Gabriel Feltz © Ludmila Jeremies
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 31. AUGUST 2025
Dirigent Gabriel Feltz im Alter von 54 Jahren gestorben
Der Kieler Generalmusikdirektor Gabriel Feltz ist tot. Wie die Stadt Kiel mitteilte, starb der angesehene deutsche Dirigent und glühende Wagnerianer diesen Freitag überraschend im Alter von nur 54 Jahren im Universitätsklinikum Essen. In Kiel sollte er die nächsten Jahre das musikalische Leben der Landeshauptstadt prägen.
von Jörn Schmidt
Klassik-begeistert.de
Verona
Zeffirellis „Carmen“ in Verona begeistert als Fest für alle Sinne
„Carmen“ wurde nach der legendären „Aida“, mit der die Arena di Verona vor 102 Jahren die alljährlichen Opernfestspiele eröffnet hatte, zum zweiten großen Publikumsliebling und steht fast alljährlich mit ausverkauften Rängen auf dem Programm. Die grandiose Inszenierung des legendären Film- und Theaterregisseurs Franco Zeffirelli aus dem Jahr 1995 wird auf dieser gewaltigen Bühne immer wieder gezeigt und reißt das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Ein Fest für alle Sinne, mit herrlichen Kostümen, aufwendigem Bühnenbild, Hunderten von Choristen und Statisten, Eseln und Pferden, großartigem Orchester, teils exzellenten Stimmen – und den atemberaubenden Flamenco-Einlagen der Compania Antonio Gades.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de
Graz/Musikverein
„Feiern ohne Ende“ heißt es in der kommenden Saison im Grazer Musikverein.
Zahlreiche Jubiläen nützt Intendant Michael Nemeth für außergewöhnliche Konzerterlebnisse. Und das langersehnte Wiedersehen mit Cecilia Bartoli geht sich ebenfalls aus.
krone.at
Berlin
Petrenko bettet markante Moderne in Romantik und Spätromantik ein
Das Saison-Eröffnungskonzert der Berliner Philharmoniker Ende August, stets vor das Eröffnungskonzert des Musikfestes Berlin gesetzt, markiert das von den Musikliebhabern sehnlich erwartete Ende der Sommerpause. Die blendend disponierten Berliner Philharmoniker und ihr fröhlich und entspannt wirkender Chef, Kirill Petrenko, nehmen das Publikum mit auf eine Reise in den Kosmos der ungleichen Freunde, Robert Schumann und Johannes Brahms.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Salzburg
Asmik Grigorian fegt den Salzburger Macbeth in die Operngeschichtsbücher
Diese Verdi-Macbeth zur feierlichen Abschiedsrunde der Salzburger Festspiele 2025 gehörte eigenhändig der sopranistischen Heldin des Abends, Asmik Grigorian. Nicht weniger eindrucksvoll geriet Krzysztof Warlikowskis packende Regie, und auch Philippe Jordan erhob das Orchester in wolkige Verdi-Höhen!
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de
Salzburg
Welser-Mösts philharmonische Klangreise in die Bezirke der Erlösung
Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker bewegen und begeistern bei den Salzburger Festspielen mit Weinberg und Bruckner
DerStandard.at
Salzburger Festspiele: Franz Welser-Möst ist zurück und triumphiert (Bezahlartikel)
Düstere Klagemotive, große Innigkeit und intensive Spannung: Die Wiener Philharmoniker mit Weinberg und Bruckner
Kurier.at
„Eine Ode an die Schönheit“ zum Festspiel-Finale
Kirill Petrenko führt am Sonntag zum Finale der Salzburger Festspiele mit seinen Berliner Philharmonikern Gustav Mahlers IX. Symphonie im Großen Festspielhaus auf.
krone.at
Bonn
Eröffnung Beethovenfest Bonn: „Alles, mein Teuerster, ist jetzt ultra“
„Alles, mein Teuerster, ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun“, schrieb Goethe 1825 an Zelter. Damit drückte der große Dichter schon vor genau 200 Jahren seine Verblüffung aus ob der Unübersichtlichkeit und Hektik der Epoche, in der er lebte und in der sich so vieles im Wandel befand. Es ist ja ein wenig Mode geworden, dass sich Festivals, wie in diesem Fall das Beethovenfest, ein Motto geben – bisweilen stellen sogar Orchester jedes Programm ihrer Spielzeit unter eines. Solange es eine nachvollziehbare Begründung gibt, einen plausiblen Bezug, habe ich nichts gegen ein Festivalmotto. „Alles ultra“ kann frei interpretiert werden, und das geneigte Publikum wird mitnichten am Konzertgenuss behindert, wenn es das Motto zu ignorieren beschließt. Zur Eröffnung am Freitagabend war das Londoner Aurora Orchestra unter seinem Gründungsdirigenten Nicholas Collon zu Gast, Solistin in Beethovens Violinkonzert war die in Kirgisistan geborene und in Luxemburg lebende Geigerin Alena Baeva.
