10 Fragen an die Mezzosopranistin Petra Lang: „Ich stimuliere mein Immunsystem mit Liedern von Frank Sinatra“

10 Fragen an die Mezzosopranistin Petra Lang  klassik-begeistert.de

Petra Lang (Mezzosopran) ist sowohl gesanglich als auch pädagogisch tätig. Als selbständige Künstlerin sang die 57-Jährige in den größten Musiktheatern der Welt die großen Mezzo-Partien vor allem in Wagners und Verdis Opern. Sie gibt auch Meisterkurse und Vocal-Couching für junge Sänger. Bei den Bayreuther Festspielen sang Petra Lang die Brangäne in „Tristan und Isolde“ (2005/2006) und Ortrud im „Lohengrin“ von Hans Neuenfels 2011/2013/2014/2015. Seit 2016 sang sie die Isolde in Katharina Wagners „Tristan“-Inszenierung, die 2019 zum letzten Mal aufgeführt wurde.

Interview: Jolanta Lada-Zielke
Foto: © Ann Weitz

klassik-begeistert.de: Was haben Sie vor einem Jahr getan und wie sieht heute Ihr Alltag aus?

Petra Lang: 2019 sang ich Brünnhilde in Genf, habe eine HPP-Ausbildung gemacht und eine Coaching-Ausbildung. Jetzt mache ich die HPP-Ausbildung  weiter und nehme an dem Estill-Voice-Training-Onlinekurs teil. Außerdem beschäftige ich mich mit der Renovierung meiner Wohnung.

Nenen Sie bitte drei Schlagworte, wenn Sie das Wort „Corona“ hören.

Demut, Immunsystem, Gelassenheit.

Was sind die einschneidendsten Veränderungen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie? Können Sie ihr auch etwas Positives abgewinnen?

Die wichtigste Änderung, die uns alle jetzt betrifft, ist natürlich die Absage der Vorstellungen. Das Positive ist, dass ich jetzt Zeit habe, meine Eltern zu pflegen sowie die Dinge zu erledigen, die lange liegengeblieben sind.

Petra Lang (Isolde) © Bayeuther Festspiele / Enrico Nawrath

Womit verdienen Sie Ihre Brötchen? Wie ist die Situation nach der Absage sämtlicher kultureller Veranstaltungen?

Im Moment lebe ich von meinen Rücklagen.

Wie gelingt es einem Musiker ohne Publikum bei Laune zu bleiben?

Im Sängerberuf gibt es immer wieder Engagements-freie-Zeiten, die es sinnvoll zu nutzen gilt. Ich lerne, nehme mir Zeit für Dinge, für die es sonst nie Zeit gab und telefoniere viel mit meinen Freunden.

Mit welchem Musikwerk „stimulieren“ Sie Ihr Immunsystem?

Mit Frank-Sinatra-Songs.

Frank Sinatra (1960), wikipedia.de (c)

Es gibt Zukunftsforscher, die nach überstandener Corona-Krise eine Verbesserung des Weltklimas – ökologisch wie sozial – prophezeien. Teilen Sie diese Einschätzung? Wie ist Ihre Vision?

Ich hoffe, dass diese „AUS-Zeit“ die Menschen zum Nachdenken gebracht hat und positive Veränderungen folgen werden.

Wenn Sie jetzt drei Wünsche betreffend Ihres erstes Auftritts nach der Pandemie äußern könnten: wo, in welcher Produktion und mit wem würden Sie die Bühne teilen?

Ich freue mich, wenn es „Nach-Corona“ wieder zu Konzerten und Opernveranstaltungen kommen wird und werde es – wie immer – so nehmen wie es kommt.

Interview: Jolanta Lada-Zielke, 15. April 2020, für
klassik-begeistert.de

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