Brünnhilde (Camilla Nylund). Dahinter: Siegfried, Gutrune, Hagen und Gunther © Brescia/Amisano – Teatro alla Scala
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 9. MÄRZ 2026
Mailand
„So – werf’ ich den Brand in Walhalls prangende Burg“: Camilla Nylund als Brünnhilde beendet diesen Opernzyklus in der Scala
Die “Götterdämmerung” in der einfallsreichen Regie von David McVicar ist der krönende Abschluss der Tetralogie in der Mailänder Scala. Nylund und Groissböck sind herausragende Antagonisten, Vogt ist wieder ein trefflicher Siegfried, der Rest der Besetzung ist spielt ebenso auf hohem Niveau. Alexander Soddy lässt das Orchester der Scala groß aufspielen. Ohne Musik wäre die Handlung der “Götterdämmerung” wohl nur schwer erträglich oder verständlich. Der tiefe Fall des Helden Siegfried, die Demütigung der ihres Wissens beraubten Walküre, Siegfrieds Tod und die Aufopferung Brünnhildes am Ende sind mit den bloßen Worten eines gesprochenen Dramas nicht einsichtig zu machen. Erst das über Stunden ausgebreitete musikalische Geflecht, der ständige Widerstreit der Motive im Orchester und das Zusammenspiel zwischen Gesang und orchestralem Ausdruck lassen uns die tieferen Zusammenhänge verstehen.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.at
Wien/Staatsoper
„Madame Butterfly“ an der Staatsoper: Da schnürt es einem den Hals zu (Bezahlartikel)
Bei ihrem Wiener Debüt in der Titelrolle von Puccinis Oper berührte Ermonela Jaho mit ihrem Spiel, enttäuschte aber stimmlich. Viel erfreulicher: Stephanie Maitland als Suzuki und Saimir Pirgu als Pinkerton. Es war die eindringlichste Szene des Abends: die zarte, kleine Puppe, die Butterflys Sohn verkörpert, neigt – durch Puppenspielerhand geführt – den Kopf, um seine Mutter zu trösten. Da entsteht eine so zerbrechliche Atmosphäre, dass es einem den Hals zuschnürt
DiePresse.com
„Don Pasquale“ an der Staatsoper: Polternder Schwerenöter im schäbigen Nachtclub (Bezahlartikel)
Irina Brooks’ Deutung von Donizettis Opera buffa funktioniert noch immer. Aber sie hätte sich diesmal eine bessere musikalische Umsetzung verdient.
DiePresse.com
Einspringen skandalfrei: Nina Minasyan im „Don Pasquale“ an der Staatsoper
Die Armenierin übernahm für Pretty Yende und überzeugte bei Donizetti durchaus. Bisweilen befeuert spontanes Einspringen Karrieren, wie einst jene von Luciano Pavarotti. 1963 sprang er in London für Giuseppe Di Stefano ein. Auch Montserrat Caballé profitierte nachhaltig, nachdem sie 1965 in New York Star Marilyn Horne vertreten hatte. Mitunter allerdings gibt es Unmut, wie zuletzt an der Staatsoper, als Eliška Weissová Anna Netrebko ersetzte und eher keinen Erfolg hatte. Hin und wieder aber, so wie nun bei Don Pasquale, als die Armenierin Nina Minasyan statt Pretty Yende auftrat, bleibt die Resonanz quasi im alltäglichen Höflichkeitsbereich. Seltsam.
DerStandard.at
Wien/Staatsoper
5.3.26 „Nabucco“, Staatsoper
Die dritte Vorstellung der laufenden „Nabucco“-Serie an der Wiener Staatsoper wurde mit Spannung erwartet. Würde Anna Netrebko singen? Ja, sie wird!
operinwien.at
Wien/Musikverein
Kissin im Musikverein: Dieser Liszt war eine Jahrhundert-Interpretation (Bezahlartikel)
Der Pianist Evgeny Kissin mit Beethoven, Chopin, Schumann und Liszt: ein umjubeltes Wechselbad.
DiePresse.com
Salzburg/Landestheater
„Eugen Onegin“ in Salzburg: Ein Luster als einzige Zierde (Bezahlartikel)
Szenisch reduziert, musikalisch packend: Tschaikowskis „Eugen Onegin“ am Salzburger Landestheater
Kurier.at
München
Narren und Herrscher – Barbara Wysocka inszeniert Verdis „Rigoletto“ in München
Audio von Jörn Florian Fuchs (5,53 Minuten)
deutschlandfunk.de
Kritik – „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper: Traumpaar in fader Inszenierung
Epstein-Assoziationen, ausgelutschte BDSM-Klischees und eine fantastische Gilda: Der neue „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper punktet mit den Sängerinnen und Sängern, nicht mit der Szene. Eine Inszenierung der gehobenen Mittelklasse, nicht zu ehrgeizig, aber auch nicht zu traditionell: Die Regisseurin Barbara Wysocka steckt die Figuren in zeitgenössische Abendgarderobe und stellt sie in eine coole, schwarze, abstrakte Bühnenarchitektur. Eine Upperclass-Party. Testosterongesteuerte Machtmänner im Smoking füllen junge Frauen mit Champagner ab, bedrängen sie, beuten ihre Abhängigkeit aus. Das naheliegende Stichwort nennt die Regisseurin im Programmheft: Epstein.