Von Brian Cooper
Klassik-begeistert.de
Grafenegg
Seelenschmerzen, exzessiv ausgekostet – mit Antonín Dvořák
Die Tschechische Philharmonie gastierte im Wolkenturm Grafenegg. Manche Traditionen verdienen es, dass man sie bewahrt – wie das Gastspiel der Tschechischen Philharmonie im Wolkenturm in Grafenegg. Warum dieses Orchester zurecht zu Rudolf Buchbinders Stammgästen zählt, begründet dieses immer wieder mit seinem charakteristischen Klang. Den spielte es bei seinem Auftritt in einem Programm aus, das ganz seinem Kernrepertoire, nämlich Antonín Dvořák, gewidmet war.
Kurier.at
Russischer Komponist Rodion Schtschedrin verstorben
Der Musiker, der zwischen Tradition und Moderne vermittelte und in seiner Heimat Ikonenstatus genoss, wurde 92 Jahre alt. Der am 16. Dezember 1932 in Moskau geborene Künstler hatte eine Vielzahl von Werken komponiert, darunter auch die Oper „Lolita“. Seine „Carmen-Suite“ – ein musikalischer Liebesbeweis für seine Frau, die 2015 in München gestorbene Primaballerina Maja Plissezkaja – brachte ihm den internationalen Durchbruch.
Kurier.at
Salzburg: Die Schrecken von Diesseits und Jenseits
Jubel für die Wiener Philharmoniker und den genesenen Franz Welser-Möst nach Weinberg und Bruckner.
DiePresse.com
Innsbruck
Vor der Hinrichtung wird geküsst
Tommaso Traettas Oper „Ifigenia in Tauride“ wurde 1763 in Wien uraufgeführt. Jetzt gelingt Nicola Raab und Christophe Rousset bei den Innsbrucker Festwochen Alter Musik eine packende Wiederbelebung.
FrankfurterAllgemeine.net
Eisenstadt
Musiker Julian Rachlin: Das Motto lautet „Ekstase“ (Bezahlartikel)
Musiker Julian Rachlin über sein Festival Herbstgold auf Schloss Esterházy. Darüber, was es mit seinen vielen Berufen auf sich hat und wie sein Jerusalem Orchestra boykottiert wird.
Kurier.at
Berlin
Saisonauftakt der Berliner Philharmoniker: Petrenkos Kampf mit Brahms und Schumann
Die Sommerpause geht ihrem Ende entgegen – bestens daran abzulesen, dass die Berliner Philharmoniker in die neue Saison starten. Das war wieder einmal Chefsache: Am Pult stand Chefdirigent Kirill Petrenko. Solist war der Solo-Oboist des Orchesters, Albrecht Mayer.
BR–Klassik.de
Saisonstart mit Kirill Petrenko
Promi-Parade mit Merkel & Co. an der Philharmonie. Großer Promi-Aufmarsch an der Philharmonie! Zum festlichen Saisonauftakt kamen Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihr Amtsnachfolger Olaf Scholz, Schauspielerin Nina Hoss, Regie-Star Maria Schrader, Theater-Star Ulrich Matthes und viele mehr. Maestro Kirill Petrenko dirigierte Schumann, Zimmermann und Brahms. Das wollte niemand versäumen, denn es war wie stets sensationell gut, und die Klassik hilft auch in schweren Zeiten, wie einige prominente Gäste meinten.
bz-berlin.de
Saisonauftakt der Berliner Philharmoniker: Kirill Petrenko wagt und gewinnt (Bezahlartikel)
Merkel und Scholz im Publikum, Wagnisse auf dem Podium: Kirill Petrenko dirigiert zur Saisoneröffnung Werke von Schumann, Zimmermann und Brahms
Tagesspiegel.de
Hannover
Bodo Busse will Oper in Hannover offener und nahbarer machen
ndr.de
Basel
Hält sich das Publikum an die Gesetze, tappt es in die Falle des Chefs (Bezahlartikel)
«Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» von Bertolt Brecht und Kurt Weill beweist in der Umsetzung durch Theaterintendant Benedikt von Peter seine Relevanz.
bazonline.ch
Feuilleton
Mezzosopranistin Emily D’Angelo „Grounded“, Instinkt und Social Media
Die kanadische Mezzosopranistin Emily D’Angelo gibt einen Einblick in ihre Arbeit: Sie spricht über die Oper „Grounded“, warum sie sich von Social Media überzeugen ließ und in welchen Situationen sie auf ihren Instinkt vertraut.
