Die FREITAG–PRESSE – 11. OKTOBER 2019

Foto: Jonas Kaufmann, © Gregor Hohenberg Sony Classical
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Die FREITAG–PRESSE – 11. OKTOBER 2019

Star-Tenor macht Pause Jonas Kaufmann stellt während Auszeit neues Album vor
Kurier

Wien/ Staatsoper
Martha Jungwirth: Ein zorniges Historienpferd am Opernvorhang Bezahlartikel
Am Donnerstag wurde ihr Motiv für den eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper enthüllt – es ist ein trojanisches Pferd. Im Mumok ist die Malerin bei der Ausstellung über ihren verstorbenen Mann, Alfred Schmeller, vertreten.
Die Presse
„Wundes Schlachtfeldpferd“: Jungwirths Staatsopern-Eiserner
Salzburger Nachrichten

Coburg
Auch ein goldenes Hirn kann innen hohl sein: Das Rheingold am Landestheater Coburg
bachtrack

Stockholm
Royal Swedish Opera 2019-20 Review: Der Ferne Klang
https://operawire.com/royal-swedish-opera-2019-20-review-der-ferne-klang/

Palermo
Winter Journey (Teatro Massimo, Palermo)
Ludovico Einaudi’s hypnotic, African-infused score and Colm Tóibín’s poetic libretto unite in a triumphant, topical new opera.
https://www.limelightmagazine.com.au/reviews/winter-journey-teatro „Die FREITAG–PRESSE – 11. OKTOBER 2019“ weiterlesen

Mimis ewig kalte Hände: Die Mutlosigkeit der Klassik-Szene

Unverbrauchte Stücke würden auch den Regisseuren neue Entfaltungsmöglichkeiten und Ansätze bieten. Wären diese zunehmend destruktiv auftretenden Theatermacher vom Zwang der permanenten Neudeutung nur allzu bekannter Werke befreit, könnte sich vielleicht eine Musiktheater-Ästhetik jenseits mutwilliger Stückzertrümmerung und abstruser Umdeutungen entwickeln.  Das Publikum könnte wieder  Neugier auf Unbekanntes bekommen – und es hat noch keinem Museum geschadet, wenn es einmal durchgelüftet wird!

von Peter Sommeregger, Berlin

Dass die Oper zumindest in Teilen eine museale Kunstform ist, kann niemand leugnen. Die Zahl neuer Werke für das Musiktheater ist überschaubar, dass Intendanten zumeist einen Bogen um Uraufführungen machen, darf nicht verwundern. Außer hohen Kosten und begrenzter Aufmerksamkeit ist dabei nichts zu gewinnen. Ein Überraschungserfolg wie „Oceane“ von Detlef Glanert an der Deutschen Oper Berlin in der letzten Spielzeit stellt letztlich eine Ausnahme dar, und noch ist nicht gesichert, dass dieses Werk jemals ins Repertoire wachsen wird.

Seit dem Zweiten Weltkrieg sind es im Wesentlichen nur zwei Opern, die sich dauerhaft auf Internationalen Spielplänen halten konnten: Strawinskys „Rake’s Progress“ und B.A. Zimmermanns „Soldaten“. Eine wahrhaft magere Ausbeute für ein Dreiviertel-Jahrhundert!

Wer kann es den Intendanzen und ihren Dramaturgen verdenken, wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen, und wiederum Mimis Muff, Carmens Kastagnetten und Violettas Schwindsucht hervor holen.  Ein Opernhaus ist ein wirtschaftliches Unternehmen und muss trotz aller Subventionen auch noch ein respektables Einspielergebnis vorweisen können. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind aber Fantasie und kreative Ansätze. Musikbibliotheken und Archive sind voll von Partituren selten oder nie gespielter Werke aller Epochen.

