DIE MONTAG-PRESSE – 18. MAI 2026

DIE MONTAG-PRESSE – 18. MAI 2026

2024 Das Rheingold, Regie: Stefan Herheim, Deutsche Oper Berlin © Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 18. MAI 2026

Berlin/Deutsche Oper
Thomas Blondelles Loge ist von absolutem Weltrang
Während die Deutsche Oper mit hohen Preisen und überschaubarer Starbesetzung kämpft, überzeugt der musikalische Auftakt des „Rheingold“ unter Donald Runnicles. Eine durchweg starke Sänger-Besetzung entwirrt die handlungsdichte Oper. Stefan Herheims Regieideen wirken hingegen überladen und chaotisch – Augen schließen bleibt die beste Strategie.
Von Arthur Bertelsmann
Klassik-begeistert.de

Britische Sopranistin Felicity Lott gestorben
Die Sopranistin Felicity Lott ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie vor allem als Interpretin von Strauss und Mozart. Mit ihrer smarten Rollengestaltung und einer Prise britischem Humor prägte „Dame Felicity“ die Opernwelt.
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Nachruf Felicity Lott:
Leichtigkeit und großes Pathos – Zum Tod der Sopranistin Felicity Lott
Audio von Jörn Florian Fuchs (5 Minuten)
deutschlandfunk.de

Schönberg-Schüller ZILLIG in Würzburg wiederentdeckt
 Wiederentdeckung von Winfried Zilligs Oper „Rosse“ in Würzburg
Sendung „Fazit. Audio von Jörn Florian Fuchs (27 Minuten)
deutschlandfunkkultur.de

Wien/Staatsoper
„Les pêcheurs de perles“ an der Staatsoper: Nachts im Einkaufszentrum
Georges Bizets Werk gab sein spätes Debüt an der Wiener Staatsoper. Eine starke Besetzung trifft auf eine durchwachsene Regie von Ersan Mondtag                                                                  DerStandard.at

Wien/Konzerthaus
„Ein gelungenes Konzert ist ein gelungenes Wunder“

Intendant Matthias Naske über die Saison 2026/27, künstlerische Verantwortung und die Zukunft des Wiener Konzerthauses.
concerti.de

Wien/Odeon
Homer und „Hair“, Party und Krieg: „The Day Before“ bei den Festwochen
(Bezahlartikel)
Brigitta Muntendorf und Christiane Jatahy schaffen mit „The Day Before“ im Wiener Odeon musikalisch eindrucksvolles, aber inhaltlich überladenes immersives Musiktheater.
DiePresse.com

Berlin/Komische Oper
Binär ins Offene
Glänzend mit allem, was der Betrieb aufzufahren hat: Sieben Jahre nach der Uraufführung kommt Olga Neuwirths riesig besetzte „Orlando“-Oper erstmals an ein Opernhaus nach Deutschland. Regisseurin Ewelina Marciniak geht die Sache unerschrocken an – und ringt auf ihre Weise mit den Problemstellen des Werks.
nachtkritik.de

Zum Glück endlich eine Frau (Bezahlartikel)
Virginia Woolfs „Orlando“ spielt humorvoll mit Geschlechteridentitäten, Olga Neuwirths Vertonung zieht an Berlins Komischer Oper beeindruckend nach: ein Schelmenstück.
SueddeutscheZeitung.de

Göttingen
„Deidamia“: Beeindruckender Auftakt bei Händel-Festspielen
Vom ersten Takt an zieht das Festspielorchester das Publikum in seinen Bann. Der musikalische Leiter George Petrou dirigiert nicht streng, aber mit klarer Vision; Er beflügelt Orchester und Ensemble gleichermaßen. Herauskommt eine ausgelassene Spielfreude, an der rund 480 Besucherinnen und Besucher teilhaben.
ndr.de

Auch ich in Arkadien!“ – Liebe und Krieg zu Händels „Deidamia“ in Göttingen (Bezahlartikel)
Der Start des Hauptteils der Internationalen Händel Festspiele ist ein beglückendes Happening mit einem sichtbar gereiften und dabei quicklebendigem Publikum. Das hochklassige FestspielOrchester Göttingen feierte sein 20-jähriges Bestehen. Das Jubiläumskonzert, die Festspieloper „Deidamia“ (HWV 42) und das gesellschaftliche Beiprogramm verheißen – auch im Zeichen des Rekord-Kartenvorverkaufs – eine blühende Festspielwoche
NeueMusikzeitung/nmz.de