BR-Klassik.de
Früchtchen von heute: „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper
Aktualisierung ohne Modernisierungskrampf, eine Singdarstellerin vom Allerfeinsten und ein italienischer Kapellmeister im besten Sinne: Die Bayerische Staatsoper bringt Verdis „Rigoletto“ heraus.Mitten in der Orgie regnet es Papierblätter vom Himmel. Aktien könnten das sein, vielleicht auch belastende Dossiers, auf einem Video wird das gezeigt. Die Business-Kerle kümmert’s nicht, wer Kohle hat, blendet die Realität gern aus. Das Leben als Party und Gewinnmaximierung inklusive schnellem Sex im Nebenraum: Mantua, die Welt von Giuseppe Verdis Herzog, ist überall, sagt der Abend. Und wem die Fete zu öde wird, der gönnt sich in Lederkluft einen Ausflug in den SM-Club – Geld scheffeln stresst, außerdem muss der Hormonpegel zurück auf Normallevel.
tz.de
Ach, wenn Spott doch… – Münchens neuer „Rigoletto“ zeigt kein Vertrauen in Verdis Musik
Im Münchner Nationaltheater wollte das Team um Regisseurin Barbara Wysocka den Narren in jedem diktatorisch korrupten System dieser unserer, also Epstein-Zeit zeigen. Dafür hinkt im nachtschwarzen Bühnenraum Rigoletto herein, während hinter ihm in einem kleinen Raum Gilda einen Schmetterling an die Wand zeichnet, umgeben von 5-Tage-Gefängnis-Strichen an der Wand und dem Text „To die is nothing, but it is terrible not to live“. Damit wir verstehen, dass der Vater sie illusorisch streng behütet, schiebt er eine Fassadenwand davor. Er zieht ein Dinnerjacket samt Glitzerfliege an und wankt davon. Während dieser Wagen nach hinten fährt, lässt Bühnenbildnerin Barbara Hanicka von links einen metallen lichtgrau-schwarzen Designer-Raum hereinfahren – darauf der Herzog als Model-Smartie im Zweireiher-Smoking, während seine Smoking-Höflinge mit leicht bekleideten Girls auf zwei Etagen „rumtun“ und auf eine Fläche des Raums aber auch noch per Video ein „Hinten“ projiziert wird … nur ja nicht zu wenig … so dass der „Boss“ nach seinem „Questa o quella“ und der Vernaschung der Gräfin Ceprano mit losem Hemd wieder nach vorne kommt und den Hosenschlitz zuzieht – danke!
NeueMusikzeitung/nmz.de
München hat einen neuen „Rigoletto“: Eine Party mit männlicher Macht. (Bezahlartikel)
Ein neuer „Rigoletto“ hat an der Münchner Staatsoper Premiere: Ab damit ins Repertoire.
SalzburgerNachrichten.at
Opernpremiere von „Rigoletto“: Bis in die höchsten Höhen (Bezahlartikel)
Die Neuproduktion von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper ist ein Festival des schönen Gesangs.
SueddeutscheZeitung.de
Magdeburg
Der kostümierte Wahnsinn – Alfred Schnittkes „Leben mit einem Idioten“ an der Oper Magdeburg (Bezahlartkel)
Wenn man sich sich an eine Oper wie Alfred Schnittkes (1934-1998) „Leben mit einem Idioten“ wagt, demonstriert man Ambitionen. Und Risikobereitschaft. Als Intendant und als Regisseur. Auch wenn das Werk 2004 schon mal als Gastspiel aus Russland in Magdeburg zu sehen war. Im Falle der jüngsten eigenen Inszenierung dieser quasi postsowjetischen Groteske steht der Magdeburger Hausherr Julien Chavaz für die Programmentscheidung und für die Regie. Kann gut sein, dass in diesem Falle die in der letzten Zeit gut vernehmbare landesweite Anerkennung des hiesigen Schauspiels wie Rückenwind für die Opernsparte wirkte.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Hagen
Eine West Side im Zerfall
Leonard Bernstein: „West Side Story“
Yara Hassans „West Side Story“ am Theater Hagen zeigt den Klassiker nicht als glatte Musicalikone, sondern als Stück voller Risse. Der Abend erzählt von Liebe gegen Revierdenken, von Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Dabei findet er seine stärksten Momente dort, wo Musik, Licht und das Ensemble der Tragödie Dringlichkeit geben.
DieDeutscheBuehne.de
Amsterdam
Verschmelzung von Film und Bühne – Michel van der Aas Filmoper „Theory of Flames“ in Amsterdam uraufgeführt
Mit seiner neuen Filmoper „Theory of Flames“, die am vergangenen Freitag zum Auftakt des Opera Forward Festival 2026 an De Nationale Opera in Amsterdam uraufgeführt wurde, setzt der Komponist Michel van der Aa seinen künstlerischen Weg unbeirrt fort. Mit enormer Perfektion verschmelzen Film und Bühne, elektronische Zuspielungen und Live-Musizieren zu einer Gesamtheit, die sich einem brandaktuellen Sujet widmet: dem Umgang mit Fake News und Verschwörungstheorien.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Paris
Paris: „Un ballo in maschera“, Giuseppe Verdi Eindrucksvolles Operngeschehen
In der Regie von Gilbert Deflo gelang der Opéra national de Paris Bastille mit der Neuinszenierung der Oper Un ballo in maschera von Giuseppe Verdi ein großer Opernwurf, der einmal mehr die ganze Dramatik und Wirkung der Kunstform zeigte, wenn sich die Bühnenbilder mit der jeweiligen dramaturgischen Aussage treffen und gegenseitig potenzieren. Das war endlich einmal wieder die Verdichtung auf das, was die Oper eigentlich ist. Klar konturierte Bühnenbilder von William Orlandi, der auch für die überaus geschmackvollen und auf die Dekors fein abgestimmten Kostüme verantwortlich zeichnete, passten thematisch zum jeweiligen Akt vor einem dunklen bis schwarzen Hintergrund.