BR-Klassik.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Salzburg
Estimable Salzburg Festival production and performance of Eötvös’s Three Sisters
seenandheard-international.com
Hamburg
From Elgar to didgeridoo, the Melbourne Symphony play the
Elbphilharmonie
bachtrack.com/de
Luzern
Lucerne’s musical bonanza
Simon Rattle conducts the Swiss festival’s dazzling orchestra in his debut appearance
observer.co.uk
Mirrors and echoes: Pierre Boulez celebrated at the Lucerne Festival
bachtrack.com/de
Oslo
Review: Queen Sonja Singing Competition 2025 – Kathleen O’Mara Wins Singing Competition in Final Concert
operawire.com
Bukarest
Bucharest and beyond: The George Enescu International Festival
classical-music.uk
London
Le nozze di Figaro at the Proms
operatoday.com
It’s a symbol of hope and defiance for Ume Sámi and its speakers’: singer Katarina Barruk on her Proms debut
TheGuardian.com
Dancing with The Dude at the Festival Hall: Bolívars set de Falla and Bernstein on fire
seenandheard-international.com
Grooving with The Dude: the Bolívars make Bernstein and Falla dance
bachtrack.com/de
New York
Peter Gelb, general manager of The Met: ‘An opera house can play a role in making people’s lives better’
The prestigious artistic director reflects on the cultural impact of Trump’s policies and discusses his staunch support for Ukraine
english.elpais.com
Recordings
Atlanta mezzo-soprano Jamie Barton talks about debut recording of Jake Heggie’s ‘Intelligence’
Barton is one of the leads in the opera about two extraordinary Civil War-era women and their efforts to end slavery.
artsatl.org
The five unmissable new classical albums to hear this week – featuring Isabelle Faust, Mahan Esfahani & Manfred Honeck
This week sees the release of new recordings of Mozart’s Requiem, Bach’s The Well-Tempered Clavier and Sonatas for Violin and Continuo, and Schumann’s Piano Quartet, Op 47
gramophone.co.uk
Entertainment
70. Geburtstag
Helge Schneider und die Attacke auf alles, was seriös tut
Porträt. Spaßmacher mit humanistischem Antrieb: Der deutsche Entertainer Helge Schneider wird 70. Es gibt vermutlich wenige Leute, die so sehr an die Kraft der Improvisation glauben wie Helge Schneider. Der vor knapp 70 Jahren im deutschen Ruhrgebiet geborene Entertainer ist Musiker, Autor, Schauspieler, Filmemacher. Die gemeinsame Klammer dieser weitgespannten Tätigkeit ist die Improvisation: Der kreative Prozess besteht bei ihm aus einem unablässigen Probieren und Austesten, aus der Kunst, sich dem Moment hinzugeben. Als Musiker ist er in erster Linie Jazzer, seine bizarren Romane wirken hingefetzt, als Schauspieler improvisiert er ebenso wie in seinen eigenen Filmen, die immer nach liebevollem Stegreiftheater aussehen.
KleineZeitung.at
Sprechtheater
Bestenliste „Theater heute“
„In der Oper gewesen, gekotzt“ – das sind die Bühnenhits des Jahres
DieWelt.de
Rituelles Theater mit „Orestie“ bei Art Carnuntum
Direkt vom antiken Epidauros kommend, gastierte das Griechische Nationaltheater mit dem Großaufgebot eines 24-köpfigen Chores im Amphitheater
DerStandard.at
Austellungen/Kultur
Österreich
Bis zum Höchstgericht: Erbstreit um Bilder aus wertvoller Kunstsammlung
Gehören jene Gemälde und Werke eines verstorbenen Kunstkenners, die sich in der ehelichen Wohnung befanden, automatisch der Witwe? Der außergewöhnliche Fall wanderte durch sämtliche Instanzen. Mit einer spannenden Frage in einer Erbschaftscausa beschäftigte sich der Oberste Gerichtshof. Es geht um einen bekannten österreichischen Kunstkenner und Kunstsammler, der 2017 verstorben ist. Dieser erwarb mit großer Leidenschaft Objekte, nicht nur aus persönlicher Vorliebe, sondern auch, um Gewinne zu lukrieren. Immer wieder verkaufte der Mann Teile seiner Sammlung, auch nutzte er jede Gelegenheit, um die Hunderten Werke einem Publikum zu präsentieren. Sei es in Museen, bei Vernissagen oder in der Eigentumswohnung, in der er mit seiner Ehefrau lebte.
