Neugart und Nittka überzeugen mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

André Benndorff, Elisabeth Nittka und im Videobild Annika Neugart © Julian Baumann

Neukomposition Eurydike und Orpheus: die Musik langweilt. Das Duo Neugart – Nittka überzeugt mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

Die Musik versorgt das Theater nicht mit der notwendigen dramatischen Führung: für mich scheitert damit das Stück als Musiktheater. Im Theater mit Gesang vermögen die schauspielenden Sängerinnen Annika Neugart als Eurydike und Elisabeth Nittka als Orpheus die bedingungslose wahnsinnige Liebe stimmlich zum Strahlen zu bringen. Das Stück insgesamt können sie selbst durch ihren großartigen Einsatz nicht retten.

Eurydike und Orpheus
Musiktheater über die Hoffnung auf unsterbliche Liebe

Komposition   Jan Duszyński
Libretto   Robert Bolesto

Regie   Anna Smolar
Bühne & Kostüme   Anna Met

Eurydike   Annika Neugart
Orpheus   Elisabeth Nittka
Amor   André Benndorff
Hades    Franziska Hartmann

Kammerspiele, München, 20. Mai 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend wird das Stück Eurydike und Orpheus von Komponist Jan Duszyński und Librettist Robert Bolesto zum zweiten Mal in den Kammerspielen in München aufgeführt. Die beiden haben die bekannte Geschichte für die Kammerspiele umgeschrieben, allerdings im emotionalen Kern weniger stark als die Umdrehung der Namen im Titel es vermuten lässt. „Eurydike und Orpheus, Jan Duszyński/Robert Bolesto
Kammerspiele, München, 20. Mai 2026“
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In Herzog Blaubarts Burg wellt starke Energie von der Bühne in mich hinein

Plakatmotiv Herzog Blaubarts Burg © JCOM

Das Kammerensemble ist voller explosiver Energie. Dirigent Daniel Grossmann baut eine konsequente, starke, anhaltende – grandiose! Spannung auf. Levante Páll als Blaubart und Andrea Brassói-Jörös als Judith arbeiten singend und spielend ein nervenaufreibendes Beziehungsspiel heraus.

Béla Bartók
Motto Adagio
aus dem Divertimento für Streichorchester, op. 134 (1939)

Herzog Blaubarts Burg (A kékszakállú herceg vára) (1911)
Bearbeitung für Kammerensemble von Paul Max Edlin
Libretto von Béla Balázs nach dem Märchen La Barbe bleue

Levante Páll, Herzog Kékszakállú / Blaubart
Andrea Brassói-Jörös, Judit / Judith
Stefan Merki, Stimme (Prolog)

Jewish Chamber Orchestra
Dirigent   Daniel Grossmann

Szenische Einrichtung   Martin Valdés-Stauber

Kammerspiele, München, 15. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend führt das Jewish Chamber Orchestra seines Zeichens Orchestra in Residence der Kammerspiele in München in ebendieser Spielstätte Béla Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg auf. Als Minimal-Opera. Das heißt, es gibt kein Bühnenbild, jedoch eine szenische Einrichtung, Sängerin und Sänger spielen. „Béla Bartók, Herzog Blaubarts Burg, Minimal Opera
Kammerspiele, München, 15. März 2026“
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Mixturtrautonium und Stimme: Zwischen Geräusch und Sphäre liegt Genuss

NEOS/Ins-Nichts-mit-ihm-Cover

CD-Besprechung:

Die Gelegenheit ist günstig: die Musik der CD „Ins Nichts mit ihm“ erklingt live am 25. April 2025 in den Kammerspielen in München.

Aufregende neue Musik kann im besten Fall nirgendwo einsortiert werden. Mein entdeckender Genuss des unerwarteten Hörens ist intensiv.

Ins Nichts mit ihm – Music against Despots for Mixturtrautonium and Voice
Peter Pichler
Mixturtrautonium
Melanie Dreher Sopran

München, 13. April 2025


von Frank Heublein

Das Mixturtrautonium ist ein elektronisches Instrument, das in Deutschland ab den späten 1920ern entwickelt wurde. Der CD Begleittext zeigt, wie physikalisch Tonerzeugung ist. Es heißt darin: „Das Trautonium war ursprünglich ein monophones Instrument und das erste, welches in der Lage war, Klänge zu erzeugen, indem es die hochfrequenten Kipp-Schwingungen zur Frequenzmodulation nutzt (die Basis des Synthesizers, welcher dann von La Cain, Buchla, Moog u.a. entwickelt wurde). […]

„CD-Besprechung: Ins Nichts mit ihm
live Kammerspiele München, 25. April 2025“
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Fäden als Sinnbild der gesprochenen Gedanken

Foto: Jubal Battisti

Münchner Kammerspiele, 25. November 2021

von Frank Heublein

In der Therese-Giese-Halle der Münchner Kammerspiele gastiert an diesem Donnerstagabend das besondere Dance On Ensemble, welches gemeinsam mit Schauspielern und Schauspielerinnen der Münchner Kammerspiele das Stück Fäden verkörpern. Fäden bewegen und sich von diesen bewegen lassen. Ivana Müller steuert Konzept, Text und Choreografie bei. Die heutige Premiere findet vor kleinem Publikum mit zugelassenen 30 Personen statt.

Das ist kein Tanz, den ich heute sehe, oder doch? Die meisten Bewegungen der acht Personen werden durch Fäden organisiert. Fingerdicke vielmeterlange Wollfäden unterschiedlicher Farben, die aufgerollt, abgerollt, geworfen, verwirrt, entwirrt werden. Auf, über, vor und neben einem quaderförmigen dreistufigen Aufbau. Langsam. Gemessen. Balletttänzerische Bewegungen erkenne ich nur in wenigen Momenten. „Dance On Ensemble, Ivana Müller,
Münchner Kammerspiele, 25. November 2021“
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