Warum gelingt es der Szene der alten Musik, speziell der Barockoper, regelmäßig, seit Ewigkeiten nicht mehr Gespieltes erfolgreich wieder zu beleben? Ein Komponist wie Leonardo Vinci war völlig vergessen, seit der Ausgrabung seines brillanten „Artaserse“ kann das Publikum nicht genug von ihm bekommen. Eine Schwemme von zum Teil grandiosen Counter-Tenören bietet diesen Wiederbelebungen auch das erforderliche Personal, während in der konventionellen Opernszene die Standards des Gesanges nie geahnte Tiefpunkte erreichen, und die wenigen Stars bis zur Erschöpfung von einer Traviata oder einem Otello zum nächsten hetzen.

Die Barock-bzw. Counter-Szene scheint ein kreativer, innovativer Raum zu sein, in dem sich Spezialisten gefunden haben und mit Geduld Künstler und neue Aufführungsformen entwickeln. Franco Fagioli, der absolute Star der Countertenöre, ist seit seinen Anfängen einen langen, weiten Weg gegangen, der ihm aber ein gesundes Fundament für seine Weltkarriere verschafft hat.

Ein wenig Risikobereitschaft möchte man den Herren und Damen Intendanten schon empfehlen. Verdi, Puccini, Strauss haben noch mehr Werke als Aida, Boheme und Rosenkavalier geschrieben, Meyerbeer, Halevy füllten große Häuser mit Opern, die heute niemand mehr kennt. Von Wagners insgesamt dreizehn Opern werden zehn fast zu Tode gespielt, die frühen drei kennt kaum einer. Diese Liste ließe sich beliebig ausdehnen. Ist eine Ausgrabung gelungen, stürzen sich  aber sofort viele Häuser auf das Werk und beweisen damit erneut einen Mangel an Kreativität. Korngolds „Tote Stadt“, nach einem Welterfolg  der Uraufführung später von den Nazis verbannt, wird augenblicklich wieder landauf, landab gespielt. Das Werk verdient es durchaus, aber es gäbe noch sehr viel mehr von Korngold und anderen zu entdecken.

Unverbrauchte Stücke würden auch den Regisseuren neue Entfaltungsmöglichkeiten und Ansätze bieten. Wären diese zunehmend destruktiv auftretenden Theatermacher vom Zwang der permanenten Neudeutung nur allzu bekannter Werke befreit, könnte sich vielleicht eine Musiktheater-Ästhetik jenseits mutwilliger Stückzertrümmerung und abstruser Umdeutungen entwickeln.  Das Publikum könnte wieder  Neugier auf Unbekanntes bekommen – und es hat noch keinem Museum geschadet, wenn es einmal durchgelüftet wird!

Peter Sommeregger, Berlin, 9. Oktober 2019, für
klassikbegeistert.de und klassik-begeistert.at

Ladas Klassikwelt (c) erscheint jeden Montag.
Sommereggers Klassikwelt (c) erscheint jeden Mittwoch.
Lieses Klassikwelt (c) erscheint jeden Freitag.
Ritterbands Klassikwelt (c) erscheint jeden zweiten Sonntag.
Posers Klassikwelt (c) erscheint jeden zweiten Sonntag

Der gebürtige Wiener Peter Sommeregger (Jahrgang 1946) besuchte das Humanistische Gymnasium. Er wuchs im 9. Gemeindebezirk auf, ganz in der Nähe von Franz Schuberts Geburtshaus. Schon vor der Einschulung verzauberte ihn an der Wiener Staatsoper Mozarts „Zauberflöte“ und Webers „Freischütz“ – die Oper wurde die Liebe seines Lebens. Mit 19 Jahren zog der gelernte Buchhändler nach München, auch dort wieder Oper, Konzert und wieder Oper. Peter kennt alle wichtigen Spielstätten wie die in Paris, Barcelona, Madrid, Verona, Wien und die New Yorker Met. Er hat alles singen und dirigieren gehört, was Rang und Namen hatte und hat – von Maria Callas und Herbert von Karajan bis zu Ricardo Muti und Anna Netrebko. Seit 25 Jahren lebt Peter in Berlin-Weißensee – in der Hauptstadt gibt es ja gleich drei Opernhäuser, die er auch kritisch rezensiert: u.a. für das Magazin ORPHEUS – Oper und mehr. Buchveröffentlichungen: „‘Wir Künstler sind andere Naturen.‘ Das Leben der Sächsischen Hofopernsängerin Margarethe Siems“ und „Die drei Leben der Jetty Treffz – der ersten Frau des Walzerkönigs“. Peter ist seit 2018 Autor bei klassik-begeistert.de .