krone.at
Medien
Medien-Debakel
Puls24 gibt auf und stellt Online-News ein
oe24 gewinnt das Match der News-Plattformen. Puls24-Management macht Medienpolitik für die Kündigungswelle verantwortlich. Normalerweise ist es ein Grund zur Freude, wenn ein Medien-Unternehmen das Match um die Leser und Seher gegen einen direkten Mitbewerber so deutlich gewinnt, dass die Konkurrenz aufgeben muss. Im aktuellen Fall hat das „Aus“ aber auch einen bitteren Beigeschmack, weil es eine Bankrott-Erklärung für die Medienpolitik der Bundesregierung ist: In dieser Woche hat PULS24 sein gesamtes Online-News-Angebot eingestellt und die Online-News-Redaktion entlassen. Ein Paukenschlag.
oe24.at
Politik
So patzte US-Gesandter
Friedenshoffnung wegen stümperhafter Diplomatie
Kurz gab es die Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe. Putin sei zu Zugeständnissen samt Gebietstausch bereit – schmerzhaft für die Ukraine, aber möglicherweise ein gangbarer Weg Richtung Frieden. Es stellt sich heraus: Die Hoffnung gründete auf Missverständnissen und dem diplomatischen Unvermögen des US-Sondergesandten Steve Witkoff.
krone.at
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 31. AUGUST 2025)
INFOS DES TAGES (SONNTAG, 31. AUGUST 2025)
Quelle: onlinemerker.com
Anna mit Peitsche im Fantasy Land
Meine Lieblingsformulierung über Regietheater stammt von dem deutschen Kritiker Gerhard Stadelmaier, der einmal formuliert hat, „was einem Regisseur halt so durch die Birne rauscht“. Beispiele dafür haben wir mittlerweile zu Hunderten erlebt – da kommt einer Dame oder einem Herren irgendeinen Einfall, und weil niemand fragt: Warum? Was soll’s? Was bringt’s?, denn die Intendanten sind ja genau so vernagelt, dürfen sie machen, was sie wollen.
Nun ist Stefano Poda (den man in Österreich eher in Graz und Klagenfurt kennt) etwas eingefallen: Warum soll „Nabucco“ nicht in der Welt des Kinos spielen? Als Sci-Fi-Oper im Weltraum? Das kann man einem Publikum von heute mühelos verkaufen, jeder geht mal ins Kino und ist in Star Wars oder Star Treck oder andere Abenteuer dieser Art geraten. Optisch zweifellos für ein Publikum von heute. Und wie man bei der Übertragung aus Verona (danke 3sat) sehen konnte, war die Zuschauer in der Arena höchst angetan. Mancher wird vielleicht gedacht haben, er sei in eine Show geraten, wie Madonna sie früher gemacht hat, aber dafür wären die Eintrittspreise womöglich noch höher gewesen…
© Fondazione Arena di Verona
Nun ist von „Nabucco“, wenn man sich auf die Handlung kaprizieren wollte, natürlich kein Quentchen übrig geblieben. Aber schließlich gibt es einen Bösewicht-Herrscher und eine noch bösewichtigere strenge Herrin mit Peitsche, und das sind Figuren, wie man sie kennt. Freilich, wer ist wer bei dem herumwieselnden Volk, das lässt sich schon schwerer ausmachen.
Aber Ehre, wem Ehre gebührt- Stefano Poda hat sein „Gesamtkunstwerk“ beeindruckt hin bekommen. Der gute Mann ist ja alles in einer Person, hat neben der Regie noch für Ausstattung und Choreographie und auch noch das Lichtdesign gesorgt und seine eigene Welt kreiert, die dann, wenn man sie annimmt (Motto: Es müssen ja nicht immer die Babylonier und die Juden sein), zumindest optisch völlig überzeugt. Auch dass die Massen einfach choreographisches Bewegungstheater bieten, das sich erstaunlich in die Musik fügt, muss man anerkennen.
Und die Fantasy-Phantasie des Regisseurs ist auch nicht von schlechten Eltern, zumal er mit Licht- und sonstigen Effekten nicht spart. Und wo wäre das grundsätzlich legitimer als in dieser riesigen Arena, die jeder Opernfreund in sein Herz geschlossen hat?
