Foto: Eric Cutler (Parsifal), Kinderkomparse, Michèle Losier (Kundry) © Semperoper Dresden/Jochen Quast
Um es kurz zu fassen: Dieser Abend gehörte den Solisten wie Eric Cutler und Georg Zeppenfeld in den Hauptrollen, sowie der Dresdner Staatskapelle.
Richarde Wagner Parsifal
Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Regie: Floris Visser
Daniele Gatti, musikalische Leitung
Sächsische Staatskapelle Dresden
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Kinderchor der Semperoper Dresden
Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden
Semperoper Dresden, 22. März 2026 PREMIERE
von Henriette Müller
Die Erwartungen waren hochgesteckt.
Endlich wieder ein neuer „Parsifal“ im Spielplan der Semperoper!
Wie würde die Regie beim Publikum ankommen?
Über die Sänger/innen brauchte man sich im Vorfeld keine Gedanken machen. Alles gestandene Namen!
Um es kurz zu fassen: Dieser Abend gehörte den Solisten wie Eric Cutler und Georg Zeppenfeld in den Hauptrollen, sowie der Dresdner Staatskapelle.
Das Orchester mit seinem Chefdirigenten Daniele Gatti stellte einmal mehr sein unvergleichlich großartiges Können, gerade auch bei Wagners Werken, unter Beweis. Die Klänge dieses „Karfreitagszaubers“ waren ein Genuss!
Gatti versteht nicht nur den Umgang mit „seinen“ Musikern, er vergisst auch die Sänger nicht. Sie können sich fest auf ihn verlassen. Kein Einsatz geben wird verpasst.

© Semperoper Dresden/Jochen Quast
Eric Cutler verlieh dem jungen Parsifal stimmlich und darstellerisch Frische und Unbekümmertheit.
Vom Publikum stürmisch gefeiert: Georg Zeppenfeld in der Rolle des Gurnemanz. Faszinierend nicht nur seine Stimme: Immer wieder überzeugt er auch mit seiner enormen Darstellungskraft und seiner überaus deutlichen Artikulation.

© Semperoper Dresden/Jochen Quast
Erwähnenswert auch Michele Losier als Kundry, von der Regie als Prostituierte mit knallroten Schaftstiefeln eingekleidet.
Ein erfreuliches Wiedersehen/Wiederhören mit dem bewährten Albert Dohmen in der kleineren Rolle des Titurel.
Oleksandr Pushniaks Amfortas und Scott Hendricks Klingsor verfügen beide über kräftige und ausdrucksstarke Stimmen. Scott Hendricks gab einen etwas dämonisch daherkommenden Klingsor. Während Pushniaks Amfortas ruhiger und friedlicher wirkte. Das liegt natürlich am Charakter dieser Rolle.

© Semperoper Dresden/Jochen Quast
An der Regie von Floris Visser schieden sich allerdings die Geister!
Fisser erhielt durchweg Buh-Rufe.
Das Regiekonzept bestand aus einer Geschichte in der Geschichte.
Ein kleiner Junge, selbst elternlos, trifft auf Parsifal und begleitet ihn auf seinem Lebensweg
Blumenmädchen werden zu Krankenschwestern umfunktioniert.
Das Schmerzenslager Titurels erscheint wahlweise als Rollstuhl oder Krankenhausliege.
Die Autorin könnte eine lange Liste ähnlicher Begebenheiten und Erscheinungen aufzählen. Und der Autorin wollte all das auch nicht so recht gefallen.

© Semperoper Dresden/Jochen Quast
Andere Leute aus dem Publikum sahen dies wiederum anders.
Spielleiter, die Handlungen als Geschichte in einer Geschichte erzählen, sind nichts Neues mehr. Auch Rollstühle, samt Krankenhausbetten sind immer wieder an der Tagesordnung.
Vielleicht kehrt das Regietheater eines Tages wieder etwas mehr zu seinen Wurzeln und der echten Handlung des Werkes zurück, auch wenn dies manch einem Besucher wieder altmodisch erscheinen wird.
Henriette Müller, 25. März 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at
Besetzung:
Amfortas Oleksandr Pushniak
Titurel Albert Dohmen
Gurnemanz Georg Zeppenfeld
Parsifal Eric Cutler
Klingsor Scott Hendricks
Kundry Michele Losier
Richard Wagner, Parsifal Festspielhaus Bayreuth, 30. Juli 2025
Auf den Punkt 56: Richard Wagner, Parsifal Hamburgische Staatsoper, 4. Mai 2025
Richard Wagner, Parsifal Tiroler Festspiele Erl, 17. April 2025