Eine lohnende Entdeckung: Die polnische Nationaloper „Halka“ konzertant in der Philharmonie Berlin

Foto: © Heribert Schindler

Philharmonie Berlin, 1. Oktober 2019

Stanislaw Moniuszko, Halka – Konzertante Aufführung

von Peter Sommeregger

Polen feiert in diesem Jahr den 200. Geburtstag seines nach Frédéric Chopin berühmtesten Komponisten, Stanislaw Moniuszko. Um dessen in Westeuropa weitgehend unbekanntes Werk vorzustellen und zu seinen Ehren schickt das Polnische Kulturinstitut eine Neuproduktion der Posener Oper von Moniuszkos bekanntester Oper „Halka“ in konzertanter Form auf Tournee. „Stanislaw Moniuszko, Halka,
Philharmonie Berlin, 1. Oktober 2019“
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„Rusalka“ als glanzvolles Finale des Musikfestes Berlin – Startenor Klaus Florian Vogt bleibt erneut unter seinen Möglichkeiten

Enttäuscht ist unser Berliner Autor vom Star-Tenor Klaus Florian Vogt, der noch bei den Bayreuther Festspielen als Lohengrin und Walther von Stolzing in den „Meistersingern von Nürnberg“ herausragend schön gesungen hatte und einhellig positive Kritiken bekam. Peter Sommereggers Urteil: „Vogts monochrome, fast timbrelose Stimme bleibt aber der Partie doch einiges schuldig. Da er fast ausschließlich mit der Kopfstimme singt, verstärkt sich der Eindruck des flachen, nasalen Tones noch. Zwar gelingen ihm ein paar kräftige Spitzentöne, die aber reichlich forciert und scharf klingen. Da ist kein Schmelz, keine Erdung, die Stimme zerfällt zunehmend in mehrere Segmente, die schlecht oder gar nicht miteinander verbunden sind.“

Philharmonie Berlin, 19.September 2019
Antonín Dvorák, Rusalka (konzertante Aufführung)
Foto: Klaus Florian Vogt, © Uwe Arens, Sony Classical

Sally Matthews  Rusalka
Klaus Florian Vogt Prinz
Alexander Roslavets  Wassermann
Patricia Bardon  Jezibaba
Zoya Tsererina  Fremde Fürstin
Noluvuyiso Mpofu, Anna Pennis, Alyona Abramova  3 Elfen
Rundfunkchor Berlin
Michael Alber  Choreinstudierung
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Robin Ticciati  Dirigent

von Peter Sommeregger

In seiner spätromantischen Oper Rusalka greift Dvorák auf den schon oft behandelten Melusinen-Stoff zurück. Eine Nixe will zu einer menschlichen Gestalt werden, scheitert aber dann in und an der Menschenwelt.

Dvorák bietet für seine erfolgreichste Oper große Orchesterbesetzung, einen Chor und eine Reihe von Solisten auf, deren Rollen äußerst dankbar sind, aber auch große und technisch gut gebildete Stimmen verlangen.