Es gibt in Verona stets viele Besetzungen der Rollen, aber berühmter als Anna Netrebko war keine der Damen, die die Abigail übernommen haben. Die ist nun neben der Odabella im „Attila“ die halsbrecherischste Rolle, die Verdi je geschaffen hat – und damit genau das, worauf Anna Netrebko nun, in der derzeitigen hochdramatischen Phase ihrer Karriere, Lust hat. Sie schmettert sich auch bemerkenswert durch die Partie, genießt aber offenbar auch das Kostüm (für das sie vermutlich ein paar Kilo geopfert hat, so eng und elegant sitzt es ihr am Körper), die Peitsche, die sie schwingt, die Fiesheit, die sie verkörpert. Eine Diva, die den Rahmen, in dem sie sich bewegt, offenbar rechtfertig. Die Domina von einem anderen Stern. Die Musik ist Verdis „Nabucco“. Und sonst gibt es eben ununterbrochen viel zu schauen.
Okay, wenn das, was einem Regisseur durch die Birne rauscht, am Ende in sich so stimmt – so sei es. Und wer sich fragt, wo Nabucco geblieben ist – der kommt demnächst wieder. Vielleicht. Heutzutage würde man nicht darauf schwören.
Renate Wagner
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Opernhaus Zürich: Wir sind zurück!
Der Sommer hat Sie hoffentlich wieder einmal mit diesem besonderen Cocktail aus endlosen Tagen, flirrenden Nächten und bittersüsser Nostalgie verwöhnt – und doch fehlte etwas: Das Pulsieren des Hauses am Sechseläutenplatz. Umso schöner, dass wir zurück sind aus der Pause! Und dieser Neustart hat es in sich: mit neuem Auftritt, neuen Formaten, neuen Gesichtern – und mit voller Vorfreude auf die erste Spielzeit von Matthias Schulz am Opernhaus Zürich.
Wir freuen uns auf unzählige Überraschungen, andere Perspektiven und bewährte Highlights – gemeinsam mit Ihnen.
Auf eine wirklich ganz neue Saison!
Ihr Opernhaus-Team
Eröffnungswochenende
Die neue Spielzeit unter neuer künstlerischer Leitung eröffnet mit einem Wochenende, das man so schnell nicht vergisst: vom 19. bis 21. September. Der Bogen reicht von einem Liederabend mit Elīna Garanča über «24h Opernhaus» – ein grosses Fest, bei dem unser Haus eine ganze Nacht und einen ganzen Tag lang seine Türen öffnet – bis hin zur ersten grossen Premiere: Strauss’ «Rosenkavalier». Und als wäre das nicht genug, setzt auch die erste Uraufführung «Wie du warst! Wie du bist!» der neuen Labor-Produktionen im Bernhard Theater gleich ein starkes Zeichen zum Auftakt dieser Saison.
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Wiener Volksopernfreunde: Soiree am 12. September 2025
Wir hoffen, Sie hatten einen wunderschönen und kulturell ereignisreichen Sommer! Die neue Spielsaison an der Volksoper Wien naht und verspricht spannende Stunden im Haus am Währinger Gürtel… und natürlich auch bei den „Wiener Volksopernfreunden“!
Wir freuen uns, Sie zu unserer ersten Soirée in der neuen Saison herzlich einzuladen:
Freitag, 12.9.2025 im Gasthaus „Lechner“ (Wilhelm-Exner-Gasse 28, 1090 Wien), Beginn: ab 16:30 Uhr!
Wir begrüßen diesmal KS Morten Frank Larsen, der heuer sein 25-jähriges Jubiläum als Ensemblemitglied der Volksoper feiert!
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen interssanten, fröhlichen und informativen Nachmittag!
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Wiener Staatsoper: Verkaufsstart für die Vorstellungen im November 2025
VERKAUFSSTART NOVEMBER-VORSTELLUNGEN
Am Montag, den 1. September um 10 Uhr startet der Verkauf für alle Vorstellungen im November 2025. Sie können die Karten → online, aber auch in all unseren → Verkaufsstellen erwerben.
Der November steht im Zeichen einiger Wiederaufnahmen:
Zunächst gibt es ein Wiedersehen mit Donizettis → Lucia di Lammermoor, danach kehrt Roland Petits Ballett → Die Fledermaus zurück. Ebenfalls wiederaufgenommen werden Francis Poulencs → Dialogues des Carmélites und am Ende des Monats die Peter Stein Inszenierung von Leoš Janáčeks → Věc Makropulos.
