Kultur, Kulinarik und Charity
Musik gegen die Zerstörung der Welt

Karl von Feilitzsch, Apokalypse  München, Residenz, Herkulessaal, 11. November 2018 – Ankündigung

Titelfoto: von links – Birgit Chlupacek, Konzertdirektion Klangwork,
Sebastian (13) Klimabotschafter von Plan-for-the-Planet
Gelatier Stefano Santini
Angela Gräfin von Wallwitz, Initiatorin und Tochter des Komponisten Karl von Feilitzsch ©Barbara Hauter

Karl von Feilitzsch, Apokalypse, München, Residenz,
Herkulessaal, 11. November 2018 um 18 Uhr – Ankündigung

von Barbara Hauter

Kultur, Kulinarik und Charity – Musik gegen die Zerstörung der Welt

Gelber Safran, rosa Pfeffer, grüne Pistazien und Schokosplitter mit blauen Spirulina-Algen – so schmeckt die Apokalypse. Zumindest in Form einer Eiskreation namens Apo. Münchens Bio-Gelatier Stefano Santini hat Apo eigens für ein Musikereignis geschaffen: für Karl von Feilitzschs Jazz-Kantate Apokalypse, die am 11. November erstmals seit den 50er Jahren wiederaufgeführt wird. Zum 100. Jahrestag des Endes des ersten Weltkrieges.

Apokalypse ist das Hauptwerk des Komponisten und Umweltaktivisten Karl von Feilitzsch und eine eindringliche Warnung vor Krieg und Naturzerstörung. Bekannt ist Feilitzsch zum Beispiel für die (Trautonium-)Musik zum Münchner im Himmel. Ein Dachbodenfund seiner Tochter Angela Gräfin von Wallwitz gab den Anlass für die Idee, Apokalypse wieder auf die Bühne zu bringen: ein kurzer, avantgardistischer Kunstfilm zu der Komposition, der 1957 bei der Biennale in Venedig den dritten Platz gewann.

Sebastian – Klimabotschafter Plan-for-the-Planet ©Barbara Hauter

Sie ließ den Film restaurieren, die Komposition in der Uraufführungsfassung von 1948 überarbeiten und aktivierte das Orchester KlangVerwaltung des Dirigenten Enoch zu Guttenberg, einem Schüler von Feilitzsch. Patrick Hahn wurde als musikalischer Leiter engagiert – der blutjunge Senkrechtstarter (*1995), der sein Operndebüt an der Staatsoper München mit der Neuproduktion von „Kannst du pfeifen, Johanna“ im Rahmen der Münchner Opernfestspiele 2017 gab und als Dirigent, Komponist und Pianist zahlreiche Wettbewerbe im In- und Ausland gewonnen hat.

Die Kantate mit stark rhythmisierenden Jazzelementen und Texten aus der Offenbarung des Johannes entstand aus Feilitzschs Erfahrungen im Russlandfeldzug des ersten Weltkrieges. Seit den 50er Jahren wurde das Werk nicht mehr aufgeführt. Feilitzsch hatte sich durch sein radikales Umweltengagement unbeliebt gemacht. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass der Hofoldinger Forst nicht dem Bau des Münchner Flughafens zum Opfer fiel.

Das Apo-Eis ©Barbara Hauter

Solche Zivilcourage fordert seine Musik ein. Feilitzsch drückt in seiner expressiven musikalischen Sprache die Dissonanzen der Welt aus.  Die Apokalypse thematisiert Tod, Gewalt, Vernichtung und ganz konkret zum Beispiel die Probleme Afrikas.  Angesichts der Dürre- und Migrationsthematik im Sommer 2018 könnte die Komposition kaum aktueller sein. Die Projekt-Verantwortlichen setzen diese Forderung mit dem Apo-Eis um: Wer eine Kugel schleckt, der spendet damit 50 Cent für Bäume. Das Geld geht an Plan-for-the-Planet. Diese Kinder- und Jugend-Initiative hat weltweit schon mehr als 70 000 jugendliche Klimabotschafter und hat sich zum Ziel gesetzt 1000 Milliarden Bäume als CO2 Speicher zu pflanzen.  Wer sich zwei Kugeln Eis gönnt, hat einen Baum gestiftet. Bis zum Konzert sollen es mindestens 750 Bäume werden.

Programm:
Kunstfilm apocalypse (1955) von Gisbert Hinke, 3. Preis Biennale Venedig   Vortrag Plan-for-the-planet, Felix Finkbeiner (Schirmherr)
Apokalypse, Jazz-Kantate von Karl von Feilitzsch (1901 – 1981)

Musikalische Leitung: Patrick Hahn
Sprecher: Elna Lindgens, Christopher Robson, Stefan Wilkening
Ensemble: 16 Instrumentalisten des Orchesters KlangVerwaltung
Tenor (Hamburgische Staatsoper),
Jürgen Sacher
Bariton (Bayersische Staatsoper),
Christian Rieger
Männerstimmen aus dem Chor des Bayerischen Rundfunks
Regie:
Margarete Adler-Koerber

Tickets: 18 bis 64 Euro
Weitere Informationen: www.apokalypse2018.de

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe „1918/2018. Was ist Demokratie?“ der Landeshauptstadt München

Barbara Hauter, M.A. Germanistik, Psychologie und Biologie, schreibt seit sie die Tastatur bedienen kann, für Tagespresse, Zeitschriften und Internet. Als Redakteurin betreute sie viele Jahre Foto- und Tierzeitschriften. Als freie Journalistin sind ihre Themenschwerpunkt Menschen, Tiere und Medizin. Ihre Passion sind „Kritiken fürs Volk“, weil sie dafür brennt, mehr Menschen für Klassik und Ballett zu begeistern. Barbara Hauter lebt in der schönen Opernstadt München.

 

 

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