Von Klaus Billand
deropernfreund.de
Frankfurt/Alte Oper
Fabelhafte Doppelbegabung– Szeps-Znaider begeistert als Solist und Dirigent
Es gibt Abende, an denen die Trennung zwischen Podium und Pult nicht nur aufgehoben, sondern als künstliches Konstrukt entlarvt wird. Nikolaj Szeps-Znaider gehört zu den wenigen Künstlern, denen dies gelingt, ohne in bloße Effekthascherei abzugleiten. Wer ihn am 6. März 2026 in der Alten Oper Frankfurt mit dem hr-Sinfonieorchester erlebte, sah keinen Solisten, der „nebenher“ dirigiert, sondern einen Musiker, der das Orchester als Erweiterung seines eigenen Resonanzkörpers begreift. Der in Kopenhagen geborene Weltbürger mit polnischen Wurzeln hat die vermeintliche Enge des Geigenrepertoires hinter sich gelassen, um mit dem „großen Pinsel“ des Dirigentenstabs jene Dimensionen auszuleuchten, die der Violine allein verwehrt bleiben.
Von Dirk Schauß
Klassik.begeistert.de
CD/Blu-ray-Besprechung
Zwischen Ekstase und Erdenstaub: Die Azrieli-Preisträger 2024
Wenn ein Label wie Analekta das fünfte Album einer Reihe veröffentlicht, die sich ausschließlich zeitgenössischen Kompositionsaufträgen widmet, könnte man trockene Theorie erwarten. Doch weit gefehlt. Die Einspielung der Azrieli Music Prizes 2024 ist kein akademisches Pflichtprogramm, sondern eine hochemotionale Weltreise, die vom kanadischen Ahornwald bis in die staubigen Ruinen der Azteken führt. Das Orchestre symphonique de Montréal und sein fantastischer Chor unter der Leitung von Andrew Megill beweisen hier, dass „neu“ nicht „unzugänglich“ bedeuten muss.
Von Dirk Schauß
Klassik-begeistert.de
Wien
Amadeus-Awards an arrivierte Acts wie Folkshilfe und Seiler & Speer
Kein großer Abräumer, wenig Preise für Newcomer bei der Verleihung am Freitagabend. Die vielleicht begehrteste Kategorie „Album des Jahres“ gewann die drei Mal nominierte Band Folkshilfe für ihren Longplayer „bunt“. Der Preis für „Ö3 Song des Jahres“ wurde Pizzera & Jaus für „Zweifelturm“ zugesprochen, den ebenfalls drei Mal nominierten „Seiler und Speer“ der für „Live Act des Jahres“. Letzteres kam wenig überraschend: Christopher Seiler und Bernhard Speer hatten vorigen Sommer als erste heimische Band das Ernst-Happel-Stadion mit 50.000 Besuchern restlos ausverkauft und damit einen Meilenstein für die Szene gesetzt. Mit einem zusätzlichen Award in der Genre-Kategorie „Pop/Rock“ war das Duo heuer der einzige Act, der mehrfach ausgezeichnet wurde.
Kultur.at
Wien/Raimund-Theater
Ein märchenhafter Welterfolg kehrt zurück!
Ab Herbst 2026 wird Wien erneut zur Bühne für eines der bezauberndsten Musicals aller Zeiten: Disneys „Die Schöne und das Biest“ feiert große Premiere im Raimund Theater. Die „Krone“ lädt bereits vorab zur exklusiven Preview am 18. September 2026 ein. Ticktes für dieses Musicalhighlight gibt es im Krone-Ticketshop unter ticket.krone.at.
krone.at
Lüdersen
Was bringt eine bekannte Opernsängerin dazu, nach Lüdersen zu ziehen?
… Opernsängerin für Richard-Wagner- und Richard- Strauss-Opern. Nun ist sie mit ihrem Mann, dem Fotografen Peter Seyfferth, nach Lüdersen gezogen …
ndz.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Karlsruhe
Internationale Händel-Festspiele Karlsruhe 2026: ‘Tamerlano’ & ‘Atalanta’
Handelian Diptych Illuminates Tyranny, Tears & Triumphant Youth
operawire.com
Budapest
Víkingur Ólafsson’s tribute to Kurtág
The Icelandic pianist captured the spirit of the 100-year-old Hungarian Composer in a masterful, intimate celebration. Plus, a virtuosic performance by Behzod Abduraimov
observer.co.uk
Amsterdam
Riccardo Chailly makes a highly anticipated return to the Royal Concertgebouw
bachtrack.com/de
London
Architecture and transformation in Mao Fujita’s Carnegie Hall recital
seenandheard-international.com
LSO/Hannigan review – intensely fluent soprano switches into full command as conductor
theguardian.com
New York
The Met Opera’s Desperate Hunt for Money (Subscription required)
The Met has looked to a foreign government, to new strategies, even to outer space, in its scramble to find money to sustain the country’s largest performing arts organization nytimes.com
Boston
Andris Nelsons to Leave the BSO
According to the Trustees of the Boston Symphony Orchestra and President and Chief Executive Officer Chad Smith, Andris Nelsons will conclude his BSO tenure after the 2027 Tanglewood season. A letter from Nelsons to friends and colleagues is appended.
classical-scene.com
Blomstedt returns to BSO for lean yet rich and rewarding Brahms
bostonclassicalreview.com
Chicago
Review: Chicago Opera Theater’s production of Kurt Weill’s Der Silbersee
gramilano.com
Review: Klaus Mäkelä deepens the CSO relationship with an ebullient ‘Rite’
chicago.suntimes.com
Adelaide
Luigi Rossi’s Orfeo makes it a hat trick for Pygmalion at the Adelaide Festival
bachtrack.com/de
Recordings
Italian elegance: Italian Perspectives (Pentatone)
thecritic.co.uk
Ballett / Tanz
Graz
Ballett der Oper Graz: „Viele Zuschauer kommen zwei- oder dreimal“
krone.at
St.Pölten
Romeo und Julia ohne Liebespaar in St. Pölten (Bezahlartikel) Das
Oper Ballet Vlaanderen mit einer Choreografie zu Prokofjews „Romeo und Julia“ von Marcos Morau im Festspielhaus St. Pölten.