Adela Zaharia © Klaudia Taday
Gaetano Donizetti
LUCIA DI LAMMERMOOR
Donizettis Lucia di Lammermoor gehört mit ihrem melodischen Reichtum und der ungemein feinen und vielschichtigen musikpsychologischen Zeichnung der Handelnden unbestritten zu den Schlüsselwerken der italienischen romantischen Oper. Genauso unbestritten gehört die Titelpartie mit zum Schwersten, das von Sängerinnen vokal und schauspielerisch abverlangt werden kann. Allein Lucias Wahnsinnsarie hat, was die Herausforderungen betrifft, Musikgeschichte geschrieben.
Erstmals an der Wiener Staatsoper wird die rumänische Sopranistin Adela Zaharia die Rolle verkörpern (kurz vorher wird sie hier mit der Donna Anna in Mozarts Don Giovanni debütieren). Sie gewann 2017 den wohl wichtigsten Gesangswettbewerb der Welt, Plácido Domingos Operalia, und startete kurz darauf eine steile Karriere, die sie von der New Yorker Met, über das Londoner Royal Opera House, die Pariser Opéra, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona und die Nationaloper Amsterdam bis hin zu allen wichtigen amerikanischen und deutschen Opernhäusern führt. In ihrem breiten Repertoire nimmt die Lucia natürlich einen besonderen Platz ein – die Aufführungen an der Staatsoper sind daher ein Muss für alle Operninteressierte!
Termine → Lucia di Lammermoor
16. / 19. / 22. & 25. November 2025
Tickets & Informationen »lucia di lammermoor«
Roland Petit
Ballett: Die Fledermaus
Zum Strauss-Jahr 2025 zurück auf die Bühne: In Roland Petits Ballett Die Fledermaus, frei nach der gleichnamigen Operette, trifft Humor auf Eleganz, Ballett auf Pantomime und Slapstick, Walzertanz auf den Cancan… Ein wahres Tanzspektakel zu bekannten und beliebten Melodien von Johann Strauss (Sohn).
Termine Ballett → Die Fledermaus
18. / 21. / 24. / 27. & 28. November 2025
8. (Vormittag & Abend) & 13. Dezember 2025 (ab 1. Oktober im Verkauf)
tickets & informationen »die fledermaus« (Ballett)
Francis Poulenc
DIALOGUES DES CARMÉLITES
Immer wieder wird das Publikum auch von Werken abseits der Kernrepertoires überrascht und begeistert: So beispielsweise von Francis Poulencs Dialogues des Carmélites. 2023 kehrte diese Rarität nach vielen Jahren Absenz in einer Neuinszenierung wieder in den Spielplan der Staatsoper zurück und wurde prompt euphorisch gefeiert. Nicht zuletzt der musikalisch wie dramaturgisch packende, effektvolle Showdown am Schafott gehört zu den ganz großen Momenten in der Geschichte des Musiktheaters. Basierend auf historischen Ereignissen während der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution, erzählt die Oper das Schicksal der von unerklärlichen Ängsten getriebenen jungen Ordensschwester Blanche, die am Ende, genau diese Ängste überwindend, bereit ist, gemeinsam mit ihren Mitschwestern den Märtyrertod zu erleiden. Geleitet wird die Aufführungsserie vom jungen britischen Dirigenten und Hausdebütanten Robin Ticciati, der mittlerweile an den wichtigsten internationalen Bühnen reüssieren konnte. Die Besetzung weist zum Teil Sängerinnen und Sänger der erfolgreichen Premierenserie auf, aber auch eine Reihe an Rollen- und Hausdebüts: So wird Olga Kulchynska erstmals die zentrale Partie der Blanche verkörpern (sie ist dem Staatsopernpublikum als Micaëla in guter Erinnerung), Bogdan Volkov den Chevalier und die weltweit gefragte französische Mezzosopranistin Sylvie Brunet-Grupposo als Madame de Croissy debütieren.
