Bruno Walters Einspielung von Mahlers „Auferstehungssinfonie“ überzeugt bis heute

CD/Blu-ray-Besprechung:  Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“  klassik-begeistert.de, 16. Januar 2026

CD/Blu-ray-Besprechung:

Technisch ist die Einspielung von bemerkenswerter Frische, das transparente Klangbild ist für die 1950er Jahre geradezu sensationell. Die Wiederveröffentlichung in der Reihe Gramola Ikonen bringt eine bemerkenswerte historische Aufnahme zurück auf den Markt, wo sie dem heute überbordenden Angebot von Mahler-Aufnahmen eine interessante Alternative bietet.

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“

Emilia Cundari
Maureen Forrester

The Westminster Choir
New York Philharmonic Orchestra

Bruno Walter

Gramola 2025

von Peter Sommeregger

Bruno Walters Mahler-Einspielungen sind Dokumente von größter Authentizität, war der Dirigent doch persönlicher Freund Mahlers und für die postumen Uraufführungen von dessen 9. Symphonie und dem „Lied von der Erde“ verantwortlich.

Die erneute Veröffentlichung dieser Aufnahme der 2. Symphonie ermöglicht eine Wiederbegegnung mit dem Mahler-Interpreten Bruno Walter.

Aufgenommen 1957 in der New Yorker Carnegie Hall entstand die Einspielung zu einer Zeit, wo Aufführungen von Mahlers Kompositionen im internationalen Konzertbetrieb noch dünn gesät waren. Der Bann der Nationalsozialisten hatte die Rezeptionsgeschichte des jüdischen Komponisten nachhaltig beeinflusst.

Die New Yorker Philharmoniker spielten später unter Leonard Bernstein sämtliche Mahler-Symphonien ein, die spätestens seit dem Ende der 1960er Jahre ihre Renaissance in den Europäischen Konzertsälen erlebten. Gegen Ende seines Lebens hatte aber auch Bruno Walter bereits einen Großteil der Symphonien für die Schallplatte aufgenommen, denen eine gewisse Abgeklärtheit des hochbetagten Dirigenten eigen ist. So besticht der lyrische Ansatz in dieser Interpretation der 2., der die in dem Werk angelegte Monumentalität auf ein menschlicheres Maß reduziert, ohne dabei die Wucht der Musik zu mindern.

Mahlers Musik war für die New Yorker Musiker kein Neuland, unter Walters souveränem Dirigat entfaltet sich eine höchst anspruchsvolle Interpretation.

Die Solistinnen Emilia Cundari und Maureen Forrester sowie der Westminster Choir überzeugen in den vokalen Passagen. Die letzten von den Solistinnen gesungen Passagen sind deutlich im Vordergrund zu hören, ein wohl aufnahmetechnischer Trick, den man sich in anderen Aufnahmen auch gewünscht hätte.

Technisch ist die Einspielung von bemerkenswerter Frische, das transparente Klangbild ist für die 1950er Jahre geradezu sensationell. Die Wiederveröffentlichung in der Reihe Gramola Ikonen bringt eine bemerkenswerte historische Aufnahme zurück auf den Markt, wo sie dem heute überbordenden Angebot von Mahler-Aufnahmen eine interessante Alternative bietet.

Peter Sommeregger, 15. Januar 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

CD-Rezension: Bruno Walter, String Quartet, Piano Quintet, Aron Quartett, Massimo Giuseppe Bianchi classi-begeistert.de, 28. Juli 2023

Sommereggers Klassikwelt 126: Bruno Walter – Dirigent zwischen alter und neuer Welt, klassik-begeistert.de

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