Kurier.at
Ausstellung: Tanz und Fotografie verbindet viele Revolutionen
Die Albertina gibt mit „Tanzbilder“ Einblick in die umfangreichen Foto-Bestände des Hauses. Rund 120 Aufnahmen von den 1860er bis in die 1930er Jahre zeigen, wie Ausdruck und Bewegung sich dabei verändert haben. Zu sehen bis 7. Juni in der Albertina modern im Künstlerhaus.
krone.at
Ballet / Dances
L.A. Dance Project: a fugitive Romeo & Juliet Suite in New York
bachtrack.com/de
Medien
Wer Journalist sein will, muss schön sein
Neben Make-up und Muskelaufbau widmen sich Influencer längst auch den Nachrichten. Sieht so die Zukunft des Journalismus aus?
DiePresse.com
Politik
Württemberg/Deutschland
Knapper Sieg für Grüne in Baden-Württemberg
In den Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag haben die Grünen unter Spitzenkandidat Cem Özdemir eine veritable Aufholjagd hingelegt. Ein Machtwechsel schien schon fast fix, doch für die CDU reichte es dann doch knapp nicht zum Sieg. Die AfD kam auf den dritten Platz. Zum Debakel geriet die Wahl für die SPD, die gerade noch den Einzug in den Landtag schaffte, und die FDP, die daran scheiterte.
orf.at
Österreich
Nach interner Klausur: Pinke Planspiele. NEOS wollen Bundesrat abschaffen
Auf einer Klubklausur entwickelte Österreichs kleinste Regierungspartei pinke Planspiele. Die Abschaffung der Länderkammer im Parlament soll zur „Abnehmspritze für einen schlankeren Staat“ werden. 8,5 Millionen Euro pro Jahr könnten so eingespart werden. Auch im Bildungs- und Gesundheitsbereich hat man klare Vorstellungen.
krone.at
International
Ölpreis steigt weiter, Börsen brechen ein + USA ordnen Ausreise von Diplomaten
Israel bombardiert Öllager in Teheran und fliegt Angriffe im Libanon. Der Krieg hat den Ölpreis am Montag auf den höchsten Stand seit Juli 2022 getrieben. Der Live-Bericht zu allen aktuellen Entwicklungen im Iran-Krieg.
Kurier.at
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Unter’m Strich
Vor 45 Jahren: Marianne Bachmeier und die Rache für ihre tote Tochter
1980 wird die siebenjährige Anna Bachmeier erwürgt. Ihre Mutter Marianne erschießt den mutmaßlichen Mörder am 6. März 1981 im Gerichtssaal in Lübeck. Der Akt der Selbstjustiz schreibt Rechtsgeschichte. Lübeck, 6. März 1981, kurz vor 10 Uhr. Es ist der dritte Prozesstag im Mordfall um die siebenjährige Anna, die am 5. Mai 1980 erwürgt wurde. Der mutmaßliche Täter, Klaus Grabowski, ist ein vorbestrafter Sexualstraftäter und hat den Mord bereits gestanden. Er sitzt in Saal 157 des Lübecker Landgerichts, als sich von hinten Marianne Bachmeier nähert – Annas Mutter. Sie zieht eine Beretta, Kaliber 22, aus ihrer weiten Manteltasche, zielt auf Grabowskis Rücken und drückt acht Mal ab. Sechs Schüsse treffen. Der 35-jährige Fleischer stirbt noch im Gerichtssaal.
ndr.de
Zeitumstellung adé: Diese Länder haben das nervige Uhrendrehen bereits abgeschafft
Die erste Zeitumstellung wurde 1908 in Kanada eingeführt, seitdem haben weltweit viele Länder das System der Sommer- und Winterzeit (Normalzeit) übernommen. Aktuell gibt es aber wieder einen negativen Trend, mehr und mehr Länder schaffen das Hin und Her aus guten Gründen wieder ab. Welche Länder die Zeitumstellung bereits abgeschafft haben, erfahrt ihr hier.
giga.de
Autorennsport/Formel 1
Neue Formel-1-Ära. Formel 1: Russell triumphierte bei Mercedes-Doppelsieg in Melbourne
WM-Favorit George Russell setzte sich am Sonntag im Grand Prix von Australien in Melbourne vor seinem Teamkollegen Kimi Antonelli durch. Zweite Kraft waren die Ferraris von Charles Leclerc und Lewis Hamilton auf den Plätzen drei und vier. Weltmeister Lando Norris wurde im McLaren Fünfter, Red-Bull-Star Max Verstappen fuhr von Startplatz 20 auf sechs nach vorne.
OÖNachrichten.at
Österreich/Fußball
Rapid siegt minimalistisch und fixiert die Top 6
Rapid hat in der letzten Runde des Grunddurchgangs den Sprung in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga geschafft. Die Hütteldorfer feierten durch ein Tor von Janis Antiste (38.) einen schmeichelhaften 1:0-Heimsieg über Red Bull Salzburg. Die „Bullen“ verloren dadurch die Tabellenführung und gehen als Zweiter in die entscheidende Saisonphase, Rapid als Sechster. Für Grün-Weiß war es erst der vierte Erfolg über den Ex-Serienchampion in den jüngsten 39 Meisterschaftsduellen.
krone.at
Offene Drohungen: Rund 150 Austria-Fans gingen in Wels viel zu weit
Vor dem Spiel in Ried machten einige violette Anhänger in Wels Stopp und agitierten gegen Jürgen Werner. Eine Grenze ist überschritten worden. Die Austria distanziert sich.
Kurier.sport
INFOS DES TAGES (MONTAG, 9. MÄRZ 2026)
INFOS DES TAGES (MONTAG, 9. MÄRZ 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Neuer Rigoletto an der Bayerischen Staatsoper

Verdis Oper „Rigoletto“ auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper in München © Geoffroy Schied
Kritik – „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper: Traumpaar in fader Inszenierung
Epstein-Assoziationen, ausgelutschte BDSM-Klischees und eine fantastische Gilda: Der neue „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper punktet mit den Sängerinnen und Sängern, nicht mit der Szene. Eine Inszenierung der gehobenen Mittelklasse, nicht zu ehrgeizig, aber auch nicht zu traditionell: Die Regisseurin Barbara Wysocka steckt die Figuren in zeitgenössische Abendgarderobe und stellt sie in eine coole, schwarze, abstrakte Bühnenarchitektur. Eine Upperclass-Party. Testosterongesteuerte Machtmänner im Smoking füllen junge Frauen mit Champagner ab, bedrängen sie, beuten ihre Abhängigkeit aus. Das naheliegende Stichwort nennt die Regisseurin im Programmheft: Epstein.