Philharmonie Berlin,
© Schirmer

An diesem Abend stand kein einziger Muttersprachler auf dem Podium der Philharmonie. Selbst als dieser Sprache nicht Mächtiger hat man Zweifel, ob denn der phonetisch auswendig gelernte Text idiomatisch wirklich sauber gesungen wurde. Wichtiger aber ist das Begreifen und Nachschöpfen von Dvoráks schwerblütiger, dunkel leuchtender Klangwelt. Die war schon beim Dirigenten Robin Ticciati und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin bestens aufgehoben. Man konnte förmlich in dieser Fülle des Wohllautes baden und genießen.

Rusalka ist eine nicht leicht zu besetzende Partie. Einerseits soll das Lyrische der Musik deutlich gemacht werden, zum anderen aber schwingt sich die Rolle auch in dramatische Ausbrüche und Höhen auf. In Sally Matthews hatte man eine schlechthin perfekte Interpretin gefunden. Ihr warmer, runder Sopran trifft genau den spezifisch slawischen Ton dieser Musik und klingt auch in den extremsten Passagen noch unangestrengt und schön. Ein Ohrenschmaus!

Sally Matthews, (c) Sigtryggur Ari Jóhannsson

Diese Idealbesetzung legt die Messlatte für ihre Partner natürlich hoch, aber kann auch anfeuernd und inspirierend wirken, was an diesem Abend durchaus der Fall ist. Schon der einleitende Auftritt der drei Elfen lässt aufhorchen: Noluvuyiso Mpofu, Anna Pennis und Alyona Abramova verfügen alle über ein großes stimmliches Potential, wobei zumindest erstere über einen weniger zungenbrecherischen Namen nachdenken sollte.

Patricia Bardon gibt der Gestalt der Hexe Jezibaba eindrucksvolle vokale Statur. An extremen Stellen wird der Ton manchmal schneidend, aber das ist schon in der Musik so angelegt.

Als fremde Fürstin setzt Zoya Tsererina ihren großen, dramatischen Sopran gekonnt und sicher ein, wobei manche hohen Töne allerdings messerscharf ausfallen und eine bedenkliche Dezibel-Zahl erreichen, insgesamt aber diese negative Figur treffend beschreiben.

Der Wassermann wird von Alexander Roslavets geradezu balsamisch schön gesungen und bildet so ein wichtiges Gegengewicht zu den dominanten hohen Stimmen dieser Oper.

Für die Rolle des Prinzen war Klaus Florian Vogt kurzfristig eingesprungen. Vogts monochrome, fast timbrelose Stimme bleibt aber der Partie doch Einiges schuldig. Da er fast ausschließlich mit der Kopfstimme singt, verstärkt sich der Eindruck des flachen, nasalen Tones noch. Zwar gelingen ihm ein paar kräftige Spitzentöne, die aber reichlich forciert und scharf klingen. Da ist kein Schmelz, keine Erdung, die Stimme zerfällt zunehmend in mehrere Segmente, die schlecht oder gar nicht miteinander verbunden sind. Der permanente Wechsel Vogts zwischen lyrischen und Heldentenor-Partien ist der Stimme nicht gut bekommen.

© Klaus Florian Vogt

Der Rundfunkchor Berlin, der leider nur kurz zum Einsatz kommt, ist wie immer eine sichere Bank. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin in großer Besetzung spielt brillant und trifft die dichte Atmosphäre dieser Musik ausgezeichnet.

Zum Abschluss des Musikfestes in diesem Jahr also ein zu Recht heftig akklamiertes Finale!

Peter Sommeregger, 20. September 2019, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

„Werther“ in London: Jubel brandet auf für den Startenor Juan Diego Flórez - aber der Peruaner zeigt auch Schwächen

Foto: Juan Diego Flórez, © Manfred Baumann (c)
Royal Opera House London,
17. September 2019
Jules Massenet, Werther (nach Goethes Roman „Die Leiden des  jungen  Werther“)

von Charles E. Ritterband      

Kein Zweifel: Juan Diego Flórez gehört zu den begehrtesten Startenören unserer Tage. Kein Geringerer als der große Placido Domingo soll einmal erwähnt haben, kein Tenor singe heute besser als Flórez. Als er an der Royal Opera Covent Garden die berühmte und wunderschöne Arie des Werther „Pourquoi me réveiller, O souffle du printemps?“ anstimmte, verharrte das große Haus in atemloser Bewunderung, um dann in frenetischen und wohlverdienten Applaus auszubrechen: Flórez, mit tenoralem Schmelz, samtener Stimme und präziser Linienführung – ganz auf der Höhe seines Könnens. Berührend. Das war allerdings in den ersten Szenen dieser Produktion deutlich weniger der Fall.