Darmstadt
KI-Oper: Wo bist du, mein Trockenfisch? (Bezahlartikel)
Experiment mit Luft nach oben: Das Staatstheater Darmstadt zeigt beim KI-Festival das Musiktheaterstück „Anima mea – Wo bist du, meine Seele?“ FrankfurterAllgemeine.net

Tonträger
Haydn-Variationen: Neues Blomstedt-Album gibt seltene Probeneinblicke
ndr.de

Nachruf
Sie war Kleibers letzte Marschallin: Felicity Lott ist tot (Bezahlartel)
Die britische Sopranistin erlag mit 79 Jahren einem Krebsleiden. Noblesse in Klang und Erscheinung, aber auch Schalkhaftigkeit waren ihre Markenzeichen.
DiePresse.com.felicity.lott

Felicity Lott gestorben: Eine Frau für alle Sprechtonfälle (Bezahlartikel)
Ihr Sopran war leicht, aber keineswegs substanzlos, ihre Heiterkeit herzlich und doch voller Kunst. Für die Musik von Strauss und Offenbach war sie ein Segen. Mit 79 Jahren ist die Sopranistin Felicity Lott gestorben.
FrankfurterAllgemeine.net

CD-Besprechung
Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen aus Dallas begeistert
Richard Wagners monumentale Tetralogie gehört auch in den Vereinigten Staaten von Amerika zu den großen Herausforderungen für Opernhäuser und bleibt zumeist den Traditionshäusern in New York, Chicago und San Francisco vorbehalten. Dass eines der amerikanischen Symphonieorchester eine komplette konzertante Aufführung dieses Mammutwerkes zustande bringt, ist wohl ein historisches Ereignis. Der Italiener Fabio Luisi, in ganz Europa geschätzt und in verschiedenen Positionen tätig, hat diese Pioniertat mit dem von ihm seit 2020 geleiteten Dallas Symphony Orchestra gewagt. Über das Jahr 2024 verteilt, brachte er die vier Werke im Morton H. Meyerson Symphony Center zur Aufführung, deren Mitschnitt nun in einer 13 CDs umfassenden Box vorliegt.
Klassik-begeistert.de

Berlin/Schillertheater
Sängerin Ema Nikolovska: Die Urgewalt der Oper
Wenn Ema Nikolovska über ihre Rolle als Orlando an der Komischen Oper im Schillertheater spricht, umweht die 32-Jährige eine Begeisterung, die ansteckend ist.
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Madrid
Madrider Wanderoper begeistert direkt vor der Haustüre

Einen Abend lang können Menschen in spanischen Städten Opern von Mozart, Donizetti oder Verdi genießen, praktisch direkt vor ihrer Haustür – und ohne dafür auch nur einen Cent zu bezahlen. Das ermöglicht die Wanderoper des Madrider „Teatro Real“, eines der weltweit renommiertesten Opernhäuser. Sechs Monate im Jahr tourt das Ensemble durch 40 Orte Spaniens.
arteTv.videos.wanderoper

Neustadt/Mannheim/Saalbau
Ernst und Heiterkeit im Duett: Oper „Ardiadne auf Naxos“ von Richard Strauss nächste Woche im Saalbau
Nur eine Woche steht der Mannheimer Musikhochschule diesmal für die Proben zu ihrer Opern-Produktion im Neustadter Saalbau zur Verfügung. Dabei hat das bewährte Professoren-Gespann Cosima Sophia Osthoff und Andreas Baesler seinem jungen Hochschul-Ensemble mit „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss ein echtes Schwergewicht verordnet. Eines jedoch, das herrliche Musik und hohen Unterhaltungswert bereithält.
rheinpfalz.de.ariadne auf naxos

Links zu englischsprachigen Artikeln

Report from the 17 May 2026: Tribute to Dame Felicity Lott
The Paris Opera pays tribute to the memory of Dame Felicity Lott, who has just passed away. The British soprano shared a deeply affectionate bond with France. After studying French at Royal Holloway College in London, she chose to spend an academic year near Grenoble as an English language assistant at a secondary school. It was there that she enrolled at the Grenoble Conservatory and met the teacher Elisabeth Maximović, who recognized her rare talent and encouraged her to pursue a career as a singer.
Tribute to Dame Felicity Lott – Opéra national de Paris