BR-Klassik.de
Früchtchen von heute: „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper
Aktualisierung ohne Modernisierungskrampf, eine Singdarstellerin vom Allerfeinsten und ein italienischer Kapellmeister im besten Sinne: Die Bayerische Staatsoper bringt Verdis „Rigoletto“ heraus.Mitten in der Orgie regnet es Papierblätter vom Himmel. Aktien könnten das sein, vielleicht auch belastende Dossiers, auf einem Video wird das gezeigt. Die Business-Kerle kümmert’s nicht, wer Kohle hat, blendet die Realität gern aus. Das Leben als Party und Gewinnmaximierung inklusive schnellem Sex im Nebenraum: Mantua, die Welt von Giuseppe Verdis Herzog, ist überall, sagt der Abend. Und wem die Fete zu öde wird, der gönnt sich in Lederkluft einen Ausflug in den SM-Club – Geld scheffeln stresst, außerdem muss der Hormonpegel zurück auf Normallevel.
tz.muenchen.de
Ach, wenn Spott doch… – Münchens neuer „Rigoletto“ zeigt kein Vertrauen in Verdis Musik
Im Münchner Nationaltheater wollte das Team um Regisseurin Barbara Wysocka den Narren in jedem diktatorisch korrupten System dieser unserer, also Epstein-Zeit zeigen. Dafür hinkt im nachtschwarzen Bühnenraum Rigoletto herein, während hinter ihm in einem kleinen Raum Gilda einen Schmetterling an die Wand zeichnet, umgeben von 5-Tage-Gefängnis-Strichen an der Wand und dem Text „To die is nothing, but it is terrible not to live“. Damit wir verstehen, dass der Vater sie illusorisch streng behütet, schiebt er eine Fassadenwand davor. Er zieht ein Dinnerjacket samt Glitzerfliege an und wankt davon. Während dieser Wagen nach hinten fährt, lässt Bühnenbildnerin Barbara Hanicka von links einen metallen lichtgrau-schwarzen Designer-Raum hereinfahren – darauf der Herzog als Model-Smartie im Zweireiher-Smoking, während seine Smoking-Höflinge mit leicht bekleideten Girls auf zwei Etagen „rumtun“ und auf eine Fläche des Raums aber auch noch per Video ein „Hinten“ projiziert wird … nur ja nicht zu wenig … so dass der „Boss“ nach seinem „Questa o quella“ und der Vernaschung der Gräfin Ceprano mit losem Hemd wieder nach vorne kommt und den Hosenschlitz zuzieht – danke!
NeueMusikzeitung/nmz.de
München hat einen neuen „Rigoletto“: Eine Party mit männlicher Macht. (Bezahlartikel)
Ein neuer „Rigoletto“ hat an der Münchner Staatsoper Premiere: Ab damit ins Repertoire.
SalzburgerNachrichten.at
Opernpremiere von „Rigoletto“: Bis in die höchsten Höhen (Bezahlartikel)
Die Neuproduktion von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper ist ein Festival des schönen Gesangs.
SueddeutscheZeitung.de
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Wiener Staatsoper: Heute Premiere LA CLEMENZA DI TITO

LA CLEMENZA DI TITO: Heras-Casado; Lauwers, Müller, Ilie, D’Angelo, Neuhaus; Mokkhoabane, Franca (9.3. Prem./12./16./21./24./27.)

Zur Einführungsmatinee durch den Staatsoperndirektor
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Mailand
„So – werf’ ich den Brand in Walhalls prangende Burg“: Camilla Nylund als Brünnhilde beendet diesen Opernzyklus in der Scala

Klaus Florian Vogt, Camilla Nylund © Brescia & Aminano/Teatro alla Scala
Die “Götterdämmerung” in der einfallsreichen Regie von David McVicar ist der krönende Abschluss der Tetralogie in der Mailänder Scala. Nylund und Groissböck sind herausragende Antagonisten, Vogt ist wieder ein trefflicher Siegfried, der Rest der Besetzung ist spielt ebenso auf hohem Niveau. Alexander Soddy lässt das Orchester der Scala groß aufspielen. Ohne Musik wäre die Handlung der “Götterdämmerung” wohl nur schwer erträglich oder verständlich. Der tiefe Fall des Helden Siegfried, die Demütigung der ihres Wissens beraubten Walküre, Siegfrieds Tod und die Aufopferung Brünnhildes am Ende sind mit den bloßen Worten eines gesprochenen Dramas nicht einsichtig zu machen. Erst das über Stunden ausgebreitete musikalische Geflecht, der ständige Widerstreit der Motive im Orchester und das Zusammenspiel zwischen Gesang und orchestralem Ausdruck lassen uns die tieferen Zusammenhänge verstehen.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de
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Stuttgarter Ballett: „AUGEN/BLICKE“ 6.3.2026 (Premiere) – Vielseitige Betrachtungen einer flüchtigen Kunst
Ein programmatisch hoch ambitionierter Ballettabend vereinte zwei Erstaufführungen und eine Uraufführung und brachte jetzt obendrein einen der großen Gegenwarts-Choreographen erstmals nach Stuttgart. Alle drei Arbeiten kreisen um die Flüchtigkeit des Augenblicks, den Moment des Entstehens und die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Betrachtens. In welcher Form und mit welchen Mitteln dies umgesetzt wird, unterliegt dem Geschmack jedes Einzelnen.