Florez hatte bisweilen unüberhörbar gegen die romantischen Wogen der Musik Massenets anzukämpfen, die ungestüm , herrlich schön und mitunter fast überwältigend aus dem Orchestergraben (souveränes Dirigat: Edward Gardner) in den plüschroten Zuschauerraum der Royal Opera aufstiegen. Und manchmal unterlag der peruanische Startenor, inzwischen Mitte 40, in diesem Zweikampf zwischen Solist und Orchester. Ziemlich oft kommt er an seine Grenzen – da fehlt es ihm schlicht an stimmlicher Durchsetzungskraft. Das Orchester übertönt ihn ganz einfach. Einige der Höhepunkte bringen seine Stimme ans Limit. „Jules Massenet, Werther,
Royal Opera House London, 17. September 2019“
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Die FREITAG-PRESSE – 20. SEPTEMBER 2019

Foto: Joana Mallwitz, Staatstheater Nürnberg (c)

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Die FREITAG-PRESSE – 20. SEPTEMBER 2019

Joana Mallwitz ist „Dirigentin des Jahres“
Die Nürnberger Generalmusikdirektorin setzte sich gegen bekannte Kollegen wie Kirill Petrenko und Christian Thielemann durch. Sie ist mit 33 Jahren die jüngste Preisträgerin.
Die Presse

Pereira offiziell neuer Intendant des Opernhauses in Florenz
Der österreichische Kulturmanager Alexander Pereira ist offiziell zum neuen Intendanten des Opernhauses „Maggio musicale fiorentino“ in Florenz ernannt worden. Der italienische Kulturminister, Dario Franceschini, gab am Donnerstag grünes Licht für seine Bestellung. Den Posten übernimmt Pereira am 15. Dezember.
Kleine Zeitung

Salzburgs Salome ist die „Sängerin des Jahres“
50 Musikjournalisten gaben für die Fachzeitschrift „Opernwelt“ ihre Urteile ab: Die „Salome“-Produktion der Salzburger Festspiele siegte in mehreren Sparten.
Salzburger Nachrichten

Strassbourg/ Mulhouse
Die Elsässische Rheinoper ist Opernhaus des Jahres 2019
Badische Zeitung

Kurioser Konkurrenzkampf der Opern-Fachmagazine
Tagesspiegel

„Konzertgänger in Berlin“
Musikfest 2019: Karajan-Akademie mit Susanna Mälkki
Einzige Komponistin und einzige Dirigentin beim diesjährigen Musikfest — Pflichttermin also! Aber ebenso Lusttermin, denn die Dirigentin der Karajan-Akademie im Kammermusiksaal ist Susanna Mälkki, und die Komponistin ist Olga Neuwirth. Wobei man schon mal sagen muss, dass beim stets jubiläumsfreudigen Musikfest (150 Jahre toter Berlioz heuer) ein Programm mit Werken von Clara Schumann, geboren 1819, gewiss kein Fehler gewesen wäre
https://hundert11.net/musikfest2019-maelkki/

Berlin/ Musikfest
Mit dem Mut der Verzweiflung
Beethoven und Operndramatik von Berlioz: Donald Runnicles und das Orchester der Deutschen Oper gastieren auf dem Musikfest Berlin.
Tagesspiegel