Termine → Dialogues des Carmélites
20. / 23. / 26. & 29. November 2025
Tickets & Informationen »dialogues des carmélites«
Leos Janáček
VĚC MAKROPULOS
Endlich ist sie wieder da: Marlis Petersen, die prägend charismatische, darstellerisch wie gesanglich überragende Interpretin, kehrt nach Rollen wie der Rosenkavalier-Marschallin, Lulu oder Medea wieder ans Haus zurück. Diesmal gestaltet sie in Leoš Janáčeks Věc Makropulos die faszinierende Figur der Emilia Marty: die 337 Jahre alte Tochter eines Wunderarztes, die sich durch ein geheimes Elixier ewige Jugend zu bewahren weiß. Im Laufe der Handlung muss Emilia jedoch erkennen, dass ein endloses diesseitiges Leben nur Einsamkeit bringt… Der Komponist Leoš Janáček, um die Entstehungszeit etwa 70 Jahre alt und sehnsüchtig in seine deutlich jüngere Muse Kamila Stösslová verliebt, schuf mit Věc Makropulos ein Werk, das sich intensiv mit dem Tod, dem Sterben und der Frage nach der Sinnhaftigkeit eines unendlichen diesseitigen Lebens auseinandersetzt: Er selbst hatte zu diesem Thema eine klare Meinung, wie er in einem Brief an seine Muse formulierte: »Wir sind deshalb glücklich, weil wir wissen, dass unser Leben nicht zu lange währt. Deshalb ist jeder Augenblick zu nutzen, gehörig auszuleben.« Die Staatsopern-Erstaufführung des 1926 uraufgeführten Werks fand erst 2015 statt, es inszenierte Peter Stein. Nun kommt es zur hochkarätig besetzten Wiederaufnahme, die von Tomáš Hanus musikalisch geleitet wird. Zu erleben sind unter anderem neben Marlis Petersen auch noch Pavel Černoch und KS Bo Skovhus.
Termine → Věc Makropulos
30. November 2025
3. & 6. Dezember 2025 (ab 1. Oktober im Verkauf)
tickets & informationen »věc makropulos«
Claude Debussy
PELLÉAS ET MÉLISANDE
Die ersten beiden Vorstellungen dieser Wiederaufnahme finden bereits im Oktober statt und sind so gut wie ausverkauft. Zwei Mal aber ist Claude Debussys einzige vollendet Oper nochmals im November zu sehen: Eine geheimnisvolle Welt voller Symbole, Botschaften und ahnungsvoller Zusammenhänge. Eine besondere Bedeutung kommt dem Wasser, als unergründlicher Lebensspender zu, aus der die mysteriöse Mélisande zu kommen scheint, um einer in toxischen Verhältnissen verstrickten und zugrunde gehenden Familie das Wesen des Lebens nahezubringen. Debussys eher expressionistische als impressionistische, farbenintensive Klangsprache macht die vielen Dimensionen, die tieferliegenden Bedeutungen hinter der vordergründig scheinenden Dreiecksgeschichte auf einzigartige Weise hörbar und erfahrbar. Zu sehen sind Meister-Interpreten der Zwischentöne wie KS Simon Keenlyside (Golaud), Rolando Villazón (Pelléas) und Kate Lindsey (Mélisande). Eine selten gespielte Kostbarkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
Termine → Pelléas et Mélisande
27. & 30. Oktober 2025
2. & 5. November 2025
tickets & informationen »pelléas et mélisande«
Alexei Ratmansky
Ballett: Kallirhoe
Am 19. Oktober findet die erste Ballettpremiere unter der Leitung der designierten Ballett-Direktorin Alessandra Ferri statt – im November gibt es noch einmal Gelegenheit, eine Vorstellung zu besuchen. Die Geschichte der außergewöhnlich schönen Kallirhoe und ihres Chaereas, auf deren glückliche Hochzeit allerlei Prüfungen und Abenteuer folgen, bevor sie am Ende wieder vereint sind und ihre Liebe in Freiheit leben können, steht im Mittelpunkt von Alexei Ratmanskys Handlungsballett. Ratmansky zählt zu den wichtigsten Tanzkünstlern der Gegenwart und hat mit Kallirhoe ein Werk geschaffen, das – zur eindringlich kraftvollen als auch poetischen Musik von Aram Chatschaturjan – ein choreografisches Portrait einer antiken Welt zeigt. Basierend auf einem der ältesten Liebesromane der Welt verspricht die Europäische Erstaufführung von Kallirhoe nicht nur großartigen Tanz, sondern auch episches Drama voller Leidenschaft, Verrat und Hoffnung.
Termine → Kallirhoe
19. / 22. / 26. / 28. & 31. Oktober 2025
10. November 2025
4. / 5. / 7. & 12. Jänner 2026 (ab 1. Dezember im Verkauf)
Tickets & Informationen »kallirhoe«
WAS IST SONST NOCH ZU ERLEBEN?