Hamburg
Monteverdi-Chor Hamburg 2026 Review: Mozart’s ‘Coronation Mass’
https://operawire.com/monteverdi-chor-hamburg-2026-review-mozarts-coronation-mass/

Paris
Opéra National de Paris 2025-26 Review: Rusalka
https://operawire.com/opera-national-de-paris-2025-26-review-rusalka/

London
Kolossal Korngold and manqué Mahler:
Ray Chen, Vasily Petrenko and the RPO at the RAH
seenandheard.international.com.korngold

Anointed Andsnes and superlative Stutzmann in paragon performances with the LSO at Barbican Hall
seenandheard.international.com.barbican.hall

New York
Does This Man Have the ‘Most Difficult Job on Earth’? (Subscription required)
Peter Gelb, the general manager of the Metropolitan Opera, said he is not going anywhere as he struggles with financial crises and opera’s place in a changing arts landscape.
TheNewYorkTimes.com

Metropolitan Opera 2025-26 Review: El Último Sueño de Frida y Diego
Isabel Leonard, Carlos Álvarez & Gabriella Reyes are Spectacular in Gabriela Lena Frank’s Opera
operawire.com.metropolitanopera

Metropolitan Opera 2025-26 Review: La Traviata (Cast B)
Ermonela Jaho as Violetta Gives Performance of a Lifetime
https://operawire.com/metropolitan-opera-2025-26-review-la-traviata-cast-b/

Washington
Renée Fleming, Thomas Hampson, Karah Son, Isabel Leonard, Christine Goerke & Ben Bliss Lead Washington National Opera’s 2026-27 Season
operawire.com.fleming.hampson

Dallas
Luisi, DSO close season with an epic and resounding Mahler Eighth
texasclassical.review.com

Obituary
Dame Felicity Lott Dies at 79
https://operawire.com/obituary-dame-felicity-lott-dies-at-79/

Ballett/Tanz

Hamburg-Ballett
Charlotte Larzeleres tänzerische Romola-Interpretation ist fabelhaft
Wie Larzeleres Bewegungen mit der musikalischen Line legatohaft verschmelzen, mit welcher fast schon elegischen Schönheit sie ihre Arme zur Musik bewegt, welche Biegsamkeit ihr Körper zeigt und mit welcher Vertrautheit sie sich den schwierigen Hebungen hingibt, ist fabelhaft.
klassik.begeistert.at

Review: National Ballet of Brno’s new production of Giselle with Ksenia Ovsyanick and Alejandro Virelles
https://www.gramilano.com/2026/05/review-national-ballet-of-brno-giselle/

Review: Les Étoiles in Milan – staging galas is not for the faint-hearted
https://www.gramilano.com/2026/05/review-les-etoiles-in-milan/

Sprechtheater

Wien/ Volkstheater
Volkstheater in den Bezirken: Schultheater über einen Trauermarsch Bezahlartikel
„Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2“ des Duos Lina Majdalanie & Rabih Mroué enttäuscht bei den Wiener Festwochen
Kurier.at.festwochen

Rock/ Pop/Song-Contest

Song Contest: So hat Österreich abgestimmt
Es war ein dramatisches und äußerst spannendes Finale mit einer Überraschungssiegerin – und zwar zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest aus Bulgarien. Daran haben auch die Stimmen aus Österreich maßgeblichen Anteil gehabt.
https://www.krone.at/4144773

Cosmó kam mit (k)einem blauen Auge davon
Die große Blamage blieb aus, aber unser Cosmó landete mit seinem „Tanzschein“ nur auf Platz 24. Was war eigentlich Schuld am Ergebnis? Wir haben das Ergebnis unserer diesjährigen Hoffnung analysiert.
https://www.krone.at/4145184

Song Contest: ORF-Knoll verhöhnt Zwangsgebühren-Zahler
Dieser Sager am Ende der ORF-Übertragung stieß vielen ORF-Zusehern sauer auf: ORF-Moderator Andi Knoll wünscht sich eine Haushaltsabgabe für die nächsten 70 Jahre – um den Song Contest zu finanzieren.
Heute.at.zwangsgebuehrenzahler

Innsbruck
ESC-Finale, oho: Demonstranten beschädigten Innsbrucker Wahrzeichen
Das berühmteste Wettsingen der Welt sorgt in Österreichs Bundeshauptstadt für Furore, Partystimmung, Gemeinschaftsgefühl und Tanzscheine. Wir berichten live.
Kurier.at.innsbruck