Rumänien
Enescu-Festival in Rumänien: Wie ein Festival ein ganzes Land vereint
https://www.dw.com/de/enescu-festival-in-rum%C3%A4nien-wie-ein-festival „Die FREITAG-PRESSE – 20. SEPTEMBER 2019“ weiterlesen

Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2019

Foto: Placido Domingo, © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

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Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2019

Wien
Auszeichnung von Placido Domingo verschoben

Der Sänger soll den Europäischen Kulturpreis erst 2020 erhalten.
Wiener Zeitung
Placido Domingo: Europäische-Kulturpreis-Auszeichnung verschoben
Ehrung des Sängers hätte ursprünglich am 20. Oktober in der Staatsoper stattfinden sollen und soll nun 2020 in Bonn über die Bühne gehen
Der Standard

Salzburg/ Osterfestspiele
Interview mit Nikolaus Bachler: Die Zeit spielt immer für die Reform – Bezahlartikel
Sueddeutsche Zeitung
Nikolaus Bachler zu den Osterfestspielen: „Man muss das Ding reformieren“
Der künftige Chef des Salzburger Festivals über Reformen, sein Konzept und den Konflikt mit Christian Thielemann.
Kurier

„Eine Tragödie für die Osterfestspiele“: Die Salzburger Osterfestspiele werden Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden ab 2023 nicht mehr beschäftigen. Grund dafür sind die Konflikte zwischen dem Dirigenten Thielemann und dem Geschäftsführer der Salzburger Osterfestspiele Nikolaus Bachler. Kirsten Liese mit einem SWR 2-Kommentar.

https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/Kommentar-Konflikt-bei-den-Salzburger-Osterfestspielen-Thielemann-Bachler,av-o1153723-100.html

Osterfestspiele: Christian Thielemann: „Man wollte uns von Anfang an raushaben“
Im „Presse“-Interview zeigt sich Stardirigent nach Aus bei den Osterfestspielen Salzburg ab 2022 enttäuscht, aber er ist sich sicher: „Wir jedenfalls werden uns korrekt verhalten.“
Kleine Zeitung

Salzburg/Osterfestspiele
Bachler gewinnt Machtkampf gegen Thielemann
Sowohl der aktuelle als auch der designierte künstlerische Leiter waren sich einig, dass es nur einen von ihnen bräuchte. Jetzt kam es zu einer Entscheidung – obwohl eine Doppelspitze geplant war.
Die Presse

Wien/ Staatsoper
Elisabeth Kulmans Liederabend „La femme c’est moi“
Die Mezzosopranistin reiste in der Wiener Staatsoper durch die weibliche Musikgeschichte
Der Standard

Elisabeth Kulman: Umjubelter Liederabend Elisabeth Kulman hat als Opernsängerin alles erreicht, wovon man träumen kann. Vor 5 Jahren – am Höhepunkt ihrer Karriere – hat sie entschieden, der Opernbühne den Rücken zu kehren. Seither singt sie nur noch Konzertprogramme, die zu ihr passen. Am Dienstagabend gab sie „La femme c’est moi“ in der Wiener Staatsoper.
https://burgenland.orf.at/stories/3013490/ „Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2019“ weiterlesen

Schmale Kost in der Philharmonie Berlin: Nach knapp 70 Minuten war Ende im Gelände, die Hälfte der Sitze blieben leer

Stürmischer Herbst – vokal unterbelichtet: Die Deutsche Oper Berlin gastiert beim Musikfest Berlin. Der Startenor Klaus Florian Vogt hat nicht seinen besten Abend.

Foto: © Klaus Florian Vogt
Philharmonie Berlin
, 17. September 2019

Ludwig van Beethoven Ouvertüre zu „Coriolan“ op.62
Hector Berlioz   La mort de Cléopatre; Les Troyens Auszüge
Susan Graham  Cléopatre, Didon
Klaus Florian Vogt  Enée
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Donald Runnicles  Dirigent

von Peter Sommeregger

Traditionell gastiert die ja selbst in Berlin ansässige Deutsche Oper beim Musikfest mit einem speziellen Programm in der Philharmonie. Dieses Jahr schloss man sich der Huldigung für den Jubilar Berlioz an und präsentierte Ausschnitte aus „Les Troyens“, die vor gar nicht langer Zeit noch auf dem Spielplan des Opernhauses zu finden waren.