In Frank Castorfs → Faust-Inszenierung gestaltet John Osborn, der an der Wiener Staatsoper zuletzt den Hoffmann sang, die Titelpartie, Olga Kulchynska singt erstmals im Haus am Ring die Marguerite und Alex Esposito gibt seinen ersten Staatsopern-Méphistophélès. Es dirigiert Frédéric Chaslin. Barrie Koskys Neuinszenierung von → Don Giovanni aus dem Jahr 2021 kehrt mit einem sehr spannenden Hausdebüt zurück: Adela Zaharia, später im Monat als Lucia zu sehen, wird im Haus am Ring erstmals als Donna Anna zu sehen sein. Freuen darf man sich wieder einmal auf Giuseppe Verdis → Falstaff: In seinem feinen, humorvollen und klugen Alterswerk hat er seine gesamte Lebenserfahrung auf einzigartige Weise komprimiert. Publikumsliebling Ambrogio Maestri ist Falstaff, eine Rolle wie für ihn maßgeschneidert!
Termine → Faust
6. / 9. / 12. & 15. November 2025
Termine → Don Giovanni
29. Oktober 2025
1. / 4. & 7. November 2025
Termine → Falstaff
8. / 11. / 14. & 17. November 2025
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Ballett: Das Hessische Staatsballett bringt ein Frühwerk Sharon Eyals ins Große Haus
Im Juni wurde das Hessische Staatsballett in der Kritiker*innenumfrage des Fachportals Tanznetz auf Platz 2 der Spitzen-Ensembles im deutschsprachigen Raum gewählt. Am Samstag, den 6. September um 19:30 Uhr eröffnet die Kompanie ihre Spielzeit im Großen Haus mit dem Werk einer der wichtigsten zeitgenössischen Choreograf*innen der Gegenwart: Sharon Eyal.
Mit „Corps de Walk“ präsentiert das Hessische Staatsballett ein Frühwerk der weltweit gefeierten Star-Choreografin. Es entstand 2011 als Auftragswerk für die norwegische Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz, Carte Blanche, deren künstlerischer Leiter Ballettdirektor Bruno Heynderickx zu dieser Zeit war. Heynderickx hatte das Stück bei der damals noch nahezu unbekannten Choreografin in Auftrag gegeben: „Ich habe schnell erkannt, dass die Arbeiten dieser Choreografin sehr besonders sind. ‚Gehen ist das neue Tanzen‘, sagte Sharon damals zu mir“, erinnert sich Heynderickx. „Für mich ist „Corps de Walk“ der Anfang von einem Trend. Mit diesem Stück hat Sharon Eyal einen Stilwechsel vollzogen – viel der für sie charakteristischen Kreationsweise ist hier bereits zu erkennen.“ Zeitgleich mit der Entwicklung der Choreografie entstand in Zusammenarbeit mit Technokünstler Gai Behar und DJ Ori Lichtik im Tanzstudio die Musik zum Stück. Inspiriert von den großen Gruppenszenen des klassischen Balletts, zu dem Sharon Eyal eine starke Affinität hat, setzt sie diesen eine zeitgenössische Vision entgegen: In androgynen Cyborg-ähnlichen Outfits bewegen sich die Tänzer*innen zu elektronischen Beats kollektiv durch den Raum. „Für mich ist das Stück auch eine Reflexion über unsere Gesellschaft“, sagt Bruno Heynderickx. „Wir sind gefügt in ein System. In der Choreografie gibt es immer wieder Tänzer, die ausbrechenvaus der Formation. Im ersten Musikstück gibt es eine Zeile „I know sometimes the world is wrong“ – ein Zitat, das nicht besser in unsere Gegenwart passen könnte.“
Sharon Eyal (Choreografie)
Seit 2005 arbeitet Sharon Eyal mit Gai Behar zusammen. Gemeinsam gründeten sie 2013 das Ensemble S-E-D (vormals L-E-V), mit dem sie für die renommiertesten Bühnen und Festivals weltweit kooperieren, wie The Joyce Theatre in New York City, Jacob’s Pillow in Massachusetts, Sadler’s Wells in London, das Montpellier Danse Festival in Frankreich sowie Julidans in Amsterdam.
Darüber hinaus hat sie Werke für führende Kompanien weltweit geschaffen, darunter „Jakie“ und „Into the Hairy“ mit S-E-D für das Nederlands Dans Theater, „2 Chapters Love“ für das Staatsballett Berlin sowie „ima“ und „SAABA“ für die GöteborgsOperans Danskompani. Für ihre choreografische Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, so etwa mit dem FEDORA – Van Cleef & Arpels Prize for Ballet 2017 oder dem deutschen Theaterpreis DER FAUST 2018. Im Jahr 2023 erhielt sie in Frankreich den Titel „Officières de l’ordre des arts et des lettres“.