Politik

Tiroler Seniorenchefin
Statt Pensionen besser sinnlose Förderungen kürzen
Patrizia Zoller-Frischauf, Obfrau des Tiroler Seniorenbundes (TSB) und Landesrätin a. D., spricht offen aus, was sich viele Bürger im Land denken. Sie fordert, den Sparstift nicht bei den Pensionen anzusetzen.
https://www.krone.at/4142658

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Unter’m Strich

Österreich
Experten warnen: Nach Kälte-Schock startet der Super-Sommer
Die Eisheiligen haben uns zuletzt noch frösteln lassen, doch jetzt deuten die Wettermodelle auf eine dramatische Wendung hin. Ein Meteorologe nennt nun konkrete Zahlen für einen bevorstehenden Hitze-Sommer, der auch Österreich in den kommenden Monaten voll treffen dürfte. Die neuesten Prognosen der Langfristmodelle sprechen eine überraschend deutliche Sprache. Wetterexperte Dominik Jung bringt die Situation auf den Punkt: „Die aktuellen Langfristmodelle deuten mit ungewöhnlich hoher Übereinstimmung auf einen zu warmen Sommer 2026 in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas hin.“ Vier von fünf Modellläufen würden dieses beunruhigende Bild für die kommenden Monate zeichnen.
oe24.at.supersommer

INFOS DES TAGES (MONTAG, 18. MAI 2026)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 18. MAI 2026)

Quelle: onlinemerker.com

Britische Sopranistin Felicity Lott gestorben

Die Sopranistin Felicity Lott ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie vor allem als Interpretin von Strauss und Mozart. Mit ihrer smarten Rollengestaltung und einer Prise britischem Humor prägte „Dame Felicity“ die Opernwelt.
https://share.google/vlXhzUdTUNbQRGIl8

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Sie war Kleibers letzte Marschallin: Felicity Lott ist tot
Die britische Sopranistin erlag mit 79 Jahren einem Krebsleiden. Noblesse in Klang und Erscheinung, aber auch Schalkhaftigkeit waren ihre Markenzeichen.

https://www.diepresse.com/24374188/sie-war-kleibers-letzte-marschallin-felicity-lott-ist-tot

Nachruf der  Bayerischen Staatsoper

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Felicity Lott – Bayerische Staatsoper

________________________________________________________________________________________MusikTheater an der Wien: Aktion „Spendieren Sie ein Schülerinnen-bzw. Schüler-„Ticket!“

Spendieren Sie ein Schüler*-Ticket!

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Für viele Schülerinnen, Schüler und sonstige Jugendliche ist ein Besuch im MusikTheater an der Wien der erste Berührungspunkt mit der aufregenden Welt der Oper – ein besonderes Erlebnis, das Türen zu Kunst und Kultur öffnet. Damit möglichst viele junge Menschen diese Möglichkeit bekommen, brauchen wir Ihre Unterstützung: Nicht alle jungen Menschen können sich ein (bereits ermäßigtes) Ticket leisten.  Im Rahmen Ihres Online-Ticketkaufs haben Sie die Möglichkeit ein Schüler*innen-Ticket zu spendieren. Bereits ab 12 Euro lässt sich ein Schüler*innen-Ticket finanzieren. Jeder einzelne Euro bewirkt Großes.

Mehr Information

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Stuttgarter Ballett: „DORNRÖSCHEN“ 16.5. 2026 (Wiederaufnahme) – der Petipa Award als verdiente Auszeichnung für Marcia Haydée

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Glänzender Einstand: Abigail Willson-Heisel als Fliederfee. Foto: Roman Novitzky/Stuttgarter Ballett

Radikaler Kontrast innerhalb kurzer Zeit.Wo sich in der Vorwoche die Tänzer in Glen Tetleys „Le sacre du printemps“ noch gegen jede klassische Konvention gestemmt hatten, herrschte nun der Glanz der Tradition von Marius Petipas Märchenballett, aufgefrischt und erweitert durch Marcia Haydée, die damit 1987 bei ihrem choreographischen Debut einen für heutige Verhältnisse gigantisch lang gefeierten Premierenerfolg hatte. Ein erheblicher Anteil geht auch auf das Konto des Ausstatters Jürgen Rose, der in einem praktikabel veränderbaren Bühnenraum mit einer Galerie als fixem Element eine zuerst in Pastellfarben, später dann auch in kräftigeren Tönen fein- und geschmackvoll abgestimmte Kostüm-Pracht entworfen hatte. Dadurch gilt diese Produktion als im wahrsten Sinne des Wortes schönste der Ballettwelt.Was letztlich soviel bedeutet, als die reine Optik auch mal eine lohnende Ablenkung sein kann, wenn der Tanz vielleicht etwas in Routine abgleitet.

