Wiener Konzerthaus © Lukas Beck
Fabio Biondi leitete im Konzerthaus die Kantaten I, II und VI aus Bachs Weihnachtsoratorium mit den Wiener Symphonikern, der Singakademie und exzellenten Gesangssolisten. Wer runden, homogenen Orchesterklang liebt, konnte zu Recht begeistert sein. Für den Liebhaber von historischer Aufführungspraxis blieb neben aufrichtiger Bewunderung leise Enttäuschung zurück.
Johann Sebastian Bach
Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantaten I, II, VI
Miriam Kutrowatz, Sopran
Marianne Beate Kielland, Mezzosopran
Robin Tritschler, Tenor
Matthias Winckhler, Bass
Wiener Singakademie, Einstudierung Heinz Ferlesch
Fabio Biondi, Leitung
Wiener Konzerthaus, 22. Dezember 2025
von Dr. Rudi Frühwirth
Wer bei Bach modernen, “symphonischen” Klang schätzt, kam an diesem Abend voll auf seine bzw. ihre Rechnung. Fabio Biondi gilt als Originalklangzpezialist, bewies aber, dass er auch ein klassisches Symphonieorchester wie die Wiener Symphoniker zu einer exzellenten Leistung führen kann. Das Oboenquartett, allen voran die Solooboe, bestachen mit hoher Klangkultur und Musizierfreude, die Trompeten brillierten sowohl in der ersten wie auch in der sechsten Kantate, die Soloflöte glänzte in zwei Arien als aufmerksamer und kammermusikalisch feinfühliger Begleiter. Auch die Streichergruppe überzeugte vollauf, und der basso continuo war in den zahlreichen Rezitativen ein zuverlässiges Fundament.
Die Wiener Singakademie, wie immer vorzüglich einstudiert von Heinz Ferlesch, hatte etwa 25 Sängerinnen und ebensoviele Sänger aufgeboten, passend zur mittelgroßen Orchesterbesetzung.
„Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantaten I, II, VI
Wiener Konzerthaus, 22. Dezember 2025“ weiterlesen