Vorangestellt wurde Beethovens Coriolan-Ouvertüre, etwas beliebig ausgewählt und präsentiert, als Überleitung die Kantate Le mort de Cléopatre, ein frühes und noch nicht wirklich ausgereiftes Werk des jungen Berlioz. Als Solistin konnte man die Mezzosopranistin Susan Graham erleben, die – gewandet in ein stilisiertes orientalisches Gewand – die unglückliche Ägyptische Königin verkörperte. Die Künstlerin blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück, fast jeder erinnert sich an große Abende mit ihr. Aktuell befindet sie sich aber eindeutig im Herbst ihrer Karriere. Immer noch gelingen ihr schöne Kantilenen, die Stimme trägt durchaus noch, aber ganz vermag sie nicht an frühere Leistungen anzuknüpfen. „Susan Graham, Klaus Florian Vogt, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Donald Runnicles,
Philharmonie Berlin“
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Gern gesehene Gäste: Das Israel Philharmonic Orchestra brilliert mit Zubin Mehta beim Musikfest Berlin

Foto: (c) Oded Antman
Philharmonie Berlin
, 16. September 2019

Ödon Partos  Concertino für Streichorchester
Felix Mendelssohn Bartholdy  Violinkonzert e-Moll op.64
Hector Berlioz  Symphonie fantastique op.14
Israel Philharmonic Orchestra
Gil Shaham  Violine
Zubin Mehta  Dirigent

von Peter Sommeregger

Das bereits 1936 von frühen Emigranten aus Nazi-Deutschland gegründete Orchester, das sich bis zur Staatsgründung Israels 1948 Palästinensisches Symphonisches Orchester nannte, hat sich über die Jahrzehnte einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird regelmäßig zu Gastspielen in aller Welt eingeladen.

Seit 50 Jahren bekleidet der indische Star-Dirigent Zubin Mehta das Amt des Chefdirigenten und sein Anteil an der Entwicklung und dem hohen Standard dieses Klangkörpers kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Ergebenheit und Verehrung der einzelnen Musiker des Israel Philharmonic Orchestra für Mehta ist in jedem Augenblick des gemeinsamen Musizierens spürbar. „Israel Philharmonic Orchestra, Gil Shaham, Zubin Mehta,
Philharmonie Berlin, 16. September 2019“
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Zu viel des Guten: Schnittke und Bruckner unter Gergiev beim Musikfest Berlin

Foto: © Decca / Marco Borggreve

Philharmonie Berlin, 10. September 2019

Münchner Philharmoniker
Valery Gergiev Leitung

Alfred Schnittke Symphonie Nr.1
Anton Bruckner Symphonie Nr.6 A-Dur

von Peter Sommeregger

Alfred Schnittkes höchst origineller Symphonie Nr.1 begegnet man im Konzertsaal eher selten, was keineswegs durch ihre Qualität, viel mehr durch den gewaltigen erforderlichen Apparat bedingt ist. Sehr ungewöhnlich sind auch die vom Komponisten festgelegten Rituale, nach denen eine Aufführung ablaufen soll. Die Orchestermitglieder betreten nach und nach das Podium, bereits auf ihren Instrumenten spielend. Erst nach einer Weile huscht der Dirigent unauffällig ans Pult, um kurz abzuklopfen, anschließend seinen ersten Einsatz zu geben. Das geradezu penetrant applaus-süchtige Berliner Publikum versteht diesen Scherz nicht und klatscht voll in die Musik. „Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev
Philharmonie Berlin, 10. September 2019“
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