Bei dieser Neueinstudierung wurde in vier der drei Hauptrollen auf bereits erprobte Kräfte gesetzt. Belassen wir dem heimlichen Zentrum, der alle Zeit gegenwärtigen, aus bitterer Enttäuschung böse gewordenen Fee Carabosse den Vortritt, die hier keine lediglich schreitende Pantomimin, sondern eine geschlechtsneutrale Autorität mit androgynen Zügen ist und sich durch ihr schwarzes, Furcht erregendes Outfit mit langen Haaren, weitem Mantel und einem riesigen, vom Gefolge gelenkten Schleier markant von der bunten Umgebung abhebt. Die Besetzung mit einem Mann ist den der Rolle auferlegten weitgreifend mächtigen Bewegungen geschuldet. Kammertänzer Jason Reilly hat sie mittlerweile so oft verkörpert, dass alle Details bis in die langen Fingernägel verinnerlicht wirken und die Präsenz seines Einsatzes auch mit inzwischen etwas reduzierter Sprungkraft immer noch Bühnen beherrschend ist.

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Schillernde Präsenz: Jason Reilly als Carabosse. Foto: Roman Novitzky/Stuttgarter Ballett

Als die fürs positive Ende sorgende Gegenmacht Fliederfee legt die erst mit dieser Saison zur Solistin avancierte Abigail Willson-Heiselein völlig entspannt wirkendes Debut mit großzügig leichten Arabesquen und einer lichtvoll heiteren Ausstrahlung hin. Ihre eine Woche später folgende Premiere als Aurora darf ob diesem traumhaft gelungenen Einstand gespannt erwartet werden. Jetzt präsentierte sich in der Titelrolle nach etwas längerer Auftrittspause Rocio Aleman zunächst mit einem bewundernswert virtuos durchgestandenen Rosen-Adagio, einer fein ausgezirkelten Solo-Variation, ehe sie im weiteren Verlauf trotz ihrer Herz erwärmenden Ausstrahlung eine gewisse Anspannung nicht ganz verbergen konnte, aber in den Pas de deux von Marti Paixas topsicherer Partnerschaft profitierte. Der charmante Erste Solist punktete auch sonst als Prinz Desiré mit klar austarierter Linie und gleichmäßig rund und weich gedrehten Pirouetten, was auch durch einen kurzen Hänger in seiner Auftritts-Variation nicht beeinträchtigt wurde.

Von den vier auch hinsichtlich choreographischer Ansprüche unterschiedlich charakterisierten Prinzen, die um Aurora werben, überragt Adrian Oldenburger als Abgesandter des Ostens mit  knackig hohen und weiten Sprüngen seine Konkurrenten, während Martino Semenzato (Süden), Christopher Kunzelmann (Westen) und Satchel Tanner (Norden) durch dezenter gesetzte Akzente überzeugen.

Nur zwei Wochen nach seinem bestechend gelungenen solistischen Einstand als Tetley-Opfer zeigte Halbsolist Riccardo Ferlito als Blauer Vogel, dass auch ein klassischer Tänzer mit durchgehend geschmeidigem Einsatz der Beine und Arme sowie Strahlkraft in ihm steckt. Als seine Prinzessin tut sich Irene Yang bei ihrem Debut noch etwas schwer in der körperlichen Ausgeglichenheit.

Adhonay Soares ist ein technisch vorbildlich und musikalisch einfühlsamer, in der Präsentation allerdings ungewohnt sanfter Ali Baba, solistisch funkelnd assistiert von Veronika Verterich als Rubin. Eine feine humorvolle Note mit einigen neu beobachteten Facetten präsentieren Edoardo Sartori und Fernanda Lopes im köstlichen Katzen-Duett, frischen Wind bringt Anton Tcherny als Wolf in die Episode mit der glaubhaft verängstigten Aiara Iturrioz Rico als Rotkäppchen.

Von den Auroras Gedeihen begleitenden Feen sind als Neuzugänge Aoi Sawano (Klugheit) und Ruth Schultz (Kraft) stellvertretend für ihre Kolleginnen genannt.

