Foto: Johan Dalene (Photo Andreas Ströbl)
Interessante Kombinationen von sehr unterschiedlichen Musikstücken können, wie man in der Chemie sagen würde, zu spannungsreichen Reaktionen der Werke miteinander führen. Oder jedes wirkt aus sich heraus, was bei Ausführenden und Publikum eine gewisse Flexibilität voraussetzt. Das Ergebnis kann schlichtweg überraschen, wie beim NDR-Konzert mit Jukka-Pekka Saraste und Johan Dalene am 17. April 2026 in der Lübecker Musik- und Kongresshalle. Leider war die „MuK“ nur zu zwei Dritteln besucht, aber diejenigen, die dort waren, erlebten einen sehr besonderen Abend.
Jean Sibelius, Der Barde. Tondichtung für Orchester op. 64
Thomas Adès, Konzert für Violine und Orchester „Concentric Paths“ op. 23
Peter Iljitsch Tschaikowsky, Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“
Johan Dalene, Violine
Jukka-Pekka Saraste, Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester
Lübeck, Musik- und Kongresshalle, 18. April März 2026
von Dr. Andreas Ströbl
Selten gehörter Sibelius
Überraschend für viele, die meinen, die Werke von Sibelius zu kennen, dürfte „Der Barde“ gewesen sein. Die nur achtminütige Tondichtung von 1913 mag man in einer typisch nordischen Landschaft verorten, mit all ihrer Schroffheit, grauen Klippen und einem gischtenden Meer, an dessen Ufer einer dieser Sänger aus uralten Zeiten sitzt, einsam und dem kühlen Wind lauschend, der, wie in Heinrich Heines „Die Nacht am Strande“, dem Barden oder Skalden, wie die höfischen Dichter der alten Nordländer heißen, zuraunt. „Johan Dalene und Jukka-Pekka Saraste, Sibelius und Tschaikowsky
Musik- und Kongresshalle, Lübeck, 18. April März 2026“ weiterlesen