Elisa Badenes und Christopher Kunzelmann in „Shut Eye“ © Roman Novitzky / Stuttgarter Ballett
Sol León und Paul Lightfoot geht es in „SHUT EYE“ (Uraufführung April 2016 beim Nederlands Dans Theater) um die Schwelle zwischen Realität und Traum, um die Frage, was das menschliche Gehirn im Verhältnis von Licht und Dunkel aufnimmt und ob/welche Emotionen bei der Erfassung eine Rolle spielen. Dafür haben sie selbst einen Bühnenraum konzipiert, der im Prinzip aus nur einer zentral rückwärtigen Türe besteht, durch die immer wieder Auf- und Abtritte erfolgen, die aber letztendlich im Ungewissen lässt, ob davor oder dahinter Innen- und Außenwelt sind. Über imaginäre Wände gleiten wechselnde Schatten, eine Beleuchtungsquelle verändert beständig die Wahrnehmung der bewusst farblos auch vom Choreographen-Duo eingekleideten Tänzer, die sich so manchmal kaum von ihrer Umgebung abheben. Wie im als Bezugsquelle genannten Stummfilm verschwimmen Konturen, erhalten Bewegungen einen flackernden Charakter. Das choreographische Material ist teilweise fragmentartig, wie einzeln angedeutet, aber nicht zu einem Ganzen verbunden. Eine stark akzentuierte Mimik sowie kurze Laute unterstützen die flüchtigen Bewegungen, so auch wenn Abgänge über eine Treppe in den Orchestergraben traumwandlerische Züge aufweisen. Auch die von Ólafur Arnalds aus diversen Chopin-Nocturne arrangierte Musik sowie eine minimalistische Züge aufweisende Eigenkomposition von Bryce Dessner entspricht durch einen trotz vertrauter Töne fremden, gedämpften Klang der diffusen Zusammensetzung des Gesehenen. Die 8 TänzerInnen sind optisch stilistisch individuell gezeichnet, vereinen sich in Duos und Trios oder wechseln unvermittelt in verschiedenen Kombinationen. Friedemann Vogel kann auch hier zunächst mit freiem Oberkörper dessen Perfektion in der Gewandtheit gestreckter wie kauernder Haltungen ausspielen und sich wie immer auch in ein Ensemble einpassen, Mizuki Amemiya vereint Feinheit und deutlichen Stummfilm-Charakter, Elisa Badenes beweist in wieder anderer Form ihre universelle Dehnbarkeit, Christopher Kunzelmann gewinnt immer mehr an darstellerischer Kontur und Geschick im Partnern. Erstmals tritt Peter Hull aus dem Corps de ballet solistisch hervor und zeigt Präsenz und das Potenzial, ihm bald weitere solche Gelegenheiten zu geben. Mit einem betont extrovertierten Solo bleibt Fabio Adorisio besonders in Erinnerung. Anton Tcherny und Riccardo Ferlito sind keineswegs nur Ergänzungen, sondern Tänzer mit eigenständiger Note. Alles in allem eine die Augen äußerst fordernde und vielleicht auch deshalb doch etwas zu lang erscheinende Kreation.

Das Ensemble in „Vermilion“ © Carlos Quezada
Die Halbsolistin Vittoria Girelli hat sich inzwischen zu einer choreographischen Institution des Hauses entwickelt und mit ihrer neuesten Arbeit zum ersten Mal ein Projekt mit Live-Orchester im Opernhaus übertragen bekommen. In ihrem Interesse für Naturwissenschaften wurde sie diesmal von der Antike, speziell den Metamorphosen des Ovid inspiriert. Hinter „VERMILION“ (= Zinnoberrot) verbirgt sich eine Studie über das Entstehen von Leben aus dem Ur-Kosmos, die Momente des Wandels und der Verwandlung. Allein die Ästhetik der Bühnengestaltung (Tom Visser) garantiert ein Kunstwerk zum Hinschauen. Vor in wechselnd leuchtenden Farben bestrahltem oder ins Gegenlicht gerücktem Hintergrund hängen Steine verschiedener Größe, die von Nebelschwaden umhüllt schwebenden Eindruck in einem Art Urzustand des Lebens erwecken und durch wechselnde Licht-Einstellungen ihr Erscheinungsbild verändern. Umso schwerer wiegen die Körper, die sich von der Erdanziehungskraft bestimmt, wie Zwitterwesen von Mensch und Tier meist schleppend bewegen, mal aufrichten, dann wieder zur Erde neigen. Ihre rot glitzernden Shorts und schulterfreien Oberteile (Maria Girelli) symbolisieren das Magma, das Innere Fleischliche des Menschen und ermöglichen dadurch eine spiegelnde Synergie im Bühnenraum. Die Magie dieses Tanztheaters liegt in der Gleichzeitigkeit von Langsamkeit und innerer Spannung, von Verharren und unter der Oberfläche spürbarem Vorwärtsdrang, im gebremsten und dennoch von innen heraus pulsierenden Agieren, weniger im choreographischen Material als solchem, das Girelli z.B. in ihrem letzten Stück großzügiger entfaltet hat. Allerdings befindet sich alles in den rund dreissig Minuten im beständigen Fluss, unterstützt vom musikalischen Arrangement von Davidson Jaconello, der zwei symphonische Beethoven-Sätze und ein Thema von Thomas Tallis in eine neue, live gespielte Klang-Atmosphäre verwandelt hat. Die große Erwartung der bevorstehenden Verwandlung beginnt bereits mit dem zu höchster Lautstärke anschwellenden Tutti, bevor sich der Vorhang öffnet.