Der ehemalige Solist Clemens Fröhlich kehrt parallel zu seiner neuen Funktion als choreologischer Assistent und Ballettmeister im Charakterfach auf die Bühne zurück und beweist als König sowohl noble wie auch gütige Repräsentation, als Gemahlin an seiner Seite die bewährte Sonia Santiago. Den umtriebigen Haushofmeister Catalabutte gestaltet der Eleve Carlos Strasser spürbar ambitioniert, aber im Detail noch etwas hektisch.

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Strahlendes Final-Bild mit dem ganzen Ensemble. Foto: Roman Novitzky/Stuttgarter Ballett

Bei dem als Hofleute, Freundinnen, Feen und Hochzeitsgäste auftretenden, durch Absolventen der John Cranko Schule und der Ballettschule Zollberg in Esslingen ergänzten Corps de ballet dürfte sich die Synchronität im Laufe der Aufführungsserie noch verbessern.

Am Pult des phasenweise glanzvoll spielenden Staatsorchesters Stuttgart steht erstmals Jonathan Lo, der sich als Chefdirigent des Australian Ballet im Vorfeld des Gastspiels der Compagnie im Oktober wohl mit Haydées Choreographie vertraut machen sollte und mit überaus geschickter Tempi-Koordination als idealer Ballett-Dirigent empfiehlt.

Im Rahmen des reichlichen Jubels für diese Wiederaufnahme-Premiere wurde auch Marcia Haydée auf die Bühne geholt, um aus den Händen von Vertretern der Petipa Ballet Association den Petipa Award für ihre hohen Verdienste um dessen Bewahrung und Überführung in die Zukunft entgegen zu nehmen. Die Trophäe ist eine jeweils als Unikat gefertigte Skulptur aus einer böhmischen Glas-Manufaktur, deren geschwungene Form einer Pirouette das Zusammenwirken aus  Leichtigkeit, Präzision und Energie klassischer Bewegungen symbolisiert. Die Geehrte bedankte sich dafür an der Seite von Jürgen Rose und Ballettintendant Tamas Detrich (der in der Premiere 1987 als Desiré dabei war) für die Besonderheit des Preises als Krönung ihres an Auszeichnungen reichen Lebens und warf gewohnt humorvoll die Frage in den Raum, was denn da noch kommen könnte. Sicher ist, dass sie nächstes Jahr ihren 90. Geburtstag feiert!

Udo Klebes

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Song-Contest in Wien: So hat Österreich agestimmt

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Nun sind die Detailergebnisse aus den Ländern bekannt gegeben worden. Aus diesen geht hervor, dass auch Österreichs Zuschauerinnen und Zuschauer Dara aus Bulgarien auf Platz 1 gewählt haben. Auf den Rängen zwei und drei landeten Australien und Kroatien.

Votum des österreichischen Publikums

12 Punkte   Bulgarien
10 Punkte   Australien
8 Punkte   Kroatien
7 Punkte   Israel
6 Punkte   Italien
5 Punkte   Moldau
4 Punkte   Ukraine
3 Punkte   Rumänien
2 Punkte   Griechenland
1 Punkt   Finnland

Die Mitglieder der österreichischen Fachjury, bestehend aus Musikmanagerin Tina Ruprechter, die Sängerinnen Nastja Zahour und Lena Schaur, die Künstler Lukas Perman und Jakob Stiedl, Influencerin Illja Hollweg sowie der Künstleragent Michael Bencsics, hatten ihre Höchstpunktzahl hingegen an Polen vergeben. Die Stimmen von Fachjury und Zuschauern werden 50:50 gewichtet.

Votum der österreichischen Jury

12 Punkte   Polen
10 Punkte   Dänemark
8 Punkte   Israel
7 Punkte   Australien
6 Punkte   Finnland
5 Punkte   Tschechien
4 Punkte   Frankreich
3 Punkte   Norwegen
2 Punkte   Italien
1 Punkt   Griechenland

 

Hohe Einschaltquoten: Über 1,5 Mio. Zuseher bei ORF-Übertragung

Song Contest: So hat Österreich abgestimmt
Es war ein dramatisches und äußerst spannendes Finale mit einer Überraschungssiegerin – und zwar zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest aus Bulgarien. Daran haben auch die Stimmen aus Österreich maßgeblichen Anteil gehabt.
https://www.krone.at/4144773
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