der Kleist-Oper auf, die er auch nach Internierung in Theresienstadt fortsetzte, bis er im Oktober 1944 nach Auschwitz verbracht wurde. Diese Umstände schlugen sich auch in der Struktur der Oper nieder: war die Ouverture noch eher luxuriös dimensioniert, verknappte Ullman den Kleist’schen Text mit zunehmender Bedrohung (und damit schwindender Chance für ein Werk üblicher Länge) immer mehr, um noch rechtzeitig zu einem Ende zu finden.
Die 60 bzw. 40 Minuten langen Stücke stehen unter der musikalischen Leitung von Jinie Ka, die eine knapp 30-köpfige Abordnung des Bruckner Orchesters zu Präzision und „nach mehr“ klingender Dynamik anleitet; auch die großen und kleinen Spannungsbögen gelangen ihr erstklassig. Opernstudioleiter Gregor Horres’ Inszenierung basiert auf den „gerichtlichen“ Parallelitäten der beiden Werke, mit sorgfältiger Personenführung. Die ist natürlich bei der für ein professionelles Ensemble gedachten Kleist-Vertonung emotionell deutlich vielschichtiger.
Die Bühne (Ulrich Leitner) ist in erster Linie eine „sandige“ Fläche, beim „Krug“ mit einem erhöhten Richterstuhl im Zentrum – studiomäßig, wie in der Black Box üblich. Eine zusätzliche Strukturierung und Stimmungsänderung wird durch eine größere Zahl von Leuchtleisten erzielt, die präzise und stets, mittels Flaschenzugsmechanik waagerecht ausgerichtet, in verschiedenste Höhen über dem Bühnenboden eingestellt werden können.
Bianca Sarah Stummer zeichnet überwiegend moderne, charakterlich deutliche, aber auch fantasie- und humorvolle Kostüme, bei Ullman auch mit einigen Anleihen an die 1940er.

Génesis Beatriz López Da Silva © Herwig Prammer
Hun Jeong ist mit gut fundiertem Baß der Zahnarzt Struthion und Gerichtsrat Walter, der facettenreiche Tenor Alexandre Bianque Eseltreiber Antrax bzw. Schreiber Licht. Dora Blatniczki übernimmt mit ihrem klangvollen Alt Antrax’ Frau und Brigitte, Antonia Beteag Tochter Gorgo. Stadtrichter Philippides wie Dorfrichter Adam: Martin Achrainer mit seinem wandlungsfähigen Bariton und beim „Krug“ ausdrucksreichem Schauspiel.
Tenor Jonathan Hartzendorf kann als Advokat Physignatus und als Strobylus, Vorsteher des Latonatempels, komödiantisch, als Ruprecht emotionell glänzen. Gegenspieler Polyphonus bzw. Bedienter: Baß Martin Schön, besonders köstlich moralisch schäbig auch als mädchen- und froschschenkelsüchtiger Agathyrsus, Vorsteher des Jasontempels. Die Baritonrollen Schuster Kenteterion bzw. Veit Tümpel: Xinhang Zhou mit guter Stimme und eindrucksvollem Spiel. Georgia Cooper singt die Eve und ist als Ausruferin, in Abdera handlungserklärend, aktiv.
Nur im „Krug“ auf der Bühne: Génesis Beatriz López Da Silva als Frau Marthe Rull, die mit Ihrer Anklage über die Scherben des Kruges eine eindrucksvolle Demonstration ihres guten Mezzo bietet.
Die meisten der Vorgenannten bilden auch fallweise einen Chor oder besetzen Kleinrollen.
Hochzufriedener Applaus für zwei sehenswert eingerichtete und inszenierte kurze Opern, die nicht nur für Raritätenjäger interessant sind. Übrigens saß auch ein sehr bekannter Regisseur im Publikum – aber dazu werden wir in wenigen Wochen, bei der Präsentation der Saison 2026/2027, mehr erfahren.

Martin Achrainer mit Ensemble © Herwig Prammer

Ensemble © Herwig Prammer

Schlussapplaus. Foto: Petra und Helmut Huber
Petra und Helmut Huber
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Maryna Lopez / Mezzo: Die nächsten Konzerte (Erfurt und Wien). und eine CD-Aufnahme!
Konzert mit Mami Iino (Sopran), Maryna Lopez und Adolfo Lopez Gomez; Weiters das zweite Konzert aus Erfurt mit dem Stabat Mater von Bartolomeo Cosenza

Für das Stabat Mater von Bartolomeo Cosenza wird für die CD-Aufnahme noch ein Sponsor gesucht!

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Köln: Mark Arbeit stellt in der Kaune Contemporary Gallery von Köln aus

Gastgeber Michael Kaune und Fotograf Mark Arbeit. Foto: Andrea Matzker
Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger
Noch bis zum 20. März sind Werke des Helmut Newton-Schützlings und -Schülers Mark Arbeit in der bezaubernden kleinen Kaune Contemporary Gallery, einer ehemaligen Kapelle direkt neben dem stilvollen und idyllischen Quest Hotel am Gereonskloster 12 von Köln, zu besichtigen. Die Ausstellung mit dem passenden Namen „Work“ aus 30 Jahren Schaffensperiode des amerikanischen Künstlers ist nur auf Anfrage zu besichtigen ().

Charlotte Rampling, 1989 aufgenommen von Mark Arbeit. Repro: Andrea Matzker.

Pierce Brosnan 2019 aufgenommen von Mark Arbeit, Ausschnitt. Repro: Andrea Matzker

Helmut Newton, 1979 aufgenommen von Mark Arbeit. Repro: Andrea Matzker
Arbeits Arbeiten reichen von außergewöhnlichen Pariser Atelieraufnahmen über großformatige Photogramme bis zu Modeaufnahmen und Porträts, darunter ganz besonderen Schnappschüssen von Helmut Newton, Charlotte Rampling, Harrison Ford oder Pierce Brosnan. Die Werke sind ausgezeichnet gehängt in dieser übersichtlichen Galerie und alle käuflich zu erwerben. Es gibt auch einen qualitativ hochwertigen Katalog zu der Ausstellung.
Der Besuch dieser beeindruckenden Ausstellung in der Kaune Contemporary Gallery lädt außerdem dazu ein, das anliegende Restaurant „La Fonda“ auf dieser so überraschend friedlichen, kleinen Kunstinsel inmitten von Köln zu besuchen.

Unter den illustren Gästen: Dr. Stefanie Seyda und Dr. Rudof von Borries. Foto: Andrea Matzker

Mark Arbeit vor seiner Silver-Bowl-Collage von 1999. Foto: Andrea Matzker

Zwei Stars der Eröffnung: Königspudel Otto und Mark Arbeit. Foto: Andrea Matzker

Die Vernissage war sehr gut besucht. Foto: Andrea Matzker
Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger