Yulianna Avdeeva © Sammy Hart, Wr. Konzerthaus
Piano, rief meine Klavierlehrerin, piano heißt nicht einfach leise!
Und forte, fügte sie hinzu, forte heißt nicht einfach laut!
Spiel zart, spiel sacht, spiel ätherisch.
Spiel kraftvoll, spiel zupackend, spiel geerdet.
Hör Dir zu. Hör auf zu zappeln.
Was Du spielst, muss man hören, nicht sehen. Jede Bewegung, die nicht ins Klavier geht, ist überflüssig.
Eine perfektere Darbietung als die von Yulianna Avdeevas so filigranem wie ausdrucksstarkem Spiel wäre gemessen an diesen ewigen Grundsätzen schlicht nicht vorstellbar. Ein großer Klaviergesang-Abend begeistert das Publikum.
Yulianna Avdeeva Klavier
Werke von Frédéric Chopin und Wladyslaw Szpilman
Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin, 17. Juni 2026
von Sandra Grohmann
Worauf ich mich bei jedem Konzert von Yulianna Avdeeva am meisten freue, ist ihr Pianissimo. Und natürlich ihr Legato. Legato, sagte meine Klavierlehrerin, kann man auf dem Klavier eigentlich nicht spielen. Man kann nur so tun als ob. Auf jedem Streichinstrument funktioniert ein echtes Legato, natürlich. Aber auf dem Klavier brauchst du immer einen neuen Anschlag, da geht das nicht.