Die zehn Mitwirkenden sind überwiegend als sich oft auch synchron bewegende Gruppe eingesetzt. Deren Einheit aus Präzision und Ausdruckswillen beweist die Qualität der Stuttgarter Tänzer quer durch alle Hierarchien vom Ersten Solisten bis zum Corps-Tänzer. Nur kurz formieren sich Diana Ionescu und Henrik Erikson sowie Rocío Alemán und Martino Semenzato zu Duos oder mal zu einem Trio. Eduardo Sartori, Lassi Hirvonen, Ava Arbuckle, Joaquin Gaubeca, Macéo Gérard und Leon Metelsky ergänzen das Ensemble wie gesagt lückenlos.

Diana Ionescu und Henrik Erikson in „Within the golden hour“ © Carlos Quezada
Kaum zu glauben, dass bislang noch nie eine Choreographie von Christopher Wheeldon ins Stuttgarter Repertoire Einzug gehalten hat, wo der Brite international in den wichtigsten bedeutenden Compagnien vertreten ist. „WITHIN THE GOLDEN HOUR“ ist 2008 fürs San Francisco Ballet geschaffen worden und bezieht sich im Titel auf die letzte goldene Stunde vor dem Sonnenuntergang. Angeregt durch die verschwimmend goldglänzenden Gemälde von Gustav Klimt, hat Wheeldon ein pures Kaleidoskop feiner Neoklassik mit fließend pastellfarbenen Kostümen von Zac Posen in einem von Peter Mumford warm ausgestrahlten Bühnenraum entworfen. Die minimalistisch inspirierte, zart verästelte und stets im Fluss bleibende romantisch schimmernde Streicher-Komposition gleichen Namens des viel zu früh verstorbenen Ezio Bosso vervollkommnet dieses Fest eines konzertanten Ballettes aus hohem technischem Anspruch, Musik und Lichtdesign. Tanz, der im Vergleich zu den beiden vorigen Stücken keiner Erklärung bedarf, auf den Punkt gebracht seine Schönheit und den kostbaren Moment des Entstehens und seiner Empfindung feiert und nach der voran gegangenen fordernden Kost zum Genießen einlädt.
Für Letzteres garantieren alle Beteiligten, die in sieben Paare gegliedert sind und auch in zurückhaltenderen Phasen durchweg den geforderten vollen Körpereinsatz zeigen. In das knapp halbstündige Werk sind drei Pas de deux eingebettet, die das klassische Vokabular auf vielfältige Weise auffächern und Wheeldons Motto von partnerschaftlicher Sanftheit, Aufmerksamkeit und Vertrauen betonen. Den von Pizzicato und Solo-Viola zart umschmeichelten „Light Hearts Pas de deux“ tanzen Diana Ionescu und Henrik Erikson mit liebevoll spielerischer Note in meist kleinteiligem Zuschnitt. Im „Dreamers Pas de deux“ verschmelzen die jüngste Solistin Abigail Wilson-Heisel und Satchel Tanner zu passend träumerischer Einheit. Der musikalisch mit dem intimen Andante aus Vivaldis B-Dur Violinkonzert (Solistin Yoerae Kim) wie eine Insel wirkende „Lovers Pas de deux“ wird von Anna Osadcenko und dem wie stets herausragend zuverlässig partnernden Martí Paixà bis in einige markante, organisch in den Ablauf eingebundene Hebungen in aller Sorgfalt leicht zelebriert, als wollten sie in diesem besonderen Moment verweilen.
Aber auch die weiteren Paare hätten es verdient gehabt im Besetzungszettel nicht nur als Ensemble geführt, sondern hinsichtlich ihrer doch nicht nur als Gruppe wahrnehmbaren Leistungen namentlich genannt zu werden. Besonders die beiden Halbsolisten Edoardo Sartori und Dorian Plasse, die in einem kurzen sprühenden Pas de deux nichts an technischer Brillanz zu wünschen übrig ließen. Alle weiteren waren wohl nur für die Stammbesucher zu identifizieren: Natalie Thornley-Hall, Irene Yang, Lily Babbage, Priscylla Gallo, Mitchell Milhollin und Leon Metelsky.
Das Staatsorchester Stuttgart wurde von Wolfgang Heinz geschickt durch die unterschiedlichen Klangwelten gesteuert.
Ein anspruchsvoller Abend, an dem jeder Beitrag sein Publikum fand und auf differenzierte Begeisterung stieß.
Udo Klebes
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Ein Update zur „Wiederauferstehung“ von LISE CRISTIANI in 2025/26 ✍️
Vor einem Jahr habe ich Euch/Sie auf eine schöne ARTE Doku hingewiesen (Sol Gabetta/Lise Cristiani), die der Auftakt eines „Lise-Jahrs“ war.
Ein Jahr später folgt ein kleines Update zur Info, über was seit März 2025 alles passiert ist und 2026 noch passieren wird ✍️🎶🎂🥂🎉
Zuerst «unter uns» – auch der Grund, weswegen ich so wenig geschrieben habe -, es war zuerst so etwas wie «gegen den Strom schwimmen». Da bin ich sicherlich nicht der Einzige in Frankreich, denn seit der Pandemie ist hier quasi der ganze Markt für klassische Musik (Papier-Bücher und CDs) eingestürzt. Die großen Verlage haben ihre bekannten und bewährten Musikserien eingestellt (weil die sich nicht genug verkauften) und zwei von den vier französischen Musikzeitschriften wurden 2025 geschlossen. In Folge davon leider auch die Noten- und Musikbuchhandlungen, so wie Beuscher (seit 1850 in Paris an der Bastille). Frankreich gilt zurecht immer noch als ein Bücherland, es gibt z.B. noch 560 Buchläden in Paris, aber davon nur noch einen einzigen für Musikbücher – und der ist auch schon der letzte von ganz Frankreich.
