Symphoniekonzert IV | 27. Januar 2026 | Philharmonie Berlin, Dani Juris, Nikola Hillebrand, Christian Thielemann, Samuel Hasselhorn © Stephan Rabold
Christian Thielemann am Pult formte die einzelnen Abschnitte des Werkes ganz individuell, baute Spannungsbögen auf, und arbeitete klug Höhepunkte, wie „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ mit enormen Steigerungen heraus, um dann auch wieder zu sanfteren Tempi und Lautstärken zurückzukehren.
Johannes Brahms Ein deutsches Requiem
Nikola Hillebrand Sopran
Samuel Hasselhorn Bariton
Christian Thielemann Dirigent
Dani Juris Einstudierung Chor
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
Philharmonie Berlin, 27. Januar 2026
von Peter Sommeregger
Das Requiem von Johannes Brahms zählt seit seiner Uraufführung 1869 zu den am häufigsten in Konzertsälen aufgeführten Totenmessen. Es ist wohl nicht allein die musikalische Qualität der Komposition, die dem Werk zu großer Popularität verholfen hat. Ausgewählte Bibeltexte in deutscher Sprache zu singen, war eine neue Idee, sie ersetzte die Hemmschwelle des Lateinischen und sprach damit auch einfache Menschen direkt an.
Christian Thielemann hat sich als Dirigent von Brahms’ Werken längst einen Namen gemacht, auch sein Requiem hat er immer wieder aufgeführt. Im Rahmen des 4. Symphoniekonzertes der Berliner Staatskapelle, der Thielemann seit der letzten Spielzeit als GMD vorsteht, erklang das Werk zweimal, rezensiert wird hier die zweite Aufführung in der Berliner Philharmonie.

© Stephan Rabold
Der wichtigste Bestandteil der Ausführenden muss der Chor sein, der von Dani Juris einstudierte Staatsopernchor wurde seiner umfangreichen Aufgabe hervorragend gerecht, die Ausgewogenheit und Präzision der Stimmen begeisterte und wurde dem hohen gesetzten Maßstab absolut gerecht.

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Auf höchstem Niveau bewegten sich auch die Soli der Sopranistin Nikola Hillebrand, die in ihrem Vortrag Zartheit und Nachdruck wunderbar verschmelzen konnte. Samuel Hasselhorns geschmeidiger Bariton, in Berlin gerade in Staatsoper und Konzertsaal mehrfach zu bewundern, verbindet Klangschönheit mit Wucht und perfekter Wortdeutlichkeit.

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Vokal waren die Voraussetzungen für eine Aufführung optimal, aber auch die Staatskapelle Berlin stand nicht hinter den Leistungen von Chor und Solisten zurück. Christian Thielemann am Pult formte die einzelnen Abschnitte des Werkes ganz individuell, baute Spannungsbögen auf, und arbeitete klug Höhepunkte, wie „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ mit enormen Steigerungen heraus, um dann auch wieder zu sanfteren Tempi und Lautstärken zurückzukehren.
Es dauerte eine ganze Weile, ehe sich die Spannung der Aufführung in begeistertem Applaus entlud.
Peter Sommeregger, 29. Januar 2025, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
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