Es war also nicht leicht, Interesse für ein so ein spezielles Thema zu wecken und es irgendwie gehaltvoll in die Presse zu bekommen. Und dort läuft Vieles nun ganz anders als in Deutschland… Wer vergleichen will: Hier die deutsche Wikipedia Seite (Link) – absolut vorbildlich : Vor einem Jahr, gleich nach der Ausstrahlung der ARTE-Doku, wurden die neuen Informationen gleich eingesetzt, jede Veröffentlichung jedes Forschers zu dem Thema wird zitiert, mit inzwischen 53 Belegen – mit allen Artikeln die Ihr/Sie dazu geschrieben habt. Dazu als Vergleich die französische Wikipedia Seite (Link) mit nonchalantem «laissez-faire» : nach acht Monaten die erste Erwähnung des Films, immerhin über eine wiederentdeckte Pariserin, mit gerade 3 Belegen… Aber zum Glück änderte sich die Strömung im Oktober mit einer ganzen Seite in «Le Figaro» und im Dezember hat sich die gesamte Presse interessiert, selbst die «Revue des deux Mondes» (aus 1829, also seit Lises Lebzeiten).
Kurzes Update :
1) Viele haben die schöne ARTE-DOKU nicht gesehen oder nur kurz reingeguckt: «Mit dem Cello ans Ende der Welt / Sol Gabetta auf den Spuren von Lise Cristiani», Film von Simone Jung, Frankfurt, 53 min. Der Replay wurde bis Ende November verlängert, mit Untertiteln in vier Sprachen. Jetzt gehört der Film wieder dem Hessischen Rundfunk und kann man ihn bis Dezember 2026 auf der ARD Mediathek sehen (Hier schon der Link).
2) Die CD Lise Cristiani von Sol Gabetta (an der ich mitgearbeitet und den Text für das Booklet geschrieben habe), ist wirklich sehr schön & besonders geworden. Sie bekam inzwischen in Frankreich alle nur möglichen Plattenpreise und man kann sie nun im Internet kostenlos anhören. (Links unten)
3) Meine (unsere für die Kapitel in Russland) erste Biografie von Lise Cristiani erschien im November und wurde an ihrem 200. Geburtstag, am 4. Dezember, auf einem großen Abend in Paris mit 300 Leuten «lanciert» (Manche von Euch sind dafür extra aus Deutschland gekommen, wofür noch einmal ausdrücklichen Dank!). Die Reaktionen und die Presse waren wunderbar und zehn Tage später stand das Buch im «Top 3» der meistverkauften Musikbücher in Frankreich. So war der erste Druck schon Anfang Januar ausverkauft und wird nun am Zweiten gearbeitet (in Spanien, noch mit Offset und Binden). Er soll Ende März in den Buchläden liegen, weil dann schon unsere nächsten Lise-Events in und um Paris sind.
4. 2026 erscheint noch ein zweites Buch, mit denen in fünf Jahren Recherchen (von New York bis Moskau und Stockholm bis Cremona) gefundenen Dokumenten und Quellentexten : Auf den Spuren von Lise Cristiani / im Original: Sur les traces de Lise Cristiani, documents réunis et présentés par Waldemar Kamer, avec un avant-propos de Sol Gabetta (wieder mit der Unterstützung des Palazzetto Bru Zane – Centre de musique romantique française). Dieses Buch – sehr dick, deswegen wahrscheinlich ein ebook oder print-on-demand – richtet sich an Forscher an diesem Themenkreis (so viele kritisch editierte Quellentexte gibt es nicht), Journalisten und Historiker, die darüber schreiben (z.B. Fanny und Felix Mendelssohn), Musiker, die Konzerte zu Lise auf die Beine stellen wollen (das durch sie gespielte und ihr gewidmete Repertoire) und hoffentlich auch Studenten – ich bekam schon Anfragen für eine Masterarbeit über Lise in Madrid 😉.
Geplant sind 2026 auch noch eine Gedenktafel auf Lises «Geburtshaus» in Paris und ein Garten oder Straße mit ihrem Namen. Das sollte eigentlich am 4. Dezember passieren – doch hängt von der nun bevorstehenden Bürgermeisterwahl ab (in Frankreich darf kein Bürgermeister Entscheidungen nehmen, die sein Nachfolger eventuell nicht billigt).
Auch wenn reichlich spät – doch dafür ist es nie zu spät ! – wünsche ich Euch/Ihnen alles Gute für 2026 und …gutes Schreiben ✍️
Mit freundlichen Grüßen aus Paris !
Waldemar K.
Informationen und Links :
Alles steht gebündelt auf dieser Website : https://www.lisecristiani.com/de
Infos Film & CD: https://www.lisecristiani.com/de/cd-film,
ARD Mediathek : Link
Die genauen und belegten biografischen Daten : https://www.lisecristiani.com/de/biographie
Die Bücher zu Lise Cristiani: https://www.lisecristiani.com/de/livres
Die neu aufgetauchte Dokumentation : https://www.lisecristiani.com/de/documents
Die Nachforschungen zu den Dokumenten, die wir alle (noch) suchen : https://www.lisecristiani.com/de/recherche
Und die (kommenden) Veranstaltungen: https://www.lisecristiani.com/de/actualites
[die beiden letzten Lise-Konzerte von Sol Gabetta & der Capella Gabetta sind am Mittwoch 11. März in Berlin und am Donnerstag 12. März in Luzern]
Website auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch – DANKE für ein paar Clicks und eventuelles weiterleiten, damit auch Google DE sie (besser) wahrnimmt 😉
Etwas zum Hören oder Lesen :
Es steht quasi alles im Internet, diese zwei sind besonders gut «angekommen» :
1) Ein Interview von mir auf France Musique zu den Recherchen (auf Französisch), mit Musik von der CD von Sol : «Sous la couverture» de Philippe Venturini : https://www.radiofrance.fr/francemusique/podcasts/sous-la-couverture/lise-cristiani-de-waldemar-kamer-et-rene-de-vries-4221640.
3) Ein Artikel auf Deutsch – übrigens der erste biografische Artikel über Lise in einer deutschen Zeitung seit …Berlin, Januar 1846 ! Link : https://deropernfreund.de/buecher-discs/feuilleton-die-wiederentdeckung-von-lise-cristiani-an-ihrem-200-geburtstag/
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